Wenn ich diese Storys lese, bin ich wirklich froh, dass bei uns klare Verhältnisse herrschen: Die "Mutter" will mit ihren Kids nichts mehr zu tun haben.
So konnten wir am vergangenen Wochenende ganz entspannt und in Ruhe die Konfirmation meiner Tochter feiern. Mit dem Erscheinen der "Mutter" hat niemand gerechnet und so wurde sie auch nicht vermisst. Wir hatten einen schönen Tag bei bestem Wetter im Kreise unserer Familie.
Uli
Abgetrennt aus: http://www.vatersein.de/Forum-topic-12427.html
Wenn ich diese Storys lese, bin ich wirklich froh, dass bei uns klare Verhältnisse herrschen: Die "Mutter" will mit ihren Kids nichts mehr zu tun haben.
So konnten wir am vergangenen Wochenende ganz entspannt und in Ruhe die Konfirmation meiner Tochter feiern. Mit dem Erscheinen der "Mutter" hat niemand gerechnet und so wurde sie auch nicht vermisst. Wir hatten einen schönen Tag bei bestem Wetter im Kreise unserer Familie.
Uli
@Uli: So argumentieren einige Menschen in meinem Umfeld auch. Klarer Schnitt, ein Mal Aua, kein Rumgeeier über Jahre, keine immer neuen Diskussionen über x und y. Und einer "bestimmt und entscheidet" und die Kinder müssen sich nicht zerreißen.
Aber.... ist das der Sinn von VS, MS, Elternsein???
LG LBM, die rein vom tiefsten Bauchgefühl sich manchmal einen "solchen Schnitt" wünscht, aber es doch für falsch hält.
"Mut bedeutet nicht, keine Angst zu haben, sondern es ist die Entscheidung,
dass etwas anderes wichtiger ist als die Angst."
Aber.... ist das der Sinn von VS, MS, Elternsein???
Nein, liebe LBM,
das ist ausdrücklich nicht der Sinn von VS und auch nicht meine Vorstellung vom Elternsein!
Ich hätte mir eine andere, friedvolle Situation weitaus eher gewünscht. Es gibt den schönen Wunsch "allen Kindern beide Eltern", den ich im Prinzip auch absolut richtig finde. Trotzdem habe ich gelernt, dass es Eltern gibt, die ihren Kindern nicht gut tun und auch nach vielen Jahren nicht gelernt haben, ihre Kinder aus ihren eigenen Problemen heraus zu halten. Für diesen Fall (und nur für diesen) bin ich durchaus der Meinung, dass es notwendig ist, Schnitte zu vollziehen.
Wobei es bei mir/uns ja so ist, dass die "Mutter" den Kontakt völlig abgebrochen hat. Ich boykottiere also nix. Im Ergebnis ist mir eine Konfirmation, wie wir sie erleben durften 1.000x lieber und m.E. dem Kindeswohl dienlicher, als die des Openers!
LG, Uli
Hallo Uli,
ich möchte darauf gern antworten, würde Dich aber bitten, das abzukoppeln, um Thomas' Thread nicht zu verwässern.
Ja, in Deinem Beispiel hat die KM ohne Dein Zutun diese Entscheidung getroffen. Du hast nicht boykottiert. Daher ist dieser Werdegang sozusagen "akzeptabel".
Was wäre aber, wenn Deine Ex sich so verhalten hat, wie sie sich verhält, du gemerkt hättest, dass Deine Kinder leiden und sie nicht von sich aus den Kontakt abgebrochen hätte? Für die Kinder wäre Schmerz so oder so da gewesen, egal ob Deine Ex "so weiter gemacht" hätte oder sich aus ihrem Leben gestrichen hätte. Im zweiten Fall kommen (bzw kamen) sie zur Ruhe, im ersten wären immer und andauernd offene Wunden da gewesen.
Die Frage, die sich da stellt ist, warum ist es "zu akzeptieren", wenn der Umgangselternteil den Schnitt macht und damit einen Ende mit Schrecken verursacht, warum darf das der Betreuungselternteil nicht? Ich kann das jetzt nicht so exquisit auf den Punkt bringen wie ich gerne möchte.
Auf mein Beispiel bezogen: Versuche ich den Kontakt zwischen Kind und Vater aufrecht zu erhalten, zu fördern, pipapo, wird mein Sohn bewußt oder unbewusst immer wieder erleben, wie sein Vater ihn enttäuscht, Versprechen nicht einhält, nicht ansprechbar ist. Da ist der Leidensweg über Jahre ersichtlich. Verschwände jetzt der Papa aus seinem Blickfeld, könnte man eine "endgültige" Erklärung dafür finden, er wäre traurig, aber man könnte trösten, helfen klarzukommen, da sein und irgendwann würde er zur Ruhe kommen.
Nicht falsch verstehen, ich möchte meinem Sohn seinen Vater nicht wegnehmen, aber ich frage mich, wieviel Gefallen ich ihm reell damit tue, wenn ich versuche, ihm den Vater zu erhalten und der erscheint dann nicht auf Feiern, denkt nicht ans Weihnachtsgeschenk, vergisst die Einschulung oder noch schlimmer "versaut" ihm so einen ihm wichtigen Event durch seine Krankheit. Wenn - wie in Deinem Fall - klar ist, dass KV/KM nicht mehr am Leben des Kindes teilnimmt, kann es irgendwie "Abschied" nehmen. So fährt er ein Leben lang auf der Achterbahn aus Hoffnung, Vorfreude, Angst, Enttäuschung. Das ist für MICH als Erwachsene schon wirklich eine sehr harte Lebenserfahrung gewesen (und ist es immer noch, daran gewöhnt habe ich mich bis heute nicht), aber so muss ich zusehen, wie mein Kind damit groß wird, aufwächst und das wohl irgendwann "normal" finden muss.
Ein Gedanke, der mir in der Seele weh tut.
LG LBM
"Mut bedeutet nicht, keine Angst zu haben, sondern es ist die Entscheidung,
dass etwas anderes wichtiger ist als die Angst."
Die Frage, die sich da stellt ist, warum ist es "zu akzeptieren", wenn der Umgangselternteils den Schnitt macht und damit einen Ende mit Schrecken verursacht, warum darf das der Betreuungselternteil nicht? Ich kann das jetzt nicht so exquisit auf den Punkt bringen wie ich gerne möchte.
Weil Kinder ein Recht auf Umgang haben und es nicht in der Entscheidungsgewalt des Betreuungselternteil liegen darf, ob der Kontakt zum Umgangselternteil "gut" ist oder nicht.
Sonst wäre es wohl klar, wie viele Exen (und einige Exer) hier entscheiden würden.
Hey Uli,
der "Grundsatz" ist mir klar! Aber es ist doch paradox, dass man den Umgangselternteil nicht zwingen kann/darf, aber umgekehrt zusehen muss, wenn der Umgangselternteil "will", aber die Art wie der Kontakt läuft, die Kinder drunter leiden.
Es geht mir auch gar nicht darum, dass es von der "Macht" des Betreuungselternteils abhängen soll und dieser da Richter spielen soll.
Es geht mir da thematisch um das Seelenheil des Kindes. Und darum, wie man damit umgehen soll, wenn das Recht des Kindes auf Umgang mit seinem Seelenheil kollidiert.
LBP zB sollte heute an einem Ort auf mich treffen, damit er nach nun vier Wochen seinen Sohn mal wieder sehen kann. Er ist nicht erschienen. Ich habe in weiser Voraussicht LB nicht erzählt, dass der Papa kommt. Das ist heute. Und da er weder gegen seine Alkoholkrankheit noch gegen seine Depressionen willens ist, was zu tun, wird das wohl auch im Jahr 2010, 2012 und 2022 so sein... Leidtragender ist mein/sein/unser Sohn, spätestens, wenn er mit seinem Vater selbst Verabredungen trifft und im Regen stehen gelassen wird.
LG LBM
"Mut bedeutet nicht, keine Angst zu haben, sondern es ist die Entscheidung,
dass etwas anderes wichtiger ist als die Angst."
der "Grundsatz" ist mir klar! Aber es ist doch paradox, dass man den Umgangselternteil nicht zwingen kann/darf, aber umgekehrt zusehen muss, wenn der Umgangselternteil "will", aber die Art wie der Kontakt läuft, die Kinder drunter leiden.
Na ja, die Möglichkeiten gibt es ja. Und viele Papas (etliche von ihnen grundlos) können ein Lied davon singen: betreuter Umgang, Umgangsausschluss, Näherungsverbot ...
Hallo ihr Lieben,
ich möchte mal meine Perspektive aus heutiger Sicht einwerfen. Ich habe die vergleichbare Situation wie LBM mit meinem Ex, auch heute noch. Meine Kinder sind nur inzwischen 16 und knapp 21 Jahre alt. Immer wieder stand ich vor der Frage, kappen oder nicht kappen? Ich habe nie gekappt.
Heute bin ich froh darüber. Die Kinder kann man nicht vor Enttäuschungen bewahren. Das zu versuchen wäre vermessen. Die Kinder machen ihre eigenen Erfahrungen, es bleibt aber die Möglichkeit, dass die Geschichte ganz anders weiter geht, als man sich selbst im Kopf ausspinnt. Ich kann nicht behaupten, dass alles Friede-Freude-Eierkuchen geworden ist, aber meine Horrorfilme sind auch nicht gelaufen. Und man darf auch nicht vergessen, dass Kinder ihren Eltern Fehler viel eher verzeihen können als geschiedene Ehepartner. Das sind und bleiben 2 Paar Schuhe.
Liebe Grüße
Andrea
Die 7 Todsünden der modernen Gesellschaft? Reichtum ohne Arbeit. Genuss ohne Gewissen. Wissen ohne Charakter. Geschäft ohne Moral. Wissenschaft ohne Menschlichkeit. Religion ohne Opfer. Politik ohne Prinzipien.
Dalai Lama
Hallo Andrea,
ich versuche mich aus meiner Perspektive rauszubeamen und bemühe mich um einen neutralen Standpunkt. Dass das nicht zu 100% objektiv gelingt, ist mir bewusst. Ich habe vor ein paar Tagen mit LBP ausgemacht, dass er abends anruft und LB gute Nacht sagt. Hat für zwei Abende geklappt. LB hat sich auch einen Keks gefreut und natürlich den Papa gefragt, wann er denn mal wieder kommt. Was er geantwortet hat, weiß ich nicht.
Wenn aber mein 4jähriger dann da sitzt und sagt: "Der Papa kommt nicht mehr!" oder "Kommt der Papa niemals mehr?" dann sitze ich jedes mal da und schwimme. Ich bin mittlerweile schon so weit, dass ich ehrlich sage: "Ich weiß auch nicht, wann der Papa wieder kommt" und habe auch schon zu ihm gesagt, dass der Papa eine Krankheit hat, durch die er nicht immer alle Sachen so machen kann, wie er oder Lausebacke es gerne wollen würden. LB nimmt es hin, aber er versteht es nicht wirklich, das merke ich an seinen Kommentaren. Bis vor kurzem habe ich versucht, den Papa "lebendig" zu halten, dass wir ihn gemeinsam angerufen haben. Mittlerweile schaltet Papa aber das Telefon meist ab, antwortet nicht auf SMS oder geht nicht ran. Ich versuche nun von mir aus "Papa" nicht zu thematisieren, aber immer mit ihm darüber zu reden, wenn er ihn thematisiert. Wenn er mich aber traurig anguckt und sagt "Der Papa geht nicht mehr mit mir auf den Spielplatz, oder Mama?" oder mit leuchtenden Augen darüber nachdenkt, dass Papa ihm im Sommer "Fahrrad fahren mit ohne Stützräder" beibringt, dann möchte ich mich in die Ecke setzen und heulen. Denn Papa wird im Sommer nicht kommen und mit ohne Stützräder Fahrrad fahren üben.
Aber Mama kann das auch übernehmen.
LG LBM
"Mut bedeutet nicht, keine Angst zu haben, sondern es ist die Entscheidung,
dass etwas anderes wichtiger ist als die Angst."
..., dass ich ehrlich sage: "Ich weiß auch nicht, wann der Papa wieder kommt" und habe auch schon zu ihm gesagt, dass der Papa eine Krankheit hat, durch die er nicht immer alle Sachen so machen kann, wie er oder Lausebacke es gerne wollen würden. LB nimmt es hin, aber er versteht es nicht wirklich, das merke ich an seinen Kommentaren.
..., dann möchte ich mich in die Ecke setzen und heulen. Denn Papa wird im Sommer nicht kommen und mit ohne Stützräder Fahrrad fahren üben.
Aber Mama kann das auch übernehmen.
LG LBM
Schau mal hin, ob du das wirklich verstanden hast, was du Lausebacke erklärt hast. Dass das mit oder ohne Stützräder nicht klappt, ist der Film in deinem Kopf, den ich meinte. Wenn du Lausebacke das Fahren beibringst, ist es für ihn auch in Ordnung. Papa ist krank entschuldigt. Verletzter und trauriger bist eigentlich du, aus eurer persönlichen Geschichte heraus und weil du dir für deinen Sohn etwas anderes wünschen würdest.
Du glaubst gar nicht, wie ich das kenne. 😉
Liebe Grüße
Andrea
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Dalai Lama
Ja Andrea,
da ist viel Wahres dran. Aber es gibt halt auch Dinge, die er fest mit seinem Papa verbindet. Und wenn er dann abends vor dem Schlafengehen fragt: "Kommt der Papa nicht mehr?", dann merke ich schon, dass ER traurig ist (das seh ich ja auch an seiner Mimik) und dass ihn das beschäftigt. Auch wenn sicher vieles meinem Bild nicht entspricht, was ich mir für Lausebacke gewünscht hätte, so kann ich nicht glauben, dass er unter der Situation nicht leidet. Also zumindest erschiene es mir absurd, wenn der Boykott durch eine Mutter = Kindesleid bedeutet, das einfache Fernbleiben des Vaters aber eben nicht.
Trotzdem werde ich versuchen, meinen Fokus wieder mehr auf "Lausebackes Sicht" zu lenken. Ich gebe zu, dass mir meine eigene Sicht da oft zwischen funkt.
LG LBM
"Mut bedeutet nicht, keine Angst zu haben, sondern es ist die Entscheidung,
dass etwas anderes wichtiger ist als die Angst."
Hallo liebe LBM,
ein Papa, der versprochen hat zu kommen und sich nicht einmal meldet ist hier bis heute Thema. Die Kinder sind auch enttäuscht darüber, haben eingekauft, vorbereitet und einen Plan aufgestellt, was man unternehmen könnte. Dann sitzen sie hier, ohne ein Zeichen. Dennoch genießen sie doppelt jede einzelne Stunde, wenn es denn klappt. Ich glaube, sogar doppelt.
Inzwischen bin ich ja aus der Situation raus und sehe, wie sie selbst entscheiden. Die Sorge um Papa ist größer als der Frust, weil sie ihn lieben.
Liebe Grüße
Andrea
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Dalai Lama
Die Sorge um Papa ist größer als der Frust, weil sie ihn lieben.
Und genau da liegt die Gefahr, die ich sehe. Dass sie später als eigene Partner jemanden suchen, der diesem Bild ähnelt. Jemand um den sich sich sorgen, für den sie planen und Verantwortung übernehmen. Ich habe als Kind genau diese Erfahrung gemacht und genau das als Partner gesucht, was ich von Kind auf kannte und was meine Eltern vorgelebt haben.
Ich hoffe, für meinen Sohn diesen Kreislauf zu durchbrechen. Und dass er sich nicht um Papa sorgen muss. Zumindest, dass er kein Verantwortungsgefühl für seinen Vater entwickelt.
LG LBM
"Mut bedeutet nicht, keine Angst zu haben, sondern es ist die Entscheidung,
dass etwas anderes wichtiger ist als die Angst."
Hallo LBM,
schon wieder ein Film in deinem Kopf 😉
Wer sagt dir eigentlich, dass die starke Mama, die alles auf die Kette kriegt, da nicht auch genauso Vorbild ist und ein gesunder Mittelweg dabei rauskommt?
Eigentlich wäre doch logischer, das der Papa ein Vorbild dafür ist, dass Männer nicht immer nur die starken Machos abgeben müssen, oder?
Lausebacke ist doch nicht nur bei Papa isoliert, sondern kann sich ein rundes Bild von der Welt machen. Die Zusammensetzung ist nur etwas anders, als bei anderen Kindern. Aber es gibt alle Variationen, auch für ihn.
Liebe Grüße
Andrea
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Dalai Lama
Hm.
Ich sehe es eher so, dass Kinder sich eher ihre Eltern als "Vorbild" nehmen, als sich das Positive rauszuziehen und sich vom Negativen abzugrenzen.
Keine Ahnung, ich muss wohl hoffen, dass ihn der "Rest" seines Lebensumfeldes stark genug macht, die "harten Seiten" seines Familienlebens bzw seines familiären Ursprungs auszuhalten.
Eben das hat mein Mann nie geschafft.
LG LBM
"Mut bedeutet nicht, keine Angst zu haben, sondern es ist die Entscheidung,
dass etwas anderes wichtiger ist als die Angst."
