doppelter Zuschlag
 
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doppelter Zuschlag

 
(@nayeli)
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Hallo,

ich bin durch Zufall auf dieses Forum gestoßen.
Ich selbst bin eine Ex-Frau.Nun ja, die Ehe war alles andere als toll, die Trennung war eine reine Kathastrophe und die Angst, dass unsere Tochter als die Hauptleidtragende aus der Sache rausgeht, war verdammt groß.
Das ganze ist aber eine verdammt lange und auch für mich sehr schwierige Geschichte und momentan kann ich einfach noch nicht darüber schreiben.
Infolge der Trennung stand bei mir ein Umzug an und ich habe mir sehr viele Gedanken darüber gemacht, was für unser gemeinsames Kind besser ist, wenn sie in ihrer gewohnten Umgebung beim Papa bleibt oder wenn ich sie mitnehme.Ich habe diese Gedanken auch meiner Mutter gegenüber geäußert, stieß jedoch auf absolutes Unverständnis. Es kamen dann so Äußerungen  wie: "Ein Kind gehört immer zur Mutter.", "Was bist du nur für eine unverantwortliche Rabenmutter, wenn du darüber nachdenkst, dein Kind im Stich zu lassen." oder auch: "Wenn du meine Enkeltochter nicht mitnimmst, bist du nicht mehr meine Tochter." Das hat mir meine Entscheidung weiß Gott nicht leichter gemacht.Nun ja,letztlich kam es auf Grund dieser Äußerungen und noch einer anderen Raktion meiner Mutter, die mich sehr verletzt hat, zu einem Bruch zwischen ihr und mir. Es tut verdammt weh, immernoch. Damals hat es mich dazu noch enorm verunsichert. Ich stand ganz alleine da, hatte keine Unterstützung.
Trotz meiner katastrophalen Ehe und den vielen schweren Differenzen zwischen meinem Ex und mir haben wir es damals geschafft,gemeinsammit unserem Kind zu reden und mit ihr gemeinsam zu überlegen und zu beraten,was für sie besser ist, was sie möchte. Letztlich hat sich meine Tochter dann entschieden, mit mir mitzukommen. Jedoch haben wir ihr gesagt,dass sie jederzeit auch sagen kann,wenn sie lieber zum Papa möchte. Wir haben versucht ihr zu vermitteln,dass sie das Wichtigste ist.
Leider sah es dann so aus,dass mein Ex sich nach meinem Umzug erst einmal gar nicht mehr um seine Tochter gekümmert hat. Ich weiß gar nicht,wie oft ich ihm auf den Anrufbeantworter gesprochen habe und gefleht habe, er möchte sich bitte bei seiner Tochter wenigstens mal mit einem Brief oder per Telefon melden,weil sie ihn so sehr vermisst und so oft bitterlich weint.Ihre Briefe an ihn blieben unbeantwortet, telefonisch zu erreichen war er nicht. Mit der Zeit hat das dann aber zum Glück funktioniert und der Kontakt zwischen den beiden kam wieder zustande.
Besuche unserer gemeinsamen Tochter bei ihm haben noch eine ganze Weile nicht stattgefunden,weil er nicht wollte.Mittlerweile funktioniert das aber auch einigermaßen. Na ja,die Besuche könnten regelmäßiger und häufiger sein.Immer mal wieder ruf ich ihn an und rede ihm zu. Aber es wird besser.
Was Probleme (schulische,gesundheitliche ...) unserer Tochter anbelangt, so reden wir da sehr intensiv darüber und entscheiden gemeinsam. Ich bin schon ein Stück stolz darauf, dass wir es schaffen, gemeinsam für das Kind da zu sein und ihr zeigen, dass wir beide für sie da sind. Die Eltern-Ebene funktioniert also. In allen anderen Dingen herrscht regelrecht Krieg,leider,jedoch halten wir das von unserer Tochter fern.

Nun bin ich aber auch Lebensgefährtin eines geschiedenen Papas. Er hat 2 Kinder, die bei seiner Ex-Frau leben. Gemeinsam haben wir 2 Kinder.
Leider ist es so, dass es bei ihm und seiner Ex-Frau alles andere als reibungslos funktioniert. Es ist ein Kampf, wie ihn wohl viele getrennt lebende Väter und ihre neuen Partnerinnen (wenn denn vorhanden) führen, wenn die Mutter versucht,dem vater die Kinder zu entfremden. Manchmal fragen wir uns, wie wir das alles noch weiter durchhalten sollen,wo die Kraft für den ständigen Kampf herkommen soll. Aber dann denkt man an die Kinder und irgendwie geht es. Mittlerweile sind unsere Sorgen aber schon sehr bedrückend. Die Kinder meines Lebensgefährten wehren sich zumindest innerlich gegen die Versuche ihrer Mutter,den Papa aus ihrem Leben zu verdrängen und zeigen schon sehr beängstigende Verhaltensauffäligkeiten (unter anderem selbstverletzendes Verhalten). Die Mutter sieht es nicht oder will es nicht sehen und wir kämpfen gegen Windmühlen,weil wir Angst um die beiden Kiddis haben. Aber wie heißt es so schön: Steter Tropfen höhlt den Stein! Wir kämpfen weiter und geben die Hoffnung nicht auf.

Da mein Lebensgefährte sich hier ebenfalls angemeldet hat, werde ich aber die geschichte erstmal nicht aufschreiben. Ich will ihm ja nicht vorgreifen. Ich hoffe mal, dass er sich bald dazu durchringen kann, seine (unsere) Geschichte niederzuschreiben. Momentan ist er mal wieder an einem Tiefpunkt angekommen und kämpft gegen seine Verzweiflung und das sind Momente,in denen er einfach nicht die Kraft hat, über das Ganze zu reden bzw. zu schreiben.

Liebe Grüße

Nayeli


Hilf dir selbst sonst hilft dir keiner!

Zitat
Themenstarter Geschrieben : 26.10.2006 18:28
(@diemystiks)
(Fast) Eigentumsrecht Registriert

Hallo Nayeli,

wenn die Ereignisse sich so überschlagen und dann auch im Doppelpack ist es oft schwer die Akkus aufzuladen.

Wie es sich liest habt ihr einige Päckchen zu tragen und haltet zusammen. Das ist in solch einer Situation wichtig aber auch sehr schwer. Trotzdem müsst ihr versuchen mal Luft zu holen.

Vielleicht kann sich dein Partner bald aufraffen und hier einmal selbst seine/eure Geschichte schreiben. Es hat schon vielen Usern gut getan sich mal alles von der Seele zu schreiben.
Vielleicht findet er hier auch neue Gedankenansätze und Ideen.

Sollte die Situation ihn momentan wirklich so überfordern, sollte er sich auch nicht scheuen fachmännische Hilfe in Anspruch zu nehmen.

Passt auf euch auf.

Gruß
Tina


Und aus dem Chaos sprach eine Stimme zu mir:"Lächle und sei froh, es könnte schlimmer kommen." Und ich lächelte und war froh und es kam schlimmer.

AntwortZitat
Geschrieben : 27.10.2006 00:59
(@natascha80)
Schon was gesagt Registriert

Hallo Nayeli!

Nur zu Deiner Beruhigung, es gibt noch mehr Mütter die im Sinne ihrer Kinder denken und sie bei ihrem Papa lassen würden. Ich habe mich vor 3,5 Jahren von meinem Exmann getrennt und den Kleinen auch bei ihm gelassen. Das Wichtigste sind die Kinder und da kann man nicht nur an sich selber denken. Meine Ma hat damals genauso reagiert wie Deine Ma, Kinder gehören zur Mutter und basta.

Was den ständigen Ärger angeht, wie wäre es mit einem Gespräch beim Jugendamt, damit die beim Vermitteln helfen?

Ich wünsche Euch starke Nerven und einen guten Zusammenhalt.

Grüße, Natascha


AntwortZitat
Geschrieben : 27.10.2006 10:54
(@nayeli)
Schon was gesagt Registriert

Hallo Tina und Natascha,

danke für eure Antworten.
ja, Luft holen und Akkus aufladen ist wirklich dringend nötig.

@ Natascha,

den Weg mit dem Jugendamt sind wir schoin gegangen. Wir haben mehrmals Kontakt mit dem JA gehabt, den Fall aus unserer Sicht geschildert und um Hilfe gebeten, da die Mutter der Kids zu keinem zeitpunkt bereit war und nach wie vor nicht ist, ein gemeinsames gespräch mit meinem LG zu führen. Telefonate verweigert sie, auf Briefe reagiert sie nicht. Unser Wunsch war ein vom JA begleitetes Gespräch zwischen Vater und Mutter. jedoch hat die Mutter, jegliche Gespräche beim JA abgelehnt mit der Begründung,dass sie keinen Gesprächsbedarf sieht. Den einzigen Schritt,den die Mutter getan hat, war die Ansprache des JA mit der Bitte, ihr zu helfen,den Kontakt mit dem Vater zu unterbinden  😡 . Mein LG hat dann der Mutter durch seinen Anwalt seine besorgnis mitteilen lassen. Als Reaktion kam dann, dass sie nun auch beim JA war um ein gemeinsames Gespräch zu erwirken. Wir haben dann beim JA nachgefragt. Aus datenschutzrechtlichen Gründen kann eigentlich keine Auskunft gegeben werden,wurde uns durch das JA mitgeteilt. Mein LG teilte dem JA mit, dass sein Anwalt ihn bat,nachzufragen,da ansonsten nun doch der gerichtliche Weg eingeschlagen werden muss, wenn die Mutter nicht Gesprächsbereit ist trotz zahlreicher Versuche. Die Leiterin des JA begab sich ziemlich auf Glatteis wegen Datenschutz. Sie meinte,sie könne uns nichts direkt sagen, wir sollen ihren Hinweis aber genau beachten. dann sagte sie, mein LG solle bitte schnell Gebrauch von seinem Sorgerecht machen und den gerichtlichen Weg einschlagen.
Wir haben wegen der Kiddis auch schon Kontakt zu einem sozialpädiatrischen Zentrum,die uns sehr unterstützen und unsere Kinderärztin kümmert sich auch rührend.
Na ja,nun will der Anwalt meines LG auf jeden Fall die alleinige Gesundheitsfürsorge beantragen. Ob das aber was bringt? Ich kann mir gut vorstellen,dass die Mutter dann wieder den Umgang komplett boykottiert. Was nutz die alleinige Gesundheitsfürsorge, wenn wir die Kinder nicht mehr bekommen?
Irgendwie rotieren die Gedanken und so wirklich wissen wir nicht, was wir tun sollen?

Liebe Grüße

Nayeli


Hilf dir selbst sonst hilft dir keiner!

AntwortZitat
Themenstarter Geschrieben : 27.10.2006 13:06