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vatersein.de - Forum 30. November 2021, 04:41:26 *
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Autor Thema: Wie verrechnet Ihr Eure Unterhaltsverpflichtung in einer neuen Familie?  (Gelesen 4672 mal)
StandMyGround
Schon was gesagt
*
Geschlecht: Männlich
Beiträge: 13


« am: 09. August 2021, 16:06:32 »

Hallo zusammen,

folgendes Szenario: Ich habe zwei Kinder aus erster Ehe für die ich Unterhalt nach DT zahle. Mittlerweile lebe ich seit einigen Jahren in einer neuen eheähnlichen Beziehung/Familie, mit gemeinsamen Nachwuchs. Nachwuchs geht in den Kindergarten und beide Eltern gehen arbeiten. Sie arbeitet reduziert, hätte aber auch bei 100% aufgrund ihrer Position weniger Geld als ich mit meinen 100%. Gemeinsam wohnen wir in meinen Haus, das mittlerweile schuldenfrei ist.

Für unsere gemeinsame „Haushaltskasse“ haben wir verabredet, dass wir  gequotelt nach unseren Gehältern unseren Beitrag leistet.

Dabei haben wir diskutiert, wie wir meine Unterhaltsverpflichtungen bzw. mein Eigenheim in die Berechnung einbeziehen. Zieh' ich z.B. den KU voll von meinem Gehalt ab? Einerseits ja, weil ein Titel besteht und ich das Geld nicht habe. Andererseits nein, weil sie ja nicht durch meine Kinder einen Nachteil haben soll. Also vielleicht anteilig? Und wir geht man mit einem Eigenheim um, das einer mit in die Beziehung gebracht hat?

So mach einer wird jetzt sagen: „Ist doch egal. Hauptsache keiner fühlt sich keiner benachteiligt“. Ja, das stimmt. Keiner
von uns ist glücklicherweise auf das Geld des anderen angewiesen. Trotzdem haben wir uns schwergetan und es kam immer die Frage hoch, wie andere in einer ähnlichen Situation rechnen. Insbesondere wenn größere Investitionen am Haus oder längere Familienurlaube anstehen

Ist einer von Euch in ähnlicher Situation und wie verrechnet Ihr Eure „Altlasten“ in Eurer neuen Familie?

VG,
SMG
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Celine
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« Antwort #1 am: 09. August 2021, 17:38:09 »

Also wir sind ganz klassisch konservativ: Er stellt alle gemeinsamen Güter bereit: Wohnung, Essen, unsere beiden Autos, gemeinsame Urlaube, Restaurant- und Theaterbeduche. Ich bezahle meine persönlichen Sachen wie Kleidung, Urlaube mit einer Freundin ohne ihn, Ausgehen ohne ihn, Tanken, wenn ich alleine unterwegs bin (wir haben keine gemeinsamen Kinder, den Unterhalt für sein Kind zahlt er natürlich auch)
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MaxMustermann1234
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Beiträge: 983


« Antwort #2 am: 10. August 2021, 08:32:19 »

Wir wirtschaften zusammen (Gemeinschaftskonto). Würden wir aber getrennt wirtschaften, würde ich natürlich darauf bestehen, dass PKV und Unterhalt vom Gehalt abgezogen wird (besser gesagt alle Verpflichtungen, die nicht Konsum dienen).
Beim Haus gibt es entweder die Lösung kostenlos bereitstellen oder Miete verlangen. Das Zweite ist wohl nur konsequent, wenn man nicht gemeinsam wirtschaften will.
Die Frage ist, ob die Arbeitszeitreduktion ihr Privatvergnügen ist oder ob du dich nicht genug einbringst. Im zweiten Fall wäre natürlich auch eine Entschädigung an sie fällig.
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Susi64
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« Antwort #3 am: 10. August 2021, 09:06:18 »

Hallo,

zum einen weiss Deine Frau ja, dass Du auch noch weitere Verpflichtungen hast und sie kann deshalb nicht das Geld für den Unterhalt für Deine neue Familie "verrechnen".
Logisch wäre es den Unterhalt für alle Kinder extra zu bestimmen und für die Kinder entsprechend zu verwalten.

Dann kann das verbleibende Einkommen für alles andere verwendet werden. Fixkosten können entsprechend bezahlt werden und ansonsten hat eben jeder seins. U.U. gibt es noch eine Haushaltskasse, aus der die laufenden Kosten für die Familie bestritten werden.

Wer zu kleinlich rechnet wird auch keine Freude daran haben.

VG Susi
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AnnaSophie
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« Antwort #4 am: 10. August 2021, 09:36:30 »

Hallo,

Bekannte haben es so geregelt: sie zahlt Miete und ihm gehört das Haus. Allerdings sind da auch keine gemeinsamen Kinder vorhanden.

Du verdienst 100% und stehst allein im Grundbuch. Hast Kinder, denen du Unterhaltspflichtigen bist.
Sie arbeitet zu 70% und betreut mehr als du das gemeinsame Kind.

Problematisch sind bei euch Urlaube und hausreparaturen. Da nur du im Grundbuch stehst ist Haus dein Part, da sie ohne verheiratet zu sein, nicht am Wertzuwachs des Hauses partizipiert.
Längere Urlaube könnten sich nach Einkommen geqoutelt werden bzw. Wenn die anderen Kids noch mitkommen müsstest du deren Kostenallein tragen, dafür dann aber den Unterhalt von deinem Einkommen abziehen. Da dieser ja nicht zur Verfügung steht.

Sophie
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Lausebackesmama
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« Antwort #5 am: 10. August 2021, 10:01:08 »

An dem Punkt könnte man herrlich streiten, weil der Unterhalt für die Kinder sie ja theoretisch nix angeht.

Man könnte auch Folgendes machen: du zahlst ihr die Differenz von 70 zu 100% Verdienst und die Kosten teilt ihr dann 50/50, unabhängig vom Verdienst. Für das Haus gilt das für alle Kosten, die ihr als Mieter auch hättet. Alles Andere zahlst du alleine.

Mein Mann führt seit er denken kann Haushaltsbuch. Man glaubt gar nicht, wie sehr man sich verschätzt, wer welche Kosten trägt. Ich zahle Miete, Strom, Fixkosten, er den Rest. Am Monatsende rechnen wir ab und gleichen aus. Läuft darauf hinaus, dass ich am Ende des Monats einen fetten Ausgleich kriege Klingt anstrengend, ist es aber nicht. Und über Geld haben wir noch nie gestritten, weil es eine klare Regelung gibt. Ich möchte mit niemandem ein gemeinsames Konto haben, er sieht das genauso. Über den Haushalt hinaus macht jeder mit seiner Kohle was er will.

Funktioniert bei uns perfekt.

LG LBM
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MaxMustermann1234
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« Antwort #6 am: 10. August 2021, 10:20:21 »

Wenn man sich auf den Standpunkt stellt, dass der Unterhalt sie nichts angeht, wäre nicht die logische Konsequenz, dass sie auch nichts angeht wie viel er verdient und somit wären die Kosten 50/50 zu teilen?
In jedem Modell, dass ich kenne, welches eine Quotenhaftung vorsieht (und ich bin wirklich kein Freund dieser Modelle), dort werden auch Abzugspositionen vorgesehen, um eine möglichst harmonisierte und vergleichbare Basis herzustellen. Und bei Haushaltskassen ist das doch i.A. das verfügbare Einkommen.
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AnnaSophie
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« Antwort #7 am: 10. August 2021, 10:28:46 »

Hallo Max,

Ohne gemeinsames Kind würde ich dir zustimmen.
Aber sie arbeitet ja reduziert um das gemeinsame Kind zu betreuen.
Dann müsste wie Obmann sagt das Gehalt auf 100% ausgeglichen werden um die Kosten hälftig zu teilen.
Und den Ansatz von Sachen, die ein Mieter zahlen müsste wie Wartungen beteiligen die sich beide. Kosten, die ein Vermieter zu tragen hat zahlt er allein, weil ihm das Haus allein gehört ist auch kein schlechter Ansatz.

Sophie
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Lausebackesmama
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« Antwort #8 am: 10. August 2021, 11:04:46 »

So sehe ich das auch. Entweder man schmeißt alles in einen Topf (wäre nicht meins) ohne zu gucken, wer was beisteuert. Das kann auch gut funktionieren, wenn man die gleiche Einstellung zu Ausgaben hat und sich keiner rechtfertigen muss, wenn etwas gekauft/ausgegeben wird.

Ich bin in unserem 50/50 Modell die, die weniger verdient. Demnächst ändert sich das, weil mein Mann in Pension geht. Das System wird sich dadurch aber nicht ändern. Wir sehen das aber auch beide so, dass Ehe/Beziehung nicht bedeutet, dass der wirtschaftlich Stärkere den Anderen auf sein Level heben muss. Wir hatten dann Situationen, in denen er in den Urlaub fahren wollte und ich gerade dafür kein Geld übrig hatte. Da ihm der Urlaub wichtig war, hat er mich eingeladen. Und das dann eben freiwillig.

LG LBM
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« Antwort #9 am: 10. August 2021, 11:33:58 »

Ich fragte ja eingangs, ob die Arbeitszeitreduktion stattgefunden hat, weil sonst die Kinderbetreuung nicht sichergestellt ist, oder weil sie "mehr vom Kind" haben will. Meine Partnerin würde auch gerne weniger arbeiten, notwendig ist das aber nicht. Diese Sachverhalte sollte man sollte man trennen.

Aber im Deutschen Recht werden auch bei 2 Vollzeitgehältern die Kosten nicht hälftig getrennt. Was ich überaus interessant finde: der Regelfall ist die Zugewinngemeinschaft, wo alle Kosten hälftig geteilt werden. Wenn nach der Trennung das Wechselmodell kommt, wird plötzlich nach Leistungsfähigkeit geteilt.

Meine Ex hat das auch immer sehr genau verstanden. Sie will Unterhalt im Wechselmodell, weil sie mit ihrer Vollzeitstelle weniger verdient als ich. Als es aber im Trennungsjahr eine Steuererstattung gab, wollte sie diese natürlich nicht gemäß Unterhaltsquote teilen, sondern 50/50. Die Ansprüche auf die Steuer sind ja entstanden, als wir noch zusammen waren und da wurde ja 50/50 geteilt. Ich liebe dieses Land ;)
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Celine
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« Antwort #10 am: 10. August 2021, 12:18:20 »

Also wenn man schon mit so spitzer Feder rechnet, dass die abbezahlte Immobilie ins Spiel gebracht wird, wäre es auch angebracht, die Verluste, die der Partnerin durch die Reduzierung ihrer Arbeitszeit entstehen:

Wenn sie nicht auch mit ihren 70% über die Beitragsbemessungsgrenze der Rentenversicherung kommt, mindert die Teilzeit ihre Rentenansprüche, und zwar gesetzliche und betriebliche Rente. Dazu kommen noch die verringerten Karrierechancen. Auch diese Einbußen ihrerseits müssten eigentlich ausgeglichen werden.
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Kasper
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« Antwort #11 am: 10. August 2021, 13:15:21 »

Also wir sind ganz klassisch konservativ: Er stellt alle gemeinsamen Güter bereit: Wohnung, Essen, unsere beiden Autos, gemeinsame Urlaube, Restaurant- und Theaterbeduche. Ich bezahle meine persönlichen Sachen wie Kleidung, Urlaube mit einer Freundin ohne ihn, Ausgehen ohne ihn, Tanken, wenn ich alleine unterwegs bin (wir haben keine gemeinsamen Kinder, den Unterhalt für sein Kind zahlt er natürlich auch)
Das erklärt natürlich einiges ... Wasch mir die Hände, aber mach mich nicht naß!
Sorry, aber für eine emanzipierte Frau ist das Abzocke und ein fröhliches Leben und weit von der Gleichberechtigung entfernt. Aber im Endeffekt ist es das Problem Deines Mannes, wenn er dies so mitmacht.
Aber ich verstehe jetzt einige Deiner Beiträge im richtigen Kontext.

Also wenn man schon mit so spitzer Feder rechnet, dass die abbezahlte Immobilie ins Spiel gebracht wird, wäre es auch angebracht, die Verluste, die der Partnerin durch die Reduzierung ihrer Arbeitszeit entstehen:

Wenn sie nicht auch mit ihren 70% über die Beitragsbemessungsgrenze der Rentenversicherung kommt, mindert die Teilzeit ihre Rentenansprüche, und zwar gesetzliche und betriebliche Rente. Dazu kommen noch die verringerten Karrierechancen. Auch diese Einbußen ihrerseits müssten eigentlich ausgeglichen werden.
Es gibt da auch sowas wie Lebensrisiko und selbst gewählte Lebensentscheidungen. Man (bzw. Frau) kann nicht jede einzelne Situation zu ihren Vorteil berechnen und Gegenrechnen. Schließlich steht dies einem Date rin der umgekehrten Konstellation auch nicht zu.
Ein Beispiel.
Kinder die Geboren werden, werden in der Rentenkasse ausschließlich der Mutter zugeordnet. Unabhängig davon, ob sie die Kinder tatsächlich erzogen hat. Auch unabhängig von ihrer persönlichen Ausbildung wird ihr der Rentenpunkte-Durchschnitt aller Versicherten zugeordnet. Väter kommen in diesen Genuss nicht. Im Gegenteil. Selbst wenn diese die Kinder erziehen, betreuen, sogar wenn sie alleinerziehend sind, ohne Unterhalt (ach ja, die arme KM verdient ja sowenig) bekommt der KV nichts.

Ja, ich verstehe Deinen Ansinnen von Gleichberechtigung nun weitaus besser ...

Gruß
Kasper
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Gott gebe mir die Gelassenheit, Dinge zu ertragen, die ich nicht ändern kann, den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.
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« Antwort #12 am: 10. August 2021, 14:06:52 »

Nochmal: reduziert sie, weil notwendig = Verluste ausgleichen (natürlich nach Gegenrechnung der Rentenpunkte, die der Staat verschenkt). Reduziert sie aus Spaß an der Freude = persönliche Entscheidung.

Diese ominösen Karrierechancen, die Frauen gerne anführen. Als Mann kann ich dir sagen: tatsächliche Karriere macht nur ein Bruchteil der Vollzeit-Männer. Aber angeblich hat jede Frau Nachteile.

@Celine: das, was du konservativ nennst, ist faktisch das Leben auf Kosten eines anderen Menschen, der es aber so will. Man sollte das nur korrekt benennen.

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« Antwort #13 am: 10. August 2021, 15:05:06 »

@max
Wenn das Kind unter 6 ist würde ich es in einer Beziehung immer gut finden, soweit finanziell möglich, das Kind nicht extrem lange in der Kita zu lassen. Die Erzieherinnen haben zumindest bei uns benannt, das das nicht gut ist für das Kind, weil Kita immer laut, immer wusele und die Kids keine Möglichkeit haben sich allein zurückzuziehen und bestimmte Dinge nur für sich zu machen. Sie haben gesagt, dass man das in der Entwicklung der Kinder merken kann. Und das waren Erzieherinnen die aus dem ddr-System kamen, also wo es normal war, das Kind lange in der Kita zu haben.
Deswegen denke ich, sofern nicht der Vater (als Beispiel) morgens um 6 Uhr beginnt zu arbeiten, die Mutter das Kind gegen 8 in die Kita bringt und der Vater das Kind gegen 15/15:30 Uhr dadurch abholen kann und die Mutter gegen 18/19 Uhr nach Hause kommt, eine Reduzierung der Arbeitszeit eines Elternteils keine schlechte Idee ist. Auch aus Sicht des Kindes.

Sophie
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« Antwort #14 am: 13. August 2021, 22:26:40 »

Guten Abend zusammen,

das ist schon interessant, wie unterschiedlich die Ansätze sind. Wir hatten das wie folgt geregelt: Ich ziehe den hälftigen KU von meinem Netto ab (sie hat ja gewusst auf wen sie sich einlässt). Ebenfalls ziehen wir einen Pauschalbetrag für Renovierungen und Investitionen am Haus von meinem Netto ab. Dieser Betrag ist ungefähr die Hälfte der üblichen Miete. Das hört sich jetzt viel an, ist aber weniger als ich in den letzten Jahren investiert habe und zukünftig investieren werde (Heizung, Küche, Bad, PV etc stehen an). Die Wertsteigerung einer Immobilie ist ein schwieriges Thema. Sie profitiert ja auch von Investitionen bzw. hat ein Mitspracherecht. Auf der anderen Seite müßte ich das Haus verkaufen um die Wertsteigerung zu realisieren. Da könnte ich auch mit der Wertsteigerung ihres Aktiendepots argumentieren.

Ebenfalls verrechnen wir zur Hälfte ihren Verdienstausfall, der durch die Reduktion auf 80% entsteht (Kindergarten geht bis 15:00 und sie betreut aktuell den Kleinen an 4 von 5 Nachmittagen). Rente war glücklicherweise kein Thema, wohl aber variable Gehaltsbestandteile. Die haben wir abgebildet.

Für unser Haushaltskonto haben wir uns einen monatlichen Betrag gesetzt, in dem wir gequotelt nach dem Einkommen von oben einzahlen. Das läuft dann auf 40% sie, 60% ich. Daraus bezahlen wir alle Lebenshaltungskosten, Urlaub, Kindergarten aber auch verbrauchsabhängige Kosten vom Haus wie Strom, Wasser, Gas etc.

Vg
SMG
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« Antwort #15 am: 16. August 2021, 14:55:14 »

@AnneSophie: ich verstehe deine Argumente, aber ich kann nur wiederholen: es müssen sich BEIDE einig sein, ob eine Reduktion wirklich notwendig ist (bspw. weil es dem Kind sonst schadet) oder weil Mama (oder Papa) gerne würden.

Ich bringe die Tochter meiner Partnerin jeden Tag um ca. 08:50 Uhr in die KiTa und fange um 09:00 Uhr an (KiTa im Gebäude meines Arbeitgebers). Ich hole sie an kurzen Tagen um 13.00 Uhr, an langen Tagen um 15:00 Uhr ab. Meine Partnerin hat aber bis 15:00 Uhr Kernarbeitszeit und die Kita hat feste Abholzeiten (bis 15:00 und dann erst wieder ab 16:45 Uhr). Meine Partnerin erzählt häufiger, dass sie gerne reduzieren würde, damit sie ihre Tochter auch mal abholen kann. Kann ich verstehen. Aber man muss doch auch die Gegenposition sehen: ich würde auch gerne meiner Arbeitszeit reduzieren, um nicht jede Nacht bis 11 oder 12 arbeiten zu müssen, aber das geht schlicht und ergreifend nicht. Meine Partnerin und mich trennt beim Netto-Gehalt ca. der Faktor 3. Also wenn sie nun reduzieren würde, würde ich das als persönliche Wahl bezeichnen.

Und wenn du ehrlich bist, dann ist das der häufigste Grund, warum Frauen reduzieren: weil sie es wollen, unabhängig davon was auch anders realisiert werden könnte. Ich habe am Wochenende eine Frau auf dem Spielplatz getroffen, die seit 5 Jahren zu Hause sitzt, weil sie als Krankenschwester mit einem Kind im Schichtbetrieb nicht arbeiten "kann". Meine Mutter war alleinerziehend und auch Krankenschwester im Schichtbetrieb. Da musste es gehen, wenn man H4 (damals noch Sozialhilfe) vermeiden wollte. Natürlich macht dieses Modell keinen Spaß, aber es geht. Interessant daran war, dass ihr Mann bei UPS arbeitete und er sie nicht unterstützen konnte. In der ganzen Argumentation kam aber nicht vor, dass er auch eine Zeit zu Hause bleibt. Dass eine Frau den Mann zu Hause lässt und die Familie ernährt, kommt so häufig vor wie Lottogewinner: gibt es, kann man aber mit der Lupe suchen. Und das ist auch kein gesellschaftlicher Druck, der ist meiner Partnerin nämlich egal. Es ist eher das (von mir aus gesellschaftlich geprägte Bild), was eine gute Mutter ausmacht. Aber das liegt eben mein Problem: das Bild, der "Rabenmutter", dass in den Köpfen der überwiegenden Mehrheit von Frauen etabliert ist, drücken diese den Vätern als Normalität auf, denn irgendjemand muss Frau und Kind ja ernähren. Nebensache ist dann noch, dass dir als Mann bei der Trennung noch ein Strick daraus gedreht wird bzw. in den Fällen, wo es wirklich anders war will das keiner glauben, nicht mal die Frau selbst (meine exPerle war auch davon überzeugt, dass sie mit ihren 41 Stunden die Hauptbezugsperson der Kinder sei, während ich nur 38 gearbeitet habe).

Wenn man mal eine realistische Einschätzung als Mann haben will, rechnet man mal aus wie viel Wegfall des Geldes man verkraftet und reduziert die Arbeitszeit von Mutter und Vater gleichmäßig so weit, wie es passt. Anschließend bietet man der Mama das als Lebensentwurf an. Dann sieht man, wo der Hase langläuft und versteht, dass viele Frauen sich finanziell nur drastisch einschränken  wollen, wenn sie dafür nicht arbeiten müssen. Das ist aber zumindest ehrlich.
Eine andere Sichtweise kann aber auch darin liegen den Kindern nicht vermitteln zu wollen, dass Frauen billige Haushaltskräfte sind. Das erzählt meine Frau nämlich allen ihren Kolleginnen (auch denen, die nur Teilzeit arbeiten "können", weil sie ein 18 jähriges Kind zu Hause haben) und erntet dafür bei ALLEN nur ein Kopfschütteln. Mich erschreckt wirklich, dass bei locker 40 jungen Frauen keine dabei ist, die bereit ist nach 1-2 Jahren wieder voll zu arbeiten, bzw. ein Teil leugnet überhaupt, dass das geht (Mutter ist ja ein Volltagsjob).
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Lausebackesmama
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« Antwort #16 am: 16. August 2021, 20:14:54 »

Unterschreibe ich. Ich arbeite 40h seit mein Sohn 20 Monate alt ist. Die ersten 3 Jahre davon in Ausbildung mit sehr langen Fahrzeiten. Ich habe mir auch eine Menge vom "armen Kind" anhören müssen. Da braucht Frau schon ein dickes Fell. Wer es gar nicht kapieren wollte, dem habe ich angeboten meine aktuellen Rechnungen zu zahlen und schon mal für Kursfahrten in 13 Jahren zu sparen. Diesen Druck darf man nicht unterschätzen.

Ich denke, dass diese Haltung nur fällt, wenn Frauen sich besser qualifizieren und Jobs ausüben, die ihnen wirklich etwas geben. Intellektuell und finanziell. Und dann wird auch besser zwischen den Eltern verhandelt wer welchen Anteil an Familien- und Erwerbsarbeit hat.

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« Antwort #17 am: 17. August 2021, 22:56:02 »

Hallo SMG,

wir haben nur 1 Girokonto auf dem alle Kosten laufen. Wir haben auch noch andere Konten, die aber andere Funktionen haben, z.B. Tagesgeld als Kriegskasse, wenn mal was kaput geht.

Den Unterhalt bezahlen wir einfach wie jeden anderen Posten auch. Wenn Du keine Miete, Strom, Wasser, Steuern oder Unterhalt zahlst, kommen halt Leute und nerven, egal weshalb.

Das mit dem Hin- und Herrechnen finde ich albern, wenn beide Partner die Kohle zusammenhalten (und nur dann). Durchlaufende Rechnungen werden bezahlt, größere Ausgaben abgestimmt. Und irgendwann Richtung Weihnachten stellt man die Ausgaben mal auf den Kopf und schaut, was man abstoßen kann.

Wenn ein Partner mehr verdient oder weniger Ausgaben hat als der andere, wie soll das laufen? Säuft dann der eine Schampus und der andere Selters? Da käme ich mir doof vor. Lieber teilen und kontrollieren, weil sich über den Tisch ziehen lassen ist auch nicht der richtige Weg. Solange man das selbe Ziel hat, kann man darauf hinarbeiten und wenn ihr nicht das selbe Ziel habt, solltet ihr euch eher andere Gedanken machen.


My 2 Cents,
Michael
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Kakadu59
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Beiträge: 946



« Antwort #18 am: 25. August 2021, 14:11:26 »

Hallo,
im Grunde halte ich/ wir - also ich und meine bisherige LAG und seit kurzem Ehefrau - es genauso wie mein Vorschreiber @Weisnich.
Mit dem selben Hintergrund,

Einziger Unterschied: wir haben seit ca 15 Jahren 2 (eigene) Konten. Meines, wo ALLE (auch gemeinsame) Kosten abgehen und das meiner (ehemalige LAG) und Jetztfrau , wo Sparverträge etc. drüber laufen. Vorher hatten wir auch - für ca 5 -6 Jahre-so erinnerlich) ein gemeinsames Konto
Hintergrund:
Nach einem Beratungsgespräch (just vor ca. 15 Jahren) mit einem RA/ Notat (in Unipersona) in Sachen Testament wurde uns von einem gemeinsamen Konto dringenst abgeraten.
So hätten (zB. in meinem Todesfall) vorhandene Erben (zu diesem Zeitpunkt die erziehungs-und Sorgeberechtigten ET der damals noch minderjährigen Kinder) Anspruch auif Offenlegung der (meiner) Konten gehabt. Und das bis rückwirkend 10 Jahre.
Dies hätte bedeutet, das meine LAG (und Jetztfrau) alle, diesen Zeitraum betreffenden eigenen Geldzuflüsse und -abgänge als die Ihren hätte nachweisen/ belegen müssen, um sie dem (Pflicht-)Erbteil meiner Kinder zu entziehen. Ein schwieriges bis unmögliches Unterfangen...
Deshalb getrennte Konten - auch jetzt noch.
« Letzte Änderung: 25. August 2021, 14:19:17 von Kakadu59 » Gespeichert

MfG. Kakadu59

"Die Lüge fliegt, und die Wahrheit hinkt hinterher; so ist es dann, wenn die Menschen die Täuschung erkennen, schon zu spät - der Hieb hat gesessen und die Lüge ihre Wirkung getan." - Jonathan Swift (1667- 1745)
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