Hallo,
mal die Sicht aus einem unserer Nachbarländer.
Liebe Grüße, Lesemaus
Getretener Quark wird breit, nicht stark
:thumbup: :thumbup: :thumbup:
Das war eines der Ersten, woran ich dachtea, als ich aus dem radio davon erfuhr und auch zu meinen Mitarbeitern sagte. Ich habe bereits nach kurzer Zeit mein Radio (ich höre ich in DO Radio 91.2) ausgeschaltet, weil mich die Sensationsgier anekelte! :gunman:
LG, Uli
Moin,
das ist ja genau die Crux: Die Sensationsgier. Stündlich muss etwas Neues her - anstatt einfach eine Nachrichtensperre zu verhängen, auch wenn sie Tage dauert. Die Öffentlichkeit hat nicht auf alles ein Recht. Schon gar nicht auf Falschinformationen, die aus diesem Ermittlungsdruck entstehen.
Schon kurz nach einem solchen Ereignis kommen die grossen Vereinfacher durch die Tür und erklären uns die Welt. Ursachenforschung ist Kokolores; man hat schon beinahe den Eindruck, dass gleich als erstes der Computer oder die Internet-Aktivitäten eines solchen Täters ermittelt werden, damit man sich erleichtert zurücklehnen und sagen kann "Klar, logisch musste der durchdrehen, der hatte Counterstrike auf seinem Computer, das müssen wir verbieten!" Gäbe es auch nur annähernd eine solche Analogie, wären wir von Millionen potenzieller Amokläufer umzingelt, denn praktisch alle Kids kennen und spielen zumindest gelegentlich solche Spiele. Genauso gut könnte man dann aber auch postulieren "99% aller Amokläufer haben zu Lebzeiten Brot gegessen. Verbietet Brot!"
Man muss nichts verbieten. Computerspiele kann man gar nicht verbieten, denn das Internet kennt keine Landesgrenzen. Waffen muss man auch nicht verbieten; bei 7 Millionen privater Waffen allein in Deutschland ist ein Amokläufer alle paar Jahre unterhalb des statistischen Rauschens. Und wenn es keine Schützenvereine mehr gäbe oder diese ihre Waffen nur noch zentral aufbewahren dürften, findet man in jeder halbseidenen Kneipe irgendwen, der einen kennt, der für ein paar Hunderter eine Knarre besorgen kann. Und wenn's die alte Walther von Opa aus dem zweiten Weltkrieg ist.
Was man tatsächlich unterbinden müsste, ist die "Prominenz", die ein Täter durch eine solche Tat erlangt. Ich würde diese armen Irren sämtlich genauso darstellen, nach dem Motto "Von einem Amokläufer belibt grundsätzlich nicht mehr übrig als das Bild eines hirnlosen Deppen". So dass in der Öffentlichkeit kein Platz für irgendeine Form von Heldentum oder Revolution ist. Wir haben es auch geschafft, nationalsozialistische Zeichen und Lobhudeleien zu ignorieren und unter Strafe zu stellen; dann sollte das auch mit dieser Form von "Heldenverehrung" klappen.
Ich habe dieser Tage einen interessanten Einwand gehört, als die grossen "Verbots- und Online-Kontrollbefürworter" mal wieder fröhliche Urständ zu feiern versuchten; sinngemäss lautete er "Internet, Waffen und Schützenvereine gibt es nahezu überall. Aber es gibt keinen Amok-Fall aus Ländern wie Spanien, Italien oder Griechenland, während die USA und Deutschland hier einsame Spitzenreiterpositionen einnehmen". Für mich heisst das: Die politisch Verantwortlichen sollten über gesellschaftliche Rahmenbedingungen in Deutschland nachdenken und nicht über tumbe Verbote, die nichts ändern.
Aber 2009 ist Wahljahr; da müssen Politiker bekanntlich ständig irgendwas versprechen...
Grüssles
Martin
When a mosquito lands on your testicles you realize that there is always a way to solve problems without using violence.
Servus!
...anstatt einfach eine Nachrichtensperre zu verhängen, auch wenn sie Tage dauert. Die Öffentlichkeit hat nicht auf alles ein Recht. Schon gar nicht auf Falschinformationen, die aus diesem Ermittlungsdruck entstehen.
Nicht zu vergessen, dass dadurch auch möglichen Trittbrettfahrern, Deppen aus irgendwelchen Foren und "Nachahmern" das gewünschte Publikum und somit ihre Posing-Möglichkeiten"entzogen" werden...
Grüße ausm Süden
Marco
Mit einem Lächeln zeigst Du auch Zähne!
________________________________________
Ob ein Vorhaben gelingt, erfährst Du nicht durch Nachdenken sondern durch Handeln!
