Keiner kann versteh...
 
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Keiner kann verstehen warum alles kaputt ging! Bin ich zu radikal?

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DeepThought
(@deepthought)
(Fast) Eigentumsrecht Moderator

Moin Ratlos,

schön, dass du wieder zu uns gefunden hast. Es zeigt mir, du bist an Veränderungen und Verarbeitung nach wie vor interessiert.

Die Entfernung ist ein finanzielles Hindernis - mehr nicht. Alle anderen Blockaden setzt der erwachsene Verstand sich selbst. Da wäre z.B. die Teilhabe am täglichen Erleben der Kinder, an ihren Entwicklungsfortschritten und das Nicht-Da-Sein, wenn sie Kummer haben. Es greift der menschliche Schutzinstikt und man wendet sich ab.

Das ist grottenschlecht.

Du als Erwachsener hast die Möglichkeit selbst für dich Hilfe zu finden und Mechanismen zu entwickeln, um die Unbill des Lebens zu verarbeiten. Die Kinder sind dem Leben hilflos ausgeliefert, abhängig vom Elternteil. Sie haben nur dich als Chance, mit dir Kontakt zu halten.

Gibst du die Kinder auf, gibst du damit dich selbst auf.

DeepThought


Der 15. Senat des OLG Celle befindet vatersein.de
in den Verfahren 15 UF 234/06 und 15 UF 235/06
als "professionell anmutend".
Meinen aufrichtigen Dank!

AntwortZitat
Geschrieben : 03.12.2004 13:02
(@somethoughts)
Schon was gesagt Registriert

Hallo Mr. Ratlos,

Du kannst Deine Kinder nicht verlieren, niemals, ganz gleichgültig was Deine Ex auch anstellt oder noch anstellen wird. Wichtig sind nur drei Dinge:

- Wende Dich nie ab von Ihnen, zeig' immer die Bereitschaft für sie da zu sein, Zeit zu haben an Ihrem Leben teilhaben zu wollen...
- Nimm es nie persönlich, wenn sie ablehnend Dir gegenüber sind, vielleicht verarbeiten sie so die Situation, oder trauen sich nicht ihre Liebe und Sehnsucht, z.B. vor ihrer Mutter, zuzugeben
- Jammere nicht Deinen Kinder gegenüber
- Habe viel Geduld

Ich lebe seit über zwei Jahren getrennt von meinem Kids (16/11/9) und meiner Ex, auch räumlich weit voneinander entfernt (400 km), wir sehen uns leider sehr selten, und Termine sind meist nur mit gerichtlicher Hilfe durchzusetzen, und trotzdem ist das Verhältnis enger und besser geworden, z.T. sogar besser als es zu Zeiten meiner ziemlich miesen Ehe war.

Noch ein Beispiel meines besten Freundes:

Seine Ex ist vor rund zehn Jahren mit dem damals vierjährigen gemeinsamen Sohn nach Berlin verduftet (600 km) und hat über fast 2 Jahre jeden Konatkt verhindert, gleichzeitig dem Sohn nur Lügengeschichten erzählt ("Papa trinkt, Papa schlägt uns" etc.). Etliche Jahre später erfuhr er es von seinem Sohn auf die einfachte Frage: "Was sagt den Mama so über mich ?" und war zunächst sehr bestürzt; dann fragte er seinen Sohn und "Was denkst Du ?", da lachte der Sohnemann mit seinen ungefähr acht Jahren und sagte: "Ach Papa, ich weiss doch, dass alles nicht stimmt". Heute ist er 14 und die beiden trotz all dem Scheiss dicke Kumpel..

Also Kopf hoch und wende Dich niemals ab von Deinen Kinder, sonst wendest Du Dich ab von Dir selbst...


AntwortZitat
Geschrieben : 03.12.2004 13:50
(@made in germany)

Hm, ein abwenden von den Kindern kann aber u.U. recht sinnvoll sein, besonders wenn eine grössere Entfernung eine Rolle spielt, genauso bleibt zu hinterfragen wie das Gesamtverhältnis aller untereinander ist, welches ja stets individuell betrachtet werden muss. Ab und an muss man Egoist sein, denn was bringt es allen Beteiligten, wenn der Vater auf der Strecke bleibt ? Die Kinder sind diejenigen welche am meisten leiden, keine Frage, aber wenn ein Punkt erreicht ist, an dem man nicht mehr weiter kann, wenn einem die Situation über den Kopf wächst und man nicht mehr Herr der Lage ist, so ists sinnvoll für eine gewisse Zeit die Notbremse zu ziehen.

Für mich ists wichtig zu wissen das es den Kindern gut geht, sie ab und an zu am Telefon zu hören und sie 1 mal im Jahr zu sehen. Klingt hart, ist aber für mich so und ich habe lange dazu gebraucht diese Tatsache zu akzeptieren. Schlecht nachvollziehbar, aber damals war ich derjenige, der weggezogen ist, weil ich an einen Punkt gelangt war mich vollständig aufzugeben.

Den innerlichen Bezug allerdings, den man zu den Kindern hat kann niemand nehmen, ausser man sich selbst vielleicht.

Es wird irgendwann, so hoffen ja wohl so einige, ein Punkt kommen, wo die Kinder selbst anfangen zu hinterfragen und für mich wird es dann ein ganz persönlicher Judgementday.

Klingt gehässig, ist aber nicht so gemeint 😀

Meine beiden Kinder habe ich das letzte mal letztes Jahr zu Weihnachten gesehen, wie die Zeit vergeht....aber ich kann damit umgehen, weil ich Tatsachen gelernt habe zu akzeptieren. Soll heissen, die EX macht keinerlei Anstalten auch mal mit den Kindern zu mir zu kommen. Und wenn ich dort bin gehts mir mies...

Yours
1200KM

[Editiert am 3/12/2004 von made in germany]


AntwortZitat
Geschrieben : 03.12.2004 14:15
(@solstart)
Rege dabei Registriert

Tach Ratlos,

den Gedanken einfach "in den Sack zu hauen" hatten hier wohl schon einige. Ich auch. Klappt aber nicht und das ist gut so (WoWi). Wenn die Familie auseinanderbricht, egal warum, verlässt man zwangsläufig den "normalen" Weg. Diese Erkenntnis zu erlangen und für sich und die Kinder positiv zu nutzen gelang mir mit psych. Unterstützung. Schau dich mal nach sowas um.
Idealerweise würde da die ganze Alt-Familie teilnehmen; ging bei mir leider nicht, da meine EX sich für universalwissend hält und lieber in ihrem Kartenhaus die wegbrechenden Karten 1:1 austauscht. (Flachzange-fand die Bezeichnung Klasse)

Zeitung vollheulen ist o.K. Mach ich auch ab und zu, genieße mitlerweile meine eigene Emotion und bin froh, nicht mehr zu den Ganzharten zu gehören. Lebt sich viel besser mit. 😉

Gruß solstart


Der geistige Horizont der meisten Menschen ist ein Kreis mit dem Radius Null und dass nennen sie dann Standpunkt - Albert Einstein

AntwortZitat
Geschrieben : 03.12.2004 14:59
(@krissi)
Schon was gesagt Registriert

Hallo Ratlos,

Laß den Kopf nicht hängen!
Ich weiß, daß ist leichter gesagt als getan.
Doch ich habe gerade meine beste Freundin zusammenbrechen sehen, da sie die Last der Trennung und den nicht Kontakt zu ihrem Kind nicht mehr verkraftet.
Ihr Ex macht ihr seit 6 Jahren das Leben zum Alptraum.
Sie hat ihren Sohn das letzte mal im April dieses Jahres auf einem Grichtsflur gesehen und es kam nur ein leidiges "Guten Tag" von ihm. Er traute sich nicht mir ihr zu sprechen, weil sein Vater sich in der Nähe befand.
Sie brach das erste mal zusammen!
Insgesamt hat sie ihren Sohn jetzt über 1,5 Jahre nicht gesehen und jeder Kontakt, den der Junge versucht aufzubauen, wird vom Vater im Keim erstickt. Denn dann könnte sein zusammengebasteltes Lügenhaus, was er dem Jungen eintrichtert zusammenfallen.
Sie ist nervlich so am Ende, daß sie sich jetzt im Krankenhaus befindet und absolute Ruhe hat verordnet bekommen.

Ich habe eines aus ihrer Geschichte gelernt:
- Nicht den Starken spielen und so tun als wenn alles an einem apprallt.
- Wenn man merkt es geht nicht mehr fachliche Hilfe suchen.
- Stehe dazu, wenn du merkst es geht nicht mehr, denn dann bist du auf dem richtigen Weg.

Durch die Gespräche mit den behandelnden Ärzten, habe ich erst erfahren wie schlecht es ihr wirklich geht und wenn Du sie kennen würdest, würdest Du ihr es bestimmt nicht anmerken und schon gar nicht zutrauen, daß sie so sensibel ist.
Denn sie ist von Natur aus eine Kämpferin!
Sie mußte um alles in ihrem Leben kämpfen! Alles was sie erreicht hat, hat sie sich selber erkämpft. Fast immer ohne Rückendeckung und sie hat sich trotzdem durchgebissen.
Doch sie kann nicht mehr kämpfen, sie hat einfach keine Kraft mehr und seit dem ihr Sohn nicht mehr da ist, fragt sie sich natürlich warum sie das alles noch macht.

Nicht, das dies schon genug ist, NEIN, ihr Ex setzt jetzt noch einen drauf gesetzt. Er hat ihr per seiner Anwältin mitteilen lassen, daß er jetzt noch an das bisschen Materielle will, was sie besitzt und behauptet rotzfrech sie hätte noch nie einen Cent Kindesunterhalt bezahlt. Was ich allerdings bezeugen kann, sie hat immer überpünktlich, den Unterhalt überwiesen.
Doch was will er ihr noch nehmen, sie hat nichts mehr !!!!
Nicht mal eine eigene Wohnung, da sie sich durch die Unterhaltszahlungen, gar keine leisten kann.
Er kann ihr nur noch ihre Würde nehmen!!!!

Eine ziemlich traurige Chris ;(


AntwortZitat
Geschrieben : 03.12.2004 18:10
 AJA
(@aja)
Registriert

Hole dir Hilfe und zwar schnell!!!

Aus manchen Löchern kommt man alleine eben nicht mehr heraus, selbst wenn man noch so eine große Kämpfernatur ist. Das ist keine Schande!

Mach es nicht wie der Vater meiner Kinder, der es auch nicht selbst geschafft hat. Die Veränderung haben sogar die Kinder gespürt. Das ist nicht gut. Inzwischen hat er eine Therapie gemacht, wie es ihm geht weiss ich noch nicht, er wollte keinen Kontakt mehr zu mir und damit auch nicht zu den Kindern. Gefragt hat er nicht ein einziges Mal nach ihnen, das tut ihnen schon weh. Auch einen Brief, den ich angeregt hatte zu schreiben (über das JA) hat er nicht geschrieben. Davon habe ich den Kindern nichts erzählt, daher können sie auch jetzt nicht enttäuscht sein, dass kein Brief kam. Mitte Dezember werden wir uns beim JA treffen, mal sehen, wie es weitergeht...

Auch, wenn du im Moment keine Kraft hast zu kämpfen, aber lass dich nicht in "Vergessenheit" geraten. Schreiben oder Bilder schicken kann man auch über eine grössere Entfernung. Vielleicht auch mal ein Anruf?

Gruß AJA


AntwortZitat
Geschrieben : 03.12.2004 18:57
(@papa-nico)
Nicht wegzudenken Registriert

Hi Ratlos,

viel kann ich nicht mehr hinzufügen. Du solltest auf professionelle Hilfe zurückgreifen, wie auch immer die aussieht. Der Möglichkeiten gibt es viele. Du bist eben an dem Punkt, wo du selbst nicht mehr weiterkommst. Deshalb ist es völlig normal, auf andere zurückzugreifen, die dich aus deinem Loch herausholen. Es ist wirklich nichts schlimmes dabei! Nur du musst den kleinen Schritt machen und dir die Hilfe holen.

Im Bezug auf deine Kinder: Fange mit kleinen Schritten an. Die ganze Situation ist Neuland, du musst neu anfangen, das Laufen zu erlernen, Mach es also Schritt für Schritt, sonst fällst du hin. Es sind die Telefongespräche oder mal ein Brief mit einem Foto, die du geben und nehmen kannst. Die Zeit wird dir die Kraft geben, weitere Schritte zu machen.

Aber es bleiben IMMER deine Kinder, das kann du nicht vergessen!

Grüße
Nico


Der eine wartet, daß die Zeit sich wandelt.
Der andere packt sie kräftig an - Und handelt.
(Dante)

AntwortZitat
Geschrieben : 07.12.2004 12:05
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