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vatersein.de - Forum 02. August 2021, 07:08:44 *
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Autor Thema: Erste Begegnung mit dem Kind des Partners  (Gelesen 7077 mal)
Unbekannt
Gast
« am: 03. April 2004, 21:13:20 »

Hallo zusammen!

Ich habe ein Problem, dass eigentlich die meisten von euch kennen dürften, und ich hoffe, dass mir jemand helfen kann. Mein Partner hat sich vor ca. einem halben Jahr von seiner Frau getrennt, die mit der gemeinsamen Tochter (fast 10) zusammenlebt. Die Ehefrau hat sich von Anfang an gegen ein Zusammentreffen von mir und der Tochter gestellt, die Tochter selbst wollte mit mir auch nichts zu tun haben, dass hat sie wohl sehr deutlich gesagt.
Vor Kurzem hat die Tochter meines Freundes (endlich!!!) nachgefragt, wo er denn wohnen würde, wenn er nicht bei sich zuhause sei, ob sie denn die andere Wohnung einmal sehen dürfe und ob man denn vielleicht auch einmal etwas zu dritt unternehmen könne.
Dieser Sinneswandel hängt wohl auch damit zusammen, dass die Mutter sich langsam mit der Rolle der Ex abfindet, und nicht mehr mit Besuchsverboten etc. arbeitet.
Ich habe das Mädchen vor Jahren ein-, zweimal kurz gesehen; beim ersten Mal hat sie mich zum Abschied umarmt, was mich sehr erstaunt hat, da sie damals erst sechs oder sieben war und mich doch überhaupt nicht gekannt hat, sondern ich nur kurz mit ihr gesprochen habe(damals war ich mit meinem Freund noch nicht zusammen). Beim zweiten Mal habe ich sie mit ihren Eltern in einem Gartenlokal getroffen, wo sie mich sofort von sich aus angesprochen und mir ganz genau erzählt hat, was sie und ihre Eltern gerade unternommen hatten (zu der Zeit mag sie acht Jahre alt gewesen sein).  
So richtig schüchtern war sie also früher nicht, daher hat mich auch erstaunt, dass sie jetzt zuerst jeden Kontakt zu mir abgelehnt hat.
Nun aber zu meinem Problem: ich habe ganz schöne Angst vor der ersten Begegnung!
Ich habe selbst keine Kinder, komme aber mit fremden Kindern eigentlich immer sehr gut aus, allerdings habe ich überhaupt keine Erfahrung mit Neun- bis Zehnjährigen. Ich habe keine Ahnung, wo, wie und wobei der erste Kontakt stattfinden soll. Sie möchte gern Inliner fahren, dass kann sie wohl auch ganz gut, aber - ganz abgesehen davon, dass ich mich da noch ziemlich unsicher fühle - ist man da ja auch irgendwie gezwungen, sich zu unterhalten. Ein Ausflug an irgendeinen Ort, an dem man sich etwas ansehen kann, wäre mir ehrlich gesagt lieber, da würde ich sicher nicht so auf dem Prüfstand stehen... Sie mag ja Tiere, aber die hiesigen Tierparks kennt sie schon in- und auswendig und weitere Strecken sind wohl für's erste auch nicht so gut, denn ich möchte ihr nicht zumuten, gleich beim ersten Treffen ihren Vater stundenlang mit mir (als für sie völlig fremde Frau) teilen zu müssen.
Kann mir irgendjemand Tipps geben, was man machen kann, um den Stress aus der ersten Begegnung zu nehmen, was man unternehmen und worüber man reden könnte?

Jessy
Gespeichert
Giesser
Gast
« Antwort #1 am: 03. April 2004, 21:31:53 »

Hallo Jessy,

ich denke mal, Du gehst am besten "ganz offen" an die sache ran. Erwarte nichts - Du kannst nur gewinnen.

Also, sei "Du selbst", alles verstellen hat eh keinen Sinn (wahrscheinlich brauchst Du das doch auch gar nicht). So Kinder merken das sehr genau.

Und wie 10jährige sind (ich hab selbst ein Mädel in diesem Alter)? Naja - zickig, frech und sooo lieb, wenn sie wollen. Je nach Entwicklung ist das natürlich ganz unterschiedlich. Aber versuche Dich mal bitte in ihre Lage zu versetzen: der Papa ist "weg" und nun hat er auch noch ne "Neue"! Am Ende nimmt die Neue ihr den Papa weg?Huch

Ich glaube Verlustängste stehen bei den Kids im Vordergrund. Du "darfst" mit Deinem Freund knuddeln und so, ich denke, das ist normal und es zeigt ihr, dass es ihrem Papa gut geht. Und, vielleicht möchte sie ja sogar mitknuddeln? Bei meiner Freundin war/ist das so. Ebenen gerade kam sie für ne halbe Stunde zu mir rüber (wir wohnen mittlerweile Tür an Tür) und wollte mit MIR knuddeln!

Ist also ganz unterschiedlich, vielleicht lehnt sie Dich auch ab (was ich nicht glaube nach der Vorgeschichte). Lass ihr Zeit! Sie ist sicherlich genauso unsicher wie Du, wie sie mit der neuen Situation umgehen soll/kann.

Und nochmal, versuch locker zu bleiben!


Liebe Grüße

Torsten

P.S.: Wär schön, wenn Du berichten würdest wie euer Treffen war!
Gespeichert
Lea
Schon was gesagt
*
Geschlecht: Weiblich
Beiträge: 21


« Antwort #2 am: 03. April 2004, 21:40:41 »

Hallo Unbekannte,

ich kann dir leider keinen wirklichen Tipp geben, da ich in einer fast gleichen Situation bin wie Du..... Traurig
Mein Partner lebt auch von seiner Frau getrennt, ich bin mit ihm seit fast 1 Jahr zusammen, die beiden Söhne (4 und 8 Jahre) leben bei ihr. Ich kenne die beiden schon ne Weile, sie kennen mich auch, aber nicht als Partnerin ihres Vaters....

Auch ich habe Angst vor dem "1. Treffen"

Ich finde das mit den Inlinern ne gute Idee. Im Sommer könntet ihr auch ins Freibad oder an einen See gehen. Irgendwas, wo es euch und seiner Tochter spaß macht. Ich denke das wichtige dabei ist behutsam Bekanntschaft mir ihr zu machen und nicht gleich "in die Vollen" gehen. Lass sie auf dich zu kommen.....

Wie gesagt ich kenne mich da nicht aus aber so würde ich es machen  ;)

Ich wünsche Dir auf jeden Fall viel Glück

Gruß Lea
Gespeichert
eskima
_eskima
***
Geschlecht: Weiblich
Beiträge: 2.883



« Antwort #3 am: 03. April 2004, 22:00:01 »

Hallo Jessy,

schwimmen ist mir spontan auch eingefallen... Oder wie wäre es mit Minigolf?

Ich würde dir empfehlen, dich erstmal im Hintergrund zu halten und mehr Vater und Tochter zum Zuge kommen lassen. Laß die beiden auf dich zugehen, die "Kleine" hat ja bereits gezeigt, dass sie es kann  :)  und erwidere einfach ihre Annäherungsversuche. Interessiere dich für sie, aber dräng dich nicht auf, so in dem Sinne...

Dann drücke ich euch allen ganz fest die Daumen, dass euer Treffen  eine gute Zeit für euch alle wird.

Liebe Grüße

eskima
Gespeichert

Urteile nie über einen Menschen, bevor du nicht sieben Meilen in seinen Schuhen gegangen bist - Indianische Lebensweisheit

Uli
Gast
« Antwort #4 am: 04. April 2004, 11:07:29 »

Hallo Jessi,

als ich meine heutige Frau kennenlernte, lebten meine Kurzen noch bei meiner Ex-Frau. Ich habe so 6 Wochen gewartet, bis ich sie den Kindern (damals 7 und 9 1/2 Jahre alt)  vorgestellt habe. Wir sind gemeinsam in den Zoo gegegangen und meine Frau hatte ein paar Süßigkeiten für die Kinder dabei. Wir haben es die ersten Male vermieden, Zärtlichkeiten im Beisein der Kinder auszutauschen. So konnten die Kinder sie ganz unvoreingenommen kennen lernen. Das hat sich in der Folge sehr gut bewährt. Beide Kinder haben sehr schnell ein herzliches Verhältnis zu meiner Frau bekommen. Heute wo die Kinder bei uns leben, erfährt meine Frau manche Dinge viel eher als ich, so dass wir bis auf die Querelen von aussen, ein fast normales Familienverhältnis haben.
Aber ich denke jeder Fall liegt anders. Probier es auf Deine Weise aus und versuche nichts zu erzwingen.

LG Uli
Gespeichert
Unbekannt
Gast
« Antwort #5 am: 04. April 2004, 23:41:25 »

Hallo Giesser, Lea, eskima und Uli!

Habt vielen Dank für eure Hilfe, ihr habt mir wirklich ganz schön Mut gemacht!! Die Idee mit dem Minigolf gefällt mir eigentlich am besten. Mal sehen, ob das Mädel dazu Lust hat. Ich werde euch erzählen, wie es gelaufen ist, aber erst nach den Osterferien, vorher wird es mit einem Treffen leider erst mal nichts werden. Ach, übrigens, Giesser: vielen Dank für Deine Beschreibung von zehnjährigen Mädchen!  ;)  Auf zickig und frech kann ich mich gut einstellen, und wenn sie lieb ist - umso besser!

Bis demnächst,
Jessy
Gespeichert
FJforJJT
Rege dabei
***
Beiträge: 141


« Antwort #6 am: 05. April 2004, 10:42:30 »

Hallo Jessy,

ich habe eben Dein Topic gelesen und möchte auch kurz meine Erfahrungen schildern:
Die Große meines Mannes war 4, als ich sie kennenlernte, die Zwillinge 2 1/2, das erste Treffen fand ein halbes Jahr nach der Trennung meines Mannes von seiner Exfrau statt. Vorher hatte er vermieden uns einander vorzustellen, da die KM gegen mich gearbeitet und meinem Mann gedroht hatte, er würde die Kinder nicht wiedersehen, sollte ich bei den Kontakten dabei sein. Mein Mann hatte der Großen gegenüber ihre Fragen nach Wohnort, Arbeit und der "Neuen" immer offen beantwortet, und irgendwann kam dann von der Großen der Spruch: "Papa, wenn du eine neue Frau lieb hast, dann habe ich die auch lieb!". Diese Aussage haben wir dann zum Anlass eines gemeinsamen Treffens genommen, nachdem mein Mann die Große gefragt hatte ob wir denn nicht einmal etwas zusammen unternehmen wollen.
Vor diesem Tag war ich super- nervös, hab ewig nicht geschlafen und nen mega- Druck in der Magengegend. Mein Mann hatte die Kids abgeholt, die Große nochmal gefragt ob "wir denn heute was zusammen mit Jenny machen wollen?", ich hatte in der Zeit beim den Kids bekannte McD gewartet. Als mein Mann mit den Kids ankam, wurde ich kurz mit einem "Hallo" begrüßt, dann war die Spielanlage interessanter. Im nachfolgenden Umgang mit den Kindern habe ich immer wieder gefragt ob ich dies oder jenes tun dürfte (mit auf Toilette kommen, helfen Schuhe anzuziehen, ... ) und akzeptiert wenn Papa das machen sollte.
Abends haben wir die Große dann einfach gefragt ob "Jenny mitkommen soll euch wieder nach Mama zu bringen". Nach diesem ersten Tag war meine Anwesenheit für die Kinder eine Selbverständlichkeit.
Wenn "Euer" Mädel Dich kennenlernen will, sieh dies als Chance. Lass'  Deinen Partner sie fragen wie sie Dich/  das Treffen fand. Halte Dich zurück, aber nicht abgeneigt, sonst könnte das Mädel denken Du magst mit ihr nichts zu tun haben.
Falls sie sich nicht vom Inliner fahren abbrigen lässt (könnte passieren wenn sie die Entscheidung der Unternehmung als Machtkampf ansieht - "ich will fahren, die Neue nicht, mal schauen was Papa entscheidet" - Dein Partner könnte in diesem Moment in ihren Augen als Richter gesehen werden an dessen Entscheidung sie abmacht wen von Euch Dein Partner "lieber hat".
Vielleicht solltet Ihr Inliner fahren gehen. Du könntest grad über Deine Fahrkenntnisse mit ihr in Kontakt kommen ("ich kann aber nicht so gut fahren, hoffentlich schaffen wir das abzukommen, vielleicht kannst Du mir ja mal zeigen wie das geht mit dem Bremsen???")
Das Kind die Unternehmungen so oft wie möglich entscheiden zu lassen hat außerdem noch den positiven Nebeneffekt dass es weniger Protest gibt wenn ihr  - aufgrund regelmäßiger Umgangstermine - einmal etwas "nicht so Tolles" machen müsst....
Ich drücke Euch für Euer erstes Treffen alle Daumen und bin gespannt wie's gelaufen ist, schreib' doch einfach mal wieder!!!
Liebe Grüße,
Jenny
Gespeichert
DieMystiks
(Fast) Eigentumsrecht
******
Geschlecht: Weiblich
Beiträge: 3.468


WWW
« Antwort #7 am: 05. April 2004, 14:06:39 »

Hallo zusammen,
ich kann mich eigentlich Jenny nur anschließen. Mein Sohn hat Micha erst einmal als Freund kennen gelernt. Ebenso war es auch bei Micha`s Kids. So sind die Kinder gut damit zurecht gekommen und sind quasi in unsere Beziehungen hineingewachsen.
Ich war auch ziemlich aufgeregt, als ich die Mädels kennenlernte. Sie wurden ja auch vorher von der KM bearbeitet und haben kleine versteckte Verhaltensregeln mit auf den Weg bekommen um mir das Ganze etwas schwerer zu machen.
Durch die richtige Mischung aus Zurückhaltung und "Freundin sein" wurde das Verhältnis immer lockerer.
Ich würde das Inlinefahren auch nutzen um auf diesem Wege ins Gespräch zu kommen. Das kommt dann ganz von alleine. Vielleicht ist sie ja auch neugierig und stellt Fragen. Der Gesprächsstoff  kommt dann schon von ganz alleine. Es gibt ja so viel zu erzählen wenn man sich kennenlernt. Du wirst sehen, daß es einfacher geht, als du denkst, zumal sie ja sehr neugierig auf dich zu sein scheint.
Deine Aufregung und Nervosität ist also ganz normal und wie Jenny schon sagt, kannst du ja ihre Hilfe in Anspruch nehmen, was deine Inlinekünste angeht ;)
Ich wünsche euch einen wirklich schönen Tag und ein harmonisches Kennenlernen.
Lieben Gruß
Tina
Gespeichert

Und aus dem Chaos sprach eine Stimme zu mir:"Lächle und sei froh, es könnte schlimmer kommen." Und ich lächelte und war froh und es kam schlimmer.
chriss
ausgeschieden
Schon was gesagt
*
Geschlecht: Männlich
Beiträge: 43


« Antwort #8 am: 06. April 2004, 10:53:52 »

In dem alter sind Kinder nicht nur emotional
bei der Sache. Sie benutzen auch den Kopf.
Geh da ganz offen auf sie zu und sag dem Kind
warum Du Dich für es interessierst und womit Du
ein Prob hast. Mach ein oder zwei Vorschläge
womit ihr die Zeit rumbringen könnt und geh
ruhig auf Gegenvorschläge ein. Bedenke auch
dass Kinder in deisem Alter Grenzen austesten
und überschreite Deine Grenzen nicht um das Kind
zu gewinnen, die merken das ganz schnell, das geht
dann nach hinten los. wenn Du also bleistiftsweise
fürs verrecken nicht gerne Inliner fährst sag das und
lass es. Sei einfach ehrlich
und viel Glück dabei, hatte auch Muffe mit den
Kindern meiner LG... aber die mögen mich
Gespeichert
Unbekannt
Gast
« Antwort #9 am: 18. April 2004, 11:38:20 »

Hallo ihr da draußen im Forum!

Eigentlich wollte ich hier gestern vormittag noch einmal loswerden, wie wahnsinnig aufgeregt ich bin, und dass ich mir wünschte, der Tag wäre schon vorüber, aber das System hat meine Mail nicht angenommen. Ich glaub’ das war meine eigene Dummheit, habe offline geschrieben und dann falsch wieder angewählt.
Jedenfalls war gestern der Tag X, also das erste Zusammentreffen mit der Tochter meines Freundes. Himmel, so viel Bammel hab’ ich bisher allenfalls in Prüfungssituationen oder bei Bewerbungsgesprächen gehabt! Vom Inlinern hatte sie sich nicht abbringen lassen, ich bin mir aber auch gar nicht so sicher, ob mein Freund es überhaupt versucht hat, der inlinert nämlich selber ganz gern…!

Wir haben uns gestern also um 13.30 Uhr auf einem Parkplatz an einer Inlinestrecke getroffen. Die beiden waren schon vor mir da und haben auf mich gewartet. Beim Einparken hab’ ich auf mein Begrüßungswinken erst einmal nur ein schüchternes Lächeln erhalten. Dass mein Freund mich mit Kuss und Umarmung begrüßt hat, war für das Mädel wohl kein großes Problem. Ich hatte mir für den Anfang schon ein paar nicht zu aufdringliche Fragen ausgedacht, die sie dann erst höflich und schüchtern und später ziemlich ausführlich beantwortet hat. Also erzählen tut sie wirklich gern ;) !
Zwischendurch geriet das Gespräch ein paar Mal ins Stocken, aber das war dann eigentlich keine unangenehme Stille mehr, sondern eher so eine Art „vertrautes Schweigen“. Ich hab’ gemerkt, wie sie mich beim Fahren immer mal wieder von der Seite neugierig angesehen hat. Nach den ersten zehn Minuten ließen dann auch die anfänglichen Sätze, die alle mit „Papa, weißt du noch…“ und „Papa, kannst du mal…“ begonnen hatten, nach, und sie hat sich eigentlich nur noch mit mir unterhalten. Mein Freund ist währenddessen fast die ganze Zeit hinter uns gefahren und hat sich aus unseren Gesprächen weitestgehend ’rausgehalten, wofür ich ihm auch sehr dankbar bin.

Nach dem Inlinern sind wir dann in die Wohnung gefahren, in der mein Freund mit mir z. Zt. zusammen wohnt, wenn er nicht an den Besuchswochenenden und in den Ferien bei sich zuhause ist, um auf seine Tochter aufzupassen.
Ich muss gestehen, die Wohnung war ein ganz klein bisschen präpariert… Dass meine alte hölzerne Murmelbahn zum Selbstzusammenbauen („Oh, die sieht aber interessant aus!“) aus dem Keller wieder ins Wohnzimmer gewandert ist, war kein Zufall, ebensowenig, wie die Tatsache, dass meine Jonglierkeulen („Kannst du mir mal zeigen, wie du das machst?“) gut sichtbar im Flur standen ;) . Meine Rechnung ist jedenfalls aufgegangen: sie hat sogar die Kiste mit meinem restlichen Jonglier- und Clownskram entdeckt, obwohl ich die in die Planung gar nicht mit einbezogen hatte, und dann beim Verkleiden viel Spaß gehabt („Oh, die Perücke setz’ ich nächstes Jahr zum Fasching auf!“).

Wir sind dann noch um den kleinen Teich, den wir hier vorm Haus haben gegangen (entenfütternderweise) und haben auf einer Wiese stundenlang Jonglieren und Tellerdrehen geübt, bis mein Freund und ich schon nicht mehr konnten. Ich bin zwar kein Jongliertalent, aber ein bisschen geht es doch schon und so konnte ich ihr – nachdem sie vorher versucht hatte, mir das Rückwärtsfahren auf Inlinern beizubringen – doch wenigstens auch noch mal ein bisschen was zeigen. Die „Papa…“-Sätze hatte sie da schon ganz eingestellt und sie hat es sich da auch schon getraut, mich mit Namen anzusprechen. Auch die ersten lachenden „Oh, du bist ja doof!“s (ganz lieb gemeint, ich bringe diesen Satz so oder so ähnlich auch oft gegenüber anderen, wenn die was Komisches gesagt haben) kamen da schon von ihr, wenn ich sie ein bisschen aufgezogen habe und haben mir das Gefühl gegeben, ein klein wenig in ihre Welt mit einbezogen zu werden.

Nach dem Jonglieren, da mag es schon so 19.30 Uhr gewesen sein, haben wir draußen auf der Wiese noch „Kunstwerke“ aus Stöckern, Blumen und Blättern aufgebaut und uns dazu Geschichten ausgedacht (hat richtig Spaß gemacht und sie war da eigentlich auch schon gar nicht mehr schüchtern).

Zurück in der Wohnung war dann die Murmelbahn dran, aus der „nur noch mal eben ganz kurz“ was gebaut werden musste, nachdem mein Freund schon zum ungefähr zehnten Mal zur Abfahrt gedrängt hatte. Um 22.30 Uhr sind die beiden dann (nach einem schüchternen Abschied; ich glaube, sie wusste genauso wenig wie ich, was sie tun sollte, ob mit Umarmung oder ohne; wir haben uns dann für ein einfaches Händeschütteln entschieden) tatsächlich wieder abgefahren.
Mein Gott, haben Zehnjährige eine Ausdauer!
Und ich hatte mir vorher schon Gedanken darüber gemacht, dass sie es vielleicht gar nicht so lange mit mir (als fremder Person) aushalten kann/will und darum Tagesausflüge oder ähnliches fürs erste gar nicht für denkbar gehalten! Ich war hinterher jedenfalls fix und fertig und ich glaube, meinem Freund ging es auch nicht besser, obwohl der so etwas ja eigentlich gewohnt sein müsste.
(@ Giesser: die Einschätzung „zickig und frech, aber lieb“ kommt so ungefähr hin, aber das sie nicht totzukriegen sind, hattest Du mir nicht gesagt… ;) !!)

Kurz und gut jedenfalls: wir haben gestern unheimlich viel gelacht, waren den ganzen Tag über - oder zumindest neun Stunden davon am Stück - unheimlich aktiv und es hat unheimlich viel Spaß gemacht!!! Ich weiß jetzt natürlich nicht, ob die „Och Papa, ein bisschen können wir doch noch bleiben“-Sätze wirklich mit mir zusammenhingen oder mehr dem interessanten Spielzeug galten, aber ich glaube, ein bisschen davon kann ich mir dann doch zurechnen. Und auch wenn die – eigentlich schon ziemlich große – „Kleine“ ein paar Jonglierteller leihweise mitgenommen hat, so wird sie wohl doch ziemlich bald noch mal wiederkommen wollen, um „die tollen Jonglierbälle und -keulen“ (und auch die Murmelbahn!) noch mal auszuprobieren.

Ich find’ das Mädel jedenfalls klasse!    :red:
(Und wer kennt schon ein zehn Jahre altes Mädchen, dass eine Mutter hat, die eine Freundin hat, die sich das Ohrläppchen ins Ohr stecken kann…?!)

Es wird mit Sicherheit noch ein paar größere und/oder kleinere Probleme geben (die ersten wahrscheinlich, wenn sie ihrer Mutter von dem tollen Tag erzählt!), aber ich denke, der Anfang ist gemacht. Ich hoffe nur, ich kann mir die ganzen Namen von all den Tieren, die sie schon gehabt hat oder noch hat, die ganzen Eigenschaften ihrer Mitschüler und deren Namen und die ganzen Infos zu ihren Verwandten, die ich gestern bekommen habe, auch merken…  ;) !

Jetzt werd’ ich sicherlich nur heute abend Ärger mit meinem Freund bekommen, den ich gestern so ein bisschen links liegen gelassen habe…  ;)   Aber das hatte ich ihm vorher eigentlich auch schon angekündigt und er hat sich auch selbst den ganzen Tag über sehr zurückgehalten und mich und seine Tochter „machen lassen“.

Ich finde es toll, dass es dieses Forum gibt und ihr habt mir so sehr geholfen, weil ich das Gefühl hatte, mit meinen Ängsten vor diesem Zusammentreffen nicht so ganz allein zu sein! Nochmals: danke!!!

Jessy
(gestern abend völlig ausgepowert, umgeben von einem Chaos aus Holzbausteinen, Bällen, Tüchern, diversen anderen Spielgeräten, angebissenen Broten, halb aufgegessener Pizza, heute morgen immer noch ziemlich kaputt, aber mit so einem herrlichen Gefühl von Glück und Zufriedenheit, wie ich es in den letzten Jahren nur ganz, ganz selten erlebt habe – so, als wenn man ein wichtiges Bewerbungsgespräch bestanden und die Stelle bekommen hat eben. Und bei all dem Trennungschaos, dass mein Freund zur Zeit durchmacht und das auch für mich zeitweise ganz schön belastend ist, sind solche Tage ja wirklich Gold wert!)  :red:   :red:   :red:
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Unbekannt
Gast
« Antwort #10 am: 18. April 2004, 11:52:16 »

Und eins muss ich jetzt doch noch mal loswerden: wann man das Wort  "das" mit einem und mit zwei "s" schreibt, weiß ich eigentlich ganz gut, aber beim Eintippen achte ich wohl auf tausend andere Sachen...  Traurig    Also: bitte die ganzen falschen "das/dass" einfach überlesen.  schild_sorry  
Gespeichert
Giesser
Gast
« Antwort #11 am: 18. April 2004, 14:08:30 »

Huhu Jessy,

das mit der Ausdauer, tja, das hatte ich völlig vergessen zu erwähnen  ;) !

Du, es freut mich sehr, dass Du offensichtlich "angenommen" wurdest, prima! Natürlich wird die KM nicht begeistert sein, aber was spielt das schon für eine Rolle? Solange sie dann nicht einen gewissen Neid entwickelt ist alles ok, also abwarten und zunächst mal keinen Gedanken daran verschwenden.

Dein Freund wird sicher nicht sauer sein, ihr habt doch unter der Woche genug Zeit füreinander, da könnt ihr ja "nachholen", was am WE nicht möglich war  :) .

Und, beim nächsten Mal bist Du sicher ein bisschen weniger angespannt, dann wird es (noch) besser klappen...


Liebe Grüße (auch an Deinen Freund)


Torsten
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vatersein.de - Forum  |  Themen  |  Zweitpartner (Moderator: 82Marco)  |  Thema: Erste Begegnung mit dem Kind des Partners
 
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