Im Grunde für mich klar, aber ich habe zu diesem Thema in letzter Zeit derart viele und kontroverse Meinungen gehört, dass ich mir gerne noch ein paar mehr Anregungen holen würde.
Folgender Fall: 12-jährige Tochter hat eine Taufpatin, die sie sehr mag. Diese Sympathie beruht auf Gegenseitigkeit seit der Geburt des Kindes. Auf Grund der relativ grossen Entfernung und der Tatsache, dass die Patin inzwischen selbst zweifache Mutter ist, finden nur selten Kontakte statt.
Früher war das anders, da zwischen Patin und Mutter des Kindes eine intensive Freundschaft bestand. Wegen des Ehemannes der Patin, der ein nicht verbalisiertes Problem mit der Mutter hat, hat sich diese Freundschaft mehr oder weniger in Luft aufgelöst.
Nun die beiden kontroversen Meinungen:
1. Die Antipathie des Mannes der Patin gegen die Mutter hat nichts mit dem Kind zu tun. Daher darf das Kind die Patin selbstverständlich für mehrere Tage in den Ferien besuchen.
2. Ich kann doch mein Kind nicht "wohin" lassen, wo gegen mich eine derartige Abneigung besteht.
Ich bin gespannt auf eure Sichtweise - falls noch Infos fehlen, bitte melden.
Gruß AJA
Mir wäre das irgendwie egal was die anderen Leute von mir denken, wenn das Kind seine Freunde bei der Patin hat.
Würdest Du Dein Kind da nicht mehr hingeben, weil der Mann der Patin Dich nicht leiden mag, würde es Dein Kind nicht verstehen.
Solange gegen Dich in Beisein des Kindes nicht gehetzt wird, steh über solch Typen drüber und gönne Der Tochter die Freude.
LG
Melly
Liebe Aja !
Also ich kann es kurz machen.
Natürlich hat eine Aversion des Mannes von der Taufpatin Deiner Tochter
eigentlich nichts mit Dir zu tun. Aber ich weiss ganz sicher, daß ich mein
Kind nicht wohin geben würde, wo ich, wie man auf so schön Altdeutsch
sagt, nicht gelitten bin.
Und ich bin ziemlich überzeugt davon, daß Deine Tochter, wüßte sie es,
auch gar nicht wollte. Ich weiss das aus eigener Erfahrung.
Ich war etwa in dem Alter Deiner Tochter, als mein Vater mit jemanden
Streit hatte, den ich Tante nannte. Es ging damals um einen Boshaftigkeits-
akt dieser Frau und es kam zu einem wortlauten Streit. Ich kannte diese
Frau von Geburt an, sie war die ehemalige Chefin meiner Eltern.
Lange Rede - kurzer Sinn. Von diesem Tag an, war es aus mit Tante und
ich war mit dieser Frau ab sofort per Sie. Es fiel mir nicht einen Moment
lang schwer und ich hab mich nicht ein einziges Mal versprochen.
LG Marina
Witzig, zwei Antworten, zwei Meinungen 😉 .
Ich hoffe, es kommen noch mehr...
Kleiner Nachtrag: die Tochter WEISS von der Antipathie, versteht es nicht und hat mich auch schon öfter gefragt, was der Mann gegen mich hat. Aber sie geht ja vorwiegend zu ihrer Patin und nicht zu deren Mann, wobei meine Tochter mit dem Mann kein Problem hat und er mit ihr auch nicht.
Gruß AJA
denke an das KIND und nicht an die meinungen.
stell dir nur vor alle menschen mögen sich... was wäre das für eine welt.. schön...
lass das kind zu ihrer patentante und könne dir mal ruhe und wohlsein.
mel
Ich bin auch der Meinung Du solltest Dein Kind zur Patin lassen.
Wenn sich Deine Tochter mit den Beiden versteht, warum auch nicht?
Das sich Erwachsene nicht immer grün sind, kommt in den besten Familien vor.
Aber lass Deine Tochter doch selbst entscheiden, denn mir 12 Jahren kann sie ja schon äußern, ob sie da gerne hin geht oder nicht!
Versuch es doch einfach mal!
Viel Glück damit! 🙂
Hallo AJA,
ich weiss nicht recht, ob dich meine Mainung interessiert, aber du hast ja gefragt:
Wenn deine Tochter diese Frau gerne mag und sgar weiss, dass du dort "nicht gelitten" bist, dann kann sie doch auch selbst entscheiden, ob sie hin möchte. Ich fände es wichtig, dass ihr die Rückkehrmöglichkeit offengehalten wird, sprich, dass du nicht selbst wegfährst und dein Kind gerne wieder nachhause möchte und nicht kann... und wichtig, dass deiner Tochter dort die Möglichkeit gegeben wird, dch regelmäsig anzurufen...
dann wüsste ich nicht, was dagegen spräche. Wenn der Mann Dich und deine Tochter trennen kann und sich fair verhält, dann muss er dich ja nicht leiden können... da timme ich mel voll und ganz zu. Wenn er über dich abzieht, dann wäre das ein bischen "unprofessionell", das sollte man vorab einigermassen ausschliessen können...
Meine Mama und die Neue meines Vaters konnten sich auch nicht gut riechen und ich bin sicher, da ist manches böse Wort (auch von Seiten meines Vaters - und auch in meiner Anwesenheit) gefallen. Ich habe mir irgendwann selbst mein Bild gemacht... vermutlich erst spät und sicher war ich zwischendurch hin- und hergerissen, wer nun böse und wer gut ist, aber ich hab´s überlebt - und die Geschichte fing bei mir ab meinem fünften Lebensjahr an und ging bis... da dürfte ich locker 13 gewesen sein...
Viel Spass deiner Tochter und eine erholsame Zeit dir!
big blue
Huhu!
Kannst Du denn nicht versuchen, zur Patin selber wieder einen intensiveren Telefonkontakt aufzubauen und den Mann ignorieren? Dann fiele Dir sicher auch die Entscheidung leichter.
GLG Lausebackesmama
"Mut bedeutet nicht, keine Angst zu haben, sondern es ist die Entscheidung,
dass etwas anderes wichtiger ist als die Angst."
Hmm... ich muss zugeben, das ich jetzt ein wenig irritiert bin.
Wenn alle anderer Meinung sind, wird meine dann wohl falsch sein.
Entweder liegt das jetzt an meinem Erlebnis vor vielen Jahren und
das ich diesen persönlichen Angriff damals sehr übel genommen
habe oder mangelnder Toleranz.
Aber ich bin eigentlich kein kleinlicher Mensch.
Verunsicherte Grüße
Marina
Noch ein Nachtrag:
Meine Tochter war dort bereits für eine Woche. Da kam diese Diskussion auf. Nun hat sie erneut eine Einladung bekommen und die Diskussion ist wieder da.
Marina, du hast das aus deiner Sicht so geschildert und ich kann mich auch noch gut erinnern, dass es mir mit der Verwandschaft meines Vaters ähnlich ging, da ich wusste, die können meine Mutter nicht leiden. Aus dem einfachen profanen Grund, weil sie sich für ihren Sohn/Neffen eine "bessere" Frau vorgestellt hatten und kein "daher gelaufenes Flüchtlingsmädel", das weder eine besondere Ausbildung (sie ist Krankenschwester!) noch Geld hat.
Ich denke, ich war auch so etwa 12 als ich das erfuhr und meine Verwandschaft war damit für mich "gestorben".
Meine Tochter ist gerne bei ihrer Patin und ich habe auch absolut nichts dagegen. Zumal ja das Problem von Seiten des Mannes nicht verbalisiert wird. Meine Tochter wundert sich, warum die nicht mehr zu uns kommen, das hat sie schon mehrfach geäussert, zumal die Besuche vor den Zeiten "dieses Mannes" vergleichsweise häufig waren. Aber egal - wenn er meint, er muss es mir nicht erklären, dann soll er es halt lassen.
Mir gehen nur die Argumente aus, warum ich sie eben trotz dieses schrecklichen Zustandes dort hinlasse und habe gehofft, ihr könnt mir ein paar Anregungen geben. 😎
Gruß AJA
Hallo Aja,
ich würde ihr enfach alles so erklären wie es ist.
Es gibt nunmal Menschen, die sich nicht gut verstehen und daher sich lieber aus dem Weg gehen.
Ich würde ihr sagen, daß es aber nichts mit ihren Empfindungen zu tun hat.
Da sich Kind, Patin und deren Mann doch gut verstehen, sollte sie die Familie auch besuchen.
Kannst du die Patin nicht mit einbeziehen? Ihr scheint euch doch gut zu kennen. Auch sie sollte wissen, daß du der Einladung nicht im Wege stehst, daß deine Tochter aber schon Fragen hat.
Ist aber auch echt ne blöde Situation...dabei könnte alles so einfach sein.
Wenn ich ehrlich bin, verstehe ich aber auch nicht, daß sie dich/euch gar nicht mehr besuchen kommt. Schade, daß sie das Verhältnis Patenschaft und Freundschaft zu dir nicht trennen kann von den Mißempfindungen ihre Mannes.
Ich würde gar nicht mehr groß nach Argumenten suchen, sondern deiner Tochter erklären wie es ist. Sie fühlt sich wahrscheinlich auch besser, wenn sie weiß was Sache ist und kann so ruhigen Gewissens der Einladung zustimmen.
LG
Tina
Und aus dem Chaos sprach eine Stimme zu mir:"Lächle und sei froh, es könnte schlimmer kommen." Und ich lächelte und war froh und es kam schlimmer.
@ Tina
Ich würde gar nicht mehr groß nach Argumenten suchen, sondern deiner Tochter erklären wie es ist. Sie fühlt sich wahrscheinlich auch besser, wenn sie weiß was Sache ist und kann so ruhigen Gewissens der Einladung zustimmen.
Ich weis nicht ob sie sich besser fühlt, denn sie hängt m.m. zwischen den Fronten und sitzt somit im Loyalitätskonflikt.
@ Aja,
Bei mir tauchte die Frage auf, wieso es dem Mann gelang euch zu trennen und wieso keiner in der Lage ist Klärung herbeizuführen? dann wäre doch die Situation für deine Tochter ganz leicht?
Ich hab da so ne ähnliche Situation, lasse meine Kinder fahren, habe allerdings die Angelegenheit verbalisiert.
LG solstart
Der geistige Horizont der meisten Menschen ist ein Kreis mit dem Radius Null und dass nennen sie dann Standpunkt - Albert Einstein
Diese Frage habe ich mir schon öfter gestellt und ich kann nur spekulieren, was erfahrungsgemäss überhaupt nichts bringt.
Die Patin ist 12 Jahre jünger als ich und ich kenne sie, seit sie ein Teenager war. Schon als Jugendliche hat sie mich oft besucht, ihren Liebeskummer bei mir ausgeheult und ähnliches mehr. Bei der Geburt meiner Tochter ist sie fast bis in den Kreissaal mit hinein 😉
Später hat sie mich dann mal als ihre "Lebensberaterin" bezeichnet. Wir haben oft nächtelang diskutiert, wenn irgendwelche Probleme bei ihr bestanden oder einfach auch, um mal wieder richtig zu klönen.
Ihr Mann ist drei Jahre jünger als ich. Vielleicht war ihm meine Rolle in ihrem Leben zu "stark"? Ich weiss es einfach nicht und da er den Kontakt zu mir vermeidet, habe ich sie schon mehrmals darauf angesprochen. Sie hat mir nur ausweichend geantwortet, das müsse er mir schon selbst erzählen. Er tut es nicht, warum auch immer.
@Tina, es geht dabei nicht um meine Tochter, mit ihr bin ich "im Reinen" 😎 .
Es geht um das Umfeld, Familie, Freunde, Bekannte, die mich in diesem Punkt nicht verstehen können. Um alle die, die jedesmal mit dem Kopf schütteln und sagen: wie kannst du nur....
DAS bekommt meine Tochter natürlich auch mit :exclam:
Gruß AJA
[Editiert am 30/8/2005 von AJA]
Hi Aja,
auch ich kann den meisten Vorrednern nur beipflichten: Der Stress, den die "Grossen" haben, müssen die "Kleinen" nicht zwangsläufig weitertragen. Auch wenn genau das häufig passiert, erinnert es mich an primitive "Erbfeindschaften" wie der zwischen Palästinensern und Israelis, wo den jeweiligen Nachkommen von Geburt an eingetrichtert wird, dass "die anderen" auf jeden Fall abgrundtief schlechte und hassenswerte Menschen seien - lange, bevor sie überhaupt die Gelegenheit haben, sich ein eigenes Bild zu machen.
Ich weiss, wovon ich rede: Mein Ex-Schwager hat nichts ausgelassen, um drei Jahre lang als ungefragter "Berater" seiner Schwester aus deren Scheidung ein gutes Geschäft zu machen. Er ist damit aufgrund seiner sehr beschränkten intellektuellen Fähigkeiten zwar fortgesetzt auf die Fresse gefallen, aber dieser Ar... me Mensch hat es zumindest geschafft, tiefe Gräben zu reissen. Nicht zuletzt, weil er nicht einmal davor zurückschreckte, meinem Sohn (also seinem Neffen) per Chat unter falscher Identität (nämlich der seines eigenen Sohnes) eine Schuld an einer Herzattacke seines Opas einzureden.
Glücklicherweise haben mein Sohn und sein Vetter diese Ungeheuerlichkeit noch am gleichen Tag herausgefunden; beide wissen also, was sie von diesem Schwachmaten zu halten haben, ohne dass ich dazu grossartig was beitragen musste. Ich persönlich habe den Vorgang jedenfalls nicht zum Anlass genommen, neuerliche Gräben aufzureissen; die Kids meines Ex-Schwagers sind mir hier als Gäste jederzeit herzlich willkommen (was können sie für den beschränkten geistigen Horizont ihres Vaters?) und umgekehrt habe ich auch kein Problem damit, wenn meine Kids dort zu Besuch sind. Seit einem Jahr wartet mein Filius allerdings auf eine Entschuldigung dieser feigen Socke - und die wird wohl nicht kommen. Vorher will er da sowieso nicht mehr hin.
Langer Rede kurzer Sinn: Man sollte das Ganze - entsprechendes Alter der Kids vorausgesetzt - durchaus so thematisieren, dass sie sich ihr eigenes Bild machen können und wissen, was zwischen den Erwachsenen vorgefallen ist und zu diesem Zerwürfnis geführt hat. Man sollte allerdings keine Lager bilden und keinen "Kadavergehorsam" oder falsche Loyalität erwarten.
Grüssles aus'm Wilden Süden
Martin
When a mosquito lands on your testicles you realize that there is always a way to solve problems without using violence.
Hallo Aja,
dann habe ich das mit den Argumenten wohl mißverstanden :redhead:
Mach der Verwandtschaft klar, daß die Situation zwischen euch geklärt ist. Lässt du die Tochter nicht fahren, verlagert sich die Situationd er Erwachsenen auf das Kind.
Das sollten auch die Verwandten verstehen.
Ich weiss auch, wie schwer es manchmal ist, seinen Standpunkt vor der Familie klarzumachen.
Manchmal geht es nicht anders, als mit der Brechstange. Ihr seid im "Reinen", also haben sie ruhig zu sein.
Gibt zwar evtl. auch ein paar blöde Bemerkungen, aber die sollen sie deine Tochter nicht hören lassen.
Immer diese Auseinandersetzungen mit dem Rudel 😉 , ich kenne das zu Genüge.
LG
Tina
Und aus dem Chaos sprach eine Stimme zu mir:"Lächle und sei froh, es könnte schlimmer kommen." Und ich lächelte und war froh und es kam schlimmer.
[quote
Später hat sie mich dann mal als ihre "Lebensberaterin" bezeichnet. Wir haben oft nächtelang diskutiert, wenn irgendwelche Probleme bei ihr bestanden oder einfach auch, um mal wieder richtig zu klönen.
Hallo Aja,
das ist ein Phänomen, dass uns schon öfters aufgefallen ist:
Wenn Menschen eine neue Beziehung eingehen, entwickeln sie eine Art von Eifersucht auf das Erlebte des Partners, nicht nur im Bereich der Liebesbeziehung sondern auch im Bereich der Freundschaften. Der, nennen wir ihn mal Boykotierer, ist nicht in der Lage das zu verbalisieren, da er keine Argumentierung hat, ist aber der Meinung das er rechtens handelt. Ich halte das für Engstirnig und du hast keine Chance etwas zu tun.
LG solstart
Der geistige Horizont der meisten Menschen ist ein Kreis mit dem Radius Null und dass nennen sie dann Standpunkt - Albert Einstein
Danke, solstart. In diese Richtung sind meine Gedanken auch schon gegangen:
Vielleicht war ihm meine Rolle in ihrem Leben zu "stark"?
Du hast Recht, da habe ich keine Chance. Das ist nicht "griffig" und von daher auch nicht zu lösen.
Aber das Argument, dass ich gesucht habe (Brett vorm Hirn gehabt 😛 ): er hat nichts gegen mich, sondern gegen meine Rolle. Und damit spricht nichts, aber absolut gar nichts gegen Besuche meiner Tochter 😀
Gruß AJA
