Vergessene Mitte
 
Benachrichtigungen
Alles löschen

Vergessene Mitte

Seite 1 / 2
 
Lausebackesmama
(@lausebackesmama)
(Fast) Eigentumsrecht Moderator

Die meisten Deutschen sind weder sehr arm noch sehr reich. Doch statt die steuerzahlende Mitte zu stärken, befasst sich die Politik mit den Rändern der Gesellschaft:

weiterlesen

Welt am Sonntag

LBM


‎"Mut bedeutet nicht, keine Angst zu haben, sondern es ist die Entscheidung,
dass etwas anderes wichtiger ist als die Angst."

Zitat
Themenstarter Geschrieben : 21.02.2010 16:38
(@brille007)
(Fast) Eigentumsrecht Registriert

Ich finde auch, dass >>>ER<<< nicht unrecht hat...


When a mosquito lands on your testicles you realize that there is always a way to solve problems without using violence.

AntwortZitat
Geschrieben : 21.02.2010 16:52
Lausebackesmama
(@lausebackesmama)
(Fast) Eigentumsrecht Moderator

Yepp. Beppo hatte da eine interessante Idee. Vielleicht diskutieren wir die am kommenden WE mal. Er hat mich da schon ziemlich überzeugt, das kann er ja gut. 8)

LBM


‎"Mut bedeutet nicht, keine Angst zu haben, sondern es ist die Entscheidung,
dass etwas anderes wichtiger ist als die Angst."

AntwortZitat
Themenstarter Geschrieben : 21.02.2010 16:57
(@brille007)
(Fast) Eigentumsrecht Registriert

Moin,

ich hätte auch eine interessante Idee: Es soll ja nicht so sein, das H4-Empfänger einfach als Billig-Arbeitskräfte den regulären Arbeitsmarkt unterlaufen und den dort Beschäftigten die Jobs wegnehmen. Aber man könnte jemand, der "vom Staat" lebt, ja für diese Zeit zum Angestellten des Staates machen - mit allem, was ein Beschäftigungsverhältnis ausmacht. Inklusive der Weisungsgebundenheit, nun eben Schnee zu räumen, Grünanlagen zu pflegen, alten Menschen beim Einkaufen zu helfen etc.

Ich bin schon lange der Ansicht, dass die Arbeit subventioniert werden muss und nicht das Zuhausebleiben. Das ist die Sache mit dem "anstrengungslosen Wohlstand", den Schwesterwelle meinte und der nicht zum "Grundrecht" werden darf.

Grüssles
Martin


When a mosquito lands on your testicles you realize that there is always a way to solve problems without using violence.

AntwortZitat
Geschrieben : 21.02.2010 17:16
Lausebackesmama
(@lausebackesmama)
(Fast) Eigentumsrecht Moderator

Moin,

das sehe ich auch so. Zumal es ja genug zu tun gibt.

Ich kenne eine Hartz4-Empfängerin, die sich darüber aufregte, dass sie für 1,20 Stundelohn einen Minijob ausüben "musste". Ich hab ihr dann gesagt, sie soll mal ihr Hartz4 auf die Arbeitsstunden umrechnen, was sie dann für einen Stundenlohn hat. Dann sieht das für einen Ungelernten nämlich gar nicht so übel aus.

Ist schon komisch, im Normalfall gibt es nichts im Leben, wofür man keine Gegenleistung bringen soll. Nur bei Hartz4 soll das so sein. Und dieses Kennen von Rechten aber Nichtwahrhaben wollen von Verpflichtungen/Pflichten ist sowieso eine Mentalität, die mir schwer auf den Keks geht.

LBM


‎"Mut bedeutet nicht, keine Angst zu haben, sondern es ist die Entscheidung,
dass etwas anderes wichtiger ist als die Angst."

AntwortZitat
Themenstarter Geschrieben : 21.02.2010 19:53
(@brille007)
(Fast) Eigentumsrecht Registriert

Moin,

kürzlich las ich vom Mitarbeiter einer Umschulungs-Institution, die H4-Bezieher wieder in Lohn und Brot bringen soll. Dieser verdreht inzwischen die Augen, wenn seine "Schäflein" ihm die immer gleiche Frage stellen "Sagen Sie mal, wieviel darf ich eigentlich zu meinem H4 dazuverdienen?"

Seine Standard-Antwort "Soviel Sie wollen!" wird meist nicht verstanden: Weil der Maximal-Betrag von H4 vielerorts (nicht von allen!) als selbstverständliches Recht betrachtet wird; der Zuverdienst dagegen als eine Art persönliches Entgegenkommen des H4-Beziehers, zu dem er sich nicht verpflichtet fühlt; schon gar nicht, wenn dieser Verdienst dann in Anrechnung gebracht wird.

Da könnte mein Modell namens "Für die Dauer von H4 wird automatisch der Staat zum Arbeitgeber mit Weisungsbefugnis" durchaus die Spreu vom Weizen trennen.

Grüssles
Martin


When a mosquito lands on your testicles you realize that there is always a way to solve problems without using violence.

AntwortZitat
Geschrieben : 21.02.2010 20:11
(@malachit)
(Fast) Eigentumsrecht Moderator

Hallo zusammen,

Und dieses Kennen von Rechten aber Nichtwahrhaben wollen von Verpflichtungen/Pflichten ist sowieso eine Mentalität, die mir schwer auf den Keks geht.

Hmm. Kennen wir genau solches nicht auch aus einem etwas anderen Zusammenhang? Es ist doch genau diese Mentalität, die so manche Kindesbesitzerin für den Zahlvater zur Landplage werden lässt ...

Nix für ungut,

Malachit.


Wenn ein Staat die Leistungsgerechtigkeit zugunsten der Verteilungsgerechtigkeit aufgibt, dann kommt man bald an den Punkt, wo es mangels Leistung nichts mehr zu verteilen gibt.

AntwortZitat
Geschrieben : 21.02.2010 20:43
Lausebackesmama
(@lausebackesmama)
(Fast) Eigentumsrecht Moderator

Hmm. Kennen wir genau solches nicht auch aus einem etwas anderen Zusammenhang? Es ist doch genau diese Mentalität, die so manche Kindesbesitzerin für den Zahlvater zur Landplage werden lässt ...

Natürlich! Ich bin jedoch der Meinung, dass die Mentalität "nur das was mir zusteht" geschlechtsunspezifisch und dafür eher eine Charakterfrage ist. Meiner Ansicht nach würde ein großer Teil der Menschen zugreifen, wenn sich ihnen die Gelegenheit ergibt.

Wäre ich zB Mrs. Tiger Woods und mir stünden lt. Ehevertrag 200 Millionen im Trennungsfall zu, ja, da bin ich ehrlich, da würde mir wohl auch das Heiligen-Gen fehlen, um zu sagen: "Der soll sein Geld mal behalten!" Ich gehe mal davon aus, dass er den Vertrag nicht im Saufkoma unterschrieben hat.

Und ich denke, jeder Mr. Liliane Bettencourt würde das genauso handhaben.

Den Weg des geringsten Widerstandes zu gehen ist immer einfach. Eben deshalb muss Hartz ja auch unattraktiver werden. Wer zB krank und deshalb bedürftig ist, wird auch nicht zum Schneeschieben oder Tiergarten-nach-Loverparade-säubern verdonnert. Aber ein/e gesunde/r 25jähriger, der kann da schon mal anpacken.

LBM


‎"Mut bedeutet nicht, keine Angst zu haben, sondern es ist die Entscheidung,
dass etwas anderes wichtiger ist als die Angst."

AntwortZitat
Themenstarter Geschrieben : 21.02.2010 20:55
(@vatereinersuessentochter)
Rege dabei Registriert

ich finde Westerwelle (zumindest z.Z.) sehr gut.
Der traut sich was. UND bleibt auch bei dem, trotz massivem Gegenwind!!


AntwortZitat
Geschrieben : 21.02.2010 22:00
 Uli
(@Uli)

ich finde Westerwelle (zumindest z.Z.) sehr gut.
Der traut sich was. UND bleibt auch bei dem, trotz massivem Gegenwind!!

Und ich finde diesen Mann unmöglich !!!!!

Dass sich Leistung lohnen muss und dass jemand der arbeitet mehr haben muss, als jemand, der nicht arbeitet ist eine Binsenweisheit, die jeder unterschreiben kann.

Warum setzt er dann nicht beim Mindestlohn an, warum kann er Bruttolöhne von 850,- EURO bei Vollzeitarbeit akzeptieren?!

Für mich ist und bleibt er Reichenhansel und diese "Diskussion" loszutreten, wo es um korrekte Berechnungen für Kinder ging (noch nicht mal um mehr oder weniger), ist für mich schon unterste Schublade.

LG, Uli


AntwortZitat
Geschrieben : 21.02.2010 22:15




 elwu
(@elwu)

Die meisten Deutschen sind weder sehr arm noch sehr reich. Doch statt die steuerzahlende Mitte zu stärken, befasst sich die Politik mit den Rändern der Gesellschaft

Hallo,

das ist seit Jahrzehnten so. Übrigens auch seitens der FDP, die sich ewig mit der Stärkung der Rechte irgendwelcher Randgruppen verlustierte. Nachdem ich hier vor einiger Zeit mal einige Fakten zur ausgepressten Mitte anmerkte, wurde ich von einigen Forianern als neoliberal beschimpft. Zur FDP habe ich dann noch mal eine Sachdiskussion versucht hier im Politikforum. Aussichtslos, denn die wurde umgehend sabotiert mit ad personam Gestänker. Seither ist mir hier die Lust zu politischen Diskussionen vergangen.

/elwu,

stimmt mit Westerwelle in der Wortwahl nicht überein, in der Sache zum Teil schon, bei den Rezepten zur Abhilfe eher nicht.


AntwortZitat
Geschrieben : 21.02.2010 22:26
(@malachit)
(Fast) Eigentumsrecht Moderator

Hallo zusammen,

Ich bin jedoch der Meinung, dass die Mentalität "nur das was mir zusteht" geschlechtsunspezifisch (...) ist.

100% Zustimmung. Ich wollte auch keine Diskussion darüber lostreten, ob nun Männer oder Frauen im Durchschnitt fauler / frecher / hinterhältiger / egoistischer / wasauchimmer sind, sondern darauf hinweisen, dass das zugrundeliegende Problem wesentlich weiter reicht als nur zu den Hartz-IV-Empfängern. Übrigens, wenn ich schon dabei bin: Die gleiche Mentalität herrscht auch in den Köpfen jener Bonus-Banker, die mit ihrem Großhandel in Schrott-Wertpapieren Milliardenverluste eingefahren haben, sich anschließend auf Steuerzahlers Kosten vor der Pleite retten lassen, und sich trotzdem "Erfolgs"prämien im sechs- oder siebenstelligen Euro-Bereich genehmigen.

ich finde Westerwelle (zumindest z.Z.) sehr gut.

Ich gebe offen zu: Ich kann den Westerwelle nicht leiden, und ich kann auch seine FDP nicht leiden. In diesem speziellen Fall ziehe ich allerdings meinen Hut vor ihm, weil hier seit langer, langer Zeit ein deutscher Politiker endlich mal wieder genügend Mut hat, eine richtig unangenehme Wahrheit auszusprechen: Geld wächst nicht auf den Bäumen, d.h. wenn man welches verteilen will, muss es vorher erst mal verdient werden. Daher, so sehr es mir auch in der Seele weh tut: Drei Kaba-Pluspunkte für Guido Westerwelle, und zwar dafür, dass er diese Diskussion losgetreten hat.

Ob diese Diskussion, wenn man sie in der vollen gesellschaftspolitischen Breite führt, dann tatsächlich die Antworten liefert, die Westerwelle mutmaßlich haben will, steht jedoch auf einem anderen Blatt. Es gibt einfach zu viele naheliegende Fragen an seine eigene Klientel - nämlich, ob es nicht auch dort genügend Leute gibt, die, allerdings mit deutlich größeren Geldscheinen, auf dem gleichen Parkett tanzen ...

Viele liebe Grüße,

Malachit.


Wenn ein Staat die Leistungsgerechtigkeit zugunsten der Verteilungsgerechtigkeit aufgibt, dann kommt man bald an den Punkt, wo es mangels Leistung nichts mehr zu verteilen gibt.

AntwortZitat
Geschrieben : 21.02.2010 22:31
 Vic
(@vic)
Zeigt sich öfters Registriert

Also mich ärgert der Herr Westerwelle.

Auf der einen Seite so tun, als wäre Hartz4 ein Geldregen des Staates,
auf der anderen Seite die "hohen Lohnkosten" anprangern.

Fakt ist doch: Hartz4 ist ein Minimum zum Leben. So ist es ja auch gedacht,
weil es ursprünglich als "vorübergehende Leistung" geplant wurde.

Herr Westerwelle würde sicher nicht mit dem derzeit gültigen Hartz4 Satz auch nur 1 Jahr über die Runden kommen.

Das Problem ist ja nicht, dass es so toll ist, Hartz4 zu beziehen, sondern dass die derzeit
für Berufsanfänger und "Geringqualifizierte" gezahlten Löhne nicht zum Leben ausreichen.

Zumindest nicht, wenn Familien dranhängen. Warum gibt es denn derzeit soviele "Aufstocker"?

Aber Arbeit soll sich doch lohnen, oder ?

Zudem gerät man auch schnell in eine Art  "Zurückstufung"; d.h. der Lohn für die gleiche bzw. vergleichbare Arbeit an einer "neuen Arbeitsstelle ist extrem niedriger.

Was Hartz4 als solches angeht, ist es nun wirklich nicht erstrebenswert und nur als Grundsicherung zu verstehen.

Sicher ist aber, dass natürlich die Aufnahme von Arbeit gefördert werden soll und bei Verweigerung
"sinnvoller Massnahmen" ja auch Entzug und Kürzungen drohen.

Aber es gibt auch einen Teil der Hartz4 Empfänger, welche gar nicht mehr in den Arbeitsmarkt
integrierbar sind, weil Sie weder körperlich, geistig oder sozial fähig sind, geregelter Arbeit nachzugehen.

Will man diese Menschen verhungern lassen ? Dann hätten wir hier US-Ghetto Zustände.

Gruß Vic


AntwortZitat
Geschrieben : 21.02.2010 23:10
 Uli
(@Uli)

Will man diese Menschen verhungern lassen ? Dann hätten wir hier US-Ghetto Zustände.

Eben! Und daher macht es wenig Sinn, Leistung bei H4 zu definieren. Gehen wir doch an die Warenterminbörsen, wo Unsummen um den Globus geschickt werden, von Menschen, die für Schaffung der Produkte, die sie verschachern, keinen Finger krumm gemacht haben. Aber das ist vermutlich eher die FDP-Klientel.


AntwortZitat
Geschrieben : 22.02.2010 00:07
DeepThought
(@deepthought)
(Fast) Eigentumsrecht Moderator

Die singuläre Betrachtung hilft nicht weiter.

Es ist undenkbar, dass Vizekanzler und Parteiführer einer Koalitionspartei ein derart heißes Eisen ungefragt und so heftig angeht. Der berockte Herr Merkel schweigt. Nicht ganz. Es ist nicht ihre Wortwahl, lässt sie verlauten.

Ich gehe von einer Koalitions-Intention aus. Erinnert mich daran, dass der Mensch sich immer nur auf den heftigsten Schmerz konzentrieren kann. In diesem Fall lenkt es so schön von den tatsächlichen Problemen der Parteien ab.

Es ist in dieser Diskussion zu unterscheiden zwischen:
- ALG-2-Empfängern, die aus ALG-1 kommen
- ALG-2-Empfängern, die tatsächlich Sozialgeld erhalten (=Erwerbsunfähig)
- ALG-2-Empfängern

Ich habe beruflich mit Menschen zu tun, die einen Erstantrag auf ALG-2 in meiner Stadt stellen und dies aus diversen Gründen (Aufstocker, Ü25, Zuzug, Genesung, Haftentlassung, Asyl, Einreise, ALG-1-Ende, ...). Alle, ausnahmslos alle, wollen arbeiten. Selbst die Ehefrauen, deren Männer nicht genug nach Hause schaffen (können).

Es sind Menschen, die von Zeitarbeitsfirmen zu Stundenlöhnen von 4,30 €/Stunde und weniger in verunreinigte Tanks gejagt werden und diese reinigen sollen.
Es sind Menschen, die in Call-Centern knapp 5 €/Stunde erhalten und kurz vor Erreichen der Bonusgrenze vom Platz weggenommen und auf einen anderen gesetzt werden - natürlich mit neu anlaufender Zeitgrenze für die Bonuserreichung.
Es sind Menschen, die sich mit erheblichen körperlichen Einschränkungen dennoch auf den Bau begeben und den Mischer füllen.
Es sind Menschen, die nach jahrelanger Haft am Tag nach der Haftentlassung in einem Unterrichtsraum sitzen und Bewerbungen schreiben sollen.
Es sind Menschen, die ihre Muttersprache nur zu Hause sprechen durften und in Gebirgsschulen gerade mal drei Jahre lang unterrichtet wurden.
Es sind Menschen, die das gelobte Land zu erreichen hofften.

Ich sehe aber auch die Trinker und Drogenabhängigen, für die Beschaffungskriminalität so charmant ist, wie für uns ein Ticket wegen abgelaufener Parkuhr.

Nochmal: Die singuläre Betrachtung hilft nicht weiter.

Die Stammtischparolen eines Rechtsanwaltes, den man nur von links zeigen darf, zeigen auf, um was es wirklich geht: Futterneid. Die FDPler und CDUler können es schlicht nicht verknusen, dass sich jemand täglich gnadenlos ins Vergessen säuft von den Steuergeldern, die ihre Klientel abdrücken müssen vom Überschuss nach den Transfers in ferne und weniger ferne Länder.

Das ist strikt antikapitalistisch und die Denke "der da oben" geht schon ein klein wenig in Richtung Euthanasie.

Die Bemühungen der vermittlungspflichtigen Behörden sind karg und stellenweise blamabel bis menschenverachtend. Die Behandlung der Bedürftigen ist getragen von Unverständnis und Zielvorgaben zur weiteren Einsparung. Die meisten dort arbeiten mit Kurzfristzeitverträgen, Beamte sind ganz selten im "Kunden-"Kontakt zu finden - die sind frühverrentet oder in Sicherheit befördert worden. Die Arbeitsbelastung ist enorm.

Die Perversion der Arbeitereinkommen begann mit der Einführung der 400 €-Jobs. Fast der gesamte Einzelhandel ist hierauf umgeschwenkt und fühlt sich auch noch als Wohltäter, weil er damit familiengerechte Arbeitszeiten ermöglicht. Auch in der Administration wie z.B. in Einkauf und Buchhaltung werden immer mehr die Vollzeitler durch Nebenjober ausgetauscht. In den USA heißen Menschen mit drei Jobs und mehr die "Working Poor". Wir sind auf dem allerbesten Wege dazu.

Ja, es gibt Menschen, die haben sich in ALG-2 eingerichtet. Das sind die, denen dieses Verhalten in die Wiege gelegt wurde, nämlich die ehemaligen Sozialhilfeempfänger. Und es gibt die, die feststellen, dass sie mit ALG-2 und einem 400 €-Job mehr Geld verdienen, als würden sie als ungelernte Hilfskraft am Band stehen.

Ja, es gibt Menschen, die nutzen ALG-2 als Zubrot zu ihrer Schwarzarbeit oder kriminellen Machenschaften.

Ja, die sozial schwachen Menschen zeugen mehr Kinder als die gut situierten. Der Grund ist nicht immer das Geld. Kinder sind ein Ausdruck von Hoffnung auf die Zukunft. Sie selbst können nichts mehr erreichen. Aber ihre Kinder sollen es einmal besser haben. Hierüber schöpfen sie Kraft und Zuversicht. Das Pärchen in gehobenen Führungspositionen braucht das alles nicht. Es zieht diese Kraft aus der Bestätigung für ihre Arbeit. Kinder als Endorphinstimulanz sind unnötig.

Der schwule Gernarbte soll doch mal erklären:
- wo will er die Arbeitsplätze für die Menschen hernehmen.
- wenn es hoheitliche Aufgaben zu vergeben gibt, warum stellt er sie nicht ein.

Die heute angeprangerten Probleme sind nicht neu. Durch die Zusammenlegung von Arbeitslosenhilfe und Sozialhilfe ist die Menge der Empfänger allerdings publikumsrelevant.

DeepThought


Der 15. Senat des OLG Celle befindet vatersein.de
in den Verfahren 15 UF 234/06 und 15 UF 235/06
als "professionell anmutend".
Meinen aufrichtigen Dank!

AntwortZitat
Geschrieben : 22.02.2010 00:14
 elwu
(@elwu)

Der berockte Herr Merkel...Der schwule Gernarbte

Hallo,

mit solcher Wortwahl stellst du dich auf ein zweifelhaftes Niveau. Und deine Tirade ist exemplarisch für das, was Westerwelle zu Recht anprangert: über die, die den ganzen Umverteilungszirkus finanzieren, verliert niemand ein Wort, auch du nicht. Es soll aber ausdrücklich nach Jahrzehnten endlich mal nicht mehr nur oder primär um die Situation der Empfänger gehen, sondern um die der Zahler. ZumThema, also nicht zu deinem IMO übrigens reichlich singulär betrachtenden Posting möchte ich auf einen sehr lesenswerten Text hinweisen: den hier.

/elwu


AntwortZitat
Geschrieben : 22.02.2010 00:53
DeepThought
(@deepthought)
(Fast) Eigentumsrecht Moderator

mit solcher Wortwahl stellst du dich auf ein zweifelhaftes Niveau.

Ich nenne es Linientreue.

Und deine Tirade ist exemplarisch

Das ist Realität. Du kannst gern für eine Woche meinen Job machen. Du wirst die Ohnmacht erleben, wenn jemand ohne Krankenversicherung (Antragsbearbeitung dauert 2 bis 6 Wochen, die Meldung an die Krankenkasse dann noch ein Stück länger) seine notwendigen Medikamente nicht erhält und dich dann fragt: "Und nun?". Oder berate den Asyl-Iraker mit Kriegstrauma zu seinen beruflichen Chancen in Deutschland.

Ich rede von denen, die arbeiten wollen, denen die Arbeit aus multiplen Gründen jedoch nicht möglich ist.

verliert niemand ein Wort, auch du nicht.

Ich habe mich in meiner Argumentationslosigkeit hinter Schwesterwelle angestellt.

Es soll aber ausdrücklich nach Jahrzehnten endlich mal nicht mehr nur oder primär um die Situation der Empfänger gehen, sondern um die der Zahler.

Es mag dir schmeicheln, dass es nun um die Zahler geht. Tatsächlich tut es aber genau das eben nicht. Der Blick ist nach wie vor auf den Empfänger gerichtet, denn nur dort wird Einsparpotenzial lokalisiert. Mit einem derart desolaten Haushalt kann nur der eine weniger bekommen, damit der andere mehr erhält.

Trotz dessen Die Zahler entlasten? Gerne. Fangen wir doch mit Mindestlöhnen an. Der DGB geht mit 8,50 € tagesaktuell ins Rennen. Dann stöhnen die Unternehmer, wie sie das bezahlen sollen. Sie sehen nicht, dass das Konsumverhalten angekurbelt wird, die Binnennachfrage steigt. Fahren wir fort mit Erhöhung des Spitzensteuersatzes auf 60%, nehmen die Börsenumsatzsteuer gleich mit an Bord, deckeln Abfindungen, Tantiemen und Provisionen, annullieren die Absetzbarkeit von Auslandsinvestitionen, schaffen die diversen Umsatzsteuersätze ab und gehen grundsätzlich auf 17%.

Ne, geht nicht. An dem Monstrum Umsatzsteuer hängen zu viele Arbeitsplätze - allein schon in der Finanzverwaltung. Und Spitzensteuersatz auf 60%? Bloß nicht, rennen ja die Reichen davon. Börsenumsatzsteuer? Den Wirtschaftsseismografen an die fiskalische Kette legen? Nun hört's aber auf.

Denkt der gemeine Staatsbürger an ALG-2 meint er den saufenden Pöbel und vergisst dabei: Auch er ist nur 12 Monate von ALG-2 entfernt. Das ist singulär, denn die Gründe für ALG-2 sind vielfältig.


Der 15. Senat des OLG Celle befindet vatersein.de
in den Verfahren 15 UF 234/06 und 15 UF 235/06
als "professionell anmutend".
Meinen aufrichtigen Dank!

AntwortZitat
Geschrieben : 22.02.2010 01:31
 elwu
(@elwu)

Denkt der gemeine Staatsbürger an ALG-2 meint er den saufenden Pöbel und vergisst dabei

Hallo,

wie bereits erwähnt, politische Diskussionen werden hier zuverlässig mit ad personam Gestänker sabotiert. Dein Posting ist übrigens a) ad personam Gestänker b) arrogant und überheblich c) abwertend und d) größtenteils sachlich falsch. Aber jeder wie er kann. Ich zum Beispiel kann auf ein polemisches Genöle wie den Posting keinen Ansatzpunkt mehr für eine Sachdiskussion finden und erspare daher allen den Versuch, eine solche zu führen 🙂

/elwu


AntwortZitat
Geschrieben : 22.02.2010 10:02
 Uli
(@Uli)

Dein Posting ist übrigens a) ad personam Gestänker b) arrogant und überheblich c) abwertend und d) größtenteils sachlich falsch. Aber jeder wie er kann. Ich zum Beispiel kann auf ein polemisches Genöle wie den Posting keinen Ansatzpunkt mehr für eine Sachdiskussion finden und erspare daher allen den Versuch, eine solche zu führen 🙂

Hallo elwu,

wie immer wertest Du jede abweichende Meinung als persönlichen Angriff auf Deine Person und sparst selber nicht im Mindesten an ad personam Gestänker!

Uli


AntwortZitat
Geschrieben : 22.02.2010 11:49
 elwu
(@elwu)

wie immer wertest Du jede abweichende Meinung als persönlichen Angriff auf Deine Person und sparst selber nicht im Mindesten an ad personam Gestänker!

Hallo,

kürzlich, im Kindergarten:

Hans: 'Lena schwindelt!'
Lena: 'Hans schwindelt auch'

/elwu,

nun ists aber gut mit dem Unsinn. Hier geht keine vernunftige und konstruktive Sachdiskussion zur Politik, qed.


AntwortZitat
Geschrieben : 22.02.2010 12:11




Seite 1 / 2