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vatersein.de - Forum 17. Januar 2022, 05:22:15 *
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Autor Thema: Unterhaltspflicht und Sorgerecht  (Gelesen 3298 mal)
teuker
Rege dabei
***
Geschlecht: Weiblich
Beiträge: 139



« am: 22. Dezember 2002, 09:11:53 »

Sie sind in unserer Gesellschaft die Minderheit - und ihnen haftet immer der Makel an, eine schlechte Mutter zu sein: "Wochenendmütter", wie sie in der Umfrage genannt werden. Es gibt sie! Und ihre Probleme sind die gleichen, wie die ihrer männlichen Leidensgenossen.

Ich bin selbst eine Wochenendmutter, weit davon entfernt eine schlechte Mutter zu sein - dennoch ständig geplagt von Schuldgefühlen, obwohl ich meine Entscheidung einzig und allein zum Wohl der Kinder getroffen habe und auch nach über vier Jahren noch dazu stehe.

Obwohl meine Kinder in der Nähe wohnen und obwohl mein Ex und ich ein relativ entspanntes Verhältnis haben, sehe ich meine Kinder nicht sehr oft, denn ich arbeite in einem Job, dessen Dienstplan gerade mal vier freie Tage im Monat vorsieht.

Meinen Job zu wechseln, kann ich mir auf Grund meiner Unterhaltspflicht nicht leisten. Der finanzielle Beitrag, den ich zum Aufwachsen meiner Kinder leiste, hat in den Augen der zuständigen Behörden offenbar Vorrang vor dem Kontakt und der Sorge mit, um und für die Kinder. Aber wenn es brennt, zögern die gleichen Behörden nicht, mich auch für die persönliche Versorgung der Kinder in die Pflicht zu nehmen, was an sich ja in Ordnung wäre, würde das nicht mit diesem gewissen Unterton geschehen, der mich gleich wieder wie eine Rabenmutter dastehen läßt.

Ich bin für mich daher zu dem Schluss gekommen, dass UnterhaltsPFLICHT und SorgeRECHT sich weitgehend gegenseitig ausschließen - dass dies immer zu Lasten der Kinder geht, brauche ich in einem Forum wie diesem nicht eigens erwähnen, oder?
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Gelassenheit setzt großzügiges Denken voraus.
 
(Ernst Ferstl, österreichischer Lehrer, Dichter und Aphoristiker)  
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Geschlecht: Männlich
Beiträge: 12.357



WWW
« Antwort #1 am: 22. Dezember 2002, 11:05:52 »

Hallo teuker,

zunächst auch Dir ein 'Herzliches Willkommen'.

Du hast vollkommen Recht, dass Wochenendmütter die Minderheit sind. Zumeist sind es die Väter, die Berufstätig sind und die Mütter versorgen die Kinder. Auch hält die heutige Berufswelt mehr Verdienst für die Männer bereit, als für die Frauen.

Deine Entscheidung kann ich ausschließlich mit Respekt sehen. Ich denke, gerade für Mütter ist es schwer die Kinder 'aufzugeben'. Sie haben naturbedingt eine tiefere Bindung als die Väter. Von Ausnahmen möchte ich hier nicht reden.

Leider hat die Gesetzgebung eine Schieflage erreicht, die nur noch dazu führen kann, dass das Schiff sinkt. Und mit ihm ertrinken tausende von Kindern.

Mit den Kindern hat der, bei dem die Kinder wohnen, einen Faustpfand, der den Unterhaltspflichtigen auf Jahre zum Stillschweigen und Stillhalten verdammt. Die Leistungen und Entbehrungen des Unterhaltspflichtigen werden nicht gesehen. Hier wird nur den Vorteilen Beachtung geschenkt. Schließlich hat er/sie keine 'Verpflichtung' zum 24-Stunden-Einsatz, kann am Wochenende ausschlafen und insgesamt tun und lassen was er/sie will. Das Leid der Trennung ist ständig im Hinterkopf präsent. Die Ungewissheit, was die Kinder gerade machen, wie es ihnen geht, pocht im Hinterkopf, läßt andere Gedanken nur schwer zu.

Wie gerne würde ich dies gegen meine Kinder eintauschen.
Gespeichert


Der 15. Senat des OLG Celle befindet vatersein.de in den Verfahren 15 UF 234/06 und 15 UF 235/06 als "professionell anmutend".
Meinen aufrichtigen Dank!
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