Hallo zusammen.
Ich stehe momentan vor dem noch ziemlich frisch auseinandergebrochenen Scherbenhaufen meiner Ehe. Ich sitze auf der Arbeit und habe das Glück, dass die Mitarbeiter in meinem Büro schon im Weihnachtsurlaub sind. Ich hoffe meine Geschichte wird nicht allzu lang, und dass ich vielleicht jemanden finde, der ähnliches schon durchgemacht hat und mir sagen kann, worauf ich mich in den nächsten Wochen einstellen muss.
Also: Ich werde in 2 Wochen 29, bin seit 9 Jahren mit meiner Frau zusammen und seit 4 Jahren verheiratet. Wir haben einen Sohn, der im Februar drei wird. Wir haben uns immer super verstanden, sind/waren die besten Freunde und konnten über alles reden. Allerdings reicht das wohl nicht für eine Beziehung...
Meine Frau ist schon länger unzufrieden mit sich und ihrem Leben, so ungefähr seit unser Sohn 1 Jahr alt war und sie wieder anfing, mehr als nur Mutter zu sein. Sie hat mir aber immer gesagt, dass ich nicht der Grund für ihre Unzufriedenheit bin. Erst war es unsere alte Wohnung (sehr weit ausserhalb der Stadt), dann der Job, dann die fehlende Selbstverwirklichung. Leider habe ich mich davon beruhigen lassen. Wir sind umgezogen, ich habe sie unterstützt, einen neuen Job zu finden und habe mich riesig gefreut, als sie ihren Mut zusammengenommen hat und jetzt in einem Laientheater mitspielt. Leider ist dadurch nichts besser geworden. Sie sagt, auch ihr ist erst vor ca 2 Wochen so richtig klar geworden, dass sie mich nicht mehr liebt und momentan gar keine Beziehung will. Seit dieser Zeit habe ich bemerkt, dass sie mir aus dem Weg geht. Davor haben wir wohl innerlich schon länger nebeneinander her gelebt. Ich bin gar nicht sicher, wie lange, denn wir hatten immer genug Gesprächsthemen: der Sommerurlaub (der sehr schön war), der Umzug, der neue Job, das Theater, sogar ein geplanes zweites Kind und ein eventueller Hauskauf (Gott sei Dank ist das nur eine Idee geblieben). Irgendwie habe ich verdrängt, dass dabei die Liebe und Zärtlichkeit komplett außen vor geblieben ist.
Soviel zur Vorgeschichte. Ich habe die unausgesprochenen Spannungen der letzten 2 Wochen nicht mehr ausgehalten und sie gefragt, ob es etwas gibt, dass sie mir so kurz vor Weihnachten nicht sagen will. Damit habe ich den Nagel auf den Kopf getroffen. Sie wollte, unserem Sohn zuliebe, bis nach Weihnachten warten, sah aber auch direkt ein, dass die Katze nun sowieso aus dem Sack ist. Die oben erwähnten Dinge kamen zur Aussprache und die schlimmsten Befürchtungen, die ich vor diesem Gespräch hatte, wurden übertroffen. Das Wort Scheidung ist von ihrer Seite nicht gefallen, aber sie hat mir klar gemacht, dass sie keine gemeinsame Zukunft für uns sieht und auch einer Paartherapie oder ähnlichem keine Chancen einräumt. Sie sagt, das Problem läge allein bei ihr, und deshalb gäbe es nichts, was ich daran ändern könnte. Wahrscheinlich stimmt das inzwischen auch, sie schien mir mit der Sache ziemlich abgeschlossen zu haben... Ich bin mir 100%ig sicher, dass sie momentan niemanden anderen im Auge hat (aber leider fast genauso sicher, dass sich das in ein Paar Wochen/Monaten ändern wird).
Die Nacht auf der Couch war irgendwie angenehm unbequem und sehr schlaflos. So wie's aussieht, werden wir direkt im neuen Jahr getrennte Wege gehen.
Jetzt zu dem wichtigsten Punkt. Am Anfang unseres Gespräches war ich natürlich tief verletzt und fing an zu weinen, habe mich dann aber wieder gefangen. Ich habe bis dahin bewusst versucht, alle Gedanken an unseren Sohn zu vermeiden. Als dann aber die Situation unserer Partnerschaft geklärt war und wir uns überlegt haben, wie es mit ihm weitergeht, bin ich zusammengebrochen und auch beim Schreiben dieser Sätze schießen mir zum ersten Mal die Tränen in die Augen. Ich kenne aus meinem Umfeld eigentlich nur negative Fälle: Streit um Zeiten, Geld, Gewohnheiten, usw. Die Leidtragenden sind natürlich immer die Kinder, aber auch den beiden Ex-Partnern macht das große Probleme - es lässt sich halt anscheinend nur nicht vermeiden, weil Lebensinhalt, Zeitaufteilung auch Ansichten nun mal unterschiedlich sind.
Wir waren in der Kindererziehung meistens genau auf einer Wellenlänge und sie hält mich für einen sehr guten Vater. Ich denke, das bin ich auch, und ich liebe meinen Sohn über alles. Für mich war es immer der Größte Wunsch, eine Familie zu haben. Ich verbringe, wenn er nicht schläft oder ich auf der Arbeit bin, eigentlich jede freie Minute mit ihm - früher halt oft auch gemeinsam mit meiner Frau. Bisher ist er ein völlig normal entwickeltes (und absolut wunderbares) Kind. Allerdings hat er die letzten Wochen angefangen, abends nicht mehr alleine einzuschlafen und Nägel zu kauen. Ich fürchte, er hat früher kapiert als ich, dass irgendetwas überhaupt nicht in Ordnung ist.
Ich fand es gestern noch ein bisschen früh, das Thema zu diskutieren, aber sie schlug für die Zukunft eine 4-3 Tage Regelung vor. Im Moment haben wir noch die gemeinsame Wohnung, und wir werden auch dort wohnen bleiben, bis wir beide etwas neues haben, damit unser Sohn nicht das Gefühl bekommt, einer von beiden würde ihn verlassen.
Ich find es extrem verletzend, dass sie unserer Beziehung und unserer Famielie nach all dieser Zeit keine Chance mehr gibt, aber sie sagt, dass das den Druck, den sie aufgebaut hat, nur noch verstärken würde. Sie weiß, dass ich mich in einer "Probezeit" für sie aufopfern würde, und das wolle sie nicht, weil es ja gar nicht an mir läge, sondern nur an Ihr. Wahrscheinlich hat sie damit aber sogar Recht, denn die einzige Chance, die ich mir ausmale, wie ich sie zurückbekommen kann, ist dass sie eine Weile auf ihren eigenen Beinen steht. Dabei würde es meiner Meinung nach helfen, den Kontakt soweit wie möglich einzuschränken, aber das kommt natürlich wegen des Kindes nicht in Frage.
Die Geschichte ist nun doch etwas länger geworden, aber ich möchte zum Schluss noch kurz folgende Dinge klarstellen: Ich will mich weiterhin mit ihr verstehen. Ich habe keinen Grund und auch nicht das Bedürfnis, sie zu hassen. Sie hat gestern viel geweint und es setzt ihr sehr schwer zu, was sie mir und unserem Kind damit antut. Ich glaube fest daran, dass sie alles in ihrer Macht stehende tun wird, um unseren Sohn zu schonen. Und ich kenne sie gut genug, um zu wissen, dass sie die Dinge, die sie gesagt hat, ehrlich meint und dafür sorgen will, dass er seine Eltern beide zu gleichen Teilen "behalten" kann. Aber ich weiß natürlich nicht, was die Zukunft bringt und wie sie sich vielleicht verändern wird...
Meine größte Hoffnung ist, dass mir in den nächsten Tagen klar wird, dass auch bei mir eigentlich keine Liebe zu ihr mehr da ist. Ich bin im Moment zu verletzt, um das zu beurteilen, aber zumindest emotional nimmt mich der Gedanke an die Zukunft unseres Kindes 100-fach mehr mit als der an meine eigene Zukunft.
Findet sich in diesen Worten vielleicht irgendwer wieder? Ich würde mich sehr dafür interessieren, wie die Geschichte bei euch ausgegangen ist, bzw. wo ihr gerade steht. Gerade für Situationen, in denen zum Zeitpunkt der Trennung wie bei uns kein Streit, keine Affäre, keine Anschuldigungen im Raum standen, würde ich mich interessieren. Ist es unter solchen Umständen wahrscheinlicher, sich im Guten zu trennen, oder treten die wahren Probleme sowieso erst später auf?
Vielen, vielen Dank, falls ihr das wirklich zu Ende gelesen habt!
Hallo,
wieviel arbeitet deine Frau?
Wäre ein Wechselmodell 50 % Betreuung möglich?
Sophie
Hi Sommer,
willkommen hier im Forum und erstmal viel Kraft. Du bist hier nicht alleine mit den Erfahrungen - der Großteil der Väter hier hat es fast genauso, wie Du es jetzt beschreibst, erlebt. Gerade der Zeitpunkt um die Feiertage ist dabei immer ziemlich heftig.
So blöd es für einen als Betroffenen klingt, Du musst jetzt sofort für DICH auch anfangen, den Hebel im Kopf umzulegen. Den es ist im Großteil der Fälle so, dass wir Männer zwar etwas ahnen, die Fakten werden dann aber von den Frauen geschaffen, da Du ja auch schon betont hast, dass sie sich nicht mehr wohlfühlt.
Wichtig ist jetzt, dass Du SOFORT wieder aktiv daran gehst, dass Steuer in die Hand zu bekommen. Trennungen sind nicht Sachen, die aus heiterem Himmel fallen, sondern meist von langer Hand vorbereitet sind. Dabei kommt den Mädels zu Gute, dass sie meist schon lange im Vorfeld die Sache ausgeplant haben, oft schon längst jemand im Hintergrund mit die Weichen stellt (ich sag nur netter Mitspieler aus der Theatergruppe z.B.) oder die 50 jährige, 3-fach-geschiedene, die bei Euch in der Nachbarschaft lebt, die Du aber wahrscheinlich gar nicht kennst.
Deutlich siehst Du das auch an folgender Aussage:
Ich fand es gestern noch ein bisschen früh, das Thema zu diskutieren, aber sie schlug für die Zukunft eine 4-3 Tage Regelung vor.
Das ist auch zu früh, aber es bestätigt einfach das oben geschriebene. Sowas ist keine Kurzschlusshandlung, mach Dir das bitte klar.
Auch die Sorgen als Vater kann hier jeder verstehen. In der Realität gibt es durch das Wechselmodell eine gute Möglichkeit, den Kontakt verlässlich sicherzustellen, wenn beide Elternteile mitziehen. Das ist am Anfang ungewohnt, spielt sich aber sehr schnell ein und die Kinder müssen auch nicht darunter leiden.
Wenn eine Ehe für einen Ehepartner zerrüttet ist, ist das meistens auch faktisch so. Trotzdem finde ich es Schade, dass sie gleich alle Formen der Eheberatung ablehnt. Auch das macht man eigentlich nicht, wenn nicht jemand anderes längst im Boot ist bzw. man selber "erstaunt" über sein Verhalten ist. Frauen sind im Regelfall ungern allein - und sie wird sich schon gut überlegen, wer ihr für die neue Wohnung im Januar die Waschmaschine trägt oder die Küchenplatten sägt, glaub mir das mal.
Bitte denke auch dran, dass ab jetzt jedes Verhalten von Dir, was Du als "nett" oder nach dem Motto "ich krieg das schon, sie kommt wieder zu mir zurück" absolut falsch ist, auch wenn Du es jetzt sicher so nicht verstehen wirst. Dieses Verhalten wird Dir als Schwäche ausgelegt und sofort bitter bestraft. Und den Satz "ich kenne meine Frau doch so gut" streichst Du bitte aus Deinem Kopf. Ganz, ganz, schnell. Du kennst NICHTS von ihr - Du wirst bald merken, was ich damit meine.
Es gibt viele Wege, wie es möglich ist, dass man auch bei einer Trennung respektvoll und in Zukunft gut miteinander umgehen kann. Das Forführen alter Denkmuster, "Bettelei" oder "Liebe", die nur noch bei Dir vorhanden ist, hilft hier nicht weiter.
Deine Schritte für die nächsten Woche: Sofort Termin beim guten Anwalt für FamRecht. Nicht um hier Öl ins Feuer zu giessen, sondern für erste Beratung und fürs Kennenlernen. Es gibt sehr viele Möglichkeiten, eine Trennung und Scheidung einvernehmlich und friedlich zu gestalten. Das können wir Dir hier bei Gelegenheit erläutern. Lies bitte den Trennungs-FAQ aufmerksam durch.
Du sicherst bitte sofort alle Aktenordner mit Gehaltsnangaben von Dir, Bank- Fonds, Versicherungsunterlagen und schaffst sie zu Deinen Eltern, ins Büro. Du leitest umgehend die sofortige Trennung aller Konten ein und entziehst sämtliche Vollmachten. Das klingt krass, oder? In ein paar Wochen wirst Du wissen warum. Du sperrst bitte sofort Deinen PC zu Hause. Ansonsten wirst Du hier noch viele Gute Tipps bekommen. Viel Kraft - Gruß Ingo
Hallo Sommer,
ich würde auch für eine 4-3-4-3 Regelung stimmen oder wie es Userin Wolkenhimmel mit ihrem Mann praktiziert hat, zB ein Wechsel Mittwoch nach der Kita und Samstag Nachmittag/Abend.
So wie Du jetzt schreibst kann man den Eindruck haben, dass Deine Frau fair und sehr selbstkritisch ist. Ich würde diesen Zustand hegen und pflegen und mir jede verbale Frustentgleisung gut 3x vorher durch den Kopf gehen lassen. Deine Frau erkennt, dass sie sich scheinbar entliebt hat, ohne dass Du da irgendeine "Schuld" trägst. Das ist vernünftig und sehr erwachsen. Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass ihr das Kummer bereitet, wenn doch gar nichts Schlimmes passiert ist, das zur Trennung geführt hat und sie einfach "nur" keine Liebe mehr empfindet.
Ich würde ihr sagen, dass Du traurig bist, aber ihre Entscheidung akzeptierst und Du hoffst, dass ihr die tollen Eltern bleiben könnt, die ihr bisher gewesen seid und gemeinsam daran arbeitet, dass der kleine Knopf eure Trennung so gut wie es nur geht verarbeitet. Und das geht umso besser, wenn ihr euch wirklich friedlich einigt.
Natürlich ist es möglich, dass beim Thema Geld die Freundschaft aufhört. Versucht Einigungen ohne Einmischungen (Freunde, Familie, Anwälte) zu treffen und fragt euch immer, wenn ihr auf Dinge "besteht", ob ihr die durchfechten wollt, weil sie euch wirklich wichtig sind oder weil man dem Anderen was wegnehmen will.
Und wenn Du Frust abbauen musst: Sport, Sandsack, Kissen verprügeln. Aber in Gesprächen immer mit Anstand!
LG LBM
"Mut bedeutet nicht, keine Angst zu haben, sondern es ist die Entscheidung,
dass etwas anderes wichtiger ist als die Angst."
Servus sommer und wilkommen im Forum!
Ich will mich weiterhin mit ihr verstehen.
Dazu gehören bekanntlich zwei, wenn Deine Frau ebenfalls eine Trennung in Augenhöhe anstrebt, ahbt ig´hr die besten Chancen, das GAnze einvernehmlich über die Bühne zu ziehen. In erster Linie würde Euer gemensamer Sohn davon profitieren.
Und ich kenne sie gut genug, um zu wissen, dass sie die Dinge, die sie gesagt hat, ehrlich meint und dafür sorgen will, dass er seine Eltern beide zu gleichen Teilen "behalten" kann.
Wie Sophie schon schrieb, macht Euch mal mit dem Wechselmodel vertraut und überlegt Euch, ob und wie ihr dieses ausüben wollt und könnt.
Das WM funktioniert nur, wenn die Eltern sich einig sind, dieses ausüben zu wollen.
Scheinbar könnt ihr noch vernünftig miteinader reden, insofern würde ich das nutzen, um wichtige Dinge zu besprechen und zu vereinbaren, z.B.:
-Trennungsvereinbarung, welche später notariell beurkundet wird
-Wer zieht aus? Wird die Wohnung/Haushalt aufgelöst und jeder sucht sich eine eigen Bleibe?
-Wechslemodel ja/nein; wenn nein, bei wem soll Euer gemeinsamer Sohn überwiegend leben/betreut werden?
-In diesem Zusammenhang evtl. Kindesunterhakt (KU)
Solange die Masse dieser (und weiterer) Fragen nicht zufriedenstellend geklärt sind, würde ich auf keinen Fall ausziehen wollen und vorstehende Ratschläge beherzigen.
Grüßung
Marco
Mit einem Lächeln zeigst Du auch Zähne!
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Ob ein Vorhaben gelingt, erfährst Du nicht durch Nachdenken sondern durch Handeln!
Moin Sommer,
willkommen im Forum.
Ein gutes Stück weit habe ich sehr ähnliches erlebt.
Aufrecht erhalten haben mich die Gefühle und Zeiten mit den Kindern - und jetzt spüren sie, das die Eltern sich nicht streiten und hoffentlich einvernehmlich auseinander gehen.
Aber dieser Zustand kann sich durch eine unbedachte Äusserung oder andere Einflüsterungen sofort und sehr radikal ändern!
Wir hatten eine Kommunikationstherapie, die nicht die Eherettung, sondern nur das Miteinander-sprechen-können zum Ziel hatte. Mit Erfolg. Jeder kann den anderen respektieren.
Zu deinen Worten über dich und den Kleinen:
Denke an dich. Unbedingt. Nur wenn du 'funktionierst', kannst du den Bedürfnissen deines Kindes gerecht werden.
Alles Gute und gib nicht klein bei, wenn mit dem 'Im Sinne unseres Kindes...' Forderungen kommen, mit denen du nicht leben möchtest.
Fischkopf
Hallo Sommer,
vorab: ja, Deine Lage kann ich ebenfalls sehr gut nachvollziehen. Wichtig ist es, sich in dieser Lage viele Informationen und auch moralische Unterstützung zu holen (Vätergruppen, Erziehungsberatung etc.). Es ist frappierend, wie alleine man sich mit einem Problem fühlen kann, das so viele Leute haben, aber es gibt durchaus viele gute Hilfsangebote.
Dann:
1) unter den vielen guten Tipps oben würde ich Dir einen ganz besonders an Herz legen:
Recht bald wird sich zwischen Deiner Ex und Dir die Frage stellen, wer auszieht. Auch wenn Ihr Euch gut verstehen, wird das der Knackpunkt werden. Hier solltest Du Dich unbedingt auf den Standpunkt stellen, dass Deine Ex auszieht, denn sie ist es, die das Zusammensein mit Dir nicht mehr aushält. Du solltest - jedenfalls bis zu einer stabilen Klärung, wie es mit dem Kind weitergeht - stur in der Wohnung bleiben. Auch wenn das schwer ist.
Denn es ist leider so: Wer als Vater auszieht, hat in aller Regel sofort jede Grundlage verloren, mehr durchsetzen zu können als Wochenendvater zu sein. Dass Deine Ex jetzt ein Wechselmodell ins Spiel bringt, ist zwar schön, aber wenn Du erst einmal ausziehst, bist Du völlig auf ihren guten Willen angewiesen. Und der ist leider nicht garantiert.
2) Eine wichtige Frage: Geht Euer dreijähriges Kind zur Tagesmutter oder in die Kita? Falls nicht oder nur für wenige Stunden: Unbedingt drum kümmern, dass es während Deiner Arbeitszeiten betreut werden kann. Ggf. überlegen, Deine Arbeitszeit zu reduzieren. Als berufstätiger Vater brauchst Du ein überzeugendes Betreuungskonzept.
3) Auch wenn es Dir jetzt hundelend geht, kannst Du sicher sein: Es wird Dir nach einer gewissen Trauerzeit viel besser gehen, sofern Du es schaffst, mit Deinem Kind so in Kontakt zu bleiben, wie Du es Dir wünschst.
Gruss
Tarek
Moin sommer,
auch ich kann Dich nur bestärken: Macht eine Mediation! Die hat nicht zum Inhalt, Deine Frau zu überreden, bei Dir zu bleiben (das darfst Du auch nicht austrahlen), sondern Euch dabei zu helfen, die jetzt anstehenden Probleme und Fragen selbst (!) zu lösen und dabei respektvoll miteinander umzugehen.
Anstreben solltest Du das Wechselmodell, bei dem Ihr Euren Zwerg zu gleichen Teilen betreut. Und ja: Mach Dich mit dem Gedanken vertraut, eventuelle Einkommensunterschiede durch Trennungsunterhalt an Deine Frau ausgleichen zu müssen. Wenn Du Eure Einkommenszahlen hier einstellst, können unsere Unterhaltscracks Dir schon mal vorrechnen, was Dich in etwa erwartet.
Grüssles
Martin
When a mosquito lands on your testicles you realize that there is always a way to solve problems without using violence.
Hallo sommer,
ich habe dieses Jahr das gleiche mitgemacht wir du und mir kommen die ganzen Argumente deiner Frau sehr bekannt vor. Ich weiß wie man sich in solch einer Situation fühlt. Bei mir hat es leider für ein Wechselmodell nicht ganz gereicht, aber ich betreue unser Kind immerhin in ca. 1/3 der Zeit.
Aus meiner Scht für dich entscheidend: Wie stellt sie sich das ganze finanziell vor? Damit steht und fällt alles. Wenn sie genug verdient, sparsam ist und sie genügend Selbstvertrauen verfügt, um sich und euer Kind alleine durchzubringen hast du gute Chancen. Wenn sie der Ansicht ist, du musst sie finanziell unterstützen weil sie jahrelang dir den Rücken freigehalten hat und wegen dir und dem Kind auf ihre Karriere verzichtet hat, wird es schwierig für dich. Vor allem weil sie bald viele gute Freundinnen hat, die ihr zuflüstern, was ihr alles zusteght und dass sie ja keine Kompromisse eingehen soll.
Tips:
- Zieh nicht aus
- sofort: Termin bei einem Fachanwalt für Familienrecht
- sofort: Unterlagen sichern, Computer sichern, Konten sperren (wie Ingo alles schon beschrieben hat)
- sofort: detailiertes Betreuungskonzept erarbeiten wie du das Kind im Wechselmodell oder als "Alleinerziehender" betreuen kannst
Grüße,
Lullaby
HI Sommer,
in Ergänzung zu den sehr guten Tipps der anderen User
Ich bin mir 100%ig sicher, dass sie momentan niemanden anderen im Auge hat (aber leider fast genauso sicher, dass sich das in ein Paar Wochen/Monaten ändern wird).
Über das Thema "Next" (neuer Partner) und deren Rolle im Trennungsprozess kann man wahrlich Bücher schreiben. Du sprichst den Faktor Zeit selber an. Und genau hier musst Du dran bleiben, wenn Du nicht untergehen willst.
Aus meiner (und sicher auch der Erfahrung der anderen hier) kommt dem Faktor Zeit erhebliche Bedeutung in der Trennungssituation zu.
Mit jedem Tag der seit Eurem Gespräch verstreicht, wird die Bereitschaft, Dir oder einer "gemeinsamen" Lösung näher zu kommen bzw. noch irgendetwas für Dich zu tun, sinken. Deshalb noch mal der Hinweis, jetzt sofort mit den Vätern hier eine Strategie ausarbeiten um Dich vor den vielen Fettnäpfchen, die bereits aufgestellt wurden, möglichst zu bewahren.
Aus persönlicher Erfahrung würde ich damit rechnen, dass innerhalb von wenigen Tagen bis Wochen ein Next als "Tröster", die verflossene Jugendliebe oder sonst ein männlicher Next auf der Bildfläche auftauchen wird. Die dann von den Exen gerne aufgesetzte "rosa-rote" Brille für den neuen Partner (Verdrängung durch Ablenkung) macht rationales Handeln schwer bis unmöglich. Deshalb: Handeln. Gruß Ingo
Guten Morgen sommer,
bei uns war die Situation 99% wie bei Euch.
Wäre das für Dich i.O., mir Deine Mailadresse per PN zu schicken?
Ich möchte meine Details nur ungern hier ausbreiten (auch wenn einige hier sie schon kennen, aber nicht alle), aber ich denke, ich könnte helfen.
LG WH
Hallo !
Ich kann meinen Vorrednern nur zustimmen und dich auch nochmals warnen:
Das Konzept "Wir regeln alles in Freundschaft" klappt leider in den aller wenigsten Fällen.
Sobald erstmal die Einflüsterer aktiv geworden sind die deiner bald-ex klar gemacht haben dad ja eigentlich du der Böse bist, und du jetzt dafür zu bluten hast dreht sich eine scheinbar 'harmonische Trennung' in das genaue Gegenteil. Dann kommen Sätze wie "Mir gehts ja zum Glück gar nicht ums Geld - ich will nur was mir zusteht", und letzteres ist dann mal eben schnell der komplette Haushalt, und dein komplettes Gehalt, mehr nicht.
Richtig ist: Bist DU erst mal aus der Wohnung ausgezogen wirst du dort keinen Fuß mehr rein setzen, und den kompletten Hausrat auch nie mehr sehen (außer vielleicht den Müll den sie hinterläßt). Wenn du im Mietvertrag stehst darft du aber selbstverständlich für die Wohnung weiterhin zahlen - wie für alle Nebenkosten.
Die Sache mit dem Konto ist genau so: Wenn Madame sich erstmal ihren Anteil gesichert hat - der halt bis zur Dispogrenze geht, darft du zahlen (da Sie ja nix hat).
Und das geht so endlos weiter.
Zum Thema Wechselmodell: Sowas KANN funktionieren, aber leider auch selten, denn auch hier hat unsere nette Rechtsprechung einen kleinen Fallstrick parat: Der Aufenthalt des Kindes lässt sich ja niemals absolut 50/50 teilen. Das ist dumm, den sobald das Kind auch nur zu 50.00000001% bei der Mutter und nur 49.9999999999% beim Vater ist darf der KV trotzdem 100% Unterhalt an die KM zahlen ...
Und so geht es endlos weiter ...
Gruß
Habakuk
Servus,
Die Nacht auf der Couch war irgendwie angenehm unbequem und sehr schlaflos. So wie's aussieht, werden wir direkt im neuen Jahr getrennte Wege gehen.
Pass mir bloß auf, dass Du Dich nicht in vermeintlich automatische Muster einer Trennung zwingen lässt.
Warum hast Du und nicht sie auf der Couch geschlafen?
Wird es dann im nächsten Schritt ganz selbstverständlich sein, dass Du Dir eine neue Wohnung suchst, dass Du alles bezahlst ... ?
Nur weil es bei z.B. Bekannten so gelaufen ist, muss es bei Euch nicht genuaso laufen.
Sei von Anfang an wachsam und bestimmt in Deinen Aussagen.
Denn wenn es erst mal ganz konkret um einzelne Punkte geht wirst Du schnell merken wieviel Aussagen wie"Wir bleiben Freunde", "Wir kümmern und gemeinsam ums Kind" usw. wert sind.
Heißt nämlich ein Wechselmodell z.B. das Du dann auch keinen Kindesunterhalt an sie zuüberweisen brauchst, fällt die Entscheidung dazu plötzlich ganz anders aus.
Ganz zu schweigen von vielen guten Freundinnen udn bekannten oder am Besten gleich noch Rechtsanwältn mit vielen wunderbaren kreativen Ideen, die am Ende nur ein Ziel haben: Dich in die Ecke zu drängen, als Vater nutzlos zu machen und dazu aber möglichst viel Geld aus Dir rauszusaugen.
Gruß, Michael
sol lucet omnibus - die Sonne scheint für alle
Hallo Sommer!
Auch ich will mich nunmal zu Wort melden. In sehr, sehr vielem was Du schreibst, hab ich auch die Situation wiedererkennt, die zur Trennung zwischen mir und meiner Frau vor gut 2 Jahren führte! Gerade diese (vorher nicht bemerkte) Unzufriedenheit auf ihrer Seite, der plötzliche Druck handeln zu müssen ohne dass - auch nach zwei Jahren - ein Next vor der Tür steht, die Beteuerung ihrerseits dass sie selbst schuld sei und mich für einen sehr guten Vater und eigentlich auch guten Menschen (Ehemann!?) hält.
Und auf all dem aufbauend (und auch einigen Hinweisen hier im Forum) haben wir eine z Zt echt sehr gut funktionierende Elternebene mit einen 50:50 WM, das auch flexibel auf berufliche (und private) Termine des anderen Rücksicht nimmt, aufgebaut. Zugeben muss ich allerdings, dass ich nach meinem Empfinden großzügig bin (und zum Glück auch sein kann) was KU betrifft, von ihrer Seite (da TZ-arbeitend) kein TU geltend gemacht wurde und wir alle weiteren finanziellen Regelungen (Zugewinn, Versorgungsausgleich, endgültige Hausratsaufteilung) noch vor uns haben. Hier war mein Gedanke, dass ich zunächst einmal das WM gefestigt haben wollte, bevor es (vielleicht) zu Streit kommt.
Insofern gebe ich Dir den Rat, die Horrorszenarien, die viele viele user hier erlebt haben, zwar aufmerksam zu lesen, ggf den einen oder anderen Hinweis aufzunehmen, Deine DEF und ihr Handeln aufmerksam zu beobachten, aber daran zu arbeiten, dass es auch saubere Trennungen gibt (von denen naturgemäß hier weniger zu lesen ist).
Folgende konkrete Ratschläge noch:
- bleib in jeder Diskussion ruhig, Vorwürfe bringen (jetzt) nichts
- Eigene Analyse, was Du zukünftig in die Kinderbetreuung einbringen kannst (geht beruflich ein WM überhaupt)
- Externe Hilfestellung (entweder als Eheberatung, wenn es noch eine Chance gibt oder als Mediation, die hilft, Eure Leben zu trennen, aber gemeinsam Eltern zu bleiben)
- offene Diskussion wer auszieht, es gibt kein Naturgesetz, dass KV auszieht, gerade wenn es eigentlich der Wunsch der KM ist. Wobei ein trotziges daranfesthalten auch nichts bringt, da spielen viele Nebenbedingungen (Arbeitsweg, Kinderbetreuung eine Rolle)
- Kind darf nur mit KM ausziehen (bzw Du ziehst erst aus), wenn ihr eine schriftliche Vereinbarung habt, wie der Umgang (oder das WM) zukünftig funktionieren soll
- Sicherung von Dokumenten wie Bankauszüge, Versicherungspolicen - nur für den Fall, das es eskaliert
- Sofortige Trennung gemeinsamer Konten bzw. Widerruf von Vollmachten auf Dein Konto. Sollte ein gemeinsames Konto der Einfachhalthalber bestehen bleiben (wobei es dafür gar keinen Grund gibt), dann unbedingt sicherstellen, dass dort keine Vermögenswerte vorgehalten werden und Dispo auf Null stellen! Das alles mit offener Kommunikation, sodass Deiner Frau das Erlebnis erspart bleibt, das der GA die Karte einbehält...
So, das wars fürs erste. Ich wünsche Dir/ Euch von Herzen viel Erfolg und werde diesen Thread gerne im Auge behalten. Viel hängt jetzt vom gegenseiten Respekt ab und ob beide Seiten eine faire Trennung anstreben (und es ein gemeinsames Verständnis von "fair" gibt). Und leider auch, ob es gerade auf Seiten der Frau Einflüsterer gibt ("Freundinnen", Eltern, Anwälte) à la "das steht dir zu". Meine Frau konnte dem zum Glück bis jetzt widerstehen.
Gruß, toto
PS: Mein Kind war damals 2,5 Jahre alt und hat die Trennung unserer Meinung nach gut mitgemacht. Die Frage kommen erst jetzt...
