Hallo zusammen,
es gibt Tage, an denen frage ich mich, aus welchem Irrenhaus unsere deutschen Richter ursprünglich mal ausgebrochen sind. Gestern war so ein Tag, und damit meine ich eine dpa-Meldung, die sich z.B. auf stern.de und sueddeutsche.de findet, nämlich unter der Überschrift "Frauen dürfen bei Firmenparkplatz bevorzugt werden":
Nach einem aktuellen Gerichtsurteil ist es nicht diskriminierend, wenn Frauen bei der Firmenparkplatzauswahl bevorzugt werden. Als Begründung nannte das Gericht die größere Gefahr für Frauen, Opfer von Gewalt zu werden.
Nun ja, bis hierhin ist das "nur" der ganz normale Wahnsinn. Die Begründung ist zwar Schwachsinn hoch drei, aber an so einen Murks hat man sich inzwischen schließlich fast schon gewöhnt. Aber, die Geschichte geht weiter (Hervorhebung im Zitat ist von mir):
Das Gericht wies mit seinem Urteil die Klage eines schwerbehinderten Krankenpflegers ab. Dieser hatte sich vergeblich um einen Parkplatz in unmittelbarer Nähe der Klinik bemüht. Seine Behinderung spielte für das Gericht keine Rolle.
Okay, halten wir somit fest: Nach Ansicht deutscher Gerichte sind gesunde Frauen deutlich schutzbedürftiger als schwerbehinderte Männer ...
Kopfschüttelnde Grüße,
Malachit.
P.S. verantwortlich für diesen Bockmist ist das Landesarbeitsgericht Rheinland-Pfalz, Aktenzeichen 10 Sa 314/11.
Wenn ein Staat die Leistungsgerechtigkeit zugunsten der Verteilungsgerechtigkeit aufgibt, dann kommt man bald an den Punkt, wo es mangels Leistung nichts mehr zu verteilen gibt.
Wie sagt mein Kollege: ist doch fein, dann wissen wir gleich, wo sie zu finden sind!
Meines Wissens sollen die Frauenparkplätze vor allem gut beleuchtet und "überwachbar" sein.
Zwar gerne genommen in Eingangsnähe. Aber das ist kein "must have!".
Hallo Leute,
da es nicht verboten ist, als Mann auf Frauenparkplätzen zu parken, sehe ich, die Wahl eines anderen Parkplatzes immer nur als Option an. Das Schild Frauenparkplatz ist nicht Teil der StVO.
Und da sehe ich genau das Problem. Da wird ein schützenswertes Bedürfnis gegen so einen Unsinn aufgegeben.
Lustig finde ich übrigens, wenn man beim Parken auf den Spezialparkplätzen von Frauen angefallen wird. Meist reicht aber die Frage an die Damen, ob das Auto zu gerade geparkt wurde.
Gruß,
Michael
Hallo zusammen,
Nachtrag: Da gibt es ein kleines, nicht ganz unwesentliches Detail, das uns unsere Qualitätsjournalisten im ersten Aufguss unterschlagen haben, aber jetzt auf Spiegel Online zu lesen ist:
Ein Mitarbeiter fand das ungerecht. Er hatte im Mai 2010 vergeblich einen Parkplatz unmittelbar am Klinikgelände beantragt und im Januar 2011 geklagt: Der Arbeitgeber bevorzuge Frauen gegenüber Männern ohne sachlichen Grund und habe nicht einmal eine Härtefalleregelung - und ein Härtefall liege bei ihm wegen seiner schweren Gehbehinderung vor.
So, so. Nicht nur, dass offenbar Parkplätze für Frauen wichtiger sind als Parkplätze für Behinderte - nein, im ganz konkreten Fall ging es sogar ausdrücklich um einen gehbehinderten Mann! Der darf also weiterhin 500 Meter Fußweg zurücklegen, während gesunde Frauen nur 50 Meter zu gehen brauchen ...
Und unsere feministisch durchseuchte Richterschaft findet das auch völlig in Ordnung so.
Verständnislos kopfschüttelnde Grüße,
Malachit.
Wenn ein Staat die Leistungsgerechtigkeit zugunsten der Verteilungsgerechtigkeit aufgibt, dann kommt man bald an den Punkt, wo es mangels Leistung nichts mehr zu verteilen gibt.
Moin,
vielleicht ist es auch vielmehr so, daß die Richter in einer Frau und ihrem Geschlecht eine höhere Behinderung sehen als in einem Mann mit einem körperlichen Gebrechen.
Manche Behinderung ist eben nicht in Worte zu fassen. Die sitzt im Kopf.
Grüsse, Cappi
Mahlzeit,
*ironiemodus an* das finde ich genaus gut, wie MUTTER-Kind-Parkplätze *ironiemodus aus*
lg
sleepy
Sleepy
