Hallo,
nach 5 Jahren Erfahrung mit der 2004 stattgefundenen Scheidung und ebesolangen gelebten engen Kontakt mit meinen Kindern auf Basis der Besuchsvereinbarungen in unserer "Scheidungsvereinbarung" habe ich seit heute eine neue Situation vor mir.
Zunächst ein paar Fakten:
Scheidung 2004
2 Kinder (z Zt. 11 und 13 Jahre)
Alle 2 Wochenenden sind die Kinder Sa/So bei mir, ein bis 2 Wochen gemeinsamer Urlaub in den Ferien und dazu noch einmal pro Woche Kontakt abends
Sehr guter und regelmässiger Kontakt zu den Kindern im vollen Umfang unserer Scheidunsgvereinbarung und in der Vergangenheit sogar teilweise darüber hinaus bzw- sehr flexibel.
Die Kinder kommen sehr gerne zu mir, wir unternehmen viel und haben viel Spaß
Prinzipiell auch "guter", jedenfalls aber vernünftiger Kontakt zu meiner ex in Bezug auf die Kinder
Soweit der sehr erfreuliche Stand bis jetzt.
Bis inkl. gestern hat der Kontakt "unter der Woche" so ausgesehen, dass ich abends zu meiner ex gefahren bin und dort mit den kids in ihrer Umgebung (also in ihren Zimmern usw) ca 2 Stunden verbracht habe. Spielen, tratschen, lernen, fernsehen, im Garten Fussball spielen usw...
Ab sofort will meine ex, dass ich die Kinder nur mehr abhole, und spätestens 2 Stunden später (Zeit zum Schlafen gehen) wieder zurück bringe. Ich frage mich, wie ich das arrangieren soll. Ich wohne rund 35 Autominuten von meiner ex entfernt - was soll ich daher also rund 2 Stunden jede Woche Abends mit den Kindern machen, wenn man nicht direkt bei Ihnen sein kann? Wie sollen wir die Zeit gestalten? Ich kann ja nicht mit den Kindern in Gasthäusern der Umgebung rumhängen. Im Sommer und bei schönem Wetter gings ja vielleicht noch, einfach draussen zu sein, aber im Winter und bei Regen? Sollen wir 2 Stunden im Auto sitzen?
Habt Ihr irgendeine Idee? Oder muss ich mich langsam von den "Unterderwoche"-Besuchen verabschieden....
Danke für Eure Meinung,
gruß,
choice
Hallo Choice,
könntest Du nicht zu Deiner Ex sagen, dass Du damit einverstanden bist, wenn sie bereit ist, die Kinder zu Dir zu bringen oder abzuholen. Also wenigstens eine Fahrt zu unternehmen?
Liebe Grüße,
Bella
Ich falle zwar hin, aber danach stehe ich wieder auf und gehe meinen Weg weiter. (U. Glas)
Freude für eine Stunde: Eine Flasche Wein
Freude für ein Jahr: Heiraten
Freude für ein Leben: Einen Garten anlegen
(Chin. Sprichwort)
Hallo choice,
5 Jahre klappte es gut, dass du dich in der Wohnung deiner Ex aufgehalten hast... und auf einmal passt es ihr nicht mehr?
Die Kinder sind ja auch schon groß, was sagen die denn? Die sind es doch so gewohnt, und nun sollen sie von dieser sicher liebgewonnen Gewohnheit Abschied nehmen? Finden die das gut?
Ist irgendetwas vorgefallen, dass die ex es nun nicht mehr will... vielleicht kannst du ja da ansetzen, und es aus der Welt räumen. denn ihr scheint ja gut zu kommunizieren...
Wenn kein Weg ranführt, und auch kein entgegenkommen (eine Strecke) besteht, vielleicht kannst du dann die Kinder eher holen, falls sie früh Schulschluss haben, und so die Zeit verlängern?
ligr ginnie
die das Konzept bewundernswert findet, es spricht für eine gute Kommunikationsebene, dass es so ging, und ich für mich selbst hätte mich voll gegen sowas gewehrt (ist ja aber nicht vergleichbar)
Durch Nachsicht setzt man der Gewalt kein Ende: damit bestärkt man die Gegner nur in der Gewissheit, sie hätten es mit einem Schwächling zu tun, der leicht zu bezwingen ist
Hallo Bella,
also das "eine Strecke fährt meine ex" klingt ein wenig danach, als ob das eigentliche Problem die (Benzin)Kosten wären, wenn man dauernd hin und her pendeln muss. Nein, das ist es nicht.
Es geht einfach darum, dass die kids insgesamt 2 Stunden haben (im wesenltichen zeitlich eingeschränkt durch "vorher muss Aufgabe erledigt werden" und "nachher muss geschlafen werden"). Da gehen sich einfach die Fahrerreien nicht aus, egal wer fährt. Ausserdem will ich den kids auch nicht zumuten, mehr als 50% der Zeit im Auto zu verbingen - ist ja vollkommener Schwachsinn.
Und zu guter Letzt würde das meine ex nicht machen....
Hallo Ginnie,
meine kids finden diese plötzliche Laune meiner ex ganz bestimmt nicht gut! Im Gegenteil, hier kriselt es ohnehin hie und da(vorallem zwischen meinem 13jährigen Sohn und seiner Mutter). Aber was sollen sie tun? Sie wissen ja noch gar nix von diesem Einfall (habs ja selbst heute erst per mailnachricht bekommen).
Deine Schlussbemerkung würde mich noch genauer interessieren....was heisst "...ich hätte mich voll gegen sowas gewehrt..."? Du meinst das Aufhalten meinerseits in den 4 Wänden der ex?
Stimmt, das ist vermutlich wirklich ungewöhnlich. Hat aber bis jetzt geklappt und wurde eben wie richtig zitiert zur "liebgewordenen Gewohnheit". Ich fands auch immer schön, dass meine kids mich nicht nur immer besuchen mussten, sondern mich auch in ihrer direkten Umgebung sehen konnten und wir uns gemeinsam beschäftigen konnten.
Gruß,
choice
Hi
was heisst "...ich hätte mich voll gegen sowasgewehrt..."? Du meinst das Aufhalten meinerseits in den 4 Wänden der ex?
Ja genau, das meine ich. Das ist aber nur meine persönliche Befindlichkeit. Und betrifft ja meinen ex, und nicht dich. Ich wollte mich eben von ihm abgrenzen (was aber nichts mit Umgangsboykott zu tun hat, das läuft alles super, nur eben nicht bei mir in der Wohnung)
Bei mir wäre das also nicht gegangen, dass mein ex sich in meiner Wohnung aufhält, aber bei dir ging es 5 Jahre gut, und somit würde ich an deiner Stelle mal die Ursachen erforschen. Kannst du sie nicht ganz freundlich anrufen und ohne Vorwürfe und unaufgeregt fragen ob du in ihren Augen was "falsch gemacht" hast? Vielleicht will sie wirklich nur mehr Autonomie, oder so. Aber so plötzlich? Vielleicht steckt einfach ein neuer Freund dahinter, kann das sein?
ligr ginnie
Durch Nachsicht setzt man der Gewalt kein Ende: damit bestärkt man die Gegner nur in der Gewissheit, sie hätten es mit einem Schwächling zu tun, der leicht zu bezwingen ist
Moin,
wie wäre es denn, wenn Du zustimmst unter der Voraussetzung, dass Du die Kinder dann eben nicht 2 Stunden später zurück bringst, sondern am nächsten Morgen in der Schule ablieferst?
LG LBM
"Mut bedeutet nicht, keine Angst zu haben, sondern es ist die Entscheidung,
dass etwas anderes wichtiger ist als die Angst."
wie wäre es denn, wenn Du zustimmst unter der Voraussetzung, dass Du die Kinder dann eben nicht 2 Stunden später zurück bringst, sondern am nächsten Morgen in der Schule ablieferst?
Genau. So bekommt sie einen freien Abend pro Woche, den sie selbst für sich nutzen und gestalten kann. Und sei es, dass sie den Wochenendeinkauf in Ruhe machen kann.
Viele Grüße
Momento
