Leserbrief an Focus
 
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Leserbrief an Focus

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DeepThought
(@deepthought)
(Fast) Eigentumsrecht Moderator

Die Vorschau auf den gestern erschienenen Focus sah ich im Fernsehen. Da ich sowohl Focus als auch Spiegel mit dem notwendigen sachlichen Abstand lese, dachte ich mir, dass könnte ich mir ja mal antun. Hätte ich lieber bleiben lassen sollen. Nachfolgend mein Leserbrief an die Redaktion mit dem Wissen, dass er es nicht in die "Charts" schafft.

an: leserbriefe@focus-r.de
Betreff: Raus aus der Scheidungsfalle

Lügen, Lügen, Lügen

Sehr geehrte Damen und Herren,

Ihr Motto „Fakten, Fakten, Fakten“ verkommt zur hohlen Phrase angesichts Ihres Titelthemas „Raus aus der Scheidungsfalle“.

Wenn Sie journalistisch ein Thema grundsätzlicher Natur beleuchten, so sehe ich es als Ihre Pflicht, sich mit dem Grundsätzlichen auseinander zu setzen und nicht mit den Ausnahmen. Oder ändern Sie den Titel. So, wie Sie es taten, geht es jedenfalls nicht.

Es ist der Eindruck zu gewinnen, Ihre Darstellungen fußen alleinig auf der vom „Frauenministerium“ beauftragten Studie des Herrn Andress und seiner Mitarbeiterinnen (!). Hierzu benennen Sie weder Erhebungszeitraum noch -volumen. Sie wissen nur zu gut, dass statistische Mittelwerte nur bei großen Volumina aussagekräftig sind.

Die Vermutung, das „Frauenministerium“ braucht dringend einseitig beleuchtetes Zahlenmaterial, um die Unterhaltsneuregelungen mit weiteren Vorteilen für die Frauen zu spicken, ist nicht nur naheliegend, sie wird sich bewahrheiten.

Das wahre Leben nach einer Scheidung sieht jedoch anders aus:

Die Tendenz ist eindeutig: Bald wird jede zweite Ehe geschieden. Eheähnliche Lebensgemeinschaften haben dramatische Zuwächse und wirken für den Staat in vielerlei Hinsicht schädlich. Doch: Ist das verwunderlich?

Ob einer in der Ehe etwas schlimmes macht oder nicht, es spielt für die finanziellen Folgen keine Rolle. So kann sich ein jeder Ehepartner wie Lumpi benehmen, es hat keinerlei Folgen für ihn. Das ist einzigartig. Ebenso einzigartig, wie dass das Familienrecht erst durch Urteile zum Recht wird. Nicht der Gesetzgeber gibt die Richtung vor. Nein, es sind die Richter. Und die sitzen fern ab von allem und so kommen zu identischen Sachverhalten zig abweichende Urteile zu Stande.

Das Familienrecht kennt keine Würdigung der Vergangenheit. Hat die unterhaltsberechtigte Ex-Frau etwas angestellt, das rechtlich nicht tragbar ist, so erntet sie im Höchstmaß den mahnenden Zeigefinger des Richter.

Wie ist es um die staatliche subventionierte Abzockermentalität der Exen bestellt, die es unter dem Deckmäntelchen "Ich will ja nur, was mir zusteht." den Mann auf das Existenzminimum drücken. "Achso,", sagt Ex verwundert, "er hat dann kein Geld mehr für den Umgang. Tja, hmmmm, da bin ich dann auch etwas ratlos."

Mütter boykottieren den Umgang der Kinder mit den Vätern, weil dieser nach Empfindung der Mutter nicht ausreichend Unterhalt zahlt. Umgang gegen Unterhalt? Was ist das für eine kranke Währung! In Frankreich wären diese Damen nach dem zweiten Vergehen für 6 Monate im Gefängnis gelandet. Was sagen Richter hierzulande? Die ruckeln nervös auf dem Stuhl, fixieren irgendwelche Staubkörnchen in der Luft und wissen nicht weiter. Ein Kind pfänden? Oh nein, wir doch nicht. Die Mutter maßregeln? Nein, das geht nicht, doch nicht eine Mutter. Diese Denkweise geht zurück auf die braune Zeit unsere Landes, als Müttern alleinig das Recht auf das Kind versichert wurde. Wir sind aber 60 Jahre weiter und keiner hat‘s gemerkt.

Es sind 80% der Mütter, die meist mehr, mal weniger erfolgreich den Vater abschießen und es sind 20% der Väter, die auf lange Sicht keinen Umgang zu den Kindern mehr pflegen. Zwei Drittel aller unterhaltsverpflichteten Frauen zahlen keinen Unterhalt für ihre Kinder, hingegen "nur" 12% der Väter. Bei beiden müssen wir die Prozentzahl reduzieren, weil sie einfach nicht leistungsfähig sind. 22 % der Unterhaltspflichtigen leisten weniger als 100% des Regelbetrages lt. Düsseldorfer Tabelle. Schlimm oder? Jetzt gucken wir mal dahinter: Das bedeutet im Umkehrschluss? Genau: 22% der Unterhaltspflichtigen leben am Existenzminimum.

Und Sie kommen nun frech daher, präsentieren publikumswirksam die armen an Nähmaschinen sitzenden Frauen, die von Ihren Männern finanziell benachteilig sind.

Tun Sie sich und Ihren Lesern einen großen Gefallen. Bevor Sie das nächste Mal einen solchen Mist in die Welt setzen, sprechen Sie mit den Betroffenen und lesen Sie allgemein zugängliche Studien wie z.B. die von Prof. Proksch oder Ahment. Gehen Sie zur Schuldnerberaung und fragen dort mal nach der Verteilung der Fälle in Bevölkerungsschichten, Interviewen Sie Obdachlose.

Ich lade Sie hiermit auf http://www.vatersein.de ein, um Ihnen Gelegenheit zu geben, Ihren Erkenntnishorizont zu erweitern, und zu erkennen, wie es Umgangseltern in Deutschland wirklich geht. Seien Sie unser Gast, trauen Sie sich Fragen zu stellen und sich im Chat den Betroffenen zu stellen.

Mit ihrer Reportage jedenfalls haben Sie sich bezüglich parteilicher Unabhängigkeit und Glaubwürdigkeit keinen Gefallen getan.

Mit freundlichem Gruß

(meine Anschrift)
webmaster@vatersein.de
http://www.vatersein.de


Der 15. Senat des OLG Celle befindet vatersein.de
in den Verfahren 15 UF 234/06 und 15 UF 235/06
als "professionell anmutend".
Meinen aufrichtigen Dank!

Zitat
Themenstarter Geschrieben : 23.09.2003 16:59
 mel
(@mel)

;)hi deep,
supi, supi und nochmals supi.
werde mir nachher diese "schlampige zeitschrift " kaufen.
mel


AntwortZitat
Geschrieben : 23.09.2003 18:07
(@Leines_fun)

Hi Deep,
super Schreiben an Focus, sollte der Beitrag nicht zu einer Reaktion führen. Werde ich gerne auch noch einen Brief schreiben.
gruß Leines


AntwortZitat
Geschrieben : 23.09.2003 23:07
DeepThought
(@deepthought)
(Fast) Eigentumsrecht Moderator

Ui, dank fürs Lob.

Naja, ich möchte niemanden hindern, seine Meinung kund zu tun. Je mehr, je besser. So ein Beitrag darf einfach nicht unkommentiert bleiben.

DeepThought


Der 15. Senat des OLG Celle befindet vatersein.de
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AntwortZitat
Themenstarter Geschrieben : 23.09.2003 23:12
(@barde)
Schon was gesagt Registriert

"werde mir nachher diese "schlampige zeitschrift " kaufen."

das ist intention von focus. sie scheinen das ziel zu erreichen!

ein hinweis für die zukunft an jörg.
wenn du statistische zahlen erwähnst, dann musst du unbedingt auch die quelle dazu erwähnen, aus der luft gegriffene zahlen haben keine aussagekraft!

gruss

barde


AntwortZitat
Geschrieben : 24.09.2003 12:56
(@diemystiks)
(Fast) Eigentumsrecht Registriert

Hallöchen,
das ist ja ein Brief, der eigentlich sitzen müsste. Ich habe heute am Büdchen noch die Titelseite gelesen, habe die Zeitung dummerweise nicht gekauft. Das werde ich gleich nachholen. Mal sehen, ob ich nicht auch noch etwas schreibe.
Ich glaube wirklich, daß die Menge es macht und es wird Zeit, daß das ganze Thema auch von der anderen Seite (Väterseite) beleuchtet wird.
Bei Daddy-at-kiddy habe ich gelesen, daß Sonntagmorgen wohl eine Sendung ijm TV lief die da hieß:" Entsorgte Väter". Den Sender weiss ich leider nicht.Ich kann leider zum Inhalt nichts sagen, nur, daß das Forum von Daddy-at-Kiddy wohl genannt wurde.
Im Prinzip ja ganz gut aber was soll diese Sendezeit???????
Solch eine Sendung zu einer Zeit zu senden, an dem kaum ein Mensch vor der Glotze sitzt spricht doch schon wieder für sich.
Jetzt bin ich erst einmal auf Focus gespannt.
Gruß
Tina


Und aus dem Chaos sprach eine Stimme zu mir:"Lächle und sei froh, es könnte schlimmer kommen." Und ich lächelte und war froh und es kam schlimmer.

AntwortZitat
Geschrieben : 24.09.2003 15:36
(@Anonym)

Hallo, Deep Thought,
Ich möchte niemanden auf die „Füße treten“, aber Dein Schreiben wirkte auf mich provozierend, als wenn „Frau“ nach der Scheidung auf „Rosen gebettet“ ist. Es ist doch wohl so, dass keine Seite den gleichen Lebensstandart halten kann.

Den Artikel habe ich nicht gelesen, möchte aber trotzdem etwas dazu sagen: Bin 50 Jahre, 18 Jahre verheiratet, 12 Jahre geschieden, 3 Kinder. Nach der Geburt der ältesten Tochter habe ich meinen Beruf aufgegeben. Mittlerweile sind meine Kinder 28/19/16.

Ich denke mir, dass das, was in den Foren steht, doch die Ausnahmen sind. Manches ist sehr, sehr traurig, aber die „normale Scheidung“ sieht doch wohl anders aus. Ich wehre mich dagegen, als eine „arme, an der Nähmaschine sitzende Frau“ bezeichnet zu werden, obwohl ich meinen Mann ins Existenzminimum gebracht habe bzw. das bekommen habe, was mir zusteht, bzw. ich habe es nicht bekommen, mangels Masse. Ich bekam mit 3 Kindern weniger als das Existenzminimum.
Ein Wiedereinstieg in meinen Beruf kam nach der langen Zeit nicht mehr infrage, eine Umschulung auch nicht, da ich die beiden Kleinen nicht unterbringen konnte. Wir wohnen in einem Dorf, Ganztagseinrichtungen gab es nicht. Sozialamt gab die Antwort, dass zuerst mein Vater mit seiner Rente mich unterstützen müsste, dass wollte ich nicht. Also habe ich für morgens einen Minijob angenommen, später eine für ein Jahr befristete Arbeit in Nachtschicht, den Minijob aber behalten. Mittlerweile zahlt mein Ex-Mann nur noch für die Jüngste, wer lebt denn jetzt vom Existenzminimum? Die Nachtschicht habe ich behalten. Mit 50 Jahren einen anderen Arbeitsplatz zu bekommen, wohl nicht mehr möglich.

Entweder arbeitet „Frau“ trotz Kinder nach der Heirat weiter, was ich aber nicht wollte. Dann hätte ich ja da schon eine evtl. Trennung im Kopf haben müssen, um nicht so abhängig zu werden. Oder die Kinder „werden abgegeben“ – falls möglich. Das geschieht ja wohl auch nicht mit demselben Gedanken, sondern aus anderen Gründen, weil frau weiterarbeiten möchte oder muss. Hausmänner sind doch wohl auch heute noch die Ausnahme.

Ich kann ja verstehen, dass die Männer „sauer“ sind, vor allem, wenn sie die Trennung nicht wollten, also „keine Schuld“ hatten.

Mein Ex-Mann war krank, ein lieber Mensch – aber Alkoholiker. Wer hat hier die Schuld? Oder ein Partner verliebt sich neu oder man hat sich auseinandergelebt –
Soll es denn so sein wie früher, Augen zu und durch für den Rest des Lebens, weil es sich nicht „leisten“ kann.

In den Fällen, die ins Obdachlosendasein kommen, spielen sicher noch andere Gründe mit, als eine „normale
Scheidung“. Auch ich hatte manchen Kampf um den Unterhalt (m. Lohnpfändung), hörte die Drohung „dann höre ich auf zu arbeiten“, aber mein Ex-Mann hat durchgehalten – und heute mehr als sein Existenzminimum.

Ich kann keine Zahlen nennen, aber aus Bekanntenkreisen weiss ich, dass unser Fall ganz normal ist.

Ich hoffe, dass ich mich mit meinem Beitrag nicht in den Kreis der /h/exen eingereiht habe, denn zu dieser Gruppe – vorwiegend „Mütter“, möchte ich nicht gehören.

Ich weiss, dass wohl nur Väter antworten werden, und diese ganz was anderes erleben als eine „normale“ Scheidung, aber Dein Artikel bzw. der aus der Zeitung bezog sich doch wohl auf solche?

Ich bin gespannt auf Eure Kommentare!,

Liebe Grüße von
Hanne


AntwortZitat
Geschrieben : 25.09.2003 12:13
DeepThought
(@deepthought)
(Fast) Eigentumsrecht Moderator

Liebe Hanne,

mit Dir diskutiere ich sehr gerne, ich nehme an, Du weißt das auch.

Sicher, ich wollte provozieren. Mit Sanftheit konnte ich diesem Artikel auch nicht begegnen. Zwischenzeitlich habe ich mir den Bericht vom Server des Frauenministeriums gezogen und stecke auf Seite 25 von 163.

Es ist wirklich nicht auszuhalten. Dieser Bericht beruht nicht auf neuesten Erhebungen, sondern auf der Sichtung und Auswertung vorhandener Untersuchungen.

Das Beispiel mit der Frau an der Nähmaschine habe ich bewußt genommen, weil ein Bild diesbezüglich nebst Leidesgeschichte im Focus abgebildet ist, so wie alle Einzelportraits nur Frauen zeigen, Familienbilder hingegen zeigen den Mann mit seiner neuen Familie. Durch dieses Mittel wird dem einfältigen Leser suggeriert: Der Mann bekommt ne neue Familie, die Frau bleibt allein. So geht das nicht.

Es gibt Schlümpfe auf beiden Seiten, das weiß ich und halte damit auch nicht hinter dem Berg. Ich wehre mich nur einfach gegen den Eindruck, die Scheidungsväter seien die finanziellen Gewinner einer Scheidung. Und der Satz "Ich will nur, was mir zusteht" ist der Freibrief für den RA der Frau, den Mann zu ruinieren.

Die Eheschließungen sind rückläufig, die Geburtenrate nicht ehelicher Kinder nimmt zu. Ein gesellschaftlich hochbrisantes Thema. Was macht der Gesetzgeber daraus? Er macht es sich einfach: Mütter nicht ehelicher Kinder werden den Müttern ehelicher Kinder unterhaltsmäßig gleich gesetllt. Na prima. Das Problem wurde erkannt und mit teuflischer Sicherheit die falsche Maßnahme ergriffen. Meinen Glückwunsch. Nun wird es noch weniger Geburten in Deutschland geben, weil ein Mann es sich nicht leisten kann, ein Kind mit der Liebe seines Lebens in die Welt zu setzen und jahrelang ausgeblutet zu werden, wenn Madame seine Nase nicht mehr passt.

Es gibt viele Mütter, die sich nach Scheidung um Arbeit bemühen, mal mehr, mal weniger erfolgreich. Das rechne ich allen hoch an.

Ich wehre mich nur gegen die pauschalierte Aussage des Berichtes, der auf irgendwelchen Zahlen und der Vermischung diverse Untersuchungen fußt. Das ist kein Journalismus, das ist die Qualität eines Gossenblattes.

DeepThought


Der 15. Senat des OLG Celle befindet vatersein.de
in den Verfahren 15 UF 234/06 und 15 UF 235/06
als "professionell anmutend".
Meinen aufrichtigen Dank!

AntwortZitat
Themenstarter Geschrieben : 25.09.2003 15:00
(@Anonym)

“Guten Morgen,” Deep Thought,

ich bin gerade, dank der Nachtschicht, aufgestanden und hoffe, dass ich meine Sinne etwas beieinander habe. Ob Du gerne mit mir diskutierst, na ich weiss nicht.

Wie gesagt, den Artikel kenne ich nicht, und wenn man ihn auf manche Schicksale in den Foren bezieht, hast Du sicher recht. Aber das sind meiner Meinung nach eben Ausnahmen. HIer kommen sie sehr geballt rüber. Manches ist so traurig und schlimm, drehbuchreif – und dann würde ich noch sagen, es ist ein Film – in Wirklichkeit gibt es dass nicht.

In der „Masse“ verläuft eine Scheidung bzw. das Leben danach aber anders. In den meisten Fällen wird es „kleine Kriege“ geben, mit Wut, Ärger und sicher auch Hass in der ersten Zeit.

Wenn Kinder da sind, ist es doch in den meisten Fällen so, dass der Vater den größten Teil des Geldes verdient hat. Kommt es zur Scheidung, trägt er mit seinem Einkommen dazu bei, bei Müttern wird es doch genauso gemacht (nur die Fälle sind seltener). Und jeder ärgert sich darüber, verständlich, vor allem, wenn er nicht der „Schuldige“ ist. Aber den meisten Frauen mit Kindern geht es doch nach der Scheidung finanziell nicht besser als dem Mann. Wer verdient denn soviel, dass er seiner Frau 840 bzw. 1000€ zahlen könnte? Ich hatte jedenfalls damals mit 3 Kindern weniger als er für sich alleine, weil einfach nichts mehr da war, und so geht es wohl den meisten. Es bleibt nur Sozialamt oder Arbeit suchen.
Mit „ich will“ läuft da nichts, außer es wird getrickst. Das gibt es ja wohl auch auf beiden Seiten.

Warum sollen die Väter für ihre nicht ehelichen nicht zahlen, sie sind doch genauso Vater wie verheiratete? Jeder müsste sich doch darüber klar sein, dass er mit Kindern eine Verantwortung für viele Jahre übernimmt, egal wie ich zum ehemaligen Partner stehe.

Wie das mit dem „Frauenbild“ im Artikel steht, mag nicht richtig sein. Aber „Einfältige“ lesen bestimmt nicht Focus. Die meisten Scheidungen werden heute von Frauen eingereicht, und die „leiden“ danach bestimmt nicht darunter, dass der Mann eine neue Familie hat.

Bin ich schon wieder vom Thema abgekommen – sicher speziell für Frauen.

Grundsätzlich stehen nach meiner Erfahrung beide Seiten nach einer Scheidung schlechter da, logisch.
Kann oder will Frau nicht zu ihrem „Existenzminimum“ beitragen, gibt’s nichts, weil nichts da ist. Nur vom Kindesunterhalt kann keine Familie leben, also woran soll die Frau sich bereichern? Indem sie zum Sozialamt geht oder arbeiten?.

Für zwei meiner Kinder bekomme ich keinen Unterhalt mehr. Ich selber verdiene gerade meinen Selbsterhalt, habe aber noch zwei Kinder bei mir wohnen, Ausbildung und Schule. Für wen hat sich das Blatt im Laufe der Zeit gewandelt? Ich werde wohl keinen Vollzeitjob mehr bekommen, mich mit
Minijobs über „Wasser“ halten und das alles, weil ich „nur Hausfrau“ war, die Trennung wollte, die Kinder bei mir geblieben sind, ein ganz „normales“ Scheidungsleben. Über mein „Rentenleben“ mag ich gar nicht nachdenken. Trotzdem bereue ich den Schritt der Trennung nicht und möchte auch mit meinem Ex-Mann nicht tauschen.

Ich denke mir, dass sich der Artikel auf diese „Fälle“ bezieht, deswegen hat mich Deine „Provokation“ etwas geärgert.

Wenn wir weiter „diskutieren“ wollen, werde ich mir das „Gossenblatt“ noch holen müssen, um Deinen „Arger“ besser verstehen zu können.

Grüsse von
Hanne


AntwortZitat
Geschrieben : 26.09.2003 13:10
(@siggiloewe)
Schon was gesagt Registriert

hallo hanne "anonym"
leider kann ich nicht mitreden was andere geschiedene bzw. in scheidung lebende frauen an unterhalt bekommen.
aber wenn ich sehe was meine frau "verdient" dann wünsche ich mir sehr im nächsten leben eine frau zu sein!!
sie bekommt mtl.folgende beträge:
1080€ vom sozialamt
320€ unterhaltsvorschuß
308€ kindergeld
650€ aus der arbeit in einem callcenter
sie fährt einen omega kombi ,hat zwei hunde ,ist aktiv im karnevalsverein und natürlich in einem hundeverein
schade eigentlich das sie ab dem 1.10. keine sozialhilfe mehr bekommt ,dies meine ich natürlich ironisch ,aber sie hat das amt im letzten jahr betrogen um ca.17.000€. aber das ist eine längere geschichte ,weiß nicht ob ich dir mehr dazu sagen kann, was letzendlich auch nichts damit zu tun hat.
wie gesagt ,ich spreche hier nur von meiner "geschichte".


AntwortZitat
Geschrieben : 27.09.2003 13:09




(@Anonym)

Hallo,
tja, dann ich bin die "klassiche" Frau an der Nähmaschine.:D
Aber der Weg hierher war weit! 🙁
Sehr weit.
Habe eine Scheidung hinter mir. Da ich zum Zeitpunkt der Trennung Arbeitslos gemeldet war, hatte ich ein "gutes Einkommen" für meinen 7 jährigen Sohn und mich.
Doch da ich vor meinem EX " flüchten" musste,landete ich erst einmal im Frauenhaus.
Sprich "Obdachlos"!
Doch ich erhalte bis heute KEINEN CENT Unterhalt für mein Kind, mein Ex war damals (zur Zeit der Trennung) auch Arbeitslos. In der Folge Zeit nahm er zwar mehrere Jobs an,doch jedesmal wenn das Jugendamt Ihn fand, wurde er wieder Arbeitslos. Klasse.
Die Summe die mir bis Heute zusteht,beläuft sich auf gut und gerne 17.000.-€.
Als ich damals meinen jetzigen Mann heiratete, viel der UVG weg. Einfach so.
Der Sachbearbeiter vom Sozialamt fragte mich ob ich das nicht gewußt hätte???
"Nein, sagte ich, und wenn dann hätte ich nicht geheiratet."
Das meinem Sohn Sozialhilfe zustand, sagte er mir aber nicht. Darauf musste ich selber kommen. 😉
Genauso wie meinem Mann, Miete,Strom und Heizung, "zusteht" von meinem Sohn. Auch darüber sprach er nicht.
Fakt ist, auch mir ging es "dreckig" in der Zeit der Trennung.
Bis heute noch kein Unterhalt für mein Kind. Den Unterhalt für mich,den ich hätte bekommen können,nachdem ich AlHi bekam....nein Danke den wollte ich nicht.
Und auch nun, wo ich als Hausfrau hinter der Nähmaschine sitze,(ich kann aber echt nähen),weiss ich, das ich, sollte es zur Trennung kommen(was ich nicht hoffe),werde ich für mich keinen Unterhalt einklagen. Das mein Mann für seinen Sohn zahlen würde, das weiss ich, denn er zahlt ja auch für seine uneheliche Tochter.
Also im Prinzip, geht es Mann und Frau schlecht nach einer Trennung,doch jeder verarbeitet es eben anders.
Mein Ex ging sehr viel Schwarzarbeiten.(Was natürlich vom JA nicht bewiesen werden konnte,da das JA kein Geld für Detekteien hat,die das beweisen könnten)

Den Lesebrief an Focus,kann ich in soweit nachvollziehen,das es eben nur um ein paar Auserwählte ging.
Doch die Realität ist ganz anders.

Eben so wie auch hier in vielen Berichten(manche kann man gar nicht mehr lesen) brutal beschrieben.
Nicht jede Frau will Unterhalt vom Ex für sich.
Das wollte ich eigentlich nur klarstellen.
Das Geld für meinen Großen,werde ich nie nie erhalten. Das weiss ich 100 % !
Doch deswegen leidet er nicht darunter,mein jetziger Mann (obwohl in keiner Weise verpflichtert) läßt den "Großen" deswegen nicht in Lumpen laufen,verhungern oder mit kleinem Taschengeld losziehen.

Nun jetzt bin ich wohl doch etwas weit abgeschweift.
Im Prinzip wollte ich halt nur sagen das es auch Frauen gibt,die auf Unterhalt(für sich) verzichten.
Den für das Kind zahlt ja bis zum 12. Lebensjahr das JA.
Klar darf man so nicht in eine Trnnung gehen, aber so wie es in meiner Ehe lief, war alles andere besser,als da zu bleiben.
Selbst im Frauenhaus ging es uns beiden 1000 mal besser als in meiner Ehe.

So, Schlußsatz:
Eure Seite ist klasse,macht weiter so.
Ich weiss, das Ihr schon sehr gute Hilfe geleistet habt.

Gruß.......>Karo


AntwortZitat
Geschrieben : 27.09.2003 17:42
(@Anonym)

Guten Abend, siggiloewe,

genau das ist doch der Punkt, auch auf diese Frauen wird sich der Artikel nicht bezogen haben. Wie Du selbst sagst, hat Deine Frau „getrickst“. Regulär hätte sie ein Einkommen von 1.278€ und das ist für einen 3-Personenhaushalt doch nicht zuviel, oder?

Meine Scheidung ist ja nun schon ein paar Jährchen her. Den Unterhalt für meine drei Kinder habe ich oft erkämpfen müssen, für mich bekam ich im Laufe der Jahre 500/300/75 DM, bedingt durch die Änderungen der Kinderzahl, durch Änderung der Steuerklasse meines Mannes und später durch eigenes Einkommen. Zugestanden hätte mir immer mehr, aber es war nicht mehr da und daran hätten auch andere Gesetze nichts geändert. Bevor ich vom Sozialamt etwas bekommen hätte, wäre erst mein Vater, der gerade seine erste Rente bekam, für meinen Unterhalt zuständigt gewesen. Ich bin da nie wieder gewesen und hoffe, dass ich es auch nicht wieder muss( obwohl, wenn ich so an die Zukunft denke....) Seit Jahren bekomme ich gar keinen Unterhalt mehr, da ich meinen Selbsterhalt mit 1.000 € selber decken kann. Unser 8 Jahre altes Auto durfte ich nach der Scheidung wegen der 3 Kinder behalten, musste allerdings mit 100% (vorher 35%) bei der Versicherung anfangen, da das Auto auf Mann angemeldet war. Krankenkassenbeitrag musste ich voll alleine bezahlen, da ich ja keinen Arbeitgeber hatte.

Wie gesagt, dass ist alles schon 12 Jahre her, damals waren wir noch „Scheidungsexoten“ in unserem Dorf . Am Unterhalt hat sich in der Zeit etwas geändert, das Kindergeld wird nicht mehr grundsätzlich geteilt, der Unterhalt für „nur Hausfrauen“ wird anders berechnet. Trotzdem geht es geschiedenen Frauen „normalerweise“
finanzell nicht berauschend, Männern natürlich auch nicht.

Und im nächsten Leben „Frau“ sein? Als ich verheiratet war und nur „Hausfrau“, ist mir meine finanzielle“ Abhängigkeit“ nicht aufgefallen, ich war gerne nur für meine Familie da.
Aber danach??? Wie viele geschiedene Frauen, die das wollten, werden immer von irgendjemand „abhängig“ sein, kein schöner Gedanke. Für Mann verbessert sich die Situation im Laufe der Scheidungsjahre, wenn er denn die ersten Jahre durchhält und nicht aus „Frust“ alles hinschmeißt.

„Deine Geschichte“ tut mir für Dich sehr leid. Aber solche „kranken Ex-Frauen“ sind ganz bestimmt die Ausnahme, auch wenn in ähnlicher Weise einige davon in den Foren vorkommen. Auch wenn Du im Moment etwas kopflos bist, es kommen ganz bestimmt bessere Zeiten. Die erste Hilfe ist ja schon unterwegs.

Ein Mann möchte ich nicht sein, vielleicht hätte ich dann so ein „Biest“ von Frau!!!!!

Alles Gute wünscht Dir
Hanne

Der Charakter einer Frau zeigt sich nicht, wo die Liebe beginnt, sondern wo sie endet.
.
Rosa Luxemburg


AntwortZitat
Geschrieben : 27.09.2003 23:40
(@Anonym)

Hallo Karo,

Gott sei Dank brauchte ich nicht vor meinem Mann flüchten. Mit dem Jugendamt hatte ich auch nichts zu tun, da mein Ex-Mann für die Kinder gezahlt hat, trotz mehrfacher Drohung, alles hinzuschmeißen. So habe ich mit seiner finanziellen Unterstützung, wenn auch schwer erkämpft, meinen Weg bis jetzt geschafft. Auf meinen Unterhalt hätte ich nicht verzichtet, warum auch? Er gleicht sich dem Verdienst des Mannes an. Für die Männer ist es natürlich ärgerlich, wenn sie nicht den vollen Unterhalt zahlen können, verdienen dann mehr – und es bleibt nichts davon über, weil dann der Unterhalt steigt. So ist es wohl in den meisten Fällen.

Manchen Männern/Vätern fehlt irgendwie die „Weitsicht“, denke ich. Wenn sie aus Wut ihre Arbeit aufgeben, treffen sie auf Dauer sich selbst, wenn sie ihre Kinder nicht sehen wollen, treffen sie zuerst die Kinder – später sicher auch wieder sich selber – wenn sie denn alleine sind. Treffen wollen sie sicher immer ihre Frauen.

Aber es gibt auch andere, z. B. die vielen Väter auf diesen Seiten, denen teilweise übel mitgespielt wird. Oder Deinen jetzigen Mann – und sicher auch noch einige andere.

Auch wenn wir keine „großen Sprünge“ machen können, die Kinder „keinen Vater“ mehr haben, geht es „besser“ als vorher. Auch nach so vielen Jahren habe ich die schlechten Ehezeiten (sie war nicht immer so) vergessen können.

Ich hoffe, dass alles in Deinem Sinne weiter verläuft.

Liebe Grüße
Hanne


AntwortZitat
Geschrieben : 28.09.2003 00:26
(@Anonym)

Hallo Silvie,

mit „normaler“ Scheidung habe ich die gemeint, die nicht so abläuft, wie es auf den „VaterseinSeiten“ oft beschrieben wird. Diese gehören meiner Meinung nach eben nicht dazu.
Damals fand ich es ganz schlimm, dass wir uns über „Unterhalt“, später auch über „Umgang“, gestritten haben, sogar vor Gericht. In unserem Bekanntenkreis waren wir das erste „Scheidungspaar“. Es lief damals die Sendung „Ehen vor Gericht“, da haben mein Ex-Mann und ich oft gedacht: Wie kann man nur so miteinander umgehen?

Auch bei einer „normalen“ Scheidung kommen eine Menge weniger gute Gefühle auf, dass ist doch normal, vor allem, wenn die Scheidung bzw. Trennung nur von einer Person ausgeht. Wenn es dann extrem wird, und dazu zählen wohl die meisten Fälle in den Foren,( aber nicht die meisten aller Scheidungen überhaupt ) ist es nicht mehr „normal“. Damit kann ich mich auch nicht abfinden und finde es entsetzlich.

Mein Kommentar bezog sich NUR auf den Leserbrief, den Artikel habe ich immer noch nicht gelesen. Ich habe ja gesagt, dass es meistens beiden finanzell nicht gut geht, aber was bezahlt werden muss (was einem zusteht), sollte auch bezahlt werden, wenn es geht, ohne dass von „ausbluten oder schlachten „ die Rede ist. Was für „Unterhaltsvorteile“ auf die Frauen zukommen, weiss ich nicht. Aber ich denke, es ist eigentlich egal, weil fast nie soviel Geld zur Verfügung steht. Besser wäre es vielleicht, die Steuerklasse für geschiedene Väter zu ändern. Und nach der „Schuldfrage“ geschieden werden – ich glaube nicht, dass das der richtige Weg wäre. Vielleicht kommen solche Gedanken auf, weil heute – vielleicht dank der Unterhaltsregelungen – die meisten Scheidungen von Frauen eingereicht werden. Männer können mit „nicht intakten“ Beziehungen besser leben.

Ich habe meinen Kindern nie den Umgang mit ihrem Vater verweigert. Dazu kannst Du meinen Kommentar beim Umgangsboykott lesen. Ich kann immer noch nicht glauben, dass das „nicht normal“ ist.

Ich gönne es meinem Ex-Mann, dass er von seinem erarbeiten Geld mehr für sich übrig behält. Das hat er verdient, weil er „durchgehalten“ hat. Das hat er aber nicht gemacht, damit es den Kindern gut geht, sondern für sich selber. Da waren sicher andere Gründe ausschlaggebend, aber das ist ja egal – den Nutzen hatten wir auch davon.

Für mich sind das zwei verschiedene Gruppen Scheidungen: die „normale“, wie es bei uns war (anders kann ich es nicht ausdrücken), oder diese „unmenschlichen“, wie sie hier oft beschrieben werden.
Das die in der Mehrzahl sind, kann ich nicht glauben und denke mir, dass sich der Artikel nicht darauf bezogen hat.

Mir geht es auch eigentlich gar nicht so sehr um den Artikel (obwohl ich ihn mittlerweile doch gern lesen würde), sondern um die Antwort. Diese sollte provozieren und bei mir hat es geklappt. Sicher in eine andere Richtung als erwartet. Deswegen finde ich es toll, dass wir trotzdem unsere Meinungen austauschen können.

Liebe Grüße
Hanne


AntwortZitat
Geschrieben : 28.09.2003 02:20
(@Anonym)

Ein guter und ein auf Tatsachen beruhender Brief @Deep!

Ich kenne keine geschiedenen Frauen die irgendwie not leiden würden. Alle leben sie sehr gut und die Kinder sind die Waffe mit denen sie sich den Unterhalt sichern!
Mir tun diese Kinder unendlich leid. Sie werden benutzt den Mann zu bestrafen in emotionaler und in finanzieller Hinsicht.

Die geschiedenen Männer leben auf dem Existenzminimum. Ihr leben ist vorbei. Eine neue Familie gründen ist unmöglich!

Ich selber habe nach über 20 Jahren Ehe keinen cent Unterhalt von meinem Ex-Mann verlangt! Es ist nicht einzusehen warum ein Mann für eine Frau bezahlen soll?!

Der Unterhalt für die Kinder ist viel zu hoch bemessen. Man bedenke: auch die Frau wollte das oder die Kinder! Warum soll sie nicht auch ihren Teil zum Unterhalt der Kinder beitragen!

Kinder heisst, Verwantwortung zu übernehmen! Diese Verantwortung übernehmen die Frauen nicht. Sie entziehen dem Vater die Kinder um anschliessend rumzujammern dass sich der Vater nicht um die Kinder kümmern würde!

Ich bewundere die Männer die trotz allem noch bereit sind zu heiraten und Kinder zu zeugen!!!

Wäre ich ein Mann ich würde mich sofort unters Messer legen um eine hunderprozentige Sicherheit zu haben, niemals eine Frau zu schwängern!

Ich bin gern eine Frau, aber manchmal schäme ich mich, eine Frau zu sein!

an die Männer: wehrt euch endlich! Nehmt das alles doch nicht einfach so hin! Die meisten Gesetze werden doch von Männern gemacht! Warum sind die Gesetze dann so Männerfeindlich ???

In diesem Sinne
alles gute den Männern

Liebe Grüsse
Marlise


AntwortZitat
Geschrieben : 28.09.2003 21:55
(@Anonym)

Hallo, Sylvie,

für mich sind Unterhalt und Umgang zwei paar Schuhe.

Es ist ja wohl die Ausnahme, dass beide Partner zur gleichen Zeit die Trennung wollen. Meistens will sie einer, und der andere muss sich mehr oder weniger damit abfinden. Da meistens der Mann für den Lebensunterhalt der Familie aufgekommen ist ( sicher nicht nur bei uns), kommt auch nach einer Trennung auf ihn die größere Teil zu, je mehr Kinder, je schlimmer. Krach ist vorprogrammiert – damit kann und konnte ich mich abfinden.

Wie teilweise der Umgang behandelt wird, finde ich schlimm. Ich verstehe nicht, wenn Väter (Mütter wohl eher seltener) „nur“ noch für ihre Kinder bezahlen wollen/müssen –wie Raten abbezahlen.Und Mütter, die Umgang und Unterhalt wie ein Zug-um Zug-Geschäft behandeln, sind für mich keine. Ich habe gedacht, meine Kinder hätten sich mit der „Ratenzahlung“ abgefunden – was ist ihnen auch anderes übriggeblieben. Leider war es nicht so.

Jetzt habe ich den Artikel ganz aus den Augen verloren. Da war doch noch was. Ach ja, die Zeit vor 60 Jahren:
Ich hätte bestimmt gut in das „Mutterbild“ der „braunen Zunft“ gepasst ?????

Jeder von uns wird den Artikel und die Antwort aus seiner Sicht betrachten. Wenn ich versuche, mich in manche Situation der hier schreibenden Väter/Mütter zu versetzen (was teilweise unmöglich ist), kann ich die Zustimmungen auf die Antwort verstehen. In meiner Lage hat sie mich etwas „gekränkt“, und ich hatte das Gefühl, mich wehren zu müssen.

Liebe Grüße von
Hanne


AntwortZitat
Geschrieben : 29.09.2003 03:22
(@Anonym)

Hallo Marlise,

ich bewundere Dich, wie Du Dein Leben in den Griff gekriegt hast. Wie ist denn Dein „Eheleben“ verlaufen ,auch mit Kindern und als nur „Hausfrau“.? Wie hast Du es denn geschafft, nach über 20 Jahren ohne „Beruf“, dass Du Dich sofort nach der Scheidung selber versorgen konntest? Gib mir „Abzockerin“ doch mal einen Tipp.

Habe ich gar nichts als „alleinerziehende“ Mutter (das Wort stimmt in diesem Fall haargenau) zum „Unterhalt „beigetragen? Es sind für mich wunderbare Kinder und ich bin stolz auf sie. Das sie so geworden sind, hat bestimmt nicht an dem „zu hohen Unterhalt des Vaters“ gelegen und auch nicht an seiner Verantwortung, die er mir, allerdings freiwillig, auch noch gegeben hat.

Ganz sicher habe ich meine Kinder nicht als Kanonenfutter bekommen, um mir meinen Lebensunterhalt zu sichern.

Vielleicht werde ich mich eines Tages dafür schämen, wenn sie mich unterstützen müssen – dank meiner hohen Renteneinzahlungen auf grund meiner „beruflichen Laufbahn“. Meine Güte, und mit einem kleinen Betrag ist mein Ex-Mann ja auch wieder dabei.

Schäm Dich, Hanne.


AntwortZitat
Geschrieben : 29.09.2003 04:30
(@Anonym)

hallo Hanne

Ich lebe nicht in Saus und Braus. Ich habe seit der Trennung keinen Urlaub gehabt, keine Kinobesuche und kein Auswärtsessen.

Ich habe während meiner Ehe stundenweise gearbeitet. Es waren zum Teil schlecht bezahlte Jobs. Viele Frauen sagten, für diesen Lohn würd ich keinen Finger rühren. Aber es war ein Job und vor allem konnte ich so für meine Tochter da sein. Ich habe dann gearbeitet, wenn mein Mann zu Hause war und sich um die kleine kümmern konnte. Ich hab zwischen 5 und 10 Stunden pro Woche gearbeitet. Das ist nicht sehr viel, aber ich habe so den Anschluss nicht verpasst.

So hatte ich dann später die Möglichkeit regelmässiger und etwas mehr (12 Std. pro Woche) zu arbeiten. Später, vor unserer Trennung habe ich dann 50% gearbeitet. Diesen Job hab ich heute noch, da ich mit knapp 50j. nichts anders finden kann. Deshalb ists natürlich bei mir finanziell ziemlich eng.

Meine Tochter ist bei unserer Trennung in eine eigene Wohnung gezogen. Sie war zwar zu diesem Zeitpunkt volljährig aber noch in Ausbildung. Somit war sie noch 1 Jahr auf unsere Unterstützung angewiesen. Diesen Betrag haben mein Ex-Mann und ich zusammen bezahlt. Er bezahlte ihr etwas mehr, weil er mehr verdient als ich, aber auch ich habe meinen Anteil regelmässig bezahlt.

So, das wärs mal in aller Kürze.

gruss
Marlise


AntwortZitat
Geschrieben : 29.09.2003 20:59
(@Anonym)

Hallo Marlise,

ist ja irgendwie irre, zwei „Damen mittleren Alters“ unterhalten sich auf der „vatersein Seite“, die bestimmt nicht für uns gemacht wurde. Wobei zwischen manchen Benutzern und uns sicher fast eine ganze Generation liegt.
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In Saus und Braus haben wir in der Ehe nicht gelebt und später auch nicht.

Allerdings hat mein Ex-Mann mich „3x geschwängert“ - und das von beiden Seiten aus gerne, unters Messer hab ich mich dann gelegt.

„Arbeiten“ gehen war für uns beide kein Thema. Ich brauchte/wollte keinen anderen „Job“, als Heimchen am Herd war ich glücklich und mein Mann auch. Ich habe mir nieGedanken gemacht, den Anschluss zu verpassen.

Bei meiner Scheidung vor 12 Jahren ging meine Älteste noch 3 Jahre zur Schule, mein Sohn war gerade eingeschult worden, die Kleine kam in den Kindergarten. Für mich habe ich 300 DM Unterhalt bekommen, zugestanden hätten mir 700 DM.
Ein Wiedereinstieg in meinen erlernten Beruf wäre nur mit einer Umschulung gegangen, Unterrichtszeit 5 Std. /tgl. Ich habe mir einen Minijob gesucht, für 3 Std/täglich v. 8-11 Uhr.

Viele Erinnerungen kommen wieder, was ich eigentlich
schon vergessen hatte: Wer Kinder in der 1. Klasse hat, weiss sicher, dass der Unterricht nicht immer in diesen Zeitraum fällt. Meinem Sohn habe ich den Wecker gestellt, damit er weiss, wenn er zur 2. Std. losfahren muss. In Gedanken war ich bei ihm – wie gerne hätte ich ihn gefahren, bei Regen – im Winter – manchmal war die Tasche so schwer – hat er auch abgeschlossen – ist ihm nichts passiert. Der Schulweg betrug fast 2 km, er musste über zwei Kreuzungen.

Die Kleine hatte große Schwierigkeiten, sich in den Kindergarten einzugewöhnen. Wie gerne wäre ich morgens ein bisschen bei ihr geblieben – keine Chance – Öffnungszeit frühestens viertel vor acht. Hatte nur der Kindergarten geschlossen, gab es Probleme. In den Schulferien war meine „ Große“ ja da. Eine Situation, wie ich sie in meiner Ehe nie gewollt hätte.

Ich glaube nicht, dass die Kinder daran Schaden genommen haben – aber mir hat es unendlich weh getan – und ich hätte mehr Unterhalt genommen, ohne mich zu schämen..
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Nach 4 Jahren bekam ich „Nachtarbeit“, allerdings die ersten 2 Jahre als Zeitvertrag, also beide „Jobs“ machen, aus Angst vielleicht am Ende ohne dazustehen.

Wieder kein gutes Gefühl meinen Kindern gegenüber – nachts alleine – auch wenn ihre „große Schwester“ da war – die immer pünktlich wiederkommen musste – auf die ich mich 100% verlassen konnte. „Leise sein, Mama schläft“ war sicher einer der Sätze, die meine Kinder in dieser Zeit am meisten gehört haben.

Mittlerweile sind sie alle „fast erwachsen“, die Älteste ich seit ein paar Jahren ausgezogen.

Wir haben nicht in „Not gelebt“, aber manchmal „Nöte durchlebt“ – wie viele Frauen in dieser Situation – geschieden oder nicht.

Wir haben es mit der finanziellen Unterstützung meines Ex-Mannes geschafft. Ich bin ihm für sein „Durchhalten“ dankbar (auch wenn wir seit Jahren kein Wort mehr miteinander gesprochen haben), aber ich weiss, dass ich ohne die „Gesetze“ keinen Pfennig freiwillig bekommen hätte.

Es ist sicher gar nichts besonderes an „meiner Geschichte“ – eine von vielen, vielen –aber es gibt auch nichts, dessen ich mich schämen müsste – auch wenn mein Ex-Mann mit Sicherheit anderer Meinung ist.

„In Kürze“ war das nun gerade mal wieder nicht -

Gruß Hanne


AntwortZitat
Geschrieben : 30.09.2003 12:38
DeepThought
(@deepthought)
(Fast) Eigentumsrecht Moderator

Naja, das wird ja langsam mehr etwas für das Forum "Deine Geschichte", gelle

DeepThought


Der 15. Senat des OLG Celle befindet vatersein.de
in den Verfahren 15 UF 234/06 und 15 UF 235/06
als "professionell anmutend".
Meinen aufrichtigen Dank!

AntwortZitat
Themenstarter Geschrieben : 30.09.2003 13:06




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