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Ich brauche einen Rat

 
(@derm68)
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Hallo zusammen,

ich brauche dringend einen Ratschlag durch erfahrende Väter, die ggfl. in der gleichen Situation sind wie ich. Der Schritt sich an dieses Forum zu wenden fällt mir nicht einfach, ich weiss aber leider nicht mehr weiter.

Ich (38) habe einen Sohn (5), lebe seit 4 Jahren getrennt von der KM. Dies resultiert aus vielerlei Streitigkeiten nach der Geburt unseres Sohnes, die Entscheidung zur Scheidung wurde damals einvernehmlich zwischen uns beiden getroffen (klassisch: so geht es nicht weiter mit uns). Im Rahmen des Scheidungsverfahrens wurde einvernehmlich das Wechselmodell 50/50 vereinbart. Zur Sicherstellung des regelmäßigen Kontaktes zwischen beiden Elternteilen wurde das 2-3-2 Wechselmodel ausgewählt (Mo Di Elternteil 1, Mi Do Fr Elternteil 2 und Sa So Elternteil 1. Woche drauf, Wechsel).
Ich wohne ca. 20 km von der Meldeadresse meines Sohnes entfernt. Alles hat mündlich stattgefunden. Es wurde keine schriftliche Vereinbarung getroffen.

Das erste Jahr nach unserer Trennung lief das Wechselmodell ganz gut. Ich habe meinen Sohn regelmäßig gesehen, ich habe ihn sogar häufiger gesehen als vereinbart (die KM kam des häufigeren auf mich zu und fragte ob ich unser Kind betreuen kann, da sie anderweitig beschäftigt ist. Für mich zur damaligen Zeit kein Problem.) Ich fand nach einem Jahr einen neuen Partner. Ich führte aufgrund eines Ratschlages eines Freundes eine sehr detaillierte Liste über die Umgangstage, wann ist mein Sohn bei mir und wann ist mein Sohn nicht bei mir. Diese zeigte von den 182 Solltagen im Jahr, war mein Kleiner ca. 60-80 Tage mehr bei mir, als bei seiner Mutter (ca 250 Tage im Jahr). Dies führte sehr häufig zu Konflikten zwischen Kindesmutter und mir, da es zu einer Art "gelebter Praxis" führte; z.B. ich wurde regelmäßig einen Tag vorher von der KM angerufen, ob ich unseren Kleinen spontan nehmen kann. Zusätzlich wurden Urlaube (3 Wochen Abwesenheit der Mutter ohne Kind) ohne Vorankündigung bei mir platziert: "Ja ab morgen bin ich drei Wochen im Urlaub, du musst deinen Sohn nehmen!". Diese Tatsache sprach ich nach 2 Jahren Trennung bei der KM an, da ich nicht mehr bereit war, so viele Tage "freiwillig" zu übernehmen. Die KM argumentierte, sie brauche diese "Flexibilität", da sie ja jetzt Single sei und die Zeit bräuchte um einen neuen Partner zu suchen. Ich machte ihr sehr klar, dass ich diese Flexibilität nicht unterstützen kann, da ich mein Leben sehr strukturiert führe und nicht ständig mein Leben umplanen will, weil die KM gerade Flexibilität braucht. Antwort der KM war eine Reihe von Vorwürfen, ich würde sie ja nicht unterstützen und sie kann nicht nachvollziehen, wieso sie nicht mit dieser Art von Unterstützung rechnen kann. Ich beruhte auf der Vereinbarung eines Wechselmodells und machte meinen Standpunkt klar.

Ab diesem Zeitpunkt war klar, das die KM dies so nicht akzeptieren wird. Mein Wunsch die vereinbarten Zeiten zu Leben wurde nicht ernst genommen. Es wurde meinerseits mehrere Gespräche zwischen KM und mir geplant; ich wollte eine Lösung finden, wie wir zukünftig einen Rahmen vereinbaren können, der uns in die Lage versetzt dieses Wechselmodell auch wirklich Leben zu können. Im Prinzip wollte ich NUR das sie Ihre Zeiten einhält und ich meine. Es haben Gespräche stattgefunden (nicht wirklich wertvolle Gespräche, oftmals sind diese in zahlreiche Vorwürfe beiderseits abgedriftet). Es kam trotzdem immer wieder zu kurzfristigen Anfragen, mit ständigen Vorwürfen, wenn man mal keine Zeit hat. Und nicht nur das: Es wurden bewusst zahlreiche Entscheidungen von der KM getroffen, ohne mich als Vater einzubeziehen. Hier wurde z.B einfach der Kindergarten Standort und jetzt Schulstandort entschieden. Ich habe von diesen Tatsachen erst nach mehrfacher Rückfrage erfahren. Die KM sagte hierzu: Sie sei die Mutter, sie entscheidet das. Wenn ich das nicht akzeptiere, soll ich doch das Sorge und Umgangsrecht abgeben (wieder eine Drohung und ständiges provozieren).

ich habe mich daraufhin mit einem Anwalt für Familienrecht getroffen, habe ihm den Umstand näher gebracht. Er machte mir klar, dass ein Rechtsstreit immer die letzte Lösung sein sollte und wir sollen es doch einfach mal schriftlich vereinbaren, was ich mir so als Grundregeln vorstelle und was die KM dazu geben möchte. Dies ist darüber hinaus auch Grundlage für jedes Jugendamtgespräch, Mediation o.ä. Ich setzte mich dann daran eine Vereinbarung schriftlich festzuhalten und diese der KM in einem gemeinsamen Gespräch vorzulegen. Diese beinhaltete neben den Wechselmodell und den Zeitpunkten der Übergabe auch die Vorgehensweisen bei Urlauben, wann diese mitzuteilen sind und weitere Dinge wie Entscheidungen etc. Ich ließ diese durch den Anwalt prüfen, da ich diese gewaltfrei formulieren wollte (ohne Grund für Konflikte). Das Gespräch hat dann auch glücklicherweise stattgefunden. Leider wurde ich in diesem Gespräch von der KM ausgelacht, was mir einfallen würde ein derartigen Dokument vorzulegen und O-Ton "Sie unterschreibe so einen Scheiss nicht, wenn sie keine Flexibilität besitzt geht es ihr schlecht und wenn es ihr schlecht geht, dann geht es auch dem Kind schlecht. Und darüber hinaus, alles was in dieser Vereinbarung steht würden wir ja jetzt schon so Leben, sie braucht das nicht".
Uff, keine Ahnung was an diesem Versuch einer einvernehmliche Lösung für das Wohl unseres Kindes schief gelaufen ist, auf jeden Fall bin ich extrem enttäuscht aus diesem Gespräch nach Hause gefahren. Dies hat vor knapp 3 Monaten stattgefunden. Seit dem Gespräch bin ich natürlich nicht bereit auch nur im Ansatz einen Funken Unterstützung in Richtung der Mutter anzubieten. Tausch oder Betreuungsanfragen werden alle mit Nein beantwortet. Dies führt natürlich jetzt zu unglaublich viel Frust bei der Mutter, die mir inzwischen täglich damit droht, einen Anwalt zu nehmen und mich vor Gericht zu ziehen. Zusätzlich droht sie mir unserem Sohn alles zu erzählen und das ich daran schuld bin, dass ich ihn nicht mehr sehen darf.

Ich weiss nicht mehr was ich machen soll. Es gibt sogar schon von meiner Seite Überlegungen, auf meine Betreuung zu verzichten, meinen kleinen erstmal nicht mehr zu sehen um damit Abstand von der Mutter zu bekommen. Das ist aber nicht meine präferierte Lösung, ich weiss nur einfach nicht mehr was ich machen soll. Vors Gericht gehen ist immer damit verbunden, den kleinen in unglückliche Lebensumstände zu bringen. Und dann am Ende den kürzeren zu ziehen, da die Jugendämter und Gerichte leider immernoch sehr Mutter pro sind.

Wie seht ihr das? Habt ihr vielleicht schonmal Erfahrungen dieser Art gemacht? ich suche dringend mal ein Feedback oder eine andere Sichtweise.


Zitat
Themenstarter Geschrieben : 06.01.2026 16:17
(@samson1978)
Registriert

Hallo, 

das sieht für mich nach einer klassischen Situation aus, wo sich alle Beteiligten an das Muster gewöhnt haben.

Die KM hat die flexible Kinderbetreuung genossen und ordentlich ausgebaut. Sie betrachtet dich als allzeit verfügbaren Babysitter. Du hast das gern für dein Kind getan und natürlich nimmt das irgendwann Überhand. Zudem sind "spontane" Urlaubsankündigungen ein no-go und auf Dauer nicht hinnehmbar.

Die Idee mit der Vereinbarung ist grundsätzlich okay, aber am Ende nur ein zivilrechtlicher Vertrag (funktioniert nur solange, bis einer sich nicht mehr daran hält, aber ohne wirkliche Konsequenzen).

Du und auch das Kind (in dem Alter ist eine geregelte Umgangssituation wichtig) benötigen eigentlich eine feste Umgangsregelung. Daher soll die KM ruhig vor Gericht gehen, du hast dann deinen Entwurf (siehe Vereinbarung) dabei um eine Umgangsregelung zu klären. Darin sollten auch Urlaube, Feiertage und Verstösse gegen die Regelungen festgehalten werden.

Mich wundert, dass bei Kita und Schule nicht beide Sorgeberechtigten (eigentlich automatische bei Ehe) angefordert wurden. Solche Entscheidungen gehen über das alltägliche Sorgerecht hinaus. Da solltest du bei beiden Instituten nachfragen. 


AntwortZitat
Geschrieben : 06.01.2026 18:07