Als Familienvater g...
 
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Als Familienvater gnadenlos entsorgt worden

 
(@entsorgtervater2009)
Schon was gesagt Registriert

Hallo liebes Forum,

meine Geschichte kurz und prägnant vorstellen … das wird schwierig, aber ich versuch’s mal … also, ich bin Michael, 48 Jahre alt, stamme ursprünglich aus Hannover, vor 19 Jahren nach Hamburg „ausgewandert“ (eindeutig der falsche OLG-Bezirk für „entsorgte Väter“), seit zwei Jahren rechtskräftig geschieden.

Vor meiner gescheiterten Ehe, acht Jahre, von 1986 bis 1994 in Palo Alto/ Kalifornien gelebt und an der dortigen Law School der Stanford University, studiert, Abschluss Master of Laws (LL.M.) erworben.

Zurück in Deutschland, den Fehler meines Lebens begangen, die falsche Frau geheiratet. Nochmals Jura-Studium zwecks Erlangung der Anerkennung zum Volljuristen sowie Zweitstudium in Volkswirtschaftslehre (VWL) an der Universität Hamburg. September 2009 quasi über Nacht als Ehemann und Familienvater zweier Mädels entsorgt, sofortige Kontaktsperre zu den Kindern von seiten der Kindsmutter, mit dem Ziel die gemeinsamen Kinder dauerhaft zu entfremden („Parental Alienation Syndrome“, PAS-Problematik !!). Meine Kinder bei deren Anhörung im Mai 2010 (vor über drei Jahren) zum letzten Mal gesehen und mit ihnen gesprochen, der Kontakt wird seit der Trennung von meiner Ex-Frau konsequent unterbunden, absolute keine Chance. Geblieben sind mir zwei mittlerweile fünf Jahre alte Fotos von meinen Kindern. Echt traurig !!

Es folgte ein gnadenloser Scheidungskrieg, der in Hamburg bislang beispiellos ist. Umgangsausschluss bis zum Eintritt der Volljährigkeit. Weil ich es gewagt hatte, den Familienrichter wegen seiner nicht vorhandenen Kenntnisse aus der Familienforschung (u.a. Dr. Anneke Napp-Peters, renommierte Familienforscherin aus Hamburg) offen zu kritisieren. Ein Tiefschlag ! Ende Juli wird meine ältere Tochter nun 18 Jahre, also volljährig, und meine jüngere Tochter … ein Papakind, sie ist im Alter von 14 Jahren, eine Woche vor dem Scheidungstermin (22. Juni 2011), aus dem 13. Stock eines Hochhauses in den Tod gesprungen, weil der Familienrichter ihren mehrfach geäußerten Willen, bei mir leben zu wollen, bewusst ignoriert hat (100 % „In dubio pro mama“-Rechtsprechung) und sie ihren geliebten Papa nicht mehr sehen durfte. Nächster Tiefschlag ! Pervers ist: In dem Beschluss des Sorgerechtsverfahrens begründete der Familienrichter die Übertragung der alleinigen elterlichen Sorge auf die Kindsmutter damit, dass der geäußerte Wille einer 14jährigen zu respektieren sei. Bis heute ist es mir untersagt (Beschluss des OLG Hamburg), das Grab meiner Tochter zu besuchen, die Rechtsbeschwerde liegt nun zur Beschlussfassung beim Bundesgerichtshof (BGH). Unfassbar ! Die Einstellung der Zahlungen des Kindsunterhalts für meine tote Tochter hat die gegnerische RAin postwendend mit der Androhung der Zwangsvollstreckung beantwortet. Erst nachdem ich ihr mit dem Publikmachen dieses Falles in den Medien gedroht hatte, ruderte sie zurück. Die gesamte familienrechtliche Auseinandersetzung hat mich bislang über 15.000.- € an Gerichts-, Anwalts- und Gutachterkosten gekostet.

Und dem Familienrichter war im Unterhaltsverfahren mein reales Einkommen für die Bemessung des Kindsunterhalts natürlich viel zu niedrig (Retour-Kutsche für den Stanford-Absolventen), also bilden eines fiktiven Einkommens, d.h. das Jahreseinstiegseinkommen eines „deutschen“ Juristen von 45.000.- € netto diente als Grundlage für die Bemessung. 1.160.- € (!) Kindsunterhalt jeden Monat. Ein weiterer Tiefschlag !

Kontakt und Umgang haben, das wurde mir mit allen juristischen Mitteln verwehrt … als „entsorgter Vater“ habe ich keine Rechte, nur eine Pflicht, nämlich die, Unterhalt zu zahlen, sonst nichts !! Das ist die bittere Erkenntnis, als „entsorgter Vater“ im OLG-Bezirk des Hanseatischen Oberlandesgericht (OLG Hamburg) zu seinem Recht zu kommen.

Fulltime-Job, 60 bis 80 Stundenwoche, nebenbei zwei Vollzeitstudiengänge. Sehr wenig Schlaf, stattdessen Kaffee und Zigaretten, zum Teil auch „Aufputschmittel“ („Red Bull verleiht Flügel“). Erste Herzprobleme treten auf, das berüchtigte „Schraubstock-Gefühl“ im Brustkorb. Als Ausgleich fange ich an, Marathon zu laufen. Aus heiterem Himmel, völlig unerwartet, trifft dann im Mai letzten Jahres Amors Pfeil mitten in mein Herz, die absolute Traumfrau kennen- und liebengelernt, gebürtige Sächsin, gleicher Bildungsstand, beide studiert, beide beruflich fest im Sattel, beide mit sehr langen Betriebszugehörigkeiten, beide die gleichen Ansichten und Interessen, die ganz, ganz große Liebe, gemeinsame Zukunftsplanung als Paar und, da sie Mutter zweier Kinder ist, gemeinsame Zukunftsplanung auch als Familie. Sie ist mein „Sechser mit Superzahl“ !! Vergessen ist der brutale Rosenkrieg zwischen meiner Ex-Frau und mir und mein verzweifelter Kampf um eine Umgangsregelung mit den gemeinsamen Kindern. Aus Liebe zu meinem neuen Schatz pendle ich seit Juli 2012 berufsbedingt, dank einer Bahncard 100, täglich zwischen Hamburg und dem Oberspreewaldkreis/ Lausitz, jeden Tag zweimal 354 km hin und wieder zurück. Aufgrund der guten ICE-Verbindung Hamburg/ Berlin bzw. Hamburg/ Leipzig/ Dresden absolut kein Problem. Jeden Tag neun Stunden im ICE/ RE zusätzlich zum 12 Stunden Arbeitstag. Der „mentale“ Ausgleich … Stunden der Zweisamkeit mit langen Spaziergängen sowie das gemeinsame Laufen mit meinem Schatz und andererseits ein harmonisches Familienleben mit ihr und ihren beiden Kindern.

Ende September 2012, erster schwerer Herzinfarkt während der Fahrt im ICE, kurz vor Berlin, acht Tage im Koma, zwei Wochen Herzzentrum der Berliner Charité, sechs Wochen stationäre Rehabilitation in Bad Liebenwerda. Trotz beruflichem Stress und täglichem Pendeln Ende April Abschluss meines Jura-Studium, Erstes Juristisches Staatsexamen, ein Prädikatsexamen mit cum laude … Und das mit 47 Jahren !! Mein Schatz ist mächtig stolz auf mich, o.k. ein bisschen bin ich es ja auch.

21. April 2013 Haspa Marathon Hamburg, der erste Marathon, sieben Monate nach dem schweren Herzinfarkt, in 3:57:54 Std. … das erste Mal unter 4 Stunden gelaufen - der reine Wahnsinn; 05. Mai 2013 TUI Marathon Hannover, eigentlich als Marathon-Staffel mit meinem Schatz geplant gewesen, nach der Halbmarathon-Distanz einfach weitergelaufen, bei km 40 meinen Schatz eingeholt und die letzten zwei Kilometer gemeinsam ins Ziel gelaufen, unter 4:30 Stunden - der absolute Wahnsinn; 02. Juni 2013 Potsdamer Schlösserlauf, Halbmarathon-Distanz, nach dem Zieleinlauf in 2:01:39 Std., der absolute Tiefpunkt, nichts geht mehr … weinend und zitternd bin ich in den Armen meines Schatzes im Zielbereich zusammengebrochen. Zunächst dachte sie, es sei meine Freude über die Zeit, die ich zuvor gelaufen bin. Als sie mir in die Augen schaute und mir einen liebenvollen „Toll-Du-hast-es-geschafft“-Kuss geben wollte, wurde ihr sehr schnell klar, dass da etwas anderes ist. Da war nicht die Freude über die eigene Laufleistung in meinen Augen, es war die nackte Angst, ALLES, seine Familie, seine Existenz und sein Leben zu verlieren. Ich habe sie angefleht, mir zu helfen, weil ich physisch und psychisch am Ende bin. Seit drei Wochen bin ich arbeitsunfähig. Meine Ärztin sagte nur: „Ausgebrannt“, Diagnoseschlüssel F 73.0 - Burnout-Syndrom. Der berufliche Stress hat den Burnout ausgelöst. Und dann auch dieser Druck, jeden Monat den gerichtlich festgesetzten Kindsunterhalts in Höhe von 630.- € zahlen zu können.

Ich kann nur hoffen, dass meine ältere Tochter irgendwann die Wahrheit erfahren wird und daraus ihre eigenen Konsequenzen zieht. Seit einem Jahr bin ich bei den SHG’s des Väteraufbruch e.V. in Hamburg-Bramfeld und in Dresden und habe dort sehr viel Zuspruch erhalten. Und DANKE, dass ich hier im Forum meine Geschichte posten durfte. 

Ich habe immer sehr, sehr viel gegeben und wenig bis gar nichts zurückbekommen. Habe nie „NEIN“ sagen können. Ich wollte es allen Menschen um mich herum recht machen. Und habe eigentlich dabei den wichtigsten Menschen vergessen - MICH !! Zum Glück habe ich heute meinen Schatz, meinen kleinen Engel, und ihre beiden Kinder, die zu mir halten und mich auf meinem langen Weg begleiten und unterstützen. Das ist so viel wert !! Dafür bin ich ihnen unendlich dankbar !!

Grüße aus der Niederlausitz


Nimm' das Leben nicht so ernst, du kommst da ja doch nicht lebend raus 😉

Zitat
Themenstarter Geschrieben : 25.06.2013 08:26
(@bester-papa)
Registriert

Hallo Entsorgter Vater.

Deine Geschichte macht betroffen und man kann nicht einmal ansatzweise erahnen, was Du an Kummer und Schmerz durchmachen musstest.

Dennoch finde ich in Deiner Geschichte Punkte, bei denen ich einfach mal nachfragen muss: 

und meine jüngere Tochter … ein Papakind, sie ist im Alter von 14 Jahren, eine Woche vor dem Scheidungstermin (22. Juni 2011), aus dem 13. Stock eines Hochhauses in den Tod gesprungen, weil der Familienrichter ihren mehrfach geäußerten Willen, bei mir leben zu wollen, bewusst ignoriert hat

Bei so tragischen Unglücken wie dem Deiner Tochter berichten doch normalerweise die lokalen Medien darüber. Ich konnte aber über Google nichts finden. Habe ich nur schlecht gesucht?

Bis heute ist es mir untersagt (Beschluss des OLG Hamburg), das Grab meiner Tochter zu besuchen, die Rechtsbeschwerde liegt nun zur Beschlussfassung beim Bundesgerichtshof (BGH).

Mit welcher Gesetzesgrundlage wurde das denn begründet?

LG,
Bester Papa


AntwortZitat
Geschrieben : 27.06.2013 14:16
(@ingo30)
(Fast) Eigentumsrecht Registriert

Moin Moin,

das klingt wirklich heftig.

Aber die Frage muss erlaubt sein: Wer bitte will Dir (allein schon rein praktisch) verbieten, einen Friedhof zu besuchen? Dies wirkt schon etwas befremdlich. Vielleicht kannst Du hier nähere Details geben. Gruß Ingo


AntwortZitat
Geschrieben : 27.06.2013 19:54
(@peter68)
Nicht wegzudenken Registriert

Hallo zusammen,

Jeden Tag neun Stunden im ICE/ RE zusätzlich zum 12 Stunden Arbeitstag. Der „mentale“ Ausgleich … Stunden der Zweisamkeit mit langen Spaziergängen sowie das gemeinsame Laufen mit meinem Schatz und andererseits ein harmonisches Familienleben mit ihr und ihren beiden Kindern.

das macht ja werktäglich 21 h, da bleibt nicht mehr viel Zeit für lange Spaziergänge und harmonisches Familienleben, höchstens am Wochenende... und nebenbei noch für Marathon trainieren, Respekt!!!

Sonst sehr schlimme Geschichte, wenn denn tatsächlich alles so ist wie beschrieben ?!

Gruß
Peter


AntwortZitat
Geschrieben : 27.06.2013 20:07
(@loeffel1172)
Rege dabei Registriert

Hammer Story !

wenn alles so ist, dann erstmal Respekt, wie du das allles stemmst ! was ich nicht so ganz verstehe, wie kann man jem. daran hindern, an das grab seines kindes zu gehen ? kann mir nicht vorstellen, das ein gericht sowas zuläßt und falls doch, der Friedhof wird doch nicht 24 std. bewacht, oder ?


AntwortZitat
Geschrieben : 03.07.2013 13:19