Hallo,
ich meld mich mal wieder. Ich hab in dieser Geschichte sehr viel zu meiner Zufriedenheit geschafft, Manches aber auch nicht. Ich bin nicht frustriert oder will wirklich jemand einen Vorwurf machen . Es ist der ganz normale Wahnsinn! Die nicht besonders erfreulichen PISA Studien wundern mich nicht wirklich mehr, den Kindern wird durch so einen blöden Streit die Grundlage entzogen. Töchterchen war zu Besuch mit allen Konsequenzen.
Aber lest selbst, hier einen Auszug:
Angefangen hat alles wieder mit einem gabz normalen Besuch+Übernachtungen, bei dem ein paar schulische Problemchen Zur Entspannung wollte ich noch etwas Mathematik mit ihr üben. Die von ihr mitgebrachten Aufgaben waren nicht wirklich schwierig, aber etwas trickreich.
Ich wollte sehen, wie weit sie kommt und wann die Probleme anfangen. Eine erste Wahl der Aufgabe habe ich ihr überlassen – Eine zugleich für mich aufschlussreiche, wenn auch für sie unglückliche Wahl. Es ging darum zwei (deduktiv) mathematisch korrekte Beweise für Oberflächen und Winkel in zusammengesetzten Körpern zu führen.
An sich kein Problem, wenn man die Körper virtuell in einfache Grundstrukturen zerlegt, die Nerven behält und konsequent weiterrechnet.
Okay, die erste Aufgabe war etwas fies und man musste um zwei Ecken denken – Da waren Fallen versteckt.
Das mit dem Zerlegen in Grundstrukturen klappte ja noch halbwegs mit Anschubsen – Danach wurde die Sache planlos und sie tippelte seltsame Werte in ihren Taschenrechner und betrieb 25 wertvolle Minuten Zahlenmystik – So nach dem Motto: „Was könnte welcher Wert sein?“ – D.h. sie hat nicht begriffen was sie tut!
Natürlich hab ich versucht sie von diesem völlig falschen Ansatz (der selbst über Tricks nicht mehr zu einem korrekten Weg geführt hätte) abzubringen.
Ich hab ihr den Tipp gegeben den Taschenrechner wegzulegen, weil sie ihn in keinem einzigen Schritt braucht!
Trotzig meinte sie, dass sie dann halt den Taschenrechner weglegt. Das aber nur widerwillig und sauer, weil sie in der Schule den Taschenrechner benutzen müssen und das immer so sei! So nebenbei, es gibt keine numerischen Beweise in der Mathematik – Dann müsste man das neue Fachgebiet „experimentelle Mathematik“ einführen! So gemein hab ich es natürlich nicht gesagt.
Nachdem sie nun sinnlos irgendwelche nicht vorhandene Winkel im Körpergerüst eingezeichnet hatte, verlor ich zugegebenermaßen etwas die Nerven. Ich muss es zugeben, tatsächlich war ein rechter Winkel korrekt eingezeichnet, der aber für den Beweis rein gar nichts brachte – Das war aber eindeutig ein Fehler von Papa und sie hat alles richtig gemacht.
Zugegebenermaßen wurde ich zeitgleich zynisch und hab nur noch lakonisch geantwortet: „Dann mach doch Deinen Scheiß selbst und frag mich nie mehr!“
Ja, manchmal kann ich ein gemeiner Hund sein! Ich hab ihr die Lösung in weniger als einer Minute in vier Zeilen hingeklatscht. Dann hab ich gefragt, ob es sinnvoll ist in einer wichtigen Prüfung Zeit für andere Aufgaben zu verschwenden oder das Zeug mit wenigen überaus gängigen Kniffen zu erledigen?!?
Später hab ich dann gemerkt, dass sie noch sehr viel mehr mathematische Defizite hat und dass fundamentale Grundkenntnisse fehlen. Da glaubt die doch tatsächlich, dass es bei einer Addition oder Multiplikation auf die Reihenfolge der Terme ankommt. Numerisch vielleicht, mathematisch aber nie! Muss ja aber richtig sein, weil in der Schule das so gemacht wird …
Geht’s noch?
Der KM kann ich nicht bös sein, denn die blickt in diesem Bereich sowieso nix. Vor Jahren wurde aber in einer der vielen Psychomühlen eine mathematische (ich mein jetzt nicht Rechnen) Begabung bei meiner Tochter festgestellt?!? Ich brauchte einen Tag dazu!
Ja, ich hab mich über diese unnötigen Denkfehler meiner Tochter aufgeregt, hab aber meiner Tochter Unrecht getan und hab mich bei ihr entschuldigt! Sie kann nur wenig dafür, sie hat aber eklatante Wissenslücken im mathematischen Bereich – Hat das niemand (Heim/JA) bemerkt?
Okay, die Kleine ist irgendwie fusselig, planlos oder wie ihr es nennen wollt – Aber wenn das alles ist, dann kann man das auch jetzt noch richten.
Keine Sorge, am nächsten Tag ging alles seinen normalen Weg. Wir sind uns wirklich wieder einig und haben das beim letzten gemeinsamen Frühstück besprochen,
Sie sieht ihre Lücken nun auch ein und will die auffüllen. Nein, ich will kein Abbild von mir basteln, ich will ihr aber mit wenigen Tricks wertvolle Zeit in Prüfungen sparen und sie fit für das richtige Leben machen, das eben nicht in MTV stattfindet.
Jetzt hatte ich sie eine gute Woche bei mir, letztendlich haben wir uns prima verstanden (der gleiche Sturkopf wie ich) aber das JA und das Heim zickt rum. Erst in zwei Wochen darf sie wieder kommen obwohl sie bleiben wollte. Die KM hat sich endgültig ins Abseits geschossen, aber nachdem ich mit der KM nicht verheiratet war
Okay, das sind auch wieder zwei Wochen Schonzeit für meine Ohren, weil die Rap nicht gewohnt sind. Bin halt ein Rock- und Independence.Fan. So schlimm ist das aber mit Rap gar nicht, da gibt es auch nette Songs, die ich mir sogar freiwillig reinziehe.
Okay, das war jetzt grossteils Mathematik und darauf kann man notfalls verzichten. Man mag mich als Spiesser bezeichnen, aber was mir heute die die beste Freundin meiner Tochter erzählt hat, das sprengt alle Grenzen.
Klar, 16-Jährige haben unendliche Träume von 10 000 EUR und mehr netto im Monat, man müsste das nur richtig machen! Na wo sind denn dann die ganzen Millionäre? Wie man das Grundkapital beschafft wurde mir auch "erklärt"?!? No comment, ich weiss offziell von nix, aber irgendwie war da was sehr sehr Illegales dabei!
Na gut, das hab ich als Jugendspinnerei wortlos abgetan. Ich hab die beiden Freundinnen machen und spinnen lassen, denn beim ersten Auto geht unter einem fetten 5er BMW gar nichts - Ja ja ja ...
Na ja, ich hatte nen Fehler gemacht und tatsächlich ab 14:00 bis zum Zeitpunkt (19:00) zwei Bier getrunken und war damit nicht mehr fahrtüchtig - Hab ich echt nicht absichtlich gemacht!
Plötzlich kam Töchterchen auf die grandiose Idee, dass ich die Freundin heim fahren sollte. #
A - Nö geht nicht, ich hab was getrunken!
Q - Du bist doch nicht betrunken?
A - Nein, bin ich nicht, aber ich darf nicht mehr fahren!
Q - Warum nicht? Pierro (gemeinsamer 19-jähriger Freund der Beiden) trinkt viel mehr und kann noch fahren!
A -Das ist seine Sache, ich mache es jedenfalls nicht!
Blöderweise hatte ich nen erst kürzlich geeichten Alkomaten rumfahren und hab zur Demonstration mal gepustet - 0,32 Promille - Die BAK wäre sicher noch höher ausgefallen!
Q - (Nach einem Zögern ...) Ja Pierro ist ja jünger als du und trainiert regelmässig, der verträgt das besser. Bei dem würde man nichts merken.
Das war wiedér mal einer der Momente, an denen ich mich an schiefe Türme in Italien erinnert fühlte. Sorry, wie kann man so blöd sein? Natürlich ist es meine Tochter und das macht mich ja so traurig. Nach 16 Jahren unfreiwilliger (von der KM geforderter) "Abstinenz" hat man plötzlich ne fast erwachsene Tochter, die man so mal auf die Kürze gerade biegen soll.
Okay, ich mag meine Tochter wirklich von ganzem Herzen, aber KM, JA und Heim haben trotz meiner Bemühungen gegen meine Bemühungen um das Sorgecht gekämpft. Jetzt wo das Kind im Brunnen liegt, da wird Papa wieder als Hilfskraft ohne Rechte interessant!
Natürlich liebe ich meine Tochter und werde sie nie fallen lassen. Aber unter dem Deckmäntelchen des "Kindeswohles" wird wohl so mancher Mist betrieben! War aber wohl klar, Daddy ist berufstätig und schafft Geld offiziell ran, die KM ´war und ist nach wie vor nicht berufstätig und hat damit Zeit für das Kind ... Ich sag lieber nix mehr, stelle aber fest, dass die KM ihre "Arbeit" seit Jahren überwiegend liegend verbringt. Nein, das ist keine Hassattacke, das ist belegbar! Der Kindesvater ist aber keine verlässliche Bezugsperson für das Kind, weil er bundesweit stets beruflich unterwegs ist. Klasse Argumentation, hat aber wohl nicht ganz geklappt und plötzlich darf Daddy teilweise die Pflichten übernehmen, die andere verbockt haben! Wie gesagt, ich wollte das immer tun, werde das auch tun und meine Tätigkeiten umstrukturieren. Warum muss alles immer so komplizert sein?
Weitere Probs gibt es zu Hauf, aber damit will ich wuch vorerst nicht belästigen. Ich schrei dann auch erst wenn alles zu spät ist 😉
Hallo,
mal aus der Sicht einer Lehrerin, damit die es auch kapiert: Was genau ist jetzt Dein Prob mit Deiner Tochter? Dass Sie Mathe nicht so gut versteht? Damit ginge es ihr wie Millionen anderer Schüler und hat eher nichts mit ihrer Begabung oder Nicht-Begabung zu tun. Manche Sachen checkt man wirklich erst spät oder nie. Viel haben auch die Lehrer damit zu tun (ja, das weiß ich...).
Das "rumwurschteln" kann auch ein Anzeichen für etwas ganz anderes sein.
Hast Du denn alles richtig gemacht? Die Herangehensweise an Mathe ist nicht mehr dieselbe wie vor 30 Jahren. Auch wenn man es nicht glauben mag: Die Schule HAT sich verändert, auch an die Bedürfnisse der Kinder angepasst. Die Gesellschaft ändert sich, die Familienstrukturen ändern sich, die "Milieus" verändern sich, also muss sich auch der Unterricht verändern, auch wenn viel ältere Lehrer-Semester das nicht einsehen wollen.
Und was das Vertauschen der Summanden bspw angeht: Klar, die kann man vertauschen, aber muss man das auch??? Was wenn alle in der Klasse Deiner Tochter nur alles durcheinandergebracht hätten, dann war es doch der richtige Schachzug die SuS nicht noch mehr zu verwirren...
Oder?
LG Romy
Moin,
in Ergänzung zu Romy.... ich halte es immer für ein bißchen "gefährlich" wenn Eltern Lehrer spielen und den Kindern was "beibringen" wollen, weil in der Schule alle doof sind und man es selber viel besser kann. Oft geht es ja nicht um die richtigen Lösungen, sondern um die Lösungswege. Ob Deine "Tricks und Kniffe" dafür sorgen, dass Deine Tochter in der Klausur die Punkte einsammelt? Kannst Du das sicher wissen? Weißt Du, welche didaktischen Überlegungen dahinter stehen, wie die Lehrer Deiner Tochter die Schüler an etwas heranführen?
Ich finde es klasse, dass Du Dich um Deine Tochter kümmern willst und denke, es ist eine undankbare Aufgabe, einen Teenager zu "erben" und "was draus machen zu müssen". Aber das ist der Knackpunkt:
Nach 16 Jahren unfreiwilliger (von der KM geforderter) "Abstinenz" hat man plötzlich ne fast erwachsene Tochter, die man so mal auf die Kürze gerade biegen soll.
Ich würde davon absehen, sie gerade zu biegen. Das geht vorhersehbar schief. Teenager wollen alles, aber sich nicht geradebiegen lassen und schon gar nicht so, wie Eltern sich das "richtig" vorstellen. Du kannst die Lenkungsarbeit des frühen Kindesalters nicht bei einer fast Erwachsenen nachholen. Du kannst bei vielen Dingen an ihren Verstand appellieren. Du kannst mit ihr über Gefahren reden, die bei Alkohol (im Straßenverkehr), Drogen und ungeschütztem Verkehr auf sie Lauern. Meiner Meinung nach solltest Du aber aufpassen, dass Du nicht zu "vatimäßig" oder "oberlehrerhaft" dabei rumkommst. Ich denke, dann verlierst Du recht schnell den Zugang zu ihr.
LBM
"Mut bedeutet nicht, keine Angst zu haben, sondern es ist die Entscheidung,
dass etwas anderes wichtiger ist als die Angst."
