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alleinige Entscheidung der KM über 2.Fremdsprache im GYM 6.Klasse....

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Lausebackesmama
(@lausebackesmama)
(Fast) Eigentumsrecht Moderator

Hi,

was sich mir nicht erschließt ist, wie Du wissen kannst, ob KM und/oder Tochter sich informiert haben. Sie wird ja kaum am Telefon zu Dir gesagt haben: "Nö, ich habe das aus Lust und Laune entschieden."

Ungeachtet dessen gibt es viele Beweggründe, die ggf. auch Deine Tochter motiviert haben könnten, sich für Französisch entschieden zu haben. Ich meine, sie ist elf Jahre alt und Du bringst das für mich ein wenig so rüber, als wäre sie eine 4jährige, die noch gar nicht die Reife geschweigedenn das Interesse besitzt, eigene Entscheidungen zu treffen. Das kommt mir ehrlich gesagt "spanisch" vor, denn selbstverständlich sollte in erster Linie DAS KIND sich an seinen Interessen orientieren und nicht der Papa, der 600km weit weg wohnt und für mich deutlich spürbar darauf "besteht", dass die Damen doch bitte für seine weise Entscheidung ein Einsehen haben mögen.

Na klar, ich gebe Dir Recht: Ich habe in der 9. Klasse Latein als 3. Fremdsprache gewählt (eine andere gab es leider nicht) und heute hilft mir das bei Jauchs Begrifferaten manchmal weiter. Ich kann Dir aber auch aus Erfahrung sagen, dass man in Latein schnell abgeschossen ist, wenn man nicht wirklich kontiniuerlich und strukturiert lernt. Dann ist eine Übersetzung (und nichts anderes wird da abgeprüft) schnell eine "schöne Geschichte, die aber mit dem Ursprungstext nichts mehr zu tun hat". Mit Kreativität, mit Ausdrucksvermögen hat Latein allerdings nichts zu tun.

Man muss sicher keine Wissenschaft daraus machen, eine zweite  Fremdsprache zu wählen. Die Kinder unterhalten sich ja auch untereinander, auch mit den Lehrern oder ggf. älteren Schülern. Trau doch Deiner Tochter zu, dass sie einen für sich gangbaren Weg wählt, statt aus der Fremdsprachenwahl eine "Frage wesentlicher Bedeutung" für den weiteren Lebensweg zu machen. Medizin usw haben längst kein Latinum als Zugangsvoraussetzung mehr. Meine Freundin bspw. hat ein wenig Latein neben dem Zahnmedizinstudium lernen müssen und das war nicht der Rede wert.

Mein Eindruck ist einfach es geht hier eher darum, dass Exxe nicht mit Dir darüber geredet hat. Ungeachtet dessen, dass in meinem eigenen Fall die Konstellation etwas anders ist, wäre ich vermutlich auch nicht auf die Idee gekommen, mit meinem Ex eine Sprachwahl abzustimmen. Nicht, weil ich ihn ausbooten will, sondern weil ich vermutlich meinen Sohn fragen würde "Welche 2. Fremdsprache möchtest Du machen." und seine Wahl schlicht akzeptieren würde. Genauso, wenn er lieber den naturwissenschaftlichen Weg in der Oberstufe einschlagen will und nicht den humanistischen. Es ist doch SEINE Ausbildung und nicht meine!

Ich würde daher bei Exxe überhaupt kein Fass aufmachen, weil der Anlass einfach nichtig ist und die persönliche Vorliebe der Eltern in so einer Geschichte keinen Vorrang haben sollte. Und nebenbei bemerkt: Klarkommen müssen die beiden Damen im Alltag damit, denn Du stehst ja nicht zur Verfügung.

Gruß, LBM


‎"Mut bedeutet nicht, keine Angst zu haben, sondern es ist die Entscheidung,
dass etwas anderes wichtiger ist als die Angst."

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Geschrieben : 11.07.2014 20:23
(@ingo30)
(Fast) Eigentumsrecht Registriert

Moin Hanno,

sehe es auch wie LBM. ich würde auch gern wissen, welche konkreten Studiengänge "Du" jetzt schon für Eure Tochter ausgewählt hast.

Aus meiner Lebens- und Berufserfahrung hat ein fehlendes Latinum noch niemanden das Genick gebrochen. Man hat immer die Möglichkeit, dieses an der Uni nachzuholen. Und mit Verlaub: Nicht jeder muss Arzt werden oder Doktor der Geschichte (die später oftmals noch nicht mal einen festen Arbeitsplatz bekommen).

Lass Eure Tochter Ihre Wahl und auch die "Konsequenzen" (die für mich keine sind) tragen. Ich glaube aus vielen Mitgliedern hier im Forum ist etwas "geworden", ohne das sie das große Latinum in der Tasche haben. Gruß Ingo


AntwortZitat
Geschrieben : 12.07.2014 01:08
(@psoidonuem)
Registriert

Nun ja, das ist wirklich eine schwere Entscheidung. Eine unbedeutende Lokalsprache, die man genau dann braucht, wenn man zufällig in dem Land studieren oder arbeiten will - Chance ungefähr 1:10000 gegenüber einer vollkommen überschätzten toten Sprache, die man nur dann braucht, wenn man etwas wirklich Ausgefallenes studieren will - Chance 1:10000.

Das Beste ist ja immer das Argument für Latein, dann könne man andere Sprachen leichter lernen. Ja, welche denn? Italienisch, Spanisch, Englisch, ach nee, das lernen wir ja eh schon. Warum dann nicht gleich Italienisch oder Spanisch lernen. Eine Sprache gespart.

Ich werde jedenfalls die Schule meines Jüngsten danach auszusuchen versuchen, dass man da etwas Vernünftiges und Brauchbares lernen kann als 2.FS. Russisch, Chinesisch, Arabisch, Polnisch (sind auch liebe Nachbarn, warum immer die Franzosen), von mir aus Spanisch.

Und mein Rat an den TO: Eine Fremdsprache gegen den Willen des Kindes ist eine ganz schlechte Idee. Immer.


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Geschrieben : 14.07.2014 19:05
(@mimamause)

ingo,

unabhängig davon, dass ich denke, dass sich das Kind gut überlegt hat welche Fremdsprache es wählen möchte und der Vater dies nun akzeptieren sollte habe ich es während meines naturwissenschaftlichen Studiums sehr zu schätzen gewußt, dass ich Latein belegt habe.

Sicher wäre es auch ohne machbar gewesen, hat mir die Sache aber sehr erleichtert. Von daher wäre es nicht verkehrt, würde sie Interesse an Medizin/Biochemie/Biologie haben. Und das ist ja nun nicht sooo exotisch.

Aber ich unterstreiche da ganz dick bei psoido

Und mein Rat an den TO: Eine Fremdsprache gegen den Willen des Kindes ist eine ganz schlechte Idee. Immer.

mmm


AntwortZitat
Geschrieben : 14.07.2014 19:52
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