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vatersein.de - Forum 16. Juni 2021, 03:32:17 *
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Autor Thema: Vater hat Dates und vernachlässigt Kinder. Was soll ich tun?  (Gelesen 1356 mal)
Avari
Frischling

Geschlecht: Weiblich
Beiträge: 5


« am: 16. März 2021, 15:06:19 »

Hallo ihr Lieben,
ich bin ganz neu hier und habe aktuell ein riesen Problem, mit dem ich einfach nicht adäquat umzugehen weiß. Vielleicht kann mir ja jemand von euch helfen oder von seinen Erfahrungen berichten.

Achtung, es ist sehr lang, weil ich etwas ausholen muss... sorry dafür.


Mein Ex-Mann und ich waren 19 Jahre zusammen, davon 5 "wegen der Steuer" verheiratet, haben 2 Kinder (15 und 11), es war nie einfach, weil wir sehr unterschiedlich sind, aber wir haben uns immer wieder zusammengerauft, bis es einfach nicht mehr ging und wir uns so nach und nach auseinanderlebten. Trennung in saft quasi.
Ich habe dann vor ca 1,5 Jahren eine kleine Wohnung direkt neben der Familienwohnung bezogen (wirklich Tür an Tür und Wand an Wand), um nah bei den Kindern zu sein und sie nicht aus ihrem gewohnten Umfeld zu reißen. Dazu kommt noch, dass ich ohnehin immer den Löwenanteil an Erziehung, Betreuung und Familienorganisation leisten musste, denn mein Ex-Mann "geht arbeiten und sorgt für das Geld" (Ich auch, aber das tut hier nichts zu Sache).
Es war auch nötig, da unser jüngstes Kind chronisch krank ist (Diabetes Typ 1) und daher mehr Betreuung benötigt. Ich habe Zugang zur Familienwohnung, wir kammen weiterhin gut und freundschaftlich miteinander aus, sprachen uns besser ab als in der Beziehung. Ich kümmere mich weiterhin um die Versorgung, er übernahm die Fixkosten der Familienwohnung und das Schulgeld.

Inzwischen habe ich einen neuen Partner der zu mir gezogen ist, denn wir erwarten  sehr bald ein gemeinsames Kind. Mein neuer Partner war vorher ein guter Freund von mir und nach der ausgesprochenen Trennung ging es recht schnell mit uns - unerwartet, aber schön. Er mag die Kinder sehr, drängt sich aber nicht auf, sie mögen und akzeptieren ihn, wenden sich auch an ihn, wenn sie Unterstützung brauchen, alle freuen sich auf das neue Baby, merkwürdigerweise sogar mein Ex-Mann, der an meiner jetzigen Schwangerschaft mehr Anteil nimmt als bei unseren gemeinsamen Kindern - alles super also, sollte man meinen.

Ich habe meine neue Beziehung relativ lange unter Verschluß gehalten, weil ich zunächst sehen wollte, wie es läuft und auch, weil ich meinem Ex-Mann nicht das Gefühl geben wollte ihn zu ersetzen. Denn nur weil wir als Paar nicht gut funktionieren, sind wir weiterhin ein Team für unsere Kinder - mit Höhen und Tiefen-.

Seit Februar sind wir auch geschieden, damit mein neuer Partner die Vaterschaft für unser gemeinsames Kind anerkennen und das Sorgerecht erhalten konnte. Die Scheidung war ein formaler Akt, ähnlich wie unsere Eheschließung vor 5 Jahren. Ohne streit, ohne Groll, alles sehr entspannt und einvernehmlich, ich übernah die gesamte Orga und es war ok für ihn sich nicht kümmern zu müssen. Wir sind zusammen hingefahren und auch zusammen zurück.

Mein Ex-Mann hat seit ca. 2 Wochen einen Tinder-Account und damit gingen die Probleme los.
Das er tindert ist prinzipiell ok für mich, ich habe ihm bereits bei der Trennung gesagt, dass ich ihm sehr wünsche, dass er eine Partnerin findet, die zu ihm passt und seinen Bedürfnissen gerecht wird. Jeder hat ein recht darauf Glücklich zu sein und das sehe ich auch noch genau so.

Am Anfang hat er mir stolz die Matches gezeigt. Ich habe ihn darum gebeten etwas Achtsam bei seiner Wahl zu sein und auch geagt, dass er mit Frauen die angeben, dass sie keine Kinder mögen (davon gab es nämlich einige) nicht schreiben bräuchte, denn er habe Kinder. Er wiegelte das etwas ab und meinte, er wolle gar nicht schreiben, er brauche das nur zur Bestätigung seines Selbstwertgefühls. Dazu muss ich sagen, dass ich bisher seine einzige Freundin/Partnerin/Beziehung war und er auch sonst, bis auf seinen Cousin, keine Freunde hat, weil er Menschen allgemein sehr anstrengend findet und sehr sehr wenig Nähe braucht. Er hat also keine großen Erfahrungen im Umgang mit anderen, schon gar nicht mit Frauen und ist in der Vergangenheit auch oft mit seinem Verhalten bei meinen Freundinnen angeeckt.

Die Kinder fanden es von anfang an blöd, dass er tindert und nicht versucht jemanden "normal" kennenzulernen. Ich habe probiert es ihnen zu erklären und auch, dass es sonst grade schwer ist Leute kennenzulernen und ihn machen lassen.

Seit knapp einer Woche ist nun einiges anders.

Mein Ex-Mann hat inzwischen jemanden mit dem er schreibt und sich trifft. Ich weiß davon nichts, weil er mit mir darüber nicht redet. Gar nicht. Er hat zunächst Abende lang mit ihr geschrieben, auch bei seinen Eltern, wo er mit den Kindern war und dafür den Spieleabend dort sausen lassen, was unsere Kinder nicht gerade toll fanden. Nach ca. 3 Abenden schreiben ist er wortlos und mit rotem Kopf in sein Schlafzimmer gegangen und hat min. 4 Stunden mit ihr telefoniert.
Er hat beim Abendbrot gefehlt -ok- und auch den Kindern nicht gute Nacht gesagt, etwas, das wir immer machen als Tagesabschlußritual. Wenn ich an diesem Abend also nicht zufällig in der Familienwohnung gewesen wäre um mit den Kindern noch die Schulaufgaben zu bearbeiten, wären sie quasi allein gewesen bis sie ins Bett gegangen wären. Das fand ich nicht toll, hab ihn aber machen lassen.
Am nächsten Tag das gleiche Spiel. Ausgedehnte Telefonate hinter verschloßenen Türen - die Kinder allein vor dem Fernseher als ich rüber komme.

Am Sonntag dann fuhr er wieder zu seinen Eltern, nahm den Großen mit zum Haare schneiden, die Kleine wollte nicht und war allein. Bescheid gesagt hat er mir nicht. Ich habe es wieder nur rausgefunden, als ich in die Wohnung ging und sie allein fand. Wir haben dann gefrühstückt, sie erzählte, er wollte am Nachmittag wieder da sein.
Am Nachmittag gab er ihr das Zeugnisgeld der Großeltern und fragte ob sie rausgehen wollen. Sie verneinte.
Ich wollte an diesem Nachmittag die anstehende Schulöffnung mit ihm besprechen und ging also gegen 17 Uhr in die Familienwohnung. Die Kleine dachte er sei in der Wohnung, war er aber nicht. Ich habe vermutet, dasss er sich mit der trifft, mit der er auch ständig telefoniert. Wie ich dann am Abend von unserer Tochter erfuhr war es auch so, denn als er gegen 21 Uhr wieder zuhause war, erzählte er unserer Tochter davon, zeigte Fotos, erzählte von der Tochter der Frau etc. Das irritierte unsere Tochter sehr. Zunächst, dass er nicht im Vorfeld gesagt hatte, dass er ein Date hat und dann auch seine vorherige Frage an sie, ob sie mit ihm raus gehen wolle.

Sie war ausser sich. Wollte er etwa, dass sie bei dem Treffen gleich dabei war? Was wenn sie auch ihre Tochter dabei gehabt hätte? Die Situation überforderte sie und mich gleich mit. Ich wusste nicht, wie ich sein Verhalten erklären sollte. Dazu kamen noch diffuse Ängste ihrerseits. Was wenn ich sie nicht mag oder die Tochter nicht nett ist oder er wegzieht (Sie wohnt nicht in unserer Stadt). Wieso erzählt er es so früh, wenn sie sich grade erst kennenlernen? Was soll das alles?
Ich kann Ihre Bedenken und Ängste sehr gut nachvollziehen und weiß nicht warum er es tut. Ich habe, so gut es ging, versucht sie zu beruhigen. Mit mäßigem Erfolg und wurde zusehenst empörter über sein Verhalten, bekam ihn selbst aber nie zu Gesicht, weil er entweder nicht da war oder teleonierend in seinem Schlafzimmer ist.

Gestern dann das gleich Spiel. Direkt nach der Arbeit traf er sich mit ihr in der Stadt. Immerhin hat er diesmal unserer Tochter bescheid gesagt. Er kündigte an um 19 Uhr zuhause zu sein. Um 19 Uhr rief er erneut an und sagte es würde ca 30 min später werden und fragte, was er zum Abendbrot mitbringen solle. Sie wünschte sich Pommes (ein denkbar ungeeignetes Essen zum Abendbrot bei Diabetes, wenn ich es gemacht hätte, hätte ich mir einiges von ihm anhören können), er willigte ein und war schließlich um 20 Uhr da. Erzählte ihr wieder etwas von der Frau (ich weiß offiziell immernoch nichts von ihr, selbst ihren Namen nicht) und ging telefonieren. Ich brachte dann Abends die Kinder ins Bett. Ihn sah ich nicht, wie üblich kümmerte ich mich allein um alles was es so zum Schulstart etc. zu organisieren gab und war wütend darüber ohne Ende. 

Ich bin inzwischen maßlos empört und sauer. Ständig betreue ich die Kinder neben meiner Arbeit und der Schwangerschaft (ich bin inzwischen in der 36. Woche) allein, puffere alles ab, kümmere mich um Termine und reibungslose Abläufe, gehe einkaufen, Achte darauf, dass der Große an der Schule dran bleibt, denn er zieht sich seit der Tindergeschichte zusehenst zurück und ist bei Freunden, baue nebenbei die Wohnung mit meinem neuen Partner für das Baby und seine Sachen auf und bin abends so gestresst, dass ich nur noch weinen kann, was meinen neuen Partner (und vermutlich auch das Baby) dann wiederum belastet.

Was soll ich denn machen? Mit meinem Ex-mann reden, ja klar, aber das ist schwierig.
Ich möchte eigentlich nur, dass er sich mit um die Kinder kümmert und wenigstens bescheid gibt, wenn er nicht da ist. Eine Nachricht mit "ich hab da jemanden kenenngelernt, würde das gerne vertiefen und bin heute/morgen/ am We/ nicht da" würde völlig reichen. Dann wüsste ich bescheid, dass ich gefragt bin und wann ich da sein muss. So bin ich quasi immer auf dem Sprung und auf Abruf, werde ständig vor vollendete Tatsachen gestellt, kann nichts mit ihm absprechen, selbst nichts planen, schaffe nicht hab so viel wie ich müsste und der Gebursttermin rückt immer näher und näher und ich frage ich, wie es werden soll, wenn ich im Wochenbett bin und er weiter seinen "Allüren" frei nachgeht.

Wenn ich mit ihm rede wird er mir Eifersucht vorwerfen, aber das ist es gar nicht. Ich gönne es ihm glücklich zu sein, aber er stellt die Kinder völlig hinten an. Ich will nicht streiten, ich denke es ist für die Kinder wichtig, dass wir uns gut verstehen, ich bin aber einfach am Ende mit meinen Kräften. Mein neuer Partner versucht so viel es geht abzufangen und mich zu entlasten und zu unterstützen, kann mir den Stress aber auch nicht nehmen, weil er selbst auch vollzeit arbeiten geht und sich nicht einmischen will. Ich hbe wahrscheinlich einfach erwartet, dass mein Ex-Mann und ich weiterhin als Team funktionieren, so wie bisher auch. Er hat immer wenig für die Kinder getan, war fast nie zu Aufführunge, Wettkämpfen, Elternabenden usw. Aber so wie grade läuft es einfach gar nicht. Ich werde nicht mit einbezogen, bekomme nicht Bescheid gesagt und haben die gesamte Arbeit allein.

Hinzu kommen noch meine Zweifel, ob ich überhaupt so fühlen "darf". Schliesslich habe ich auch neu angefangen. Er hat nach der Trennung gesagt, dass ich die Kinder allein lassen würde, wenn ich jemand neuen habe. Das ist nie einegtreten. Ich habe weiterhin meinen Tagesablauf mit ihm und den Kindern behalten und mich erst, wenn sie versorgt und im Bett waren mit meinem neuen Partner getroffen. Dieser hat das immer mitgetragen und ganz klar gesagt, dass natürlich die Kinder vorgehen und er es versteht und unterstützt und so haben wir es eben bisher gelebt. Jetzt macht mein Ex-Mann genau dass, was er mir prophetisch unterstellt hat. Ich kann und will ihm das aber nicht vorwerfen. Es würde so wirken, als ob ich ihn bevormunde und kontrolliere. Da er das jahrelang bei uns gemacht hat und wir als Familie sehr daruntergelitten haben, kommt das einfach nicht in Frage.

Was kann ich also tun? Wie soll ich das angehen und lösen? den Mund halten und warten bis die ersten Funken verflogen sind und er sich beruhigt? Ihn um Vernunft bitten? Muss ich wirklich um Dinge bitten die Selbstverständlich sein sollten?

Kennt ihr solche Situationen? Wie seid ihr damit umgegangen? Ich bin euch sehr dankbar für eure Ratschläge.

Liebe Grüße und eine entspannte Woche für euch
Avari
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V. van Gogh
Kasper
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« Antwort #1 am: 16. März 2021, 16:13:22 »

Moin,

und herzlich willkommen.

Im Grunde habt ihr eine Bilderbuchtrennung hingelegt. Ich glaube kaum, dass man das besser hinbekommen kann, wenn man dies aus der Sicht eurer Kinder sieht. Auch gibt es ein großes Vertrauen und auch (bisher) lief alles gut.

Diese Tindergeschichte läuft, so beschreibst Du es, seit etwa zwei Wochen. Für ihn ist es eine neue Erfahrung, und Du glaubst, dass es seine zweite Beziehung sein könnte (wenn man überhaupt schon von Beziehung sprechen kann). Ein Zeitraum, den ich persönlich als noch nicht so dramatisch erachte.
Ungünstig ist allerdings der Zeitpunkt und Deine fortschreitende Schwangerschaft. Da kann er Dir schwer alles aufbürden und sich zurückziehen wie ihm beliebt. Auch wenn Du ihm das neue Glück gönnst.
Auch vor dem Hintergrund, dass die Anstrengung für Dich nicht weniger wird, würde ich schon zu einem persönlichen Gespräch drängen. Die Dinge müssen geklärt werden und Dein Ex muss sich im Klaren sein, dass er, wenn Du im Wochenbett liegst (und einige Zeit danach), den Hauptanteil alleine tragen muss.
Dabei könnte helfen, dass er feste freie Tage / Abende bekommt, an denen er zu seiner neuen Freundin fahren kann. Dann ist das planbar. Mit 15 und 11 sind eure Kinder auch nicht mehr so klein, dass sie nicht von alleine zu Euch in die Wohnung kommen können. Zumal ihr Wand an Wand wohnt (oder hat sich das inzwischen geändert?).

Erfahrungen in solch einer Situation hat hier im Forum vermutlich noch keiner gehabt. Die klingt schon außergewöhnlich, allerdings eher im positiven Sinn. Daher müsst ihr Euch an einen Tisch setzen (ohne Kinder) und zu einem Ergebnis kommen. Dabei geht es nicht darum ihn in seiner Freizeit zu beschneiden, sondern die Aufgaben zu verteilen und eine verlässliche Planung zu erhalten.

Gruß
Kasper
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Gott gebe mir die Gelassenheit, Dinge zu ertragen, die ich nicht ändern kann, den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.
Avari
Frischling

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« Antwort #2 am: 16. März 2021, 19:11:22 »

Danke für deine Antwort Kasper,

und ja, bisher hat wirklich alles sehr gut funktioniert, worüber ich auch sehr dankbar bin.

Ich verstehe auch, dass es für ihn neu und spannend ist - keine Frage. Und ob es eine zweite Beziehung wird, kann ich nicht sagen. Dazu haben ich viel viel viel zu wenig Einblick und dazu ist es eben auch einfach noch zu kurz; das wird die Zeit zeigen. Genau desahlb irritiert es die Kinder und mich aber eben auch so, dass er seine neue Flamme/Freundin/Liebelei/Bekanntschaft (Sorry, ich weiß nicht welche Bezeichnung passt) so schnell bei den Kindern publik macht, mit mir aber seit nunmehr 4 Tagen kein Wort mehr redet. Wirklich kein einziges.

Auch heute Abend ist er nicht da. Ich kann also wieder nicht mit ihm reden und versorge die Kinder. (Tag 5 in Folge)

Die Vereinbarung für feste Tage ist sicherlich eine gute Idee. Danke!
Ich brauche einfach ein bisschen Planungssicherheit, genauso wie die Kinder verlässliche Aussagen von ihm brauchen.
Und na klar sind die Kinder nicht mehr so klein. Sie können sich prinzipiell auch schon mal selbst versorgen, aber dazu müssen sie eben auch wissen, dass sie es tun sollen. Wenn aber niemand weiß, was wann wie geht oder nicht, schafft das einfach Stress und Unsicherheiten - zumal ich eben auch nicht immer da und frei verfügbar bin. Um komplett allein klar zu kommen sind sie eben doch noch zu jung. Grade was die Betreuung des Diabetes angeht, will ich ihnen da auf gar keinen Fall die alleinige Verantwortung überlassen müssen.

Ich hoffe sehr, dass er genau das versteht. Das es eben nicht um die Bescheidung seiner neuen Freiheit geht, sondern schlicht um eine Regelung für die Betreuung der Kinder.
Aber ich weiß noch nicht so richtig, wie ich seinem verliebten Gehirn genau das klar machen soll...

Liebe Grüße
Avari
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V. van Gogh
Kasper
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« Antwort #3 am: 16. März 2021, 20:16:26 »

Hallo,

Du schreibst hier über wenigen Tagen, in denen sich das jetzt alles abgespielt. Ich denke, dass Du aufgrund Deiner Schwangerschaft (bitte nicht falsch verstehen), in eine Überforderung steuerst und es auch so kommen siehst.

Ich denke ich habe Dich schon richtig verstanden.

Daher, schick ihm heute Abend noch eine SMS/WhatsApp (was auch immer) und teile ihm einen Termin mit, wann ihr Euch dringend zusammen setzen wollt. Setze ihm einen festen (realistischen) Termin, vielleicht noch einen alternativen, und dann soll er dort erscheinen.
Klare Absprachen sind unabdingbar und er sollte nicht einer Verliebtheit eure gemeinsame Verantwortung aufs Spiel setzen. Ihr habt, so wie ich das lese, eine gute Situation geschaffen. Seine neue Verbindung sei ihm vom Herzen gegönnt. Aber er muss auch die jetzige Situation akzeptieren, dass Du mal ein Kind bekommst und jetzt nicht zu 100% alles auffangen kannst.
Natürlich wird sich das irgendwann beruhigen, aber seine Hochphase kommt zu einem ungünstigem Zeitpunkt. Vielleicht kann ein gemeinsamer Freund vermitteln, aber im ersten Schritt möchte ich Dir raten, dass Du mit ihm alleine sprichst. Und wenn möglich, auch wenn in dieser hormonellen Phase ;-) möglichst sachlich und ruhig.

Und bei allem, bitte, unbedingt das Jugendamt rauslassen. Keine Beratungen bei denen machen, keine Meditation, nicht mal ansprechen ... diesen Verein unbedingt rauslassen. Die machen das erfahrungsgemäß nur schlimmer, das diese Professionen nach meiner Erfahrung eher als unprofessionell bewertet werden kann.

Viel Glück!

Gruß
Kasper
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« Antwort #4 am: 18. März 2021, 03:16:47 »

So, ich kann das nicht.

Ich habe mir für heute fest vorgenommen mit ihm zu reden. Habe mir überlegt was ich ihm wie sagen möchte. In Ruhe, ohne Vorwürfe. Dann rief er gegen 16 Uhr aus dem Auto die Kleine an. (Normalerweise arbeitet er bis 17/17:30) Stammelte rum, er würde noch unterwegs sein. Sie fragte wo. Er sagte das wissen "wir" noch nicht, auch nicht wie lange, sagte Tschüß und legte auf. Sie wurde bei jedem seiner Worte blaßer, fing dann an zu weinen als er aufgelegt hatte. Ich versuchte sie zu beruhigen. Der Große kam dazu, fragte was los sei und versuchte es ebenfalls, aber die Tränen liefen und liefen fast eine Stunde lang. Sie fragte mich, ob er eigentlich wirklich jemals Kinder habe wollte. Was wäre wenn er irgendwann garnicht mehr nach Hause käme. Wo sie dann wohnen sollten (Meine kleine Wohnung nebenan hat nur 2 Zimmer und die große Wohnung kann ich allein nicht halten). Am Ende war sie so weit, dass sie sagte er sei ihr immer egaler und es interessiere sie nicht ob er da sei oder nicht, denn er interessiere sich ja auch nicht für sie und das die neue Frau sowieso gehen würde, wenn sie ihn erst einmal richtig kennen würde und merken würde wie er wirklich sei.
Es tat so unendlich weh sie so zu sehen und das von ihr zu hören. Diese Resignation. Sie sagte auch, wenn ich mit ihm reden würde, wprde er danach zu ihr kommen und sie fragen ob es stimme, aber das wolle sie nicht. Sie wolle ihm nicht alles nochmal erzählen müssen, weil er sowieso nur lachen und sie nicht ernst nehmen würde.

Alle meine Erklärungsversuche bringen nichts mehr. Ich gebe auf. Ich kann und will es nicht mehr schön reden für die Kinder. Es zerreist mich, wie er sie behandelt und was es mit ihnen macht.

Als ich sie am Abend ins Bett bringen wollte, war er dann da. Er hatte sich nicht noch mal gemeldet, bei mir sowieso nicht. In der Wohnung lief laute Musik, die so gar nichts mit seinem sonstigem Geschmack zu tun hatte. Ich konnte die Wohnung nicht betreten, aus Angst mich zu vergessen. Meine Kehle war wie zugeschnürrt, so wütend und empört war ich. Die Kleine kommentierte die Musik nur mit "Oh Gott" und kam erstmal wieder raus in den Flur, sagte dann, sie würde allein in ihr Zimmer und direkt ins Bett gehen. Eigentlich wollten wir noch eine Folge ihrer Lieblingsserie zusammen gucken. Ich sagte ihr gute Nacht an der Tür und ging zurück in meine Wohnung. Dort weinte ich erstmal und auch mein Partner schaffte es nicht so recht mich zu beruhigen, auch wenn er mir mehrfach versicherte, dass er für die Kinder mit da sei und wir das zusammen schaffen würden.

Ich schrieb ihr dann nochmal und erinnerte sie an ihr Insulin. Sie sagte sie habe es noch gespritzt und ihm "Hallo" gesagt. Er habe gar nicht groß reagiert. Sie war im Bett als wir schrieben. Er hatte ihr nicht gute Nacht gesagt, aber wohl wenigstens die Musik inzwischen leiser gedreht. Der Große schläft wieder bei Freunden. Inzwischen nimmt er mich jeden Tag mehrfach in den Arm und sagt mir, dass er mich lieb hat. Das hat er lange nicht so getan und es zeigt mir, dass auch ihm die Situation zu schaffen macht.

Neue Erfahrungen und neue Liebe hin oder her. Ich verstehe ihn einfach nicht. Wie kann man sich von einen Tag auf den anderen denn so verändern? Der vorher gute Kontakt zwischen uns existiert nicht mehr. Kein Wort, keine Nachricht zu mir und nur kurze Gespräche - wenn überhaupt- am Telefon mit den Kindern. Ich kann die Stunden die er mit ihnen in den letzten 6 Tagen verbracht hat an einer Hand abzählen und dabei wird diese nicht mal voll.

Was bitte passiert hier grade?

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« Antwort #5 am: 18. März 2021, 06:02:29 »

Es hilft nichts, du wirst ein Gespräch führen müssen. Kannst du denn die Wohnung nicht mit deinem neuen Partner zusammen halten? Dann würde ich das nämlich ggf  so machen, ihm anzubieten, dass ihr die Wohnungen tauscht.
Dann bliebe er in der Nähe der Kinder und du lebst in der Familienwohnung und er kann seinem neuen Hobby nachgehen.

So in der Art könnte man das ja komplett ohne Vorwurf formulieren, dass er dann einfach mehr Zeit für seine privaten Angelegenheiten hat, aber ohne dass die Kinder allein sind.

Auch wenn das nicht geht, solltest du mlt ihm reden und auch deiner Tochter erklären,  dass das nicht zu vermeiden ist. Schrecklich finde ich, dass er lacht und sie nicht ernst nimmt. Auch das sollte m. E. Thema sein. Denn das ist eine elegante Art, Probleme zu ignorieren, die unbequem zu lösen wären. Er muss verstehen, dass er einen zuverlässigen Alltag für die Kinder bieten muss. Und sollte es was Ernstes werden,  hätte die neue Frau doch von Beginn an schlechte Karten bei den Kindern. Wlll er das?

LG LBM
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‎"Mut bedeutet nicht, keine Angst zu haben, sondern es ist die Entscheidung,
dass etwas anderes wichtiger ist als die Angst."
Avari
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« Antwort #6 am: 19. März 2021, 11:28:09 »

Wir haben gestern miteinander geredet.
Ich hatte ihn vorher angeschrieben und einen Termin gemacht. Er hat gefragt worum es denn gehen sollte. Es war ihm also wirklich nichts bewusst.

Ich habe ihm direkt zu Beginn gesagt, dass ich mich freue, dass er jemanden kenenngelernt hat, was ich über sie und ihr Kind weiß und dass es allerdings nicht gut ist, dass ich das nicht von ihm weiß, sondern von unserer Tochter, denn schließlich seinen wir doch Freunde und als solche sollten wir offen darüber reden können. Ich erklärte, dass sie damit überfordert ist. Seit einer Woche jeden Tag weine und 2 richtige Zusammenbrüche gehabt habe. Habe gesagt, dass sie oft allein war, ich es immer nur zufällig mitbekommen habe und sie dann zu mir geholt habe, weil er seit 6 Tagen kein Wort mit mir geredet hat. Ich ihm die neuen Erfahrungen und sein Glück sehr gönne, aber einfach Absprachen brauche, damit ich weiß, wann die Kinder Betreuung durch mich brauchen.

Er verstand es nicht, wurde direkt laut und aufbrausend, hörte nicht zu, unterbrach mich ständig, verdrehte alles und ging vom Hundertsten ins Tausendste. Er sei mir keine Rechenschaft schuldig, wie seien getrennt und er müsse sich nicht an und abmelden, ich hätte das ja auch nie gemacht und meine Ortungsapp sei aus (wir wurden über Jahre von ihm "überwacht", wenn ich zB. mit einer Freundin shoppen war rief er von der Arbeit an, fragte mich warum und mit wem ich in der Stadt sei etc. Irgendwann vor 2 Jahren war mir das zu blöd und ich habe mich ausgelogt) und ich sei auch immer weggegangen und habe Theater gemacht, wenn er bei seinem Cousin war (habe ich nicht, aber egal. Und na klar bin ich wegegegangen. Ich habe Freunde. Mit denen habe ich mich eben ab und zu getroffen, wenn die Kinder im Bett waren, denn in unsere Wohnung dürfte ich niemanden mitbringen, weil er das nicht wollte.) Er habe nicht eine Nachricht, wo ich mal Bescheid gesagt hätte (ich habe das immer persönlich abgesprochen. Kommt ja auch blöd, wenn ich ne Nachricht schreibe, während er neben mir auf seinem Sofa ist...) und wir seinen geschieden und damit müsse er mir gar nichts erzählen. Ich und die Kleine wollten nur nicht, dass er ein Leben habe. Und er mache nichts falsch und wisse überhaupt nicht, wo das Problem liege. usw.

Ich habe ihn mehrfach darauf hingewiesen, dass es einzig um Absprachen wegen der Kinder geht, nicht darum ihm irgendwas zu verbieten. Er gehen könne, wenn er wollte, wir es aber wissen müssen, falls doch mal was anläge bzw. die Kinder wissen müssen, wer dann der Ansprechpartner ist. Ich mich ehrlich freue, dass er jemanden kennengelernt habe und das auch als Chance sehe, da eine "Zweitmama" eben auch eine enge Bezugsperson für unsere Kinder werden könne und das doch toll sei. Er wollte es nicht verstehen und hat wieder alles umgedreht. Wenn er mir Bescheid geben würde, würde ich doch sowieso nein sagen und ihn nicht lassen (Ich weiß nicht wie er darauf kommt, das habe ich unglaublich selten gemacht und nur wenn es wirklich nicht anders ging. Klar war ich manchmal nicht begeistert, wenn er das ganze WE oder bei Schulterminen zB. angeln war, weil eigentlich anderes erledigt werden musste, aber ich habe es ihm nie verboten). Und überhaupt, er wisse jetzt doch auch noch gar nicht, ob das was werde mit ihr oder nicht.

Ich habe zwischendurch mehrfach angeboten das Gespräch zu beenden, weil es nichts brächte, da er mir grade offenbar nicht zuhören und nicht verstehen könne, dass es um die Kinder gehe, nicht um uns, nicht um die neue Frau, aber das wollte er auch nicht.

Ich hab die Option der Moderation und Beratung durch eine neutrale Person angeboten, wenn wir so grade nicht normal miteinander reden könnten. Das hat er sehr rigoros abgelehnt, denn was sollten die denn schon sagen, wenn er "mal 3 Stunden" nicht da sei wäre das ja wohl kein Problem und ich sei ja schließlich nebenan und damit doch die Betreuung gesichert. Ich habe ihm versucht zu erklären, dass es für die Kinder offenbar ein Problem ist, und ich eben auch nicht immer einfach so da sei. Und selbst wenn er da sei, er nicht verfügbar sei, weil er telefoniere und weder die Kinder noch ich ihn dann stören würden. Er meinte das sei ja schließlich auch seine Privatsphäre und er dürfe ja auch nicht zu den Kindern, wenn sie grade telefonieren. Ich habe versucht ihm zu erklären, dass sie grade Teenager sind und es gut und richtig ist, wenn sie Zeit für sich brauchen und dies formulieren, wir aber die Erwachsenen seien und uns demnach auch so verhalten sollten. Wir nicht nur ein Sorgerecht, sondern auch eine Sorge- und Aufsichtspflicht haben und ich die gerade einfach nicht gewährleistet sehe.

Er warf mir vor, dass ich wollen würde, dass er allein auf dem Sofa säße und immer da sei und wartete, wärend wir alle machten was wir wollen und das würde er nicht tun. Er hätte jetzt auch ein Leben (ich frage mich, was er die 20 Jahre vorher hatte...) und jemanden kennezulernen erfordere eben Zeit und damit müssten die Kinder klar kommen. Punkt. (Wie gesagt, er hat sich nie groß gekümmert und war seit Jahren min 2x die Woche bei seinem Cousin oder angeln oder irgendwo sonst, da wir aber davon wussten, weil er den Kindern und mir bescheid gegeben hat, war das meist ok, ich konnte dann ja da sein, bzw. war es dann eben.) Ich wiederholte nochmal, dass das auch nicht das Problem sei, sondern die Kommunikation dazu. Erzählte nochmal was unsere Tochter für Ängste deswegen habe, sie klar formuliere, dass sie von der neuen Frau nichts wissen wolle, es ihr zu früh sei und es sie überfordere, wenn er sie nur kurz anriefe und sage, er wäre noch unterwegs. Er wiegelte das alles ab und sagte, dass solle sie ihm einfach sagen. Ich erklärte, dass sie das nicht tun würde, weil sie ihn nicht verletzen wolle und fragte, ob er grade wüsste, wie es den Kindern geht und was sie grade beschäftigt - neben der neuen Frau und seinem nicht da sein. Er verneinte und sagte, das würden sie ja schliesslich mir erzählen und das reiche doch. Ich fragte ihn, warum er denke, dass das so sei. Er sagte, das wisse er nicht, Kinder hätten doch wohl immer eine Bezugsperson.
Ich hätte heulen können. Er versteht es einfach nicht.

Ich habe nochmal erklärt, dass besonders die Kleine große Zukunftsängste habe und zB. Angst davor, dass die neue Frau und ihre Tochter sie nicht mögen und dass er irgendwann nicht mehr nach Hause käme. Ich habe ihn gefragt, was er machen würde, wenn die neue Frau das wirklich sagen würde. "Hey, ich mag dich, aber deine Kinder...puh..neee." Seine Antwort darauf war, dass er das nicht wüsste und sie würden ja schließlich nicht zusammenwohnen und da würde das schon gehen, es ging ja bei meinen Eltern auch so. (Das stimmt, aber ich war älter und habe darunter über Jahre gelitten wie ein Hund, das weiß er auch) Da habe ich dann wirklich abgebrochen und gesagt, dass die Kinder ihm gern noch sagen würden, was sie sich wünschen.

Nach 2,5 Stunden sind wir also wenigstens so weit gekommen, dass wir uns mit der Kommunikation mehr Mühe geben wollen, aber er könne mir nicht sagen, ob wir das hinbekommen. Ich verbuche das mal als kleinen Teilerfolg. Haha.

Nach der Wunschrunde, in der nichtmal die Hälfte der mir vorher erzählten Wünsche zur Sprache kam (aber immerhin, sie haben sich getraut was zu sagen), liege es seiner Meinung nach sowieso alles daran, dass die Kleine ihm nicht ehrlich sage, was sie will. Ihre Wünsche will er auch nicht erfüllen (Sie wünschte sich, dass er nach der Arbeit erst nach Hause käme bevor er irgendwo hin gehe/fahre und am besten erst Abends gehen sollte, wenn wir gegessen hätten, er mit ihr rede, Fernsehabende nicht mit Telefonaten unterbreche (es seinen Kinderfilme, was solle er da zugucken? war seine Antwort) und ihr auch mal bei den Schulaufgaben helfe), sie lehne ja sowieso alles ab was er anbiete und müsse jetzt lernen klarzukommen.  Sein Wunsch war übrigens, neben klaren Ansagen von den Kindern, dass sie ihr Zimmer regelmäßig aufräumen und ihre Aufgaben im Haushalt zuverlässiger übernehmen.
Juchuu - er hat es wirklich nicht verstanden.

Aber zunächst ist erstmal alles gesagt. Wir haben es versucht. ich wüsste nicht, was ich noch hätte sagen oder erklären können. Er hat jetzt eine Nacht drüber geschlafen und eventuell fällt der Groschen ja noch irgendwann, vielleicht gibt die neue Frau ihm ja noch ein paar Tipps, schließlich sei sie alleinerziehend und mache demnach alles allein (ich habe nicht gefragt, wie sie das dann mit ihrer Tochter regelt - geht mich ja nichts an, aber das Ideal der zuverlässigen lieben Zweitmama hat da schon etwas gelitten. Leider.).

Mal sehen wie es jetzt läuft. Wir probieren trotzdem ein freundschaftliches Verhältnis zu behalten.
Mein Partner und ich wissen nun zumindest auch, dass wir da sein müssen, komme was wolle. Und er sagte, dass er er das auch gern für mich und natürlich auch meine großen Kinder ist. Ich werde meine Eltern für die ersten 2 Wochen des Wochenbetts bitten zu kommen, zusammen werden wir das schon schaffen und mein Ex-Mann wird die Rechnung für sein Verhalten wahrscheinlich in ein paar Jahren von den Kindern bekommen. Schade für ihn. Er verpasst viel. Vielleicht wird ihm das irgendwann bewusst - vielleicht auch nicht.

Es erstaunt mich trotzdem, wie innerhalb von nur einer Woche ein System von dem wir alle dachten, es würde gut laufen und ihn dem sich alle irgendwie wohl fühlten, so aus dem Ruder laufen kann.

Liebe Grüße und vielen Dank fürs zuhören und eure Ratschläge
Avari
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« Antwort #7 am: 19. März 2021, 11:50:43 »

Moin,

ich hab jetzt nur still mitgelesen aber ich verstehe irgendwie nicht, wieso Kinder diesen Alters nicht abends mal ein paar Studen alleine bleiben können?

WF
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« Antwort #8 am: 19. März 2021, 12:51:09 »

Also nach Lesen Deines Textes war mein erster Gedanke:
Wenn Du mit mir so reden würdest, wie Du es geschrieben hast, hätte ich auch irgendwann dicht gemacht. Es hört sich wie ein Monolog über moralische Werte an, dem Du ihn da gehalten hast.
Ein bisschen wirkt es auch so, als wenn Du ihn über die Kinder kontrollieren würdest bzw. willst. Vielleicht hat er das gleiche Empfinden.
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« Antwort #9 am: 19. März 2021, 13:48:18 »

Moin,

erstens muss klar sein, dass wir hier nur eine Seite lesen.
Und dann komme ich auch nochmal darauf zurück, dass wir jetzt über einen Zeitraum von 2 Wochen sprechen. Das ist nicht viel ... und hat sich ziemlich schnell aufgebauscht.
Vermutlich sind das auch die vielen Faktoren die da in relativ kurzer Zeit aufeinander geschlagen sind, Schwangerschaft bei Dir, die neue Freundin.
Auch wenn ich nochmal darauf zurückkomme, es scheint seine zweite Freundin zu sein. Nachdem er Dein Glück Tür an Tür miterleben musste, fühlte er sich vermutlich tatsächlich alleine und um so mehr ist er nun auf den Neue fokussiert. Du hast einen neuen Partner, ein neues Kind ist unterwegs, dass musste er alles miterleben. Das kann man nun aus allen Richtungen beleuchten, verständlich ist es aber allemal.

Dennoch müsst ihr Euch absprechen. Ich würde ihm tatsächlich einen Zeitplan erstellen lassen, der für den Anfang gerne großzügiger sein kann. Wenn die ersten Wochen der "Verliebtheit" abgeklungen sind, dann normalisiert sich sowas in der Regel.
Was natürlich nicht heißt, dass ihr nicht die Kinder aus dem Blick lassen sollt und könnt. Vorhaltungen sind hier fehl am Platz. An die Absprachen würde ich ihn durchaus erinnern, damit alle planen können. Und die Kinder sollten ihre Wünsche an den Papa auch kommunizieren.

Wichtig wäre mir, die Unsicherheit bei den Kindern zu begegnen und dies geht nur über Kommunizieren. Ich habe auch nicht das Gefühl, dass Du ihm Vorschriften machen möchtest, zumindest lese ich das nicht so heraus.
Vielleicht solltet ihr auf lange Sicht doch eine Mediation in betracht ziehen.... für die Kinder.

Gruß
Kasper
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Gott gebe mir die Gelassenheit, Dinge zu ertragen, die ich nicht ändern kann, den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.
Avari
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« Antwort #10 am: 19. März 2021, 18:27:27 »


@Wasserfee: Vielleicht hast du es überlesen. Unsere Tochter hat Typ1 Diabetes seit 1,5 Jahren. Da bedeutet, sie muss Insulin spritzen und ständig ihre Blutzucker-Werte kontrollieren. Da aktuell die Pubertätshormone noch dazu kommen schwanken die Werte teilweise extrem und sie gerät leicht in eine Unterzuckerung, bis zur Unmacht und an anderen Tagen ebenso schnell in eine Überzuckerung bis zur Stoffwechselentgleisung. Da ist es einfach verdammt ungünstig, wenn niemand in der Nähe ist. Sie hat den Status Schwerbehindet mit Zusatz H. Das bedeutet sie ist ständig auf fremde Hilfe angewiesen. Ich kontrolliere an schlechten Tagen nachts bis zu 6 mal ihre Blutzuckerwerte.

@eisbaer75: Vielleicht empfindest du das so, so war es aber nicht. Und ehrlich gesagt, finde ich, dass ich durchaus auch an seine Vaterpflichten appelieren darf, wenn er ihnen nicht nachkommt. Die Kinder sind da und haben es verdient in ihren Ängsten und Sorgen ernstgenommen zu werden. Das wünscht sich denke ich jeder, egal wie alt. Ihm fällt es leider grade offenbar extrem schwer das anzuerkennen. Und nein. Es geht mir nicht um Kontrolle oder sonst irgendwas, da bin ich nicht der Typ zu. Das hat er lange bei mir und den Kindern gemacht und wir haben darunter gelitten. Das war einer der Hauptgründe warum es in die Brüche ging.
Es geht mir tatsächlich nur darum, dass er sich mit uns abspricht, damit wir weiterhin für die Kinder da sein können und sie sich eben weiterhin sicher und geborgen fühlen. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.

@Kasper: Natürlich ist es ein sehr kurzer Zeitraum, aber auch das entschuldigt sein Verhalten nicht. Und ja, vielleicht ist es schwer für ihn mich so zu sehen, das würde ich verstehen, aber er behauptet es sei nicht so. Wir haben viel darüber geredet, wie es für uns beide und die Kinder funktionieren kann. Bereits bei unserer Trennung schlug er vor, dass wenn ich einen neuen Partner hätte er es gut fände, wenn wir nebenan wohnen würden, so ein bisschen wie in einer Kommune, so dass alles nah zusammen bleibt. Wir waren immerhin mehr als unser halbes Leben zusammen. Und als es dann soweit war,  sagte er immer es sei kein Problem für ihn. Er freue sich, dass ich für ihn und die Kinder in der Nähe bleibe, glücklich bin und er mag meinen neuen Partner. Wie gesagt, er nahm sogar sehr viel Anteil an der Schwangerschaft, fragte oft wie es mir und dem Baby geht und ob ich im Haushalt Hilfe benötige. Ich glaube wir leben dieses Patchwork-Ding einfach anders als viele andere, aber für uns hat es so einfach gut gepasst. Mit viel Vertrauen und auch Verständnis und vor allem mit Blick auf die Kinder. Und das fehlt eben grade.

Und wenn er das eben grade nicht kann, ist das auch kein Weltuntergang. Wenn er mehr Zeit für sich braucht, bekommen wir das schon organisiert. Es gibt eine Lösung für jedes Problem, aber man muss darüber reden und nicht einfach alles stehen und liegen lassen, verschwinden und sein Ding machen. Das funktioniert in unserer Konstellation einfach nicht und führt zwangsläufig zu Unsicherheiten und Ängsten.


Liebe Grüße
Avari
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