Hallo zusammen,
wir haben ein vielleicht nicht so alltägliches Problem, bei dem wir hife und Tipps brauchen.
Mein Mann hat eine Tocher (7 Jahre) aus 1. Ehe, die die letzten 3 Jahre bei uns lebte. Wir sind seit 3 Jahren verheiratet und haben gemeinsam 2 Kinder (2 Jahre und 1 Monat alt). Da mein Mann unter ADS leidet und bei seiner Tochter dies ebenfalls diagnostiziert wurde, wurde uns von Psychologen und Ärzten geraten, die Große aus unserer Familie zu nehmen. Die leibliche Mutter erklärte sich großspurig bereit, sie wieder zu sich zu nehmen, was auch seit 01.11.04 der Fall ist.
Mein Mann ist aufgrund seiner Erkrankung arbeitslos und betreut deshalb die Kinder, während ich arbeiten gehe (Arbeitslos ist er seit knapp über 2 Jahre, also seit vor Geburt unserer ersten gemeinsamen Tochter). Mit meinem Arbeitgeber ist es abgesprochen, dass ich - sobald er einen Job gefunden hat, der auch entsprechend bezahlt wird - die Elternzeit sofort antreten kann. Aus diesem Grund bekommt er auch Arbeitslosenhilfe, da er dem Arbeitsmarkt auch wirklich zur Verfügung steht.
Seine Alhi ist so gering, dass er nicht über seine eigene Grundsicherung (oder wie das heißt) kommt und seine Ex somit Unterhalt nach dem UVG beantragt hat und auch bewilligt bekam.
Die Große ist jedoch nicht nur bei der Mutter, sondern den überwiegenden Teil der Zeit bei einer Pflegemutter, da die leibliche Mutter Nachtschicht arbeitet.
Genau genommen sieht es so aus:
Sie geht gegen 18:00 Uhr zur Pflegemutter, ißt dort zu abend, schläft dort und geht von dort morgens zur Schule. Nach der Schule geht sie wieder zur Pflegefamilie, ißt dort zu Mittag und macht ihre Hausaufgaben dort. Wenn sie dann kein SIngen oder Flöten hat, geht sie nach den Hausaufgaben (Wir schätzen mal so gegen 16:00 Uhr) zur leiblichen Mutter.
So das ist in etwa die Situation. Jetzt kommen die Fragen:
1. Wie sieht die Situation aus, wenn mein Mann evtl. kein Arbeitslosengeld II bekommt und somit nicht mehr arbeitslos ist ? Kann das Jugendamt ihm dann einen Strick daraus drehen, dass er "Hausfrau und Mutter" ist
2. Wie sieht das mit der Rückzahlung des Unterhaltsvorschusses aus ?
3. Bin ich seiner Tochter unterhaltsverpflichtet ? Ich meine damit, ob sich bei der Berechnung des Unterhalts mein Gehalt mit eingerechnet wird.
4. Gibt es einen Freibetrag, über die er auf jeden Fall verfügen kann ohne dass es an den Unterhalt geht ?
5. Ist es überhaupt rechtens, dass die Ex Unterhalt UND Kindergeld bekommt, obwohl sie das Kind eigentlich gar nicht betreut ?
Danke dass Ihr bis hier hin gelesen habt
Christine
Hallo Christine,
hmm, die Geschichte ansich ist sehr merkwürdig.
Ich frag mich ganz im Ernst, ob man dem Kind mit ADS einen Gefallen tut, es zu Mutter zu stecken, die eh keine Zeit dafür hat.
Ich stelle mir das sehr schwer vor.
Wenn das Kind eh nur bei der Pflegefamilie ist, warum nimmt diese Familie das Kind nicht ganz zu sich ?
Ich geh jetzt mal davon aus, daß die Familie gerade auf ADS-Kinder geschult ist.
So zu den Fragen:
Generell ist es so, daß der KU zu zahlen ist.
Der Kindesvater hat aber einen gewissen Selbstbehalt.
Der liegt bei Erwerbstätigen bei 840 Euro im Monat.
Nun ist er aber arbeitslos, bzw wird dann in die Erziehungszeit einsteigen.
Heißt für Dich, daß Du Deinem Mann unterhaltspflichtig wirst.
Ob Du am Ende wirklich für den KU des Mannes löhnen mußt, hängt natürlich auch von Deinem Einkommen ab, da Du auch 2 Kinder zu ernähren hast, die grundsätzlich vor gehen.
Unterhaltsvorschuß kann zurück verlangt werden.
Sobald der Mann zahlungsfähig ist, wird das Jugendamt schonmal anklopfen.
Nun das mit der Mutter und Unterhalt....das ist wohl aus moralischer Sicht zu sehen.
Sie zahlt damit die Pflegeeltern und wird dafür wohl mehr zahlen, als was der KU und das KG ausmacht.
Ich hab hier leider das Gefühl, daß ein Kind auf der Strecke bleibt ;(
Ich glaube...man sollte mal mit der Mutter und dem Jugendamt sprechen, ob es für das Kind keine bessere Lösung gibt, als immer nur hin und her geschoben zu werden.
Gruß
Melly
Hallo Melly,
danke für Deine Antwort. Dass die Mutter nicht unbedingt die beste Wahl ist, sehen wir genauso, aber da sind wir beim Jugendamt leider auf taube Ohren gestoßen. Als die gehört haben, dass die Mutter das Kind nehem würde, war alles andere absolut tabu, denn das war die kostengünstigste Lösung. Und da ist das Kindeswohl eben doch nicht mehr ganz so vorrangig
Gruss Christine
Hallo Christine,
was sagt denn da bitte ein Arzt dazu und die Therapeuten?
Da sollte doch noch was zu machen sein?
Ist die Pflegefamilie ADS-geschult?
Gruß
Melly
Hallo Melly,
die Ärzte und Therapeuten sagen, dass man es die Mutter versuchen lassen soll, da auch der sozialpädagogische Dienst des Jugendamts eingeschaltet werden soll (angeblich auch ist lt. Kindesmutter). Viel mehr können die Ärzte und Therapeuten nicht sagen, da sie die KM nicht groß kennen. Die Pflegemutter ist nicht ADS- geschult und will jetzt auch - zusammen mit der Mutter - das Medikament Ritalin absetzen, dass sie im stationären Aufenthalt bekommen hat. Ich habe letzte Woche auch noch mal mit dem bisher zuständigen Sachbearbeiter bei unserem JA gesprochen und er war der Meinung, dass wir jetzt einfach mal nichts machen sollten und die Pflegemutter und die KM die Erfahrung machen lassen sollen.
Wir sind echt mit unserem Latein am ende, denn leichten Herzens haben wir unsere Große bestimmt nicht her gegeben, auch wenn es manchmal an den Rand der Belastungsgrenze - besonders für mich - ging, da mein Mann halt auch krank ist.
Gruss CHristine
Na einfach nur zum würgen...Ritalin mal einfach so absetzen, ohne das mit den Ärzten zu besprechen, da bekomme ich als gelernte Krankenschwester schon ein tiefes Grummeln.
Was tut man bitte dem Kind an?
Das Jugendamt ist wohl wirklich nicht der richtige Ansprechpartner, die Aussage...die soll das ruhig mal versuchen ist ja in meinen Augen der Oberhammer.
alles auf dem Rücken des Kindes austragen.
Das macht sich doch bitte auch in der Schule bemerkbar*seufz
Mein Neffe hat ja das selbe Problem und nimmt auch das Medikament...also wenn er bei Oma am See ist und mit Opa fischen darf...braucht der junge Kerl keine Medis, da er Aufmerksamkeit bekommt.
Evtl liegt da auch ein seeeeehr großes Problem.
Gruß
Melly
wir haben alles versucht - ich bin teilzeit zum arbeiten gegangen, mein Mann war sowieso zu Hause, wir waren bei der psychologischen Beratungstelle, mindestens 100 x in der Schule um alles für sie zu erreichen, wir haben mit ihr Spiele gemacht und all das, aber bei uns war einfach Alltag, mit Hausaufgaben, Regeln (pünktlich ins Bett usw.) und das hat sie eben bei der Mutter alles nicht. Deshalb hat sie auch mit Freuden ja gesagt, als sie gefragt wurde, was sie von der Idee hält zur Mutter zu gehen. Probelm ist eben, dass mein Mann es nicht gebacken bekommt, sie bei uns zu haben und ich mit Arbeiten gehen und zwei kleinen Kindern einfach nicht mehr konnte. Mit Ritalingabe bei ihr hätte ich es vielleicht gepackt, aber da stand eben schon fest, dass sie zur Mutter geht. Und jetzt setzen sie es einfach ab.
Es ist einfach nicht fair - besonders für sie
Christine
Irgendwie bin ich jetzt einfach nur erschüttert wie mit dem Kind umgegangen wird.
Ich mache Dir jetzt keine Vorwürfe Christine, das steht mir nicht zu, aber ich frag mich, warum nicht schon früher mit Medikamenten gearbeitet wurde.
Ich denke gerade eine ordentliche Familie mit einem richtig guten normalen geplanten Verlauf ist für so Kinder wichtig.
Herrscht ja schon genug Chaos im Kopf, da wirkt oft Ordnung und ein geregeltes Leben .
Darum kann ich das irgendwie nicht mehr nachvollziehen *seufz
Will die Mutter das Kind jetzt eigentlich nicht mehr rausrücken?
Oder hättet Ihr gute Chancen, das Kind wieder zu bekommen, wenn es gut eingestellt ist?
Gruß
Melly
Sie wurde nicht früher eingestellt, weil erst als sie in der Schule ziemlich schwierig wurde, ich beschlossen habe, dass wir uns an eine Hilfe von ausserhalb wenden müssen. die psychologische Beratungsstelle hier am Ort äusserte dann zum ersten Mal den Verdacht ADS und verwieß uns an eine spezielle Klinik in Mxxxxx. Nach einer ambulanten Vorstellung dort, war sie von Ende August bis Ende Oktober stationär dort und wurde dort auch eingestellt.
DIe KM würde sie Stand jetzt auf keinen Fall wieder her geben, denn ich vermute, dass sie so viel Druck bekommen hat, wie man denn sein Kind dem Vater geben kann, dass sie jetzt Gott und der Welt beweisen will, wie toll sie doch ist.
Mit Ritalin ist Pxxxx wirklich umgänglich und lieb und wir konnten an den Besuchswochenenden die Zeit wirklich genießen.
Im Moment hoffe ich auf die ZEit, wenn mein Mann seine Verhaltenstherapie bzg. seiner eigenen ADS beendet hat. VIelleicht haben wir dann wieder eine Chance, dass sie zu uns kommt, wenn bemerkt wird, dass sie bei der KM nicht gut aufgehoben wird und die Pflegefamilie auch nicht das erste Mittel der Wahl ist.
Ärgern würde mich einfach nur, dass sie Geld bekommt, statt der PFlegemutter, die die ganze Arbeit hat.
Bitte keine Namen und Orte angeben
Biga
[Editiert am 6/12/2004 von biga]
