Ich weiß, der nachstehende Text ist sehr lang. Ich habe versucht mich kurz zu fassen. Er ist dennoch viel zu umfänglich geraten. Ich hoffe dennoch, dass ihn jemand liest und vielleicht antwortet, oder mir die Meinung geigt. Vielleicht sind für die Beurteilung die Informationen nicht wichtig. Mir hilft es allerdings schon, es alles einmal aufgeschrieben zu haben.
Die Kindesmutter und ich waren nicht verheiratet, lebten jedoch über 7 Jahre in einer gemeinsamen Wohnung. Nach einer Einvernehmlichen Trennung haben wir uns sporadisch und locker getroffen. Bei einem dieser Treffen kam es auch zur Zeugung. Zirka drei Monate später kam es zu einem weiteren Treffen, bei dem ich einige Veränderungen an ihrem Körper feststellte, die mich veranlassten auf einen Schwangerschaftstest zu bestehen. Dies wurde von ihr anfänglich mit der Begründung abgelehnt, dass kein Grund bestünde, denn die, unter anderem auch mit mir vorher abgestimmte, Verhütungsmethode sei sicher genug. Da ich aber in der Sache nicht locker ließ, führten wir schließlich gemeinsam einen Schwangerschaftstest durch, der positiv war. Dies wurde durch einen Arztbesuch am darauffolgenden Morgen bestätigt. Der Entwicklung nach wurde der Zeugungszeitraum von der Ärztin geschätzt.
Da wir nicht ausschließlich nur miteinander Verkehr gehabt haben, kam für den fraglichen Zeitraum noch ein zweiter möglicher Vater in Betracht. Nach einigem Hin und Her, und unteranderem auch weil der Verbleib des anderen möglichen Vaters nicht unmittelbar feststellbar war, beschlossen wir zunächst davon auszugehen, dass ich der Vater des Kindes bin. Es folgten ein paar Pro-Familia-Besuche. Kurzer Einschub: Die Kindesmutter und ich kommen ursprünglich aus derselben Stadt, wohnten jedoch über viele Jahre gemeinsam weit entfernt von unseren Eltern.
Die Mutter entschloss sich also noch vor der Geburt des Kindes zu ihren Eltern zu ziehen. Ab diesem Zeitpunkt hatten wir erst einmal nur noch wenig Kontakt. Mit etwas Schwierigkeiten vereinbarten wir jedoch auf ihren Wunsch hin, dass ich für den Zeitpunkt direkt nach der Geburt zu ihr und ihren Eltern ziehen würde, um ein bisschen mit allem zu helfen. Gesagt getan.
Ich zog also ein. Anfangs lief alles ganz gut. Da nun keine Gefahr mehr für die Mutter und das Kind durch einen Vaterschaftstest bestand, nahm ich, unter Aufsicht der Hebamme eine Speichelprobe und sendete sie vorschriftsmäßig ein. Die Vaterschaft wurde festgestellt und anerkannt. Heute wirkt das schon fast albern, denn die Kleine sieht mir sehr ähnlich.
Wir ließen damals gemeinsam Fotos machen, besuchten meine Eltern usw. Wir sprachen auch miteinander und stellten beide fest, dass dies aber keines Falls ein Neubeginn einer Beziehung sein würde. Wir beide kannten und kennen die Gründe warum wir uns damals dagegen entschieden haben, und an denen hatte sich bis dahin nichts geändert. Wobei ich allerdings anmerken muss, dass mich der Anblick dieses kleinen, wunderschönen Wesens in den Armen der Frau mit der ich schließlich einen nicht unerheblichen Teil meines Lebens verbracht habe, alles andere als kalt ließ. Ich hatte mir dieses Gefühl nicht so stark vorgestellt.
Aber weiter im Text. Nach relativ kurzer Zeit schon kam es auch zu den altbekannten Unstimmigkeiten, nur diesmal nicht wegen unserer Belange, oder Belanglosigkeiten, sondern wegen der des Kindes. Der erste „Zwischenfall“ gestaltete sich wie folgt: An einem Morgen an einem Wochenende wollte ich mit dem Kind spazieren gehen. Der Vorschlag wurde gut aufgenommen. Wir verpackten also das Kind, machten den Wagen klar und ab ging die Post. Fast. Ich hatte vorher schon mal erwähnt, dass ich fast platze vor Stolz und das Kind gerne meinem besten Freund vorstellen würde. Das muss sie sich wohl gemerkt haben und wies mich beim Rausgehen nochmal darauf hin. „Aber nicht zu …“ So zog ich also los und rief meinen Freund an. Wir trafen uns in der Nähe der Wohnung der Kindesmutter und gingen ca. 20 min. mit dem Wagen spazieren, machten ein paar Späße über alte Zeiten und so weiter. „Du mit Kinderwagen…“ Als ich wieder bei der Kindesmutter war, erzählt ich ihr davon und richtete Grüße aus. Im ersten Moment schien auch alles ganz in Ordnung zu sein.
Als ich jedoch noch einmal mit der Kleinen spazieren gehen wollte, brach es auf mich herab. Sie warf mir vor unverantwortlich zu sein. Ich hätte ihren ausdrücklichen Wunsch missachtet. Auch warf sie mir vor, ich hätte vor dem Kind geraucht, als ich beim Spazierengehen neben ihr ging. Der Rauch sei in den Wagen gezogen. Weiterhin kam auf, dass ich angeblich die Kleine mit nach Rauch riechenden Händen angefasst hätte. Das mit dem Kinderwagen muss ich mir so vorwerfen lassen. Ich hab nicht gewusst, dass es auch im Freien so schädlich sein kann. Das mit den Händen stimmt definitiv nicht. Ich war unteranderem auch für das Desinfizieren der Fläschchen und Schnuller zuständig. Ich bin eigentlich kein Pedant, wenn es zum Thema Reinlichkeit kommt, aber wenn es um die Kleine geht, erschließt sich mir die Wichtigkeit von absoluter Sauberkeit natürlich. Ich habe mir immer die Hände gewaschen. Und, um Missverständnissen vorzubeugen, in der Wohnung der Kindesmutter und ihren Eltern herrscht, wie auch in meiner eigenen Wohnung, absolutes Rauchverbot. Ich selbst bin nicht erpicht darauf, dass Dinge nach Rauch riechen. Das Rauchen ist bei ihnen und bei mir nur auf dem Balkon gestattet, auch für Gäste. Ich versprach also nicht zu rauchen und durfte sie mitnehmen. Wir hatten nämlich bei einem Spaziergang am Tag zuvor ein Schlüsselbund gefunden und dieses wollte ich zum Fundbüro bringen. Ein schöner Grund für einen Spaziergang, wie ich finde. Die Kleine durfte jedenfalls mit. Da ich die Ängste der frisch gebackenen Mama natürlich ernst nahm, hielt ich mich auch daran. Für mich war die Sache auch damit erledigt.
Da sich die von Anfang an befristete Zeit bei der Kindesmutter dem Ende neigte, führten wir ein paar Gespräche bezüglich des zukünftigen Umgangs mit der Situation. Wir beschlossen gemeinsam dafür zu sorgen, dass trotz der Tatsache, dass wir keine Beziehung mehr führen, alles für die Kleine getan würde.
In der Zeit hatte sich auch auf verschiedenen Kameras eine gewisse Menge an Fotos angesammelt. Wer die Datengröße heutiger Spiegelreflexkameras kennt, weiß, dass man nicht besonders viele Fotos an eine normale, kostenlose Email Adresse schicken kann. Da die Wohnung der Kindesmutter aus Überzeugung nicht mit einem Internetanschluss ausgestattet war, übernahm ich das Aussuchen, Konvertieren und Senden. Nach kurzer Zeit fragten auch ein paar ihrer Freunde an und ich entschloss mich der Kindesmutter eine Dropbox-Lösung vorzuschlagen. Dort könnte man die Fotos sammeln und guten Freunden und Verwandten zum Download zur Verfügung stellen. Gesagt getan. Ihre Tante, zwei ihrer Freunde, sie und meine Eltern bekamen einen Zugang.
Bevor ich wieder zurück in die andere Stadt musste, kam es noch zu einem besonders merkwürdigen Ereignis. Nach einem Besuch der Mutter der Kindesmutter bei ihrer Bioenergetikerin (bei der sollte ich mich u.a. auch kurz vorstellen, um meine Vibes in Augenschein zu nehmen(hab ich auch gemacht, Vibes scheinbar ok)) aßen wir auf dem Balkon zu Mittag. Die Mutter der Kindesmutter bedeutete mir, dass besagte Bioenergetikerin ihr geraten hatte, auszusprechen was ihr auf der Seele brennt. Die Eltern der Kindesmutter sind wie sie auch selbst tolle Menschen. Das muss ich deutlich dazu sagen. Ich habe mich immer gut mit ihnen verstanden. Beide schätze ich sehr. Auch wenn ich nicht immer 100%ig alles verstehe und zu einigen Sachen auch eine andere Meinung habe, habe ich auch schon oft von ihren Erfahrungen profitiert. Gerade mit dem Vater habe ich teilweise bis in die Nacht interessante Gespräche geführt, als ich oft dort übernachtet habe. Aber weiter im Text. Emotional erklärte mir die Mutter, dass es so nicht weitergehen könnte. Sie hatte gehofft wir würden uns noch irgendwie zusammenraufen. Da ich jedoch in den letzten Tagen immer mehr Abstand genommen habe, mehrfach betrunken heimgekommen sei und es ja auch einen scheinbar unüberwindbaren Unterschied in den Lebensentwürfen gäbe, wäre es besser für alle, wenn ich ausziehen würde. Ich hatte automatisch sehr viel Respekt und tiefes Mitgefühl. Ich weiß, sie sind sehr gastfreundliche, weltoffene und einfühlsame Menschen. Sie hatte es zu diesem Zeitpunkt bestimmt schon eine Weile mit sich herumgeschleppt. Ich antwortete mit eben diesem Ausdruck meines Dankes für die Offenheit, verwies auf meine Gründe für mein Verhalten und entschuldigte mich für die Unannehmlichkeiten. Ich hatte scheinbar nicht konkret mit der Mutter kommuniziert, dass meine Taschen ohnehin schon gepackt waren und ich an eben diesem Tage die Wohnung ohnehin verlassen hätte, da ich zurück zu meinem Wohnort musste und noch ein paar Tage mit meinen eigenen Eltern verbringen wollte. Ich hatte dies in Länge mit der Kindesmutter besprochen und bin fälschlicher Weise davon ausgegangen, dass sie es auch so weiter kommuniziert. Eigentlich sprechen Mutter und Tochter dort viel miteinander. Ich rief meinen Vater an, nahm meine Sachen, verabschiedete mich von allen, gab noch unserer kleinen Tochter einen Kuss auf die Stirn und verschwand. Danach riss der Kontakt wieder fast komplett ab.
Ich rief an. Sie schickte ein paar Bilder. Eigentlich war durch die räumliche Trennung auch nichts anderes möglich. Trotzdem unterlies ich es nicht, mich immer wieder nach der Kleinen zu erkundigen. Ich verwies auch häufige darauf, dass meine Eltern sich unheimlich freuen würden, wenn sie mit der Kleinen zu Besuch käme. Dies tat sie auch. Ich möchte noch kurz einwerfen, dass meine Mutter zu diesem Zeitpunkt schon an Bauchspeicheldrüsenkrebs erkrankt war. Nach einem Besuch bekam ich allerdings einen Anruf meines Vaters. Er erzählte mir, dass gerade eine völlig aufgebrachte Kindesmutter bei ihnen war. Sie hätte meiner Mutter und ihm verboten weiter Fotos zu machen, denn diese würden im „Internet“ landen. Grund hierfür war, dass die Kindesmutter ein paar Bilder von sich in oben beschriebenen Dropbox-Folder gefunden hat, die sie scheinbar nicht so gut darstellten. Außerdem sah sie nun, trotz ursprünglicher Zustimmung und vorrangiger Bestimmung für ihr Umfeld, eine Gefährdung der Privatsphäre des Kindes. Eigentlich haben wir den Aufbau, die Funktionsweise und die Sicherheitsmaßnahmen besprochen. Noch während des Gespräches sperrte ich komplett alle Zugriffsrechte. Was soll man machen. Es ist ein legitimer Wunsch. Weiterhin verbot sie die Nutzung jeglicher Mobiltelefone im näheren Umfeld unserer Tochter, da ein Risiko durch die Strahlen nicht auszuschließen sei. Damit aber nicht genug. Sie erzählte weiterhin, ich sei ein Alkoholiker. Ich hätte unsere Tochter betrunken angehoben. Ich hätte außerdem in der Wohnung geraucht und vor dem Kind. Außerdem hätte ich mein Mobiltelefon und mein MacBook in der Näher der Kleinen gelassen. Auch der Vertrauensbruch beim Spaziergang mit meinem besten Freund blieb nicht unerwähnt. Ich versuchte meinen Vater zu beruhigen. Ich rief also bei der Kindesmutter an und frage bestimmt, aber ruhig, ob es hackt.
Die Situation hat sich dann insofern weiter verschlechtert, als das ich erst mal gar keine Antwort mehr bekam. Zwischendurch schöpfte ich nochmal kurz Hoffnung als sie mich an meinem Wohnort mit der Kleinen besuchte. Es war zwar nicht der Grund für die über 900 Kilometer lange Reise, aber eine schöne Geste, wie ich fand. Ich hab mich so gefreut die Kleine zu sehen. Sie war ganz schön groß geworden. Vor allem jedoch war es schön zu sehen wie die Kindesmutter mit der Kleinen umgeht. Ich hatte schon befürchtet sie wäre durchgedreht und habe mir komische Szenarien ausgemalt. Ich glaube aber sie macht das wirklich gut. Ich habe mich von diesem Zeitpunkt immer intensiver mit meiner Rolle beschäftigt. Klar ist das ich Unterhalt zahle. Klar ist auch das ich der Vater bin. Nach häufiger Rücksprache mit meinem besten Freund (angehender Doktor der Psychologie und guter Spaziergangs-Partner) wurde mir immer klarer, dass ich im Sinne des Kindes gar keine andere Wahl habe, als in seine Nähe zu ziehen, um mindestens die Möglichkeit einzuräumen, dass es mich kennenlernen kann. Gesagt getan.
Obgleich es eine beträchtliche finanzielle Belastung darstellte und auch die Perspektiven an beiden Standorten nicht im Ansatz vergleichbar sind, habe ich den Schritt zum schnellstmöglichen Termin gemacht. Man muss Prioritäten setzen und das Wohl des Kindes geht in solchen Dingen schließlich vor. Es gab dann auch noch einen sehr schönen Besuch bei meinen Eltern. Dieser wurde zwar hinter deren Rücken und mit harten Bandagen telefonisch ausgehandelt, war aber letztlich wirklich schön. Die Kindesmutter ist wie gesagt in vielen Beziehungen wirklich ein guter Mensch. Meine Mutter hat nun beidseitige Lungenmetastasen und vielleicht nicht mehr sehr lange zu leben. Sie liebt Kinder und hatte wohl bei mir die Hoffnung schon aufgegeben. Trotz ihres recht traditionellen Beziehungsbildes versteht sie die Umstände und auch die Beweggründe der Kindesmutter. Die Kindesmutter begreift die Situation auch und gibt sich erfolgreich alle Mühe unsere Meinungsverschiedenheiten nicht weiter auf sie auszudehnen.
Seit einem Monat gibt es nun gar keinen telefonischen Kontakt mehr. Sie geht nicht mehr ans Telefon und hat auch gebeten sie nicht mehr anzurufen. Woran ich mich auch halte. Die Kindesmutter schlägt wiederholt per Email nur Termine am Vormittag vor. Diesen kann ich nicht nachkommen, da ich in einer Weiterbildungsmaßnahme eingebunden bin. Dies weiß die Kindesmutter auch.
Unsere kleine Tochter wird Anfang März ein Jahr alt. An ihrem Geburtstag ist meine Anwesenheit nicht erwünscht. Einen Tag, bzw. 3 Tage später wurden mir ebenfalls wieder am Vormittag Ersatztermine vorgeschlagen. Ich würde mir, wenn es sein muss, auch unentschuldigt frei nehmen. Ich habe allerdings auch eine Zwischenprüfung anstehen und brauche eigentlich jede Stunde Unterricht. Ich gehe davon aus, dass unsere Tochter im Moment noch nicht kognitiv reflektiert, dass es sich bei dem Tag um ihren Geburtstag handelt. Deshalb wäre für mich eine regelmäßige, durführbare und dem Kind zuträgliche Umgangsregelung die wünschenswerteste Lösung. Diese möchte ich aber durch eine emotionale Aufladung des Themas Geburtstag nicht zusätzlich torpedieren. Wichtig ist mir dabei gar nicht einmal die Häufigkeit des Umgangs, eher die Ausgestaltung und besagte Regelmäßigkeit.
Als die Kindesmutter beim letzten Besuch aus dem Raum ging, zeigt die Kleine aber mal so richtig was sie kann. Ich denke am Anfang sind Besuche ohne die Mutter schwer durchführbar. Auf lange Frist jedoch denke ich, dass gerade auch ein Umgang mit meiner Tochter alleine auch positive Auswirkungen auf das Bindungsverhalten des Kindes und damit auch auf das Verhältnis zwischen Mutter und Kind haben wird. Schließlich ist es doch wichtig, dass so ein kleiner Mensch auch lernt das Vertrauen aufzubringen, dass seine wichtigste Bezugsperson immer wieder kommt. Falls die Kleine in die Krippe, oder die Kita kommt, wäre das doch sicher hilfreich.
Ich war jetzt beim Jugendamt. Die zuständige Mitarbeiterin ist wahrscheinlich gut ausgelastet. Ich habe Namen und Telefonnummer hinterlassen und warte jetzt bis sich jemand meldet. Die Kindesmutter hat mir allerdings schon erklärt, dass sie, falls es zu so einem Termin kommen sollte, „auspacken“ würde. Ich weiß nicht was das genau heißt, aber ich könnte mir vorstellen, dass es in die Richtung der Dinge geht, die sie auch meinen Eltern gegenüber „erwähnt“ hat. Ich möchte zum Abschluss sagen, dass ich die Kleine nie angetrunken hochheben würde. Sie ist mein Herz. Ich habe die Kindesmutter nie bedroht, geschweige denn geschlagen.
Wahr ist, dass ich früher, also bevor und während wir uns kennengelernt haben, ganz schön abgedreht war. Wahr ist aber auch, dass ich mir ein neues Leben aufgebaut habe. Ich habe mich selbst weitergebildet. Ich habe mich über 10 Jahre in einer Firma bis in eine leitende Funktion gearbeitet. Ich habe einige wichtige Projekte begleitet auf die ich sehr stolz bin.
Der Tribut war zum Teil aber auch die Beziehung und zum Teil das Anfangsstadium eines handfesten Burn-outs. Die vielen Reisen und Auslandsaufenthalte haben ihn einfach irgendwann gefordert. Noch kurz vor der Schwangerschaftsfeststellung habe ich gemeinsam mit der Geschäftsleitung das Arbeitsverhältnis beendet. Ich habe mich entschieden etwas ruhiger zu treten. Hauptsächlich das viele Reisen sollte sich ändern.
Im Moment weiß ich nicht wie es weiter geht. Auf der einen Seite möchte ich die Kindesmutter nicht unter Druck setzten. Sie empfindet inzwischen alles als Einmischung. Auf der anderen Seite ist es das Recht meiner Tochter mich zu sehen und mit mir Zeit zu verbringen. Ich habe einen Cousin der adoptiert wurde. Mein Onkel und meine Tante haben es ihm gesagt und ihm die Umstände erklärt. Trotz der schlimmen Umstände wollte er seine Eltern kennenlernen. Angeblich kommt jedes Kind an diesem Punkt, früher, oder später. Ich möchte gern das Gefühl haben alles in meiner Macht stehende getan zu haben um meiner Tochter und mir die Möglichkeit zu geben ein gesundes Verhältnis aufzubauen.
Hier gibt es doch sicher einen reichen Erfahrungsschatz zu diesem Thema. Kann ich überhaupt deeskalierend wirken, wenn ich Druck ausübe? Gibt es Meinungen darüber an welchen Richtlinien sich eine Umgangsregelung orientieren sollte? Ich bin unter der Woche von 08:00 bis 16:00 Uhr in einer Weiterbildung eingebunden. Das Kind geht um 18:00 Uhr ins Bett und hat vorher gegessen. Ich verfüge weder über ein Auto, noch über eine Fahrerlaubnis. Am Wochenende hab ich immer Zeit. Wie geschrieben ist die Kleine nun fast 1 Jahr alt und fremdelt sehr stark. Das Jugendamt ist angerufen und ein Gesprächstermin steht hoffentlich bald an. Ich persönlich kann mich in die Kindesmutter auch hineinversetzen. Ich traue ihr eigentlich zu, dass sie zwischen den Interessen des Kindes und ihren eigenen ganz gut unterscheiden kann. Sie hat studiert, ist wortgewandt und steht im Leben. Ich möchte ungern, dass die Kleine ihren Papa in der Spielecke des Jugendamtes, neben einem traurigen, ausgeknuddelten Teddy, kennenlernt. Irgendwie gefällt mir die Vorstellung nicht. Vielleicht hat ja jemand eine Idee was ich vorschlagen kann.
Danke
Hallo,
das ist eine ganz schwierige Kiste. Offensichtlich versucht die KM alle zu manipulieren und ihre Vorliebe für Bioenergetik scheint nicht die einzige Verrückheit zu sein.
Bei dem Gespräch beim JA wird sie dich als abgrund schlechten Menschen darstellen, der unzuverlässig ist und das Kind gefährdet!
Deshalb wäre es günstig einen guten Draht zum JA herzustellen. Kannst Du unter Umständen zunächst einen Einzeltermin bekommen? Da könntest Du in Ruhe Deine Geschichte erzählen und darauf hinweisen, dass es gelegentlich Abstimmungsschwierigkeiten gegeben hat. Dabei könntest Du auch prüfen welche Chancen Du bei dem JA überhaupt hast.
Rechtlich ist die Sache einfach, Du bist der Vater, Du hast ein Umgangsrecht. Das, was die KM vorbringt sind gefährdet nicht das Kindswohl. Trotzdem solltest Du wachsam sein. Ein dropbox-Ordner ist nicht "das Internet", vielleicht kannst Du auch Personen aus der Umgebung der KM davon überzeugen, dass Du ein netter Kerl bist und die KM manche Dinge einfach nur falsch verstanden hat.
Hast Du eigentlich das gemeinsame Sorgerecht (GSR)? Es bringt nicht wirklich etwas, aber Du hast damit zumindest bei Ärzten, Ämtern, Schulen ein Recht auf Auskunft unabhängig von der KM.
Im besten Fall glaubt die KM durch zuviel Umgang/Beziehung des Kindes zu Dir, dass sie das Kind verlierne könnte, im schlimmsten Fall ist sie eine Kindbesitzerin, die Dich über kurz oder lang aus dem Leben Deines Kindes entfernen will.
VG Susi
Moin Karlchen,
willkommen hier im Forum.
Was mir auffällt:
- Du wirkst sehr tolerant. Zu tolerant gegenüber einer manipulativen KM. So kann es nicht funktionieren. Du musst ihr klar und freundich vermitteln, was Du möchtest. Dazu empfehlen wir den Umgangsdreisprung:
1. Brief an die KM mit konkretem Umgangsvorschlag
2. Vermittlungsgespräch beim JA (JA hat nur beratende Funktion)
3. Klappt das nicht, auf zum Anwalt und FamGericht
- die KM und Eltern scheinen aus einem esoterisch angehauchtem Umfeld zu kommen. Dies kann man tolerieren, gut finden muss man es nicht. Es gibt keine belastbaren Ergebnisse, dass Handystrahlen oder ein Laptop schädlich für Kleinkinder sind. Oftmals wird dieser Eso-Quatsch noch für viel krassere Dinge "missbraucht" (Anti-Impf-Wahn, Ablehnung Schulmedizin, etc.)
- Rauchen vor dem Kind (draußen). Nicht verboten, aber auch nicht zu unterstützen. Rauch am besten gar nicht (zumindest wenn irgendwo Kinder rumspringen), ist auch besser für Dich.
- Für einen Vaterschaftstest wird in Deutschland die Einwilligung der KM gebraucht. Wurde das damals so durchgeführt? Dir liegt also ein gültiger Vaterschaftstest vor?
- Kinder ab einem Jahr können wunderbar schon ganze Wochenenden mit dem Papa verbringen. Null Problem.
- JA: Es kann Dir passieren, dass Du ein mütterfreundliches JA gerätst. Du wirst dies daran erkennen, dass dann Aussagen fallen wie "Das Kind braucht Abstand / Ruhe von Ihnen, der Umgang muss ausgesetzt werden" oder " Da können wir leider auch nichts machen". Dann kannst Du das Kapitel auch abhacken und gehst zum Anwalt. Dann muss eine gerichtliche Umgangsregelung gefunden werden, die auch Deine Aktivitäten berücksichtigt.
-
Ich habe die Kindesmutter nie bedroht, geschweige denn geschlagen.
Wahr ist, dass ich früher, also bevor und während wir uns kennengelernt haben, ganz schön abgedreht war.
Unter abgedreht verstehe ich den Konsum von (legalen) Drogen (z.B Alkohol). Du kannst Dir sicher sein, dass dieses "abgedreht sein" ausgiebig von der KM thematisiert werden wird. Hier solltest Du vielleicht schon einmal überlegen, wie Du auf Anschuldigungen der KM vor dem JA reagieren möchtest. Gruß Ingo
Hallo Leute,
vielen Dank für eure schnelle Antwort. Ich hatte ehrlich gesagt kaum damit gerechnet, dass sich jemand tatsächlich die Zeit nimmt diesen super langen Beitrag zu lesen. Für gewöhnlich fallen Forenbeiträge ja doch etwas knackiger aus.
@Susi64:
„Kannst Du unter Umständen zunächst einen Einzeltermin bekommen?“
Ja, das habe ich angefragt. Ich habe noch mal dort angerufen nachdem ich dort war, aber gelange immer nur auf den AB. Morgen ist Sprechstunde und ich hoffe auf einen Rückruf.
“Hast Du eigentlich das gemeinsame Sorgerecht (GSR)?”
Nein. Habe ich nicht. Eine gemeinsame Sorgerklärung haben wir nicht abgegeben.
„Im besten Fall glaubt die KM durch zuviel Umgang/Beziehung des Kindes zu Dir, dass sie das Kind verlierne könnte, im schlimmsten Fall ist sie eine Kindbesitzerin, die Dich über kurz oder lang aus dem Leben Deines Kindes entfernen will.“
Ja, ich denke das ist eine ziemlich gute Einschätzung. Ich glaube außerdem, dass, ob sie das alles so geplant hat, oder nicht, trotzdem große Angst vor der ganzen Situation hatte. Sie hat manchmal auch Probleme damit in eine gewisse Unmittelbarkeit hineingeworfen zu werden, und sich dort zurechtzufinden. Ich denke, jetzt, nach einiger Zeit, hat sie etwas Sicherheit gewonnen und sich in der Situation eingelebt. Nun wieder etwas von der, ich nenne es jetzt mal so, Kontrolle abzugeben, macht ihr Angst. (Vermutung)
Vielen Dank für die Infos. Den Umgangsdreisprung werde ich so machen. Ich bin sehr tolerant. Das stimmt. Ich werde in dieser Sache allerdings hart bleiben.
“Oftmals wird dieser Eso-Quatsch noch für viel krassere Dinge "missbraucht" (Anti-Impf-Wahn, Ablehnung Schulmedizin, etc.)”
Stimmt beides auffallend! Ich weiß nicht ob ich es Eso-Quatsch nennen würde, solange es niemanden in Gefahr bringt, aber grundsätzlich gebe ich dir vollkommen Recht und mit den Punkten hast du den Nagel auf den Kopf getroffen, glaub ich. Es fällt zwar nicht in dieselbe Kategorie, aber es kommen noch dazu: Kräuter sammeln, Mehl selber mahlen und eine ziemlich krasse feministische, anti-staatliche, anti-demokratische und anti-kapitalistische Grundhaltung. Trotzdem nimmt sie natürlich alles was der Staat bietet. Mit diesem Thema mag ich erst gar nicht anfangen, denn da könnte ich ein eigenes Buch verfassen.
Mit dem Rauchen hast du natürlich völlig Recht!
Ein gültiger Vaterschaftstest liegt vor und eine Vaterschaftsanerkennung liegt auch vor.
Zum Wochenende und der damit einhergehenden Umgangsvereinbarung werde ich mich noch belesen und, im Zuge des Dreisprungs, einen diesbezüglichen Vorschlag machen.
Ich werde besonders Aufmerksam bei dem Jugendamtstermin sein und versuchen die Lage genau zu beurteilen.
Zum Abgedreht sein:
Also ich hatte definitiv ein Alkoholproblem. Das ist mir aber auch erst sehr viel später aufgefallen. Ich bin zwar in einem sehr wohlbehüteten Elternhaus, aber auch in einem relativ harten Umfeld aufgewachsen. Sich, oder anderen, Schwächen einzugestehen gehörte da eher zu den Sachen, die man besser nicht gemacht hat. Jedenfalls habe ich das immer geglaubt. Ich habe mich zwar nie so richtig gehen lassen, will sagen, ich habe immer für mein Geld gearbeitet, manchmal auch mehrere Jobs gleichzeitig und die Wohnung war immer top, aber eigentlich waren die Zustände schon krass. Viele Frauen und viele Partys! Dies ist auch der Grund warum ich keinen Führerschein mehr habe. Ich habe unter anderem auch länger als Türsteher und für ein Bestattungsunternehmen gearbeitet, meistens aber auf dem Bau. Durch die „Türsteherei“ habe ich ein paar Verurteilungen wegen Körperverletzung bekommen. Ich bin mir nicht ganz sicher, aber ich glaube es waren 3. In einer Nazihochburg vor einem schwulen Jugendclub zu stehen, war nicht einfach. Ich habe deshalb auch damit aufgehört. Ich habe mich auch sozial engagiert und einen Film mit einer Abschlussklasse der schlimmsten Hauptschule aus der Gegend gemacht, in der ich aufgewachsen bin. Mit „gemacht“ meine ich Konzept geschrieben, Geld besorgt, mit dem Sozialpädagogen die Jugendlichen betreut und abgeholt, Kamera geführt und schlussendlich auch mitgespielt. Der Film wurde relativ heftig, da er sehr realistisch gehalten und mit einem 2 Stunden Making Of versehen war, das teilweise ungeschnittenes Material enthielt. Er wurde dann vor den Eltern und Lehrern, Vertretern der Presse, der Geldgeber und der Stadtschulrätin vorgeführt. Bei diesem Projekt haben wir uns, also die Kindesmutter und ich, auch ursprünglich kennengelernt. Sie hat mir bei der Vertonung geholfen und die Stimme einer Figur gesprochen. Andere Drogenerfahrungen hatte ich auch schon. Doch außer Alkohol war da nie was dabei, was mich irgendwie gereizt hätte. Alkohol hielt ich damals im Übrigen auch nicht für eine Droge. Das alles ist aber 15 Jahre her. Ich habe seit dem eine drastische Transformation durchgemacht. Ich habe hart gearbeitet und mich immer weiter gebildet.
Hallo Leute,
Ich habe eben gerade mit einer Mitarbeiterin des JA gesprochen. Ich war ja vor zwei Tagen während der Sprechzeiten da und wollte mir Rat und Beistand holen. Die zuständige Frau (Eine!?) war wegen dringlicher Termine nicht im Haus. Gestern habe ich auch noch eine Nachricht auf den AB gesprochen und heute nochmal zurück gerufen. Heute habe ich die zuständige Mitarbeiterin erreicht. Sie erzählte mir, dass sie komplett ausgelastet ist. Sie könne bis April keine Termine rausgeben, schon gar nicht für ein längeres Gespräch. Sie bedeutete mir, dass ich mich ans Familiengericht wenden solle. Ich brauchte meine Befürchtung zu Ausdruck, dass mich das FG doch wahrscheinlich mit dem Erwarten abweisen würde, vorerst eine außergerichtliche Regelung zu versuchen und damit eigentlich, da es ja um die Interessen des Kindes geht, ans Jugendamt. Sie ist an den Sprechzeiten vormittags entweder nicht im Haus, oder kann darüber keine Aussage treffen, denn sie kann so gut wie nicht planen, ob der Menge an Terminen und kurzfristigen dringenden Angelegenheiten. Ich habe jetzt besprochen, dass ich ab dem nächsten Sprechtag, also Dienstag, immer einfach da sein werde, und falls sich die Möglichkeit ergibt mit ihr sprechen möchte. Sie hat dem zugestimmt, aber glücklich macht mich das nicht. Gibt es Umstände unter welchen man schneller zu einem Termin kommen kann? Hat da jemand Erfahrungen?
Nochmal zu dem Dreisprung:
Ich habe mir jetzt eine Vorlage genommen und ein persönliches Anschreiben an die KM formuliert. Es ist recht kurz und knapp. Ich habe sie gebeten sich zu dem Vorschlag Gedanken zu machen und sie höflich aufgefordert, sich innerhalb von einer Frist von 10 Tagen nach Eingang schriftlich dazu zu äußern.
Ich möchte das mal posten. Vielleicht wird das auch zu speziell und man kann den Thread in das Umgangsrechtsthema verlegen. Ich weiß aber nicht wie das geht.
Umgangsregelung
Das Umgangsrecht des Kindes
- **************************
mit dem Vater wird wie folgt geregelt:
1. Termine des Umgangsrechts
a. unter der Woche, beginnend ab dem 05.03.2014, regelmäßig am Dienstag und Donnerstag von 16:30 Uhr bis 18:00 Uhr
b. darüber hinaus an den Wochenenden, beginnend ab dem 06.03.2014, im 14 tägigen Wechsel, von Freitag 16:30 Uhr bis Samstag 18:00 Uhr;
Neben diesen regelmäßigen Umgangsterminen sollen für die Umgangstermine für die Zeiten der staatlichen und gesetzlichen Feiertage aller Bundesländer, im jährlichen Wechsel, folgende Regelungen gelten:
c. in der Karwoche, von dem dem Karfreitag vorausgehenden Donnerstag 16:30 Uhr, bis Ostermontag 18:00 Uhr;
in der Karwoche 2015 hat das Kind Umgang mit dem Vater;
d. am Tag der Arbeit, vom dem dem Tag der Arbeit vorausgehenden Tag von 16:30 Uhr bis zum Tag der Arbeit bis 18:00 Uhr;
am Tag der Arbeit 2015 hat das Kind Umgang mit dem Vater;
e. zu Pfingsten, von dem dem Pfingstsonntag vorausgehenden Samstag von 08:30 Uhr bis zum Pfingstmontag bis 18:00 Uhr;
zu Pfingsten 2015 hat das Kind Umgang mit der Mutter;
f. am Tag der Deutschen Einheit, vom dem dem Tag der Deutschen Einheit vorausgehenden Tag von 16:30 Uhr bis zum Tag der Deutschen Einheit bis 18:00 Uhr;
am Tag der Deutschen Einheit 2015 hat das Kind Umgang mit der Mutter;
g. am ersten Weihnachtsfeiertag von 10:00 Uhr bis 18:00;
am ersten Weihnachtsfeiertag 2015 hat das Kind Umgang mit dem Vater;
h. am zweiten Weihnachtsfeiertag von 10:00 Uhr bis 18:00;
am zweiten Weihnachtsfeiertag 2015 hat das Kind Umgang mit der Mutter;
i. an Neujahr von dem letzten Tag des vorausgegangenen Jahres von 16:30 bis Neujahr bis 18:00;
an Neujahr 2016 hat das Kind Umgang mit dem Vater;
2. Modalitäten des Umgangsrechts:
a. Der Elternteil, bei dem sich das Kind aufhält, das Kind zu Beginn der Besuchszeit dem anderen Elternteil zu übergeben und das Kind mit für die Umgangsperiode ausreichender Kleidung und sonstiger Ausrüstung zu versehen.
b. Der umgangsberechtigte Elternteil trägt während des Umgangskontaktes mit dem Kind die alleinige Verantwortung für dessen Wohlergehen. Er hat das Kind pünktlich nach Ende des Umgangszeitraums zurückzubringen. Im Fall von nicht vermeidbaren Verspätungen hat er den anderen Elternteil telefonisch zu informieren. Dazu sind folgende Telefonnummern zu nutzen,
Vater: ************************
Mutter: .................................
Bei einer Änderung der Kontakttelefonnummern werden sich die Eltern jeweils informieren.
c. Verhinderungen der Umgangskontakte sind spätestens eine Woche vorher dem anderen Elternteil anzuzeigen. Erkrankungen des Kindes stellen keine Verhinderungen eines Umgangskontaktes dar, soweit beim umgangsberechtigten Elternteil die Möglichkeit besteht, dass das Kind situationsangemessen versorgt werden kann. Bei ärztlich attestierter Reiseunfähigkeit entfällt ein Umgangskontakt.
d. Ausgefallene Umgangskontakte werden stets am nächsten Wochenende nach Wegfall des Kontakthindernisses nachgeholt.
e. Die Eltern haben alles zu unterlassen, was die das Kind dazu veranlassen könnte, Umgangskontakte mit dem anderen Elternteil abzulehnen. Sie haben sich insbesondere jeglicher negativer Äußerungen über den jeweils anderen Elternteil strikt zu enthalten und sind verpflichtet das Kind aktiv zur Aufrechterhaltung der Kontakte zum jeweilig anderen Elternteil anzuhalten und zu ermuntern. Dies schließt ein, dass das Kind anzuhalten ist, zu Feiertagen und Geburtstagen in den für Kinder üblichen Formen mit dem anderen Elternteil in Kontakt zu treten.
f. Telefonkontakte außerhalb der Umgangszeiten sind im Rahmen des üblichen zuzulassen, sie sollen aber nicht der Kontrolle des Tagesablaufs dienen und haben in ihrer Häufigkeit das Recht des jeweils anderen Elternteils auf ungestörte Privatsphäre zu achten.
3. Gültigkeit
Diese Umgangsregelung gilt bis zur Einschulung des Kindes. Bei Schuleintritt wird eine neue, den neuen Bedürfnissen des Kindes angepasste, Regelung getroffen.
4. Zusatz
Regelungen des Umgangs des Kindes während der Urlaube der Eltern werden angepasst an die Bedürfnisse des Kindes im Einzelfall abgestimmt. Es wird beschlossen, dass während dieser Zeiten beiden Eltern möglichst gleich lange Zeitblöcke für das Umgangsrecht zur Verfügung stehen.
Was meint ihr dazu? Es liegt hier ich muss es nur losschicken.
Nur kurz: versuche im Umfeld eine Beratungsmöglichkeit zB Awo oder Caritas zu bekommen. Gibts das nicht, dann stell den Umgangsantrag bei Gericht mit dem Hinweis, dass das JA wegen Überlastung nicht zeitnah unterstützen kann und du keinen Umgangsabbruch riskieren kannst.
LG LBM
"Mut bedeutet nicht, keine Angst zu haben, sondern es ist die Entscheidung,
dass etwas anderes wichtiger ist als die Angst."
Hallo KarlchenVomDach,
mir sind einige Punkte aufgefallen, die du dir vielleicht noch überlegen solltest.
- Wo feiert deine Kleine ihren Geburtstag? Bei demjenigen der gerade das Umgangsrecht hat?
- Eventuell eine Befristung "nur" bis zum Kindergarten. Dann wäre eine Erweiterung des Umgangs am Wochenende (Freitag - Sonntag) denkbar.
- Darf deine Kleine an deinem Geburtstag zu dir bzw. zu Mama auch wenn sie eigentlich beim anderen ist?
Bei einem Termin bei Caritas/AWO kann ich dir nur den Tipp geben, selbst Protokoll zu führen. Bei meinem Partner ist das sehr dürftig ausgefallen wenn er überhaupt etwas schriftliches bekam.
Viele Grüße
Althea
Hallo Ihr Lieben,
Mensch ich bin so begeistert von euch. Dieses Forum ist wirklich eine Stütze. Es geht ja ruck zuck hier.
Ich habe bei der Caritas angerufen und bekomme jetzt bald einen Termin.
Ich werde mir eine Agenda machen mit alle wichtigen Punkten, die ich gerne besprechen möchte. Bei den Zielen werde ich Platz lassen und handschriftlich Notizen über den Gesprächsverlauf und die besprochenen Schritte machen. Diese werde ich im Nachhinein kurz abtippen und einfügen. Das so entstandene Dokument sende ich dann zur Kenntnisnahme an die/den zuständige Mitarbeiterin /-er.
So hätte ich das beim Jugendamt auch gemacht. Ist ja auch in jedem wichtigen Meeting eigentlich Gang und Gebe.
Vielen Dank für die Anregungen.
Ich persönlich halte „normale Geburtstage“, also keine „Etappengeburtstage“ zwar für schöne Ereignisse, aber auch nicht für übermäßig wichtig. In unserer Familie wurde auch schon mal der Besuch feiern gelassen und mit den Kindern, auch dem Geburtstagskind spazieren, oder auf den Spielplatz gegangen, um sie nicht zu sehr in den Mittelpunkt zu stellen. Ich will das Thema auch nicht zusätzlich aufladen. Bei unserer Kleinen hätte ich jetzt gedacht, dass sie da ihren Geburtstag hat, wo sie ist. Ich weiß aber auch wie wichtig es der Mama ist und würde mich dem nie entgegenstellen. Ich habe am 24.12. Geburtstag, kein Spaß. Auch hier will ich eine Emotionalisierung vermeiden. Der Heilige Abend würd bei uns immer im engsten Kreis und sehr ruhig begangen. Wenn die Kleine alt genug ist, soll sie ihre Wünsche äußern, aber bis dahin ist und bleibt Mutter nun mal Mutter. Weihnachten ist wohl eines der wichtigsten traditionsbildenden Feste in unserem Kulturkreis. Ich finde das gehört ihr, ihrer Mama und den Menschen mit denen sie es verbringen möchten.
Ich werde die Befristung auf die Zeit bis zum Kindergarten ändern. Du hast völlig Recht. Da muss man ggf. dann Änderungen vornehmen, ist ja auch ein großer Schritt.
Vielen Dank für Unterstützung. Wenn euch noch was einfällt, bitte immer her damit.
Hallo zusammen,
es ist nun ein wenig Zeit ins Land gegangen und es gibt einige, wenn auch kleine, Entwicklungen die ich gerne teilen möchte. Ich musste ewig auf einen Jugendamtstermin warten, denn die verantwortliche Frau ist die EINZIGE, die das „macht“. Als ich zur Vaterschaftsanerkennung war, saßen dort zwei Angestellte, aber für den gesamten Bereich Gerichtshilfe, Umgangs- und Sorgerecht ist eine einzige Frau zuständig. Es war ein besonderer Krampf mit dem Termin, weil dann die KM den einzigen verfügbaren natürlich auch noch verlegt hat, weil sie zu einer Tante zu Besuch fahren wollte. Ich hatte ihr genau erklärt wie schwer das war. Sie hat es mit Fleiß gemacht, um damit jeden Schritt zu sabotieren. Sie müsste eigentlich jede Ortsabwesenheit anmelden, macht sie auch nicht, aber wenn ich jetzt damit anfangen, werde ich nicht mehr fertig.
Ich habe bislang eigentlich nur den hier empfohlenen Umgangsdreisprung gemacht. Ich habe einen Vorschlag zur Umgangsregelung ausgearbeitet und der Mutter mit Fristsetzung zugesandt. Als die „Antwort“ dazu ein, ich möchte hier kein schlimmes Wort benutzen, Witz war, habe ich mich ans Jugendamt gewandt. Um ehrlich zu sein habe ich die Antwort der KM schon antizipiert und schon mal vorher beim JA angefragt. Ich musste dazu zwar in Büßerhaltung barfuß mehrere Tage, immer dienstags, unangemeldet und in gebückter Stellung antanzen, habe aber schlussendlich doch eine Audienz bekommen. Ich habe das Forum hier studiert und habe mich mit nichts abspeisen lassen und alles befolgt was hier geraten wird. Siehe da, als die JA-Mitarbeiterin gemerkt hat, dass es mir ehrlich und aus tiefstem Herzen wichtig ist und es mir auch nicht um eigene Interessen, sondern das Wohl unseres Kindes geht, wurde die Atmosphäre entspannter. Sie hat die KM auch ganz schön rangenommen. Sie hatte wesentlich bessere Argumente als ich. Sie meinte paraphrasiert: „Frau …, ich habe selbst 2 Kinder und …“ Wir kamen allerdings auch nicht zu einer Einigung. Selbst den kleinsten Kompromiss wollte die KM nicht leisten. Sie gab an psychisch nicht in der Lage zu sein mich auch nur anzusehen. Es löse bei ihr derartige Reflexe aus, die es ihr unmöglich machen in gewöhnter Weise zu funktionieren. Mit großer Anstrengung könne sie unkontrollierte Spontanentleerungen der oberen Verdauungsorgane zurückhalten. Die Frau von JA riet ihr sich einen Anwalt zu nehmen, und mir riet sie schnellstmöglich zum Familiengericht zu gehen. Eine Woche darauf fand ein Besuch statt, der durch die Mutter der KM durchgeführt wurde. Das war bis jetzt das schönste Treffen mit unserer Tochter. Ich hab mich auch kurz mit ihr unterhalten. Wir hatten eigentlich ausgemacht, dass sie das weitermacht. Dann muss sich ihre Tochter nicht aufregen und wir kommen sehr gut miteinander zurecht. Leider war eine Woche später davon nix mehr wahr. Jetzt habe ich einen Antrag zur Umgangsregelung und einen zur Erteilung der gemeinsamen elterlichen Sorge eingereicht. Jetzt ist es in den Händen des Gerichtes. Die JA- Mitarbeiterin hat mir gesagt was sie in ihren Bericht schreiben wird und sie wird eine adäquate Ausgestaltung vorschlagen. Ich stehe mit ihr im telefonischen Kontakt. Die KM macht keine Anstalten und hat bei dem Termin beim Jugendamt zugeben müssen, dass ihre Anschuldigen wegen des Drogen und Alkoholkonsums falsch waren. Sie hat aber jetzt alle Kommunikationskanäle gekappt. Sie gibt an keine Zeit zu haben und psychisch nicht in der Lage zu sein. Jetzt bin ich mal gespannt wie es weiter geht. Die kleine läuft schon so süß. Ich bin guter Dinge erst mal.
Grüße
PS. Man soll zwar nicht den Tag vor dem Abend loben, aber bis hier hin allein möchte ich schon mal ein fettes DANKESCHÖN an alle loswerden.
