Hallo zusammen,
endlich traue ich mich, die Geschichte von meinem heutigen Ehemann (T.) und von mir einzustellen. Sorry schon mal, sie ist sehr lang. Aber um das Ganze ein wenig zu verstehen, musste es meiner Ansicht länger sein. :redhead:
T. war 18 Jahre, hatte einen schweren Verkehrsunfall und ich war das 16jährige Mädchen (E.). Ich besuchte ihn im Krankenhaus und bin ab diesem Zeitpunkt für etwa 2 Monate mit ihm „gegangen“. Ich war in diesem Alter sehr sehr schwierig und eine ziemliche Hexe. Nach diesen zwei Monaten machte ich wegen einem Käse Schluss. Ich hatte ihn so gerne, aber ich war einfach noch so jung.
Er kam noch ab und an bei uns zu Hause vorbei. Wir sind beide Paten von meiner Nichte. Langsam brach der Kontakt ab. Er lebte sein Leben und ich lebte meines.
(Mein weiteres Leben)
Mit 21 Jahren heiratete ich meinen damaligen Freund mit dem ich zusammen kam, als ich 18 Jahre war. Es war eine Liebe, die fast nur aus Schmerz bestand. Kein Vertrauen, meine Eifersucht, unsere Geldnöte, seine Spielsucht; doch ich liebte ihn sehr. Tja und Kinder? Es war nie der richtige Zeitpunkt. Wie hätte ich schwanger werden wollen, wenn wir Geldprobleme durch seine Spielsucht hatten? Die Jahre vergingen. Irgendwann meine Resignation. Ich war der Meinung, meine Ehe war ok. Nachdem wir uns gekloppt hatten, er immer wieder mal arbeitslos war und die Schulden wuchsen aber … die Ehe war ok.
(Sein weiteres Leben)
Mit 22 arbeitete T. in einer Firma in der seine künftige Frau (B.) arbeitete. In der Nachtschicht lernte man sich kennen, schäkerte herum. Sie war schwanger von einem anderen. Er, wollte zu diesem Zeitpunkt unbedingt eine Familie. All seine Freunde hatten Familie und er sehnte sich eben auch nach einer solchen. B. „heizte“ ihm ein, indem sie ihm sagte, sie würde nie mit einem jüngeren Mann was anfangen. Sie ist 5 Jahre älter als er. Er hat die Herausforderung angenommen und ist mit ihr zusammen gekommen. Sie brachte ein Mädchen zur Welt. Er war überglücklich. Sie zogen zusammen. Die kleine wuchs und gedeihte. Er nahm seine Tochter überall hin mit, stand auf, wenn sie nachts schreite, kümmerte sich um sie, wenn sie krank war damit die Mutter weiterschlafen konnte.
Immer öfters gab es streit. Er konnte nichts richtig machen. Er hielt es nicht mehr aus und ging schweren Herzens, denn er verließ ja auch seine Tochter. In seinem Umfeld sagte man ihm, er könne das nicht machen, er solle an die Kleine denken und so weiter und so fort. Er ging wieder zu B. und zum Kind. Sie wurde kurz darauf schwanger, ob gleich sie die Pille nahm. Sie bekam einen Sohn. Sie heirateten, die Tochter wurde von ihm adoptiert.
Nach etwa zwei Jahren bemerkten sie, dass mit dem Sohn etwas nicht stimmte. Die niederschmetternde Diagnose war, der kleine hatte sich im Mutterleib mit einer Zytomegalieviriusinfektion angesteckt. Er konnte nicht hören. Der Vater hörte von einem Implantat, das im Gehirn eingepflanzt werden konnte. Er informierte sich, sie wollten für den Sohn das Beste.
Er ging mit den Kindern in Urlaub, nach der Arbeit holte er sie ab und unternahm etwas oder ging mit ihnen zu seinem Zweitjob, mit dem er die Wohnungen zusätzlich abbezahlt hatte. Er hatte die Beiden fast immer dabei. Mit seiner Ehe hatte er abgeschlossen. Aber war Vater von ganzem Herzen.
2002 trafen wir uns wieder auf einem Weihnachtsmarkt. Er hatte dort einen Stand. Ich freute mich riesig, denn wenn er als ab und an mal bei meiner Schwester mit seinen Kindern war, ist er immer bald wieder gegangen. Und nun unterhielten wir uns. Wir verabredeten uns für den nächsten Tag. Wir tranken Kaffee. Ab hier begann unsere Freundschaft. Wir trafen uns zunächst ab und an, redeten, lachten und wir bemerkten, wir haben uns beide verändert und wir haben die gleichen Vorstellungen vom Leben. Die Freundschaft hielt so knappe vier Monate. Trafen uns immer regelmäßiger, mein damaliger Mann war in diesen Augeblicken weit, weit weg. T. war sowieso nur noch auf dem Papier verheiratet.
Irgendwann bemerkten wir, dass wir ohne den anderen nicht mehr sein wollten. Mitte April trennte T. sich von B. … und von seinen Kindern. Ich trennte mich von meinem damaligen Ehemann Anfang Mai. Habe ihm alles überlassen. Es tat mir leid und es war irgendwie fürchterlich, aber ich wollte mit diesem anderen Mann zusammen sein, bei dem ich mich so gut und so aufgehoben fühlte, wie ich es noch nie erlebt habe.
Nach einer Weile sagte B. zu T. „aber um die Kinder kümmerst du dich ja trotzdem noch. Und mit unserem Sohn gehst du auch in die Klinik, wenn er wieder Probleme hat oder operiert werden muss. Und und und. Ja, klar hätte er das gemacht. Er hatte es immer getan und er hatte es gern getan. Nur kam es dann ganz anders.
Alles war fürs Erste so weit man das so sagen kann in bester Ordnung. An einem Abend sagte T. mir dann, dass B. die gemeinsamen drei Wohnungen haben wolle, dass er ihr alle Wohnungen überschreiben solle, sie verzichte auf Ehegattenunterhalt und er müsste dann noch 300,-- EUR an sie für die Kinder bezahlen. Das waren zwei Tage vor dem Notartermin als T. mir das sagte. Ihr werdet jetzt denken, dass mich das nichts angegangen ist, aber ich hab ihn dann gefragt, ob er denn noch ganz sauber sei. Die Frau würde doch gar keinen Unterhalt für sich bekommen, weil sie ja arbeiten würde. Von einem Anwalt hatte er dann erfahren, dass das mit dem KU gar nicht so gegangen wäre, wenn er das gemacht hätte, hätte er sich über den Tisch von ihr ziehen lassen, aber granatenmäßig. Dass das mit den Kindern so wäre, dass er auf jeden Fall den richtigen Betrag bezahlen müsste, auch wenn er es mit B. so abgemacht hätte. Die Kinder hätten auf ihren Betrag bestehen können, natürlich durch die Mutter. Er rief B. an und teilte ihr mit, dass er das nicht machten würde. Und dann fing der „Krieg“ an.
Einmal wollte T. die Kinder abholen, ich wartete so lange bei meiner Mutter, die im selben Ort wohnt, er kam nach einer dreiviertel Stunde. Wir wollten zu seinem Vater, weil er an diesem Tag Geburtstag hatte. Er berichtete, dass er dreimal hin und her fahren musste. Als er die Kiddis abholte rief B. auf einmal an und wollte, dass er sie wieder bringt. Dann brachte er sie natürlich wieder nach Hause. Er wollte ja nichts Falsches machen und hatte Angst, dass B. ihm die Polizei wegen Kindesentführung auf den Hals schickt. Dies ging dreimal. Dann kam er wie gesagt, um mich abzuholen. Wir fuhren los und … das Handy klingelte er stellte auf laut und B. sagte, „Nun bist du dran, du hast die Kinder geschlagen“. Hä! Hallo?! Was ging da ab? Und wieder, zum vierten Mal fuhr er die Kinder nach Hause. Wir wieder Richtung Vater und dann wieder Telefonklingeln. T. nahm ab, B. sagte er könne die Kinder jetzt holen. Er sagte nein, jetzt nicht mehr. Was war das für ne Frau? Ab da ging der Terror los. Nur noch eines, was mich echt geschockt hat. B. war einmal so gnädig und T. durfte die Kinder holen. Ich wartete in unserer Wohnung. Sie kamen, ich ja aufgeregt, weil ich mich ja von meiner besten Seite wieder mal zeigen wollte. Sie kamen rein, ich sagte freudig „Hallo“ und der kleine fing an zu weinen. Oh je, mir ist ganz heiß geworden. Ich sah wahrscheinlich total verdutzt aus. Die Tochter sagte dann „Die Mama hat uns verboten mit dir zu sprechen“. Na Bravo. Die Kids hatten bei uns Spaß und wir unternahmen einiges backten Kuchen, machten Pizza, gingen spazieren, einfach das, was man eben macht, wenn die Kinder da sind. Und sie erzählten es der Mutter und die hat wahrscheinlich die Krise bekommen. Und deshalb durften sie dann nicht mehr mit mir reden, weil sie eifersüchtig war. Denk ich mal.
Dann war es so weit. Er war gezwungen vor Gericht zu gehen, um wieder Umgang zu bekommen. Aber was dankt ihr? Natürlich war da erst einmal Sendepause. B. schickte ein Foto, dass T. sie geschlagen hätte. Richter sah freudiger Weise, dass das nicht sein konnte. Leider hat T. es trotzdem nicht geschafft, die Kinder am Wochenende zu bekommen. Erst nach etwa drei Jahren, als die Scheidung rum, Wohnungen und alles geklärt war, wollten die Kinder Umgang mit Vater (die Kinder wurden vorher vom Gericht angehört. Wollten zu diesem Zeitpunkt nicht zum Vater. Mutti lässt grüßen). Er konnte und wollte dann nicht mehr. „Meinst du ich habe Lust wieder das alles von vorne zu erleben? Diese Frau wird sich nie ändern und es wird immer irgendetwas sein, das ihr nicht passt. Für die Kinder ist es das Beste und für mich“. T. hatte sich von den Kindern entwöhnt und konnte und wollte nicht mehr kämpfen. „Ich war für die Kinder da, als sie mich am meisten brauchten. Nun sind sie in einem Alter, da brauchen sie den Vater nicht mehr so stark. Nun soll sie sich kümmern.
Es ist so schade, dass ein Mensch andere Menschen so manipulieren kann. Und man kommt gegen diese Frau mit fairen Mitteln nicht an. Das geht wirklich nur, wenn man sich in die Abgründe begibt, wo sie sich befindet und das mag er nicht.
Ich habe die Geschichte erzählt und ihr könnt mir glauben, er hat sie mir nicht so erzählt, als sei er der total geniale Papa. Er hat nicht herumgeprahlt, nein, er hat es mir erzählt, als wäre das das normalste von der Welt.
Ich als Frau, als seine Ehefrau (wir haben letztes Jahr geheiratet), habe versucht, es so objektiv wie möglich zu schildern. Ich hoffe, ihr seit nicht eingeschlafen, oder habt nach den ersten drei Sätzen aufgehört zu lesen. Es sind noch so viele Dinge passiert, bei denen ich mich echt aufgeregt habe aber das geht nun jedem hier bestimmt so und die haben sich trotzdem kurz gehalten. Sorry nochmals. Ich möchte einfach nur mit all dem sagen, dass er ein guter Vater war und auch noch ist.
Leider werde ich nie das bekommen, was diese Frau von ihm hat, nämlich ein Kind. Ich weiß, er würde ein toller Papa sein. Aber ich hätte ihm nie ein Kind „unterjubeln“ können, das wäre der absolute Vertrauensbruch gewesen. Er wollte keines mehr und ich habe es akzeptiert. Jetzt bin ich 38 Jahre und es wäre eh zu spät.
Danke für eure Geduld.
KleineEli
Leider werde ich nie das bekommen, was diese Frau von ihm hat, nämlich ein Kind. Ich weiß, er würde ein toller Papa sein. Aber ich hätte ihm nie ein Kind „unterjubeln“ können, das wäre der absolute Vertrauensbruch gewesen. Er wollte keines mehr und ich habe es akzeptiert. Jetzt bin ich 38 Jahre und es wäre eh zu spät.
Hallo KleineEli,
danke für deine Geschichte. Du empfindest es wohl als schade, dass du kein Kind mit deinem Mann hast, aber aus meiner Sicht ist es ein Gewinn für eure Beziehung. Ihr könnt euch ganz auf euch als Paar konzentrieren, denn die Kinder aus der vorherigen Beziehung bieten schon genug Brennstoff.
Ich vermisse grad die Stelle, an der T das Sorgerecht aufgegeben hat (hattest du an anderer Stelle geschrieben), aber ich verstehe, dass T irgendwann festgestellt hat, dass das Tauziehen um die Kinder kein gutes Ende finden kann. Leider ist es bis heute so, dass diese Einsicht, zusammen mit einem Loslassen, auch oft das Ende der Beziehung zu den Kindern bedeutet.
Ich drück dich,
eskima
Liebe eskima,
Ich vermisse grad die Stelle, an der T das Sorgerecht aufgegeben hat (hattest du an anderer Stelle geschrieben), aber ich verstehe, dass T irgendwann festgestellt hat, dass das Tauziehen um die Kinder kein gutes Ende finden kann. Leider ist es bis heute so, dass diese Einsicht, zusammen mit einem Loslassen, auch oft das Ende der Beziehung zu den Kindern bedeutet.
Du redest ihm aus der Seele, denn so sieht er das auch
Das Sorgerecht hat er in der Scheidungsverhandlung aufgegeben. Dazu riet ihm auch sein Anwalt, da auch er bemerkte, dass es keinen Sinn hätte, wenn es behalten würde.
Er war Elternsprecher in der Schule in der sein Sohn ist, er hat sich in der Schule in der seine Tochter war engagiert. Aber als den Schulen die Trennung der Eltern bekannt wurde, hat man ihn ausgegrenzt. Er rief in den Schulen an, wollte wissen, wie es mit den Kindern läuft, er schrieb Briefe an die Schulen, keine Reaktion. Er teilte ihnen mit, dass er auch das Sorgerecht besitz, er bekam keine Antwort. Das Jugendamt hatte sich eingeschaltet; einmal haben sie mit ihm gesprochen. Er erzählte, wie es aus seiner Sicht war aber geholfen hat ihm das nicht.
Die Kinder tun mir leid. Wie wir erfahren konnten ist der Bub nur in der Schule und dann daheim. Geht nie weg (er ist jetzt 16 Jahre alt). Die Tochter hängt immer irgendwo herum, will mur nicht nach Hause, schwänzt ihren Praktikumsplatz.
Man sieht von der Ferne zu und kann nichts machen. Und der Ärger der wieder auf uns zukommen wird ohjeohje. Aber ich werde berichten.
danke für deine Geschichte. Du empfindest es wohl als schade, dass du kein Kind mit deinem Mann hast, aber aus meiner Sicht ist es ein Gewinn für eure Beziehung. Ihr könnt euch ganz auf euch als Paar konzentrieren, denn die Kinder aus der vorherigen Beziehung bieten schon genug Brennstoff.
Ja, das kann man schon so sagen, er wäre es gewesen. Aber ich kann auch sagen, dass ich es ja nicht kenne, eigene Kinder zu haben. T. ist auch der Meinung, dass Kinder Beziehungskiller sein können und er wollte eben keine mehr. Aber wie du schon rausgelesen hast, empfinde ich es als schade. So ist das Leben. Naja. Ich muss auch gestehen, dass ich nicht gerade eine von den Frauen bin, die alles abhängig von einem Kind macht bzw. unbedingt eines will.
Ein ganz ganz liebes Grüßchen
KleineEli

