Ich glaube es ist nicht so ganz bei euch angekommen, dass ich befürchte, dass ER sich um jeden pups streiten will.
Das befürchte ich.
Celin, und bei Dir ist nicht angekommen, dass wir Dich in keinem Deut besser als Deinen Freund einschätzen. Von Dir geht genausoviel Streitpotential aus, wie von ihm. Solange ihr Euch beide keine professionelle Unterstützung holt, kommt ihr aus diesem Teufelskreis auch nicht raus. Gruß Ingo
Ich glaube es ist nicht so ganz bei euch angekommen, dass ich befürchte, dass ER sich um jeden pups streiten will.
Und ich glaube, dass bei dir noch nicht angekommen ist, dass das GSR ihm dafür keine zusätzlichen Möglichkeiten gibt.
Ein Mann, der seine Frau verlässt, ist ein Schuft.
Ein Mann, der von seiner Frau verlassen wird, ist auch ein Schuft, denn sonst hätte sie ihn ja nicht verlassen müssen.
Liebe Celin, ich denke auch, dass Ihr Euch da auf einer Art Machtspielebene verrannt habt. Und das GSR- selbst wenn er es benutzt, um Dir ein paar Knüppel zwischen die Beine zu werfen, muss er diese schon gut begründen. Aber für ein Baby ist es auch sehr wichtig, zu dem anderen Elternteil eine Bindung aufzubauen, es gibt auch viele Eltern, die das komplett unterschätzen (a la "Lieber Vater, der Du bist im Meeting...") und sich später darüber wundern, warum sie keine nennenswerte Beziehung zum eigenen Kind haben. (Und dann versuchen, das in einem initialen Späterziehungsschuss nachzuholen, was natürlich ziemlich in die Hose geht.)
Es ist völlig okay, wenn die Kleine auch mal bei Papa schläft (und Mama mal entspannen darf). Er ist nunmal der Vater Eures Kindes, damit wirst Du Dich abfinden müssen. Und er scheint sich ja doch auch Gedanken um Euer Kind zu machen, das ist ein gutes Zeichen. Papas halten vieles anders als Mamas, das ist gut und richtig so, Kinder brauchen diese fühlbaren Unterschiede ganz doll. Gib bitte den beiden eine Chance, eine gute Vater-Tochter-Beziehung miteinander aufbauen zu können, Dein Anteil an dieser Chance ist riesig. Und das tust Du nicht für deinen Ex, sondern für Deine Tochter, mach Dir das bitte klar.
Und wenn Du Dir tatsächlich Sorgen machst, wenn sie bei ihm ist, hilft Dir vielleicht der Satz einer lieben Freundin, die ihren Vater nie kennenlernen durfte: "Lieber eine schlechte Beziehung zum eigenen Vater als gar keine." (Zumindest mich tröstet das immer, wenn mit Ex mal wieder die Luft brennt.)
Und ich habe den Eindruck, dass du vor allem nicht willst, dass er das Kind allein mitnimmt. Das allerdings hängt nun überhaupt nicht am Sorgerecht sondern am Umgangsrecht. Und das hat er ohne dass ihr dafür die Sorgefrage klären müsstet.
Dazu kommt, dass m.E. euer Stand der Beziehung nicht klar ist. Scheint mir eher eine on-off Beziehung zu sein. Und das wäre, sorry, richtig belastend für das Kind.
Klärt eure Beziehungsebene und tragt das nicht über das Sorgerecht aus. Das sollten einfach beide haben. Aus Prinzip.
LG LBM
"Mut bedeutet nicht, keine Angst zu haben, sondern es ist die Entscheidung,
dass etwas anderes wichtiger ist als die Angst."
Ich meine, celine, dass es kein schwarz und weiß gibt.
Ihr habt ganz enorme Probleme, auf eine Elternebene zu kommen. Das zeigt sich ganz deutlich. Da ist gar nichts getrennt.
Das führt dann natürlich dazu, dass die Dinge durcheinanderkommen.
Er weicht vielleicht nicht dem Kind sondern dir aus, indem er einige Wochen nicht mehr kommt.
Und du sorgst dich weniger ums Kind als um dieses Druckmittel Kind ihm gegenüber, wenn im Raum steht, dass das Gericht ihm Sorge- und/oder Umgangsrecht zuspricht und du keine Handhabe mehr hättest.
Das Sorgerecht hat nichts damit zu tun, wie nett er zu dir ist oder wie gut ihr euch menschlich versteht.
Deine Argumente gegen das Sorgerecht sind zur einen Hälfte themenfremd ("behandelt mich nicht nett genug"), zur anderen Hälfte gegen sie dem Sorgegedanken regelrecht zuwider ("Aber wenn der mitreden darf, dann darf ich nicht mehr alleine entscheiden!"). Ein tatsächliches, sachliches Argument gegen das Sorgerecht hast du bisher einfach nicht genannt.
Dass er nach diversen Wochen Umgangsausfall und einem so jungen Kind erst einmal begleiteten Umgang bekommt ist wahrscheinlich - aber nicht begleitet durch dich.
Und ich mutmaße, das würde dich stören. Nicht so sehr der Umgang alleine sondern der Umgang ohne Dich.
Du verdeutlicht nur unseren Konflikt. Interessant. Jeder von uns will was, aber keiner will Kompromisse eingehen. Jeder sagt ich will aber keiner sagt WIR. Sonder immer nur ich, ich, ich.... Oder?
Hab ich das richtig erfasst?
So habe ich das noch nicht gesehen.
Ja. Und diese Selbsterkenntnis ist in der Tat ein großer Schritt in die richtige Richtung.
Gib ihm das GSR. Letztlich bist Du die Mutter und das Kind lebt bei Dir. Damit hast Du in diesem Land noch immer alle Trümpfe in der Hand.
