Morgen,
ich muß mir mal wieder etwas Luft machen. Die letzten 2 Schulujahre waren ein einziges Martyrium für meinem Sohn und uns.
Trotz diagnostizierter HB im math. bereich wurde er nicht durch interessante Zusatzaufgaben gefördert. Schon nach den ersten Schulwochen teilte mir die lehrerin mit, das sie ihn für noch nicht schulreif hält (später steigerte sich die Aussage bis zu nicht beschulbar). Nach einem halben Jahr wurde es immer weiter schlimmer bis er dann Anfang der 2. Klasse sämtliche Mitarbeit völlig verweigerte. Das blieb auch so. Hausaufgaben machen war die Hölle, weil es nur mit viel Geschrei und Disziplin ging. Ständig lies er Sachen daheim liegen, verbreitete im Klassenzimmer Chaos, störte den Unterricht, stand auf, ärgerte andere Mitschüler, etc.
Gespräche mit der lehrerin brachten keine Änderung, auch die eingeschaltete Rektorin stelle sich hinter die Lehrkraft, bezweifelte das Ergebnis des Gutachten (das allerdings von einem renommierten Institut der Uni Marburg erstellt wurde, da ja seine Leistungen nicht entsprechend waren (tja, sowas nennt man wohl underchiever und die Schule sollte sich mal überelgen warum das so ist)
Mein Vorschalg war ihn auf eine andere Schule zu geben, die eine entsprechende anerkannte Föderung hat. Das wurde von seiner Schule abgelehnt, er wäre verhaltens- und sozialgestört, seine Probleme wären auch ander anderen Schule nicht behoben. Also wurde von uns das Schulamt eingeschaltet. Das gab ein langes gutes Gespräch. Plötzlich wardas Wort unbeschulbar nie gefallen ??? und es waren nur "kleinere" Probleme. Es wurde vereinbart, das der Schulpsychologe eine Unterrichtsbeobachtung machen sollte und dann eine Empfehlung abgeben sollte. Schön und gut, der Schulpsychologe kam, unterhilet sich mit der lehrkraft udn mir udn wußte nichts von einer Unterrichtsbeobachtung. Die Lehrerin hilet diese inzwischen auch für unnötig, meine Intervention wurde nicht beachtet.
Da standen wir wieder und es änderte sich nicht, außer das er immer öfter über Bauchschmerzen klagte. Am letzten Schultag wurde den Kindern mitgeteilt das ihre Klassenlehrerin versetzt wurde und nicht mehr wiederkommt. Ich fragte Sohemann dann was er von der "neuen" Klassenlehrerin hält. Seine Antwort: Die ist strenger! Meine Nachfrage:Was heißt das? Das finde ich gut Frau *** war nie streng und es war immer laut.
Vorgestern bekam ich im Vorfeld des EA einen Anruf von der neuen Lehrerin ,die in ja auch die letzten jahre schon stundenweise unterrichtet hat. Ich wardarauf gefasst nun wieder alles mögliche leidvolle zu hören und war erstaunt. Sie: ich wollte ihnen nur sagen das ich derzeit recht zufrieden bin. Er schreibt sich selbständig seine Hausaufgaben auf, hat sie auch am nächsten Tag vollständig erledigt, hatalle materialien dabei, eine aufgeräumte Büchertasche, verteilt sein Zeug nicht im ganzen Klassenraum, hat zwar am Platz hin- und wieder etwas Unordnung und man muß ihn dann darauf aufmerksam machen... er bleibt sitzen, rennt nicht herum, ärgert keine Mitschüler. Nur seine verweigernde Haltung zur mündlichen Mitarbeit hat sich leider noch nicht gebessert. Sie sei sich aber sicher, das wir das auch noch hinbekommen. Es täte ihr auch leid, das sie ihn nicht von Anfang an in ihrer Klasse hatte (tja eine Versetzung in ihre Klasse wurde ja auch abgelehnt). Natürlich schlägt er wie jedes Kind mal über die Strenge, aber nicht mehr so extrem wie letztes jahr.
Nun sagt mir mal wie aus einem in Augen der lehrkraft nichtbeschulbaren Kind über "nacht" ein organsiertes Schulkind geworden ist. Weder mein Sohn noch irgendwas in seinem Leben hat sich geändert ... außerdas er nun eine Lehrerin hat, die strenger ist und nicht alles durchgehen läßt (interessanterweise testet er auch bei ihr Grenzen aus, aber nach der "Gelben Karte" benimmt er sich wieder gut, weil er weiß das bei einer "Roten Karte" Zusatzaufgaben drohen und dazu ist er natürlich zu faul). Vielleicht lag es ja doch an der Lehrkraft 😡
LG Tina
Ein gebrochenes Versprechen ist ein gesprochenes Verbrechen
Hallo Tina,
Deine Schilderung erinnert mich stark an die Fußball-Bundesliga: hochbezahlte Trainer und Profis passen manchmal nicht zusammen. Erst ein Trainer- oder Vereinswechsel bringt aus Sicht des Profis den Erfolg.
Alles ist subjektiv!
Gruß
Thorsten
Hallo Thorsten,
ja damit hast du Recht. Nur ein Fußballer kann leichter den Verein wechseln als ein Kind den Lehrer 😉
Vor allem ein Erwachsener kann sich wehren, ein Kind wird in so einer Situation systematsich fertig gemacht und ist nicht in der Lage eine "normale" Schulbildung zu erlangen. Als Eltern muß man dann schon sehr hartnäckig sein, um Verbesserungen herbeizuführen. Und ich glaube viel zuviele glauben dann den lehreren, das ihr Kinder unfähig sind. Ich denke die Arbeit der Lehrer sollte viel mehr "kontolliert" werden.
Übrigens die Auftragstellung des Psychologen war bei der nicht stattgefunden Unterrichtsbeobachtung: Wie "funktioniert" das System Sohn - Lehrer. Sind die Verhaltnsweisen so eingefahren das sie nicht mehr abänderbar sind und somit ein Klassen bzw. Schulwechsel nötig ist oder kann noch innerhalb der Klasse an der Beziehung gearbeitet werden.
Ein gebrochenes Versprechen ist ein gesprochenes Verbrechen
Hi Tina,
erst einmal möchte ich dir sagen, dass es mich sehr freut, dass es deinem Sohn in der Schule nun besser geht.
Nun sagt mir mal wie aus einem in Augen der lehrkraft nichtbeschulbaren Kind über "nacht" ein organsiertes Schulkind geworden ist. Weder mein Sohn noch irgendwas in seinem Leben hat sich geändert ... außerdas er nun eine Lehrerin hat, die strenger ist und nicht alles durchgehen läßt (interessanterweise testet er auch bei ihr Grenzen aus, aber nach der "Gelben Karte" benimmt er sich wieder gut, weil er weiß das bei einer "Roten Karte" Zusatzaufgaben drohen und dazu ist er natürlich zu faul). Vielleicht lag es ja doch an der Lehrkraft 😡
Nach deiner Schilderung finde ich es ein bisschen zu einfach, nur der alten Lehrerin die Schuld in die Schuhe zu schieben. Bei einer gestörten Interaktion sind immer beide Parteien beteiligt. Dein Sohn bringt sein Päckchen mit und die Lehrerin ebenfalls. In der vorherigen Situation hatte die Passung zwischen den beiden nicht gestimmt. Aber bitte verliere nicht aus den Augen - auch dein Sohn war dafür verantwortlich.
Die jetzige Lehrerin schafft es deinem Sohn durch äußere Struktur einen entsprechenden Rahmen vorzugeben, in dem er die Sicherheit findet, die er benötigt. Allerdings sind ihr durch die schulischen Rahmenbedingungen (Klassenstärke, Größe des Zimmers, Mitschüler..) Grenzen gesetzt. Die Gefahr - lass sie krank oder schwanger oder sonst was werden und es kommt zu einem Lehrerwechsel - Rückfall in alte Verhaltensweisen
Noch ne Frage am Rande - wurde bei deinem Sohnemann mal hingeschaut, ob auch ein ADHS vorhanden sei könnte ?
Viele Grüße
galaxy
Hi galaxy,
mir ist durchaus klar, das mein Sohn auch seinen Teil dazu beiträgt. Das verliere ich nicht aus den Augen. Nur ist es eben auffällig, das sich das Verhalten so plötzlich gedreht hat.
Udn ja, sie geht auch auf eingie Dinge ein, die ihm das Leben erleichtern, die die alte Lehrerin schlicht und einfach verweigert hat, weil er für sich nicht beschulbar war. Es wurde sogar von der Rektorin gerügt, das sie ihn nie für einen kleinen Fortschritt gelobt hat. Hatte er schriftlich in Mathe eine 1 war das nicht gut genug, da ja auch noch andere Kinder diese Note hatten. Statt einer Anerkennung wurde ihm die Arbeit mit den Worten: "Aber mündlich hast du von mir eine 6 bekommen." überreicht (was sie auch ganz offen vor der Rektorin, uns und dem Herrn des Schulamtes zugegeben hat) Ich glaube das motiviert kein Kind, auch keines das weniger problematisch ist als mein Sohn.
Noch ne Frage am Rande - wurde bei deinem Sohnemann mal hingeschaut, ob auch ein ADHS vorhanden sei könnte ?
Ja wurde geprüft. Er wurde einige Monate von einer speziell ausgebildeten Ärztin auf den Kopf gestellt. Das Ergebnis war, das zu seine HB ein leichter Ansatz zu ADS vorligen kann. Wobei sich die Symptome so sehr überschneiden, das das eine nicht vom anderen Abzugrenzen ist und mit einer niedrigen Dosierung eine medikamentöse Behandlung versucht wurde. Aber das brachte keine Verbesserung der schulischen Situation.
Tina
Ein gebrochenes Versprechen ist ein gesprochenes Verbrechen
Hi Tina,
Hatte er schriftlich in Mathe eine 1 war das nicht gut genug, da ja auch noch andere Kinder diese Note hatten. Statt einer Anerkennung wurde ihm die Arbeit mit den Worten: "Aber mündlich hast du von mir eine 6 bekommen." überreicht
Leider ist das oft in die Regel - irgendwann wird das positive aus den Augen verloren und nur noch die Fehler und Schwächen gesehen. Ein fataler Negativzirkel.
Ich arbeite als Lehrer in ner Kinder- und Jugendpsychiatrie und bin einmal in der Woche an Schulen unterwegs um Lehrer in schwierigen Fällen zu beraten. Sowas ist leider nur allzuoft zu sehen.
Wünsch dir und deinem Sohn alles gute
galaxy
Danke,
ich denke das wir den "Rest" noch in den Griff kriegen. Zumindest habe ich nun wieder ein Kind das gerne in die Schule geht und nicht schon mit Bauchschmerzen aufwacht.
Ich arbeite als Lehrer in ner Kinder- und Jugendpsychiatrie und bin einmal in der Woche an Schulen unterwegs um Lehrer in schwierigen Fällen zu beraten. Sowas ist leider nur allzuoft zu sehen.
Das hört sich sehr interessant an. Da werd ich nochmal genauer nachfragen 😉
Tina
Ein gebrochenes Versprechen ist ein gesprochenes Verbrechen
Hallo Tina,
aus meiner Erfahrungskiste als Elternvertreter zwei Anmerkungen:
auch die eingeschaltete Rektorin stelle sich hinter die Lehrkraft
Das ist ausnahmslos der Fall. Es ist nämlich unendlich schwer, eine Lehrkraft los zu werden. Ist also systemimmanenter reiner Selbstschutz der Rektorin. - Vielleicht war die Versetzung der Lehrkraft eben nicht rein zufällig ...
Das wurde von seiner Schule abgelehnt, er wäre verhaltens- und sozialgestört, seine Probleme wären auch ander anderen Schule nicht behoben.
Schulwechsel in der Grundschule ist nur äußerst schwer zu erreichen. Er wird praktisch von allen Seiten blockiert.
Als Vater eines Sohnes mit ADHS habe ich aus Deiner Schilderung das Vorliegen von AD(H)S nicht erkennen können. Vielleicht benötigt Dein Sohn nur etwas mehr Ordnung in seinem Leben als andere.
Gruß
Thorsten
