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vatersein.de - Forum 26. August 2019, 00:01:11 *
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Autor Thema: Vater ging und kam nie wieder  (Gelesen 1474 mal)
7of9
Zeigt sich öfters
**
Geschlecht: Weiblich
Beiträge: 57


« am: 11. Februar 2004, 21:40:47 »

Hab dies in einem anderen Forum gefunden und muss es hier hereinkopieren (Ich hoffe, dass man das darf???), weil es mich sehr bedrückt hat:


Geschrieben von Motte am 11. Februar 2004 20:46:11:

Hallo!
Ich möchte euch allen mal erzählen, wie das ist, wenn der Vater die Familie verlässt und man bei der Mutter bleibt. Meine Eltern haben sich nie verstanden, es gab viel Streit, aber sie waren meine Eltern und es traf mich wie der Schlag, als mein Papa einfach nicht mehr nach Hause kam. Er hatte eine neue Frau, bei der er nun auch wohnte. Meine Mutter saß lange Zeit zuhause und weinte sich die Augen aus und wir Kinder weinten mit ihr.Zu dem kam noch, dass es uns finanziell so schlecht ging, dass wir unser Zuhause aufgeben mußten. Ich habe mich nicht mehr auf die Schule konzentrieren können, Nachhilfe konnte sich meine Mutter nicht leisten und unsere Hobbys mußten wir auch aufgeben. Mein Vater hatte eine neue Frau gegen seine Kinder eingetauscht, denn wir haben ihn nie mehr gesehen.Meine jüngste Schwester war 6 Jahre alt, sie mußte das zweite Schuljahr wiederholen, hatte mehrere Nervenzusammenbrüche und bis zu letzt noch Neurologische Schocks, wo sie mehrere Wochen ihre Beine nicht mehr bewegen konnte. Ist Gott sei dank wieder okey. Ich habe mich sooooooooooooo sehr für meinen Vater geschämt. Die ganze Familie, die vorher ein Schutz über uns Kinder bildete, war auf einmal weg. Jeder hatte versucht, mit seinem Schmerz im Herzen alleine fertig zu werden.Meine andere Schwester durch Agressionen, mein Bruder durch Ehrgeiz, meine nächste Schwester durch Freßsucht und ich begab mich auf die Suche nach Menschen, die mir Halt geben konnten. Meine Mutter fing an, uns zu schlagen, weil sie total überfordert war. Mein Vater rief nur an, wenn er erzählen wollte, wie toll es ihm ging. Er redete nur von seiner Neuen, die ja so klasse war. Er kaufte sich ein Handy, einen PC, ein neues Auto, lebte in Saus und Braus, während meine Mutter uns kaum ernähren konnte. In jeder Beziehung, die ich hatte, suchte ich einen Vater. Und jede Beziehung, die in die Brüche ging, nahm mir ein Stück meines Selbstwertgefühls. Jedesmal fühlte ich mich genauso verlassen, wie damals, als mein Papa ging und nie mehr kam. Ich fühlte mich wie ein Gegenstand, der nun nicht mehr gebraucht wurde und einfach weggeworfen wurde. Ich kam nie mit den Eltern meiner Freunde zurecht, weil ich so viel Glück nicht ertrug und weil ich dort jedesmal spürte, was ich verloren hatte. Ich habe die Neue meines Vaters nie gehasst, aber ich habe ihn gehasst, auch wenn ich ihn liebte. Die Neue wollte nicht, dass wir dort hin kamen, sie hatte keine Kinder und ich habe es immer so empfunden, dass wir stören. Alles was ich wollte war, von meinem Vater geliebt zu werden und dass auch spüren zu können. Mit 23 Jahren versuchte ich mir mein Leben zu nehmen. Heute weiß ich, dass wir alle damals in Therapie hätten gehen müssen, denn alleine wird eine Ein-Elternteil-Famile damit nicht fertig. Ich bin heute 29 Jahre alt, habe selber zwei Kinder und bin allein erziehende Mutter. Wenn meine zwei Süßen mal weinen, weil ihr Papa einen Besuchstermin absagt, dann kommen mir auch die Tränen und alles kommt wieder in mir hoch. Den Tag, an dem mein Vater ging, werde ich nie vergessen. Und verzeihen werde ich ihm auch nie können, dass er sich nach der Trennung nicht eine eigene Wohnung genommen hatte, wo wir ihn hätten besuchen können, sondern direkt zu seiner Neuen gezogen ist. Wenn Erwachsene schon so sehr unter einer Trennung leiden, wie sollen Kinder damit umgehen können, wenn sich von heute auf morgen alles ändert? Wie sollen Kinder über ihre Emotionen reden können, wenn ihnen die Worte fehlen?




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