Das muss ich mal lo...
 
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Das muss ich mal loswerden....

 
(@Aniram)

Hallo zusammen !

Lausebackesmama hat geschrieben:


... auf gut Deutsch, wenn das Kind die Karriere seiner Mutter einschlägt, sprich nicht arbeiten
zu wollen und sich von ALG2 zu ernähren oder ggf. mit 16 ein Kind zu bekommen, um keine Ausbildung machen zu müssen, dann muss mein Mann zahlen bis zum Sankt Nimmerleinstag?


Bei so einem Satz frag ich mich wie schon so oft, wo hier das viel strapazierte Wörtchen "Kindeswohl" bleibt.

Weil es kann mir keiner sagen, daß es dem Wohle des Kindes entspricht, ihm vorzuleben, wie man sich am besten
und auf Kosten anderer durch's Leben schwindelt. Kinder zu erziehen bedeutet nicht nur, ihnen ein Bett, Essen und
in frühen Jahren frische Windeln zu Verfügung zu stellen, sondern auch, ihnen Verantwortungsbewußtsein mitzugeben
und die Anforderung an sich selbst, ein wertvolles Mitglied der Gesellschaft zu werden. Es hat etwas mit Stolz und
aufrechtem Gang zu tun. Erziehung ist nicht nur darauf zu achten, daß sich das Kind die Finger nicht verbrennt.

Und dazu wird eine Mutter, die sich erfolgreich davor schützt, nur ja auch keinen Finger krumm machen zu
müssen, wenig geeignet sein.

Ich kann auch mit dem Argument von Richtern und Jugendämtern, daß es den Frauen nicht zumutbar ist zu arbeiten,
nichts abgewinnen. Seltsamerweise scheint es nicht zu interessieren, daß Zweitfrauen oft schon nach wenigen Wochen
oder Monaten arbeiten gehen müssen, um eine drohende Verarmung zu verhindern. Entweder ist es zumutbar oder nicht.
Das muß aber dann für sämtliche Mütter und Kinder gelten.

Mal abgesehen davon, daß Kinder ab einem gewissen Alter vernünftigerweise sowieso in den Kindergarten gehören
um ihnen dann den Einstieg in die Schule zu erleichtern. Überbehüteten Kinder fällt die Integration nachweislich schwerer.
Ich sehe also keinen Grund, warum Frauen nicht arbeiten gehen könnten. Vielleicht sollte manche daran denken, daß
Qualität vor Quantität steht und weniger oft mehr ist.

Vor nicht allzuvielen Jahren hat man es als Errungenschaft gesehen, daß Frauen nicht mehr in unglücklichen und
desolaten Beziehungen ausharren müssen. Wenn die jetzige Regelung der Umkehrschluss ist, dann ist man damit wie
wir in Österreich sagen, von Federn auf Stroh gekommen.

Eine Ehe kann und darf kein Versorgungsinstitut sein. Geht eine Beziehung auseinander, muss jeder für sich selbst
sorgen und wenn das nicht möglich ist, dann muss auch der Staat aushelfen und einspringen. Es kommt auf die
Umverteilung an. Aber solange Leute breitbeinig in diversen Talkshows sitzen und großmundig fragen "warum soll
ich arbeiten gehen, wenn ich was brauche, geh ich auf's Sozialamt", solange wird es dort fehlen, wo es wirklich
gebraucht wird.

Ob Österreich oder Deutschland oder sonstwo, beinahe überall wird über die Geburtenrückgänge gejammert. Wenn
der Staat nicht bald umdenkt, werden es noch viel weniger Kinder werden, weil sich immer weniger Männer an das
Abenteuer "Kind" heranwagen werden. Und das ist dann die Bankrotterklärung für jedes Land.

Mir ist schon klar, das man die Spreu von Weizen trennen muss und nicht jede Frau die keine Arbeit findet, nicht
arbeiten will. Aber ich glaube schon, daß man das auch lenken kann. Solange dieses Verhalten aber unterstützt und
fast schon legitimiert wird, wird sich bei einer gewissen Art von Frauen auch nichts ändern.

Jetzt hoff' ich nur, daß ich keinen Rüffel von Deep bekomme, aber das alles liegt mir nach dem hier Gelesenen
schon so lange auf der Zunge, das es mal raus mußte.

Schönen Abend noch

Aniram aka Marina


Zitat
Geschrieben : 19.06.2005 23:00
DeepThought
(@deepthought)
(Fast) Eigentumsrecht Moderator

Jetzt hoff' ich nur, daß ich keinen Rüffel von Deep bekomme,

Von miiiiiiiiiiir ? Nö, du hast ja recht.

Diese Versorgungsmentalität wird ja durch den Gesetzgeber gefördert. So ist es, nur als ein Beispiel, dem die Kinder betreuuenden Elternteil (i.A. die Frau) während der Trennungsphase nicht aufzuerlegen, die bisherige Arbeit weiter zu machen (vgl. sämtl. unterhaltsrechtlichen Leitlinien).

Auf der anderen Seite, und das muss auch ehrlich einfließen, ist der Arbeitsmarkt so dermaßen kaputt, dass nicht einfach irgendein Job gemacht werden kann, weil es den schlicht nicht gibt. Komme mir also keiner mit dem Spruch "Wer arbeiten will, findet auch Arbeit."

DeepThought


Der 15. Senat des OLG Celle befindet vatersein.de
in den Verfahren 15 UF 234/06 und 15 UF 235/06
als "professionell anmutend".
Meinen aufrichtigen Dank!

AntwortZitat
Geschrieben : 19.06.2005 23:21
(@Aniram)

Auf der anderen Seite, und das muss auch ehrlich einfließen, ist der Arbeitsmarkt so dermaßen kaputt, dass nicht einfach irgendein Job gemacht werden kann, weil es den schlicht nicht gibt. Komme mir also keiner mit dem Spruch "Wer arbeiten will, findet auch Arbeit."

Gar keine Frage !!!

Darum hab ich ja auch von "gewissen" Frauen gesprochen. Von jenen die da sagen, "du kriegst
kein Bein mehr auf den Boden" oder "dich lass ich bluten" etc. pp. Die das alles nur aus Hass,
Bösartigkeit und gekränkter Eitelkeit veranstalten. Und bei diesen Frauen fehlt mir jede Art von
Verständnis. Hier fühle ich nur ohnmächtige Wut. Wie mag es dann erst den Betroffenen gehen.

Es würde mir leid tun und ich hoffe, daß das nicht eintritt - nämlich, das ich von den hier schreibenden
Frauen falsch verstanden werde.

Weil diese habe ich in keinster Weise angesprochen.

Marina


AntwortZitat
Geschrieben : 19.06.2005 23:29
 AJA
(@aja)
Registriert

Hallo Marina,

im Grunde rennst du damit offene Türen bei mir ein. Obwohl ich auch so eine war, die die Ehe als "Versorgungsinstitut" angesehen hat. Ich hatte einen guten Job, in dem ich ca. das doppelte verdiente als mein Ex in seinem. Dennoch haben wir uns gemeinsam entschieden, eine Familie zu gründen. Ich hätte mir auch gut vorstellen können, direkt nach dem Mutterschutz weiter zu arbeiten, und ihm die Erziehungszeit zu überlassen. Das wollte er nicht - ging wohl gegen seine Ehre. Wir sind tatsächlich in den ersten Monaten auch mit wesentlich weniger Geld ausgekommen. So war für mich klar - ich bleibe zu Hause, bei dem einen Kind sollte es nicht bleiben und schon war mein weiterer Lebensweg geprägt. Ich bin das Hausmütterchen und Mann sorgt für das Überleben. Hat mir gut gefallen.
Leider kam es dann ganz anders - die ganze Geschichte würde den Rahmen dieses Forums sprengen 😉 .
Schlussendlich stand ich nach der Trennung und nach insgesamt acht Jahren Erziehungszeit vor dem absoluten Chaos. Vier Monate vor der Trennung habe ich den immer noch bestehenden Job gekündigt, weil ich kein Land sah. Job 100 km vom Wohnort entfernt, keine Aussicht auf Teilzeit (in Form von 2 1/2 Tagen oder so, damit es sich lohnt bei der Entfernung), Kinderbetreuung nicht gesichert, der jüngste war erst zwei und hatte keine Aussicht auf Fremdbetreuung. Kinderkrippe gab es nicht, Tagesmutter hätte sich nicht gelohnt.
Ich war vermessen genug, zu glauben, an meinem Wohnort würden sie sich die Finger lecken nach mir. Weit gefehlt! Ganze zwei Jahre habe ich gebraucht, bis ich den ersten 400 € Job bekam. Inzwischen habe ich drei davon und bin damit immerhin sozialversichert und kann mit Hängen und Würgen meine Kinder durchbringen. ALG und Wohngeld waren die einzigen öffentlichen Leistungen, die ich jemals beantragt und bewilligt bekam. Von UHV mal abgesehen, aber das ist eine andere Geschichte.
Klar, man kann es schaffen. Aber es ist schwer, verdammt schwer. Ich habe viel Verständnis für Frauen, die nicht das Durchhaltevermögen und den Biss haben, wie ich es habe. Nicht für die, die sich hängen lassen. Aber ich kann verstehen, wenn sie in ihrer Situation verzweifeln. Nicht jede hat die Kraft wie du und ich, Marina


AntwortZitat
Geschrieben : 19.06.2005 23:30
Lausebackesmama
(@lausebackesmama)
(Fast) Eigentumsrecht Moderator

Hallo Aniram,

ich habe mal irgendwo gelesen, dass die Ehe wie ein Vertrag gesehen werden sollte, fallen die Vertragsbestandteile weg, ist eben Ende mit der Versorgerei der Erwachsenen... Ich meine, wenn man einen Kredit abschließt, zahlt man ja nach Vertragsende auch nicht weiter.

Das Problem ist nur, dass eben eine Frau, die nicht arbeitet, dann eben dem Staat zur Last fällt, und der Staat wird immer versuchen einen zu finden, dem er die Versorgung stattdessen aufdrücken kann. Und das kann ja auch nicht angehen, dass der Staat für die Faulheit der Leute auf Kosten der Allgemeinheit in die Bresche springen muss.
Das Problem was ich sehe ist, dass diese Einstellung immer auf Kosten der Kinder geht. Wie viele Männer beklagen, dass der KU doch den Kindern gar nicht zu Gute kommt? Bei uns genauso, das Kind ist KEIN WE bei der Mutter, nach der Schule immer bei der Oma, selbst oft über Nacht da. Kleidung kauft die andere Oma - wozu braucht die KM also 223 Euro Unterhalt? Egal - darüber haben wir aufgehört, nachzudenken.
Aber traurig ist es eben, dass diesen Kindern vorgelebt wird, dass es okay ist, auf Kosten Anderer zu leben, egal ob jetzt der Mann einspringt oder der Staat. Verantwortungsbewußtsein und Eigeninitiative zu ergreifen wird ein Kind so jedenfalls nicht lernen. Und wenn dann noch Verwandte dazu kommen, die aus Mitleid dann versuchen mit finanziellen Gaben etwas bei dem Kind wiedergutzumachen, dann entwickelt sich bei dem Kind der Eindruck, das Leben besteht nur aus Geld und Geschenken und wie man beides am besten bekommt, ohne etwas dafür zu tun.
Mir tun in dem Fall die Kinder leid, weil sie in eine Entwicklungsrichtung gedrängt werden, die sie ja selber nicht zu verantworten haben, es ist traurig für die Mütter, die sich abstrampeln müssen, um ein Bein auf den Boden zu bekommen, weil die Väter nicht für die Kinder zahlen; und es ist eine Schande, dass ein Staat wie dieser keine Wege finden kann, Schmarotzertum auszumerzen.
Und eine Schande, dass ein geschiedener Vater, wenn er Pech hat, kein Bein mehr auf den Boden bekommt, weil seine Ex sich lieber die Fingernägel feilt, als sich die Hände bei der Arbeit schmutzig zu machen....

Verkehrte Welt, aber das wußten wir ja alle schon... 🙁

LG Lausebackesmama


‎"Mut bedeutet nicht, keine Angst zu haben, sondern es ist die Entscheidung,
dass etwas anderes wichtiger ist als die Angst."

AntwortZitat
Geschrieben : 19.06.2005 23:34
(@Aniram)

Liebe Aja !

Liebe Aja !

Du brauchst Dich hier nicht zu verteidigen. Ich lese hier schon lange schweigend mit
und ich habe soweit wie möglich auch Deine Posts gelesen und denke, Deine gute Einstellung
zu kennen. Abgesehen davon, wer bin ich, das sich jemand vor mir rechtfertigen müßte.

im Grunde rennst du damit offene Türen bei mir ein. Obwohl ich auch so eine war, die die Ehe als "Versorgungsinstitut" angesehen hat. Ich hatte einen guten Job, in dem ich ca. das doppelte verdiente als mein Ex in seinem. Dennoch haben wir uns gemeinsam entschieden, eine Familie zu gründen. Ich hätte mir auch gut vorstellen können, direkt nach dem Mutterschutz weiter zu arbeiten, und ihm die Erziehungszeit zu überlassen. Das wollte er nicht - ging wohl gegen seine Ehre. Wir sind tatsächlich in den ersten Monaten auch mit wesentlich weniger Geld ausgekommen. So war für mich klar - ich bleibe zu Hause, bei dem einen Kind sollte es nicht bleiben und schon war mein weiterer Lebensweg geprägt. Ich bin das Hausmütterchen und Mann sorgt für das Überleben. Hat mir gut gefallen.

Das ist doch auch völlig normal und ok. So könnte und sollte es ja laufen. Und wer denkt auch
schon an das nahende Ende einer Beziehung bevor es dann wirklich soweit ist. Mir geht es mehr um
die Mutwilligkeit und Zerstörungswut mancher Frauen, deren einziger Sinn scheinbar nur mehr
die Vernichtung des anderen ist.

Aber dieses Forum sollte fast ein Pflichtprogramm für angehende Paare sein, anstelle der
Ehevorbereitungsseminare, die es bei uns gibt. Es würde vielleicht manche junge Frau aufwecken,
ihren Beruf nicht an den Nagel zu hängen oder zumindest nicht ganz auszusteigen. Und auch die Männer,
die vielleicht aus althergebrachter Tradition und manchmal auch aus Eigennutz nicht wollen, daß ihre
Frauen arbeiten. Denn dann würden sie erkennen, daß sich das oftmals als Bumerang erweisen kann.
Am Ende wäre jedem gedient damit.

Wie Deep schon richtig sagt.... manchmal ist auch wirklich nichts zu kriegen. Ich kann nur immer
wieder betonen, daß diese Frauen von mir auch nicht gemeint sind. Bedauerlich ist nur, daß die,
die ich meine, dieses Forum wahrscheinlich weniger lesen werden.

Denn wenn die nur ein wenig Charakter haben, müssen sie sich doch in Grund und Boden
schämen.

Und ganz zum Schluß muss ich auch so ehrlich sein und zugeben... Du hast es vielleicht mehr aus
eigener Kraft geschafft als ich. Weil ich hatte die ganze Familie im Rücken und Du niemanden. Sozial
wie finanziell. Aber der Wille auf eigenen Beinen zu stehen, der kam schon von mir. Vielleicht macht
es mich auch nur so aggressiv, weil mein Mann zu der Sorte nicht arbeiten Wollender gehörte, wenn
auch aus anderen Gründen. Ich habe das vor ungefähr zwei Wochen hier beschrieben.

Gruß

Marina

PS.: Und ich kenne Deine Geschichte soweit Du sie geschrieben hast. Ich habe mich ein 3/4
Jahr durch dieses Forum gelesen und so gut wie nichts ausgelassen.


AntwortZitat
Geschrieben : 20.06.2005 00:10
(@ulliberne)
Nicht wegzudenken Registriert

moin, zusammen,

und dann sind wir auch schon (und mal wieder) beim 'gleichbehandlungsgrundsatz':

So ist es, nur als ein Beispiel, dem die Kinder betreuuenden Elternteil (i.A. die Frau) während der Trennungsphase nicht aufzuerlegen, die bisherige Arbeit weiter zu machen (vgl. sämtl. unterhaltsrechtlichen Leitlinien).

ich zitiere aus einem anderen post von mir:
"ich liess beim KU-verfahren anklingen, dass ich als betreuungselternteil (für 4, 7, 9 j.) (= überobligatorisch tätig) mit dem gedanken spiele, von voll- in teilzeit zu gehen, um zusätzl. betreuungskosten zu sparen. zitat richter: 'das würde ich an ihrer stelle ganz schnell vergessen, da machen sie sich strafbar (ohne nähere erläuterung)'. begründung: 'sie haben doch bislang (= schon in der ehe) voll gearbeitet, da können sie den job jetzt nicht einfach hinschmeissen' "
(anmerkung: ex hatte seit ca. 1 jahr VOR der trennung wieder einen vollzeitjob, ich war im zeitpunkt der trennung in erziehungsurlaub mit 19 wochenstd., obiges statement war ca. 5 wochen nach ende meines erz.-urlaubs).

oder andersherum: das, was lausebackesmama schrieb:

Das Problem ist nur, dass eben eine Frau, die nicht arbeitet, dann eben dem Staat zur Last fällt, und der Staat wird immer versuchen einen zu finden, dem er die Versorgung stattdessen aufdrücken kann

gilt anscheinend NUR für frauen (dank zypries, schmidt und konsorten) - weil der mann traditionell eh' der versorger ist, egal ob als KU-zahler oder als kindes-betreuer (hach, wie 'modern' denken da unsere politiker und richter!). und am ende sind, so oder so, die kinder die leid-tragenden....

bei dieser offiziellen einstellung ist es für mich kein wunder, dass die 'versorgungsmentalität' der kindesmütter allgemeines (und political correct-es) gedankengut (geworden) ist. der staat und die gesellschaft (wer ist das eigentlich?) unterstützen dies ja, wer so handelt als frau, erfährt verständnis und zuspruch. aber wehe, der alleinerziehende KV denkt ansatzweise in diese richtung.... ganz zu schweigen von den problemen, die eine zweitfamilie eines KU-zahlers dadurch haben kann....

marina, ich glaube, die problematik, die du aufgeworfen hast, ist vielschichtig und läuft darauf hinaus, dass viele frauen sich 'nur' so verhalten, wie es ihnen als 'richtig' (traditionell, politisch) dargestellt wird. es wird ihnen ja auch zu einfach gemacht....

gruss
ulli

p.s.: die von deep erwähnten leitlinien der OLGs (hier: OLG oldenburg, nr. 17.1, als beispiel) lassen einen immensen spielraum zu, der mal so (wenn KM) und mal so (wenn KV, s.o.) genutzt wird....


ein mann geht nicht unter wenn er nicht will,
wehre dich, schlage dich, halte nicht still.....
(fritz grasshoff)

AntwortZitat
Geschrieben : 20.06.2005 01:08
(@Aniram)

Lieber Ulli !

Auch Deine Geschichte habe ich gelesen (war sehr fleißig die letzten Monate *g*) und so
kenne ich auch die Worte deines Richters.

Mir ist auch nicht klar, wie man hier die Gleichstellung der Geschlechter in den Kopf der
Verantwortlichen reinbekommt. Und wenn man bei solchen Aussagen eines Richters nicht
die Wände hochgeht, wann bitte dann ?

Auch das Wort "überobligatorisch", das ich zuvor gar nicht kannte, kann ich nicht mehr
hören. Ich könnte ja noch verstehen, wenn der Mann im Überfluss leben würde, daß er
seiner Exfrau und dem gemeinsamen Kind etwas abgeben müßte. Aber es kann doch
nicht sein, daß die gute Frau gar nicht weiss wohin mit dem Geld, sich ständig neu
einkleidet und teure Urlaube konsumiert, während der Mann, gegebenenfalls noch mit
neuer Partnerin und bestenfalls noch einem Kind, kein Auslangen findet.

Aber ich lese ja auch immer wieder voll Erstaunen, daß es für die meisten Männer, solange
es ihnen nicht total an den Kragen geht, sogar völlig in Ordnung ist. Also hat die Gehirnwäsche
auch bei euch das seine getan.

Was die Verpflichtung des Staates anlangt, genau dort will ich hin. Der Staat braucht Mitbürger
die arbeiten, auch um dem Generationenpakt nachzukommen. Aber so züchtet er nur eine
Meute von Nichtstuern heran, die das auch noch völlig ok finden.

Das Ganze ist eine Schraube, die irgendwann von innen bersten wird. Der Selbstzweck heiligt
nicht immer die Mittel.

Und dazu kommt noch, wie ich schon in meinem Eingangspost erwähnte.... was für ein Beispiel
wir euren Kindern gegeben ? Das Nichtstun und auf dem Geldbeutel anderer zu liegen sich lohnt.
Ein eindrucksvolles Beispiel zeigt sich jede Woche beinahe mehrfach in den diversen Talkshows.

Und dazu kommt noch etwas anderes. Die Menschen vergessen ganz, was für ein tolles und
befriedigendes Gefühl das ist, etwas zu schaffen und am Monatsersten den Lohn dafür zu
erhalten.

Ich selbst bin seit ungefähr 6 Jahren als behindert eingestuft nach mehreren Bandscheiben OP's,
bin chron. Schmerzpatient und es geht mir manchmal wirklich schlecht. Aber noch viel schlechter
würde es mir gehen, wenn ich in Pension hätte gehen müssen und anderen auf der Tasche
liegen würde.

So aber bin ich Teleworkerin und arbeite täglich oft bis zu 15 Stunden und das mit Begeisterung.

Ich bin stolz und glücklich die Möglichkeit zu haben für mich selbst zu sorgen und ich bin auch
stolz auf meinem Sohn, der seinem Vater in diesem Punkt so gar nicht gleicht, für den die
Arbeit auch nicht gerade erfunden wurde.

So.. jetzt bin ich ganz gehörig von Thema abgeschweift und höre lieber auf. Ich habe trotz
lesen scheinbar noch immer nicht gelernt, punktuell zu antworten und nicht anzufangen zu
plappern :redhead:

Lieben Gruß

Marina


AntwortZitat
Geschrieben : 20.06.2005 01:35