Hallo,
bin neu hier und neu in dieser Situation, d.h. wahrscheinlich habe ich alles, was Ihr bereits erlebt habt, noch vor mir.
Es zeichnet sich jetzt schon aus: das wird das Schmerzhafteste, was ich je erlebt habe, und das ich zwar initiiert habe, aber es so schmerzhaft niemals für die Beteiligten wollte.
Robins Posting, das ich gerade gelesen habe, veranlasst mich auch zum Schreiben, die Geschichte ist ähnlich, ich versuche dabei nicht in die Falle der "Opferhaltung" zu verfallen, was Robin teils vorgeworfen wurde, ich finde tw. zu hart, ich möchte allerdings dabei auch meine naiven ideologischen Fragen stellen.
Meine Geschichte grob: ich bin 35, seit ca. 3,5 Jahren verheiratet, ein Sohn (2,5). Unser gemeinsames Leben war gespickt mit überdurchschnittlich viel Stress und einigen Enttäuschungen. Wir kamen damals zusammen, weil wir ähnliche Lebensziele hatten (Familie, Kinder,...) aber nicht, weil wir etwa die gleiche Wellenlänge hatten oder besonders gut zusammenpassten. Gegensätze ziehen sich an? Nicht hier. Ich für meinen Teil war schon lange nicht mehr glücklich an der Seite meiner Frau, überglücklich allerdings als Vater, aber überhaupt nicht glücklich mit mir selbst, meinem Leben und der nicht-realisierung meiner Wünsche. Ich erstickte.
Ich trug den Gedanken, dass wir keine schöne partnerliche Zukunft haben werden und dann später, dass ich mich trennen möchte, schon ca. 1 - 1,5 Jahre mit mir herum. So viel Alltag und das Bewältigen so vieler Katastrophen haben das Ganze nur hinausgezögert, aber vor allem meine Sorge um das heißgeliebte Kind. Ich bin anscheinend ein "Mammo", die männliche Mamma.
Dann wurde unser Zusammensein - für mich zumindest - immer unerträglicher: keine Zärtlichkeit, keine Wärme, nur noch Abschätziges, Kritisches und tw. Demütigendes habe ich von ihr gespürt. Auf keinen Fall habe ich mich geliebt gefühlt! Gleichzeitig habe ich mich auch dabei selbst beobachtet, wie ich auf sie insgesamt reagierte und wahrscheinlich ähnliche Signale ausgesendet habe. Ich hatte gemerkt: das Gefühl der partnerlichen Liebe war weg: wir waren "Geschwister in einer WG".
In diesen letzten 1,5 Jahren sprach sie die Situation ein paarmal aus und wollte mit mir nach Lösungen suchen, und machte Vorschläge, wie wir Raum bekommen sollten, wieder zueinander zu finden. Ich konnte mit diesen Vorschlägen nichts anfangen, weil sie m.M. nicht das Problem gelöst hätten, und irgendwie wollte ich diesen Raum nicht oder nicht so mit ihr betreten.
Außerdem: ich habe mich zusammengerissen! In diesem Zustand wäre jede Diskussion eine Bresche gewesen, aus der das Ganze entwichen und damit die Katastrophe in Gang gesetzt worden wäre. Meine Art für die Ehe zu arbeiten war: mich zusammenzureissen und weiter zu machen und auf bessere Tage hoffen.
Nach einigen externen Angeboten , denen ich gut widerstehen konnte (ich sehe mich eigentlich als treuen Partner und ich wollte auch nicht prahlen jetzt) ist mir eine Frau über den Weg gelaufen, von der ich sagen kann, dass ich sie - in egal welchen Abschnitt meines Lebens getroffen hätte - immer klasse gefunden hätte. NEIN, ich bin mir sicher, es hat nichts mit dem "Ausgehungert Sein" zu tun, das habe ich mich selbst tausendfach gefragt.
Diese Person hat mir gezeigt, dass es zumindest einen Menschen gibt, der eine ähnliche Wellenlänge zu mir, oder meinetwegen meinem Selbstbildnis, hat.
Es wurde mir nur noch klarer, dass ich in dieser Ehe falsch bin, dass meine Frau eine ganz andere Person an ihrer Seite wünscht als ich es bin und das ich auch eine andere Partnerin neben mir möchte. Mit dieser Erkenntnis fand ich es schon fast als Pflicht, bescheid zu sagen, um meine Frau nicht noch länger an mich zu binden, wenn ich ihre Träume garantiert nicht erfüllen wollte. Ich wollte mein Leben wieder selbst in die Hand nehmen und konsequent ändern. Egozentrisch? Ja, aber haben wir nicht die Verantwortung über unser Leben?
Meiner Frau habe ich vor 5 Wochen die Lage erklärt, und auch von meinen Gefühlen für die andere, ihr unbekannte, Frau (davor 4 Wochen lang geheim) erzählt. Sie reagierte anders als von mir erwartet, statt kopfnickend zu sagen: "Jetzt hat es einer ausgesprochen" ist sie zur Furie geworden und droht mit allerlei Vernichtung. Verletztheit, Hass, verletzter Stolz, Eifersucht, Verzweiflung,...
Jetzt die Fragen:
- wieso sollte das einer nicht tun? Wenn er Gewissheit hat, warum nicht danach handeln und eine Beziehung (trotz Kind) beenden?
- Mir wird vorgeworfen, dass ich keiner Paartherapie zugestimmt habe, und dadurch nicht alles versucht zu haben. Hätte es denn Sinn gehabt? Kann ich mir das Liebesgefühl anerziehen, und das körperliche Begehren?
- Mir wird vorgeworfen, ich hätte die Konsequenzen nicht genügend bedacht. Selbst wenn nicht, sind sie ein ausreichender Grund, es nochmal zu versuchen?
- Sind die Konsequenzen (z.B. das Kind nur noch alle 2 Wochen zu sehen) eigentlich nicht das Ergebnis der Einigung zw. den Eltern? Wieso MUSS es denn so selten sein, wenn Vater und Kind so ein inniges Verhältnis haben?
- Wieso muss man a priori nur auf der Basis der Rechtsprechung denken?
- Mein Kind auch nur drei Tage hintereinander nicht zu sehen, bricht mir schier das Herz, und ich halte es für absolut unnötig. Ist es denn wirklich naiv die zwei Dinge auseinander zu halten: Trennung von der Frau und Trennung vom Kind. Ich hatte irgendwie gehofft, dass es nicht so krass werden würde.
Jetzt stehe ich da und es wird alles auf etwas reduziert, was aber nie Kern meines Problems war: in den Augen Vieler habe ich mich für eine andere Frau gegen das eigene Kind entschieden. Das habe ich aber nicht!!!! Ich habe mich gegen meine Frau entschieden, NIEMALS gegen mein Kind! Die andere Frau und mein Kind waren für mich nie das Thema! Bin ich zu naiv?
- Kann sie mir das Kind entziehen, wenn ich ihn der anderen Frau vorstellen?
- Kann sie wirklich einfach so zum anderen Ende der Republik ziehen, mit unserem Kind?
(ich glaube, ich schreibe zu viel, sorry, ist noch alles sehr frisch)
Würde mich über Expertenantworten auf meine Fragen sehr freuen!
Euer sehr angeschlagener
Zeno
Hi Zeno!
...sie zur Furie geworden und droht mit allerlei Vernichtung. Verletztheit, Hass, verletzter Stolz, Eifersucht, Verzweiflung,...
Du setzt Dich schon länfgere Zeit (1 Jahr oder mehr?) geistig mit einer Trennung außeinander, für sie kam es vielleicht wie vom heiteren (oder auch nur bewölkten) Himmel. Dadurch hast Du natürlich einen großen Vorsprung in der Bewältigung. Sie hat vielleicht geglaubt, dass es nicht so schlimm ist und alles gut werden würde.
Mir wird vorgeworfen, dass ich keiner Paartherapie zugestimmt habe, und dadurch nicht alles versucht zu haben. Hätte es denn Sinn gehabt? Kann ich mir das Liebesgefühl anerziehen, und das körperliche Begehren?
Vielleicht wärs einen Versuch Wert gewesen, aber wie gesagt, hast Du Dich innerlich schon lange von Ihr gelöst und Dich mit der Scheidung außeinandergesetzt.
Mir wird vorgeworfen, ich hätte die Konsequenzen nicht genügend bedacht. Selbst wenn nicht, sind sie ein ausreichender Grund, es nochmal zu versuchen?
Das muß jeder für sich entscheiden, überlege Dir in Ruhe die negativen aber auch die positiven Seiten Deiner Ehe und dann die neg. und pos. Dinge wenn Ihr geschieden seit.
pos: mehr Freiheit, neue Liebe, ...
?: wie ist das mit Besuchsrecht, Urlaub mit dem Kind, Kindesunterhalt und Unterhalt für die Ex, wo wirst Du wohnen, ...
Sind die Konsequenzen (z.B. das Kind nur noch alle 2 Wochen zu sehen) eigentlich nicht das Ergebnis der Einigung zw. den Eltern? Wieso MUSS es denn so selten sein, wenn Vater und Kind so ein inniges Verhältnis haben?
Garnichts muss sein, es kommt immer darauf an wie Ihr zwei Euch das ausmacht und ob Ihr + Kind mit Eurer Regelung gut leben könnt. Deiner Schilderung zufolge scheint es da aber wenig Gesprächsbereitschaft zu geben.?
Wieso muss man a priori nur auf der Basis der Rechtsprechung denken?
Genau uns diesem Grund. Es ist besser im eine gerichtliche Entscheidung zum Besuchsrecht zu haben. Wenn Ihr es Euch anders ausmacht und alle sind zufrieden, ist das ok, es kommt kein Richter oder das Jugendamt und schaut nach, ob Ihr den Beschluss einhaltet. Jedoch wenn es Unstimmigkeiten gibt kann man sich auf den gerichtlichen Beschluss zurückziehen, den beide akzeptieren sollten (ich weiss eh, auch da kommt es trotzdem zu Schwierigkeiten)
Ich hatte irgendwie gehofft, dass es nicht so krass werden würde.
Da bist Du nicht der einzige...
Kann sie mir das Kind entziehen, wenn ich ihn der anderen Frau vorstellen?
Lass im Moment die andere Frau aus dem Spiel, das hat Zeit. Sie ist auch für Deine Sohn momentan nicht wichtig, er will Dich sehen und mit Dir spielen! Alles andere ergibt sich mit der Zeit.
Kann sie wirklich einfach so zum anderen Ende der Republik ziehen, mit unserem Kind?
Denke schon
Würde mich über Expertenantworten auf meine Fragen sehr freuen!
Euer sehr angeschlagener Zeno
Bin wahrlich kein Experte
Kopf hoch und schreib wenn Dich was bedrückt,
LG 7of9
Hi Zeno,
tja das ist schon nicht einfach, wenn man nur so nebeneinander herlebt und eigentlich keinen Sinn mehr sieht das Leben weiterhin mit seinem Partner zu verbringen.
Wenn man sich dann zusätzlich neu verliebt und auch zulässt, dass aus diesem Verliebtsein mehr wird, dann kommt es unweigerlich zu mehr oder weniger großen emotionalen Schwierigkeiten, denn der oder die Verlassene fühlt sich nahezu immer verletzt, selbst wenn kein anderer Partner im Spiel ist. Eine neue Liebe ist meiner Meinung nach nie der wahre Grund für eine Trennung. Ich glaube in einer festen und funktionierenden Beziehung hat ein neuer Partner keine wirkliche Chance, höchstens vielleicht für einen Seitensprung, aber bei Dir hört es sich ja nach mehr an.
Ich werde jetzt dieses Jahr 40 und bin 16 Jahre verheiratet und kenne die Situation sehr gut, dass man sich ungeliebt und unverstanden vom Partner fühlt. Ich habe mich letztes Jahr im November von meiner Frau getrennt und bin aus der gemeinsamen Wohnung ausgezogen, allerdings ohne gleich eine neue Beziehung zu beginnen. Das hätte ich zu diesem Zeitpunkt auch nicht brauchen können, denn ich musste erst einmal zu mir selbst finden und das Alleinsein genießen. Aber meistens braucht es einen neuen Partner oder Partnerin, um diesen Schritt dann auch tatsächlich und nicht nur in Gedanken zu vollziehen.
Ich habe mir dann immer wieder Gedanken darüber gemacht, warum ich mit dieser Entscheidung so lange gewartet habe, und mir auch gedacht, dass ich vielleicht ein paar Jahre meines Lebens verschleudert habe. Aber letztendlich hilft der Blick zurück mir nicht weiter, ich muss nach vorne schauen und denke, dass ich in meiner Ehe, obwohl sie nicht immer sehr glücklich war auch gereift bin. Unsere Kinder sind jetzt 14 und 16 Jahre alt und begreifen auch was Sache ist. Sie sind mir nicht böse wegen meiner Entscheidung und sind auch mehr oder weniger nicht mehr so leicht beeinflußbar, sondern bilden sich ihre eigene Meinung.
Die Tatsache allerdings, dass Deine Frau eine Paartherapie vorgeschlagen hat ist allerdings ein Zeichen, dass ihr doch noch etwas an Dir liegt. Dass Du dies abgelehnt hast macht es Deiner Frau natürlich nicht leichter. Eine Paartherapie muss ja nicht unbedingt heißen, dass man wieder zusammenkommt, es gibt durchaus auch Formen der Paarteherapie in denen es darum geht, wie man sich am vernünftigsten auf emotionaler Ebene trennt. Für die sachliche Seite sind dann die Anwälte zuständig. Wir haben es auch versucht zusammen mit einer Paartherapeutin wieder auf eine gemeinsame Basis zu kommen. Wir wurden dann beide gefragt in welche Richtung die Gepräche gehen sollten - Zusammenbleiben oder Trennen. Am Ende ging mein Wunsch dann eindeutig Richtung Trennung, aber ich brauche mir nicht den Vorwurf machen zu lassen, ich hätte es nicht versucht. Aber meine Frau fühlt sich auch fürchterlich verletzt und versucht mir alle möglichen Steine in den Weg zu legen. Mittlerweile redet Sie nicht mehr mit mir.
Hat Deine neue "Liebe" auch Kinder ?
Du musst bedenken, dass Du mit der neuen Partnerin noch keinen wirklichen Alltag erlebt hast. Man ist verliebt, und das ist ein verdammt schönes Gefühl und denkt vielleicht nicht wirklich darüber nach wie es weitergeht.
ABER letztendlich kennst Du dich selbst am Besten und must Entscheidungen für Dein Leben treffen und auch die Konsequenzen dafür tragen.
Besser ist jedoch auch einmal eine vermeintlich falsche Entscheidung zu treffen als keine.
In dem Moment wo man die Entscheidung trifft kann man sowieso nur abwägen und vermuten wie es weitergeht. Was tatsächlich kommt weiß man oft erst sehr viel später.
Ich wünsche Dir ein gutes Händchen bei Deinen Entscheidungen.
Gruß
Peter
Hallo Zeno,
wie Ohri auch möchte ich dir sagen, lass deiner Frau Zeit.
Auch ich hab mich lange (mind. 2 Jahre) mit der Trennung beschäftigt, bis ich dann irgendwann wusste, es ist der richtige Zeitpunkt. Auch wenn unsere Ehe den Namen nicht mehr verdiente fiel mein Mann angeblich aus allen Wolken, war verletzt, hat versucht mir alles so schwer wie möglich zu machen und hat letztendlich alles über unsere Tochter transportiert. Mit mir hat er nicht mehr geredet, hat gesagt das hätte keinen Sinn, ich wäre ein schlechter Mensch und mit mir könnte man nicht reden (und das nach 21 Jahren Ehe). Unsere Trennung war im Juni und vor 2 Wochen hat er mich zum 1. Mal mit mir telefoniert ohne mich anzuschreien oder zu beschimpfen.
Das hilft dir vielleicht nicht so ganz viel weiter aber es zeigt, der Verlassene braucht einfach Zeit.
Wünsch dir viel Kraft und Glück
Nena
Träume nicht dein Leben, lebe deinen Traum
Hi Zeno!
Hi, schön gleich Antwort zu bekommen!
Du setzt Dich schon länfgere Zeit (1 Jahr oder mehr?) geistig mit einer Trennung außeinander, für sie kam es vielleicht wie vom heiteren (oder auch nur bewölkten) Himmel. Dadurch hast Du natürlich einen großen Vorsprung in der Bewältigung. Sie hat vielleicht geglaubt, dass es nicht so schlimm ist und alles gut werden würde.
Verstehe ich ja, dennoch sehe ich Dinge, die ich nie geglaubt hätte erleben zu müssen
Paartherapie
Vielleicht wärs einen Versuch Wert gewesen, aber wie gesagt, hast Du Dich innerlich schon lange von Ihr gelöst und Dich mit der Scheidung außeinandergesetzt.
Vielleicht...kann ich immer noch nicht sagen und momentan glaube ich das angesichts ihres Verhaltens immer weniger
Das muß jeder für sich entscheiden, überlege Dir in Ruhe die negativen aber auch die positiven Seiten Deiner Ehe und dann die neg. und pos. Dinge wenn Ihr geschieden seit.
pos: mehr Freiheit, neue Liebe, ...
?: wie ist das mit Besuchsrecht, Urlaub mit dem Kind, Kindesunterhalt und Unterhalt für die Ex, wo wirst Du wohnen, ...
Aber ganz genau das konnte ich nicht akzeptieren: vielleicht aus praktischen, finanziellen oder logistischen Gründen eine Beziehung aufrecht zu erhalten. Einzig die Liebe zu meinem Sohn hat mich überhaupt so (mehr oder weniger) lange warten lassen. Ich hasse ja meine Frau nicht, ich weiß nur, dass wir nicht zusammen passen.
Garnichts muss sein, es kommt immer darauf an wie Ihr zwei Euch das ausmacht und ob Ihr + Kind mit Eurer Regelung gut leben könnt. Deiner Schilderung zufolge scheint es da aber wenig Gesprächsbereitschaft zu geben.?
Ganz im Gegenteil sehe ich, dass das Kind instrumentalisiert wird, um mir immer wieder eine auszuwischen. Wie sehr mir das schmerzt sieht sie sehr wohl.
Wieso muss man a priori nur auf der Basis der Rechtsprechung denken?
Genau uns diesem Grund. Es ist besser im eine gerichtliche Entscheidung zum Besuchsrecht zu haben. Wenn Ihr es Euch anders ausmacht und alle sind zufrieden, ist das ok, es kommt kein Richter oder das Jugendamt und schaut nach, ob Ihr den Beschluss einhaltet. Jedoch wenn es Unstimmigkeiten gibt kann man sich auf den gerichtlichen Beschluss zurückziehen, den beide akzeptieren sollten (ich weiss eh, auch da kommt es trotzdem zu Schwierigkeiten)
Was für Perspektiven...
Ich hatte irgendwie gehofft, dass es nicht so krass werden würde.
Da bist Du nicht der einzige...
Wahrscheinlich doch naiv...
Kann sie mir das Kind entziehen, wenn ich ihn der anderen Frau vorstellen?
Lass im Moment die andere Frau aus dem Spiel, das hat Zeit. Sie ist auch für Deine Sohn momentan nicht wichtig, er will Dich sehen und mit Dir spielen! Alles andere ergibt sich mit der Zeit.
Das tue ich ja, hatte auch überhaupt nicht sowas vor und hab erstmal ganz andere Gedanken/Sorgen um mein Kind gehabt, das wird nur andauernd von meiner Frau angebracht, und da ich dann wohl doch juristisch zuwenig weiß, wundere ich mich, ob meine Frau tatsächlich das Recht dazu hätte...auf jeden Fall droht sie damit... zwar ins Leere, weil ich selbst erstmal mit mir selbst klarschiff machen möchte, bevor ich mich irgendwo neu einlasse...
Kann sie wirklich einfach so zum anderen Ende der Republik ziehen, mit unserem Kind?
Denke schon
Da kommt einer auf die Welt ... typisch ich, ich will solche Dinge einfach nicht glauben...
Würde mich über Expertenantworten auf meine Fragen sehr freuen!
Euer sehr angeschlagener Zeno
Bin wahrlich kein Experte
Kopf hoch und schreib wenn Dich was bedrückt,
LG 7of9
Danke, weiß ich sehr zu schätzen
Zeno
Ich glaube, mit dem ganz weit weg ziehen ist das nicht so einfach.
DeepThougt hat bestimmt die entsprechenden Paragraphen zur Hand 😎
Ich kann da nur aus anderen Erfahrungen berichten. Die Mutter hat sich auf eine Stelle über 800 km entfernt vom Vater beworben. Das Kind (16) wollte in keinem Fall dort hin, aber auch nicht zum Vater. Andiskutiert wurde betreutes Wohnen, der Richter tendierte in einem Nebensatz, das Kind eher zum Vater zu geben. Es kam schlussendlich zu keiner Entscheidung, da die Mutter die Stelle dann doch nicht bekam.
Das hat nun mit eurem Fall zwar überhaupt nichts zu tun, aber aus dem Bauch heraus würde ich sagen, dass die Mutter schon einen triftigen Grund haben muss, ein so kleines Kind so weit vom Vater zu entfernen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass sie das machen kann, um dir nur einfach eins auszuwischen.
Mir deiner Einstellung über Paartherapie hast DU MIR einen guten Hinweis gegeben.
- Mir wird vorgeworfen, dass ich keiner Paartherapie zugestimmt habe, und dadurch nicht alles versucht zu haben. Hätte es denn Sinn gehabt? Kann ich mir das Liebesgefühl anerziehen, und das körperliche Begehren?
Vielleicht wusste mein Ex das auch immer schon. Gesagt hat er es ja immer - wir passen nicht zusammen - und hat sich deshalb auch gegen jeden Therapie- oder auch nur Gesprächsversuch gewehrt.
Allerdings hätte es möglicherweise die Trennung beschleunigt, denn das habe ich auch schon gehört, dass so eine Beratung auch sehr gut eine Trennungsbegleitung werden kann.
Vielleicht könnte er dann jetzt auch lockerer mit der Situation umgehen - ähnlich, wie es deine Frau möglicherweise könnte....
Ich bin jetzt, nach über zwei Jahren noch auf der Suche nach einer vernünftigen, bezahlbaren Möglichkeit, die Trennung für beide Teile aufzuarbeiten.
Was man nicht bespricht, das bedenkt man auch nicht recht.
Johann Wolfgang von Goethe
Hi Zeno,
Hi,
tja das ist schon nicht einfach, wenn man nur so nebeneinander herlebt und eigentlich keinen Sinn mehr sieht das Leben weiterhin mit seinem Partner zu verbringen.
Nicht nur nicht einfach, sondern es machte mich panisch. Manche meinten, es sei meine midlife-crisis. Damit verpackt man das Ganze schön in einem Begriff und vermittelt den Eindruck, man müsste es nur wegtherapieren und dann ist alles wieder gut.
Wenn man sich dann zusätzlich neu verliebt und auch zulässt, dass aus diesem Verliebtsein mehr wird, dann kommt es unweigerlich zu mehr oder weniger großen emotionalen Schwierigkeiten, denn der oder die Verlassene fühlt sich nahezu immer verletzt, selbst wenn kein anderer Partner im Spiel ist. Eine neue Liebe ist meiner Meinung nach nie der wahre Grund für eine Trennung. Ich glaube in einer festen und funktionierenden Beziehung hat ein neuer Partner keine wirkliche Chance, höchstens vielleicht für einen Seitensprung, aber bei Dir hört es sich ja nach mehr an.
Ganz Deiner Meinung, hatte früher schon mal sowas erlebt, ich musste es in der letzten Zeit häufig beschreiben (als fehlend), ich finde es geht in die Richtung: man fühlt sich zuhause und erhält dadurch eine innere Ruhe. In diesem Zustand, haben externe Einflüsse oder Reize überhaupt keine Wirkung.
Ich werde jetzt dieses Jahr 40 und bin 16 Jahre verheiratet und kenne die Situation sehr gut, dass man sich ungeliebt und unverstanden vom Partner fühlt. Ich habe mich letztes Jahr im November von meiner Frau getrennt und bin aus der gemeinsamen Wohnung ausgezogen, allerdings ohne gleich eine neue Beziehung zu beginnen. Das hätte ich zu diesem Zeitpunkt auch nicht brauchen können, denn ich musste erst einmal zu mir selbst finden und das Alleinsein genießen. Aber meistens braucht es einen neuen Partner oder Partnerin, um diesen Schritt dann auch tatsächlich und nicht nur in Gedanken zu vollziehen.
Im Nachhinein, mit der jetzigen Übersicht, hätte ich das auch gerne "sauberer" gehabt. Komme mir schon wie Friedmann vor: Menschen machen Fehler... -> Menschen verlieben sich und ich habe mich eben verliebt, nur, warum glaubt mir keiner, dass sie nicht der Grund für meine Trennung ist?
16 Jahre! Wie fest zusammengewachsen ist man denn? Ist eine spätere Trennung schmerzhafter als eine frühere?
Ich habe mir dann immer wieder Gedanken darüber gemacht, warum ich mit dieser Entscheidung so lange gewartet habe, und mir auch gedacht, dass ich vielleicht ein paar Jahre meines Lebens verschleudert habe. Aber letztendlich hilft der Blick zurück mir nicht weiter, ich muss nach vorne schauen und denke, dass ich in meiner Ehe, obwohl sie nicht immer sehr glücklich war auch gereift bin. Unsere Kinder sind jetzt 14 und 16 Jahre alt und begreifen auch was Sache ist. Sie sind mir nicht böse wegen meiner Entscheidung und sind auch mehr oder weniger nicht mehr so leicht beeinflußbar, sondern bilden sich ihre eigene Meinung.
Ich akzeptiere die Zeit auch wie sie war und denke nicht sie verschleudert zu haben, ich bereue auch nicht geheiratet zu haben und stehe zu meinem damaligen Wunsch zu heiraten, ich bereue höchstens, mich in neuralgischen Situationen nicht anders verhalten zu haben. Ich habe auch Beziehungen gehabt, von denen ich wußte, sie tun mir überhaupt nicht gut, und gleichzeitig wußte ich, ich muss sie komplett durchleben bevor ich da weg kann. Eine Möglichkeit für ein Reifeprozess.
Die Tatsache allerdings, dass Deine Frau eine Paartherapie vorgeschlagen hat ist allerdings ein Zeichen, dass ihr doch noch etwas an Dir liegt. Dass Du dies abgelehnt hast macht es Deiner Frau natürlich nicht leichter. Eine Paartherapie muss ja nicht unbedingt heißen, dass man wieder zusammenkommt, es gibt durchaus auch Formen der Paarteherapie in denen es darum geht, wie man sich am vernünftigsten auf emotionaler Ebene trennt. Für die sachliche Seite sind dann die Anwälte zuständig. Wir haben es auch versucht zusammen mit einer Paartherapeutin wieder auf eine gemeinsame Basis zu kommen. Wir wurden dann beide gefragt in welche Richtung die Gepräche gehen sollten - Zusammenbleiben oder Trennen. Am Ende ging mein Wunsch dann eindeutig Richtung Trennung, aber ich brauche mir nicht den Vorwurf machen zu lassen, ich hätte es nicht versucht. Aber meine Frau fühlt sich auch fürchterlich verletzt und versucht mir alle möglichen Steine in den Weg zu legen. Mittlerweile redet Sie nicht mehr mit mir.
In dieser Zeit wurde ich und werde noch mit Lebensmaximen wie "man muss doch an einer Beziehung arbeiten, dann..." und mit Phrasen wie "Lieber ein Ende mit Schrecken..." bombardiert. Ich habe mich gegen eine Paartherapie entschieden, weil ich gar keine Hoffnung in mir trug, und - will ich Dir überhaupt nicht unterstellen - wollte ich nicht deswegen darauf eingehen, nur um "moralisch abgesichert" zu sein. Ich hatte Sorge, das Ganze nur noch zu verlängern und die Verstrickungen zu verschlimmern. Es wird mir vorgeworfen, ich würde es mir dadurch leichter machen...fühlt sich so nicht an.
Hat Deine neue "Liebe" auch Kinder ?
Einen 13-Jährigen Sohn, ganz entspannter Typ.
Du musst bedenken, dass Du mit der neuen Partnerin noch keinen wirklichen Alltag erlebt hast. Man ist verliebt, und das ist ein verdammt schönes Gefühl und denkt vielleicht nicht wirklich darüber nach wie es weitergeht.
Ich weiß! Ich werde auch nicht müde zu betonen, dass sie NICHT die Ursache des Ganzen war, und, obwohl ich das dauernd angeboten bekommen, ich werde erstmal NICHT zu ihr ziehen. Ich werde versuchen, die Situation mit meiner Familie zu regeln, dann mich über mich selbst (bin bei professioneller Hilfe) im Klaren zu werden und erstmal schauen, wie ich manches an mir ändern kann, bevor ich mich richtig auf jemand anderem loslasse. Ich sagte auch nie, dass ich ihretwegen meine Frau verlasse, sondern für die Chance sie kennen zu lernen, oder jemand anderes.
ABER letztendlich kennst Du dich selbst am Besten und must Entscheidungen für Dein Leben treffen und auch die Konsequenzen dafür tragen.
Dabei habe ich das grundsätzliche Problem zu akzeptieren, dass die Trennung von der Ehefrau unbedingt und automatisch bedeutet, dass man sich vom Kind trennen muss. Es ist nur in zweiter Instanz eine Konsequenz und völlig von der Ehefrau abhängig. Man sagt mir, ich hätte das voraussehen müssen, aber wie soll ich voraussehen wie meine Frau reagiert? Ich war fest davon überzeugt, sie liebt mich nicht.
Besser ist jedoch auch einmal eine vermeintlich falsche Entscheidung zu treffen als keine.
Ja, ich habe mein Leben schleifen lassen. Als ich aufgewacht bin, Resüme gezogen und reagiert habe, dachte ich auch so: wenigstens sind es meine eigenen Fehler, die ich jetzt mache.
In dem Moment wo man die Entscheidung trifft kann man sowieso nur abwägen und vermuten wie es weitergeht. Was tatsächlich kommt weiß man oft erst sehr viel später.
Es wird aber einem suggeriert, dass es unabwendbare Wege gibt, die so deutlich sind, dass man sie hätte früher sehen sollen.
Ich wünsche Dir ein gutes Händchen bei Deinen Entscheidungen.
Vielen Dank, wie geht es Dir nach Deiner Entscheidung, hast Du denn jetzt eine neue Liebe? Wenn ja, hat sich das, was DU vermisst hast realisiert? Wenn nein, doch lieber alleine leben? Gibt es eigentlich welche, die ihre Entscheidung zur Trennung bereuen (abgesehen vom Vermissen der Kinder usw.).
Gruß
Peter
Ciao
Zeno
Hallo Zeno,
wie Ohri auch möchte ich dir sagen, lass deiner Frau Zeit.
Auch ich hab mich lange (mind. 2 Jahre) mit der Trennung beschäftigt, bis ich dann irgendwann wusste, es ist der richtige Zeitpunkt. Auch wenn unsere Ehe den Namen nicht mehr verdiente fiel mein Mann angeblich aus allen Wolken, war verletzt, hat versucht mir alles so schwer wie möglich zu machen und hat letztendlich alles über unsere Tochter transportiert. Mit mir hat er nicht mehr geredet, hat gesagt das hätte keinen Sinn, ich wäre ein schlechter Mensch und mit mir könnte man nicht reden (und das nach 21 Jahren Ehe). Unsere Trennung war im Juni und vor 2 Wochen hat er mich zum 1. Mal mit mir telefoniert ohne mich anzuschreien oder zu beschimpfen.
Das hilft dir vielleicht nicht so ganz viel weiter aber es zeigt, der Verlassene braucht einfach Zeit.
Wünsch dir viel Kraft und Glück
Nena
Danke Dir, ja, ist wohl einfach alles zu frisch, es ist auch erschreckend für mich selbst gewesen, dass es "genügte" zu sagen: ich mag nicht mehr, und dann sei ich, laut meiner Psychologin "frei". Ist zwar von mir nicht so empfunden, aber auf der Basis wird wohl gearbeitet.
Halte Du auch durch!
:-)
zeno
Hi Zeno!
... aber aus dem Bauch heraus würde ich sagen, dass die Mutter schon einen triftigen Grund haben muss, ein so kleines Kind so weit vom Vater zu entfernen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass sie das machen kann, um dir nur einfach eins auszuwischen
Na ich weiß nicht so recht? Euer Sohn ist ja noch klein, bei einem Schulkind kann ich mir das noch eher Vorstellen, daß man es nicht aus der gewohnten Schule und Freundeskreis herausreissen soll. Ich habe immer geglaubt, dass man dort wohnen kann wo man will.
Aber Zeno, ich glaub dass Deine Frau Dir einfach nur Angst machen will und Dir deswegen damit droht. Sie müsste ja auch viel bei so einem Umzug aufgeben und irgendwo von vorne beginnen - ob sie das dann wirklich auch macht?
Kann sie mir das Kind entziehen, wenn ich ihn der anderen Frau vorstelle?
Bei uns in Österreich kann sie das nicht. Wird wohl bei Dir auch so sein.
LG 7of9
Moin @all,
zum Themea "Wegzug" ein Ausflug in das Strafgesetzbuch:.
StGB § 235 Entziehung Minderjähriger
(1) Mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe wird bestraft, wer
1. eine Person unter achtzehn Jahren mit Gewalt, durch Drohung mit einem
empfindlichen Übel oder durch List oder
2. ein Kind, ohne dessen Angehöriger zu sein,
den Eltern, einem Elternteil, dem Vormund oder dem Pfleger entzieht oder vorenthält.
(2) Ebenso wird bestraft, wer ein Kind den Eltern, einem Elternteil, dem Vormund oder
dem Pfleger
1. entzieht, um es in das Ausland zu verbringen, oder
2. im Ausland vorenthält, nachdem es dorthin verbracht worden ist oder es
sich dorthin begeben hat.
(3) In den Fällen des Absatzes 1 Nr. 2 und des Absatzes 2 Nr. 1 ist der Versuch
strafbar.
(4) ...
1. ...
2. ...
(5) ...
(6) ..
(7) Die Entziehung Minderjähriger wird in den Fällen der Absätze 1 bis 3 nur auf
Antrag verfolgt, es sei denn, daß die Strafverfolgungsbehörde wegen des besonderen
öffentlichen Interesses an der Strafverfolgung ein Einschreiten von Amts wegen für
geboten hält.
Damit habt liegt ihr richtig mit der Vermuting, rein rechtlich dürfe sie das nicht (im Inland: § 235 Abs. 1 Nr. 1, ins Ausland: § 235 Abs. 2 Nr. 1 und 2). Wenn es allerdings trotzdem einfach gemacht wird, und das kommt oft genug vor, interessiert das niemanden. Eine Mutter kann bein Einwohnermeldeamt ihr Kind ab-/anmelden ohne dass der Mitarbeiter der Meldestelle die Unterschrift beider Sorgeberechtigter sehen will. Ein Vater braucht beide Unterschriften. Auch wird der Antrag auf Strafverfolgung nur zu gern wegen mangelndem öffentlichen Interesses zu den Akten gelegt. Selbst die Möglichkeit des Unterhaltsverlustes oder zumindest die wert- oder zeitliche Begrenzung als Wirkung für den den entziehenden Elternteil ist nur mit einem wirklich ausgebufften RA vor Gericht zu erreichen.
Das ist der Unterscheid zwischen Recht haben und Recht bekommen.
Und mal ehrlich, selbst wenn es zu einem Prozess deswegen kommt. In den meisten Fällen ist der Wegzug damit begründet, dass der Betreuungselternteil dort Arbeit hat/zu finden glaubt, einen neuen Partner hat/zu haben vorgibt oder einfach wieder zurück in die Heimat möchte. Welcher Richter kann dazu schon "Nein!" sagen?
Selbst die dadurch erhöhten Umgangskosten hat der Umgangselternteil für den Fall zu tragen, dass beim Betreuungselternteil nix zu holen ist. Diese Zahlen sind auch sehr leicht in die gewollte Richtung ermittelbar.
Ok, das ist ein Extrem, zugegeben. Es zeigt die Spannweite der rechtlichen Möglichkeiten auf und die sind bedingt in den schlechten rechtlichen Rahmenbedingungen gerade im Familienrecht sehr vielfältig.
DeepThought
Der 15. Senat des OLG Celle befindet vatersein.de
in den Verfahren 15 UF 234/06 und 15 UF 235/06
als "professionell anmutend".
Meinen aufrichtigen Dank!
