Mein Freund hatte mir gestern mittgeteilt, dass er einen Anruf von der Kita bekommen hat. Sein Kleiner (knapp 3) sei in letzter Zeit unheimlich aggressiv (allgemein aber auch in Bezug auf andere Kinder). Vermutung: der Hase vermisst seine Papa- Mama, da er sich vor der Trennung (vor 5 Monaten, sie waren nicht verheiratet) über 90% der Zeit um ihn gekümmert hatte. Umgang ist zwei WE im Monat und evtl ein "nach Hause bringen" 3mal die Woche.
Habt ihr vielleicht Erfahrung damit und könnt uns ein paar Tipps geben? Ein Gespräch mit der Kita un der KM ist für nächste Woche geplant. Dann soll wohl noch eins mit der KM allein folgen.
Ich bin nicht auf dieser Welt, um so zu sein, wie andere mich haben wollen.
Hallo Arwen,
bei mir ist der Umgang mit den Kindern durch die KM reduziert worden, weil die Kinder aus der Sicht der KM "sehr anstrengend" u. "durchgedreht bis aggressiv" waren, wenn sie mit mir Kontakt hatten. Das JA meinte dazu, das sei normal. Die Kinder leiden unter der Trennung. Eine Kontaktreduzierung sei KEINE LÖSUNG, so das JA. Leider unterbindet die KM Kontakte unter der Woche, z.B. auch Kiga/ Schule hinbringen o. abholen. Nun entscheidet der Richter, ob außer dem 2-WE-Kontakt noch zusätzlicher Umgang dem Kindeswohl entspricht. Schreib doch bitte, wie das Gespräch bei Euch und JA gelaufen ist.
Grüße
flyaway
Es ist besser beizeiten Dämme zu bauen, als darauf zu hoffen, dass die Flut Vernunft annimmt (E. Kästner)
Der Hase ist nur aggressiv wenn mein Freund nicht da ist. Bei Papa ist alles meist bester Ordnung.
Ein Gespräch mit JA wird es vorerst nicht geben, bisher regeln die beide den Umgang etc noch so.
Ich bin nicht auf dieser Welt, um so zu sein, wie andere mich haben wollen.
Termin war und ist wie erwartet verlaufen. KM fühlte sich persönlich angegriffen und hat sich den Argumenten der Kitaleitung und der Erzieher total verschlossen. Schon das der Termin zu gunsten des Hasen stattfinden sollte war nicht wirklich bei ihr angekommen. :againstwall: Die Leute von der Kita haben nachdem die KM dann gegangen war ncoh gefragt, warum mein LG das Kind nicht genommen hat. Schon schön. Auch wenn es ohne Zustimmung der Mutter nur ein frommer Wunsch ist.
Ich bin nicht auf dieser Welt, um so zu sein, wie andere mich haben wollen.
Hallo Arwen,
ich kenne das Problem ähnlich. Mein Sohn war auch nach der Trennung im Kita oft agressiv.
Er vermisst seinen Vater ebenfalls, der Vater kann/will sich nciht kümmern.
Gespräche, mehrmals wöchentlich in der Kita haben uns geholfen. Dies nützt natürlich nichts, wenn sich die Km verschließt und sich auch noch persönlich angegriffen fühlt. Das zeigt eher, daß sie sich nicht in die Lage des Kindes versetzen kann.
Man kann sich eigentlich freuen, besucht ein Kind eine Einrichtung, wo die Erzieherinnen solche Mühe geben.
Mein Sohn war NUR in der Kita aggressiv. Nicht in der Schule, nicht zu Hause, nicht draußen beim Spielen.
Wir sind nach langen Überlegungen zu dem Entschluß gekommen, daß er dort sich nur dort Luft macht. Er hat 2 Erzieherinnen gehabt, die sich besonders in der schweren Situation um ihn gekümmert haben und ihn auch mal wütend auf Gymnastikbälle haben schlagen lassen.
Er hat sich in der Kita wohl gefühlt, wollte zu Hause nicht Luft machen, weil er mich nicht traurig machen wollte, ebenso seinen Vater nicht.
Versucht noch ein Gespräch mit der Kita. Die haben oft noch Ideen, welche Wege noch offen sind.
Ich weiss aus unserer Kita, daß sie befragt werden, sollte ein Problem in der Elternbeziehung auftauchen. Die arbeiten meist in solchen Fällen mit den Jugendämtern oder kirchlichen Beratungsstellen zusammen.
Nutzt weiter die Chance auf Gespräche und Lösungssuche. Das kann für den Kleinen nur positiv sein. Die Km stellt sich quer, aber die Kita wird das im Auge behalten.
Lieben Gruß
Tina
Und aus dem Chaos sprach eine Stimme zu mir:"Lächle und sei froh, es könnte schlimmer kommen." Und ich lächelte und war froh und es kam schlimmer.
Versuchen kann mans. Und wir werden es auch. Danke.
Ich bin nicht auf dieser Welt, um so zu sein, wie andere mich haben wollen.
Es wurden jetzt erstmal feste Tage festgelegt an denen der Hase entweder vom KV oder von der KM abgeholt wird um etwas Struktur in die Sache zu bringen. Der Kleine soll seine Mama so wieder kennenlernen, da er die meiste Zeit vom Sitter betreut wird wenn der neue LG dr KM oder der KV keine Zeit haben.
Ich bin nicht auf dieser Welt, um so zu sein, wie andere mich haben wollen.
Der Hase scheint sich langsam an die festen Regelungen zu gewöhnen. Insgesamt ist er schon mal weniger aggressiv.
Letztes WE hat er seiner Mutter so lange in den Ohren gelegen bis diese meinen Freund angerufen hat. Der Hase wollte unbedingt was los werden:
Papa, ich habe dich ganz doll lieb!
Und der hat sich so :luxhello: gefreut
[Editiert am 22/11/2004 von Arwen]
Ich bin nicht auf dieser Welt, um so zu sein, wie andere mich haben wollen.
Hi Arwen,
das ist aber schön, dass die MUtter ihn auch gelassen hat.
Manchmal zeigt sich ja recht schnell, wo der Hase im Pfeffer war - in diesem Falle wohl das hin und her...
Geht bestimmt noch weiter bergauf...
Grüße von biga
hy arwen,
hier mal meine erfahrung:
mein sohn 8 (30kg geballter zorn 🙁 )ist die letzten monate auch schon auffällig in der schule. ;(
raufereien,morddrohungen gegen andere schüler,sogar körperliche angriffe gegen die lehrerinen ;(
von der KM habe ich erstmal gar nichts erfahren.
dafür habe ich durch zufall einen brief in seinen schulsachen gefunden wo meine ex erklärt das sein verhalten daran liegt das ich ihn dazu aufstacheln würde!!! 😡
also habe ich das gespräch mit der schule gesucht.
bei dem vergleich des kalenders viel sofort auf das mein sohn an tagen wo er bei uns ist oder direkt danach sich geradezu mustergültig verhällt.
ist er dagegen bei seiner mutter wird er wieder auffällig!!!
das JA hat dies nicht im geringsten interessiert!
meine ex hat ihn dann in karate geschickt damit er disziplin lernen soll!!!!! :gunman:
natürlich wurde es jetzt noch schlimmer,er wusste ja jetzt wie man "hinlangt"
das ging meiner ex dann wohl auch auf.
inzwischen hat sie ihn in eine therapie für kinder mit schwächen im sozialem umgang gesteckt.
erfolg bringt das bis jetzt auch nicht.
hier wird wieder mal an den sympthomen herumgebastelt statt die ursache zu erkennen. 😡
gruss sandgren 😎
ps: das beste an karate war, das mein sohn der meinung war ,wenn der LG meiner ex ihn wieder fertigmacht er ihm mal ordentlich eine auf die schnauze hauen könnte!! 😉
und da soll man ernst bleiben 🙂
[Editiert am 7/12/2004 von sandgren]
Hi Arwen,
der letzte Beitrag von Sandgren hat mir meine eigene Situation wieder hochgeholt. Dazu die Story in aller Kürze:
Meine Noch-Frau hatte damals ein Kind (jetzt 8 Jahre) mitgebracht. Auch wenn anfangs schwierig war, denke ich doch, dass ich jetzt ein guter Vater für ihn bin. (Der leibliche Vater hat sich zurückgezogen, da der Streß nicht mehr auszuhalten war. Er hält aber offensichtlich große Stücke auf mich.) Nach unserer Trennung habe ich den großen nicht abgeschoben, war ich doch 7 Jahre lang der "Vater" für ihn. Deshalb behandel ich ihn wie meine eigenen. Da er nicht sehr viel von seiner Mutter hält - er liebt sie schon, macht aber öfter auch Abstriche - habe ich versucht, immer für ihn da zu sein. Ich weiß, dass er ohne mich abstürzen würde. Ich tue mein Bestes und denke, ich mache es nicht ganz verkehrt.
Da er nun zum zweiten Male das Trennungskind ist, sehe ich, wie viel man dem Kind geben und wie man sich kümmern muss. Therapien denke ich sind keine wirkliche Lösung. Er braucht Vater und(!) Mutter. Es ist für ihn wichtig - also muss man es dem Kind geben. - auch wenn man nicht mehr zusammen wohnt.
Es läuft bei mir genauso wie bei dir - das Kind ist bei Vatern lieb wie ein Lamm, bei der Mutter der sprichwörtliche Satansbraten. Ich weiß, warum es bei mir/uns so ist (habs oben geschrieben).
Bis demnächst
Nico
Der eine wartet, daß die Zeit sich wandelt.
Der andere packt sie kräftig an - Und handelt.
(Dante)
lang, lang ist's her...
Mittlerweile ist der Hase in der Kita und auch bei Mutter wieder ruhiger geworden. Die Entwicklung kam für uns recht plötzlich. Aber wir freuen uns. Hase kann sich auch wieder auf die Zetit mit seinem Vater vor und rennt ihm wieder in die Arme, wenn er von der Kita abgeholt wird.
Für alle die sich an meine persönliche Geschichte erinnern:
Ich selber werde nun von der Mutter akzeptiert und nicht weiter vom Umgang ausgeschlossen.
Ich bin nicht auf dieser Welt, um so zu sein, wie andere mich haben wollen.
