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Endlich amtlich: Mann kann es Frau nie recht machen

 
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Endlich amtlich: Mann kann es Frau nie recht machen

Österreich hat seinen ersten großen Männerbericht. Der "neue Mann" steht vor Herausforderungen.
So schaut ein 'neuer Mann' im Idealfall aus: Er will sein Kind aufwachsen sehen.
Bild: BMSG

"Ab wann ist ein Mann ein Mann?" fragte Herbert Grönemeyer schon in den 80er-Jahren nach der neuen Identität des scheinbar starken Geschlechts. Der Frage, was Männer wollen, brauchen und womit sie Probleme haben, wird seit nunmehr fünf Jahren auch in der berühmt-berüchtigten männerpolitischen Grundsatzabteilung des Sozialministeriums nachgegangen. Alle neuen Erkenntnisse und Studien zum Thema Burschen, Männer und Väter wurden jetzt in einen 300 Seiten dicken Männerbericht verpackt.

Den Herren der Schöpfung geht es offenbar gar nicht gut, schaut man sich alleine die Gesundheitsdaten an. Sie leben ungesünder und sterben früher als Frauen.

Frauen wollen zu viel reden

Dazu kommt ein gewaltiges Identitätsproblem: Auch wenn sich die Rolle der Frauen durch den vermehrten Einstieg in die Arbeitswelt in den letzten Jahrzehnten grundlegend geändert hat - die Männer bewegen sich zuwenig in Richtung Partnerschaft und Familienarbeit. Nur mehr Versorger sein, das spielt's nicht mehr. Als frauenverstehender Softie kommt Mann aber bekanntlich bei der holden Weiblichkeit auch nicht an.

Woran es denn genau hapert zwischen den Geschlechtern, wollte die NEUE von Studienautor und Psychotherapeut Peter Ballnik (46) wissen. Die Antwort fällt aus Frauensicht ernüchternd aus: "Männer und Frauen können nicht gut miteinander reden. Männer sind sachorientierter, Frauen beziehungsorientiert. Außerdem sind die Erwartungen an Beziehungen oft übertrieben. Verliebt sein usw. ist ja ganz schön, aber wie überstehe ich den Alltag, muss man sich fragen", so der Experte.

Gewalt Top-Thema in Tirol

Dass der Alltag mit Männern in der Tat nicht immer rosarot ist, zeigen die Erfahrungen der Tiroler Männerberatungsstelle "Mannsbilder". "35 bis 40 Prozent der Männer, die zu uns kommen, haben zugeschlagen. Gewalt ist das häufigste Thema bei uns, gefolgt von Beziehungsproblemen und Fragen rund ums Vater-Sein", erklärt Mannsbilder-Chef Martin Christandl (46) im NEUE-Gespräch.

Mehr als 700 Männer haben im letzten Jahr bei den "Mannsbildern" in Innsbruck und Wörgl um Hilfe suchend angeklopft. "Meine Erfahrung aus 10 Jahren Männerarbeit zeigt, dass Männer das Angebot einer Beratung durchaus nutzen, wenn es da ist", sagt Psychotherapeut Christandl. Allerdings: Im Oberland, dem Außerfern und in Osttirol gibt es noch keine auf Männer spezialisierten Beratungsstellen. Unter anderem aus diesem Grund gehen die "Mannsbilder" auch mit Projekten in die Tiroler Schulen. Denn was einen echten neuen Kerl ausmacht, darüber kann Mann gar nicht früh genug anfangen, nachzudenken.

Quelle: Tirol.com


Zitat
Themenstarter Geschrieben : 08.04.2006 15:54