Zustimmen zur Rital...
 
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Zustimmen zur Ritalinbehandlung oder nicht ?

 
(@soulsister)

Hallo,

da ich mich nicht unsere Probleme in einen laufenden Thread einbringen möchte, beginne ich einen neuen Thread zu einem leidigen, alten Thema.

Ich wollte erst eine PN an midnightwish senden, da ich das Gefühl habe sie könnte uns vielleicht weiterhelfen. Aber die PN wäre zu lang geworden.

Es ist folgendes:

Mein Mann schlägt sich zur Zeit mit der Entscheidung rum ob er der Ritalinbehandlung seines Sohnes zustimmen soll oder nicht. Wir waren eigentlich immer strikt dagegen, doch inzwischen fragen wir uns natürlich ob einfach " Nein" zu sagen, die richtige Entscheidung ist. Man will ja auch nicht, dass man irgendwann mal feststellt, es hätte dem Kind gut getan, wenn es Medikamente bekommen hätte.

Nun ist es so, dass der Junge, solange er hier bei uns ist , nicht auffällig ist. Nur die Mutter wird mit ihm einfach nicht fertig. Sie ist total überfordert. Ok, das sollte nun wirklich kein Grund sein, den Jungen unter Medikamente zu stellen.

Doch leider ist es auch so, dass der Kleine wirklich extreme Konzentrationsstörungen hat, vor allem beim Hausaufgaben machen. Hier bei uns, setzten wir uns mit ihm ihn, und dann geht es einigermassen. Aber Mama hat dazu keine Zeit. Der Junge sass bisher immer 6- 7 Stunden täglich an seinen Aufgaben.
Er ist auch in der Schule in der letzten Zeit auffällig geworden, hat den Unterricht gestört und solche DInge.
Nun geht er seit Beginn des Schuljahres in eine Förderschule.

So und nun zum Hauptproblem. Selbst wenn mein Mann jetzt zustimmen würde, dem Jungen Ritalin zu geben haben wir das Gefühl, dass das Problem damit nicht gelöst wird

Die Mutter weigert sich nämlich strikt sonstige Therapien mit dem Kind zu machen, auch zu Hause ist ihrer Meinung nach nichts zu ändern. Sie mach ja alles richtig. Nur das Kind sie eben nun mal krank.

und das ist unsere Sorge. Solange sich daheim nichts ändert, keine Struktur in die Familie kommt, Konsequenz und was weiss ich, wird sich auch beim Kind nichts ändern.
Und vor allem, sehe ich es als " ruhigstellen ", wenn nicht nebenbei noch eine Therapie gemacht wird.

So, und nun bin ich neugierig auf eure Meinungen. Bin auch für Kritik empfänglich.


Zitat
Geschrieben : 10.11.2009 15:58
(@midnightwish)
(Fast) Eigentumsrecht Moderator

Hi soulsister,

von mir ein klares "Nein" zu einer Medikamentengabe ohne begleitende Therapeien/Training/Strukturierung.

Die Medikamnte beseitigen dann zwar für eine Zeit die Symptome, aber werden auf Dauer keine Besserung eintreten lassen.
In die Zukunft gedacht, heißt das, das Kinder mit Ritalin und Co., die nicht gleichzeitig lernen mit ihrem Handicap umzugehen ein leben lang auf diese Medikamente angewiesen sein werden. Von den gesundheitlichen Aspekten mal abgesehen, müssen die Mittel ab Volljährigkeit selbst bezahlt werden.

Tina
P.S.: wenn du magst können wir mal telefonieren.


Ein gebrochenes Versprechen ist ein gesprochenes Verbrechen

AntwortZitat
Geschrieben : 10.11.2009 16:10
(@soulsister)

Hallo, midnightwish,

Schick dir eine PN


AntwortZitat
Geschrieben : 10.11.2009 16:14
(@midnightwish)
(Fast) Eigentumsrecht Moderator

ok


Ein gebrochenes Versprechen ist ein gesprochenes Verbrechen

AntwortZitat
Geschrieben : 10.11.2009 16:17
(@brille007)
(Fast) Eigentumsrecht Registriert

Moin soulsister,

Du beschreibst Dinge, die ich heute teilweise schon >>>HIER<<< thematisiert hatte.

Die Konzentrationsfähigkeit eines Kindes bei Hausaufgaben würde ich je nach Alter zwischen 30 Minuten und einer Stunde ansiedeln; alles, was darüber hinausgeht, bringt für den Lernerfolg überhaupt nichts. Wenn ein Kind - egal welchen Alters - sechs oder sieben Stunden mit Hausaufgaben beschäftigt ist, läuft etwas grottenfalsch. Ein solcher zeitlicher Einsatz ist (vielleicht) bei einem Abiturienten kurz vor der Prüfung und nur über wenige Wochen einmal angemessen; bei einem Kind ist das der absolute Overkill: Zusammen mit Unterricht und Schulweg bedeutet das 12-Stunden-Arbeitstage. Da würden selbst bei Erwachsenen die Gewerkschaften Sturm laufen!

Aber klar:

Die Mutter weigert sich nämlich strikt sonstige Therapien mit dem Kind zu machen, auch zu Hause ist ihrer Meinung nach nichts zu ändern. Sie mach ja alles richtig. Nur das Kind sie eben nun mal krank.

Das scheint genau einer der von mir beschriebenen Fälle zu sein: Kind fällt aus der Norm, eigenes Verhalten zu überdenken und zu ändern ist zu mühsam - also muss das Kind die Schuld und nachfolgend Medi's kriegen, damit Muddi wieder ein gutes Gefühl hat.

Grüssles
Martin


When a mosquito lands on your testicles you realize that there is always a way to solve problems without using violence.

AntwortZitat
Geschrieben : 10.11.2009 16:23
(@soulsister)

@ brille :

wie ich heute auch schon mal zu deiner Antwort gesagt habe :

Du sprichst mir aus der Seele.

Aber leider bin ich nicht diejenige, die in diesem Fall hier das sagen hat. Ich kann nur zu meinem Mann immer wieder sagen, " mein" Kind würde in diesem Fall kein Ritalin bekommen.

Aber ihr müsst auch verstehen, dass er Angst hat, einen Fehler zu machen.


AntwortZitat
Geschrieben : 10.11.2009 16:26
(@midnightwish)
(Fast) Eigentumsrecht Moderator

Das dein Mann Angst hat etwas falsch zu machen ist verständlich. Deshalb ist es besonders wichtig nochmal hinzuschauen, ob die Diagnose sicher ist und wenn ja, dann alles in die Wege zu leiten, das eben nicht nur Pillen in das Kind reingeschmissen werden, sondern auch begleitende Maßnahmen ergriffen werden.

Da wäre evtl. ein gangbarer Weg, das er mit der Schule zusammen das JA einschaltet. Da gibt es bestimmte Mittel und Wege.

Tina


Ein gebrochenes Versprechen ist ein gesprochenes Verbrechen

AntwortZitat
Geschrieben : 10.11.2009 16:31
(@brille007)
(Fast) Eigentumsrecht Registriert

Moin soulsister,

wirklich sinnvoll wäre in diesem Fall sicher eine verantwortungsvolle Anamnese, Diagnose und eventuell anschliessende Behandlung, die BEIDE Eltern einschliesst und keine Tabu's beinhaltet. Heisst: Auch die angespannte Trennungs- und Umgangssituation müsste Thema sein dürfen und dem Arzt bekannt gemacht werden, denn sie kann der Schlüssel für Sohnemanns Verhalten sein.

Solange sich der Betreuungselternteil (Muddi) im alleinigen Besitz der Wahrheit und des Wissens wähnt und nach eigener Einschätzung alles richtig macht, während der Umgangselternteil (Dein Mann) höchstens eine Unterschrift leisten und ansonsten die Klappe halten soll, kann man das Ganze auch gleich bleiben lassen.

Grüssles
Martin


When a mosquito lands on your testicles you realize that there is always a way to solve problems without using violence.

AntwortZitat
Geschrieben : 10.11.2009 16:36
(@querdenker)
Schon was gesagt Registriert

Hallo,

genauso hört es sich bei meinem Sohn auch an...

Allerdings war auch ich strikt gegen Medikamente, er hat sie trotzdem bekommen, da sitzt KM eben am längeren Hebel.

Die ärztlichen Berichte die wir auch erst nach langem Kampf bekommen haben, beruhen nur auf Ihren AUssagen...lächerlich.

Aber was will man da machen...?!

Alles Gute...


AntwortZitat
Geschrieben : 10.11.2009 17:29
(@soulsister)

Hallo,

entschuldigung, dass ich länger nicht geantwortet habe, aber bei meinen vielen Kindern gehts immer rund.

Wir waren nun mal bei den Lehrern des Jungen. Und staune und höre, die sind genau unserer Meinung. Sie glauben, dass die Unkonzentriertheit des Jungen nichts mit ADHS zu tun hat, sondern damit, dass er mit seiner momentan Lebenssituation nicht zurecht kommt. Sie glauben, dass eine gute Einzeltherapie, bei der ein Psychologe einfach mal versucht rauszubekommen, was das Kerlchen so bedrückt. Und wisst ihr was den Lehrern aufgefallen ist ? Dass der Junge immer nach den Besuchswochenenden bei uns erstmal zwei, drei Tage keinerlei Auffälligkeiten zeigt. Erst nachdem er wieder einige Tage bei der Mutter war, wird er aggressiv, unkonzentriert und verhaltensauffällig.

Sie haben uns gefragt, was wir uns ausser dem Medikament vorstellen könnten, was dem Jungen helfen könnte. Ich konnte mir nicht verbeissen zu sagen : " Lasst ihn bei uns leben und schon wird es ihm besser gehen. " Die Lehrerin hat dann ganz ernsthaft gefragt, ob das denn nicht möglich sei, denn sie glaube auch dass das helfen könnte. Stellt euch das mal vor !!! Nur leider fragt die Lehrer ja keiner.

Nun hat die Schule einen sehr gute Einzeltherapie für den Jungen gefunden, zu dem sie ihn gerne schicken möchten. Sie sind wirklich davon überzeugt, dass nur diese Trennungssituation, und die Lebensumstände bei der Mutter ( will jetzt nicht weiter darauf eingehen ), und vor allem die fehlende Zuwendung bei der Mutter, schuld an seinen Auffälligkeiten sind. Und das soll der Therapeut herausfinden.

Aber bring mal Ex dazu, einmal in der Woche mit dem Kind dahin zu fahren !!! Das macht sie nie.

@ Querdenker

Das wundert mich, denn uns ist ausdrücklich gesagt worden, dass ohne die Zustimmung beider Elternteile das Medikament nicht verschrieben wird.


AntwortZitat
Geschrieben : 21.11.2009 19:03




(@midnightwish)
(Fast) Eigentumsrecht Moderator

Hi soulsister,

@ Querdenker

Das wundert mich, denn uns ist ausdrücklich gesagt worden, dass ohne die Zustimmung beider Elternteile das Medikament nicht verschrieben wird.

Das ist auch so, nur wenn die KM "vergißt" anzugeben, das sie nicht AS-Berechtigt ist oder der Arzt das gar nicht gefragt hat, wird eben ohne die Zustimmung des Vaters Pillen reingeworfen.

Tina

P.S: Was macht euer Telefon? *s*


Ein gebrochenes Versprechen ist ein gesprochenes Verbrechen

AntwortZitat
Geschrieben : 21.11.2009 19:09
(@dadwithouthope)
Nicht wegzudenken Registriert

Mein Mann hat einen eigenen Thread aufgemacht. Aber vielleicht kann ich es ja hier auch schreiben.

Wir hatten ein Gespräch mit der KM und ihrer SPFH. Dabei wurde festgelegt, dass die SPFH sich um einen Therapieplatz für den Jungen bemüht und ihn dann auch regelmässig dahinfährt.  Mein Mann hat ausdrücklich nochmals betont, dass er seine Zustimmung erst gibt, wenn ein Therapieplatz für das Kind da ist und auch der Therapeut dies befürwortet.
Bei diesem Gespräch kam jedoch auch zur Sprache, dass der Kinderpsychologe, bei dem der Junge in Behandlung ist, angeblich sauer ist, weil wir den Jungen in die Förderschule gegeben haben ohne ihn um " Erlaubnis " zu bitten. Das hat er zur KM gesagt ( was er inzwischen auch bestätigt hat ). Zu meinem Mann hat er allerdings vor kurzem noch gesagt, er sei der Meinung, das wäre das einzig richtige gewesen.

Nun hat mein Mann ihn daraufhin angerufen und gefragt, was er denn nun wirklich meine. Und da kam dann raus, dass er sich von meinem Mann " ausgehorcht " fühlt, weil dieser ihn immer wieder nach dem Stand der Untersuchungen fragt.
Und dann meinte er, er sei davon überzeugt, dass B. nicht in die Förderschule hätte gehen müssen, wenn er Ritalin bekommen würde. Als mein Mann dann sagte, er würde ja Ritalin in Erwägung ziehen, wenn vorher eine Therapie gemacht werden würde, und der Therapeut dann auch sagen würde, das wäre die einzige Lösung und ausserdem Ritalin dann auch nur mit begleitender Therapie. Und was sagt der Arzt darauf ? Er sei der Überzeugung, der Junge braucht keine Therapie, weder vorher, noch während der Gabe des Medikaments. Es genügt ihm das Medizin zu geben, und dadurch würden sich alle Probleme lösen. unglaublich, oder ?

So, und nun kam der Hammer , heute nachmittag. Mein Mann hat die Ex angerufen und nachgefragt, was sich denn nun in Bezug auf Therapieplatz getan hätte. Man hatte ja vor einer Woche versprochen sich um einen Platz zu bemühen. Und es stellte sich nun raus, dass man keineswegs sich um einen Platz bemüht hat, sondern dass die SPFH nur eben diesen Psychologen ( er hat auch eine Zulassung als Psychotherapeut ) nun um einen Therapieplatz bitten möchte, andere Therapeuten kommen nicht in Frage hat man uns gesagt.
Mein Mann möchte das aber nicht, denn selbst wenn dieser Arzt B. zur Therapie holt, wird er mit 100% iger Sicherheit sagen, dass der Junge Ritalin braucht, egal was die Therapie wirklich bringen sollte.
Es ist doch lächerlich, den Jungen bei einem Arzt zur Therapie zu geben, der nichts anderes will als ihm Ritalin zu geben. Wir wollen doch diese Therapie genau deshalb, weil dieser Therapeut beurteilen soll, ob der Psychologe recht hat.

doch nun hat ja mein Mann bereits die Zustimmung gegeben für eine Behandlung bei diesem Psychologen. Und nun weiss er nicht, ob er die Therapie dort verbieten kann oder nicht. Am liebsten wäre ihm wenn dieser Arzt seinen Sohn überhaupt nicht mehr behandeln dürfte.

Noch eine Frage. Mein Mann wurde erst Wochen nachdem die Behandlung bei diesem Arzt begonnen hatte, gefragt ob er seine Zustimmung gibt. Die ganzen Untersuchungen wurden ohne sein Wissen gemacht. Seine Zustimmung hat er eigentlich erst dann gegeben, als die KM ihn gefragt hat, ob B. auf LRS untersucht werden darf.

Das Mädchen, das jetzt bei uns lebt, wurde auch von diesem Arzt mal getestet. Auch dafür hatte mein Mann niemals seine Zustimmung gegeben. In ORdnung ist sowas nicht, oder ?

liebe Grüße

soulsister

@midnightwish

Man hat uns zugesichert, dass es ab Montag wieder geht. Lass mich mal überraschen.

@alle

hab grad gemerkt, dass ich mich nicht umgemeldet hatte und mit dem Account von dadwithouthope geschrieben habe. Könnt ihr mir das verzeihen ??

Soulsister


AntwortZitat
Geschrieben : 03.12.2009 23:55
(@galaxy878)
Nicht wegzudenken Registriert

Hallo zusammen,

einige Dinge sind mir in diesem Thread nicht klar, aber ich fass meine Gedanken einfach mal zusammen:

Überweisung an die Förderschule:
Zumindest in Bayern ist eine Überweisung nicht so einfach möglich. Dazu bedarv es eines sonderpädagogischen Gutachtens. Bestandteil davon ist eine leistungspsychologische Testung (IQ-Test), Aussagen über Lern- und Arbeitsverhaltung und Leistungsstand. Daraus wird der Förderort abgeleitet, dabei ist das Stichwort "aktive Teilnahme am Unterricht der Regelschule" maßgebend. Und letztendlich müssen beide Erziehungsberechtigte zustimmen. Somit sind die Aussagen des Therapeuten für mich nicht wirklich nachvollziehbar.

ADHS:
Das Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitäts-Syndrom ist immer multifaktoriell bedingt. Ein Teil ist die genetische Disposition des Kindes, aber weitere Bausteine sind Lebensumfeld, Belastungsfaktoren, Erziehungsverhalten, Alltagsstrukturen.... All diese Bausteine bieten Ansätze für Veränderungen und sind wichtig. Eine ausschließliche medikamentöse Behandlung ist nicht zielführend. Vielmehr müssen auch die anderen Bausteine Berücksichtigung finden. Bei mir in der Klinik ist z.b. gerade ein Junge mit ausgeprägter ADHS, bekommt Medikinet ist aber wegen dem Rosenkrieg der Eltern trotzdem total durch den Wind. Jetzt arbeiten wird erst mal vorwiegend an der Interaktion der Eltern und nicht am Kind.

Ritalin bzw. Methylphenidat:
Ursache für eine ADHS-Problematik ist ein Mangel an einem Botenstoff im Gehirn. Der Wirkstoff Methylphenidat gleicht diesen Mangel an und wirkt nachgewiesenerweise prphylaktisch gegen einen späteren Drogenmissbrauch. Es ist in der Regel gut verträglich. Typische, oft auftretende Nebenwirkungen sind Appetitlosigkeit und Schlafstörungen, selten Kopf- und Bauchschmerzen/Übelkeit.
Oft wird behauptet, dass der Wirkstoff ruhig stellt - das ist falsch!! Es wird die Produktion eines Botnstoffs im Gehirn angeregt, der bei "Nicht-ADHS´lern" eher speedig wirkt.

Hoffe ich konnte bisserl was zum Thread beitragen.
Greetings

galaxy


AntwortZitat
Geschrieben : 04.12.2009 01:11
(@dadwithouthope)
Nicht wegzudenken Registriert

Hallo,

mein Sohn wurde über ein Jahr lang vom Mobilen Sonderpädagogischen Dienst betreut. Auf Wunsch meiner Ex wurde das dann eingestellt. Die Psychologin vom MSD bat aber die Lehrerin sie doch zu informieren, wenn das Verhalten meines Sohnes schlechter werden würde.

Das Verhalten meines Sohnes wurde immer schlimmer, und daraufhin beschlossen wir dann gemeinsam, also meine Ex, ich, das JA und die Dame vom MSD meinen Sohn ab diesem Schuljahr in die Förderschule zu geben.  Auf die Idee, dass wir da auch noch den Arzt um ERlaubnis fragen müssten, sind wir gar nicht gekommen.

ADHS:

Genau dieser Meinung bin ich eben auch. Eine alleinige medikamentöse Behandlung führt zu nichts. Denn durch das Ritalin werden ja nur die Symptome beseitigt , aber nicht die Ursachen. Und ich bin überzeugt davon, dass die Ursache des " ADHS " meines Sohnes in seiner Lebenssituation liegt. Vor allem auch deshalb, weil er , wenn er bei uns ist, absolut nicht verhaltensauffällig ist. Es haben uns ja sogar die Lehrer bestätigt, dass er immer nach dem Papawochenende erstmal einige Tage sehr lieb , konzentriert und brav ist. ERst dann baut das alles langsam wieder ab und er fängt an zu schlagen oder sonstwas. Daher möchte ich, dass er erstmal eine Therapie bekommt, durch die vielleicht sogar die Gabe des Medikamentes verhindert werden könnte.

Ritalin

Ich habe mich im Internet schon sehr schlau gemacht über die Vor- und Nachteile dieses Medikaments. Kann man eigentlich nicht durch irgendeine Untersuchung feststellen, ob dieser Botenstoff auch wirklich fehlt ?


AntwortZitat
Geschrieben : 04.12.2009 01:52
(@galaxy878)
Nicht wegzudenken Registriert

Gutem morgen,

Kann man eigentlich nicht durch irgendeine Untersuchung feststellen, ob dieser Botenstoff auch wirklich fehlt ?

Leider nein, die Diagnose erfolgt über Fremdbeobachtungsbögen (FBB-HKS). Desweitern kann eine Computertestung mit der "Testbatterie zur Aufmerksamkeitsprüfung) - TAP. Die FBB´s sllten in den verschiedenen Lebensbereichen gemacht werden. Also z.B. Schule, Mutter, Vater....

Nach Auswertung sollte eigentlich eine verlässliche Diagnose erstellt werden können.

Sollte dein Sohn "nur" wegen dem Verhalten auf eine Förderschule gewechselt haben, kann die Aussage des Psychologen durchwegs richtig sein. Ich hatte jetzt wieder einen "Fall", der ohne Medis in der Regelschule nicht beschulbar gewesen wäre, mit klappt es aber wirklich gut. Da gibt es tatsächlich Unterschiede wie Tag und Nacht.

Die Wirksamkeit eines Medis überprüfen wir mit einem Doppelblindversuch und bekommen dadurch recht verlässliche Infos über die Dosierung.

Eine alleinige medikamentöse Behandlung führt zu nichts. Denn durch das Ritalin werden ja nur die Symptome beseitigt , aber nicht die Ursachen.

Dieser Meinung bin ich nicht. Es wird die genetische Disposition deines Sohnes (wenn er denn ADHS hat) behandelt. Das ist eine der Ursachen für Schwierigkeiten. Aber es gibt halt noch mehrere, an denen angesetzt werden sollte.
Letztendlich wurde durch den Einsatz einer SPFH ja auch schon bei deiner Ex angesetzt.

Vor allem auch deshalb, weil er , wenn er bei uns ist, absolut nicht verhaltensauffällig ist.

Das ist nicht unbedingt ungewöhnlich. Oftmals "funktionieren" ADHS-Kinder in der Schule nicht, die Eltern haben zu Hause aber nur wenig Probleme.

Und ich bin überzeugt davon, dass die Ursache des " ADHS " meines Sohnes in seiner Lebenssituation liegt.

Wenn dies so ist/wäre darf die Diagnose nicht ADHS heißen, sondern es würde sich vielmehr um eine Anpassungsstörung handeln, die sich natürlich auch in Verhaltensaufälligkeiten zeigen kann. Klar - vor einer (medikamentösen) Behandlung ist eine gute Diagnostik gefordert.

Auf welche Förderschulart geht denn dein Sohn jetzt??

Grüße
galaxy


AntwortZitat
Geschrieben : 04.12.2009 08:02
(@biene-maja)
Schon was gesagt Registriert

Hallo zusammen,

ADHS:
Das Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitäts-Syndrom ist immer multifaktoriell bedingt. Ein Teil ist die genetische Disposition des Kindes, aber weitere Bausteine sind Lebensumfeld, Belastungsfaktoren, Erziehungsverhalten, Alltagsstrukturen.... All diese Bausteine bieten Ansätze für Veränderungen und sind wichtig. Eine ausschließliche medikamentöse Behandlung ist nicht zielführend. Vielmehr müssen auch die anderen Bausteine Berücksichtigung finden. Bei mir in der Klinik ist z.b. gerade ein Junge mit ausgeprägter ADHS, bekommt Medikinet ist aber wegen dem Rosenkrieg der Eltern trotzdem total durch den Wind. Jetzt arbeiten wird erst mal vorwiegend an der Interaktion der Eltern und nicht am Kind.

Ritalin bzw. Methylphenidat:
Ursache für eine ADHS-Problematik ist ein Mangel an einem Botenstoff im Gehirn. Der Wirkstoff Methylphenidat gleicht diesen Mangel an und wirkt nachgewiesenerweise prphylaktisch gegen einen späteren Drogenmissbrauch. Es ist in der Regel gut verträglich. Typische, oft auftretende Nebenwirkungen sind Appetitlosigkeit und Schlafstörungen, selten Kopf- und Bauchschmerzen/Übelkeit.
Oft wird behauptet, dass der Wirkstoff ruhig stellt - das ist falsch!! Es wird die Produktion eines Botnstoffs im Gehirn angeregt, der bei "Nicht-ADHS´lern" eher speedig wirkt.

Hoffe ich konnte bisserl was zum Thread beitragen.
Greetings

galaxy

Hi, dem kann ich nur zustimmen. Meine Tochter hat seit Geburt ADS und ADHS. Ist schon damals (mit einem halben Jahr) festgestellt worden. das äußerte sich z.B. dadurch das sie ein Schreikind war. Da haben wir schon die ersten Therapien gemacht.
Seit der ersten Klasse bekommt sie nun Ritalin 2 x 10 mg. Da die zweite Einnahme häufig vergessen wurde und der Rebound zu heftig war sind wir umgestiegen auf Ritalin 20 mg retard. Allerdings kommt es auch darauf an wie alt das Kind ist und wie *schwer* ADHS ist.
Außerdem können auch ganz andere Faktoren eine Rolle spielen wie z.B. Lese und Rechtschreibschwäche, Legasthenie, Dyskalkulie (Rechenschwäche), Augenfehler bzw. Sehschwäche, Authismus usw. usw.
Bisher konnten wir Leseschwäche, Sehschwierigkeiten, Authismus ausschließen. Ich vermute das sie eine Rechenschwäche hat und das lasse ich jetzt testen.

Ich bereue allerdings nicht das sie Medis bekommt, denn dadurch kann sie so sein wie sie wirklich ist. Ein super liebes Mädel, anschmiegsam, hilfsbereit und lustig.
Leider muß ich nun zur Arbeit aber vielleicht schaue ich heute Nachmittag nochmals rein.


Lieber Herrgott im Himmel schenke mir so viel Gehirn das ich diese Welt, wie sie ist, auch verstehen kann.

AntwortZitat
Geschrieben : 04.12.2009 10:04
(@horschti)
Nicht wegzudenken Registriert

Moin,

@galaxy

Danke für Deine fundierten Ausführungen.

Ich habe lange Zeit (noch in der Ehe) ADS bei meinem Sohn ausgeschlossen - habe es nicht erwogen, ihn testen zu lassen und mich damals mit meiner Meinung durchgestzt. Im nachhinein muss ich sagen, dass das falsch war.

Meine Ex hat ihn Anfang des Jahres testen lassen. Der Kinderpsychologe ist vertrauenserweckend, die Untersuchungen unter Mitwirkung aller Beteiligten und die Diagnose erschienen mir professionell.
Beim Diagnosegespräch habe ich schweren Herzens einer Behandlung mit Ritalin zugestimmt, um ihm schnell zu helfen (12 Jahre alt, 6. Klasse, Versuch ab 7. Klasse auf´s Gym zu wechseln).
Enttäuscht wurde ich allerdings bei meinem Versuch, begleitende Therapien anzuregen. Meine Ex sah das nicht als notwendig an und wurde leider vom Arzt darin bestärkt, da er zumindestens nicht nachdrücklich widersprach, sonden erst abwarten wollte.

Der Stand heute:
- seine schulischen Leistungen haben sich durchgreifend verbessert
- seine Konzentrationfähigkeit ist normal
- seine Verhaltensauffälligkeiten haben sich zumindest während der Schulzeit minimiert, hier sollte
  meiner Meinung zusätzlich therapiert werden

Leider ist unsere Elternebene ziemlich im Eimer. Ich habe Schwierigleiten, meine Auffassungen bezüglich der Kinder mit einzubringen. So habe ich kaum Hoffnungen, begleitende Therapien für den Großen im Guten erreichen zu können. Mein nächster Schritt wird also sein, die Zustimmung zur Medikamentenbehandlung zu verweigern, wenn es keine Kompromissbereitschaft hierfür gibt.

Am Ende war für mich der Schritt der Medikamention dennoch richtig. Bei vernünftiger, verantwortungsvoller Diagnose, sollte man sich dieser meiner Meinung nach nicht völlig verschließen. Die Wirkung setzt recht schnell ein.
Es besteht die Gefahr, wertvolle Zeit zu "verschenken", wenn man zu lange zögert.

@ dwh

Euer Problem ist wie unser. Die wichtigen Entscheidungen für unsere Kinder scheitern an der schlechten Elternebene! Unsere Kinder sind die Leidtragenden! Das ist die Realität unabhängig von der "Schuldfrage".

Und jetzt mach mal was draus. :exclam:

MIST

Gruß Holger


AntwortZitat
Geschrieben : 04.12.2009 12:02