Ich bin verzweifelt...
 
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Ich bin verzweifelt...

 
(@daniel)
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Hallo,

leider ist meine erste "Geschichte" hier auch das dunkelste Kapitel meines Lebens. ich muß etwas weiter ausholen, um deutlich zu machen, was ich hier eigentlich rüberbringen will.

Ich bin zwar noch verheiratet, aber wir leben bereits über 1,5 Jahren nicht mehr zusammen. Wir trennten uns in Frieden, es gab keinen Streit nach diesen 13 Jahren Ehe, wir lebten uns einfach auseinander. Nun geht jeder seinen Weg und wir können uns immer noch ehrlich in die Augen sehen. Soweit ist alles in Ordnung, keine Kinder, keine gegenseitigen Verpflichtungen, wir sind uns einig.

Ich lernte eine neue Frau kennen. Wir liebten uns, es war wirklich toll. Dies ging so etwa ein Jahr. In dem Jahr zog ich bei ihr ein, wir lebten zusammen, ergänzten uns, es war ein schöner Neuanfang. Da die Wohnung zu klein war, wollten wir umziehen. Wir suchten und fanden eine schöne große Wohnung, die allerdings erst Ende dieses Jahres fertig wird. Nochmal ein paar Monate zurück. Wir hatten beide den Kinderwunsch. So passierte es, sie wurde schwanger, jedoch verlor sie das Kind nach acht Wochen. Dies war die erste Probe, denke ich. Aber wir kamen darüber hinweg. Zum Glück klappte es dann doch noch Ende Dezember letzten Jahres. Doch mit der sicheren Erkenntnis der Schwangerschaft veränderte sie sich. Ich durfte nicht mehr in ihre Nähe, sie warf mich für ein paar Tage aus der Wohnung, ich schlief bei Freunden. Dann "durfte" ich wiederkommen. Aber es war nicht mehr die Frau, die ich liebte. Ich lebte neben ihr, ich gab mir zwar alle Mühe sie zu verstehen, aber sie verweigerte jegliche Gespräche. Nun beginnt der vierte Monat ihrer Schwangerschaft. Ich habe mit viel Geduld und dem Gedanken an ihre veränderten Hormone die Veränderungen hingenommen. Jeder Versuch sie aus ihrer Welt herauszuholen scheiterte. Jeder Versuch betonierte noch mehr ihre Einstellung. Gestern Abend hat sie mir in einem längeren Gespräch den Laufpass gegeben. Sie gab nicht mir die Schuld, sie sagte das eben dies ihr Wille sei und ich mich dementsprechend verhalten soll und dies zu akzeptieren habe. Schluß und aus. Das Kind will sie allein austragen und bekommen, wahrscheinlich auch großziehen. Ich darf dann kommen wann ich möchte, sie verwehrt mir also nicht den Kontakt zu dem Kind. Die gemeinsame Wohnung kann ich dementsprechend auch vergessen, sozusagen lebe ich nun ohne festen Wohnsitz. Ich kann mir eine derartige Wandlung nicht erklären, nur hervorgerufen durch eine gewünschte Schwangerschaft. Der Partner wird Nebensache, sie gab sich keine Mühe das zu ändern, dagegen anzukämpfen, an meine Gefühle dabei zu denken. Ohne Rücksicht, bewußt und mit den möglichen Konsequenzen vertraut. Was soll ich nun tun? Wir wünschten uns ein Kind. Ich suchte nach meiner Trennung eine Frau mit der ich leben kann, mit der ich einen neuen Anfang machen konnte. Sie empfand das genauso und es ging ja auch soweit gut. Dann eben die Wandlung. Ich fühle mich verletzt, sie nimmt mir das größte Geschenk, was mir eine Frau geben kann. Ich, der Vater, kann zusehen wie unser Kind in ihr wächst, ich darf das nicht fühlen. Ich bin Zaungast, der ein Leben in die Welt gesetzt hat, aber der Fähigkeit beraubt wurde, daran teilzunehmen. Ich fühle mich wie vergewaltigt, ich weiß echt nicht weiter. Später, wenn das Kind dann da ist, wie soll ich Vater sein? Soll ich dann mal so vorbeikommen und mich abends verabschieden? Wie soll das Kind diesen "netten Onkel" als Vater sehen? Sicher wird sie sich irgendwann einen neuen Partner nehmen, der dann meinem Kind den Vater ersetzt, allein diese Vorstellung treibt mir die Tränen ins Gesicht. Ich bin nur der Erzeuger und vielleicht auch der Zahler, um überhaupt etwas für mein Kind tun zu können. Die Vorstellung das eine Liebe auseinandergehen kann, die ist mir ja nicht fremd. Doch gleich zu Beginn der Schwangerschaft? Die schönste (und schwerste) Zeit wird mir genommen. Es ist zum Verzweifeln. Wenn ich nun das Kind haben möchte, es ist ja auch meines, so wird sie keinesfalls einwilligen. Sie behandelt dieses Thema so, als wäre ihr "Eigentum" auch nur zu ihr gehörig. Das Besuchsrecht reicht mir nicht. Ich liebe diese Frau, das weiß sie auch. Sie empfindet für mich, das hat sie mehrfach betont, jedoch will sie nun nichts mehr mit mir zu tun haben, ich darf guter Kumpel sein. Eben sei angeblich ihre Liebe tot (weil sie nun dem Kind gehört?).

Für mich ist eine Welt zusammengebrochen. Alles, was ich von meinem so sehr gewünschten Kind haben werde, das sind ein paar Stunden Besuch. Wenn es größer ist habe ich vielleicht die Chance, mal ein Wochenende mit meinem Kind zu verbringen. Oder eben wenn Mutti was vorhat und jemanden braucht, der sich ums Kind kümmert. Sie hat sogar gesagt, sie verzichtet auf Alimente, sie brauche dies nicht. Was das Geld angeht, das sie zur Verfügung hat, glaube ich das nicht, viel mehr als Sozialhilfe hat sie nicht. Ich frage nun euch. Kennt ihr ähnliche Fälle, habt ihr Erfahrungen, wie soll ich damit umgehen? Kann ich mit dem Schmerz weiterleben, kann ich ihr irgendwie verzeihen und wie soll ich das tun? Ein Zurück ist aussichtslos, von mir aus jederzeit gerne, aber sie hat abgeschlossen, endgültig.

Ein verzweifelter Daniel


Zitat
Themenstarter Geschrieben : 07.04.2004 10:44
 sky
(@sky)
Registriert

Hallo Daniel,

Dein momentaner Gemütszustand ist nachvollziehbar, den weiten Blick in die Zukunft würde ich mal lassen, man(n) weiß eh nie, was kommt ;-).

Hier mal ein ganz pragmatischer Hinweis:

In der Schwangerschaft spielen die Hormone extrem verrückt, so kann es durchaus sein, dass die werdende Mutter noch eine Kehrtwende hinlegt. Davon abgesehen, solltest Du überlegen, ob eine vorgeburtliche Vaterschaftsanerkennung und eine gemeinsame Sorgerechtserklärung Dir nicht nur emotional sondern auch rechtlich ein bisschen weiterhelfen.

Wenn auch historisch so gewachsen, würde ich es trotzdem nicht als Selbstverständlichkeit betrachten, dass das Kind ausschließlich bei der Mutter aufwächst. Vielleicht ist es möglich, die Betreuung des Kindes aufzuteilen.

Du bist und bleibst der Vater dieses Kindes und bist nicht ersetzbar. Das Kind wird Erbanlagen, Charakterzüge etc. beider leiblicher Elternteile in sich tragen.

Gruß
sky


Je mehr Käse, desto mehr Löcher. Je mehr Löcher, desto weniger Käse. Daraus folgt: Je mehr Käse, desto weniger Käse a050

AntwortZitat
Geschrieben : 07.04.2004 12:29
(@papaklaus)
Zeigt sich öfters Registriert

Hallo Daniel!

Ist ja total heftig, deine Geschichte. Ich würde aber noch nicht ganz aufgeben. Ich sehe 2 denkbare Erklärungsansätze:

1. (sehr unwahrscheinlich) Du wurdest wirklich nur als "Erzeuger" gewünscht. Dies glaube ich ich aber nicht, denn dann hätte sie darauf hingewirkt dass ihr erst heiratet, bevor sie dich in die Wüste schickt. Macht sich doch finanziell für sie viel besser...

2. Sie ist wegen der Hormonumstellung völlig durch den Wind. Da gibt es Dinge, die glaubt man(n) kaum. Dann hast du aber durchaus noch eine Chance. Sei für sie da, aber klammere nicht. Akzeptiere ihre Entscheidung, aber sei als Freund und als Vater des Kindes da. Vielleicht wendet sich alles zum Guten. Und, wenn sie es mitträgt, geht in eine Paarberatung.

LG und viel Erfolg

PapaKlaus


AntwortZitat
Geschrieben : 07.04.2004 12:30
(@daniel)
Schon was gesagt Registriert

Hallo,

ich habe nun mit ihr sprechen können. Einzig und allein glaubt sie, das ihre Gefühle für mich nicht mehr da sein sollen (begonnen hat es kurz nach dem positiven Schwangerschaftstest). Ich kann das nicht nachvollziehen, ich glaube auch an keinen Vorsatz von ihr.

Jedoch diese Kränkung, mir in meinen Augen nur den stundenweisen Umgang mit dem Kind zu erlauben, mir die Zeit der Schwangerschaft, das erste schöne Jahr und auch die darauffolgenden weg zu nehmen, kann ich nicht verwinden. Ich kann nicht damit umgehen. Ich möchte Vater sein und nicht nur Leihpapi. Einzigste Lösung, obwohl es dem Kind schadet, einzigste Lösung ist Totalentzug. Sie ist bereit als Vater "unbekannt" anzugeben. Damit sieht sie "ihren Teil" zur Bewältigung meiner Probleme als getan an. Ich kann mir nicht vorstellen, wieviel Kaltblütigkeit und Egoismus dazu gehört.

Mir bleibt in Zukunft ein Gefühl der bittersten Enttäuschung meines Lebens, einer Art "Verarschung" für meine Gefühle. Ich versuchte in jeder Hinsicht ihr die Freiheit zu lassen, die sie so schätzt, ich versuchte jeden denkbaren Kompromiß. Nichts fruchtete. Das leider immer wieder die Kinder darunter leiden müssen, wenn sich Paare nicht verstehen, das tut unendlich weh. Aber ich muß mich hier wirklich entscheiden, und ich habe mich entschieden. Wähle ich den Leihpapi, so kann ich mein Kind aus den Armen eines anderen vielleicht mal nehmen. Ich kann nicht der Vater sein, den das Kind braucht, ich kann meine Aufgabe nicht wahrnehmen. Ich kann nicht da sein, wenn mein Kind mich braucht, ich bin nur da, wenn die Zeit dazu erlaubt ist. Wähle ich den Totalentzug, so habe ich diese Probleme nicht. Nur ein einziges: Ich bin um mein Kind, was noch nicht einmal geboren wurde, betrogen worden. Was wiegt schwerer, was ist schwerer zu verarbeiten? Ich weiß es nicht. Ich habe mich für die letztere Variante nun entschieden, ob sie falsch war, das werden die Jahre danach zeigen. Ich bin nicht verantwortlich dafür, denn auch ich muß leben können.

Gruß
Daniel


AntwortZitat
Themenstarter Geschrieben : 18.04.2004 16:15
DeepThought
(@deepthought)
(Fast) Eigentumsrecht Moderator

Hi Daniel,

ich wähle mal einen ganz anderen Ansatz und werde dich ganz bewusst provozieren:

All deine Worte drehen sich ausschließlich um dich. Du siehst dich auf den Erzeuger reduziert, als Vergewaltigungsopfer.

Wie wird das heute ungeborene Kind sich fühlen? Wie wird es in 10 Jahren denken? Was wird es über den einen Teil von sich denken? Welche Fragen wird es sich selbst über seinen Ursprung stellen?

Du wendest dich ab und sagst heute, alles versucht zu haben. Und das, obwohl das Kind noch gar nicht da ist.

Wir wirst du in 5 Jahren damit klarkommen? Wie wirst du einem evtl. weiteren Kind, das von dir abstammt, begegnen? Wirst du darin nicht auch immer das Kind sehen, wegen dem wir heute reden? Ist das fair diesem weiteren Kind gegenüber?

Und sehr wohl spreche ich dir eine Mitverantwortung zu. Denn die Hälfte liegt in deiner Hand. Also mach was draus. Für dein Kind.

Du gibst auf obwohl du den Weg noch nicht ansatzweise begonnen hast zu gehen. Bei dieser Einstellung, das in aller Härte, solltest du über dein Verantwortungsbewusstsein gegenüber Kindern mal grundsätzlich nachdenken.

DeepThought


Der 15. Senat des OLG Celle befindet vatersein.de
in den Verfahren 15 UF 234/06 und 15 UF 235/06
als "professionell anmutend".
Meinen aufrichtigen Dank!

AntwortZitat
Geschrieben : 18.04.2004 19:43
(@Unbekannt)

Hallo!

Mir ging und geht es ähnlich, mit dem Unterschied, dass wir nicht so lange zusammen waren.
Ich kämpfe seit der Geburt meines Sohnes ( Februar 2003 ) um Umgang. Nach dem ich vom Amtsgericht 14tägigen Umgang zugesprochen habe, warte ich jetzt auf eine Entscheidung des OLG, da Revison beantragt wurde. Ich habe meinen Sohn noch nie sehen dürfen und auch kein Bild von Ihm. Manchmal bin ich kurz davor aufzugeben, da ich nach diesem Verhalten und den unglaublichen Lügen der KM Angst habe, vor dem was mich noch erwartet.

Solange Deine Exfreundin noch mit Dir redet, nutze die Chance. Rede mit Psychologen von Pro-Familia oder ähnlichen, um Deine Ex zu verstehen oder Wege zu finden Euere Situation nicht eskalieren zulassen.
Lies darüber wie wichtig es für Dein Kind ist, zu wissen wer sein Vater ist. Dein Kind ist wichtig, Du kannst lernen mit Deiner Situation Umzugehen auch wenn es schwer ist.
Versuche Deine Gefühle etwas herunter zu schrauben, halte etwas Abstand und versuche auf anständigem Weg Vater zu sein.

Ich hoffe für Dich

chCool


AntwortZitat
Geschrieben : 20.04.2004 01:24