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Was mir immer wieder so durch den Kopf geht

 
 AJA
(@aja)
Registriert

– speziell jetzt wieder durch bärchens Thread „Kind oder kein Kind“...

Es wimmelt von Elternteilen, meist Müttern, die jammern, dass sie mit dem „bisschen“ KU ihre Kinder nicht groß kriegen (zu denen zähle ich mich selbst) und es wimmelt auf der anderen Seite von Elternteilen, meist Vätern, denen das Wasser wegen dieser ungeheuer hohen KU Zahlungen bis zum Hals steht. Was ist anderes nach einer Trennung?

Okay, es gibt eine doppelte Mietbelastung, aber ist es nicht so, dass nach einer Trennung die Mietbelastung unterm Strich nicht doppelt so hoch ist, sondern sich im Grunde nur anders verteilt?

Oder mal auf unseren Fall gemünzt: vorher hatten wir eine reine Hypothekenbelastung in Höhe von ca. 1.200 €. Jetzt bezahle ich 650,-- € Kaltmiete und mein Ex könnte – würde er sich entschließen sein Haus zu verkaufen, für ca. 350,-- € gut wohnen. Die verbleibende Differenz reicht allemal um entstehende Nebenkosten zu decken, die vorher ja ebenfalls in nicht unbeträchtlicher Höhe zu zahlen waren.

Zwei Telefonanschlüsse sind natürlich teurer als einer, aber das kann es nicht wirklich sein. Für fünf Personen zu kochen ist auf die Einzelperson verteilt billiger als für eine, aber auch das kann doch letztlich nicht ausschlaggebend sein.

Woher also kommt diese Differenz?

Habe ich irgendetwas übersehen, oder ist es nicht doch vielmehr so, dass in vielen „intakten“ Familien das Geld, das eigentlich eins zu eins den Kindern zustehen würde, für andere Dinge (z. B. Hausabzahlung etc.) verwendet wird?

Helft mir doch mal gedanklich auf die Sprünge...

Gruß AJA


Zitat
Themenstarter Geschrieben : 29.11.2005 16:36
DeepThought
(@deepthought)
(Fast) Eigentumsrecht Moderator

Moin AJA,

du hast vor allem das niegrigere Einkommen durch den Steuerklassenwechsel vergessen. Dazu kommen doppelte Urlaube/Freizeitgestaltungen, das evtl. doppelte Anschaffen von Kleidung (wenn Ex nur Schund mit gibt) und als dicker Brocken die Umgangskosten - bei mir 1.200 Km je WE nur abholen/bringen. Bei noch weiterer Entferung muss evtl. vor Ort eine FeWo oder Fremdenzimmer angemietet werden.

Die Rechnung, dass die Wohnkostenbelastung sich nur anders verteilt, kann ich aus eigener Sicht heraus nicht bestätigen.

DeepThought


Der 15. Senat des OLG Celle befindet vatersein.de
in den Verfahren 15 UF 234/06 und 15 UF 235/06
als "professionell anmutend".
Meinen aufrichtigen Dank!

AntwortZitat
Geschrieben : 29.11.2005 16:54
(@bengel)
Registriert

hi AJA,

vergiss nicht die steuerklasse, die macht bei mir am meisten aus und das empfinde ich als ungeheuer ungerecht. wir, diejenigen, die den mut hatten zu heiraten kinder zu haben (was ja dem traditionellen familienbild entspricht und was im grundgesetz auch so formuliert wird), wird nun nachträglich die lange nase gezeigt, dass wir diesem bild gefolgt sind. es ist ungefähr so, als wenn du 20 jahre für einen arbeitgeber arbeitest, der dir aus irgendwelchen gründen dann kündigt und dann 20% deiner 20 jahresgehälter zurückfordert. ok, der vergleich hinkt ein bisschen, aber in der konsequenz ist es das gleiche.

ausserdem vergiss bitte nicht, dass viele hier, so wie ich, enormen EU zahlen, auch wenn sie die verlassenen sind, warum auch immer.

gruss bengel

(


AntwortZitat
Geschrieben : 29.11.2005 16:58
(@diemystiks)
(Fast) Eigentumsrecht Registriert

Hallo Aja,

ich denke auch nciht, daß das Geld sich anders verteilt. Es ist weniger vorhanden.

Während der Ehe haben wir für 3 Personen gelebt. Mein Ex hat damals nicht schlecht verdient. Ich bin bis auf 8 Monate immer arbeiten gegangen. Wir haben so unsere Unkosten getilgt und konnten den Rest für uns ausgeben.

Nach der Trennung hatte ich mein Gehalt aus dem Teilzeitjob, das Kindergeld und den KU. Mein Ex hat einen großen Teil der Schulden übernommen, so daß ich mit Kind nicht eine allzu große Abtragung hatte.
Ich habe nicht sehr viel schlechter gelebt mit Kind, mein Ex hatte einige Einbußen, musste er nun für sich noch zusätzlich Miete und Lebensunterhaltungskosten tragen.

Nun leben mein LG und ich zusammen. Jetzt sieht es nicht so rosig aus. Er zahlt monatlich 550,- an KU und EU, dazu eheliche Schulden. Ich bekomme inzwischen Unterhaltvorschuß ( nur noch ca. 1 Jahr), habe weiterhin mein Teilzeitgehalt und auch die Abtragung der ehelichen Schulden.
Mein LG ist nun Steuerklasse 1, ich auch. Wir versuchen 3 Kinder finanziell wenigstens etwas für die Zukunft abzusichern, da wir beide ein/eine Ex/e haben, die das nicht wollen/können. Zusätzlich versorgen wir alle 3 Kinder mit Kleidung da dies, wie Deep schon schreibt, bei der Km nicht möglich ist oder verhunzt wird. Bei uns macht es sich auch bemerkbar ob wir ein Wochenende zu dritt oder zu fünft verbringen. Es wird mehr an Lebensmitteln eingekauft und natürlich auch den Bedürfnissen der Kids meines LGs einigermaßen angepasst.

Somit bleibt unterm Strich viel weniger übrig, als bei einer "intakten" Familie, die nicht über ihre Verhältnisse lebt.

LG
Tina

[Editiert am 29/11/2005 von DieMystiks]


Und aus dem Chaos sprach eine Stimme zu mir:"Lächle und sei froh, es könnte schlimmer kommen." Und ich lächelte und war froh und es kam schlimmer.

AntwortZitat
Geschrieben : 29.11.2005 17:32
 AJA
(@aja)
Registriert

Stimmt, die Steuerklasse habe ich übersehen, jeglichen Unterhalt an Ehegatten habe ich bewusst ausgeklammert. Es ging mir hier nur um die Fälle, die "lediglich" KU bekommen, bzw. bezahlen.

Umgangskosten: auch die habe ich nicht mit einberechnet. Doppelte Kleidung schon gar nicht :knockout: , sollte ja im Normalfall auch nicht nötig sein 😡 .

Aber sind die von euch aufgeführten Beispiele denn wirklich die Regel? Vom Steuerklassenwechsel mal abgesehen, da kommt ja leider keiner drum herum. An der Stelle gebe ich dir Recht, bengel. Eigentlich ist nicht einzusehen, warum ein KU-Pflichtiger, der seiner Pflicht auch nachkommt keine günstigere Steuerklasse haben soll. Es muss ja nicht die dreier sein, die für Familien gilt, aber es könnte ja eine "erfunden" werden, die diesem Umstand Rechnung trägt. Andere Zuschläge bleiben ja auch erhalten, w.z.B. der Verheiratetenzuschlag im öffentlichen Dienst - was ich wiederum nicht verstehen kann.

Aber danke für eure Hinweise - ich hab mal wieder nicht über meinen Tellerrand hinaus geschaut :redhead:

Gruß AJA


AntwortZitat
Themenstarter Geschrieben : 29.11.2005 18:45
(@robert-holz)
Zeigt sich öfters Registriert

Hallo ihr,

bei mir ist es unter anderem, die Reduzierung der Arbeitszeit zur Gewährleistung einer angemessenen Betreuung. Die Wohnung ist immer noch die Gleiche mit den dazu gehörigen Hauskosten.
Das sind locker ein paar hundert €, ohne KU.
Karriere ist nach Elternzeit auch vorbei.

Viele Grüsse

Robert


AntwortZitat
Geschrieben : 29.11.2005 19:13
 Xe
(@_xe_)
Registriert

Moin Aja,

ich denke auch, in Summe ist die Gesamtbelastung (alles zusammengezählt) deutlich höher, was durch STK I bei mir ebenfalls verschärft wurde.

Einfache Rechnung, nur als Beispiel:

ich hatte ein Zimmer in einer 2er WG. Kostenpunkt 230 €, dazu Stromanteil (40 €), macht 275 €.
Ex hatte eine vom Sozialamt bezahlte Wohnung, Kostenpunkt 380 €, dazu Strom, Gas, Wasser, etwa 90 € / Monat (laut ihrer Aussage).

In Summe hätten wir also Ausgaben von 610 Kaltmiete plus 130 € Strom/Gas/Wasser, davon bekommt man in der Umgebung Aurich in etwa eine 5-Zimmer-Wohnung mit gehobener Ausstattung.

Aufgefallen ist mir weiter, daß die Protionen aus dem Supermarkt, die auf Singles berechnet sind, deutlich teurer sind als z.B. der Drei-Personen-Einkauf am Samstag, gerechnet aufs Kilo.

Prinzipiell gesagt, hat sich der Lebensstandard verschlechtert, während die Einkommen bei uns damals faktisch sogar gestiegen sind (alle Einkommen zusammengerechnet, inkl. Lohn, Sozialhilfe von Ex, KG, etc. bis hin zur GEZ-Befreiung für Ex.)

Gruß, Xe


AntwortZitat
Geschrieben : 29.11.2005 19:15
(@taccina)
Registriert

Hi Aja,

ich kann da leider nicht viel zufügen.

Bei uns war es so, das wir damals ein komplettes Haus für 450€ kalt gemietet hatten. Nebenkosten lagen bei 125€ (bekamen wir aber am Jahresende immer noch ca 300€ zurück). Dazu kam dann noch das wir selber Öl tanken mussten für die Heizung und Warmwasser.
Hier allerdings bezahl ich für ne kleine Dachgeschoßwohnung schon 450€ kalt Miete. Und das ist für diese Ortschaft schon recht billig.
Bin auf der Suche nach ner anderen Wohnung hier....aber billiger ist so gut wie nichts zu machen. 🙁
Dann müßte ich schon hier aus dem Ort raus....ca 25km...das würde heißen Schulwechsel und Freundeskreiswechsel für meinen Sohn und das will ich ihm jetzt echt nicht antun, wo er sich grade hier eingelebt hat.

Liebe grüße Taccina


Bevor man das Vertrauen eines Menschen mißbraucht, sollte man sich im Klaren darüber sein, das man dann einen Menschen auf dem "Gewissen" hat.
Oder wie würdest Du es finden, Dein ganzes Leben lang nicht mehr wirklich vertrauen zu können?

AntwortZitat
Geschrieben : 29.11.2005 20:28
(@micmac296)
Schon was gesagt Registriert

Liebe AJA,
bitte nicht falsch verstehen - ich kenne deine Geschichte nicht - aber muss ein getrennt lebender Mann automatisch das vorher gemeinsam gekaufte Haus verkaufen, damit deine Rechnung aufgeht???
Ich habe deine Rechnung ´mal mit meinen Zahlen gemacht - und du hast Recht. Ich könnte günstiger wohnen. Allerdings käme dann für mich nach dem Verlust meiner Frau (lebt jetzt mit ihrem Chef zusammmen) und meiner Tochter (muß auch dort leben) auch noch der Verlust meines Eigengheims dazu, für dessen Erwerb / Erhalt ich mich die letzten Jahre mehr als krumm gemacht habe.
Für mich geht diese Rechnung so nicht auf....
Liebe Grüße micmac


...the empty can makes the biggest noise...

AntwortZitat
Geschrieben : 29.11.2005 21:42
(@bm-rk)
Registriert

Hm und hallo!

Ich hab nicht alles lesen können...wollte aber auch mal meinen Senf dazu geben...

Wir haben vor 7 Jahren ein Haus gebaut bzw. ein bestehendes Haus (mein Elternhaus) aufgestockt. Die finanz. Belastungen gehen verteilt auf zwei Vollverdiener auch voll in Ordnung, selbst mit in der Zwischenzeit 2 Kinder hat sich das Tragen lassen (immerhin Kindergeld, besser Steuerklasse, Frau verdient mit einem Telearbeitsjob teilw. gut mit...).

Jetzt sieht es aber anders aus.
Ich muss als Alleinverdiener den kompletten Schuldenabtrag leisten (ich will und kann (noch) nicht ein Teil des Hauses, indem auch meine Eltern wohnen verkaufen / vermieten).
Hinzu kommt dass einige Dinge neu angeschafft werden müssen, die Sachen für die Kids müssen teilw. doppelt gekauft werden.

Die Schulden wurden aber gemacht für zwei Verdienende...und es wurde auch dementsprechend (ich sach mal großzügig) gebaut...

Es mag sein das sich viele Kosten "nur" anders verteilen, aber mit Sicherheit nicht gerecht und gleichmäßig.

Sie hat
- 1 volles Gehalt
- bekommt KU
- kleine Miete (gut auch kleine Wohnung)
- eine Kerl der sie zumindest ein wenig unterstützt (o.k. ist emotional)
- keine Schulde
- irgendwann die Ausszahlung vom Haus
- Anschaffungen für zwei Kinder

Ich hab
- 1 volles Gehalt
- KU zu zahlen
- Schulden (ok aber große Wohnung, Miete wäre nicht viel weniger)
- irgendwann die Auszahlung zu leisten
- Anschaffungen für zwei Kinder

Unterm Strich, sie kriegt mehr, hat mehr und muss weniger zahlen!

Gruß BM RK


The Future is not set. --
There is no fate but what we make for ourselves.

AntwortZitat
Geschrieben : 29.11.2005 23:58




 AJA
(@aja)
Registriert

micmac, ich versteh das nicht falsch, keine Sorge 😉 .

Mir ist auch klar, dass sich nicht ein "Fall" auf den anderen übertragen lässt. Klar muss auch nicht jeder Vater sein Eigenheim verkaufen. - solange seine Kinder mehr als das Minimum zum Leben haben, möchte ich da aber hinzufügen.

Und um nun wieder auf mich zurück zu kommen - ich sehe aber andersrum nicht ein, warum ein einzelner Mensch in einem Haus mit sieben Zimmer leben soll, deswegen an den Rand des Existenzminimums gerät und aus dem selben Grund seine Kinder mit einem Minimum abspeist.

BM RK, auch deine Situation ist anders. Als wir das Haus übernommen hatten, gab es nur einen Verdiener und das war mein Ex. Dass jetzt mehr Geld da ist (bzw. sein könnte) als vorher liegt zum einen darin, dass ich inzwischen auch arbeite (wenn auch nur Teilzeit - was aber vorher auf Grund des Alters der Kinder und dörflich bedingten katastophalen Betreuungsmöglichkeiten gar nicht möglich war) und zum anderen, dass nahezu jedes Mietobjekt hier in der Gegend auch im Doppelpack noch günstiger ist, als die Abzahlung für das Haus.

Aber ihr habt mich überzeugt - es ist wohl doch eher so, dass mein Fall ein Einzelfall ist und nicht umgekehrt.

Gruß AJA


AntwortZitat
Themenstarter Geschrieben : 30.11.2005 00:27
(@bm-rk)
Registriert

Hi AJA!

Ich denke alles sind Einzelfälle, ob es jetzt ums Geld geht oder um Gefühle.

Aber auch du hast sicherlich recht...Oft kann man sich fragen, wo das Geld bleibt...

...aber leider ist es so das eine Trennung, immer aufs Geld geht, selbst wenn man sich noch so einig ist. Es wird nicht mehr in einen Topf gewirtschaftet.

Vielleicht sollten sich das auch mal einige Überlegen BEVOR sie sich trennen und nicht alles immr soooo leicht nehmen.
Getreu nach dem Motto, wir schaffen das schon.

...genauso wie auch immer die Kinder darunter leiden.
Ebenfalls nach dem Motto DIE (Kinder) schaffen das schon.

Aber dazu kennt ihr ja meine Meinung! 😡

So, sorry, jetzt bin ich abgetriffet. :redhead:

Gruß BM RK


The Future is not set. --
There is no fate but what we make for ourselves.

AntwortZitat
Geschrieben : 30.11.2005 00:58