Das Jugendamt hat m...
 
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Das Jugendamt hat mehr Rechte bekommen

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(@brille007)
(Fast) Eigentumsrecht Registriert

Moin luca,

Und ich finde die Verpflichtung zur U- Untersuchung gut. Auch wenn da persönliche Daten fließen.

selbstverständlich ist diese Verpflichtung gut und positiv; nur eben nicht unter dem Aspekt, dass man dafür zunächst alle Eltern unter den Generalverdacht der Kindesmisshandlung stellt und sofort investigative Massnahmen durch eine ungeeignete Behörde namens Jugendamt einleitet.

Man könnte beispielsweise ganz schlicht den Bezug von Kindergeld an die Vorlage von U-Bescheinigungen knüpfen: Werden diese nicht vorgelegt, gibt's auch keine Kohle. Das hätte auch Indizwirkung: Wenn jemand freiwillig für längere Zeit auf's Kindergeld verzichtet, DANN sollten Institutionen sich Gedanken machen.

Grüssles
Martin

***edit: Schreibfehler korrigiert


When a mosquito lands on your testicles you realize that there is always a way to solve problems without using violence.

AntwortZitat
Geschrieben : 26.08.2008 15:57
(@papi74)
Registriert

Hallo,

auch mal mein Senf zum Thema Datenschutz und Umgang des einzelnen mit diesem.

Ich beobachte immer wieder Leute beim Einkaufen die an der Kasse freudestrahlend Ihre Payback Karte zücken.
Vielen ist wohl noch gar nicht bewusst, dass Sie neben ein paar Punkten die Sie bekommen jede Menge Danten von sich Preis geben.

Sicherlich werden vorerst die Daten für "Werbezwecke" genutzt aber was wird denn wohl noch gespeichert (Man bedenke das Payback Millionen kostet)???

Es wird erfasst:

Herr Müller hat am Montag 1 Stange Zigaretten, 2 Flaschen Schnaps, 3 Tiefkühlpizza und 5 Packungen Gummitiere erworben.
Herr Müller hat am Dienstag 1 Stange Zigaretten, 2 Flaschen Schnaps, 3 Kg Hackfleisch und 3 Packungen Chips erworben.
Herr Müller hat am Mittwoch 1 Stange Zigaretten, 2 Flaschen Schnaps, 3 Tiefkühlpizza und 5 Packungen Gummitiere und 10l Cola erworben.

Was machen schlaue Leute mit diesen Daten:

a.) mehr Werbung für Schnaps usw.
b.) die Daten werden alle aufbewahrt und wenn wir uns dann alle in 5 Jahren privat Kranken versichern müssen heisst es:

Herr Müller:

Sie sind ein Lungenkrebsrisiko +100€/Monat
Sie haben eine Trinkerniere + 80€/Monat
Sie sind Übergewichtig (Herzinfaktrisiko) + 100€/Monat
Sie haben ein Zahnproblem macht nochmal 50€

So das zusätzlich zu den 350€ die er so schon abdrücken muss kommen dann ohne das Herr Müller überhaupt mal gesehen worden ist schon mal 330€ Nebenkosten auf Ihn zu.

Das er in keiner Lebensversicherung oder berufsunfähigen Versicherung aufgenommen wird ist selbstverständlich.

Ja, und da die anderen Daten wie Familienstand usw. auch schon vorliegen und wir ja wissen das die Kinder von Herr Müller auch nicht so sehr gesund leben....den Rest spare ich mir.

Das beschriebene Szenario ist sehr übertrieben aber nicht abwägig.

Mfg

papi74


Der Morgen ist immer klüger als der Abend.

AntwortZitat
Geschrieben : 26.08.2008 16:02
 luca
(@luca)
Nicht wegzudenken Registriert

@brille007

ich habe gerade im Gesetz nachgelesen: In Brandenburg ist folgendes Szenario: die Meldeämter übermitteln dem Gesundheitsamt (!) die Daten der Kinder des betreffenden Alters (sind nur bestimmte Lebensmonate). Die Ärzte übermitteln nach erfogter U-Untersuchung dem Gesundheitsamt, dass eine solche stattgefunden hat bei Kind X- dann ist die Sache erledigt und wird nicht weiter verfolgt. Passiert diese Meldung nicht innerhalb einer bestimmten Zeit, werden die säumigen Eltern durch das Gesundheitsamt aufgefordert, mit Kind x zur U-Untersuchung zu gehen. Erfolgt nach 2. Mahnung wieder keine Rückmeldung durch den Arzt, dann geht die Meldung an des Jugendamt.

So ist das Verfahren, ist ein Landesgesetz, aber ich glaube, die Vorschriften werden sich ähneln. Das steht natürlich so nicht in der zeitung. 🙂

Daran kann ich nicht viel verwerfliches finden, obwohl ich deinen Vorschlag auch höchst interessant finde und den Staat dies sicherlich viel Geld sparen würde.

lg Nadine

EDIT: nochmal nachgelesen: das GA fordert generell alle Eltern auf  vorher, das finde ich wieder überflüssig


AntwortZitat
Geschrieben : 26.08.2008 16:26
(@krishna)
Nicht wegzudenken Registriert

@ Martin

Denken wir dieses Beispiel mal weiter, müsste das nämlich bedeuten, dass auch der "Genpool" jedes einzelnen Menschen durchleuchtet wird; im Klartext: Wer eine Krankenversicherung will, muss sein Einverständnis dazu geben, dass der Gesundheitsstatus und die Todesursachen von Verwandten abgefragt und zur "Risikoeinschätzung" verwendet werden? "Vater an Herzinfarkt gestorben" oder "Mutter an Brustkrebs erkrankt" bedeutet dann automatisch "Du kommst hier nicht rein" oder zumindest "Du bezahlst hier viel mehr". Und wer sagt, dass dieses Denken auf private Krankenversicherungen beschränkt bleibt?

Ich lese in dem Entwurf nicht, dass die Erhebung etc. der Daten nur für Private verboten ist.  Ferner soll doch genau das Szenario, dass Du hier beschreibst, vermieden werden.

Und da gleich wieder mit Euthanasie-Vergleichen zu kommen, finde ich, liegt auch neben der Sache. Es wäre nur einfach mal an der Zeit für die Menschen, ihre Gedanken nicht nur an putzige Eisbär-Babys zu verschwenden und bestenfalls Reden zu schwingen.

dass niemand sich mehr auf eine zufällige Namensgleichheit herausreden kann

Warum soll ich mich auf Namensgleichheit herausreden? Ich finde das sehr interessant: Dem Versicherungsbetrüger, der mithilfe seines Rechtsverdrehers bspw. durch ein Beweisverwertungsverbot herauskommt, wird sogar Respekt gezollt, der Kinderschänder, der aufgrund nicht ausreichender Sicherheit über seine Tatbeteiligung nur einen Freispruch zweiter Klasse bekommt, lebt mit Recht mit diesem Stigma bis ans Ende aller Tage? Alles persönliche - und manchmal auch einfach nur menschliche Wertungen. 

Wie lange wird es wohl dauern, bis man beim Versuch, eine Kranken- oder Lebensversicherung abzuschliessen, auf einen kopfschüttelnden Versicherungsvertreter trifft, der einem sagt "Tut mir leid, aber Ihre Tante ist am 23.11.1984 von einer Autobahnbrücke gehüpft

Solange Du das nicht auf deine Homepage schreibst, erfährt das allenfalls das Umfeld.

Um es nochmal klar zu sagen: Ich halte auch nichts von Rasterfahndungen in allen möglichen Bereichen, da diese noch nicht einmal den 11.09. verhindert hätten. Ich sage aber auch ganz klar, dass ich gegen das Stillhalten bei unseren Kindern bin, nur weil (und früher war das auch schon immer so) einige Menschen zu Unrecht bezichtigt werden. Und ich denke auch, dass viele solcher "Anzeigen" auch gar nicht erst zu einem Hausbesuch führen, weil man schon am Schreibstil erkennt, welches Motiv dahinter steckt.

Auch wenn es aktuell einen Fall von Daten-"Beschaffung" in größerer Dimension geht - was hat das eigentlich  mit sinnvollen, aber leicht einschneidenden Maßnahmen für Eltern zu tun? Für mich sind das Äpel und Birnen.

@ Deep

Es ist nun einmal knifflig, den sinnvollen Anfang und das höchstmögliche Ende zu definieren

Da hast Du Recht. Aber soll man dann alles sein lassen, nur weil es am Ende auch über das Ziel hinausschießen könnte?

Gerade das GenDG zeigt doch, dass man die Ängste um Missbrauch auch verstanden hat. Wir werden erst sehen müssen, was daraus wird, klar, aber ich kann doch eine Eingriffsnorm nicht gleich deswegen ablehnen, weil sie zu extensiv ausgelegt werden könnte. Dafür haben wir die Gewaltenteilung, die zugegebenermaßen in Sachen Familienrecht nicht in allen Fällen greift. Das ist leider so, aber ein unrechtmäßiger Hausbesuch auf ein bloßes, anonymes "Da stimmt was nicht" ist mir jedenfalls lieber, als ein "Ich hatte doch überhaupt keine Rechtsgrundlage und Möglichkeit" auf der anderen Seite. Und wer da Angst davor hat, dass JA könnte einem die Kinder wegnehmen, nur weil einige Sachen herumliegen oder die Küche und das Bad nicht blitzsauber sind, der kennt die Realität deutscher JÄ wohl kaum. Wenn das schon ausreichend wäre, dann würde man an jeder Ecke Werbeplakate zur Meldung als Pflegeeltern sehen.

@ Papi74

es ist tatsächlich schwierig, in einem Land mit Bürgern, die mit ihren Daten nur so um sich schmeißen, Missbrauch zu verhindern. Stell dich neben zwei ältere Damen vor einer Arztpraxis. Innerhalb von drei Minuten hast du von so vielen Krankheiten erfahren (incl. der kompletten Nachbarschaft), von denen wolltest du niemals wissen, dass es sie überhaupt gibt.
Was den Geschäftsverkehr angeht, gehen die Menschen ebenfalls viel zu nachlässig mit den Daten um. Das BDSG ist ein beinahe zahnloser Tiger. Aber wer schreit nach Verschärfung? Niemand, allenfalls der Datenschutzbeauftragte. Und der wird nur belächelt- vielleicht weil es die trockenste Materie ist, mit der man sich im Leben beschäftigen kann. Und noch bevor etwas passiert haben die Medien wieder ein viel reißerischeres Thema.
Habe diesen aktuellen Fall jetzt nicht detailiert vor Augen. Kann mir aber gut vorstellen, dass die Daten schlicht gestohlen und abgeglichen wurden. Kein Gesetz hilft gegen Straftaten und kriminelle Energie.

Gruß


Gruß

Krishna

AntwortZitat
Geschrieben : 26.08.2008 16:31
 luca
(@luca)
Nicht wegzudenken Registriert

Vielleicht etwas OT, aber wer mal wissen möchte, was allein die Meldeämter an Daten übermitteln müssen, und wir reden hier nur von den regelmäßigen DÜ, d.h. ohne gezielte Anfrage, der gebe mal 2.BMeldDÜV ein.

Darüber hinaus gibt es auch noch solche Verordnungen zusätzlich für die Länder.


AntwortZitat
Geschrieben : 26.08.2008 16:37
DeepThought
(@deepthought)
(Fast) Eigentumsrecht Moderator

Wir, Krishna, liegen nicht weit auseinander. Nur habe ich einen etwas anderen Filter und unangenehme Erfahrungen selbst machen müssen und die Erfahrungen anderer mitbekommen.

Und wer da Angst davor hat, dass JA könnte einem die Kinder wegnehmen, nur weil einige Sachen herumliegen oder die Küche und das Bad nicht blitzsauber sind, der kennt die Realität deutscher JÄ wohl kaum. Wenn das schon ausreichend wäre, dann würde man an jeder Ecke Werbeplakate zur Meldung als Pflegeeltern sehen.

Jüngst gab es in der hiesigen Tagespresse ein Stellenangebot "Heim-Referent". Gesucht wurde ein Vertriebler analog zum Pharma-Referenten mit exakt identischer Zielsetzung: Das Produkt "Heimunterbringung" verkaufen. Es wird also Bedarf generiert, wo nicht zwangsläufig Bedarf wäre. Die Sauna-Gerüchte besagen, dass JA-MA gegen Zuwendungen nicht immun sind.

Und ja, JAs kommen "nur mal so eben", um es flappsig auszudrücken, und klauen das Kind/die Kinder ab. Es gibt ausreichend authentische und dokumentierte Fälle hierzu. Hinzu kommt, dass JAs nicht kontrolliert werden. Sie sind niemandem Rechenschaft schuldig. Und die MAs sind ebenso unangreifbar. Ich als Bankräuber hätte auch gern diesen Freifahrtschein. Und es kann nicht sein, dass einem derart unantastbaren Haufen derart mächtige Werkzeuge in die Hände gespielt werden.

DeepThought


Der 15. Senat des OLG Celle befindet vatersein.de
in den Verfahren 15 UF 234/06 und 15 UF 235/06
als "professionell anmutend".
Meinen aufrichtigen Dank!

AntwortZitat
Themenstarter Geschrieben : 26.08.2008 16:57
(@krishna)
Nicht wegzudenken Registriert

Hallo Deep,

ich kenne die Fälle (Haase etc.) ja auch. Da zieht es einem die Socken aus.

Das ist aber doch angesichts der Fallzahlen schon eines einigen MA im ASD (zwischen 50 und 150) die unrühmliche Ausnahme, wo man echt nicht mehr verstehen kann, was da eigentlich wirklich hinter den Kulissen los war. Vermutlich tatsächlich nur das Insistieren auf der eigenen Ansicht, um bloß nicht das Gesicht zu verlieren. Wir sollten aber nicht generell alle JÄ und deren MA dafür verantwortlich machen, was andere (und selbst wenn es Schmiere gewesen sein sollte) verbockt haben.

Ich habe eine Reihe von JA-MA erlebt, die eher etwas zaghaft an die Sache gingen und kenne niemanden persönlich, der Opfer reiner Willkür geworden ist. Ich hatte nur ein Mal die Story, dass die Großmutter, die von der Mutter wegen des leichten Übergewichtes des Kindes ein Verbot erhalten hatte, ihm sehr Kalorienhaltiges zu geben, nach einem Verstoß und Anschiss durch die Mutter zum JA rannte und ihre eigene Tochter der Misshandlung bezichtete. Nichts davon war wahr und ein kurzes Gespräch mit dem MA war die einzige Folge. Daraufhin hat sich der Großvater von der Großmutter getrennt...  :rofl2:

derart mächtige Werkzeuge in die Hände gespielt werden

Ich finde die genannten Werkzeuge nicht mächtig. Ich glaube sogar, dass der Bürger unangemeldete Besuche in den Familien (wie sie ja jetzt schon bei konkretem Anlass geschehen-aber eben ohne Zwangsmittel) als viel einschneidender wahrnimmt als lang angekündigte Gespräche, Untersuchungen oder auch zwangsweise Hausbesuche, die sie mit einem einfachen Anruf hätten vermeiden lassen. Und wenn die MA es nur irgendwie vermeiden können, bleiben die doch auch schön im Büro sitzen.  😉

Kannst Du das mit dem Heimreferenten einstellen. Das wäre allerdings eine Nummer! Das erinnert mich ein wenig an die privaten Träger, die Familienhilfe betreiben und in den Hilfepplangesprächen natürlich immer von Fortschritten sprechen, aber eben nicht von solch großen, dass die Familienhilfe nun überflüssig geworden wäre... Das ist in vielen Fällen auch reine Selbstbedienung. Und die Betroffenen müssen diese "Helfer" dann u.U. Jahre im Familienkreis erdulden, nur weil die ihre Brötchen damit erwerben.

Grüße

Krishna


Gruß

Krishna

AntwortZitat
Geschrieben : 26.08.2008 18:49
(@brille007)
(Fast) Eigentumsrecht Registriert

Moin krishna,

Wir sollten aber nicht generell alle JÄ und deren MA dafür verantwortlich machen, was andere (und selbst wenn es Schmiere gewesen sein sollte) verbockt haben.

die Brisanz dieser Problematik liegt in einer sehr unheiligen Mixtur: Zum einen (wie Deep schon schrieb) in der fehlenden Kontroll-Instanz für die Jugendämter; zum zweiten in der fehlenden Ausbildung der dortigen Mitarbeiter: Der Mensch, dem man dort im Rahmen der bislang meist grössten Katastrophe des eigenen Lebens gegenübersitzt, hat in der regel keinerlei einschlägige Ausbildung (schon gar keine fundierte); war bis vor einem Monat vielleicht noch auf dem Einwohnermelde- oder Standesamt  beschäftigt - und KANN gar nicht anders als sein fehlendes Sach- und Fachwissen durch persönliche Einschätzungen und Präferenzen zu ersetzen. Nicht zuletzt deshalb werden dort bist heute (falsche) Klischees wie das von der immer fürsorglichen Mutter oder dem gewalttätigen, nicht zahlungswilligen Vater gepflegt.

Würde man einen Amateur bei der Bahn Weichen stellen lassen (vielleicht mit der Begründung, dass er zuhause eine Modelleisenbahn hat)? Wohl kaum. Bei Jugendämtern passiert aber genau das jeden Tag - mit den bekannten Folgen und ohne jegliche Kontrolle.

Just my 2 cents
Martin


When a mosquito lands on your testicles you realize that there is always a way to solve problems without using violence.

AntwortZitat
Geschrieben : 26.08.2008 19:10
(@krishna)
Nicht wegzudenken Registriert

Hallo Martin,

war bis vor einem Monat vielleicht noch auf dem Einwohnermelde- oder Standesamt  beschäftigt

Das ist doch nicht die Realität. Manchmal mag man denken, dass das nicht anders sein kann, aber ich bitte Dich.

Ich kenne einige Vertreter der Spezies und die haben alle zumindest eine pädagogische Ausbildung, ob als Dipl.-Päd. oder Sozialarbeiter.
Mag sein, dass früher Leute einfach so in solche Stellen umgesetzt wurden, aber das finde ich für eine generelle Darstellung der Qualifikation jetzt sehr weit her geholt.

Du hast ja Recht, wenn Du persönliche Einschätzungen und Präferenzen kritisierst.

Gruß

Krishna


Gruß

Krishna

AntwortZitat
Geschrieben : 26.08.2008 19:33
 Uli
(@Uli)

Das ist doch nicht die Realität. Manchmal mag man denken, dass das nicht anders sein kann, aber ich bitte Dich.

Ich kenne einige Vertreter der Spezies und die haben alle zumindest eine pädagogische Ausbildung, ob als Dipl.-Päd. oder Sozialarbeiter.

Die meisten dort sind Diplomsozialarbeiter (FH), nicht wenige in Zweitausbildung. Fundiertes Wissen darf man dort wirklich nicht voraussetzen.

Uli


AntwortZitat
Geschrieben : 26.08.2008 21:33




(@brille007)
(Fast) Eigentumsrecht Registriert

Moin,

ich habe dort "Fachleute" getroffen in (Fach-)Bereichen wie Erziehungsberatung etc. Wobei auch da eher das Eunuchenprinzip gilt: "Weiss theoretisch, wie es geht, aber berät nur..."

Ansonsten gilt wohl vielerorts das Planstellenprinzip: Hier ist eine Stelle frei und dort ein Beamter. Nichts wie hin mit Letzterem auf Erstere. Schliesslich können Beamte per definitione sowieso alles. Eine besondere Ausbildung ist für die Arbeit in einem JA vielleicht wünschenswert, aber nicht Bedingung.

Just my 2 cents
Martin


When a mosquito lands on your testicles you realize that there is always a way to solve problems without using violence.

AntwortZitat
Geschrieben : 26.08.2008 21:58
(@krishna)
Nicht wegzudenken Registriert

@ Uli und Martin

Dann habe ich anscheinend mit meinem Jugendamt mal richtig Glück gehabt?

Gruß

Krishna


Gruß

Krishna

AntwortZitat
Geschrieben : 26.08.2008 22:03
(@brille007)
(Fast) Eigentumsrecht Registriert

Moin Krishna,

Dann habe ich anscheinend mit meinem Jugendamt mal richtig Glück gehabt?

ja, das ist gut möglich. Hier bricht ja auch niemand pauschal den Stab über alle Jugendämter der Nation; wir zeigen nur Richtungen. Ich kenne auch tüchtige, kompetente und humorvolle Finanzbeamte (in einer Person), aber ich bestreite, dass das auf die Mehrheit zutrifft. Abgesehen davon: Selbst die engagiertesten Beamten werden in einem JA nach Jahren ihr Engagement verlieren: Weil sie merken, dass sie gesellschaftlich nur wenig bis nichts bewirken können. Dann macht man eben Dienst nach Vorschrift.

Wenn Dich das Thema interessiert: Lies mal die hier genannten PDF's ab Seite 34 ff.

Grüssles
Martin


When a mosquito lands on your testicles you realize that there is always a way to solve problems without using violence.

AntwortZitat
Geschrieben : 26.08.2008 22:22
(@ariba)
Registriert

Moin,

fand das grad zum Thema Jugendamt und "etwas unternehmen". Stell das einfach mal hier rein, vielleicht ist es ja interessant.

>>>Hier klicken<<<

Gruß
Ariba


Vom Amtsgericht entsorgt!
Und vom OLG wieder "recycelt"!!

Das OLG hat wieder die Normalität hergestellt: Ein Vater darf wieder sein Kind sehen - auch dann, wenn das Amtsgericht und die Mutter das nicht wollen!

AntwortZitat
Geschrieben : 26.08.2008 23:10
(@krishna)
Nicht wegzudenken Registriert

Hallo Martin,

ja, eigentlich reden wir nicht aneinander vorbei. Habe mir das eben auch mal durchgelesen.

Ich versuche nur im Rahmen des mir Möglichen objektiv zu bleiben und eben nicht alle über einen Kamm zu scheren.
Ich hab doch auch keine Flugangst, nur weil gerade wieder zwei vom Himmel gefallen sind. Stehe nunmal sehr auf Statistik.

Dass das die die Extreme vernachlässigt, ist klar. Wenn die Extreme angesichts der absoluten Zahlen verschwindet gering sind, bleibe ich also lieber im Bereich der Mäßigung.

Gruß

Krishna 


Gruß

Krishna

AntwortZitat
Geschrieben : 26.08.2008 23:16
DeepThought
(@deepthought)
(Fast) Eigentumsrecht Moderator

Moin,

wir sind nicht weit auseinander, krishna - nur kommen wir aus verschiedenen Ecken.

Kannst Du das mit dem Heimreferenten einstellen. Das wäre allerdings eine Nummer!

DIe Zeitung fiel einer Bastelattacke meiner Tochter zum Opfer. Ich verbürge mich hingegen für die Richtigkeit meiner Aussage und bennene meine LGin als Zeugin.

Für mich ist ein Modell, das durch seinen Aufbau bedingt Möglichkeiten des Missbrauchs ermöglicht schlichtweg falsch konstruiert. Darauf zu bauen, dass die das Modell anwendenden Menschen ja alle ganz klasse und honorig sind, ist blauäugig. Den Bildungsgrad eines Menschen als Voraussetzung für das Ausüben einer beruflichen Tätigkeit zu sehen greift für mich zu kurz. Gerade Pädagogen und Psychologen betreiben das Studium vornehmlich zwecks eigener Genesung.

Ich greife mal einige Zitate auf von http://www.kindesraub.de/index.php?menuid=90&reporeid=79

Das Jugendamt weiß also, wie eigentlich erzogen werden müsste, aber es lässt den Eltern zunächst den Vortritt. Diese Konstruktion beruht auf einem totalitären Gesamtkonzept, das davon ausgeht, das Amt habe die Norm der Gesellschaft verinnerlicht und sei dafür zuständig. So wird der Anspruch erhoben, dass das Amt die Gesellschaft in ihrer ganzen Komplexität überschaut.

und

Der Gesetzgeber will ein inhaltliches und gesellschaftliches Problem, das sonst niemand lösen kann, durch Klärung der Zuständigkeit auflösen. So muss sich das Amt einer Sache annehmen, die seine Kompetenz bei weitem übersteigt.

Das Wissen um die Inkompetenz ist bei den JAs nicht angekommen. Die Borniertheit, die normgerechte Erziehung von Kindern und das normgerechte Familienleben inhaliert zu haben, ist überwiegend bei JAs festzustellen. Den anderen anders sein lassen können sie nicht, denn das spräche gegen ihre theoretische Überzeugung. Und dieser Haufen wird nun mit einer Generalvollmacht ohne richterliche Hürde auf Familien losgelassen. Mehr noch, der Gesetzgeber machte schon frühzeitig das JA in Familiensachen zur dritten Prozesspartei, ohne dass diese sich an Wahrheit und Ehrlichkeit gebunden fühlen muss. Selbst wenn sie ertappt wurden, gibt es keine rechtliche Handhabung dagegen.

Ein solches System verdient keine Unterstützung und kein Verständnis. Es bedarf der Abschaffung.

DeepThought


Der 15. Senat des OLG Celle befindet vatersein.de
in den Verfahren 15 UF 234/06 und 15 UF 235/06
als "professionell anmutend".
Meinen aufrichtigen Dank!

AntwortZitat
Themenstarter Geschrieben : 28.08.2008 12:37
DeepThought
(@deepthought)
(Fast) Eigentumsrecht Moderator

Jugendämter in Deutschland: Stellst du einen Antrag - dann sieh dich vor!

Stuttgart: Ein Mädchen, noch nicht einmal ein Jahr alt, lebt bei Pflegeeltern, die leiblichen Eltern dürfen ihr Kind einmal in der Woche sehen - in den Räumen des Kinderschutzbundes. Vom Parkplatz bis zum Gebäude sind es 300 Meter. Zu weit, sagt jetzt das Jugendamt. Die Kleine könnte auf diesem Weg traumatisiert werden.

Mönchengladbach: Eltern kämpfen um die Rückkehr ihrer Tochter, die seit über vier Jahren in einem Kinderheim lebt. Das Oberlandesgericht in Düsseldorf hat im Sommer alle Entscheidungen des Familiengerichtes und des Jugendamtes rückgängig gemacht. Die Richterin, die für diese Entscheidungen verantwortlich zeichnet, zieht das Verfahren wieder an sich. Auch die Jugendamtsmitarbeiterin wechselt nicht. Die Eltern dürfen ihre Tochter im Kinderheim nicht mehr besuchen.

Viersen: Nach dem Explosionstod eines Heimkindes im November 2006 versichert das Jugendamt, dass diese Behörde einwandfrei arbeitet. Dann gehen der Amtsleiter und eine Kollegin. Die Presse wird darüber informiert und bekommt den Hinweis, dass die Arbeit der Behörde verbessert werden soll. Die Rheinische Post titelt am 29. Oktober 2008: „Viersen auf neuen Wegen“.

Landkreis Gießen: „Ich bin fast gelyncht worden“, berichtet Andrea Jacob, Arbeits- und Sozialpolitische Sprecherin der Kreistagsgruppe der Linken, nach einer Sitzung des Sozialausschusses. Sie schildert den Fall einer allein erziehenden Mutter, die sich an das Jugendamt im Vogelbergkreis wendet und eine Haushaltshilfe beantragt, damit sie wieder arbeiten kann.

Eine Haushaltshilfe bekommt sie nicht, dafür eine „aufsuchende Familientherapie“. Eine Mitarbeiterin des Jugendamtes und der Jugendamtsleiter führen im Beisein von Familientherapeutinnen mit der vierfachen Mutter ein Gespräch. Die Diagnose: Die Frau leidet unter Persönlichkeitsstörungen. Dazu merkt Andrea Jacob vor dem Sozialausschuss an: „Diese Personen dürfen aber allesamt nicht diagnostizieren. Aufgrund ihrer Ausbildung können sie es auch gar nicht.“

Doch diese Rettungssanitäterin, diese Sozialpädagogin und diese Sozialarbeiterin sind in dieser Hinsicht keine unbeschriebenen Blätter, erfährt Andrea Jacob von anderen Eltern.

Die vier Kinder sind inzwischen aus Kindergarten und Schule abgeholt worden. Den dafür nötigen Gerichtsbeschluss holt sich das Jugendamt erst später. Die Mutter sucht sich im benachbarten Landkreis Gießen eine kleinere Wohnung und bekommt Hartz IV. Andrea Jacob bittet den Fachdienstleiter Jugend und Soziales am 25. September 2008 um ein Gespräch. Die Mutter soll dabei sein. Das Jugendamt lehnt ab.

„Am 10. November 2008 geht es weiter“, lässt Andrea Jacob nicht locker. Uhrzeit und Ort: 18 Uhr, Bürgerhaus, Lollar/Kreis Gießen.

Brüssel: Nach einer Sitzung des Petitionsausschusses des Europäischen Parlamentes sagt der Vorsitzende Marcin Libicki im Juni 2007: „Deutsche Jugendämter wenden brutale Methoden an.“

Ein Beitrag für http://kinderinheimen.blogspot.com und www.onlinezeitung24.de


Der 15. Senat des OLG Celle befindet vatersein.de
in den Verfahren 15 UF 234/06 und 15 UF 235/06
als "professionell anmutend".
Meinen aufrichtigen Dank!

AntwortZitat
Themenstarter Geschrieben : 01.11.2008 21:55
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