Sorry, ich kann nicht anders ... ich mag Dich trotzdem, dass weißt Du. Ich bekomme dieses brennen unter den Fingernägeln aber nicht weg, bevor ich das geschrieben habe 😉
Niemand wird in ein "neues" Rollenleben gezwungen. Wie können aber nicht einerseits fordern, dass nach der Trennung paritätisch erzogen und finanziert wird, vorher die Muddi aber mit dem Staubtuch durchs Haus tüddeln lassen.
Das ist die Rosinenpickerei, wegen der sich so wenig bewegt. Es ist schlicht unrealistisch, aus einer Frau, die über einen langen Zeitraum nur Familienarbeit betrieben oder wenigstens den Fokus darauf hatte, plötzlich eine sich selbst und ihre Kinder finanzierende Wechselmodellmutter zu machen.
Es wird sich bei diesem Thema einfach zu leicht gemacht. Durch eigenes erleben und auch im Bekanntenkreis, habe ich eine Vorstellung bekommen, wie weit verbreitet der Unwille zur Arbeit bei vielen Frauen vorhanden ist. Unterstützt wird dies durch die "Rechtssprechung" die da sagt, dass ein Ehemann seine Ehefrau nicht zur Arbeit zwingen kann. Daher passiert, was passieren muss ... Mutti bleibt einfach mit dem Hintern zu Hause und macht nix, und niemand kann das ändern ... das wird dann als gewähltes Rollenmodel gewertet. Oder man schmeißt die Alte raus, was dann zur Folge hat, dass man mit KU und BU ebenso im **tsts - ID 6** ist ...
Naja, überfahren und ins Ausland verschwinden sind dann die Optionen, die das Klischee des "verantwortungslosen Vaters " bedienen ... ergo, egal wie man es macht, es ist falsch.
Und leider haben beider recht! In der Gesellschaft ist zu stark verankert, dass die Frau die Hauptlast der Erziehung trägt.
Wer das behauptet, der kennt meine Ex nicht. Quantitativ permanent anwesend, qualitativ nicht vorhanden. Da sind die Fachleute aber leider mit überfordert. Und ich könnte ziemlich schnell viele Beispiele kennen.
Gruß
Kasper
Gott gebe mir die Gelassenheit, Dinge zu ertragen, die ich nicht Ändern kann, den Mut, Dinge zu Ändern, die ich Ändern kann und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.
Lös dich mal vom Einzelfall Kasper. Es geht Max und mir einfach um das zementiere Bild bei den klassischen Massenfällen und der daraus resultierenden logischen Konsequenzen. Egal ob Muddi den ganzen Tag helikoptert hat oder die Kinder vor der Glotze geparkt hat. Niemand zaubert solche Frauen von heute auf morgen und auch nicht auf übermorgen in einen Selbstversorgerjob.
Das klassische Rollenmodell von heute ist der Genickschuss von morgen.
LG LBM, Selbstversorgerin
"Mut bedeutet nicht, keine Angst zu haben, sondern es ist die Entscheidung,
dass etwas anderes wichtiger ist als die Angst."
Ich tute ins selbe Horn, Kasper. In solchen Foren wie diesem neigt man (und da bin ja auch ich nicht frei davon) dazu, seine eigene Situation zugrundezulegen.
Die von dir beschriebenen "faulen" Frauen sehe ich auch hier auf dem Lande kaum.
Ich sehe in der Hauptsache 3 Kategorien:
-die einen, die mit einem/mehreren Jobs um die Kinderbetreuung herumjonglieren und sich - manchmal schlecht, manchmal recht - alleine finanzieren (kommt dann immer darauf an, was mal erlernt wurde und wieviel Glück man hatte, einen kinderkompatiblen Job zu finden)
-die, die IM EINVERNEHMEN mit Vaddi Hausfrau sind, während er per Vollzeitjob die Familie ernährt
-die Langzeit Hartzer (da haben wir hier 3 "spezielle" Straßen mit den Sozialwohnungen), das sind aber zu annähjernd gleichen Teilen Frauen, Männer, Familien.
Mein Chef ist gerade Vater geworden, die Mutter seines Kindes hat - wie eben auch er - eine eigene Firma. Rate mal, wer am Tag nach der Geburt wieder arbeiten war (und irgendwie jeden Tag seitdem früher zur Arbeit erscheint und später nach hause geht): Richtig!!!
Er kommuniziert auch ganz klar, dass er die Aufgabe der Mutter beim Kind sieht. Er ist Mitte 40.
Ein anderer Kollege wird Vater und will 1 Jahr in EZ gehen, weil seine Freundin weit mehr verdient als er. Wir warten jetzt schon auf das Beben.
Dieses System hat viele Facetten und Lebensmodelle, ich finde es schade, wenn man aufgrund der persönlichen Situation das nicht mehr anerkennen kann.
Wasserfee
nicht mein Zoo
nicht meine Affen
Hallo Kasper,
der Unwille ist oft kein Unwille, sondern ein sozialer Zwang unter Frauen. Meine Partnerin arbeitet Teilzeit und such intensiv nach einer Vollzeitstelle. Vorher ging Vollzeit in ihrer Branche nicht als Alleinerziehende. Es ist aber schon jetzt so, dass sie nicht zu allen Events in der KiTa dabei sein kann. Was meinst du, wie doof Frauen angeguckt werden, wenn sie da nicht zu 100% dabei sind. Wenn der Mann kommt, heißt es oft nur "Ach, schön dass Sie auch kommen". Die Betonung liegt hier auf dem "auch". Dass die Mutter kommt ist natürlich selbstverständlich. Dieses Rollenmodell muss aufgebrochen werden. Ich denke, dass viele Väter auf dem richtigen Weg sind, weil sie sich um ihre Kinder kümmern wollen, gleichzeitig muss es aber selbstverständlich werden, dass Frauen sich nach der Geburt wieder selbst versorgen, sodass Betreuung und Erwerb hälftig geteilt werden. Denn so würden auch die dämlichen Streitereien um Kinder und Geld im Trennungsfall aufhören, wenn beide nach einer Trennung Karriere vor sich und Kinder bei sich haben.
Auch das Phänomen der Kinderbesitzerin kommt doch daher, dass diese Frauen wirklich denken, dass die Mutter das universelle Zentrum der Erziehungskompetenz ist. Diese Frauen überzeugt man nicht, indem man sie schalten und walten lässt, wie man will und nach der Trennung dann ein WM vorschlägt. Wenn aber der Vater mal ein halbes Jahr alleine zu Hause ist, weil die Mama arbeiten geht (sonst fällt halt Elterngeld weg), kann man ggf. mal Einstellungen ändern.
@Max,
nicht nur Frauen denken, dass sie die absolute Erziehungskompetenz sind.
Ich war letztens auf dem Elternabend. Nicht irgendein Elternabend sondern der allererste Elternabend der neuen 1. Klassen.
Anwesend waren ca. 40 Elternteile, davon 2 Väter.
Wasserfee
nicht mein Zoo
nicht meine Affen
Hallo Wasserfee,
hier muss ich mal uns Vätern den Rücken stärken. Ich war bisher auf allen Elternabenden meines Sohnes und wurde leider auch zum Klassenpflegschaftsvorsitzenden gewählt. Bei mir ist es ähnlich, 90% der Anwesenden sind Frauen. Meine Freunde gehen da nicht hin, weil sie sich abends lieber um die Kinder kümmern, statt an diesen sinnbefreiten Elternabenden teilzunehmen. Wieso kann man die Details, die dort präsentiert werden, nicht in einem Brief zusammenfassen? Wieso in Gottes Namen muss man seine Kinder abends zu Hause lassen, um am Ende einen Terminplan vorgelesen zu bekommen?
Mein Eindruck ist, dass viele Frauen nach dem Elternabend noch vor dem Gebäude stehen und sich verquatschen. Ich habe aber noch keine zwei Väter gesehen, die das tun. Die gehen lieber nach Hause zu ihren Kindern. Gleiches Phänomen übrigens auch in der KiTa: wenn ich meinen Kleinen bringe, sieht man jeden Morgen die gleichen Frauen quatschen. Die Väter kommen, machen das Kind fertig und gehen. Gespräche höchstens während das Kind ausgezogen wird. Die gehen direkt arbeiten, um dann früher Schluss machen zu können. Noch letzte Woche haben sich drei Frauen in der KiTa darüber ausgetauscht, wie viel sie denn arbeiten. Ergebnis: zwischen 25 und 30 Stunden, "das reicht ihnen". Würden die nicht jeden Morgen mit reden verbringen, könnten die locker eine Stunde mehr am Tag zum Familienbudget beitragen. Aber das ist es mal wieder: wenn Frauen auf Teilzeit gehen, um sich in der KiTa "mit anderen Müttern auszutauschen" oder um an Bastelveranstaltungen teilzunehmen, ist das normal, wenn Männer das machen, ist das Faulheit. Mein Chef hat genau 0 Verständnis, wenn ich meine Sachen vor Ort wegen der Kinder nicht schaffe und ich betreue 4. Eine Kollegin hat letztes Jahr ihr zweites bekommen, die hat 4 Tage Homeoffice bekommen. Genau genommen kriegt bei uns jede Frau mit Kind mindestens einen Tag Homeoffice. Wenn eins meiner Kinder krank ist und ich nicht kommen kann, dann darf ich von zu Hause arbeiten, weil die Alternative ein Krankenschein wäre.
Das ist das, was ich meine: das gesellschaftliche Denken muss sich ändern, aber das kann nur die Politik forcieren. Denn Menschen kommen nur schwer aus gelernten Rollenbildern raus. Da gibt es dann die Männer, die gerne "das klassische Modell leben", aber nur, solange sie keinen Unterhalt bezahlen und Frauen, die lieber auf dem Spielplatz als auf der Arbeit sitzen. Dabei sind beide Elternteile für Erziehung und Einkommen verantwortlich.
@Max,
ja, ich verstehe was du meinst.
Aber ich wollte eher in eine andere Richtung.
Auch in den whatsapp-Gruppen etcpp sind fast auschließlich die Mütter vertreten.
Die ganze Organisation drumrum ("Jason-Timothy hat die Themenliste für die Klassenarbeit verbaselt, kann mir die jamand mal schicken" oder "Samantha-Chiara vermisst ihren Turnbeutel, hat den jemand gesehen", Harald hat die Hausaufgaben vergessen, kann mir jemand die Seitenzahlen mitteilen") wird in meinem Umfeld ausschließlich von den Müttern erledigt.
Das ist schon ein Indiz für die häusliche Rollenverteilung.
Wasserfee, bekennende Elternabendhasserin
nicht mein Zoo
nicht meine Affen
Hhhmmm,
@Max,
nicht nur Frauen denken, dass sie die absolute Erziehungskompetenz sind.
Ich war letztens auf dem Elternabend. Nicht irgendein Elternabend sondern der allererste Elternabend der neuen 1. Klassen.
Anwesend waren ca. 40 Elternteile, davon 2 Väter.
Wasserfee
irgendwie verstehe ich Deinen Beitrag nicht. Was wolltest Du damit zum Ausdruck bringen?
Etwa das, dass der Rest der Väter dem 1. Elternabend fern- und zu Hause, bei den Kindern geblieben sind, weil sie (die Väter :wink:) sich für kompetenter gehalten hatten die Kinder zu betreuen (während die Mütter sich eben beim Elternabend vergnügten)?
Gruß Kakadu59
"Die Lüge fliegt, und die Wahrheit hinkt hinterher; so ist es dann, wenn die Menschen die Täuschung erkennen, schon zu spät - der Hieb hat gesessen und die Lüge ihre Wirkung getan." - Jonathan Swift (1667- 1745)
... Wieso in Gottes Namen muss man seine Kinder abends zu Hause lassen, um am Ende einen Terminplan vorgelesen zu bekommen?
Weil wir in Deutschland sind, in den USA beginnt der Eltern"abend" gegen 17:00 Uhr und die Kinder werden betreut.
In Deutschland gibt es nicht nur die treusorgende Hausfrau und Mutter sondern auch die Oma ist sofort verfügbar und betreut die Kinder, wenn die Eltern zum Elternabend gehen. Also in 50ern und 60ern gab es damit wenig Probleme. 🙂
VG Susi
@Kakadu: einfach meinen post danach noch lesen und schon bist du erhellt 🙂
WF
nicht mein Zoo
nicht meine Affen
Sie will damit sagen, dass Frauen sich tendenziell mit der Organisation des Alltags der Kinder beschäftigen. Das sehe ich auch so, ich habe mal ne Zeit lang versucht mich da einzubringen. Habe es schlussendlich sein gelassen, man wird als Mann eh übergangen (die Trainerin meines Sohnes fragt jedes Mal meine Ex, ob mein Sohn zum Spiel kommt, obwohl sie weiß, dass er jeden Samstag bei mir ist).
Aber ich glaube, dass Männer da einfach pragmatischer sind: wenn mein Sohn vergessen hat, was er an Hausaufgaben auf hat, sage ich ihm: "Oh, das ist blöd, dann musst du morgen wohl ohne Hausaufgaben gehen". Wenn mein Sohn die Themenliste für die Klassenarbeit verbasseln würde, müsste er halt alle Themen lernen. Wenn mein Sohn seine Jacke verlegt, muss er sie suchen. Sowas lernt man "selbstständig werden". Ich bin auch in den ganzen Whatsapp-Gruppen und betrachte 95%-99% der dort geschriebenen Nachrichten sowohl individuell als auch für die Gruppe als überflüssig, oft sogar als störend.
Ich konnte mich solchen Gruppen immer erwehren. 🙂
Für Hausaufgaben nicht wissen gibt es auch noch den tollen Trick, dass das Kind einfach einen Klassenkameraden anruft und mal SELBST fragt. Das funktionierte schon in meiner Schulzeit so.
Ich glaube einfach, dass es Menschentypen gibt, die mehr auf Selbständigkeit setzen und andere, die das eben nicht zulassen können. Und dann gibts Kinder, die einfach Macher sind. Mein Sohn ist das erste Mal mit 12 alleine ohne Absprache zum Friseur gegangen. Taschengeld genommen und los ging es. "Macht 13 Euro, Mama!" Heute mit 15 gehe ich nur zum Arzt mit, wenn es irgendwas zu entscheiden gibt, was er nun mal noch nicht darf. Die Arzthelferinnen sind immer ganz verzückt, wenn er alleine Termine macht oder kommt. Ja nun, wann soll er es denn lernen, wenn nicht jetzt? Ich glaube auch, dass arbeitende Eltern ihre Daseinsberechtigung nicht an den Kindern fest machen und Selbständigkeit viel mehr forcieren. Davon profitieren die Kinder auch, wenn man zwar ansprechbar bleibt, aber nicht der Manager der Kinder ist. Damit kann man altersgerecht früh anfangen.
LG LBM
"Mut bedeutet nicht, keine Angst zu haben, sondern es ist die Entscheidung,
dass etwas anderes wichtiger ist als die Angst."
Hi @Lausebackesmama,
deinen 2. Absatz kann ich nicht teilen... 😉 Da wo ich groß geworden bin (aus einem der mittlerweile fast 30 Jahre alten "neuen" Bundesländern) gab es damals keine bzw. nur arg wenige Telefone. Da war noch laufen oder Fahrradfahren angesagt um vergessene Hausaufgaben beizubringen
Deinen letzten Absatz unterschreibe ich...
@Kakadu: einfach meinen post danach noch lesen und schon bist du erhellt 🙂
WF
die Frage an Dich habe ich gestellt, nachdem(!) ich Deine (für mich immer noch nicht nachvollziehbaren Zeilen) berteits drei oder elf mal durchgelesen habe.
Also bitte sei so gut und erkläre es mir "wie einem fünfjährigen" (so würde es der Kölner formulieren.. :wink:)
Gruß Kakadu59
"Die Lüge fliegt, und die Wahrheit hinkt hinterher; so ist es dann, wenn die Menschen die Täuschung erkennen, schon zu spät - der Hieb hat gesessen und die Lüge ihre Wirkung getan." - Jonathan Swift (1667- 1745)
