Kind in Australien
 
Benachrichtigungen
Alles löschen

Kind in Australien

 
(@murphy87)
Schon was gesagt Registriert

Hallo!

Ich bin murphy87, 26 Jahre alt und studiere Sozialwissenschaften in Berlin. Und hier nun meine etwas merkwürdige Geschichte (wobei ich ja hoffe, dass hier jemand ähnliches erlebt hat).

April letzten Jahres lernte ich in einem Seminar eine australische Austauschstudentin kennen. Ich war 25, sie 36. Es ging alles sehr schnell und wir waren innerhalb weniger Tage in einer Beziehung. Ich hatte mich zuvor nie derart gut mit einer meiner Freundinnen verstanden, weder auf geistiger noch auf sexueller Ebene. Es folgten mehrere wunderbare Monate im für mich damals noch relativ unbekannten Berlin, Monate in denen ich die Stadt entdeckte und wir eigentlich immer zusammen waren. Im August stellte ich sie meinen Eltern vor, Ende September erfuhr ich, dass sie schwanger war, weil sie, wie sie sagt, an irgendeinem Tag vergessen hatte, die Pille zu nehmen.

Ihr Austauschsemester und somit ihre Aufenthaltsgenehmigung war noch bis Mitte Oktober gültig. Sie flog nach London, um ihre beiden Brüder zu besuchen, ich stoß einige Tage später dazu. Sie war dort sehr leicht reizbar und auch oft genervt von mir. Ich dachte mir nicht allzuviel dabei, da sie ja schwanger war. Ende Oktober flog sie dann zurück nach Melbourne, Australien.

Wir vereinbarten, dass ich nach dem Ende des Wintersemesters zu ihr fliegen würde. Wir hielten Kontakt per Skype und E-Mail. Die Distanz war schwierig für mich, trotzdem freute ich mich sie bald zu sehen. Im März flog ich nach Melbourne und direkt nach der Ankunft fuhr ich mit ihr und ihrer Mutter zur Farm ihrer Eltern. 60 km von Melbourne und in der tiefsten Provinz begann jene Pechsträhne, die mich heute hierher führte. Direkt nach der Ankunft verkroch sie sich hinter ihr Notebook, da sie einen Lektoratsjob erledigen musste. Obwohl wir uns Monate nicht gesehen hatte, schenkte sie mir nicht wirklich viel Aufmerksamkeit. Hinzu kam mein massives Jetlag. Nach drei Tagen hatten wir unseren ersten Streit, da ich höchst irritiert von ihrem Desinteresse war. Sie meinte, es sei eben nicht mehr so wie in Berlin, dass es nicht passen würde und sie jetzt ein "Time-Out" bräuchte. Nach einer Woche meinte sie, dass es ihrer Mutter lieber wäre, wenn ich mir erstmal eine andere Unterkunft suchen würde. Es ging alles relativ schnell und ich verliess die Farm und zog in ein relativ abgefucktes Backpacker-Hostel in Melbourne. Mir ging es äußerst beschissen und bis heute ist mir nicht klar, wieso ihre Mutter mich unbedingt weghaben wollte.  Ich schlief in den kommenden Wochen unter anderem bei Bekannten von Bekannten von Bekannten auf einem Sofa, dann bei verschiedenen AirBnB Privatzimmern (die dort auch nicht viel teurer sind als Hostels). Alles war unglaublich teuer. Parallel versuchte ich einen Aushillfsjob zu finden. Unsere "Beziehung" war defacto keine mehr; wir sahen uns alle paar Tage, manchmal war sie sogar in der Stadt ohne mir Bescheid zu geben. Ich war kurz davor, noch vor der Geburt unserer Tochter nach Hause zu fliegen. , weshalb ich auch zweimal den Flug umbuchte. Schlußendlich blieb ich dann und pennte in einem Vier-Bett Zimmer in Melbourne, während meine Freundin eine Wohnung bezog, in die wir eigentlich gemeinsam ziehen wollte. 11 Uhr abends an dem Tag vor dem Kaiserschnitt ließ sie mich wissen, dass dann am nächsten Tag soweit sei. Bei dem Kaiserschnitt wollte sie mich nicht dabei haben, dafür aber ihre Mutter.

Wie auch immer. Nachdem sie mich mit dem Kind sah, legte sie das erste Mal nach langer Zeit wieder ein normales Verhalten an den Tag. Trotzdem durfte ich auch nach der Entlassung nicht zu ihr, da sich ihre Mutter dort für einige Wochen eingenistet hatte. Ihre Mutter wollte noch nichtmal dass wir miteinander Kontakt halten. Natürlich wollte ich unbedingt und eigentlich auch täglich das Kind sehen. Meistens hatte sie nur einige Stunden Zeit und auch dann durfte ich dort nicht schlafen, weil ihre Mutter ein "Problem" damit hatte. Nachdem vier Wochen wurde ich aus meinem extrem überteuerten, illegalen Vierbett-Zimmer rausgeworfen und um 700 Euro betrogen. Ich zog zu meiner Freundin, unter der Bedingung dass ich nur vier Wochen bleibe und dann mir etwas neues suche. Ich war damals jedoch schon, trotz eines kurzfristigen Jobs, ziemlich pleite.

Danach führten wir teilweise wieder eine "normale" Beziehung und ich hab es genossen mit meiner kleinen Tochter zusammenzusein. Trotzdem: Meine Freundin fuhr alle 3 Tage wieder zurück auf die Farm (sie könne sich nur dort erholen), wir stritten uns relativ oft. Obwohl wir uns näher kamen, hatte ich nicht das Gefühl, dass es funktionieren würde. Trotzdem wollte ich sie irgendwie nicht verlieren. Es muss dich möglich sein eine Familie zu gründen, dachte ich mir. Ich flog bereits im Juni wieder zurück. Ich sah in Australien keine Perspektive. Sie zog wieder zu ihren Eltern, ich nahm mein Studium wieder auf.  Sie meinte, sie würde mich bald wieder besuchen kommen und wenn wir beide fertig mit dem Studium wären, könnten wir ja hier und dort hinziehen.

Seitdem schreiben wir uns Mails und Skypen. Sie schickt mir Bilder unserer Tochter, die mich erfreuen aber zugleich auch bewusst werden lassen, was ich verpasse. Der "Besuchstermin" wird immer weiter aufgeschoben. Zuerst Ende September, dann Oktober, dann November. Jetzt dann eher Januar oder Februar. Ich habe manchmal Angst den Verstand zu verlieren: Wenn ich Babys sehe, bin ich plötzlich unglaublich niedergeschlagen, oder manchmal erwische ich mich, wie ich sie verträumt anschaue. Dann überkommt mich auch fast sowas wie Angst. Außerdem sehe ich die Mutter immer noch als "meine Freundin," sie beteuert dass sie ich liebt und vermisst und trotzdem schwindet meine Hoffnung von Tag zu Tag, dass wir jemals eine Familie sein werden.

Seit einer Woche fühle ich mich anders. Ich hatte bei Freunden ein Mädchen in meinem Alter kennengelernt, sie geküsst. Langsam setzt es sich in meinem Kopf fest, dass es vielleicht sinnlos ist, die alte Beziehung weiterzuführen. Ich komme mit der Distanz nicht klar und ich komme auch nicht über die Australien-Geschichte hinweg. Ich glaube, ich sollte mich trennen, habe aber Angst, dass wenn ich dies jetzt mache, sie vielleicht gar nicht zu Besuch kommt. Und dann würde ich auch meine Tochter nicht sehen.

Trotzdem ist da immer noch die Resthoffnung: Vielleicht entwickelt sich eine Perspektive, vielleicht wird das noch was, aber der Wunsch der Einsamkeit zu entkommen, gewinnt langsam die Oberhand.

Würde mich freuen einige Kommentare zu lesen...

Danke.


Zitat
Themenstarter Geschrieben : 07.11.2013 00:07
(@mekmen)
Rege dabei Registriert

Hi Murphy,

deine Geschichte ist sicher einerseits ungewöhnlich, andererseits - egal ob Melbourne oder Mülheim - habt ihr ein Kind gemacht, ohne eure Paarbeziehung gefestigt zu haben.
Du hättest gerne Kommentare oder Meinungen, die allerdings eure emotionale Ebene betreffen und da kann dir hier wahrscheinlich keiner helfen, weil keiner hier dich und deine Freundin kennen.

Trotzdem scheint mir hier zwischen den Zeilen ganz massiv ein Problem mit der Mutter deiner australischen Freundin zu bestehen. Versuch das mal zu verstehen: Wenn sie 36 ist und "aus Versehen" ein Kind mit dir gemacht hat, dann ist keine Mama sehr erbaut darüber. Einerseits bietet die Familie deiner Freundin und die Farm einen Rückhalt, den sie sonst nicht bekommt, andererseits scheint sie ja trotzdem noch an dir zu hängen, denn sonst hätte sich die Situation nach der Geburt nicht normalisiert.
Kann es sein, dass deine Freundin massiv unter Druck gesetzt wird und sich deshalb zwischen Mama und dir entscheiden muss, obwohl sie das gar nicht will ?
Versuche doch mal beim Mailen oder Skypen heraus zu finden, ob deine Freundin zwischen diesen Stühlen sitzt und bau sie dann auf, dass du die entweder-oder Entscheidung gar nicht willst. In dem Fall hätte die Entfernung ja was für sich, denn du musst mit "Schwiegermama" nicht klar kommen.
Versuch also raus zu bekommen, was deine Freundin umtreibt und gib ihr allen Rückhalt, den du - über die Distanz - geben kannst.
Erst dann weisst du auch, wie sich das Verhältnis zu deinem Kind entwickeln wird.
Und die andere Lovestory solltest du jetzt vielleicht nicht unbedingt ihr gegenüber erwähnen.
Und wenn ihr die Wahl habt, dann ist es sicher besser, sie - und euer Kind - besuchen dich, als dass du wieder den Konflikt mit ihrer Mutter herbei führst.

Kopf hoch
mekmen


AntwortZitat
Geschrieben : 07.11.2013 14:23
(@brille007)
(Fast) Eigentumsrecht Registriert

Moin Murphy,

ich seh das jetzt mal so pragmatisch wie der Namensgeber Deines Nicks ("...was schiefgehen soll, geht auch schief..."): Jedes Jahr bringen Frauen sich Urlaubs-Souvenirs in Form eines Babies mit, ohne dass diesem mehr oder weniger geplanten Missgeschick eine Familiengründung folgt. Du hast Dir für Deine ungeplante Vaterschaft eine Frau ausgesucht, deren Heimat so weit von Deutschland entfernt ist wie es technisch auf diesem Globus nur möglich ist: Australien.

Ob Ihr irgendeine Chance als Paar habt oder Du eine Chance, Deine Vaterschaft in irgendeiner Form mit Leben zu erfüllen, wird sich nicht an irgendwelchen Rechten und Gesetzen festmachen, sondern schlicht an zwei Fragen:

1. Wollt Ihr das BEIDE und DAUERHAFT?
2. Wollt Ihr beide auch an einem Ort leben?

Wenn Du beide Fragen nicht vorbehaltlos mit "Ja" beantworten kannst, kannst Du alles andere knicken; je früher, desto besser. Beziehungen funktionieren nicht dauerhaft auf Entfernung; weder zu einem Partner noch zu einem Kind. Das gilt auch im Zeitalter von Telefon, Internet und Skype.

Was die Mutter Deiner (Ex-?)Partnerin tut oder sagt oder will: Vergiss es einfach, denn Du kannst es nicht ändern. Niemand muss irgendwas. Theoretisch könntest Du auf Unterhalt (sicher für's Kind, evtl. auch für die Mutter) in Anspruch genommen werden; praktisch wird das daran scheitern, dass Australien weit weg ist und dass Du - zumindest in nächster Zeit - als Student sowieso nix auf der Naht hast. Theoretisch hast Du - zumindest nach deutschem Recht - ein Umgangsrecht mit diesem Kind; praktisch wird es an den Reisekosten scheitern, auch nur eine halbwegs verlässliche Vater-Kind-Beziehung aufzubauen und zu pflegen. Andererseits gibt es diese Beziehung bislang noch nicht wirklich; wenn man sie vergleichsweise schmerzfrei beenden kann, ist das jetzt und nicht in 5 oder 10 Jahren.

Als Paar und Familie habt Ihr nur drei Optionen:

1. Du ziehst über kurz oder lang nach Australien. Besser kurz, denn die Mutter Deines Kindes wird nicht ewig allein bleiben.
2. Die Mutter Deines Kindes kommt über kurz oder lang nach Deutschland und bleibt samt Kind hier.
3. Ihr beide richtet Euch an einem Ort auf der Welt ein gemeinsames Leben ein (sehr hypothetisch, aber zumindest denkbar).

Wenn keine dieser drei Optionen in zeitlich greifbarer und finanzierbarer Nähe liegt, ist vermutlich ein dicker Strich das Mittel der Wahl.

Wenn Du das Ganze einmal auf eine solche Sachebene herunterbrichst, wirst Du am ehesten sehen, wohin der Hase laufen könnte.

Grüssles
Martin


When a mosquito lands on your testicles you realize that there is always a way to solve problems without using violence.

AntwortZitat
Geschrieben : 07.11.2013 15:24
(@murphy87)
Schon was gesagt Registriert

Danke für beide Antworten. Zu der Thematik mit der Mutter:

Ihre Mutter war damals hocherfreut, dass ihre Tochter doch noch schwanger wurde. Sie hatte scheinbar schon damit abgeschlossen. So war die Geburt ihres Enkelkindes dann auch der "beste Tag ihres Lebens" und ich habe irgendwie auch den Verdacht, dass sie ihre Tochter samt EnkelKind in Australien halten will, da auch ihr eigenes Leben sehr öde ist und die Beziehung zu ihrem Mann eigentlich eine Katastrophe.

Zur Beziehung:

tja, ehrlich gesagt, komme ich dann schon auf den Gedanken einfach "mein Leben" hier zu führen und vielleicht irgendwann nochmal eine Frau kennenzulernen, die zumindest in Europa wohnt und deren Familie ich nicht völlig wurscht bin. Andererseits, wird mir durch dieses Forum auch deutlich das Mühlheim an der Ruhr weiter entfernt sein kann als Melbourne, wenn man noch nichtmal telefonisch Mutter bzw. Kind erreichen kann und auch sonst keine Genehmigung hat, Kontakt zu halten.

Die eine Stimme in mir sagt mir, dass ich abwarten und hoffen soll, dass es doch noch was wird, die andere, dass ich mein Leben hier leben soll. Ich bin 26, lebe in Berlin und lerne doch relativ oft Frauen kennen und will eigentlich nicht ewig wie ein Mönch leben...

Ich schreibe gerade an meiner Abschlußarbeit in Sozialwissenschaften, sie macht einen MA in Internationale Beziehungen (die meisten Leute finden das witzig). Wir studieren zwar beide an sog. "Elite-Unis", aber trotzdem sind die Jobaussichten jetzt nicht die allerbesten, zumindest kurzfristig. Ich sehe mich erstmal in diversen Praktikas, bevor ich in einem Unternehmen oder einer NGO lande. Zudem will sie UNBEDINGT ihren Phd machen und das könnte sonstwo sein. Ich glaube, dass ist einer der zentralen Wünsche ihres Lebens. Ich bin mir allerdings nicht sicher ob ich ihr unbedingt und überall hin folgen will. Australien fällt für mich eigentlich flach. Es ist viel zu weit weg von meiner Familie und mir gefiel es dort nicht sonderlich, die ganze angelsächsische Attitüde ist äußerst nervtötend.


AntwortZitat
Themenstarter Geschrieben : 07.11.2013 16:02
(@donizetti)
Zeigt sich öfters Registriert

Trotzdem ist da immer noch die Resthoffnung: Vielleicht entwickelt sich eine Perspektive, vielleicht wird das noch was, aber der Wunsch der Einsamkeit zu entkommen, gewinnt langsam die Oberhand.

Wenn ich Dich so lese, zweifle ich an Deiner Reife. Entweder Du siehst eine Perspektive für Dich und Deine Tochter und die Mutter Deiner Tochter, oder Du siehst Sie nicht. Warten hilft nicht. Die Perspektive wird durch Abwarten mit jedem Tag schlechter.
Der erste Satz klingt wie: Du willst Dir ein Sicherungsnetz in Australien halten,
Weißt aber alles angelsächsische ab

Australien fällt für mich eigentlich flach. Es ist viel zu weit weg von meiner Familie und mir gefiel es dort nicht sonderlich, die ganze angelsächsische Attitüde ist äußerst nervtötend.

:question: :question: :question: :question:
Du hattest mit einer Angelsächsin Spaß ....

lernst jeden Tag neue Mädels kennen ....

Ich bin 26, lebe in Berlin und lerne doch relativ oft Frauen kennen und will eigentlich nicht ewig wie ein Mönch leben...

und dann die Krönung:

Die eine Stimme in mir sagt mir, dass ich abwarten und hoffen soll, dass es doch noch was wird, ...

Ehrlich? Ich bin sprachlos.

Wie kann man sich selbst einreden, dass man jemanden liebt und seine Tochter wieder sehen will, und seine Tochter in den Arm nehmen, sorgen,
pflegen, lachen, weinen, sich wunder über Ideen der Kinder ....
Was sagt die Mutter DEINES Kindes? Ihr redet doch miteinander?

Bitte werde erwachsen und stehe zu Deinem Tun.
Entscheide Du Dich! Von mir aus gemeinsam mit der Mutter Deines Kindes.

Liebst Du die Mutter Deines Kindes?
Liebst Du Dein Kind und nimmst es an?
Oder gehen Dir beide am Hosenboden vorbei?

Ja oder Nein sind die einzigen erlaubten Antworten.

Was ist Dir mehr wert?
Ewige Verbindung in Deiner Familie oder
eine eigene (!) Familie zu gründen? Neue Horizonte erforschen?

Ich bin zwiegespalten mit meiner Meinung.
Einerseits könnte ich Dich "prügeln"
andererseits sehe ich Deinen Zwiespalt.

Ich verlor wegen solchen Nichtigkeiten die Liebe meines Lebens.
Wir beide nutzten "kleine" Hürden als Ausrede, nicht gemeinsam ein Abenteuer zu bestehen und lieber uns selbst zu verwirklichen.
Sie nutzte als Ausrede die 1:40 Entfernung und ich das Abenteuer der unbegrenzten Möglichkeiten, das Sie eingehen wollte.
(dabei hatte und habe ich sehr gute Beziehungen dorthin).

Du fragst Dich sicherlich, was Du für Dich daraus mitnehmen kannst. Ich kann es nicht beantworten, denn heute ist es: bitter.

Für Dich auf den Weg:
- Vergleiche niemals das warme Nest mit Deinen Möglichkeiten, wenn Du noch im Nest sitzt - es macht Dich träge und Du hast Angst vor Kälte 😉
- Höre auf Dein Herz und nimm Stolpersteine in Kauf (aber niemals nicht: gebe Dich selbst auf und werde niemals blind, was Du willst)
- Was zählt, sind nicht die schönen Tage, sondern die Tage des Streites. Wer nicht streiten kann, ist ... (frag mich das per PN) 😉
- Denke darüber mal nach: Hat Sie Dir jemals Vorwürfe gemacht wegen dem Kind? Und wenn nein, warum nicht? (Ihre Mutter wird die Vorwürfe nicht unterbinden;
  und mal so eben zu Zahlungen verknackt werden, ist wohl nicht)
Aus meiner Sicht ist es völlig egal, ob Ihr in Europa lebt oder in Australien. Entscheide Dich für oder gegen Dein Kind (und die Kindsmutter)

Und bitte sehe es nicht so: Du "folgst" ihr. Damit setzt Du Dich menschlich zurück. Schau auf das "wir". Also: Streiche "folgt" aus Deinem Gedächtnis.

Mit Ihr und Deinem Kind?
Oder gegen Sie und Dein Kind?
Quäle weder Dich noch Deine Kindmutter. Entscheide. Es ist Dein Leben.

Und vergiss niemals: Deine heutige Sicherheit kann Dir niemand für die Zukunft versprechen.


AntwortZitat
Geschrieben : 09.11.2013 23:10
(@murphy87)
Schon was gesagt Registriert

Wenn ich keine Beziehung mit ihr eingehe, bin ich auch automatisch gegen das Kind, oder wie?

Natürlich liebe ich das Kind!

Dem Kind nützt es aber nix, wenn ihre Eltern eine mittelmässige bis beschissene Beziehung führen. Ich hab das in meiner eigenen Familie gesehen, dabei kommt einfach gar nix sinnvolles dabei rum. Dann lieber getrennt in derselben Stadt leben und das Kind gemeinsam großziehen. Wenn du obiges gelesen hast, müsste dir klar sein, dass sowohl sie als auch ihre gesamte Familie mich mehr oder minder abgewiesen hatten, als ich dort war. Mittlerweile bereut sie es.

Ja, ich bin auch noch in vielen Dingen unreif. Die Situation überfordert mich. Die einzige Möglichkeit in Australien zu bleiben, wäre eine Heirat. Dazu ist die Beziehung zu instabil. Als ich dort war hab ich einfach derart viele Hürden wahrgenommen und wurde eben auch nie durch ihr "Familiennetzwerk" unterstützt, dass ich einfach Angst habe, alles hier hinter mir zu lassen. Für sie würde das gleiche anstehen.

In Australien hatten mich die ganzen Lebensumstände dort deprimiert. Ich hatte, bis auf eine kurze Zeit, niemandem mit dem ich mal quatschen konnte und die Jobaussichten waren beschissen...vielleicht wär ich damit klar gekommen, wenn die Beziehung funktioniert hätte.

Ich weiß nicht was ich machen soll. Simple Ja/Nein Fragen überfordern mich, denn es ist einfach nicht so simpel! Andererseits würde es früher oder später für mich persönlich in einer Katastrophe enden, wenn ich beide "aufgeben" würde. Was ich nicht will. Ich will sie unterstützten und auch für das Kind da sein, aber ich sehe nicht wie ich das derzeit in Australien machen soll; ich hätte ohne Heirat auch schlichtweg KEINE Aufenthaltserlaubnis und für Sozialwissenschaftler interessiert sich dort niemand. Als Friseur hätte ich bessere Chancen.


AntwortZitat
Themenstarter Geschrieben : 10.11.2013 00:42
(@bagger1975)

Servus Murph,

für mich liest sich Dein letzter Beitrag schon so, als ob für Dich bereits "alles" klar ist...
Eine Rechtfertigung musst Du Dir hier nicht holen...
"Ich", "mich", "mir" sind doch schon starke Argumente...und die moralische Untermauerung? Who care's?
Im übrigen halte ich Frisör für einen ehrbaren Beruf...
und ist Sippenhaft fehl am Platz (btw: was kann die KM für ihre Familie?). Die stand damals in Berlin schließlich auch nicht neben der Bettkante...
Vatersein impliziert eigtl. das "Ja".
Insofern ist die Antwort schon simpel...und offenbar eine "Umschulung" notwendig.

Viel Erfolg


AntwortZitat
Geschrieben : 10.11.2013 03:54
(@ingo30)
(Fast) Eigentumsrecht Registriert

Moin Murph,

aus meiner Sicht kann das nicht funktionieren, wenn zwischen Euch zig tausende Kilometer liegen.

Soetwas funktioniert vielleicht über ein halbes Jahr, aber nicht länger.

Wenn ihr es wirklich versuchen wollt, dann würde ich der KM anbieten, dass die zu Dir nach Berlin kommt und ihr Euch dort zusammen etwas aufbaut. Ansonsten ist es aus meiner Sicht ziemlich illusorisch, sich etwas aufzubauen (insb. da die Sozialleistungen in angel-sächsich geprägten Ländern meistens nicht dazu ausgelegt sind, Ausländer "durchzufüttern").

Zum Thema Reife: Natürlich kann man hier keine pauschalen Urteile abgeben. Aber oftmals orientieren sich Frauen eher "nach oben" beim Lebensalter des Partners. Das hat oftmals auch etwas mit der Reife zu tun (und hier sind Frauen oftmals einfach weiter als die Männer in dem Alter, auch wenn sich dieser Abstand natürlich auch irgendwann reduziert). Warum mit 36 dann auch noch plötzlich die Pille vergessen wurde, ist heute auch müssig. Fakt ist halt auch, dass zu diesem Zeitpunkt die biologische Uhr schon in Kirchturmlautstärke getickt hat und Du natürlich hier auch nicht ganz ungelegen zur rechten Stelle warst.

Schön wäre es natürlich, wenn ihr Euch trotz der irgendwann zwangsläufigen Frage "Beziehung ja / nein" für eine Elternschaft entscheiden könntet, die Dich als KV auch am Leben des Kindes  teilhaben lässt. Sei es durch regelmäßige Briefe, Fotos, Pakete, Skype-Sitzungen und natürlich auch Besuche. Gruß Ingo


AntwortZitat
Geschrieben : 10.11.2013 15:38
(@donizetti)
Zeigt sich öfters Registriert

@murphy

Deine Worte gehen ja scheinbar primär an mich.

1. Warum die Frage "mit Deinem Kind und zusammen mit dessen Mutter" lautete, ist vielleicht subtiler Natur.
Du wirst zumindest anfangs kaum Gelegenheit für Kontakt zum Kind erhalten, ohne die Mutter.  😉
Übrigens teilte ich die hier zusammengesetzte Frage zuerst durchaus auf Kind und Mutter auf. Denn der Unterschied ist wichtig!

2. Die Schwieger-in-spe werden oft anfangs bei Seite gelassen. Gründe dafür sind vielfältig, Auswirkungen auch.
Vielleicht war deren Traumkandidat: ein Farmbesitzer mit eigener Farm, am besten mit Millionen im Sattel, die Tochter vergeben und das Enkelkind auch dazu.
Aber das ist reine Spekulation.

3. Ich habe erst mal außen vorgelassen, wo Ihr möglicherweise zusammenfindet und Euch in Zukunft beruflich engagiert.
Das "Ja, ich will es" fehlt ja noch von Dir und danach von Ihr.

4.

... ihre gesamte Familie mich mehr oder minder abgewiesen hatten, als ich dort war. Mittlerweile bereut sie es. ...

Was bereut Sie? Dich vorgestellt haben, weil Ihre Familie Sie angemacht hat? ... oder , weil Du die Ablehnung gespürt hast?  (contra - pro  😉 )

Natürlich liebe ich das Kind!
...
Für sie würde das gleiche anstehen. (Hinweis Doni: Veränderung des Lebensumfelds)
...
Andererseits würde es früher oder später für mich persönlich in einer Katastrophe enden, wenn ich beide "aufgeben" würde. Was ich nicht will.
...
Ich will sie unterstützten und auch für das Kind da sein, aber ich sehe nicht wie ich das derzeit in Australien machen soll;

Meine Fragen wurden von Dir übrigens beantwortet.  🙂  

Es geht Dir um das Wie!
Da heisst es erstmal, die eigenen Möglichkeiten real einzuschätzen und Schlüsse zu ziehen. Lass alle familiäre Hilfe bei den folgenden Gedanken außen vor.
Überlege Dir (mit Ihr), Lebensgewohnheiten (Wohnung Größe, Essen, etc.), Anspruch vom Kind, Reisen, etc. Dann geht's los.

1. Sozialwissenschaftler scheinen in Deutschland für Praktika-Stellen gut zu sein und in Australien nicht wirklich gefragt (falls es das dort überhaupt auf der Uni gibt).
   Mit welchen Randgebieten macht am am leichtesten Geld? Eine Familie will genährt sein.
   Oder welches professional gemachte Hobby kann zu Geld führen? (bitte international denken 😉 )
   
2. Sie will den PhD machen? Mit 36 Jahren? Grübel ... In welchem Fach? Zumindest im einem Land der USA wird man mit PhD Biologie danach Lehrer. Maximum.
   Aber Du sagtest ja schon: "Sie will ihn auf alle Fälle .... weiß Gott, wo das sein kann".  (höre ich "außerhalb von Australien" raus?)
   Und wenn Eure Familie während dessen leben kann Und Ihr es mit Kind hin bekommt. Wieso nicht?
    Ich denke es ist "Ihr" Lebenstraum, der aber langsam auch dahin schwindet.
    Vielleicht tue ich jemanden unrecht, aber ich denke Deine Freundin merkte, dass Sie noch sehr wenig vom Leben gesehen hat und davor das Leben so
    "wohlbehütet" dahin plätscherte. Vielleicht weißt Du auch viel mehr von Ihrem Leben vor (!) dem Studium in Berlin.

3. Es gibt frühere Klempner, die den Landes-Vertrieb von IT-Konzernen lenkten, bis Sie in 10 Jahren genug verdienten und gingen. Das war in Deutschland!!!!
   Ausbildung muss nicht die "Beruf"ung sein. Nebenjobs sind manchmal eintragsreicher als der Beruf. Titel können, müssen aber nicht Türen öffnen.

4. Vernachlässige die Standardwege für Visa, Aufenthaltsgenehmigungen etc. Es gibt viele Wege in die Länder der Welt - Und auch Spezialforen.
   Schau mal in Foren der "Zielgebiete". Es soll ja durchaus öfters passieren, dass jemand seine Liebe in das Land bringen will...

   
Jetzt musst Du entscheiden.
Egal, wie Euer Konstrukt aussehen mag, nur wenn Du Sicherheit ausstrahlst "Ja, das will ich. Ja, das klappt", wirkt diese Sicherheit auch bei Ihr und später
auch bei Deinem Kind.

By the Way: Sobald Du erwischt wirst, dass Du ein Baby im Wagen ansiehst und Deine Gedanken sind:
"So einen süßen Sohn/süße Tochter habe ich auch und ich sehe es am xx.yy.zzzz wieder", ist alles gut.
Stolz zeigen, Angst vernichten. 🙂      Denn ich glaube den Stolz hast Du durchaus. Und aus meiner Sicht: Berechtigt!

Doni
der zugeben muss: Frauen wären ohne Friseure aufgeschmissen. So schlecht scheint der Beruf also nicht zu sein.
Übrigens in Italien ist der Friseur DAS Nachrichtenzentrum der Gemeinde. Aber auch dort nicht supergut bezahlt ....


AntwortZitat
Geschrieben : 10.11.2013 17:22
(@murphy87)
Schon was gesagt Registriert

Tja, nochmals danke für die bisherigen Antworten.

Getan hat sich bisher eigentlich kaum etwas. Natürlich versuche ich auch Hoffnung auszustrahlen und mit ihr über mögliche Orte nachzudenken, wo man gemeinsam leben könnte. Aber es passiert irgendwie nichts. Ich sitze hier im dauerdunklen Berlin und versuche irgendwie meine Abschlußarbeit zu schreiben, kann mich aber kaum konzentrieren, da meine Gedanken ständig abdriften; eigentlich denke ich doch permanent an Australien, Sie, das Kind, wie mein Bafög in ein paar Monaten ausläuft usw. (Kann mir gar nicht vorstellen wie die Situation wäre bzw. wie sie sein wird, wenn ich Vollzeit arbeite...).

Nun sie sagt, sie würde mich im Februar besuchen, allerdings habe ich da echt meine Schwierigkeiten das einfach so zu glauben. Generell habe ich Schwierigkeiten ihr zu vertrauen, was solche Planungen angeht. Sie will ja ihre Masterarbeit schreiben und dann einen Job in einer NGO finden (Sie hat äußerst hohe moralische Ansprüche an jeden Job, die sie stark einschränken werden). Und ihren Doktor machen. Das kriecht aber alles so dermassen langsam vor sich hin, seit ich sie kenne, also seit über anderthalb Jahren, hat sie schon zweimal ihr Abschlussarbeitsthema gewechselt und macht hier und da mal diese und jene Seminare ohne sie auch immer abzuschließen.

Zb. verbringt sie jetzt zwei Tage auf irgendeiner Konferenz über Marxismus. Wäre sie meine 20-jährige Freundin in Berlin und wir hätten kein Kind, ich würde das ganze sehr begrüßénswert finden, aber sie ist 37 und ich habe sie und mein Kind seit 6 Monaten nicht gesehen. 

Ach keine Ahnung was ich sagen will. Wahrscheinlich müsste ich doch einfach mich nach Australien davon machen und hoffen, dass sie mich dort heiratet oder irgendjemand eine Bürgschaft übernimmt (eher unrealistisch). Es ist manchmal aber auch echt zum Verzweifeln. Demnächst werde ich wieder zweimal Onkel werden und natürlich freut mich das einerseits, andererseits wird es mich extrem an meine Tochter erinnern wenn ich die Kleinen erstmal in den Armen halte. Das Kopfkino ist sowieso das schlimmste. Jedes Baby in der U-Bahn erinnert mich an meine Tochter und ich schiebe mir irgendwelche Filme in denen ich meine Tochter vor sonstwas beschützte (wahrscheinlich Konsequenz all der Hollywoodfilme die man so in seinem Leben geschaut hat).

Manchmal macht es mich echt kraftlos. Aber wer weiß, vielleicht kommen sie ja bald "wirklich". Nur dann steht die ganze Beziehung schon unter relativ großem Druck, da sie ja wieder zurückfliegen wird und das wahrscheinlich nach drei bis fünf Wochen. Weitere 6-9 Monate kann ich nicht wieder alleine verbringen ohne am Rad zu drehen.


AntwortZitat
Themenstarter Geschrieben : 19.11.2013 01:21




 vj
(@_vj_)
Nicht wegzudenken Registriert

Hi Murphy,

Ich sitze hier im dauerdunklen Berlin und versuche irgendwie meine Abschlußarbeit zu schreiben, kann mich aber kaum konzentrieren, da meine Gedanken ständig abdriften

Das Kopfkino ist sowieso das schlimmste. Jedes Baby in der U-Bahn erinnert mich an meine Tochter und ich schiebe mir irgendwelche Filme in denen ich meine Tochter vor sonstwas beschützte

Weitere 6-9 Monate kann ich nicht wieder alleine verbringen ohne am Rad zu drehen.

Bei diesen Aussagen habe ich so die Befürchtung, dass sich hier eine Depression entwickeln könnte bzw. Du dich im Anfangsstadium einer solchen befindest.
Hast Du denn die Möglichkeit, mit jemandem über all das zu reden? Z.B. eine Lebensberatungsstelle, einen Pastor oder einen Väterverein in deiner Nähe?
Würde jemanden suchen, der nicht zur Familie / zum Freundeskreis gehört, weil der/diejenige Dir dann wahrscheinlich objektiver zuhören kann.

Hier im Forum sind wir auch immer für Dich da, aber tatsächlich mit jemandem zu sprechen würde Dir sicher gut tun.
Denn es ist eine schlimme Situation und alleine dreht man sich da oft im Kreis und dann ist die Gefahr abzustürzen sehr groß.

lg
vj


Lass dich nicht vom Bösen überwinden, sondern überwinde das Böse mit Gutem. (Röm 12,21)

AntwortZitat
Geschrieben : 19.11.2013 10:31
(@murphy87)
Schon was gesagt Registriert

Update:

Den vergangenen Februar war sie hier und ich würde sagen, drei von vier Wochen war es eine ganz gute Zeit, nur hat sich daraus leider nichts entwickelt und jetzt ist alles beschissener als zuvor. Seit Sie heute vor 2 Monaten nach Australien zurückgeflogen ist, hat sie mich nicht ein einziges mal an- bzw. zurückgerufen, mir nur einige Emails und ein paar Bilder geschickt. Hinzu kommen ein paar Streits per Mail genau deswegen, die aber allesamt auch zu nichts geführt haben. Natürlich auch keine Skype Sessions mit Kind. Wenn ich ihr meine Ansichten/Emotionen darlege dann drückt sie immer vollstes Verständnis aus und tut dann...nichts...genau... gar nichts. So langsam frage ich mich, ob man mich in den Wahnsinn treiben möchte. Dann auch auf Facebook Bilder von ihr und meiner Tochter zu sehen und zu lesen, wie ihre ganze australische Familie meiner Tochter gratuliert (ja ich habe ein Geschenk nach Australien geschickt).... ich sitze dann wie paralysiert vorm Rechner, es ist dann irgendwie gar nicht mehr zum Aushalten. Manchmal für ein paar Minuten passiert es mir, dass ich nicht mehr an all das denken muss. Leider viel zu selten.

Was mich auch irgendwie selbst ängstigt ist, dass sich mein Bild von meinen Mitmenschen, insbesondere den weiblichen, zunehmend verschlechtert, obgleich das natürlich bescheuert ist. Ich habe den Eindruck das Familie nichts mehr zählt, jeder wirklich nur noch an sich denkt, an die eigene Karriere oder was auch immer und dass ich weder von ihr noch von ihrer Mutter bzw. ihrer Familie wirklich ernst genommen werde, weil ich ja nur dieser Kerl Ende 20 bin, der noch nie einen richtigen Job hatte und nur studiert. Aber, sage ich mir im Kopf...Ich bin doch der Vater dieses Kindes!
"Und damit irgendwie irrelevant" ist dann die Antwort die ich mir gebe und so fühlt es sich auch an. Irgendwie nicht wirklich so wichtig.


AntwortZitat
Themenstarter Geschrieben : 28.04.2014 13:25
(@brille007)
(Fast) Eigentumsrecht Registriert

Moin murphy,

was genau erwartest Du denn, das Deine Ex und ihre Familie nun tun müssten? Und aus welchem Grund sollten sie ihre eigenen Ansichten über Familienleben, Kindererziehung etc. aufgeben und sich Deinen anschliessen? Die sind irgendwas um 14.000 Kilometer weit weg von Dir und müssen täglich ohne Dich zurechtkommen. Was Dir aus Deiner Berliner Perspektive als "Sachzwang" erscheinen mag, ist "down under" vollkommen unwichtig.

Wenn Du relevant sein willst, musst Du auch körperlich präsent sein. Ansonsten beweist Du mit jedem Tag Deiner Nicht-Anwesenheit, dass es auch ohne Dich geht.

Grüssles
Martin


When a mosquito lands on your testicles you realize that there is always a way to solve problems without using violence.

AntwortZitat
Geschrieben : 28.04.2014 14:51
(@murphy87)
Schon was gesagt Registriert

Die Vorschläge die ich ihr unterbreitet habe, die mit meiner Anwesenheit in Australien zu tun hatten, wurden abgelehnt. Darunter Heirat, dass ich auf das Kind aufpasse damit sie ihre Abschlußarbeit schreiben kann etc.

Als ich dort war, wurde ich abgelehnt. Und einen Plan, wie ich dort sein könnte, hab ich nicht. Ich bin überfordert. Ich bin froh wenn ich mit meinem Studium in Deutschland nen bezahlten Praktikumsplatz finde, da ist die Vorstellung mir aus dem Nichts in Australien etwas aufzubauen recht weit weg.

Ich wollte mich hier nur mal kurz auskotzen. Konstruktiv kann man an die Sache glaub ich eh nicht mehr angehen...


AntwortZitat
Themenstarter Geschrieben : 28.04.2014 15:06
(@brille007)
(Fast) Eigentumsrecht Registriert

Moin murphy,

Die Vorschläge die ich ihr unterbreitet habe, die mit meiner Anwesenheit in Australien zu tun hatten, wurden abgelehnt. Darunter Heirat, dass ich auf das Kind aufpasse damit sie ihre Abschlußarbeit schreiben kann etc.

naja, die Entscheidung, ob man heiraten und/oder einen Ex-Partner ständig sehen möchte, trifft jeder Mensch für sich. Und die Betreuung des Kindes hat Deine Ex offenbar selbst im Griff. Deine Posts klingen eben so, als würdest Du von der Mutter Deines Kindes und ihrer Familie erwarten, dass sie sich Deinen Vorstellungen von Vernunft, gelebter Vaterschaft, abgeschlossenem Studium, Arbeit in Australien und sonstwas anschliessen müssten.

Wenn Du einfach mal einen Meter neben Dich trittst und Dir vorstellst, nicht Du selbst, sondern einer Deiner Kumpels wäre betroffen, würdest Du vielleicht auch recht pragmatisch feststellen, dass in Australien jetzt eben ein Kind bei Mama, Grosseltern, sonstigen Familienmitgliedern und vielleicht einem neuen Partner von Mama aufwächst, das seinen leiblichen Vater nicht kennt möglicherweise viele Jahre lang oder auch gar nie kennenlernen wird. Davon wird es in Australien noch ein paar hunderttausend weitere geben; statistisch kommt es auf eines mehr oder weniger also nicht an. Das ist nun mal eine denkbare Folge von "interkontinentalem Geschlechtsverkehr".

Als ich dort war, wurde ich abgelehnt. Und einen Plan, wie ich dort sein könnte, hab ich nicht. Ich bin überfordert. Ich bin froh wenn ich mit meinem Studium in Deutschland nen bezahlten Praktikumsplatz finde, da ist die Vorstellung mir aus dem Nichts in Australien etwas aufzubauen recht weit weg.

das ist vermutlich auch realistisch. Du solltest dann allerdings nicht täglich und stündlich daran "herumdenken", sondern - ggf. mit therapeutischer Hilfe - versuchen, das Thema auf Dauer loszulassen.

Grüssles
Martin


When a mosquito lands on your testicles you realize that there is always a way to solve problems without using violence.

AntwortZitat
Geschrieben : 28.04.2014 15:34
Lausebackesmama
(@lausebackesmama)
(Fast) Eigentumsrecht Moderator

Hallo Murphy,

zunächst, mir tut deine Situation sehr leid. Ich fürchte aber, dass du nur zwei Möglichkeiten hast. Entweder du ziehst da runter, mit vollem Risiko, baust dir etwas auf und versuchst Umgang zu realisieren, nach dortigen gesetzlichen Möglichkeiten. Oder aber du lebst hier dein Leben und versuchst damit umzugehen, dass du nur ein Schatten im Leben deiner Tochter sein wirst. Möglicherweise mit positiven oder negativen Wendungen. Dann baust du dir hier dein Leben auf, gründet hier eine Familie.

Ich würde mich aber Martin anschließen, du kannst einmal halb um den Erdball entfernt nichts erzwingen. Deine Maßstäbe und Vorstellungen müssen die da unten straflos nicht interessieren. Deinen Weg zu finden, dabei würde ich mir Hilfe holen. Krisentherapie, Coaching, etc.

LG LBM


‎"Mut bedeutet nicht, keine Angst zu haben, sondern es ist die Entscheidung,
dass etwas anderes wichtiger ist als die Angst."

AntwortZitat
Geschrieben : 29.04.2014 20:47
(@schultze)
Rege dabei Registriert

Die Vorschläge die ich ihr unterbreitet habe, die mit meiner Anwesenheit in Australien zu tun hatten, wurden abgelehnt. Darunter Heirat, dass ich auf das Kind aufpasse damit sie ihre Abschlußarbeit schreiben kann etc.

Als ich dort war, wurde ich abgelehnt. Und einen Plan, wie ich dort sein könnte, hab ich nicht. Ich bin überfordert. Ich bin froh wenn ich mit meinem Studium in Deutschland nen bezahlten Praktikumsplatz finde, da ist die Vorstellung mir aus dem Nichts in Australien etwas aufzubauen recht weit weg.

Hallo Murphy,

hast du dir eigentlich schon einmal die Frage gestellt, wieso eine 36 jährige Frau mit Studium "ungewollt" schwanger geworden ist? Komischerweise werden Frauen, die Kinder doof finden und Karriere machen nie ungewollt schwanger.
Hat sie dich an der Namensfindung für das Kind beteiligt? Hast du das Sorgerecht?
Realistisch gesehen hättest du über diese Entfernung nur eine Chance für das Kind eine positive Rolle zu spielen, wenn die Mutter das MASSIV unterstützen würde. Für mich sieht das aber eher so aus, dass jetzt eine Frau "ihr" Kind hat und du da nur störst. Ich glaube du solltest es lieber abhaken hier Vater sein zu wollen und froh sein, dass du im Moment nicht auch noch gezwungen bist, die Mutter und "ihr" Kind zu finanzieren. Damit bist du schon mal besser dran als so mancher Mann, der mit viel Geld die Entscheidung der Mutter für ein Kind ohne Vater auch noch finanzieren muss.

Beste Grüße,
schultze


AntwortZitat
Geschrieben : 01.05.2014 23:22
(@murphy87)
Schon was gesagt Registriert

Danke für die Antworten! Als ich damals dort war, hab ich auch die Vaterschaft übernommen, obgleich mir klar war, dass dieses "Ich hab die Pille" vergessen vielleicht auch ein "Ich wollte die Pille vergessen" ist. Aber ich hatte damals noch den Glauben, dass das mit uns noch irgendwas werden könnte und dann war dieses bezaubernde Kind da und  ihre vergangenen Absichten erst mal nebensächlich, aber gut, mit einem Jahr Abstand fühlt sich das schon wieder anders an.

Das australische Jugendamt hat auch schon einige Male angerufen (letzten Herbst) und nach meinen Kontoauszügen gefragt. Da kam auch ein Schreiben, dass ich 30 Euro monatlich zahlen solle. Aber ich habe momentan weniger Kohle als ein Hartz IV Empfänger. Ich hab seit Monaten nichts mehr von denen gehört. Nunja, spätestens ab der ersten Vollzeitstelle dürften die mir dann richtig am Arsch kleben, wahrscheinlich gemeinsam mit den deutschen Ämtern.

So wie ich es sehe, hat sie durchaus die Absicht mich in irgendeiner Form an dem Leben der Kleinen zu beteiligen. Es klingt so als würde sie ihre EU-Aufenthalte (Bruder wohnt in England) mit Besuchen verknüpfen wollen.  Und ab und zu Bilder per Email.

Ich werde Ende Mai die psychosoziale Beratung des Studentenwerks aufsuchen. Ja und bin langsam auch wieder auf Partnersuche...


AntwortZitat
Themenstarter Geschrieben : 03.05.2014 16:51