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Hallo guten Tag erstmal...

 
(@mariaz)
Schon was gesagt Registriert

...auch ich bin ganz neu hier und - sag's mal gleich vorweg - kein Vater, sondern eine Mutter.

Ich saß vorhin ziemlich genervt am PC und suchte das Internet ab nach Seiten zum Thema Scheidung etc. und so bin ich hier gelandet, was mir überhaupt gar nicht leid tut, muß ich sagen.

Darf ich kurz von uns erzählen? Also, nach 10 Jahren unerfüllten Kinderwunsches traf ich (wie solls anders sein, 's war ein internet-date) meinen jetzigen Ehemann, J. Wir waren schon wochenlang vorher "verknallt", nur durch's Telefonieren, wie auch immer, es kam was kommen mußte.
Was uns dann aber beide doch recht sehr überraschte, war nach 3 Monaten ein positiver Schwangerschaftstest. Ich stand da wie vom Donner gerührt, habe aber keinen Moment auch nur die Frage "ob" gestellt.
J. wohl irgendwie auch nicht. Er ließ mich im Glauben seiner Liebe (was sich im Nachhinein als Lüge herausgestellt hat) und ich wunderte mich nicht einmal über eine bakterielle Infektion, die nur kurze Zeit später meine Schwangerschaft bedrohte. Erst viel später hat mich mein Frauenarzt mal in einem Gespräch darauf hingewiesen, daß ich diese Infektion nicht durch "normales Sozialverhalten" bekommen hätte.
Je nun, wir wurden Eltern einer wundervollen Tochter.
Die meiste Zeit der Schwangerschaft und auch die ersten Monate nach der Geburt lebten wir im Hause seiner Eltern auf einer Baustelle - er baute eine 3-Zimmer-Wohnung für uns aus, wir hatten auch anständig geheiratet, "weil die Leute hier so konservativ sind und das sind doch die, mit denen unser Kind später umgehen wird." Man muß dazu wissen, seine Eltern sind Landwirte und behaupten von sich, etwas darzustellen.
Kaum war die Baustelle einigermaßen bewohnbar und konnte ich mein Kind in einem fertigen Badezimmer wickeln, war ich auch schon wieder schwanger. Diesmal war's allerdings eine Eileiter-Schwangerschaft und die Ärzte pfuschten bei der OP, so daß ich innere Blutungen hatte.
Drei Wochen lang lag ich im Krankenhaus. Als ich endlich heim kam, erfuhr ich durch eine unbedachte Bemerkung meiner Schwiegermutter, daß J. am Vorabend nicht daheim gewesen war.
Ich stellte ihn zur Rede, doch er schummelte sich heraus damit, er sei bei einem Kumpel gewesen.
So ging es in den folgenden Wochen weiter. Ich nahm kaum wahr, daß er stundenlang chattete. Er nahm kaum wahr, daß ich immer depressiver wurde. Dann geschah der 11. September.
Ich sah im Fernsehen die Türme einstürzen und wußte, jetzt stürzt meine Ehe ein, weiß nicht warum.
Wir trennten uns vor gut zweieinhalb Jahren, nachdem ich erfahren hatte, daß er über das internet mehrere Frauengeschichten angefangen hatte. Meine Tochter nahm ich mit.
In einem von ihm angestrengten Sorgerechtsverfahren gewann ich; so irre, wie er mich gern haben wollte, war ich doch noch nicht geworden.
Ich lebte mehr schlecht als recht allein erziehend von Arbeitslosen- und Sozialhilfe und schlug mich halt so durch. Beziehungen hatte ich bis vor einem Jahr nicht, wohl aber - und dafür bin ich sehr dankbar - lernte ich sehr viele gute Freunde kennen. Sie alle, ob männlich oder weiblich, kamen im richtigen Moment in mein Leben und haben meiner Lütten und mir sehr geholfen.
Seit der Trennung hat J. nicht einen Pfennig Unterhalt gezahlt; es war zunächst strittig, ob sein Erziehungsurlaub vom Arbeitgeber aufgehoben werden mußte oder nicht, dann hatte er Arbeit und zahlte trotzdem nicht - kurz: das Verfahren läuft jetzt seit gut einem Jahr.
Ich habe mich als gelernte Anwaltsgehilfin im Februar d. J. selbständig gemacht im Bereich Hausverwaltung und Büroservice. Wir kommen so einigermaßen über die Runden.
J. hat unsere Tochter regelmäßig abgeholt; anfangs jedes WE, später alle 2 Wochen am WE. Es gab eine Zeit, da war es für unsere Kleine wohl schwer, damit umzugehen. Ich dehnte die Abstände auf 3 Wochen aus, das klappte gut. Sie kam in den KiGa und jetzt sind wir wieder bei 2 Wochen.
Aufgrund meiner Berufserfahrung glaube ich zu wissen, zum einen, wie die Spielregeln sind, zum anderen aber auch, wie man Kind und die anderen Streitpunkte trennen sollte. Nur gelingt es uns in unserer Ehe-Abwicklung irgendwie nicht, das Kind außen vor zu lassen. J. kommt alle paar Wochen mit fiesesten Vorwürfen, läßt seinen Frust über ich-weiß-nicht-was an mir ab und tut wirklich nichts, aber auch gar nichts, um eine Gesprächsbasis zu schaffen.

Zwischendurch waren wir mal wieder fast freundschaftlich miteinander, aber immer nur so lange, wie es ihm grad mal nicht so gut ging mit irgend ner Tussi.

Mir selbst geht es allmählich nicht mehr gut mit seinem Verhalten. Sein Ton mir gegenüber ist auf deutsch gesagt unter aller Sau und ich bin mir inzwischen wirklich zu schade dafür, seine Aggressionen abzufangen. Mal davon abgesehen, daß er sich - trotz eines inzwischen ergangenen Strafbefehls wegen Verletzung der Unterhaltspflicht - nicht im mindesten um den Unterhalt kümmert.

Ich fühl mich zwar ziemlich schlecht dabei, aber ich werde das Umgangsrecht nun eine Weile aussetzen. Vielleicht kommt er dann zur Besinnung.

Gerne würde ich auch Eure Meinungen dazu hören. Ich behaupte mal, kritikfähig zu sein. Und wenn ich hier meinen Rat einbringen kann (sowohl aus der Berufspraxis wie auch aus der "leiblichen" Erfahrung), dann will ich das gern tun.

Liebe Grüße

[Editiert am 3/7/2004 von MariaZ]


Zitat
Themenstarter Geschrieben : 04.07.2004 01:24
DeepThought
(@deepthought)
(Fast) Eigentumsrecht Moderator

Hallo MariaZ,

zu deiner Geschichte als solches werde ich nichts weiter sagen. Jeder sucht sich den Weg, über den er seinen Partner kennen lernen (möchte). Das ist ok, wenn es für dich ok ist.

Die Unterhaltsstreitigkeiten wird das Gericht auflösen, mit jeweiligen Konsqeuenzen für die Beteiligten. Ich denke, auch hier ist ein Rat nicht notwendig.

In einem Punkt kann ich meinen Unmut jedoch nicht zügeln:

Ich habe mich als gelernte Anwaltsgehilfin ...

und weiter

Aufgrund meiner Berufserfahrung glaube ich zu wissen, zum einen, wie die Spielregeln sind, zum anderen aber auch, wie man Kind und die anderen Streitpunkte trennen sollte.

sowie

Nur gelingt es uns in unserer Ehe-Abwicklung irgendwie nicht, das Kind außen vor zu lassen.

dann noch

Ich fühl mich zwar ziemlich schlecht dabei, aber ich werde das Umgangsrecht nun eine Weile aussetzen. Vielleicht kommt er dann zur Besinnung.

Damit reihst du dich auf Grund von deinen Problemen auf der Paarebene, wegen der auf deiner Seite nicht verarbeiteten Trennung sowie wegen der ausbleibenden KU-Zahlungen bei den umgangsboykottierenden Müttern ein. Das ist pure Rachsucht und lehrerhaftes Verhalten. Und du hebst auch noch deine Ausbildung hervor, lieferst damit einen Grund. Wie sieht deine soziale Ausbildung aus? Deine Berufspraxis als ReNo-Gehilfin ist sicherlich nicht die schlechteste, doch gibt sie dir keine Legitimation, den Umgang nach deiner Willkür zu gestalten. Du stellst deinen Egoismus vor die Bedürfnisse eures Kindes. Ne, wenn das tatsächlich deine Handlungsmotive sind, und ich erkenne im Moment nichts anderes, dann bleib bitte weg von vatersein.de.

DeepThought


Der 15. Senat des OLG Celle befindet vatersein.de
in den Verfahren 15 UF 234/06 und 15 UF 235/06
als "professionell anmutend".
Meinen aufrichtigen Dank!

AntwortZitat
Geschrieben : 04.07.2004 11:26
 sky
(@sky)
Registriert

Hallo MariaZ,

Gerne würde ich auch Eure Meinungen dazu hören. Ich behaupte mal, kritikfähig zu sein.

Darauf baue ich mal ...

Kinder brauchen beide Elternteile - egal was für Streitigkeiten ihr habt. Bedenke, dass das Kind nichts damit zu tun hat und wahrscheinlich sowieso schon darunter leidet. Viele Frauen machen den Fehler, beim Ausbleiben der Unterhaltszahlungen oder/und Streitigkeiten den Umgang auszusetzen. Deinem Kind tust Du damit keinen Gefallen.

Wohlverhaltensklausel

Wünsche von Trennungskindern

Gruß
sky

[Editiert am 4/7/2004 von sky]


Je mehr Käse, desto mehr Löcher. Je mehr Löcher, desto weniger Käse. Daraus folgt: Je mehr Käse, desto weniger Käse a050

AntwortZitat
Geschrieben : 04.07.2004 13:42
(@mariaz)
Schon was gesagt Registriert

Vielen herzlichen Dank an Euch beide zunächst für Eure Antworten.

@DeepThought:
Gerade weil ich meine egoistischen Motive nicht in den Vordergrund stellen möchte und das Umgangsrecht auf keine Fall boykottieren w i l l , habe ich den Kontakt zu Euch hier gesucht.

Du schreibst von unbewältigten Problemen auf der Paarebene... halte mich bitte nicht für unintelligent, aber ich bin bislang (in den vergangenen zweieinhalb Jahren) jedenfalls nicht dahin gekommen, diese Probleme auch nur zu benennen, obgleich ich da sonst nie Schwierigkeiten hatte.

Der Punkt ist für mich jetzt einfach erreicht, wo ich keinen Weg mehr sehe, um für meine Tochter und mich notwendige Dinge durchzusetzen.

Ich hoffe aber sehr darauf, daß Ihr mir vielleicht helfen könnt, einen anderen Weg zu finden.

Die Kommunikation ist alles, sagt man. Vielleicht gelingt es mir zu lernen, mit meinem Ex einfacher und vor allem sinnvoller zu kommunizieren, wenn Ihr mich unterstützt?

Natürlich: dies ist eine Bitte. Sofern Ihr der Meinung seid, ich hätte hier nichts zu suchen... sagt es einfach, kein Thema.

Liebe Grüße

MariaZ


AntwortZitat
Themenstarter Geschrieben : 05.07.2004 02:12
 mel
(@mel)

hi MariaZ,
herzlich willkommen bei VS.

tja viel kann ich dir bei deiner geschichte auch nicht raten. ich denke mal, das du dir schon deine meinung gebildet hast und wir eurem kind nicht mehr viel helfen können.

nach meiner einschätzung hast auch du viele fehler gemacht.

umgangsrecht: erst jedes WE dann nur alle 14 tage, danach reduziert auf einmal in drei wochen.

dieses verhalten ist nicht sehr positiv für eine ehemalige partnerschaft und sehr schädlich für euer kind.

desweiteren hast du angeblich berufsbedingt viel erfahrung mit " solchen" sachen, darüber musste ich ein wenig schmunzeln.

du solltest wissen, dass man unterhalt nicht mit besuchsrecht vergleicht.

denkle mal in ruhe nach ob speziell du dem kind nicht einen grossen psychischen schaden zu fügst.
mel


AntwortZitat
Geschrieben : 05.07.2004 10:21
DeepThought
(@deepthought)
(Fast) Eigentumsrecht Moderator

Hallo MariaZ,

du stellst dich der Diskussion. Das finde ich gut, denn damit zeigst du mir Klärungswillen.

Gerade weil ich meine egoistischen Motive nicht in den Vordergrund stellen möchte und das Umgangsrecht auf keine Fall boykottieren w i l l ,

Und doch ziehst du es ernsthaft in Erwägung. Du hast alle rechtlichen Möglichkeiten bis hin zum Strafantrag ausgeschöpft. Deine Beweggründe für Umgangsboykott sind entweder
a) Ungeduld oder
b) Rachsucht (du magst das anders betiteln)

halte mich bitte nicht für unintelligent

Nö, mach ich nicht. Gleiches gilt für dich uns gegenüber. Rationale Intelligenz hat jedoch mit emotionaler Intelligenz nichts gemeinsam und das Vorhandensein der einen hat nicht zwangsläufig das Vorhandensein der anderen als Bedingung bzw. Folge.

um für meine Tochter und mich notwendige Dinge durchzusetzen.

Mehr Möglichkeiten hast du zunächst auch nicht. Sofern ein Titel besteht, kannst du pfänden. Wenn nicht, musst du den Titel erst erwirken.

Ich hoffe aber sehr darauf, daß Ihr mir vielleicht helfen könnt, einen anderen Weg zu finden.

Trenne die defekte Paarebene von der Elternebe ab und bleibe auf letzterer. Lass euer Kind aus allem raus. Du magst vom KV denken was du willst, er ist und bleibt der Vater eures Kindes und ist wichtig für sie.

Die Kommunikation ist alles, sagt man. Vielleicht gelingt es mir zu lernen, mit meinem Ex einfacher und vor allem sinnvoller zu kommunizieren, wenn Ihr mich unterstützt?

Den wesentlichen Punkt habe ich eben genannt. Für die emotionale Schicht brauchst du Gesprächspartner. Diesen kannst du dein Herz ausschütten, deinen Frust "um die Ohren hauen" und an einer Verarbeitung mitwirken lassen. Konzentriere dich auf das lebensbestimmende Morgen und lasse das Gestern dort wo es sich jetzt schon befindet: In der Vergangenheit.

DeepThought


Der 15. Senat des OLG Celle befindet vatersein.de
in den Verfahren 15 UF 234/06 und 15 UF 235/06
als "professionell anmutend".
Meinen aufrichtigen Dank!

AntwortZitat
Geschrieben : 05.07.2004 11:11
(@mariaz)
Schon was gesagt Registriert

Ich danke Euch wirklich von Herzen, daß Ihr Euch mit mir über diese Themen auseinandersetzt. Immerhin kostet mich das seit den Vorfällen vom vergangenen Wochenende doch einige schlaflose Nächte.

Mir kam beim Lesen Eurer Kommentare so der Gedanke, daß es sinnvoll sein müßte, wenn mein Ex und ich uns über das auseinandersetzen, was da zwischen uns vorgefallen ist.

Bisher hat er das stets abgeblockt. Ich hatte ihm schon vor der eigentlichen Trennung vorgeschlagen, zu einer Paar-Beratung zu gehen, damit eben dieser ganze Krieg nicht stattfindet.

Letztlich besteht eine Chance für Gespräche immer. Schwierig ist nur, daß wir nie unbeeinflußt von Dritten miteinander reden würden - seine neue Partnerin ist da sehr... einflußnehmend. Davon abgesehen, sie ist die ich-weiß-nicht-wievielte und ich kann von mir behaupten, daß ich ihr von Anfang an neutral gegenüber gestanden habe, will sagen ohne Eifersucht und dergleichen, da sie ja lange nach der Trennung erst mit meinem Ex zusammen kam. Bis auf Kleinigkeiten, wo sie sich m. E. dem Kind gegenüber nicht so ganz i. O. verhalten hat - das muß aber in diesem Fall Papa klären; ich hab da nix zu gesagt - hab ich auch an ihr nix zu finden außer, wie erwähnt, daß sie einer "Bearbeitung" unserer Konflikte im Wege ist.

Vor meiner Ehe habe ich die These vertreten, daß mit einer Scheidung Konflikte nur unterbrochen werden, unter den Teppich gekehrt sozusagen. Jetzt erlebe ich das. Leider.

Ich habe meinem Ex heute - meinem eigenen Dickkopf zum Trotz - per SMS ein 4-Augen-Gespräch angeboten, notfalls ein Gespräch mit den Anwälten; damit wir diese leidige Angelegenheit mal aus der Welt bekommen.

Und in der Tat, DeepThought, hatte ich es bisher stets so gehalten, daß von mir in Gegenwart des Kindes nie negativ über den Vater gesprochen wurde; im Gegenteil. Ja, das kann ich sehr wohl von mir behaupten, daß ich die Beziehung der beiden zueinander aktiv gefördert habe. Was dann allerdings so ausgelegt wurde, daß ich an den Besuchswochenenden "wohl was Besseres vorhätte". Hä???

@mel: ich hab die Zeiten des Umgangsrechts wahrhaftig nicht willkürlich geändert. Es gab eine Phase, wo unsere Kleine den Wechsel zwischen hier und dort schlecht verpackt hat. Sie schlief nächtelang nur mit schlimmen Alpträumen, sie weinte, sie aß schlecht und fand sich hier zu Hause merklich schwer zurecht. Ich habe das Gespräch mit meinem Ex darüber gesucht und auch mit dem Jugendamt. Leider bin ich keine Kinderpsychologin und ich glaube, selbst wenn ich es wäre, so könnte ich in die kleine Seele doch nicht hineinblicken. Der 3-Wochen-Abstand hat sich als gut erwiesen; ich machte da niemandem Vorwürfe oder dergleichen. Es war einfach eine Phase - die mit dem Kindergarten sicher auch zusammenhing - und die ist vorbei, so daß wir - gemeinsam - den 2-Wochen-Rhythmus wieder aufnahmen. Übrigens auch auf Veranlassung der Kleinen hin, als ich wieder anfing zu arbeiten und sie einfach (weil sie weniger Mama hatte) mehr Papa wollte.

Wir sind nun beide selbständig; ich seit einem halben Jahr, mein Ex schon seit einem Jahr. Für mich ist das eine fuchsige Trickserei mit der Zeit, aber es klappt jeden Tag aufs Neue. Ich bin stolz darauf. Ich verdiene das, was mir das Sozialamt zuvor gezahlt hat, jetzt selbst - wenn auch leider noch nicht sehr viel mehr. Allerdings war es nicht möglich, hier herum eine feste Arbeitsstelle zu finden (Wo ist Ihr Kind, wenn es mal krank ist?).

Mein Ex hingegen macht nicht auch nur die mindesten Anstalten, seinen Pflichten nachzukommen. Und da, sorry, hört mein Verstand auf. Wenn wir um Ehegattenunterhalt stritten, okay, da kann man machen und tun. Aber sich vor dem Kindesunterhalt drücken? Ein paar neue (Winter-)Schuhe, eine Jacke, eine Hose, vielleicht ein Haarschnitt... Mensch wie hätte uns das geholfen. Aber er kommt nicht einmal auf die Idee, stattdessen - er hatte unsere Tochter auch Weihnachten, 1. und 2. Feiertag - kritisiert er, daß sie nichts "Vernünftiges" anzuziehen gehabt hätte; ein neues, geschenktes Tigerenten-Cord-Kleid war also nichts Vernünftiges...

Ja, klar, ich habe alle "rechtsstaatlichen" Möglichkeiten bislang genutzt. Es ist so wahnsinnig bequem, sich auf das gesetzliche Verfahren zurückzuziehen. Und es ist Ausdruck unserer - meiner - Hilflosigkeit, natürlich. Wird der ergangene Strafbefehl rechtskräftig, hat er über den Unterhalt hinaus monatlich einen Betrag an uns zu zahlen. Tut er das nicht, geht er ins Gefängnis. Was soll ich meiner Tochter dann sagen???

Ich möchte die Welt gern einmal durch seine Augen sehen. Und ihm meine Brille auf die Nase setzen. Und dann?


AntwortZitat
Themenstarter Geschrieben : 05.07.2004 23:29
DeepThought
(@deepthought)
(Fast) Eigentumsrecht Moderator

Hmmmmmmm, da muss ich nochmal bohren...

Ich habe den Eindruck, du möchtest ihn missionieren, bekehren.

Das klappt wohl nicht und macht dich unzufrieden. Ein 4-Augen-Gespräch, also ohne Moderator, wird nichts bringen. Deine Forderungen sind klar umrissen und mehr als ein Schuldeingestädnis und "Ja ja, hast ja recht." wird nicht kommen können. Also treibst du ihn in die Enge, es wird eskalieren. Nur so ein Szenario, wie ich es mir vorstelle.

Nutzbringender ist eine Mediation oder ein Gespräch bei der Elternberatung. Denn für mich steht eines fest. Wenn ihr beide alleine in einem Raum sitzt, geht mind. einer als Verlierer raus, wenn icht gar ihr beide und darunter leidet euer künftiges Miteinander und euer Kind.

Die Frage ist, was willst du mit ihm erarbeiten? Den Unterhalt kannst du dort nicht ansprechen. Also bleiben die Soft-Facts, das miteinander als Eltern. Ok, das solltet ihr angehen, wenn ihr beide die Paar- von der Elternebene abgekoppelt habt.

DeepThought


Der 15. Senat des OLG Celle befindet vatersein.de
in den Verfahren 15 UF 234/06 und 15 UF 235/06
als "professionell anmutend".
Meinen aufrichtigen Dank!

AntwortZitat
Geschrieben : 05.07.2004 23:54
(@mariaz)
Schon was gesagt Registriert

und wie geht das??? :heu:


AntwortZitat
Themenstarter Geschrieben : 05.07.2004 23:59
DeepThought
(@deepthought)
(Fast) Eigentumsrecht Moderator

Wie geht was :question:


Der 15. Senat des OLG Celle befindet vatersein.de
in den Verfahren 15 UF 234/06 und 15 UF 235/06
als "professionell anmutend".
Meinen aufrichtigen Dank!

AntwortZitat
Geschrieben : 06.07.2004 00:16




 RUDY
(@rudy)
Zeigt sich öfters Registriert

Hi Maria,

ähnlich wie Deep Thought denke ich, dass ein Gespräch unter vier Augen relativ wenig Sinn macht. Deine Schwierigkeiten, das emotionale vom sachlichen zu trennen und seine, ich nenne es mal Uneinsichtigkeit, wird dazu führen, dass es nach diesem Gespräch nur Verlierer geben kann.

Manchmal, oder sehr häufig in diesen Geschichten ist das Verhalten des Ex-Partners von erheblichen Verletzungen und auch Existenzängsten geprägt, die zu einem Verhalten gegenüber dem Ex-Partner führer, welches für diesen nicht nachzuvollziehen ist. Und auch nicht nicht nachvollzogen werden kann. Und die Verletzungen, die Du erfahren hast sind immer noch sehr spürbar in Deinem Post.

Es geht doch um zwei voneinander losgekoppelte Bereiche. Er hat die Verantwortung in finanzieller Hinsicht zu übernehmen. Ohne wenn und aber. Und Du hast dafür zu sorgen, dass Dein Kind auch zu seinem Vater ein gutes Verhältnis hat und dieses in gar keinem Falle beschränken.

Wenn ich spüre, dass zwischen meiner zukünftigen Exfrau keine Kommunikation mehr möglich ist, schreibe ich ihr einen Brief. Ohne Vorwürfe ( auch wenn mir so danach ist !!! ) und ohne auf mein Recht zu bestehen. Ich weiß, dass im Sinne der Kinder immer nur ein Kompromiss die Lösung sein kann. Es sei denn die Situation ist so dramatisch wie bei einigen hier auf der Seite.
Und das ist sie definitiv nicht. Vielleicht beschreibst Du in dem Brief, wie Du Dich fühlst, wie die Lage sich für Dich darstellt und was Du Dir wünscht. Und vielleicht auch, wie schwer es für Dich manchmal erscheint. Vielleicht sieht er, dass ein Kind, was schon ohne Vater leben muss, mit einer unglücklichen Mutter mit Sorgen noch mehr belastet ist. Kinder spüren Belastungen der Eltern ohne das wir es merken und machen sie zu ihren eigenen.

Vielleicht geht dieser Weg, gib ihm ein wenig Zeit und springe über Deinen Schatten. Euer Kind liebt Euch beide, egal wie beschi.... ihr Euch benehmt. Es wird niemals sagen, Papa oder Mama hatten / haben unrecht und Euer Verhalten bewerten. Und es ist die Aufgabe von Eltern, Ihren Kindern zu zeigen, dass man Probleme lösen kann.

So geht das.....
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wink
Viel Kraft uind Geduld und Verständnis. Euch allen.

Rudy


AntwortZitat
Geschrieben : 06.07.2004 12:47