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Ehetherapie

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(@brille007)
(Fast) Eigentumsrecht Registriert

Moin,

Sorry Martin, aber du machst es dir ein wenig zu leicht. Es funktioniert einfach nicht deine "Erwachsenensicht" auf die "Kindersicht" zu übertragen.

genau das Gegenteil ist der Fall: Du versuchst, hier eine reine Erwachsenensicht zum Mass aller Dinge zu machen, zu der unter anderem gehört, dass Kindern nichts Besseres passieren könne als bei ihren leiblichen Eltern aufzuwachsen, die deshalb unter allen Umständen ein Paar bleiben müssten; ganz egal, wie sie (inzwischen) zueinander stehen. DAS ist ein reines Erwachsenenkonstrukt. Aus wirklicher Kindersicht wäre das Aufwachsen in einer Grossfamilie, einer Kommune oder einem sonstigen "Rudel" mit mehreren Generationen und mit vielen anderen Kindern viel spannender und zudem auch noch sozial vorteilhafter. Ob die Menschen, die in einer solchen Gruppierung für sie sorgen, mit denen sie spielen, von denen sie lernen und Zuwendung, Streicheleinheiten und Trost erfahren, mit ihnen blutsverwandt oder gar miteinander verheiratet sind, interessiert Kinder dagegen nicht die Bohne und ist für das so genannte Kindeswohl praktisch bedeutungslos.

Kinder werden durch die Trennung/Scheidung innerlich gespalten, sie leben fortan nun in zwei Welten. Dies prägt sie für ihr gesamtes Leben.

diese Spaltung passiert genauso oder vermutlich noch schlimmer, wenn ein Paar "der Kinder wegen" zwangsweise zusammenbleibt, das ansonsten keine gemeinsame Basis (mehr) hat. Was daran soll "vorbildhaft" sein?

Ich weiß, dass wir bei diesem Thema nicht auf einen Nenner kommen werden, hat man ja schon im anderen Thread gesehen

das müssen wir auch nicht; jeder trifft seine Entscheidungen für sich. Ich habe meiner Ex keine Träne nachgeweint, habe diese Entscheidung zur Trennung trotz meiner Kinder nie bereut und bin heute glücklich zum zweiten Mal verheiratet. Ich habe meinen Kindern in den vergangenen 21 Jahren auch andere Wünsche nicht erfüllt, ohne mich deshalb mit Selbstvorwürfen zu geisseln. Wenn Du mit Deinen eigenen Entscheidungen ebenfalls zufrieden bist, ist doch alles ok. Nur eben: Deine Entscheidungskompetenz endet an Deiner eigenen Nase; niemand muss sich ihr anschliessen. Allen voran Deine Frau, die ihre eigenen Entscheidungen über das Ende Eurer Ehe treffen kann.

Aber Eltern, die den Schritt gewagt haben Kinder in diese Welt zu setzen, haben die gottverdammte Pflicht ihr Glück hinter das ihrer Kinder zu stellen.

wo steht das mit dieser "Pflicht" und wer hat es entschieden?

Dies ist meine persönliche Meinung zu diesem Thema,

eben: EINE persönliche Meinung. Ich habe eine andere. Und wieder andere haben wieder ganz andere Ansichten. Welche davon richtig sind, muss jeder für sich selbst entscheiden. Die Annahme Einzelner, im Besitz einer überlegenen und auch für andere zwingend gültigen Meinung zu sein, ist die Basis von Nachbarschafts und Familienstreitigkeiten, Scheidungen und Kriegen.

die allerdings mittlerweile "leider" durch immer mehr Studien und Langzeiterfahrungen untermauert wird.

es gibt Studien und "Beweise" für und gegen alles; auch für die Existenz grüner Männchen und den Weltuntergang am Ende des Jahres 2012. Und es gibt den Tunnelblick, mit dem man vorzugsweise wahrnimmt, was ins eigene Weltbild passt, während man Gegenteiliges ausblendet. Der Umstand, dass irgendetwas im Internet steht oder auf Papier gedruckt wurde, ist per se noch lange kein Beweis für seine Richtigkeit; es ersetzt insbesondere nicht die Benutzung der eigenen Birne.

Und dies ist leider bei fast 95% aller Scheidungsväter so, dass sie zum Wochenendpapa degradiert wurden...

auch dieses Problem löst man keineswegs durch ein gedankliches Verbot von Scheidungen.

Grüssles
Martin


When a mosquito lands on your testicles you realize that there is always a way to solve problems without using violence.

AntwortZitat
Geschrieben : 13.01.2011 03:20
(@mateusz74)
Nicht wegzudenken Registriert

Leider sehen es die meisten betroffenen Kinder doch ein wenig anders, wie man gut in diesem Forum nachlesen kann.

http://www.scheidungskinder.de/


Das was wir unseren Kindern antun, werden sie unserer Gesellschaft antun. (Judith S.Wallerstein)

AntwortZitat
Geschrieben : 13.01.2011 10:49
82Marco
(@82marco)
(Fast) Eigentumsrecht Moderator

@Mateusz

Aber Eltern, die den Schritt gewagt haben Kinder in diese Welt zu setzen, haben die gottverdammte Pflicht ihr Glück hinter das ihrer Kinder zu stellen.

Von mir ein ganz klares NEIN.
Ich habe zwei Jahre lang versucht, "zum Wohl der Kinder" eine kaputte Ehe zu retten oder nach aussen (auch den Kindern gegenüber) so zu tun, als wäre alles im Butter.
Als Ergebnis erntete ich einen kolossalen Bauchplatscher mit anschl. Psychotherapie für mich und unseren Ältesten, mehrerer Monate nach Auszug Versuche der KM, Kontakt zu unseren Kindern und Umgänge zu vereiteln, etceterapepe.
DAS ist meine persönliche Erfahrung, die ich gerne weiter gebe und in meinen Augen mehr Wert ist, als irgend eine fundierte, dennoch theoretische Abhandlung in der Fachliterarur.

Mittlerweile habe ich mein Glück gefunden und bin wieder verheiratet und ja, dies hat für mich und meinen Zufriedenheitspegel Vorrang.
Meine (unsere) Kinder werden irgend wann ihre eigene Wege gehen und sie haben jetzt schon verstanden, dass es auch für sie beide gut war, dass ich nicht nicht bei KM geblieben bin.

Keiner von uns hat de richtige Antwort oder Rat in peto, ich schlage aber vor, Du berichtest einfach über Deine Erfahrungen.

Grüßung
Marco


Mit einem Lächeln zeigst Du auch Zähne!
________________________________________
Ob ein Vorhaben gelingt, erfährst Du nicht durch Nachdenken sondern durch Handeln!

AntwortZitat
Geschrieben : 13.01.2011 11:08
(@mateusz74)
Nicht wegzudenken Registriert

Klar Marco,
ich kann dich sehr gut verstehen. Mittlerweile stehe ich auch fast an dem Punkt, dass ich mit dieser Frau nicht mehr zusammenleben kann.

Aber ich wehre mich entschieden dagegen, dass dies für unsere Tochter ein Gewinn sein wird. Das Gegenteil ist der Fall, sie wird dadurch erhebliche Einbußen erfahren, die sie leider für ihr gesamtes Leben prägen werden.

Dies alles unter dem Hintergrund, dass es sich bei den meisten geschiedenen Ehen um keine höchstkonfliktbelasteten (Gewalt, Mobbing, etc) Ehen handelt.

Daher finde ich Robbies und seiner Partnerin Entschluss gut, der Ehe noch eine Chance zu geben und es nicht so leichtfertig wegzuwerfen.


Das was wir unseren Kindern antun, werden sie unserer Gesellschaft antun. (Judith S.Wallerstein)

AntwortZitat
Geschrieben : 13.01.2011 11:39
(@staengler)
(Fast) Eigentumsrecht Registriert

Aber ich wehre mich entschieden dagegen, dass dies für unsere Tochter ein Gewinn sein wird. Das Gegenteil ist der Fall, sie wird dadurch erhebliche Einbußen erfahren, die sie leider für ihr gesamtes Leben prägen werden.

Ihr als Eltern habt es doch ganz maßgeblich in der Hand, wie Eure Trennung für das Kind ausgehen wird.
Und welchen Gewinn es aus einer unglücklichen Beziehung der Eltern ziehen soll ist mir ebenfalls völlig schleierhaft.

Gruß, Michael


sol lucet omnibus - die Sonne scheint für alle

AntwortZitat
Geschrieben : 13.01.2011 11:43
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