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vatersein.de - Forum 16. Oktober 2021, 04:13:06 *
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Autor Thema: Begleiteter Umgang  (Gelesen 1008 mal)
klaus80
Frischling

Geschlecht: Männlich
Beiträge: 5


« am: 15. September 2021, 19:54:09 »

Hallo zusammen,

vor ca. 4 Wochen ist meine Frau Hals über Kopf ausgezogen. Im Streit, wie sollte es auch anders sein. Sie warf mir dabei eine Tätlichkeit vor, es war sogar die Polizei da, die das Thema aber als Ehestreit erfasste. Es gab keine Tätlichkeit! Denn so etwas würde ich niemals tun! Aber das ist nicht das eigentliche Problem.

Ich nehme an, meine Frau wollte den Vorwurf als Grund nutzen, um in einem Frauenhaus unterzukommen. Das hat sie nun auch getan. Sie hat bei dem Auszug unsere gemeinsamen Kinder (6 Monate) Sohn und (4,5 Jahre) Tochter mitgenommen. Ich habe seither keinerlei Kontakt mehr zu ihr oder den Kindern. Ich habe daher viel mit dem Jugendamt gesprochen, welches versuchte mir den Umgang mit meinen Kindern wieder zu ermöglichen. Über die „normalen“ Wege (was auch immer das ist) passierte nichts. Also schrieb der zuständige Mitarbeiter vom Jugendamt einen Brief an meine Frau, mit der Bitte dem Vater sein Umgangsrecht einzuräumen.

Nach ein paar Tagen reagierte sie nun endlich und will mir begleiteten Umgang einräumen. Das Jugendamt will mir dazu nun „Formulare“ zusenden, welche ich unterzeichnen soll. Ich habe bereits mit einem Anwalt gesprochen und werde vor dem Unterzeichnen alles prüfen lassen, damit ich nichts Falsches tue.

Ich verstehe, dass mit meinem Sohn, der ist halt noch sehr klein und wird mich eventuell nicht mehr erkennen, begleiteter Umgang sehr sinnvoll ist. Jemanden der mich da unterstützt finde ich tatsächlich richtig und wichtig!

Aber bei meiner Tochter sehe ich diesen Bedarf einfach nicht. Meine Tochter und ich hatten ein sehr enges Verhältnis, gerade auch, da der Papa wegen Corona zu 100% daheim gearbeitet hat. Sie ihn immer rufen konnte, er immer für sie da war, wenn sie nachts einen Albtraum hatte usw.

Was ist hier das richtige Vorgehen? Meine Kinder wieder zu sehen steht klar an erster Stelle, aber ich möchte nicht in irgendeine Falle tappen. Zumal es auch nirgends Vorwürfe in irgendeiner Form oder sonst etwas gegen mich gibt. Und ich mir auch nichts habe zu Schulden kommen lassen. Vor ihrem Auszug war meine Frau beim Jugendamt und gab auch klar an, dass ich weder psychisch noch körperlich gewalttätig wäre. Entfremdung nach 4 Wochen halte ich für keinen triftigen Grund bei einer über 4-Jährigen und was sonst oftmals Gründe für einen begleiteten Umgang sind treffen nicht zu.

Sollte ich daher den Umgang in dieser Form ablehnen? Damit würde ich gefühlt meine Befindlichkeiten über das Wohl meiner Kinder stellen, es reicht, dass das meine Frau  im Moment schon tut.

Sollte ich den Umgang so akzeptieren? Aber komme ich da auch jemals wieder raus? Hier liest man viel darüber.

Ich bin einfach ratlos ☹

Danke für Eure Hilfe

Klaus!
« Letzte Änderung: 15. September 2021, 20:00:34 von klaus80 » Gespeichert
82Marco
Globaler Moderator
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Geschlecht: Männlich
Beiträge: 4.224



« Antwort #1 am: 15. September 2021, 20:11:20 »

Servus Klaus und willkommen im Forum!
Da Du Dir nichts zu Schulden hast kommen lassen, gibt es genaugenommen keinen trifftigen Grund für begleiteten Umgang, selbst beim Jüngsten nicht.
Gab es öfters Auseinandersetzungen mit KM?
Siehst Du eine Chance, wieder mit KM zusammenzuleben?

Grüßung
Marco
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Mit einem Lächeln zeigst Du auch Zähne!
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Ob ein Vorhaben gelingt, erfährst Du nicht durch Nachdenken sondern durch Handeln!
klaus80
Frischling

Geschlecht: Männlich
Beiträge: 5


« Antwort #2 am: 15. September 2021, 20:29:49 »

Hallo Marco,

in letzter Zeit haben wir uns sehr oft gestritten, wobei das meistens so war, dass ich angeschrien wurde (leider sogar vor den Kindern), worauf meine Tochter mir schon einige Male sagte, ich solle die Mama doch nicht ärgern. (Nicht falsch verstehen, in unserer Beziehung hat niemand den anderen unterdrückt oder so. Wir sind beide Alphatiere und das knallte leider öfter. Nur ich kann etwas besser an mich halten als sie.) Sie ist es von der Mama leider gewohnt, dass diese auch sie dann laut anfährt, wenn sie Blödsinn macht. Meine Frau leidet im Moment unter sehr großem Stress und hatte traurige Themen in der jüngsten Vergangenheit. Anfang des Jahres ist ihr Vater verstorben. Um nur einen Punkt zu nennen. Sie ist einfach nicht sie selbst, ich kenne sie so nicht. Leider fing sie irgendwann an, mir an allem schlechten in ihrem Leben die Schuld zu geben. Und dann wollte sie eine Trennung auf Zeit, was ich unterstützen wollte, damit sie wieder zur Ruhe kommt. Denn Hilfe lehnte sie leider immer ab. Aber der letzte Streit war einfach einer zu viel. K.A.

Die Frage von meiner Seite aus beantwortet, ich würde es gern erneut versuchen. Mit einer neuen und soliden Basis und mit Hilfe für uns als Paar und einzeln. Denn ich denke das wäre schon nötig.

Für meine Frau gesprochen, was ich denke, was sie momentan empfindet. Sie kann sich das aktuell bestimmt nicht vorstellen. Ich habe den Eindruck sie schwelgt im Hass gegen mich und schreibt mir gerade alles böse zu, um sich gegenüber zu rechtfertigen was sie da eigentlich den Kindern antut. Daher weiß ich es nicht...

Klaus

Sorry für die vielen Änderungen, ich muss echt die Vorschau-Funktion nutzen...
« Letzte Änderung: 15. September 2021, 20:33:54 von klaus80 » Gespeichert
Susi64
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Geschlecht: Weiblich
Beiträge: 4.948


« Antwort #3 am: 15. September 2021, 20:33:18 »

Hallo Klaus,

aus meiner Sicht bist Du naiv. Deine Frau kann Dich auch aus der Wohnung werfen lassen indem sie die Wohnung für sich und die Kinder beansprucht, da das Zusammenleben mit Dir für sie nicht möglich ist. Grundlage dürfte dann der Auszug ins Frauenhaus sein. Der Auszug dient aus meiner Sicht einzig und alleine dazu Dir die Kinder zu entfremden.

Der begleitete Umgang ist absolut unnötig, er wird auch nicht angeordnet sein sondern eine Vereinbarung zwischen Dir und der KM.

Sicher hängt es davon ab wie streitbar Du bist und wovon Du Dir mehr erhoffst. Du solltest aber davon ausgehen, dass der begleitete Umgang eine Weile dauern wird bis er überhaupt stattfinden wird. Dann ist dies und das und dann hast Du Deine Kinder ein halbes Jahr nicht gesehen.

Meiner Meinung nach solltest Du (in Abstimmung mit Deinem Anwalt) einfach erklären, dass es weder für den Auszug Deiner Frau, noch das Wohnen im Frauenhaus und erst nicht für die Unterbindung des Umgangs mit Deinen Kindern irgendeinen Grund gibt. Du forderst Umgang und machst das Gegenangebot eines Umgangspflegers, also jemand, der den Umgang aushandelt und die Kinder zu Dir bringt und dann wieder zur KM zurück. Geld kosten wird das genauso wie der begleitete Umgang natürlich.

Selbst kleine Kinder vergessen bekannte Menschen nicht so schnell, also sie nicht so pessimistisch was die Kinder angeht, aber Du solltest viel wachsamer im Umgang mit Deiner Frau sein.

VG Susi
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klaus80
Frischling

Geschlecht: Männlich
Beiträge: 5


« Antwort #4 am: 15. September 2021, 20:43:02 »

Hallo Susi,

danke für den Rat. Die Wohnung will sie auf keinen Fall, das habe ich ihr im Vorfeld als wir noch gemeinsam eine Trennungszeit planten angeboten. Daher besteht da sicher keine Gefahr. Und abgesehen davon, wäre mir das echt egal. Mir sind meine Kinder wichtig. Ich finde schon eine Wohnung im Notfall.

Ich weiß nicht ob ich Dich richtig verstehe, daher frage ich frech nach.

Was meinst Du damit, "wie streitbar" ich bin und "was ich mir wovon erhoffe"?

Was meinst Du damit, dass ich wachsamer im Umgang mit meiner Frau sein soll?

VG Klaus
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MaxMustermann1234
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Geschlecht: Männlich
Beiträge: 965


« Antwort #5 am: 16. September 2021, 09:08:53 »

Naja, mit streitbar ist gemeint, ob du alles mit dir machen lässt, oder ob du eine Klage auf Übertragung des Aufenthaltsbestimmungsrechts lostrittst (das sind die Extreme, alles andere dazwischen ist auch möglich). Die Taktik ist natürlich nach dem Wunschergebnis zu wählen. Willst du am liebsten die Kinder bei dir haben oder ein Wechselmodell, ist nichts tun sicher keine Option. Jede Taktik hat aber auch Risiken.

Zum Thema wachsam: Nicht mehr alleine mit ihr in einem Raum stehen, Zeugen mitnehmen, Kommunikation auf ein SACHLICHES Minimum minimieren,... Wenn Gewaltvorwürfe genutzt werden, steht meistens jemand beratend zur Seite, der sich auskennt, ggf. eine Anwältin. Die kennen alle dreckigen Tricks und Fallen, in die sie dich tappen lassen können.

Vom begleiteten Umgang würde ich abraten. Da gibt es keinen Grund für und ein Zugeständnis hier könnte so gewertet werden, dass du es doch getan hast und es nun bereust. Weiter ist es schwer den begleiteten Umgang wieder loszuwerden. Eine beliebte Taktik von Müttern besteht darin nur betreuten Umgang zuzulassen. Wenn du dann die Betreuung loswerden willst, weigern sie sich und streichen dir den Umgang ganz. Wenn du vor Gericht gehst, wird wieder betreuter Umgang als Kompromiss angeordnet. Das Spiel zieht sich solange bis du aufgibst. Der Träger der Umgangsbegleitung hat ja auch kein Interesse dran, dass die Betreuung endet, die verdienen Geld damit. Natürlich kann es auch anders laufen, aber der von mir beschriebene Weg ist eine beliebte Wahl bei falschen Gewaltvorwürfen.

Such dir kurzfristig einen Anwalt und berate dich mit ihm. Du solltest schnell handeln. Ich würde mit meinem Wissen von heute zum Familiengericht laufen und eine einstweilige Anordnung auf Rückführung der Kinder in ihr gewohntes Umfeld beantragen. Gleichzeitig eine Zuweisung der Ehewohnung, weil ein Zusammenleben nach den erfundenen Vorwürfen nicht mehr möglich ist, auch um die Mutter vor weiteren falschen Behauptungen zu schützen. Das geht aber natürlich nur, wenn due die Betreuung übernehmen kannst und bisher auch hast. Das Problem ist natürlich der Säugling. Da wird wohl mit Stillen argumentiert werden. Aber ggf. hast du beim großen Kind eine Chance.
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klaus80
Frischling

Geschlecht: Männlich
Beiträge: 5


« Antwort #6 am: 16. September 2021, 22:33:18 »

Vielen Dank für die Erläuterungen.

Ich habe kein Problem mit einer gerichtlichen Auseinandersetzung, ich habe nur Sorge ob ich die aktuelle Situation damit nicht verschlimmere. Und ev. dann meine Kinder lange genug nicht mehr sehen kann, bis ein FG entscheidet, dass die Kinder sich von mir entfremdet haben und meine Kinder daher bei meiner Frau bleiben sollen.

Zu meiner Tochter hatte ich bis dato einen sehr engen Kontakt. Wegen Corona war ich zu 100% zuhause. Immer wenn sie mich rief war ich für sie da. Jeden Abend brachte ich sie ins Bett bis sie in meinen Armen einschlief und wenn sie nachts aufwachte war der Papa für sie da, da mein Büro sehr nah an ihrem Zimmer liegt. Wir waren viel und oft draußen an der frischen Luft, unser Hund erlaubte uns den Ausgang auch zu Zeiten des Lockdown. Die Wochenenden hatten wir uns geteilt, eins passte ich komplett auf die Kinder auf und sie konnte abspannen, das andere andersrum. Ich würde sagen rein zeitlich haben meine Frau und ich uns bei der Tochter nicht viel geschenkt, beim Sohn dagegen war sie klar viel mehr für ihn da.

Ich habe bereits eine Anwältin, wie schnell zu reagieren ist für einen Anwalt normal? Ich kenne mich da nicht aus. Wenn ich eine Mail schreibe oder die Zentrale anrufe dauert es meist 1 Tag selten klappt es am gleichen bis ich einen Rückruf erhalte. Das ist normal, oder?

« Letzte Änderung: 16. September 2021, 22:35:59 von klaus80 » Gespeichert
MaxMustermann1234
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Geschlecht: Männlich
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« Antwort #7 am: 17. September 2021, 08:49:41 »

Termin machen und persönlich hingehen. Termin vorbereiten mit Fragen. Wie gesagt, meine Frage wäre die nach einer einstweiligen Anordnung. Wenn die Mutter die Zeit im Frauenhaus aussitzt, dann wird man dir danach sagen, dass die Kinder dich ja eh nicht mehr wirklich kennen und Umgang erst wieder angebahnt werden muss. Und das kann die Mutter sabotieren. Die schafft somit gerade Fakten und am Ende fragt leider niemand wie diese Fakten geschaffen wurden.
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82Marco
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« Antwort #8 am: 17. September 2021, 08:58:10 »

Servus klaus80!
Ich habe kein Problem mit einer gerichtlichen Auseinandersetzung, ich habe nur Sorge ob ich die aktuelle Situation damit nicht verschlimmere.
Viel schlimmer geht´s eigentlich nimmer, zumal KM mit Auszug mitsamt Eurer Kinder ins Frauenhaus schon mal Fakten geschaffen hat.
Du kannst die Situation eigentlich nur verbessern, in dem Du zum einen für regelmäßigen und ungehinderten Umgang (nebenbei bemerkt: Eure Kinder haben Recht auf Umgang) kämpfst und zum anderen versuchst, zumindest die Kids dauerhaft aus dem Frauenhaus zu holen.

Grüßung
Marco
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« Antwort #9 am: 17. September 2021, 09:37:09 »

Hallo Klaus,

was genau war denn der Vorwurf der Mutter dir gegenüber?

Ich begleite viele Fälle und wenn ich dann einen Vater bei mir sitzen habe, der unter Tränen beteuert niemals gewalttätig gewesen zu sein, ich dann aber erfahre, dass bereits mehrere Gewaltschutzverfahren anhängig waren und er es letztendlich doch zu gibt, da wird man schon stutzig. Und das habe ich leider oft. Vermutlich leiden die guten Väter genau aus diesem Grund, weil es die schlechten doch öfters gibt als man denkt.

Schade, dass du erst so spät aktiv geworden bist. Das kann man nun aber nicht mehr ändern...

Basierend auf deinen Schilderungen würde ich dir folgendes raten:

Werde dir erst einmal klar darüber, was du willst. Umgangsrecht oder Sorgerecht?

Zum Umgangsrecht rate ich dringend von begleiteten Umgängen ab. Auch wenn es "zur Anbahnung" heisst. Die wirst du so schnell nicht mehr los. Dazu gleich mehr. Einen Umgangspfleger würde ich nicht ins Spiel bringen. Warum auch? Du hast dir nach deinen Angaben hin nichts zu schulden kommen lassen und ein Umgangspfleger ist bei Umgangsverweigerung ebenso machtlos wie du (vgl. § 90 FamFG i.V.m. § 1684 (3) BGB).

Du kannst im einstweiligem Anordnungsverfahren (eA) ohne vorherige Anhörung aufgrund der Dringlichkeit das Aufenthaltsbestimmungsrecht beantragen. Da du aber so lange gewartet hast, wird dir das womöglich negativ ausgelegt werden. Dann kommt es auf einen guten Verfahrensbeistand und einen klaren Willen deiner Tochter an. Für deinen Sohn sehe ich die Erfolgsaussicht <5%.

Egal welchen Weg du wählst, gehe davon aus, dass dies das Verhältnis unter euch Eltern verschlechtern wird. Aber es geht ja um die Kinder. Von daher...
Beide Verfahren unterliegen dem Beschleunigungsgebot (§ 155 FamFG), es wird zeitnah zu einer Lösung kommen. In einem Hauptsacheverfahren bez. Umgang achte bitte darauf, dass du, wenn es in der mündlichen Erörterung zu keinem Ergebnis kommt, nach § 156 (2) FamFG eine Zwischenlösung bekommst.

Zu einer möglichen Entfremdung eine kleine Anekdote aus einem Fall, den ich begleite:

Eltern trennen sich, Mutter verzieht 600km weiter. Sohn 6 Monate alt. Es kommt 2 Monate später zum eA-Verfahren. Man einigt sich wegen (angeblichen) Aggressionen des Vaters und der Anbahnung zu einem Vergleich mit begleiteten Umgängen. Nun passierte das was oft bei Gerichten falsch läuft. Der Vergleich steht nur im Protokoll, das Verfahren wurde gemäß Protokoll beendet. So sieht es auch die anwaltliche Vertretung. Das ist aber falsch. Nach § 156 (2) war der Vergleich gerichtlich zu billigen. Es fehlte auch der Hinweis auf Ordnungsmittel bei Zuwiderhandlungen (§ 89 FamFG). Die Mutter hatte sich dann 3 Monate (!) Zeit gelassen, um den Antrag beim Jugendamt einzureichen. Handhabe des Vaters war null, da der Titel nicht vollstreckbar ist (§ 86 (1) Nr. 2 FamFG).

Es dauerte weitere 2 Monate bis endlich der erste begleitete Umgang stattfand. Der Vater hatte seinen Sohn über ein halbes Jahr nicht gesehen, durfte am 1. Geburtstag nicht teilhaben. Nachdem Vater und Sohn sich so lange nicht gesehen haben, ist der Kleine seinem Papa in die Arme gerannt. Sie hatten wohlgemerkt ein halbes Jahr gar keinen Kontakt. Der Vater hatte weder Bild noch Adresse. Die Anbahnung ist längst erfolgt und man steckt immer noch in begleiteten Umgängen fest, das Kontingent wurde verdoppelt, weil der Vater zu viele Bilder machen würde, den Jungen zu früh hochnehme usw. Die finden schon Gründe für ihre Daseinsberechtigung. Der Umgang findet alle 2 Wochen für eine Stunde statt. Heisst 1200km Fahrt. Eine anvisierte Erweiterung wurde bisher nicht umgesetzt, die Mutter ist ständig anwesend. Belange des Kindes werden vor dem Vater im Beisein des Kindes (auch während des Fütterns) besprochen, aber der Vater könne angeblich die Bedürfnisse des Kindes noch nicht sehen. Videos und Bilder sprechen aber eine andere Sprache. Die Mutter hat öfters Urlaub, sodass der Turnus auch mal 3-4 Wochen ist. Die Trägerdamen finden das gut, denn eine erholte Mutter ist gut für das Kind. Gibt es auch alles schriftlich... du siehst was ich meine?

Egal wie du handeln willst, handel schnell. Das kindliche Zeitempfinden ist anders als bei uns Erwachsenen.

Eure Kinder haben ein Recht (§ 1684 (1) S. 1 BGB) auf persönlichen, unmittelbaren und regelmäßigen (Art. 9 (3) UNKRK) Umgang.

Viel Erfolg für die Kinder.

LG D
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« Antwort #10 am: 17. September 2021, 11:57:33 »

Hallo,

den Umgangspfleger habe ich deshalb ins Spiel gebracht, weil die KM in einem Fraunhaus lebt. Ein Frauenhaus ist nicht so einfach zugänglich und die Umgangsverweigerung kann schon damit begründet werden, dass die KM ja soviel Angst hat. Ob der Gewaltvorwurf berechtigt ist oder nicht spielt dabei gar keine Rolle.

VG Susi
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« Antwort #11 am: 17. September 2021, 14:11:02 »

Ich habe bislang nichts getan, da ich sehr viel mit dem Jugendamt in Kontakt war und bin. Nach 3 Tagen wollte ich bei der Polizei Anzeige wg. Kindesentziehung stellen. Nach meinen Erläuterungen fragte der Beamte nach einer Kontaktperson, die vielleicht mehr weiß es aber mir nicht sagt. Ich nannte einen Onkel mit dem sie viel Kontakt hat. Von diesem erfuhr der Beamte - weiß ich mittlerweile - dass meine Frau in einem Frauenhaus ist. Daraufhin würgte er mich am Telefon geradezu ab. Ich verstand überhaupt nicht was auf einmal los war, bis ich 2-3 Tage später vom Jugendamt erfuhr, dass sie in einem Frauenhaus ist und im Nachhinein, dass meine Frau das ihrem Onkel im Vorfeld angekündigt hatte.

Als mir das JA diese Information gab mit dem Zusatz, dass man vom Frauenhaus aus mitgeteilt habe, dass ich bald Kontakt zu meinen Kindern bekommen soll und dass diese sowie meine Frau gut untergebracht sind und betreut, habe ich erst einmal etwas zugewartet, da ich hoffte es passiere bald was. (Das war nach ca. 1 Woche)

Ich rief jeden 2. Tag beim JA an und fragte nach, ob es etwas Neues gibt. Mir wurde nur mitgeteilt, dass man keinen direkten Kontakt zur Mutter habe, da sie ja im Frauenhaus sei und man daher selbst warte, wann nun etwas passiere wegen Umgang.

Letzte Woche drängte ich dann was man denn tun könne, ob das JA nicht ein moderiertes Gespräch vereinbaren und durchführen könne. Darauf sagte das JA mir zu, einen Brief an die KM zu schicken mit der Bitte um Umgang für mich und Teilnahme am Gespräch Anfang nächsten Monats. Die Dame vom JA ist nun 2 Wochen im Urlaub. Daher kontaktierte mich Anfang dieser Woche eine Kollegin von ihr, die nach eigener Aussage den Fall nicht genau kenne (nicht einmal der Gesprächstermin und der Brief war ihr bekannt, sie fand aber den Termin im Kalender der Kollegin), um mir mitzuteilen, dass meine Frau mir begleiteten Umgang zu den Kindern gewähren möchte. (Ich bin sehr sicher, als Reaktion auf das Schreiben vom JA...)

Und daher habe ich noch nichts getan, da ich vom JA den Eindruck übermittelt bekam, ich solle etwas warten, es würde schon alles passieren. Und daher bin ich so unschlüssig, weil ja in ~2 Wochen ein Gespräch stattfinden soll... ich habe einfach die Hoffnung, dass wir eine gütliche Einigung hinbekommen zum Wohle der Kinder... ich weiß nicht ob das verständlich ist?

Bestimmt bin ich da naiv, aber ich glaube daran, dass meine Frau nicht so blind sein kann, das unseren Kindern anzutun Traurig
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MaxMustermann1234
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« Antwort #12 am: 20. September 2021, 09:44:14 »

Ja, ich glaube, dass du naiv bist.

Du kennst deine Frau vor der Trennung. Nun kann sie eine andere Person sein. Ggf. denkt sie auch, dass sie die Kinder aus irgendwelchen nicht rational nachzuvollziehenden Gründen vor dir schützen muss.

Die Taktik des Jugendamts ist übrigens nicht unüblich: die warten ab, weil sich Probleme so gerne von selbst erledigen. Wenn du allerdings abwartest, verlierst du ganz sicher. Man wird deine Passivität als Schuldeingeständnis werten.
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« Antwort #13 am: 22. September 2021, 11:50:24 »

Hallo,

den Umgangspfleger habe ich deshalb ins Spiel gebracht, weil die KM in einem Fraunhaus lebt. Ein Frauenhaus ist nicht so einfach zugänglich und die Umgangsverweigerung kann schon damit begründet werden, dass die KM ja soviel Angst hat. Ob der Gewaltvorwurf berechtigt ist oder nicht spielt dabei gar keine Rolle.

VG Susi

Hi Susi,

das kann ich gut nachvollziehen. Im Vorfeld werden die aber nicht beauftragt, erst nachdem der Umgang erschwert wurde. Alles andere käme einem Vorratsbeschluss gleich.

Aber ja, es könnte dann darauf hinaus laufen. :-)

LG D
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