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Arzt & GSR

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(@benosch)
Schon was gesagt Registriert

Hallo zusammen,

es handelt sich um das Medikament "Medikinet". Habe gestern mit dem Arzt telefoniert und er sagte mir, dass KM angab, die Dosis von 5 mg sei zu wenig und
nicht anschlägt, deswegen wurde diese auf 10 mg erhöht. Ich habe nun ein persönliches Gespräch mit dem Arzt. Ach ja, da kam eine Antwort, dass, wenn man
einmal was unterschrieben hat, dies für die weiteren Behandlungen gültig ist. Ich habe aber nichts unterschrieben gehabt.

Die KM gab am Anfang die Tabletten zum WE mit, aber dann nicht mehr. Da ich auch jemand bin, der seinem Kind keine Tabletten geben "möchte" außer
es ist von wirklicher Wichtigkeit, sehe ich dies auch nicht als schlimm an. Natürlich werden jetzt bestimmt einige sagen, dass dies unverantwortlich ist, dass ich
keine Tabletten regelmäßig (am WE) gebe obwohl der Arzt es verschrieben hatte. Meine Meinung, sie braucht es nicht.  Meine Tochter verhält sich normal wie eh und je.

Ob mittlerweile ein Blutbild und ein EEG gemacht wurd, kann ich leider nicht beantworten. Der Termin war damals bereits ausgemacht, ob die KM aber
ihn wahrnahm, kann ich leider nicht sagen. Und leider habe ich beim Telefonat mit dem Arzt es auch vergessen zu fragen, geb ich ehrlich zu.  ;(
Mir war ja wichtig, nachdem ich dieses Thema ansprach, ob der Arzt bei solchen Entscheidungen den anderen Elternteil benachrichtigen muss. Laut BGB
sind alltägliche Entscheidungen nicht von Wichtigkeit, aber wenn eine wichtige Entscheidung (und das sehe ich bei dem Medikament) müssen beide
Sorgerechtsträger zustimmen. (Hoffe ich habe das richtig verstanden  :redhead:)


AntwortZitat
Themenstarter Geschrieben : 10.11.2009 11:54
 Uli
(@Uli)

Feinfühlige Menschen jedoch, haben das Gefühl hier als verantwortungslos hingestellt zu werden, wenn sie ihr Kind mit "Ritalin und co." behandeln lassen.

Ganz und garnicht. Ritalin ist auf der einen Seite sicherlich ein Segen. Als meine Frau noch aktive lehrerin war, berichtete sie mir öfter von Fällen, wo Kids nach oder unter Ritalinbehandlung im positiven Sinne wie ausgewechselt waren. Auf der anderen Seite gibt es aber auch genügend Fälle mit z.B. erkennbarer häuslicher Problematik, wo man meint, mit Ritalin kompensieren zu können, was sicher nicht funktioniert. Ich würde mir bei entsprechender Diagnose immer eine zweite ärztliche Meinung einholen.

Wenn ich das nun richtig verstehe, gibt es also keine rechtliche Verpflichtung für den Arzt (und zwar genau in der ihm bekannten Konstellation wie beim TO und auch bei mir), mich bei Abänderung der Medikamention mit einzubeziehen und sei es nur dadurch, dass er eine Einverständniserklärung von mir bei der KM einfordert.

Ich habe immer das Gefühl, dass, wenn man im Verhalten der Ex nicht weiterkommt, man unbedingt den Schuldigen woanders suchen muss - in diesem Fall eben beim behandelnden Arzt. Der Arzt ist für die Leiden der Kinder da, nicht als Ersatz für die fehlende Kommunikationsebene der Eltern. Allerdings sollte ein Arzt vielleicht erkennen, dass, wenn Eltern sich in der wie hier geschilderten Form vor ihm gebärden, die ADHS-Problematik möglicherweise auch andere als organische Ursachen haben könnte!

LG, Uli


AntwortZitat
Geschrieben : 10.11.2009 12:03
(@midnightwish)
(Fast) Eigentumsrecht Moderator

Hallo horschti,

Moin,
.. Nun kannst Du natürlich nichts für meine Feinfühligkeit und die anderer Menschen (oder bin ich hier der einzige von der Sorte?)

Nein, du bist sicher nicht der einzige feinfühlige hier  😉

Ich kann dir nur von mir sagen, das ich mich mit diesem Thema intensiv auseinandesetzen mußte. Am Anfang war ich auch in der Haltung mich verteidigen zu müssen, weil ich meinem Kind Psychopharmaka zumute. Ich habe mich schwer getan dieser Therapie zuzustimmen und ging deshalb immer wieder in die Defensive und fühle mich sofort angegriffen. Meine Frage war immer, ob ich auch zu den Müttern gehöre, die einer Modediagnose verfallen sind u.s.w.
Inzwischen habe ich gelernt damit umzugehen. Ich habe gelernt und erfahren, das die Behanndlung meinem Sohn guttut. Das Medikament ihn in die lage versetzt bestimmte Dinge erst wahrzunehmen und zu lernen. Ich bin stolz auf ihn, das er für sich entscheidet, ob er die zweite Tablette bereits in der Schule nimmt oder ob er es schafft sich in der letzten Schulstunde ohne Medikamant zu konzentrieren, auch wenn ihn das unheimlich Kraft kostet. Die Fortschritte zeigen mir, das meine Entscheidung richtig war.
Ohne begleitende Therapien und Kurse, ohne Medikamentepausen, die zeigen, das er langfristig wohl ohne Medikamnete auskommen kann, wenn ich es nur als ruhigstellen eines lebhaften Kindes sehen würde, damit hätte ich ein Problem und ein schlechtes GEwissen und würde mich damit z.B. durch martin angegriffen fühlen.
Aber ich weiß, das die Diagnose sorgfältig erstellt wurde, das das Ziel, auch der Therapeutin, ist, das die Medikamente nur eine vorrübergehende Krücke sein  sollen. Und damit fühle ich mich mit den Aussagen nicht mehr angegriffen.

Ich hoffe das hilft dir ein wenig.

Tina


Ein gebrochenes Versprechen ist ein gesprochenes Verbrechen

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Geschrieben : 10.11.2009 12:06
(@horschti)
Nicht wegzudenken Registriert

Danke Tina, tut es. 🙂

Wie Du vielleicht noch aus meinem eigenen Thread weißt, habe ich Schwierigkeiten Einfluß auf die begleitenden Therapien zu nehmen, was mich sehr unglücklich und unzufrieden macht. Dennoch sehe ich die Einstellung meines Großen auf Ritalin, nach sehr gründlicher Beschäftigung mit der Materie, als richtigen Schritt an. Wenn Du Dich erinnerst, war mein Einstieg in die Diskusion damals im übrigen inhaltlich gar nicht so weit von brilles Meinung entfernt.

@uli,

also, der Arzt (Kinderpsychologe) hat uns damals auf meine Frage hin gesagt, dass er keine Reflektionen aus dem familieren Umfeld erkennen kann. Wir haben Ihn auch nicht mit unser GSR-Problematik genervt - ich denke, dass er sich aus Erfahrungswerten haraus der Zustimmung beider Elternteile versichern wollte. Das finde ich gut.
Es hat dann allerdings den offensichtlichen Irrglauben bei mir erzeugt, das dies ganz selbstverständlich so sein müsse. Das habe ich dann für mich hier aufbereitet (sorry an den TO, dass ich mich hier so reingedrängt habe) und im letzten Beitrag das "Gelernte" für mich zusammen gefasst. Da Du hierauf nicht mehr eingehst, kann man es wohl so als richtig stehen lassen.

Ich fühlte mich von brille nicht persönlich angegriffen, schon allein nicht, weil er meinen konkreten Fall ja nicht (umfassend) kennt. Mir ging es nur darum, zu sagen, wie das geschriebene auf andere Betroffene wirken könnte und damit zu hinterfragen ob das tatsächlich von ihm so gewollt ist. Hiermit würde ich jeden Freund oder Menschen, an dem mir etwas liegt (und als solche betrachte ich erst mal alle user hier), konfrontieren in der Hoffnung, dass ein Überdenken und vielleicht eine Reaktion in meine Richtung erfolgt. Ich weiß, dass ich mir hier schon einige Ecken bei dem Versuch abgestoßen habe. Seis drumm - ich bleib dabei.

Gruß Holger

Gruß Holger


AntwortZitat
Geschrieben : 10.11.2009 12:56
 Uli
(@Uli)

also, der Arzt (Kinderpsychologe) hat uns damals auf meine Frage hin gesagt, dass er keine Reflektionen aus dem familieren Umfeld erkennen kann. Wir haben Ihn auch nicht mit unser GSR-Problematik genervt - ich denke, dass er sich aus Erfahrungswerten haraus der Zustimmung beider Elternteile versichern wollte. Das finde ich gut.

Hallo Holger,

ich denke, das ist was anderes. Als meine Tochter unmittelbar nach dem Scheitern meiner ersten Ehe in eine Trennungstherapie kam, verlangte die Therapeutin eine Einverständniserklärung beider Elternteile. Hier war die familiäre Situation Gegenstand von Diagnose und Therapie. Dies ist bei einer "gewöhnlichen" ärztlichen Konsultation nicht zwangsläufig der Fall. Insofern wird ein Arzt hier auch nicht die Zustimmung des nicht anwesenden Elternteil einfordern oder aber stillscheigend als vorhanden vorraussetzen.

LG, Uli


AntwortZitat
Geschrieben : 10.11.2009 13:08
(@brille007)
(Fast) Eigentumsrecht Registriert

Moin,

ich denke, das ist kein Thema für persönliche Dünnhäutigkeit, sondern für einen sachlichen Umgang, wie man ihn auch bei anderen Erkrankungen anwenden würde. Es braucht sich ja auch niemand zu schämen, wenn sein Kind erkältet ist oder ein Bein gebrochen hat.

Speziell Diagnosen wie ADHS werden allerdings immer wieder vorschnell gestellt. Beispiele: Wenn ein zuvor unauffälliges Kind im Umfeld der Trennung seiner Eltern oder der damit verbundenen Streitigkeiten "plötzlich" ADHS "bekommt", müsste man eigentlich besonders genau hinsehen und nach den Ursachen forschen. Nach meiner Beobachtung unterbleibt dies aber immer wieder gerne, weil diese Eltern die damit verbundene "Schuldzuweisung" und die Notwendigkeit einer eigenen Verhaltensänderung fürchten. Überdies ist ein "krankes" Kind ja auch eine feine Begründung für den dauerhaften Bezug von nachehelichem Unterhalt: Man muss sich ja kümmern; wer wollte da eine Berufstätigkeit erwarten?

Auch Überbehütung von Kindern kann diese Symptome auslösen, wie ich in bei einem meiner Neffen über Jahre beobachten konnte: Der hat mit Hyperaktivität auf das ständige "Tu dies nicht, lass jenes, Du könntest Dich verletzen, das ist gefährlich, es wird etwas Schlimmes passieren etc." seiner Mutter reagiert und wurde daraufhin mit entsprechenden Medi's behandelt; die seelische Umklammerung der Mutter durfte als Ursache ja nicht in Frage kommen. Mit 16 hat er die Schule geschmissen, zog für seine Ausbildung zuhause aus - und war fast augenblicklich symptomfrei: Die Medis wurden durch Selbstbewusstsein ersetzt.

Noch einmal: Niemand - am allerwenigsten ich - behauptet, dass ADHS in jedem Fall eine Modediagnose und eine entsprechende Behandlung deshalb falsch wäre. Ich plädiere nur für genaueres Hinsehen und den Ausschluss anderer Indikationen - gerade WEIL es so leicht ist, die kritische elterliche Selbstreflexion durch Medikamente für die Kinder zu ersetzen. Ein verantwortungsvoller Arzt muss (oder müsste zumindest) ALLE Rahmenbedingungen kennen, bevor er eine Diagnose stellt; auch die familiären. Ich behaupte: Gerade dabei schummeln Eltern immer wieder (und grenzen den anderen Elternteil bewusst aus der Behandlung aus), denn ein Rezept ist ein "besseres" Ergebnis als der ärztliche Hinweis, vor einer Medikamentengabe doch zunächst einmal die angespannte Familien- und Umgangssituation zu entschärfen.

Wenn - wie im vorliegenden Fall - ein Umgangsvater beschreibt, dass seine Tochter bei den Umgängen auch ohne Medikamente ein ganz normales Kind ist, könnte man einen solchen Fall vermuten.

Grüssles
Martin


When a mosquito lands on your testicles you realize that there is always a way to solve problems without using violence.

AntwortZitat
Geschrieben : 10.11.2009 13:47
(@midnightwish)
(Fast) Eigentumsrecht Moderator

Wenn - wie im vorliegenden Fall - ein Umgangsvater beschreibt, dass seine Tochter bei den Umgängen auch ohne Medikamente ein ganz normales Kind ist, könnte man einen solchen Fall vermuten.

Das ist ein Fall wo man ganz sicher genau hinschauen muß. Ich weiß von Sohnemann das er an WE und sogar über Wochen ohne Medis auskommt, wenn andere Streßfaktoren, wie Schule, zuviel Trubel, unser WE-4-Mädel-Haushalt, zuviele Unternehmungen wegfallen.

Der Unterschied ist aber, das er auch dann den einen oder anderen Aussetzer hat und nicht komplett problemlos ist.
Dazu gehört das man als Elternteil mal sehr genau und möglichst objektiv beobachtet. Wenn man dann Anhaltspunkte hat, das es an den WE keinerlei Auffälligkeiten gibt muß man darüber unbedingt auch mit dem Arzt sprechen.

Tina


Ein gebrochenes Versprechen ist ein gesprochenes Verbrechen

AntwortZitat
Geschrieben : 10.11.2009 13:55
(@annasophie)
(Fast) Eigentumsrecht Registriert

Hallo,

was wird bei den Parallel laufenden Behandlungen gemacht?  Denn mittelfristig sollte das Kind lernen ohne Medikamente auszukommen.

Bei meiner Kleinen würde ich auch vermuten das sie leicht hyperaktiv ist. Sie macht aber als  Ausgleich sehr viel Sport - wenn sie den nicht hat wird sie sehr zappelig. Und sie sagt selbst dass sie nach 1,5 Stunden Sport viel besser denken kann.

Sophie


AntwortZitat
Geschrieben : 10.11.2009 15:27
(@benosch)
Schon was gesagt Registriert

Parallel dazu wird nur die Heilpädagogische Therapie gemacht (also bei meiner Tochter). Meine Tochter spielt Fußball im Verein und das bekommt ihr natürlilch
auch sehr gut. Da gebe ich Sophie recht. Trotzdem möchte ich natürlich das gleiche erreichen, dass meine Tochter irgendwann (sobald wie möglich) ohne
diese Tabletten auskommt.

Benosch


AntwortZitat
Themenstarter Geschrieben : 10.11.2009 17:52
(@midnightwish)
(Fast) Eigentumsrecht Moderator

Benosch,

was bedeutet in eurem Fall Heilpädagogische Behandlung? Was versteckt sich konkret dahinter?

Tina


Ein gebrochenes Versprechen ist ein gesprochenes Verbrechen

AntwortZitat
Geschrieben : 10.11.2009 18:04




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