Erstausstrahlung
Mein Vater. Mein Onkel
Deutschland 2009
Sinan (links) im GesprÂäch mit seinem Vater Mudhar. Sie unterhalten sich auf Englisch, da Sinan kein Arabisch spricht.
Eine große Geschichte, aus sehr persönlichem Blickwinkel erzählt: Der 26-jährige Sinan lebt in Berlin und arbeitet als Schauspieler. Seine Herkunft ist kompliziert: Seine deutsche (Stief-)Mutter Bruni und ihr damaliger irakischer Mann Farouk adoptierten Sinan als Kleinkind. Er war das vierte Kind von Farouks Schwester.
Als sich die Eheleute auseinander lebten, entschied sich Bruni, zusammen mit Sinan nach Deutschland zu fliehen. Dort wuchs er auf, ohne Kontakt zu den leiblichen Eltern und seinen Geschwistern. Erst nach einer turbulenten Pubertät, in der er seine Vergangenheit verdrängte, wuchs in Sinan die Erkenntnis, dass er sich mit seinen familären und kulturellen Wurzeln auseinandersetzen muss. Er reist nach Dubai, wo die leiblichen Eltern und Brüder inzwischen leben.
Es kommt zu einer emotionalen Annäherung, in deren Verlauf aber auch deutlich wird, dass Sinans Lebensstil mit manchen Prinzipien seiner irakischen Familie nicht vereinbar ist. Fast unsichtbar und sehr präzise ist die Kamera immer dabei, wenn Sinan der Familie, der Sprache, Religion und Kultur seiner Vorfahren begegnet - es ist die Entdeckung einer fremden Welt, eines Lebens, das er gelebt hätte, wenn er bei seinen Brüdern aufgewachsen wäre.
Für Sinans Eltern hat er immer zur Familie gehört, sie haben sich ihr Leben lang nach der Rückkehr des verlorenen Sohnes gesehnt. Sie schmieden Pläne, träumen von einem gemeinsamen Leben im Irak und machen Vorschläge für die zukünftige Ehefrau. Und eigentlich wäre es auch ganz schön, wenn Sinan zum Islam konvertieren würde.
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