Hallo zusammen.
Folgendes Problem habe ich:
Ich bin seit ca. 3 1/2 Jahren mit meiner Frau zusammen (seit 9 Monaten verheiratet.) und habe mit ihr einen 5-monatigen Sohn.
Seit Mitte der Schwangerschaft hat sie sich allerdings so verändert, dass es immer häufiger Streitereien gab. Ich dachte mit der Geburt legt sich das wieder, aber es wurde noch schlimmer.
Sie hat so eine Angst, dass unserem Kind etwas passieren könnte, dass Sie mir sogar beim Wickeln über die Schultern guckt und mich für jede Kleinigkeit anmacht.
Die Streits wurden immer häufiger und heftiger.
Auf Äußerungen wie "Ich hau mit dem Kleinen ab...", folgten Antworten von mir wie "Mach das, ich bin froh wenn du weg bist..." Man kennt das ja. Man sagt so manche Sachen, die man nicht so meint...
Naja, nun mal zum eigentlichen Problem...
Vor 3 Wochen habe ich per Zufall erfahren, dass sich meine Frau tatsächlich eine Wohnung gesucht hat und angeblich auch den Mitvertrag schon unterschrieben hat. Umzug soll der 01.06. sein. Alle meine Versuche die Beziehung noch zu retten hat sie nur belächelt und meine Angst bzw. Verzweiflung nur noch zu Ihrem Vorteil ausgenutzt.
Was kann/muss ich denn jetzt tun? Momentan befindet sie sich noch im Mutterschutz und hat inkl. Eltern- und Kindergeld 950,- Euro vom Staat. Zusammen haben wir ca. 3000 Euro netto zur Verfügung. Ich kann mir unsere gemeinsame Wohung alleine nicht leisten. Jetzt steh ich da vor vollendeten Tatsachen und weiss nicht weiter.
Was steht ihr überhaupt finanziell zu? Streit um den Kleinen wird es wohl nicht geben, den könnte ich jederzeit sehen.
Wohnung läuft auf mich, ebenso ein größerer Kredit und alle Versicherungen.
Wenn ihr weitere Details braucht, schreibts hier oder schickt mir ne PN.
Für Hilfe, was ich jetzt tun kann bzw. sollte, bin ich euch jetzt schon dankbar.
Entschuldigt das Durcheinander, aber ich bin gerade ziemlich durch den Wind...
Was kann/muss ich denn jetzt tun?
Hallo Schnuppel,
das klingt nicht wirklich gut, ich versuch's trotzdem:
Ändere Deine Einstellung: du hattest gesagt, Du bist froh, wenn sie weg ist, dann sei es auch. Selbst wenn Du es nicht bist, sei es trotzdem. Sie fühlt sich auf der Siegerstrasse, weil Du eine Opferrolle einnimmst. Aber in Wahrheit seit Ihr ja beide Verlierer. Also Kopf hoch, zumindest in der Aussenwirkung.
Den Unterhalt kann man ohne nähere Angaben zu Steuerklasse, Fahrtkosten etc. nicht wirklich schätzen, aber klar ist, dass das eigentliche Problem erst nächstes Jahr kommt, wenn Elterngeld und Ehegattensplitting quasi gleichzeitig wegfallen. Und das wird dann so drastisch, dass das nicht nur einen EU-Mangelfall gibt, sondern sie vielleicht auch zum Sozialfall. Es könnte heilsam sein, wenn sie das realisiert, also besorge Dir belastbare Zahlen und konfrontiere sie damit.
Bei der Wohnung sehe ich Chancen, dass Du die volle Miete für dieses Jahr bei der Unterhaltsberechnung im Abzug bringen kannst, gegen den üblichen "angemessenen Wohnwert" von 360€, aber im nächsten Jahr ganz bestimmt nicht mehr, also das ist die Zeitskala für Deinen Umzug.
Und bring Deine Unterlagen in Sicherheit. Bring Dich nicht in die Situation, nach ihrem Auszug irgendwelchen Aktenordnern hinterherlaufen zu müssen.
Bei der Umgangsfrage bist zu zu naiv. Kümmer Dich um ein gemeinsames Gespräch bei einer Erziehungsberatungsstelle oder beim Jugendamt.
Danke für deine Antwort!
Nach dem heutigen Abend hat sie es mir um einiges leichter gemacht sie zu vergessen... Gab nen heftigen Abschlußstreit.
Jetzt muss ich mich schleunigst darum kümmern was finanziell auf mich zu kommt etc., da es nach heute nicht mehr nach einer friedlichen Trennung aussieht.
An welche Stellen muss ich mich wenden...
Kann ja mal eben ein paar Fakten auflisten:
Ihr Einkommen:
Kindergeld 154,-
Elterngeld 795,-
Mein Einkommen:
2035,- netto
Meine wichtigsten laufenden Kosten:
Miete (warm) 735,-
Tilgung Kredit 510,-
Div. Lebensversicherungen ca. 350,-
Restl. Kosten (Handy, Internet, Telefon, Versicherungen, Fahrkarte etc.) ca. 600,-
Man erkennt jetzt schon leicht, dass ich mit meinem Nettogehalt schon so kaum hinkomme, geschweige denn noch Unterhalt für den Kleinen drin wäre.
Was erwartet mich jetzt? Muss ich meine Lebensversicherungen kündigen? Kann ich tatsächlich die Miete auf ihren Unterhalt anrechnen, wenn ja wie hoch bzw. wer kann mir dazu Auskunft geben? Wie gesagt, sie hat ja einfach hinter meinem Rücken nen neuen Mietvertrag unterschrieben und mir die Chance genommen innerhalb der Kündigungsfrist ne neue zu suchen.
Sollte ich evtl. einen Anwalt einschalten? Diese berechnende Ziege fühlt sich hoffentlich zu sicher...
Bis dahin...
Hallo Schnuppel,
In der Trennungszeit, also etwa für ein Jahr kannst du die Kosten für die Miete (abzügl. Wohnvorteil) , den Kredit und deine LV einigermaßen gut abziehen, sodass nur wenig KU und ggf. gar kein TU bei rum kommt.
Mittel- bis langfristig werden da allerdings härtere Maßstäbe angelegt, z.B. wird die Wohnung dann zu deinem Privatvergnügen, die LV nur bis 4% vom Brutto anerkannt und beim Kredit sehr genau geschaut wofür das denn war.
Hinzu kommt, der Wechsel auf Steuerklasse 1 im Jahr nach der Trennung.
Spätestens dann solltest du deine Kosten etwas neu arrangieren.
Ich würde dies jedoch nicht überstürzen. Evtl. kannst du deine Kosten noch etwas konservieren, mit dem Ziel, dass wenig TU übrig bleibt. Mit (sehr) viel Glück lässt sich damit dann auch der EU etwas drücken.
Gruss Beppo
Ein Mann, der seine Frau verlässt, ist ein Schuft.
Ein Mann, der von seiner Frau verlassen wird, ist auch ein Schuft, denn sonst hätte sie ihn ja nicht verlassen müssen.
Man erkennt jetzt schon leicht, dass ich mit meinem Nettogehalt schon so kaum hinkomme, geschweige denn noch Unterhalt für den Kleinen drin wäre.
Den Kindesunterhalt, also 202€ im Monat, musst Du zahlen, hier einen Mangelfall konstruieren zu wollen bringt nichts. Kann sein, dass das Deine Bilanz nicht hergibt, aber da musst Du einfach zusehen, wie Du's stemmen kannst.
Bzgl. einer möglichen TU-Forderung würde ich mir eher keine Gedanken machen und insbesondere nicht private Finanzentscheidungen an taktische Überlegunguen knüpfen. Dein Hauptaugenmerk sollte einfach sein, wie Du Dein Leben so gestalten kannst, dass es auch in Anbetracht von 202€ KU monatlich noch finanzierbar ist.
Es könnte zwar durchaus sinnvoll sein, die Lebensversicherungen nicht komplett zu schlachten, sondern zumindest etwas in Höhe der 4% vom Brutto (= ca. 120€) zu erhalten, aber wenn's nicht geht, geht's nicht. Und es wird auch kaum ein Richter den Schuldendienst von >500€ PLUS eine private Rentenversicherung anerkennen, weil das auch nach objektiven Massstäben keinen Sinn macht.
Da fällt mir als Tip eine lesenswerte Broschüre der Commerzbank ein:
und hier insbesondere das Zitat:
"Anders lassen sich verbreitete Phänomene wie das "Sparen auf Kredit" nicht erklären: Viele Haushalte schließen ungeprüft Sparverträge ab. Der Blick auf die Haushaltsbilanz zeigt hier aber oft, dass der Sparvertrag letztlich aus einem Kredit gespeist wird."
