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vatersein.de - Forum 05. Juli 2020, 22:46:21 *
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Autor Thema: Woher kommt eigentlich diese Neigung...  (Gelesen 9025 mal)
Lausebackesmama
aka LBM
Globaler Moderator
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Geschlecht: Weiblich
Beiträge: 10.582


Ein Leben lang!


« am: 13. Februar 2006, 22:28:41 »

...der Menschen, sich so gerne auf Kosten Anderer zu bereichern?? schild_kapierichnicht

Hallo zusammen,

angeregt durch den Aufregerthread weiter unten meine Frage.

Ich verstehe nicht, wieso viele Menschen so bereitwillig darauf aus sind, sich auf Kosten Anderer zu bereichern?
Für mich war es mit 19, als ich von zu Hause auszog, das Größte, auf mich selbst gestellt zu sein. Ich bekam zwar noch Unterhalt von meiner Mutter während des Studiums, aber auch nach dem das Thema vorbei war, war es für mich eigentlich immer selbstverständlich, für mich selbst zu sorgen. Während meiner ersten Ehe (obwohl mein Ex genug für uns beide verdient hat) und auch in der Trennungsphase und Scheidung. (Unterhalt gab es nie, aber wenn ich mal in Not war, hat er mir ohne zu zögern geholfen. Wir können uns heute noch sehr gut in die Augen sehen und auch meine Schwiegerfamilie ist mir erhalten geblieben)

Kann man sich eigentlich selbst im Spiegel ertragen, wenn man sich feixend darüber freut, dass ein anderer Depp sich für einen krumm machen muss?

Selbst als ich wegen meines Sohnes zu Hause war, hat es mich gestört, nicht "finanziell" zum Familienunterhalt beitragen zu können, auch wenn ich meinen Teil ja durchaus in Form von Erziehung und Haushalt geleistet habe.

Trotzdem geht es mir erst wieder "gut" in der Beziehung, seit auch ich wieder dazu beitrage, dass ein paar Taler auf unser Konto kommen.

Woran liegt es, dass Menschen diese Nehmereigenschaften entwickeln? Wurden sie als Kinder zu sehr dazu erzogen, auf ihre Rechte zu pochen und ihre Pflichten zu ignorieren? Irgend einen Grund muss das doch haben?

Und warum ist es für immer mehr Menschen kein befriedigendes Gefühl mehr, die Verantwortung fürs eigene Leben zu übernehmen, auch in finanzieller Hinsicht???

Ich rede wohlgemerkt nicht von KU, das ist für mich eine andere Baustelle. Aber sich krampfhaft einen Grund zu suchen, auf Kosten des Ex zu leben?

Ich meine, wenn die Trennung von mir ausginge, dann würde ich gerade deshalb auch nach vollkommener Autonomie streben ("Von Dir will ich weg, aber Dein Geld nehme ich gerne!"??? NEEEEE) und wenn er sich trennen würde, würde das meinen Ehrgeiz wecken, ihm zu zeigen, dass ich IHN ganz sicher nicht brauche, nicht mal fürs Geld.

Ich könnte jetzt noch ewig hier rum überlegen. :hallucine:

LG Lausebackesmama

Gespeichert

‎"Mut bedeutet nicht, keine Angst zu haben, sondern es ist die Entscheidung,
dass etwas anderes wichtiger ist als die Angst."
Aniram
Gast
« Antwort #1 am: 13. Februar 2006, 23:15:25 »

Hallo LBM !

Das ist eine gute und vor allem berechtigte Frage, die ich mir seit ich hier
in diesem Forum bin, was weiss ich wie oft gestellt habe.

Ich versuche es mal von aussen, als Österreicherin zu beschreiben:

Immer wieder keimt in mir der Verdacht auf, daß es bis zu einem gewissen
Maß anerzogen ist.

In Deutschland wachsen (so wirkt es zumindest auf mich) junge Mennschen,
insbesondere Frauen heran mit dem Gedanken "das steht mir zu", das "ist
mein gutes Recht." Es wird ja auch täglich so gepredigt. Egal ob das Freunde,
Verwandte, die eigene Familie und schlussendlich der Staat ist mit seinen
Helfershelfern von Richten, Anwälten und Konsorten.

Ich vermute mal, wenn man das von klein auf, fast schon mit der Muttermilch
in sich aufnimmt verliert man den Blick dafür, ob das noch moralisch ist. Das,
gepaart mit Faulheit, Dummheit, Gemeinheit und Bosheit, bilden einen idealen
Nährboden für solch ein Verhalten.

So etwas wie Anständigkeit, Integrität und Verantwortungsbewußtsein, sich
und seinen Kindern gegenüber verliert sich dadurch immer mehr.

Das erschreckende daran ist, daß wieder eine neue Generation von Kindern
dadurch herangezogen werden, die dieses Weltbild in sich tragen und dieses
Verhalten fortsetzen werden.

Sehr große Mitschuld hat in meinen Augen aber auch der Staat. Solange er
mit zweierlei Maß mißt und Kinder nicht generell gleichstellt, wird eine bestimmte
Sorte von Frauen endlos so weitermachen. Ich sehe keinen Grund, warum nicht
jede Frau (soweit sie natürlich Arbeit findet) auch mit Kindern, einer Berufs-
tätigkeit nachgehen kann. Sehr viele Frauen beweisen, daß das sehr wohl gut
funktionieren kann.

Aber es kann sicher nicht die Aufgabe sein, daß ein x-beliebiger Expartner
weiterhin für das Leben seiner Exfrau aufkommen muss. So gesehen bringen
Scheidungen auch nicht viel. Der oder die Ex bleiben immer ein Klotz am Bein.

Mir ist schon klar, daß der derzeitige Arbeitsmarkt ein Problem ist und es wird
immer Einzelfälle geben, die Ausnahmegelungen erforderlich machen, aber meiner
Meinung nach ist hier eine gewisse Fürsorgepflicht des Staates auch gefragt.

Ich sehe auch keinen Grund, warum man als Mann... besonders bei Kurzehen
von wenigen Jahren, für einen bestimmten Lebensstandard zu sorgen hat.
Jeder kann versuchen, etwas aus seinem Leben zu machen. Dem einen wird
es gelingen, dem anderen nicht... thats live. Eine Ehe darf nicht zum Ver-
sorgungsapparat verkommen so wie es derzeit ist.

Oder wenn Frauen ihre Männer verlassen - ok, es ist ihr gutes Recht - aber
ich werde niemals begreifen können, mit welchen Recht diese Frauen darauf
pochen können, von ihren Expartnern weiterhin unterhalten zu werden. Aus-
nahmen bestätigen auch hier die Regel. Nur um Ausnahmen geht es hier nicht.

Aber ich muss zugeben, manchmal sind die Männer nicht ganz schuldlos an
einigen Dingen. Es gibt immer noch viele die wünschen, daß ihre Frauen nur
Hausfrau und Mutter sind. Mich wundern auch immer wieder so Sätze, die
heute ein schon wieder ausgeschiedener User von sich gab: "Mit zwei Kindern
ist es wohl nicht zu verlangen, dass die Mutter arbeiten geht !" Warum nicht
bitte, frag ich mich da. Millionen Frauen auf der Welt beweisen täglich, dass
das wunderbar zu schaffen ist.

Oder auf der anderen Seite das unsägliche Wort "überobligatorisch", das ich
bis dahin noch nicht einmal kannte. Wo bleibt hier die Fairness dem Einzelnen
gegenüber der sich abrackert, am Existenzminimum herumkrebst und das
erwirtschaftete Einkommen der Frau bleibt davon unberührt Huch

Ach... auch ich könnte noch soviel dazu sagen, hab ich auch schon oft genug.

LG Marina


PS.: Ich habe nicht einen einzigen Tag daran gedacht, daß mit meiner Fürsorge
meinem Sohn gegenüber, meine Pflicht erfüllt ist. Mein Bestreben ist eher in
die Richtung gegangen, ihm von "meinem Geld" alles zu ermöglichen was in
meiner Macht stand und darauf war und bin ich heute noch stolz. Das es ihm
bzw. uns noch um ein gutes Stück besser gegangen ist aufgrund gut situierter
Eltern resp. Großeltern, war da nur das Sahnehäubchen obendrauf.
Gespeichert
eskima
_eskima
***
Geschlecht: Weiblich
Beiträge: 2.882



« Antwort #2 am: 14. Februar 2006, 00:49:06 »

Hallo LBM,

für mich gibt es zwei Sorten von Menschen:

die eine Sorte guckt in den Spiegel und nimmt seine Haarfarbe, die Form der Augen, der Nase und des Mundes wahr. Schaut, ob sich irgendwo ein Pickel entwickelt und ob irgendwelche Haare im Weg sind.

Die andere Sorte nimmt sich im Spiegel als Person wahr, schaut sich in die Augen und fragt sich, ob sie so vor sich selber existieren kann.

Warum das so ist, weiß ich auch nicht. Vielleicht hat die Politik ihren Anteil, das ist durchaus möglich. Mir fiel in dem Zusammenhang ein ganz blöder Witz ein:

 
Zitat
Wie heißt es: lass mich arbeiten oder lass mir arbeiten?

LASS ANDERE ARBEITEN


Oder aber ganz blöd gesprochen: wenn sich ein Mann eine Frau mit zwei Kindern aussucht, dann ist es doch für ihn von Vorteil, wenn diese Frau auch noch EU erhält. Dies entlastet die gemeinsame Kasse.

Andersrum war ich ganz schrecklich dumm (bzw. wurde so hingestellt), dass ich mir einen Mann ausgesucht hab, der seinerzeit für sechs Kinder unterhaltspflichtig war. Mein Bekanntenkreis hat mich ausreichend gewarnt. Heute sind es nur noch vier Kinder und die Bekannten sind still geworden. Ich weiß aber nicht, warum.

Aber ich kann immer noch in den Spiegel schauen und sagen, dass mein Schritt okay war.

LG

eskima
Gespeichert

Urteile nie über einen Menschen, bevor du nicht sieben Meilen in seinen Schuhen gegangen bist - Indianische Lebensweisheit

feta
Gast
« Antwort #3 am: 14. Februar 2006, 01:08:22 »

Liebe Lausebackesmama, Liebe Aniram,

diese Frage habe ich mir auch schon gestellt. Jedes Ding hat zwei Seiten und damit beginnt das Problem. Es gibt verschiedene Wahrnehmungen. Derjenige der sich ausgebeutet fühlt und das „Opfer“.  Das "Opfer" ist derjenige der sich nicht bewegt, wer aktiv etwas an der Situation ändert ist der Täter.
Ich habe in den letzten Tagen etwas gehört, das hat mich fast umgehauen....ein Rechtanwalt sagte mir, das ich bloss nicht sagen soll, dass ich ausgezogen bin, weil in den Köpfen der Richter noch immer das "Schuldprinzip" hängen würde. Wo leben wir denn? Tiefstes Mittelalter? Wer sich zuerst bewegt hat verloren???  

Wie Lausebackesmama schon richtig erkannt hat, mag diese Mentalität wohl in unserer Erziehung begründet sein.
Wenn man mal richtig nachdenkt hat es doch kein wirkliches Umdenken in unserer Gesellschaft gegeben. 1945 war es undenkbar dass eine Verheiratettete Frau berufstätig war.
Meine Großeltern gehörten noch dieser Generation an. Ich erinnere mich noch gut an eine Diskussion mit meinem Großvater über meinen Wunsch das Abi (Matura) abzulegen. Mein Opa meinte das sei eine Verschwendung, weil Frauen nach einer Heirat nicht mehr arbeiten würden. Die Frau gehörre in die Küche und zu den Kindern!    

In Zeiten knapper Arbeitsplätze sieht es der Staat auch nicht gern, dass eben diese Frauen Männern die Arbeitsplätze wegnehmen. Das wird sanktioniert indem z.B. die Kosten für Kinderbetreuung  gehaltsabhängig berechnet werden.

In der Gesellschaft findet eine berufstätige Frau keine Annerkennung. Ich habe mir in der Schule manches mal den dummen Spruch anhören müssen: „Ja, sie arbeiten ja auch, dann leiden die Kinder. Bleiben Sie zu Hause.“ Die Mütter, die brav zu Hause saßen und deren Kinder gemeinsam mit meinen den gleichen Unsinn gemacht haben, brauchten sich das nicht anzuhören.

Der Versuch, selbst als zusammenlebendes Elternpaar die gesamten Ferien, abzupuffern scheitert an der Länge der Schulferienferien und dem gesetzlichen Anspruch auf Arbeitnehmerurlaub.
Am Beispiel von NRW für 2006 bedeutet das: 10 Tage Urlaub um die Betreuung in den Osterferien sicher zu stellen, ein Tag Pfingsten, 32 Arbeitnehmerurlaub für die  Sommerferien und  12 Tage für die Weihnachtsferien. Dazu noch Lehrfortbildung und Lehrerausflug. Das sind mindestens 55 Urlaub die man nehmen müsste um „mustergültige“ Betreuung zu leisten. Als berufstätiges Ehepaar kann man sich dabei trefflich aus dem Weg gehen. Als Alleinerziehender hat man da schlicht die A-Karte gezogen.    
 
Unser Staat zieht sich feige aus der Verantwortung, indem es bei Verstößen gegen Hartz4 zu drakonischen Maßnahmen greift. Im Unterhaltsrecht aber müde über Ungerechtigkeiten hinweg sieht. Wer keine Arbeit findet wird bei  Hartz4 zu einem 1€ Job verdonnert, Du musst Deine Bewerbungen nachweisen, Du hast regelmäßig Rechenschaft über Deine Bemühungen Arbeit zu finden abzulegen.
Im Unterhaltsrecht bekommst Du noch ne Sitzheizung ins Sofa eingebaut, wenn keine Arbeit in Sicht ist. Willst Du als Unterhaltszahler Änderungen, musst Du klagen, die ARGE verfügt diese Änderungen einfach.
die ARGE kontrolliert ob der Leistungsempfänger tatsächlich allein lebt. Versuch mal als Unterhaltsleistender eine gefestigte Lebensgemeinschaft nach zu weisen. Die muss dann 2,5-3 Jahre gegeben sein, selbst dann hast Du nur eine winzige Chance auf Abänderung.

Der Staat hat schlicht die finanzielle Verantwortung für einen Großteil der Bevölkerung auf die EX Frauen- und Männer abgewälzt.

Die Belohnung für fleißiges Arbeiten und ranschaffen der Kohle bekommen viele Mütter und Väter dann präsentiert: ENTFREMDUNG der Kinder durch den ehemaligen Ehepartner! Der Platz auf dem Sofa wäre durch den Wegzug eines Kindes auch extrem gefährdet. Nur welche Vorbilder bekommt dann unser Nachwuchs?

Es fehlen schlicht die gesetzlichen Regelungen für ein faires Leben nach einer Scheidung:

·   EU in den ersten 3 Jahren nach der Geburt, danach müssen die Ehepartner für sich   selber sorgen.
·   Kein Umgang- kein Unterhalt.
·   EU bei Krankheit oder Arbeitsunfähigkeit: nicht höher als Hartz4
·   50%-50% Regelung bei der Kindesbetreuung

Grüße
( Frau) Feta  
Gespeichert
lilli
Rege dabei
***
Geschlecht: Weiblich
Beiträge: 159



« Antwort #4 am: 14. Februar 2006, 08:02:53 »

Hallo,

@ LBM,
Danke für diesen Thread !!!

Wir hatten gestern abend genau diese Diskussion und ich bin froh, das ich heute morgen (nach einer schlaflosen Nacht) lese, das ich nicht die Einzige bin, die so denkt.
Ich habe damals schriftlich auf TU und EU verzichtet, weil ich der Meinung bin, wenn ich mich von einem Mann trenne, dann von Tisch und Bett UND vom Geldbeutel. Genau das bekomme ich aber gelegentlich zum Vorwurf gemacht.
Ich kann nicht eine neue Beziehung aufbauen wollen, diese dann aber vom Ex finanzieren lassen ... nö! Ich bin (so denke ich) alt genug um selbst mit dem A**** an die Wand zu kommen. Seit unser Kleiner 6 Monate ist, arbeite ich an den Wochenenden (weil es keine Betreuungsmöglichkeiten gibt). Dieser Job ist weit unter meiner beruflichen Qualifikation ABER ich verdiene MEIN eigenes Geld, auch wenns nicht so viel ist und ich bin richtig stolz drauf.
Wenn ich mir aber ständig anhören muss, das ich blöd bin auf EU zu verzichten und unserer Familie schade, weil ich halt an den Wochenenden arbeite gehe und wir somit keine Freizeit haben ...
Soviel zu mir !

Ich denke auch, das es ein gesellschaftliches Problem ist. Ich will jetzt keine Ost-West-Diskussion anzetteln, aber ich bin der Meinung das es im Osten anders ist (bzw. war).
Ich bin im Osten geboren, lebe seit 2 Jahren in den alten Bundesländern. Ich bin so aufgewachsen, meine Mutter war immer arbeiten, wie alle Mütter, die ich kannte. Das war damals selbstverständlich. Und ich habe es während meiner langjährigen Ehe genauso gehandhabt.
Ich habe im Thüringen eine Ausbildung zur Fachinformatikerin begonnen, diese musste ich wegen meiner Schwangerschaft und dem Umzug abbrechen. Ich habe dann beim Arbeitsamt nachgefragt ob es eine Möglichkeit gibt, diese Ausbildung hier weiter zu machen (eine Schule, die mich gerne genommen hätte, hatte ich gefunden), da wurde mir von einem SB gesagt, das ich doch mit 2 kleinen Kindern lieber zu Hause bleiben soll, mich würde ja sowieso keiner einstellen. Und die Suche nach einem Vollzeitkindergartenplatz ... da schlug mir auch die Meinung entgegen, das man keine gute Mutter ist, wenn man Vollzeit arbeiten geht, das wäre "Kinderabschieberei".

Mein Großer ging in Thüringen mit 1,5 Jahren in den Kindergarten, mein Kleiner mit 2. Der Kleine wurde ganztags betreut von 6 Uhr morgens bis 17 Uhr nachmittags. Hier macht der Kindergarten 7:30 Uhr auf, schließt 16 Uhr und mittwochs sogar schon 13:00 Uhr. Die einzigste Kinderkrippe (10 Plätze auf 50 000 Einwohner) schließt im Sommer, Ersatz ist noch nicht sicher. Unser Sohnemann stand ganz oben auf der Warteliste.
Ich habe den Eindruck, das es vom Staat gar nicht gewollt ist, das Mütter arbeiten gehen.

Gruß
lilli
Gespeichert

Leben ist das, was passiert,
während Du eifrig dabei bist,
andere Pläne zu machen.
(John Lennon)
Muckebruder
Gast
« Antwort #5 am: 14. Februar 2006, 09:24:39 »

Ich denke eher es ist heut zutage ein gesellschaftliches Problem.

Heute zählen so Dinge wie Nächstenliebe, Moral, Respekt vorm Alter, Respekt vor Autoritäten  und auch so Sachen wie Treue und Liebe nicht wirklich etwas bei der Jugend.

Ich bin selbst noch jung (24) und ich erlebe es jeden Tag in meiner Umgebung. Da werden 18 Jährige zum 3. Mal schwanger, weil sie nix besseres vorhaben und sie so finanziell abgesichert sind. Von der eigenen Faulheit und Dummheit jedenfalls kann man sich ne im Berufsleben behaupten und selbst versorgen. Das die Kinder von 3 verschiedenen Vätern sind, die alle keinen Bock mehr drauf haben, interssiert nicht wirklich jemand.

Ich war auch froh als ich mit 16 in die Lehre ging und allein meine Miete und mein Leben beschreiten konnte. Ab dem Moment war ich unabhängig - das war das Größte überhaupt!?

Heute hat die Jugend schon keinen Bock mehr in die Schule zu gehn und was zu lernen und ziehen die Nacht um drei randalierend durch die Stadt. Kein Respekt vorm Elternhaus und vor der Polizei,...

Genau dort wird dann der "neue" Geist der Gesellschaft geboren: Ich will..., Mir steht das zu..., Wenn ich das mache, bekomm ich da mehr für mich..., usw.


Traurig, aber leider wahr!?

Stefan

[Editiert am 14/2/2006 von Muckebruder]
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Cashcow
Gast
« Antwort #6 am: 15. März 2006, 08:27:54 »

Schön zu lesen, dass es noch Frauen gibt, die nicht diese Abzocker-Mentalität haben.
Bitte "sprühs an jede Wand, neue Exen braucht das Land..."  Zunge

Meine Ex war auch so, bis vor kurzem wollte sie noch auf UH verzichten, sobald sie erstmal genug verdient.
Jetzt plötzlich, wo es soweit wäre, werden fadenscheinigste Argumente angebracht, warum sie das Geld doch haben will.
Toll...
 c  
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monjawi
Nicht wegzudenken
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Beiträge: 274


« Antwort #7 am: 15. März 2006, 09:00:14 »

Ich denke noch immer, ja , das Verhalten ist anerzogen. Ich hab ne ganze Zeit in Brandenburg gelebt. Dort ist einfach ( im Rahmen der DDR , bitte nicht falsch verstehen) , ganz normal , das Frauen arbeiten ,das es Kitas gibt und selbst die Gerichte schicken einen Arbeiten.

Seit dem ich in NS lebe , merke ich aber auch , wie das ist. Kitas nur von 9:00- 12:00. Häh?
Wie soll das für ne verkaüferin oder wen auch immer gehen.
Blieben Tagesmütter. Aber die sind hier echt nicht verbreitet.
Hort? Fehlanzeige.
Vorher dachte ich , Kinderbetreuung von 6:00 - 18:00 sei gängig. War mir gar nicht so bewußt.

Ja , ich klage auch auf EU. Für die Zeit , die ich durch seine fiesheit , mich das Haus abzahlen zu lassen ( jetzt erst recht , wo er drin lebt). Und weil mein Job hier im Schichtdienst mit den Kid so nicht geht. Ich mach ihn , aber für die Kids ist das die Hölle.

Mit meinen Brandenburger Freundinnen haben wir in letzter Zeit ne Menge scheidungen durch.
Da ist die erste Frage " auf wieviel Wochenstunden kann ich hoch , umnicht zu verhungern?".
gewesen.
Hier hab ich das zweimal erlebt.Da war der erste gang der zum Sozialamt und zum Rechtsanwalt.
Nicht , das ich denke , das das immer so ist mit dem Bundesunterschied, aber anerzogen scheint mir der richtige Ausdruck zu sein.
Monja
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bengel
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Beiträge: 1.602



« Antwort #8 am: 15. März 2006, 09:47:07 »

Zitat
Mit meinen Brandenburger Freundinnen haben wir in letzter Zeit ne Menge scheidungen durch


Hi monja,

irgendwie lässt mich dieser satz schon schlucken. ist scheidung so ein femininer volkssport?
ich frage deshalb etwas ironisch, weil sich meine ex auch in einem freundeskreis (alles frauen) bewegt hat und noch bewegt, wo aufeinmal der "scheidungsvirus" umher ging und sie sich gegenseitig tipps gegeben haben nach dem motto: "lass Dir nichts gefallen und zeig ihm was ne harke ist".

kommt mir vor wie die entwicklung des 68er-satzes von "mein bauch gehört mir" zu "dein geld und die kinder gehören mir."

gruss bengel


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Ivso
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Beiträge: 25



« Antwort #9 am: 15. März 2006, 09:56:04 »

Hallo !

Meiner Meinung nach ist es in vielen Fällen eine Frage der Erziehung.
Wer es vorgelebt bekommt nur zu nehmen,alles zu bekommen wenn man nur
lange genug trotzt und mault der/die wird im späteren Leben auch alles mitnehmen
was er/sie bekommen kann. zB.:Unterhalt
Und wer nie auf eigenen Füßen stehen musste mag auch nicht Arbeiten.
Viiiel zu anstrengend!

Das merke ich jeden 1.im Monat exclamation_smile

LG Ivso
Gespeichert
Kasper
Spezialgruppe
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Beiträge: 3.959



« Antwort #10 am: 15. März 2006, 11:03:12 »

 
Zitat
Meiner Meinung nach ist es in vielen Fällen eine Frage der Erziehung.

Dem stimme ich voll zu und ergänze das ganze noch:
... auch die eigene Erfahrung (durch die Eltern) und Kreise in denen man sich bewegt, bewegen einen zu einer (manchmal einseitigen) Willensbildung.

Ok, es ist menschlich.
Aber alles viel zu einseitig.

Es zwingt sich als Mann die Überzeugung auf, dass Frau sich alles erlauben kann und damit ungestraft durchkommt.
Selbst strafrechtliche Verfehlungen werden unter den Teppich gekehrt (natürliuch zu Lasten der Väter/Männer), so dass ich manchmal zu der Überzeugung komme ... wenn "mal" wieder Vater amok gelaufen ist, dass er mit seinem Hintern an der Wand stand ...?

.... Wobei die Zahl der tötenden Mütter um ein vielfaches höher ist.

Also haben sie neben dem Gesetz auch noch das Recht über Leben und Tod zu entscheiden?

Ich spar jetzt schon mal Geld, damit mein Sohn mit 18 das Land verlassen kann.

Nachdenkliche Grüße
Kasper
Gespeichert

Gott gebe mir die Gelassenheit, Dinge zu ertragen, die ich nicht ändern kann, den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.
AJA
Frischling

Beiträge: 0


« Antwort #11 am: 15. März 2006, 12:06:03 »

Also das Thema Erziehung möchte ich doch in Frage stellen.

Ich bin so erzogen worden, dass der Mann das Geld verdient und die Frau für Haus und Kinder zuständig ist. Meine Mutter hat mit Eheschliessung (nicht mit Schwangerschaft!) ihren Beruf aufgegeben und das erste Mal (aber unter Protest meines Vaters und auch nur, wenn sie vorher schön brav alles gerichtet hatte) wieder gearbeitet, als ich bereits 18 Jahre alt war. Und auch da nur nächteweise, max. zweimal pro Woche.

Meine Mutter kommt auch heute noch kaum klar damit, dass ich nicht mit einem gut verdienenden Mann verheiratet bin, der uns alle ernähren kann, so dass ich ihrem Beispiel folgen und brav das Haus hüte. Im Gegenteil, bei uns bin verwerflicherweise sogar auch noch ICH diejenige, die mehr Geld verdient.

Trotzdem habe ich keine Nehmerqualität. Erziehung und Vorleben kann wohl doch nicht alles sein?

Gruß AJA
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Taccina
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« Antwort #12 am: 15. März 2006, 12:33:24 »

Hallo Ivso,

nun, genau wie bei Aja war meine Mutter auch immer zu Hause.....mein Vater hat gut vedient, wir hatten ein großes Haus und einen riiiiiiiiiiiesen Garten.
Mein Vater ist arbeiten gegangen und meine Mutter hat sich darüm gekümmert, das Haus und Kind und Garten (un später auch noch Oma und Opa, die nebenan ihr Haus hatten) bestens versorgt waren.
Und nun sag mir nicht, das wäre kiene Arbeit gewesen und meine Mutter wäre nur faul zu Hause rum gesessen....
Die war immer auf den Beinen und wirbelte immer...selbst dann wenn man Vater chon längst zu Hause war, war Muttern noch beim bügeln, Unkraut jähten, Fenstern putzen usw.
Auch Einkaufen musste sie immer mit dem Fahrrad (sie hat keinen Führerschein und Auto hatte sowieso mein Vater mit zur Arbeit) und musste sich durch Wind und Wetter 10km (10km hin und 10km zurück) mit den Tüten am Rad abstrampeln.
Und wenn man ein Anliegen von 4000qm immer so in Ordnung haben will, wie meine Mutter das wollte, dann musste man auch immer ran...
Es kam nicht mal vor das sie mal ne Pizza in den Ofen geschoben hat...nein es wurde täglich "ordentlich" gekocht.

ICh habe das auch alles vorgelebt bekommen und bin so "erzogen" worden und habe das auch überall in der Nachbarschaft so gesehen. Habe aber trotzdem zwei Ausbildungen gemacht. Und bin auch aus freien Stücken irgendwann zu Hause ausgezogen.

Auch während der Ehe, habe ich später gearbeitet...ja ich bin sogar putzen gegangen...

Und nun habe ich mir auch wieder nen Job gesucht.
Dort verdiene ich aber leider nicht genug, um mich und meinen Sohn zu ernähren...somit habe ich noch HartzIV beantragen müßen...
Und oh wunder...was sahgen die mir da?
Mein HartzIV wird mir sozusagen als Darlehn bewilligt, weil die wollen das ich meinen Ex auf Unterhalt verklage.
Was bleibt mir also anderes als den Unterhaltbei meinem Ex einzuklagen? Mach ich das nicht, dann bekomme ich kein HartzIV mehr und stehe mit dem Kind auf der Straße.

Mir sind also die Hände gebunden

Liebe Grüße Taccina
Gespeichert

Bevor man das Vertrauen eines Menschen mißbraucht, sollte man sich im Klaren darüber sein, das man dann einen Menschen auf dem "Gewissen" hat.
Oder wie würdest Du es finden, Dein ganzes Leben lang nicht mehr wirklich vertrauen zu können?
Ivso
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« Antwort #13 am: 15. März 2006, 13:37:26 »

Hallo Taccina,

Du hast Dir einen Job gesucht, Du willst auf eigenen Beinen stehen.Wenn es nur mehr von Deiner Sorte gäbe!! ;)
Wenn es dann nicht reicht -keine Frage- dann musst Du so handeln und Unterhalt einklagen.
Ich habe über einen anderen Menschentyp gebarmt: Keine Lust zum Arbeiten , vollen KU ,  EU .
Wenn ich versuche mal mit dem Menscher darüber zu reden,wie lange das noch so weitergehen soll
ähnelt es sehr einem Versuch nen Pudding an die Wand zu nageln.Es geht ja schon 6 Jahre so. exclamation_smile
Jemanden wie Dich oder AJA habe ich nicht gemeint.



LG Ivso
Gespeichert
Cashcow
Gast
« Antwort #14 am: 15. März 2006, 15:46:53 »

@Taccina: ich kann Ivso nur zustimmen, in deinem Fall (Betonung auf deinem!) geht es nicht anders, und das wird auch kein UH-Zahler verurteilen. Der Staat stiehlt sich hier aus der Verantwortung, darunter sollst du nicht leiden!
Gespeichert
Cashcow
Gast
« Antwort #15 am: 15. März 2006, 15:48:58 »

Zitat

kommt mir vor wie die entwicklung des 68er-satzes von "mein bauch gehört mir" zu "dein geld und die kinder gehören mir."
 

Sehr schön auf den Punkt gebracht  :cool:
Und sowas dann von "emanzipierten" Frauen...

by the way, ist schon jemandem aufgefallen, daß es zwar "Gleichberechtigung" aber keine "Gleichbepflichtigung" gibt?

[Editiert am 15/3/2006 von Cashcow]
Gespeichert
Taccina
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Beiträge: 1.813



« Antwort #16 am: 15. März 2006, 16:22:48 »

Zitat
und das wird auch kein UH-Zahler verurteilen.  


Hi Cashcow,

ich kann Dir ja mal die Telefonummer meines Ex geben....mal sehen was der dazu sagt... ;)

Der würde mich lieber auf die Straße schicken, als das ich auch nur einen Cent von ihm bekommen würde......da denkt er auch nicht soweit, das das auch dem Jungen zu gute kommt..
Naja...schwarze Schafe hat man überall....bei Unterhaltszahlern und Unterhaltsempfängern...
Man darf aber nicht anfangen,  alle über einen Kamm zu scheeren.

Liebe Grüße Taccina
Gespeichert

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