Hab euch ja angedroht, dass ich es euch erzählen will 😉
Fast schäme ich mich ja, bei all den traurigen Papis hier...
Etwa vor einer Woche hatten wir die Diskussion, ob dieses Jahr Plätzchen gebacken werden oder nicht. Aus den Erfahrungen der letzten Jahre und meines diesjährigen Arbeitspensums beschloss ich das zu streichen. Klar war es schön, die Teigreste zu naschen, klar hat es auch Spaß gemacht, die Plätzchen auszustechen, aber schon beim Verzieren verloren die Kinder schnell die Lust und das anschliessende Aufräumen und putzen blieb natürlich komplett an mir hängen. Rabenmutter wie ich bin beschloss ich also, dass der für mich damit verbundene Streß in keiner Beziehung zu dem bisschen Spaß für die Kinder steht. Merkwürdigerweise fingen sie plötzlich an zu meckern. ALLE Mütter würden mit ihren Kindern backen und was sei schliesslich Weihnachten ohne Plätzchen. Könnt ihr euch vorstellen, wie ich mich gefühlt habe ;(
Terminkalender befragt - okay, Freitag abend nach der Generalprobe für das Krippenspiel bei dem sie alle drei beteiligt waren, sollte es möglich sein.
Mein Mann hatte am Donnerstag schon Urlaub und ich musste dafür ausnahmsweise den ganzen Tag arbeiten. Gegen 14 Uhr nach der Mittagspause verliess ich das Haus, nicht ohne mindestens dreimal gefragt worden zu sein, wann ich den wieder käme. Hm, so viele Kontrollfragen bin ich gar nicht gewöhnt.
Um kurz vor 19 Uhr kam ich nach Hause und roch es sofort. Hier waren Plätzchen gebacken worden und sagte das auch. Die Reaktion meiner Kinder waren zum Schiessen! Plätzchen? Was ist denn DAS? Nö, wir haben keine Plätzchen gebacken, wie kommst du den darauf? Mein Mann setzte dem ganzen noch eins drauf: Wie hätten wir denn das in den paar Stunden schaffen sollen? Und selbst wenn, dann hätten wir es doch im Leben nicht geschafft, wieder alles weg zu räumen! Stimmt, der Küchenfussboden war sauberer als mittags. Sehr verdächtig! Allerdings hätte er mich mit DIESEM Argument fast überzeugt.
Und bös wie ich bin, habe ich dann ein bisschen weiter gefrozzelt. Im Kühlschrank die Eier gezählt, die Butterpakete... Und, um ebenfalls eins drauf zu setzen: Also - wir backen dann morgen abend. Komischerweise kam nicht die erwartete begeisterte Reaktion der Kinder 😎
Meinem Mann wurde das dann doch zu heiss und als die Kinder ausser Hörweite waren, "gestand" er. Die darauf folgende Erzählung war wirklich das Schönste, was die vier mir schenken konnten. Drei Stunden friedliche Eintracht, drei Stunden hochkonzentrierte Arbeit, sogar beim Putzen haben sie alle zusammen geholfen. Drei Stunden fiebrige Vorfreude, was Mama an Heilig Abend für Augen macht, wenn sie eine große gefüllte Keksdose findet. Gespräche darüber, wie sie sich möglicherweise verplappern könnten, und Krisenberatung, wie dies zu verhindern sei. Der Einkauf war perfekt gelant, damit tatsächlich nicht ein Ei weniger im Kühlschrank steht. Das ganze Haus wurde gelüftet - fast eine Stunde lang. Die Stühle waren aus der Küche ins Wohnzimmer getragen worden, damit keine verdächtigen Spuren aufs Polster kommen. Zu viert haben sie gefahndet nach Zucker- und Schokostreuseln, haben aber dennoch übersehen, die Mehlschicht auf den Bananen in der Obstschale zu entfernen.
Einfach nur SÜSS mein vier :heartpump: :heartpump: :heartpump:
Ich bin immer noch gerührt :redhead:
Gruß AJA
Und das zweitschöneste Geschenk hinterher....
Papa hatte für jedes Kind ein Geschenk. Ich vermute zwar stark, dass meine Schwägerin dahinter steckt, zumal die Geschenke verpackt im Auto und nicht im Haus lagen. Aber egal, die Kinder haben sich riesig gefreut, vor allem die Mittlere, die auf der Hinfahrt bemerkte, dass sie ja noch nicht mal ein Geburtstagsgeschenk bekommen hatte.
Dann hat er noch lecker gekocht. Dabei war es mir schon fast egal, dass die Kinder sich drei Stunden lang VIVA reingezogen haben.
Man merkt, dass er sehr an seinen Kindern hängt, aber halt schlicht nichts mit ihnen anfangen kann, da er selbst noch zu sehr Kind ist.
Alles in allem war es ein schöner erster Feiertag, jedenfalls bin ich fest gewillt, das zu glauben 😉
Morgen werden wir noch Familie geniessen, bevor am Dienstag der brutale Alltag (jedenfallls für mich) wieder einbricht. Aber Silvester steht ja als nächstes Highlight vor der Tür 😀 .
Wie ist es denn euch so ergangen?
Gruß AJA
hi AJA,
für uns ist es dieses jahr ein trauriges fest gewesen, da wir vor einer woche von einem sehr, sehr lieben menschen für immer abschied nehmen mußten. das war auch für die kinder ziemlich schrecklich und es kam von daher natürlich keine freude auf in der vorweihnachtszeit. wir waren zwar alle heiligabend zusammen, aber so recht froh waren wir natürlich nicht. weihnachtsmusik gab es diesmal bei uns auch keine. die noch dazu und es wäre echt grausamer geworden, als es eh schon war.
heute morgen haben wir dann den kleinen zu seinem vater gebracht, die große ist zu ihrem freund. sie ist ja schon volljährig. mein mir frischangetrauter ehemann hat mittagschicht und von daher war ich heute und bin morgen ganz alleine.
also kenne ich auch die seite vieler väter hier, die weihnachten alleine verbringen müssen, weil das kind beim anderen elternteil ist.
alles in allem hätte für uns weihnachten dieses jahr ausfallen können.
sorry, aber ich bin heute ein wenig wehmütig....
liebe grüße
tortour
[Editiert am 25/12/2005 von tortour]
Was ich weiß, ist ein Tropfen - was ich nicht weiß, ein Ozean
Hallo Aja,
hier lief es auch harmonisch ab.
Gestern waren wir mit meiner Familie zusammen.
Heute kamen die Kinder meines LGs und mein Ex. Nachdem ich gestern schon ein mumiges Gefühl in der Magengegend hatte, ob er auch wirklich auftaucht, freute ich mich für Sohnemann umso mehr.
Ein gemütliches Essen alle zusammen, Geschenke ausprobieren und erzählen.
Mein Ex war zwar nur 2 Std. da aber Sohnemann war happy. Ein paar Tränchen als Papa wieder ging ( fand ich auch wirklich kurz) aber die Freude siegte dann doch.
Morgen fahren wir noch mit den Mädels zur Familie meines LGs. Das ist immer ganz entspannt und auch witzig.
Etwas wehmütig erging es uns zwischendurch auch, da wir vor kurzer Zeit ein Familienmitglied verloren haben und im Sommer plötzlich einen Freund. Unsere Gedanken waren dann schon bei den Hinterbliebenen. Auch wenn ich es immer wieder seltsam finde, daß besonders an Weihnachten solche Gefühle so intensiv hochkommen.
LG
Tina
[Editiert am 25/12/2005 von DieMystiks]
Und aus dem Chaos sprach eine Stimme zu mir:"Lächle und sei froh, es könnte schlimmer kommen." Und ich lächelte und war froh und es kam schlimmer.
Hallo Ihr Lieben
Mein Weihnachten war Trostlos, kein kontakt zu meinen Kinder seit 6 Monaten, wird alles abgeblockt, kein Essen ,kein Baum, keine Geschmückten Fenstern, keine Weihnachtsmusik, mann wenn das so weiter geht bin ich auch bald reif für die Klapsmühle.
lg
gerd
