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Autor Thema: Die andere Seite  (Gelesen 1466 mal)
Simone
Rege dabei
***
Geschlecht: Weiblich
Beiträge: 117


« am: 15. April 2004, 22:52:33 »

Wo fange ich an?

Es geht um meine Tochter. Sie ist jetzt 8 Jahre alt und momentan ist die Situation ganz schön schwierig geworden. Ich weiß nicht wie ich es ihr erklären soll oder was ich tun soll.

Zur Vorgeschichte:
Ich habe mich 1998 von meinem Mann getrennt und seit 2000 sind wir geschieden. Bis dahin ist mein Ex sehr liebevoll und fürsorglich mit unserer Tochter umgegangen und hat wirklich alles für sie getan, egal um was es ging.

Nach meinem Auszug aus der gemeinsamen Wohnung gab es eine Menge Streit, die ich aber eher auf seine gekränkte Eitelkeit zurückführe und seine Meinung, ich würde es alleine sowieso nicht schaffen und irgendwann wieder angekrochen kommen. Das ganze ist nun nicht eingetreten und ich habe mich eher befreit gefühlt und bis heute bedauere ich diesen Schritt nicht, zumal Sophie schon genug von unseren Streitereien mitbekommen hat, zuviel für meinen Geschmack. Und heute kann sie sich nicht mehr daran erinnern, auch nicht an das Zusammenleben damals. Sie war bei der Trennung 3 Jahre alt.

Niemals habe ich ihm sein Kind vorenthalten oder ihn ihr gegenüber schlecht gemacht. Und ich habe ihn immer für einen liebevollen und sehr guten Vater gehalten. Leider habe ich meine Meinung ändern müssen, weil ich sehe, dass er sich so gar nicht um sein Kind kümmert und keinerlei Interesse mehr zeigt und auch noch meckerte als der Richter den KU um 2,50 DM aufrunden wollte, damit es eine glatte Summe ergibt.

Die ersten zwei Monate funktionierte der Kontakt noch relativ reibungslos, wenn man mal davon absieht, dass er jede Gelegenheit im Beisein unseres Kindes genutzt hat, um mir Vorwürfe zu machen wie etwa ich würde ihr den Vater nehmen, es sei alles meine Schuld usw. usw. Aber ich habe ihr den Vater nicht genommen! Wir sind nicht mehr zusammen und leben nicht mehr zusammen, aber er hätte und hat jederzeit die Möglichkeit, sein Kind zu sehen oder abzuholen. Wir wohnen auch nur ca. 10 - 15 Autominuten entfernt voneinander.

Nach 3 Monaten wurden die Kontakte zusehends weniger und Sophie hat mir natürlich Löcher in den Bauch gefragt, wobei ich ihr immer und immer wieder versichert habe, das unsere Trennung nichts mit ihr zu tun hat und das wir beide sie noch genauso lieb haben wie auch vorher. Bei Fragen, wie etwa, warum ruft Papi mich nicht an oder warum kommt Papi nicht, warum kann ich nicht mal bei Papi schlafen oder dgl. musste ich passen und habe ihr dann das Telefon in die Hand gedrückt und gesagt, ich weiß es nicht, da fragst Du Papi mal am besten selber. Und ich habe ihr die Nummer im Telefon eingespeichert, dass sie nur noch einen einzigen Knopf drücken musste um ihn jederzeit erreichen zu können.

Antworten hat sie nie erhalten, immer nur Ausflüchte, wie keine Zeit, ich muss so viel arbeiten, meine Wohnung ist zu klein (115 m² damals), drumherum reden um jeden Preis, nur um ihr keine Antworten geben zu müssen. Nach den Gesprächen war sie auch nicht schlauer als vorher und hat immer mit heftigem Weinen reagiert und mir dann ihre Fragen wieder gestellt, die ihr ihr Papi nicht beantwortet hat. Und ich musste auch dann sagen, tut mir leid, aber ich weiß es wirklich nicht.

Die ganzen Kontakte wurden immer und immer weniger, so dass Sophie ihren Vater gerade mal 3 - 4 Mal im Jahr gesehen hat. Und meistens ist nur ein Kontakt zustande gekommen, wenn sie selbst angerufen hat und gefragt hat, wann sie ihn denn mal wieder sieht.

Den nächsten Schock hat sie bekommen, als ihr Vater neu geheiratet hat, sein eigenes Kind noch nicht einmal zur Hochzeit eingeladen hat und dann 2002 ein Geschwisterchen für sie auf die Welt kam. Sie hatte weder gewusst, dass ein Kind unterwegs war, noch bescheid bekommen als der Kleine auf der Welt war. Durch Zufall hat sie es 3 Wochen später von ihrem Cousin erfahren, der, als sie bei Oma und Opa war, es lauthals verkündete.

Natürlich hat sie sich gefreut, aber als sie an dem Tag wieder zu Hause war, hat sie mich gelöchert, warum Papi ihr das denn nicht erzählt hat, warum er ihr überhaupt nicht erzählt hat, dass sie überhaupt ein Geschwisterchen bekommt usw. Natürlich wusste ich mal wieder darauf keine Antwort bzw. ich kann doch meinem Kind nicht auf die Nase binden, dass ich vermute, dass es daran liegt, dass er nicht wollte, dass ich es erfahre (warum auch immer).

Heute sieht Sophie ihren Papi nur noch, wenn sie selbst anruft oder zu Weihnachten, wo sie dann für ein paar Stunden (meinst von Opa oder Oma) abgeholt wird und ihren Vater dann für kurze Zeit quasi bei Oma und Opa besuchen kann. Denn seit einem ¾ Jahr wohnt er nun schon noch näher bei uns als früher aber sie war noch niemals dort.

Der Kontakt zu seinen Eltern, also Oma und Opa, ist sehr gut und sie sieht sie regelmäßig und gern, ruft auch oft einfach so zwischendurch an um sich zu verabreden, um mit ihrem Cousin und ihrer Cousine zu spielen oder einfach nur um von ihnen zu hören. Und auch anders herum läuft es sehr gut und Oma und Opa nutzen es sehr gern, mit ihrem Enkelkind zusammen zu sein. Besser kann man es sich nicht wünschen.

Was ihren Vater angeht, habe ich immer und immer wieder versucht mit ihm darüber zu reden, ihm zu sagen, dass Sophie ihn vermisst, ihn öfters sehen möchte. Doch hat leider nichts etwas gebracht, außer, dass er sein Kind heutzutage gar nicht mehr kennt, gar nicht weiß was in ihr vorgeht, nicht weiß was sie für schöne kleine Erlebnisse hatte, nicht weiß was so in der Schule passiert usw. Z. B. war er auch nicht bei der Einschulung dabei, obwohl ich ihm das mitgeteilt habe und Sophie ihn noch gebeten hatte, dort auch hinzukommen.

Wie gesagt, ich habe es mit reden versucht, dann habe ich ihm Briefe geschrieben, es über den Anwalt damals versucht (sein damaliger Anwalt ist sogar der Vorstand des Kinderkrankenhauses und hat ihn in einem persönlichen Gespräch gefragt, wie er denn überhaupt eine Beziehung zu seinem Kind aufbauen oder halten will, wenn er sich nicht kümmert) und dann kam es vor dem Richter auch zur Sprache. Aber auch hier kamen keinerlei Antworten, nur, dass er ja den Kontakt möchte, allerdings ohne sonst auch nur eine Silbe dazu zu sagen.

Den Salat haben wir jetzt, denn bei meiner Tochter hat sich im Laufe der Zeit sehr viel Wut und Trauer aufgebaut, die sie jetzt logischer Weise an mir auslässt. Es ist teils momentan etwas schwierig mit ihr umzugehen. Sie blockt teils ganz und gar ab und dann habe ich das Gefühl, sie versucht einfach nur Aufmerksamkeit zu bekommen, ob die nun positiv oder negativ ausfällt, spielt eigentlich eine untergeordnete Rolle.

Nicht gerade förderlich dabei ist natürlich, dass ich mir selbst öfters ziemliche Vorwürfe mache, weil ich so wenig Zeit für mein Kind habe. Ich bin voll berufstätig weil es finanziell einfach nicht anders gehen würde und die Mieten sind hoch, obwohl ich für Hamburger Verhältnisse eine relativ günstige ergattert habe. EU bekomme ich nicht, will ich auch nicht, da ich gesund bin und arbeiten kann und außerdem habe ich es nicht so gerne, abhängig zu sein und dass mein Ex mir dann voll in die Karten gucken könnte wie z. B. Steuererklärung usw. Der wundert sich schon genug über die ganze Zeit und das ist auch gut so. Denn was finanzielle Dinge angeht, habe ich leider zu viel Vertrauen in diesen Mann gehabt und das ging absolut nur auf meine Kosten für die ich heute noch gerade zu stehen habe. Meine Tochter geht vor der Schule um ca. 6.30 Uhr in den Kindergarten in den Frühdienst und nach der Schule auch wieder in den Kindergarten. Um 17.00 Uhr hole ich sie dann ab und schon um 19.00 bis 19.30 Uhr muss sie ins Bett, weil wir einfach zu früh aufstehen müssen.

Bleiben also ganze 2 bis 2 ½ Stunden Zeit. Nicht gerade viel. Und um ehrlich zu sein, ich brauche auch so ca. ¼ - ½ Stunde, um nach der Arbeit etwas abzuschalten und mich dann auch auf mein Kind konzentrieren zu können und sich die Erlebnisse des Tages zu erzählen.

Das wird sich aber ab Juni Gott sei Dank auch etwas bessern, da ich es endlich durchbekommen habe, dass ich an 2 Tagen die Woche nachmittags von zu Hause arbeiten kann und dann auch mal 1 Stunde Pause einlegen kann um dann die Arbeit später oder abends nachzuholen. Freu!!!

In Bezug auf ihren Vater weiß ich aber immer noch nicht, wie ich ihm klar machen kann, dass seine Tochter ihn genauso braucht und nach ihm verlangt und ihn vermisst. Das ganze bzw. der Wunsch ist noch wesentlich intensiver geworden durch die ganze Sache mit Frank (Deep, Du weißt ja was ich meine) und sie hängt sich jetzt wieder verstärkt daran, dass sie ihren Vater öfters sehen möchte. Ich habe ihr letztens vorgeschlagen, ihrem Papi doch mal selbst einen Brief zu schreiben und ihm alles zu sagen was sie möchte, was ihr fehlt, was sie fragen möchte und wie lieb sie ihn hat. Aber auch darauf keine Resonanz außer einem kurzen Telefonat.

Dann frage ich mich auch wieder, ob ich nicht vielleicht zu egoistisch bin und mir wünsche, auch mal ein Wochenende oder mal zwischendurch ein paar Stunden für mich zu haben. Oma und Opa und meine Mutter sind zwar da, aber die können nicht den Vater ersetzen und ich kann das auch nicht.

Mir haben so manche Leute schon gesagt, ich solle aufgeben, es habe keinen Zweck, der Vater will einfach nicht. Ich selbst kann vielleicht aufgeben aber die Lücke im Leben meines Kindes kann ich nicht schließen und allein wegen ihr kann ich nicht aufgeben. Sehe ich das verkehrt wenn ich denke, für mein Kind muss ich es weiter versuchen?

Ist vielleicht alles etwas viel und etwas durcheinander, es ist aber momentan ganz schön schwierig für mich mit dieser Wut und Trauer meiner Tochter umzugehen. Ich weiß nicht so recht wie und wie ich ihr helfen kann. Denn dass sie nach der Liebe ihres Vaters quasi schreit, merkt man ganz deutlich.

Gruß
Simone
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