alles schief gelauf...
 
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alles schief gelaufen...

 
(@klaus-kehrig)
Schon was gesagt Registriert

Hallo allerseits,

nun ja, das wird wohl der typische Text von einer Trennungsleiche...

Situation:

meine Frau will sich von mir trennen, kann sich ein weiteres Zusammenleben mit mir nicht vorstellen. Sie ist auch
der Meinung unsere gemeinsamen, ehelichen Töchter (Zwillinge) könnten bei Ihr bleiben - wir könnten uns auch nach der Trennung die Erziehung der Kinder teilen. (Unsere Töchter sind im Kindergarten, meine Frau berufstätig) Ich will unsere Beziehung
und unsere Ehe retten - habe nen Beratungstermin für uns gemacht. Eine Trennung von meiner Frau würde mir sehr viel Kraft abverlangen, eine Trennung von meinen Mädchen kann ich mir dagegen nicht mal vorstellen, so übel wird mir davon. Wenn ich dann noch lese, das ca 95 % aller Scheidungskinder füher oder später den Kontakt zum Vater verlieren, habe ich irgendwann nicht mehr genug Tränen

Vorgeschichte/Rückblick:

Wir sind nach wie vor ein gutes Team - aber eben nur in Bezug auf Aufgaben, Arbeit. Wir haben in den letzten Jahren einfach zu wenig in unsere Beziehung investiert - dieses Konto ist leer, kein Dispo...

Emotional sind wir also am Ende unseres gemeinsamen Weges. (Obwohl ich ne Ehetherapie anstoßen möchte, macht mir meine Frau nicht viel Hoffnung.) Es gab einfach zu viele Wunden, zu viele (gegenseitige) Verletzungen in den letzten Jahren - die sich nur ganz langsam summiert haben - bis es knallte...

Wir sind beide auch nicht doof: wir haben ein abgeschlossenes Studium, ne Berufsausbildung. Ich bin handwerklich auch ganz geschickt, kann mit Stein, Holz, Stahl, Kunsstoff arbeiten und mehr als nen Tee kochen. Auch mit Hard und Software kenne ich mich gut aus. Fast alles, was in einem Haus (-halt) kaputt gehen kann, kann ich wieder reparieren. Und genau das ist mein Fluch. Ich habe alles kleine repariert, während das größte, wichtigste - meine Familie - kaputt ging, völlig. Sch... 
Nach dem Studium sind wir in einer deutschen Stadt gelandet, in der meine Frau einen Job bekommen hat. Ich habe jahrelang keine reguläre Arbeit dort gefunden. Irgendwann haben wir geheiratet und uns für Kinder entschieden. Ganz bewusst haben wir das Gegenteil der klassischen Rollenverteilung gewählt, bei der nächsten Schwangerschaft (die von anfang an geplant war, jetzt aber nicht mehr zur Diskussion steht) wollten wir tauschen... Also habe ich meine Mädchen nach dem Ablauf des Mutterschutzes allein betreut. Während meine Frau wieder arbeiten gegangen ist, hatte ich das ganze Programm doppelt: vollgekackte Windeln und wohliges Lachen, Gläschenbrei am Kragen und satte Mädchen, vollgekotzte Autositze und verngügtes Qiutschen im Tunnel, Fieberschübe beim Zahnen und Bisse im Arm, Verstopfung, Krabbelgruppe, Spielplatz, Kinderartzt  usw. usw. Oft war es anstrengend  - aber es war immmer schön.
Natürlich habe ich auch Kontakt zu anderen Eltern gesucht - aber wer besucht solche Veranstaltungen? Richtig, Frauen. Meine Frau hat mir dann mehrfach erotisches Interesse an der Mutter unterstellt. Dass ich dabei lediglich meine Mädchen mit anderen Kindern zusmmmenbringen wollte, hat sie mir nicht geglaubt. Und so wächst eine Verletzung nach der anderen... Wir haben auch keine Freunde oder Verwandten hier, die unsere Kinder mal vertretungsweise hätten nehmen können. So waren wir in den letzten Jahren nicht im Theater, nicht im Kino, nicht Tanzen, nicht im Biergarten etc.

In dieser Zeit sind mir die Mädchen so ans Herz gewachsen, dass ich sie einfach nicht hergeben kann. Schon die Vorstellung ekelt mich an. Vermutlich muss mann/frau das selbst erleben, um zu wissen was ich meine: ich habe vorher nicht mal geahnt, dass es so eine tiefe Bindung überhaupt geben kann. Beide werden bald drei, sind bald ein Jahr im Kindergarten.

Wie es nun dazu gekommen ist wissen wir beide nicht - vielleicht hätten wir dann daran gearbeitet - meine Hoffnung ruht auf der Beratung. Klar ist für mich aber auch, dass wir beide Schuld an der Misere sind.

Ich überlege nun, das ASR für meine Mädchen zu beantragen. Aber so gut sind meine Chancen nicht. Meine Frau ist durchaus eine sehr liebevolle Mutter mit vielen Qualitäten. Und ich habe nichts : keine Wohnung, kein Vermögen, keine Einkommen, kein Auto, buchstäblich nichts. Nur noch meine Mädchen - und unsagbar viel Angst, sie auch noch zu verlieren

Vermutlich habe ich diesen ganzen Text vor allem für mich geschrieben, trotzdem würde ich mich über eure Gedanken freuen

Klaus K.


Zitat
Themenstarter Geschrieben : 10.03.2008 15:39
82Marco
(@82marco)
(Fast) Eigentumsrecht Moderator

Servus Klaus!
Erst mal willkommen im Forum ... hier findest Du Gehör und kriegst evtl. auc noch den einen oder andren Tip!

Wie es nun dazu gekommen ist wissen wir beide nicht - vielleicht hätten wir dann daran gearbeitet - meine Hoffnung ruht auf der Beratung. Klar ist für mich aber auch, dass wir beide Schuld an der Misere sind

Mei, bei den meisten ist´s so, dass vor lauter Verantwortung für die Kinder, für die eigene Zukunft, Versorgung, etceterapepe einfach der Blick und die Fürsorge für den Partner "erlahmte". Wir leben zwar mit- aber nicht mehr so doll füreinander.
Die Frage nach "wer hat Schuld" ist m.E. sowieso nicht massgebend: wenn man (Frau) Fehler erkannt hat, gilt es, diese zu beseitigen und zukünftig zu vermeiden...

Ich überlege nun, das ASR für meine Mädchen zu beantragen. Aber so gut sind meine Chancen nicht.

Was willst Du damit erreichen? Unabhängig davon ist es so gut wie unmöglich, dass Du aus dieser von Dir beschriebenen Konstellation ASR kriegen solltest.
Wenn Du jetzt schon an solche Dinge denkst, frage ich mich allerdings, was Du mit ener Eheberatung bezwecken willst?

Am Rande bemerkt: "Deine" Mädchen sind "Eure" Mädchen, wenn überhaupt! 😉

Nur noch meine Mädchen - und unsagbar viel Angst, sie auch noch zu verlieren

Jetzt doch nicht gleich die Flinte ins Korn werfen:
1. Seid ihr noch gar nicht getrennt.
2. Wollt ihr (zumindest Du) offenbar eine Lösung versuchen/herbeiführen ... möchtest Du mit Deiner Frau alt werden?? Und umgekehrtt?
3. Falls doch Trennung erfolgen sollte UND wenn diese fair und respektvoll (und vor allem zum Wohl der Kinder) vollzogen wird, wird
    auch eine einvernehmliche und friedliche Umgangsregelung im Sinne der Kinder möglich sein.

Also, lass den Kopf nicht hängen und schau nach vorne ...

Grüße ausm Süden
Marco


Mit einem Lächeln zeigst Du auch Zähne!
________________________________________
Ob ein Vorhaben gelingt, erfährst Du nicht durch Nachdenken sondern durch Handeln!

AntwortZitat
Geschrieben : 10.03.2008 17:13
Lausebackesmama
(@lausebackesmama)
(Fast) Eigentumsrecht Moderator

Hallo Klaus,

ich kann mich Marco wie so oft inhaltlich nur voll anschließen.

Einen Rat noch: Informiere Dich über das Wechselmodell. Das halte ich bei euch insoweit als eine gute Lösung, weil Du durch die Elternzeit wohl wirklich eine tiefere Bindung zu den Kindern hast, als die KM wohlmöglich und zweitens, weil Du eben auch sagst, dass sie als Mutter ihren Job gut macht.

Ihr könntet versuchen euch so zu organisieren, dass die Kinder entwerder wochenweise im Wechsel oder anteilig 3/4 Tage die Woche habt.
Dass einer von euch auf ASR abzielt wäre in meinen Augen für die Kinder in keiner Weise gut. Auch steuerlich könnte man das so drehen, dass bei jedem von Euch ein Kind mit Hauptwohnsitz gemeldet ist, hätte StKL II zur Folge für jeden von Euch. Und beim Wechselmodell entfiele auch der Unterhalt für die Kinder.

Vorausgesetzt, es kommt überhaupt zur Trennung.

LG LBM


‎"Mut bedeutet nicht, keine Angst zu haben, sondern es ist die Entscheidung,
dass etwas anderes wichtiger ist als die Angst."

AntwortZitat
Geschrieben : 10.03.2008 17:43
(@brille007)
(Fast) Eigentumsrecht Registriert

Moin Klaus,

ich werfe jetzt einmal eine vielleicht etwas verwegen erscheinende Betrachtungsweise in den Ring: Klar, dass Du die Entwicklung bedauerst und am liebsten rückgängig machen würdest. Andererseits beschreibst Du selbst Eure Ehe als seit langem de facto nicht mehr existent - und das macht eine vernünftige und verantwortungsvolle Trennung einfacher als wenn - zumindest von einer Seite - noch Mega-Emotionen im Spiel sind. Ihr solltet vor diesem Hintergrund die jetzt anstehenden Fragen und Probleme daher vergleichsweise emotionslos und mit klarem Blick lösen können. Das von "Lausebackesmama" angesprochene "Wechselmodell" solltet Ihr in den Mittelpunkt Eurer Überlegungen stellen, denn es erhält Euren beiden Mädels beide (!) Eltern in maximaler Form.

Wenn Ihr Euch darüber einig seid, dass keiner von Euch sich in den "Besitz" der Kinder bringen möchte und dass Ihr Euch weiterhin als Eltern respektieren wollt und könnt, besteht der Löwenanteil Eurer Trennung in schlichtem Auseinanderziehen: Dann gibt es eben einen statt zwei Haushalte, und in beiden sind die Kinder zuhause; mehr isses nicht. Hilfreich kann dabei eine Sorgerechtsmediation sein, in der Ihr einvernehmlich und verantwortungsvoll unter Mithilfe eines sachkundigen, neutralen Dritten ein entsprechendes Modell erarbeitet und lernt, auf der reinen Elternebene miteinander zu kommunizieren.

Wie Dir schon gesagt wurde: Ein ASR-Antrag ist eine Kriegserklärung an die Mutter Eurer Kinder; dieses Geschütz solltest Du nur auffahren, wenn Du auch mit dem genauen Gegenteil (Sorgerechts-Verlust) leben kannst, denn auch dieser Fall kann eintreten. Und ich behaupte mal: Dieses Risiko willst Du nicht eingehen. Die guten Lösungen für Euch liegen in der Kommunikation und nicht in der Konfrontation; unter Letzterer leiden vor allem die Kinder.

Grüssles
Martin


When a mosquito lands on your testicles you realize that there is always a way to solve problems without using violence.

AntwortZitat
Geschrieben : 10.03.2008 18:12
(@smilla)
Nicht wegzudenken Registriert

Hallo Klaus,

ich stimme mit den Anderen grundsätzlich überein...

Die Ehetherapie  (oder -beratung) würde ich aber unter Umständen trotzdem machen!
Selbst wenn sich dabei herausstellt, dass die Ehe nicht zu retten ist, kann man dabei
einen guten gemeinsamen Weg finden um die Trennung (gerade für die Kinder) "gut"
hinzukriegen und sich auf Elternebene weiter verständigen zu können.

Ich wünsche Dir viel Kraft für die nächste Zeit!

LG
Smilla


AntwortZitat
Geschrieben : 10.03.2008 20:14
(@PhoeniX)

Moin

Wechselmodell hin oder her. Fakt ist, das hier ein Vater die Mutterrolle übernommen hat und diese auch weiter innehaben sollte.

Wie steht deine Frau dazu, das die Kinder in Zukunft bei dir leben?

Sollte hier uneinigkeit bestehen, könnte man dieses auch beim JA klären und wenn das keinen Sinn hat einen ABR-Antrag stellen. Das sollte dann aber schnellstmöglich passieren, da sonst das Kontinuitätsprinzip nicht mehr greift.

Finger weck vom ASR. Das gibt schnell heiße Ohren.

Gruß

Martin


AntwortZitat
Geschrieben : 10.03.2008 21:56
Lausebackesmama
(@lausebackesmama)
(Fast) Eigentumsrecht Moderator

Sorry Phoenix, jetzt schnapp ich mal kurz nach Luft: Verstehe ich Dich jetzt hier verkehrt?

Wechselmodell hin oder her. Fakt ist, das hier ein Vater die Mutterrolle übernommen hat und diese auch weiter innehaben sollte.

Nur weil ein Vater hier die Mutterrolle übernommen hat, ist das jetzt mal ein Argument??
Oder willst Du jetzt damit allen ernstes Behaupten, dass es hier "selbstverständlich" ist, dass ein Vater die Kinder behält, nur weil er die Elternzeit übernommen hat?

Sag jetzt bitte, ich hab das falsch verstanden!

LG LBM


‎"Mut bedeutet nicht, keine Angst zu haben, sondern es ist die Entscheidung,
dass etwas anderes wichtiger ist als die Angst."

AntwortZitat
Geschrieben : 10.03.2008 22:04
(@klaus-kehrig)
Schon was gesagt Registriert

Hallo zusammen,

erst mal vielen Dank für eure Anmerkungen im Allgemeinen sowie für die kritischen im Besonderen! Aus der Distanz sieht man manches wohl doch deutlicher.

@ marco
an das ASR habe ich eigentlich nur gedacht, um meine größte Furcht - dass ich eines Tages meine Kinder holen möchte und vor einer leeren Wohnung stehe - zu bekämpfen.
Ich will die Kinder nicht "besitzen" - geht ja eh nicht; ich will einfach nur dieses grauenhafte Szenario verhindern

natürlich sind das unsere Kinder, aber es gab viele tausend Augenblicke, in denen ich das Gefühl hatte, es sind eigentlich meine. War aber auch ok, schließlich wollten wir wie gesagt, anschließend tauschen. Seit 17 Monaten absolviert meine Frau ein Zweitstudium. Auch in dieser Zeit habe ich ihr dafür viel Zeit freigeschaufelt und auch noch ihre Arbeiten korrigiert. Das sind einfach auch ganz viele bindungstiftende Augenblicke. Könnt ihr euch das vorstellen?

@ lbm
ich bin noch garnicht so weit, über Modelle nachzudenken. Bei allen noch so gut gemeinten Ratschlägen wissen wir doch auch, dass die Theorie nie die Bühne ohne ihre hässliche Schwester, die Praxis, betritt. Ich fürchte einfach, dass wir das nicht schaffen und genauso versagen, wie die anderen . Ich habe einfach große Zweifel, dass ausgerechnet wir es besser schaffen sollen als die übigen 95 % bei denen es nicht geklappt hat. Und die haben sicher auch viel versucht

@brille 007
ja, ASR ist ne sensible Geschichte. Ich will auch keinen Krieg. Ich will meine Familie zurück!

Ich muss ja nun mit dualer Strategie agieren. Natürlich kann ich das Beste hoffen, ich muss aber auch auf das Schlechteste vorbereitet sein.

@martin
der Hinweis auf den möglichen Sorgerechtsverlust ist sehr wichtig! Dank dir

@smilla
der kommunikative Ansatz erscheint mir auch der beste; aber wie gesagt: Theorie und Praxis ...

@phönix
was ist ABR?

meine Frau will GSR; ASR für mich bedeutet für sie ganz sicher Krieg - wie hier schon richtig festgestellt wurde

heiße Ohren mir ASR? Kannst Du mir Details dazu liefern? Ich hab nicht mal ne Ahnung davon.

Vielen Dank für eure Gedanken
Klaus


AntwortZitat
Themenstarter Geschrieben : 11.03.2008 12:31
(@smilla)
Nicht wegzudenken Registriert

Hallo Klaus,

ABR = Aufenthaltsbestimmungsrecht

Bei Euch scheint die kommunikative Ebene noch ganz gut zu funktionieren....
Klar entgleisen Gespräche ab und zu und es kommt auch sicher immer wieder mal
zu ganz üblen Streitereien....
Aber Du bringst Deiner Frau noch sehr viel Respekt entgegen...und wenn das bei ihr auch so ist,
dann gibt es noch eine gute Chance für Euch, das Ganze ohne Rosenkrieg hinzubekommen.

LG
Smilla


AntwortZitat
Geschrieben : 11.03.2008 12:43
(@PhoeniX)

Moin

ABR = Aufenthaltsbestimmungsrecht

@LBM

Du hast mich falsch verstanden.

Für mich gibt es jedoch zu allererst den Ansatz, das justiziable Recht zu erörtern, bevor man über sinnvolle Modelle nachdenken kann. Daher sehe ich die Gefahr, das wenn Klaus von Anfang an nur über das Wechselmodell nachdenkt und darauf seine Argumentation stützt, das er hinterher mit nichts dasteht und das Kind aus seinem gewohnten Umfeld herausgerissen wird.
Desweiteren schreibt Klaus, das seine Ex eine Vollzeitbeschäftigung nachgeht, welche das Wechselmodell erschwert.

Das Wechselmodell ist zwar das Optimum, jedoch bis heute nicht durchsetzbar. Die Realität der Gerichtsbarkeit zeigt da eher auf, das der Lebensmittelpunkt bei einem ET nach der Trennung liegen sollte und ein "großzügiger" Umgang zum anderen gewährt werden kann.

Diesen Aspektpunkt sollte man immerhin mitbedenken.

Gruß

Martin


AntwortZitat
Geschrieben : 11.03.2008 12:45




(@PhoeniX)

Du hast eine >PN< bezüglich deines Nicks.


AntwortZitat
Geschrieben : 11.03.2008 15:55
(@nichtplatt)
Nicht wegzudenken Registriert

Hi,

falls ich es richtig verstanden habe bist Du verheiratet. Das ist aber Grundlage für die weiteren Ausführungen.

Erst einmal habt ihr doch das gemeinsame Sorgerecht. Dieses GSR wird nur bei ganz schweren Verfehlungen eines Elternteils aufgehoben.

Es geht hier doch in erster Linie wo die Kinder im Falle einer Trennung leben. In der Regel ist es der Partner, der die Kinder betreut hat. Das klassische System Mann schaft Kohle ran und Frau kümmert sich um die Kinder. Nun ist es bei euch umgekehrt und somit hast Du in meinen Augen eine reelle Chance das Aufenthaltsbestimmungrecht für sie zu bekommen. Das Ganze läuft vor den Gerichten unter dem Begriff Kontinuitätsprinzip.

Ich bin mir sicher, dass ihr eine anständige Umgangsregelung für die Kinder finden werdet. Die Kinder haben Anspruch auf beide Elternteile.

Gruß

Nichtplatt


AntwortZitat
Geschrieben : 12.03.2008 00:11
(@klaus-kehrig)
Schon was gesagt Registriert

Hallo allerseits,

zuerst möchte ich mich nochmals bei euch für eure Gedanken bedanken. Die haben mir in den ersten Tagen geholfen, haben mir Mut gemacht. Inzwischen fühle ich mich auch schon besser, stabiler. Zu Beginn habe ich hier vor allem meinen Frust rausgelelassen. Nun möchte ich euch auch an der aktuellen Entwicklung teilhaben lassen...

Die Beratung ist absolviert. War auf jeden Fall sinnvoll. Kann ich nur empfehlen! Dennoch ist die Bilanz eher durchwachsen:

positiv:
wir haben miteinander, über einander gesprochen, das war schon sehr wichtig.

negativ:
Obwohl beide (es handelte sich um ein Beratungsduo, beides Frauen) uns zum Ende deutlich gesagt haben: "Sie sind kein Scheidungspaar" hätten die Ausgangsbedingungen schlechter nicht sein können - meine Frau sah in der Veranstaltung nur eine Gelegenheit, die Vergangenheit geordnet zu entsorgen während ich an einer besseren, gemeinsamen Zukunft arbeiten will... Analyse von Fehlern und Defiziten in der Vergangenheit sowie das Erarbeiten von alternativen, deeskalierenden Ansätzen standen für mich im Vordergrund bzw. habe ich erwartet.

Nachdem wir unsere Geschichte erzählt haben, gings erst richtig los. Die haben meine Frau richtig in die Mangel genommen, ihr ganz schön die Nägel poliert... Damit hat sie wohl nicht gerechnet. Ich auch nicht. Sie tat mir wirklich leid. Jedenfalls ist sie ziemlich fertig. Das alles von unbeteiligter, dritter Seite zu hören, hat sie schon nachdenklich gemacht...

Es war aber leider asymmetrisch auf sie (teilweise auch gegen sie) gerichtet, weshalb sie sich nun als Zielschiebe fühlt... (und das ist wirklich plausibel; wir sind ja nicht dahin gegangen, um neue Probleme zu bekommen; die haben wir schon reichlich). Da wir aber davon abgesehen das Gefühl haben, dass das für uns nützlich war, werden wir uns nach einer anderen Beratungsmöglichkeit umsehen, die hoffentlich ausgeglichener verläuft.

Ansonsten ist die Kommunikation mit ihr sehr schwierig. Überall Tretminen. Nicht leicht, immer ruhig und gelassen zu bleiben.

Das wars vorerst

ich wünsche euch allen noch nen schönen Tag
bis später
Klaus


AntwortZitat
Themenstarter Geschrieben : 19.03.2008 11:49
(@PhoeniX)

Moin

Mir fehlen hier die Informationen, wie es in naher Zukunft mit den Kindern geregelt werden soll?

Desweiteren möchte ich noch mal anmerken, das wenn 2 Unbeteiligte die auch noch das weibliche Geschlecht haben, schon dahin tendieren, das deine Ex die Position den BUHMANNES innehat, sollte es eigentlich deine Position bestärken,

Gruß

Martin


AntwortZitat
Geschrieben : 19.03.2008 12:25
(@brille007)
(Fast) Eigentumsrecht Registriert

Moin Klaus,

ein Satz Deines Postings hat mir besonders zu denken gegeben:

meine Frau sah in der Veranstaltung nur eine Gelegenheit, die Vergangenheit geordnet zu entsorgen während ich an einer besseren, gemeinsamen Zukunft arbeiten will...

An der Zielsetzung Deiner Frau wird sich vorhersehbar auch nichts ändern, wenn Ihr die Berater wechselt; sie wird sich eher in die Enge getrieben fühlen, wenn sie den Eindruck hat, dass jemand sie zur Fortsetzung Eurer Ehe "überreden" will, denn das kann nicht funktionieren: Wenn einer der beiden Partner für sich das Ende der Partnerschaft beschlossen hat, war es das - für beide. Es gibt keine Zwischenlösung zwischen "Paar sein" und "getrennt" sein.

Nichts desto trotz ist eine solche Beratung wichtig: Wenn Ihr dadurch lernt, respekt- und verantwortungsvoll miteinander umzugehen. Denn das wird durch Eure gemeinsamen Kinder noch viele Jahre lang notwendig sein. Fachleute reden hierbei von der notwendigen Trennung zwischen der Paar- und der Elternebene. Es ist wichtig, diesen Unterschied zu machen und ihn auch zu leben: Wer in Eurer Konstellation eine Fortsetzung der Ehe anstrebt oder gar verlangt, verfolgt kein "höheres" oder "besseres" Ziel als der andere - nur eben ein anderes und nicht (mehr) realisierbares. Und eine saubere, stressfreie Trennung ist auch für Eure Kinder ungleich besser als Eltern, die zusammenbleiben, obwohl (mindestens) einer von beiden das gar nicht möchte.

Grüssles
Martin


When a mosquito lands on your testicles you realize that there is always a way to solve problems without using violence.

AntwortZitat
Geschrieben : 19.03.2008 16:20