Hi @ all!
Ich habe mir in letzter Zeit ein paar Gedanken zu den Themen, Frauen & Männer und Beruf & Familie gemacht und dabei ist ein Artikel entstanden, den ich, bevor ich ihn irgendwo anders veröffentliche, gerne zuerst hier zur Diskussion stellen möchte.
Bin schon gespannt, auf eure Meinung, auf Kritik und auf neue Denkanstösse!
In letzter Zeit beobachte ich sehr aufmerksam, wie die Themen Frauen & Männer, Familie & Beruf in den Medien und im Internet behandelt werden und dabei sind mir einige Dinge aufgefallen.
Bei mir ist der Eindruck entstanden, dass nicht daran gearbeitet wird, eine Gleichberechtigung (nicht zu verwechseln mit Gleichbehandlung, die ich wegen den Geschlechterunterschieden für eher unsinnig halte) zwischen Mann und Frau herzustellen, sondern dass zur Zeit alles getan wird, um die Frau in den Vordergrund zu stellen und ihr als dem armen Opfer, das Jahrhunderte hindurch unter den Männern zu leiden hatte, das Leben zu erleichtern und so schön wie möglich zu machen.
Politik und Wirtschaft nutzen die Frauen als Thema, um Wählerinnen, Konsumentinnen und vor allem Aufmerksamkeit zu bekommen.
Feminismus und der „Kampf für die Frauenrechte“ sind In und so werden unter dem Deckmäntelchen der Gleichberechtigung die Männer immer mehr in den Hintergrund gedrängt, meist versteckt, manchmal aber auch offen, als „Strafe“ dafür, dass sie die Frauen ja so lange unterdrückt haben.
Ich als Frau schäme mich, wenn ich so missbraucht werde und wenn in meinem Namen Neuerungen durchgeführt werden, die manchmal jedem gesunden Menschenverstand widersprechen.
Der Feminismus bewirkt Gutes, wenn er dafür eintritt, dass die Frau nicht mehr als Eigentum des Mannes gesehen wird, dass sie wählen, sich weiterbilden und einen Beruf ausüben darf – aber das wurde doch hier schon alles erreicht.
Die Frauenrechtlerinnen wollen aber anscheinend noch mehr und schießen dabei oft weit über das Ziel hinaus, was vor allem in den Familien weit reichende negative Folgen hat.
Denn auch dort wollen die Frauen anscheinend die „Alleinherrschaft“ an sich reißen.
Bei diesem Thema ist eines der großen Schlagworte „Familie und Beruf müssen vereinbar sein“.
Seltsamerweise sind auf den Plakaten mit diesem Slogan meistens glückliche Frauen mit ihren glücklichen Kindern im Vordergrund – wo sind die Männer in diesen Familien?
Warum können die Männer nicht auch Familie und Beruf unter einen Hut bringen?
Diverse Berichte und Forenbeiträge geben mir jedoch das Gefühl, viele Frauen wollen eigentlich nicht, dass die Männer auch „Frauenarbeiten“ übernehmen wenn sie selbst versuchen sich aus ihrer „Frauenrolle“ zu befreien und „Männerarbeiten“ auszuführen (wobei ich diese Unterteilung ja persönlich sehr seltsam finde und der Meinung bin, sie müsste unbedingt noch genauer hinterfragt werden, aber das würde noch einige Seiten zusätzlich füllen).
Somit ist häufig niemand da, der die Aufgaben der Frauen übernimmt und es bleiben Lücken, die nur schwer gefüllt werden können.
Eine dieser Aufgaben ist die Kindererziehung, ein Bereich, in dem Frauen die Männer oft sogar für unfähig und - noch viel schlimmer – für unwichtig halten.
Mir ist jedoch keine Studie bekannt, die belegt, dass es für ein Kind gut und förderlich ist, wenn es nur von einem Elternteil, also einseitig, erzogen wird, aber genau dieser Zustand ist immer häufiger die Folge des „Befreiungskampfes“ der Frau.
Vor allem im Bereich Familie ist oft nicht ganz klar, wofür die Feministinnen denn eigentlich kämpfen und wovon sie sich befreien wollen – eine Unstimmigkeit fällt mir dabei in Deutschland immer wieder besonders auf:
Die Frauen kämpfen wie gesagt, für Selbstständigkeit, sie wollen bei Ausbildung und Beruf den gleichen Status wie die Männer – soweit ja ein wichtiges Anliegen, für das es sich auch zu kämpfen lohnt.
Richtet man die Aufmerksamkeit dann jedoch auf das Familienrecht, auf die Situation bei geschiedenen Frauen und Männern, ist da keine Spur mehr von Selbstständigkeit.
Da kämpfen Frauen dafür, dass sie das „Mutter-Sein“ voll ausleben und Hausfrau sein dürfen, da hat der Ex-Mann oft jahrelang dafür zu zahlen dass die Frau ja nicht arbeiten gehen muss und da werden von den Frauen immer höhere Beträge gefordert, weil sie, das schwache und unterdrückte Geschlecht, ja nicht in der Lage sind, sich selbst zu versorgen.
Emanzipation und Selbstverwirklichung werden dann so ausgelegt, dass der Mann dafür zu sorgen hat, dass sich die starke Frau und Mutter, die den Mann nicht mehr in „ihrem“ Haus braucht, sich selbst verwirklichen kann und dabei nicht durch lästige Erwerbsarbeit gestört wird.
Die Kinder bleiben dabei auf der Strecke und werden von den Frauen oft als Druckmittel, Entschuldigung und Waffe eingesetzt – dem Mann gegenüber, um mehr Geld zu bekommen und dem Staat gegenüber, um nicht arbeiten gehen zu müssen.
Viele Frauen nutzen dabei ihre Macht genauso aus, wie sie es den Männern jahrelang vorgeworfen haben.
Manchmal kommt es mir so vor, als ob meine „Schwestern“, um dieses Schlagwort zu benutzen, ein wenig orientierungslos wären.
Wie könnte man dieser Orientierungslosigkeit (hin und wieder bin ich fast versucht, es Schizophrenie zu nennen) entgegenwirken? - Notwendig ist es, das sehen wir an den Tausenden von Alleinerziehern, an den unzähligen Kindern, die ohne Vater aufwachsen müssen und an den Folgen die eine einseitige Erziehung für die Kinder hat.
Ganz wichtig ist meiner Meinung nach, dass sich dieser Geschlechterkampf, der in der Arbeitswelt für eine gewisse Gleichberechtigung sorgen soll, nicht noch stärker auf die Familien auswirkt, als es bis jetzt schon der Fall ist.
Der Fokus sollte im Familienleben wieder weg von den Geschlechtern gehen, weg von der strikten Einteilung in männliche und weibliche Verhaltensweisen, Berufe oder Vorlieben.
Wir sollten uns mehr darauf konzentrieren, dass jeder Mensch seine eigenen Vorlieben und Besonderheiten hat und dass es eine Einschränkung bedeutet, wenn man einen Menschen auf sein Geschlecht reduziert.
Denn in den Familien sind die Ergänzung und das Zusammenspiel der verschiedenen Eigenschaften das, was gebraucht wird, um die Familie am Leben zu erhalten.
Vor allem bei der Kindererziehung sollten Männer und Frauen wieder lernen, zusammenzuarbeiten, denn um einem Kind ein stabiles Selbstverständnis zu geben und ihm eine gesunde soziale und psychische Entwicklung zu ermöglichen, braucht es sowohl ein männliches als auch ein weibliches Vorbild, also beide Eltern.
Eltern sollten versuchen, sich Beruf und Familie aufzuteilen, so dass jeder seine eigenen Fähigkeiten nutzen kann, um beide Aufgaben gemeinsam möglichst gut zu erfüllen und dem Kind im Idealfall vorzuleben, wie man sich anderen Menschen gegenüber verhält, Konflikte löst und Unterschiede kreativ nutzt, denn nur so können Kinder Sozialverhalten lernen.
Und auch wenn sich die Eltern trennen, sollte noch eine gewisse Zusammenarbeit im Sinne der Kinder möglich sein und kein Geschlechterkampf auf ihrem Rücken ausgetragen werden.
Denn meiner Meinung nach kann es nicht sein, dass Mütter ihren Kindern den Umgang mit deren Vater ohne jede Grundlage oft monatelang verweigern und so gegen gültige Urteile verstoßen - weil sie z.B. der Meinung sind, der Vater müsse zusätzlich zum Unterhalt noch etwas bezahlen – ohne dass dies irgendwelche Konsequenzen hat, nur weil sie ja arme allein erziehende Mütter sind.
Bei den wenigen allein erziehenden Vätern ist es dagegen keine Seltenheit, dass diese nicht nur keinen Unterhalt von ihrer Exfrau bekommen – eine der absurdesten Argumentationen, die ich dafür gehört habe war, dass man der armen Frau, die ja schon ihre Kinder „verloren“ habe, nicht noch zumuten könne, jetzt auch noch arbeiten zu gehen und Unterhalt zu zahlen – sondern auch noch Ehegattenunterhalt zu zahlen haben.
Ist es denn tatsächlich notwendig, dass Frauen in allen Bereichen des Lebens jetzt die Stärkeren, die Mächtigeren sein müssen selbst um den Preis, dass sie dadurch ihrer Umgebung, meistens ihrer Familie und ihren Kindern Schaden zufügen?
So wie ich das sehe, nehmen die Feministinnen jetzt genau das Verhalten an, das sie den Männern jahrelang vorgeworfen haben – sie beginnen, die Männer zu unterdrücken und verwenden zusätzlich noch ihre „Opferrolle“ um möglichst viele Vorteile für sich selbst herauszuschlagen und ihren Willen durchzusetzen.
Dieses Verhalten schadet Männern und Frauen gleichermaßen, da beide dadurch ihre Rollenbilder verlieren und meist ist es sehr schwierig, sich unter diesen Umständen ein neues zu schaffen.
Orientierungslosigkeit, ein unsicheres Selbstverständnis und Schwierigkeiten im Sozialverhalten sind die Folgen davon.
Idealerweise sollte jeder Mann und jede Frau die Möglichkeit haben, sein Leben selbst in die Hand zu nehmen und sich selbst zu verwirklichen - als Mensch und als Individuum, nicht nur als Mann oder als Frau.
Nur so können wir es schaffen, unseren Kindern wieder ein stabiles Umfeld zu geben, in dem sie unabhängig von ihrer Geschlechtszugehörigkeit eine eigene Persönlichkeit entwickeln und erwachsen werden können.
lg
vj
Lass dich nicht vom Bösen überwinden, sondern überwinde das Böse mit Gutem. (Röm 12,21)
