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Autor Thema: Restschuld Hausfinanzierung und Zeitpunkt Scheidungsantrag  (Gelesen 1969 mal)
rakrusoo
Frischling

Geschlecht: Männlich
Beiträge: 3



« am: 09. September 2019, 14:18:01 »

Hallo in die Runde,

vielleicht kann mir jemand bei der Beantwortung einer eher rechtlichen Frage helfen.
Es geht um die Klärung der Frage bzgl. des gemeinsamen Einfamilienhauses.
Zunächst die Fakten und dann die Frage:

Fakten:
- die Trennung erfolgte im Februar 2015 mit dem Auszug meiner Frau (mit den beiden Kindern) aus dem gemeinsamen Haus (an dem sie kein Interesse hatte und hat).
- die Scheidung wurde von ihr im Juni 2018 eingereicht, was auch das Datum der gerichtlichen Feststellung des Antrages ist und somit ja der Bezugsmonat für den Gewinnausgleich (und auch für den Versorgungsausgleich)
- ein Hausgutachten wurde noch nicht erstellt (steht aber gerade aus)
- das Haus gehört uns beiden (Grundbuch beide) und die Finanzierung wurde von beiden unterschrieben
- die monatliche Rate zahle ich seit der Trennung allein
- ich zahle darüber hinaus Unterhalt für die Kinder (bei der Berechnung der Unterhaltshöhe wurde laut Jugendamt die alleinige Ratenzahlung berücksichtigt)
- eine Beteiligung an der Ratenzahlung wurde von mir bisher nicht eingefordert, somit wurde auch der Wohnvorteil bisher nicht berechnet und ich weiß also nicht, wie hoch sie sein würde. Wahrscheinlich Null, da die monatliche Kredit-Rate 1.300,- € beträgt und in dieser Höhe wahrscheinlich auch die zu erzielende Miete für unser Haus (150 qm WF und 1.500 qm Grundstück) liegen würde.
- Die Restschuld betrug im Juni 2018 ca. 105.000,- € und heute noch ca. 95.000 €

Jetzt die Frage:
- Zu welchem Zeitpunkt wird die Restschuld berücksichtigt? Ist es die Restschuld zum Tag des Scheidungsantrages (also Juni 2018) oder das Datum der Scheidungsverhandlung vor Gericht? (Oder das Datum der Trennung, was ich aber ausschließe, obwohl ich bereits seit 2015 allein zahle.)

Da ich die Finanzierungsraten allein abzahle, würde ich sie natürlich nicht gerne auch noch von der stets sinkenden Restschuld  profitieren lassen.
Da ich ihr wahrscheinlich die Hälfte aus dem Erlös des Hausverkaufs abgeben muss, ist diese Frage für mich natürlich von entscheidender Bedeutung und davon hängt es letztlich auch ab, ob ich sie auszahlen kann und somit das Haus halten kann.

Vielen Dank im Voraus für eure Hilfe und Tipps!


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MaxMustermann1234
_segelmann05
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Geschlecht: Männlich
Beiträge: 377


« Antwort #1 am: 09. September 2019, 14:31:34 »

Hallo rakrusoo,

wie gedenkt ihr denn bei der Scheidung mit dem Haus umzugehen? Willst du es übernehmen? Falls ja, wieso machst du das nicht vorher? Wenn deine Frau dir ihren Anteil erst nach der Scheidung verkaufen sollte (weil es nicht im Verfahren geklärt wird), so fällt Grunderwerbssteuer an.

Ich bezweifle, dass kein Wohnvorteil anfallen würde. Wo steht das Haus, bzw. was ist die ortsübliche Miete für ein Haus mit 150 qm. Davon darfst du nicht die gesamten Raten sondern nur die Zinsen abziehen, denn Tilgungen erhöhen ja dein Vermögen. Diese können nur im Rahmen von Altersvorsorgeaufwendungen angerechnet werden (max 4% des Vorjahresbruttos). Abzugsfähig sollten auch noch die Wohngebäudeversicherung und die Grundsteuer sein, bin mir da aber gerade unsicher. Bleibt dann immer noch 0 übrig?

Das Haus geht ja mit in den Zugewinnausgleich. Stichtag für die Ermittlung dieses ist der Tag der Zustellung des Scheidungsantrags.
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AnnaSophie
_AnnaSophie
***
Geschlecht: Weiblich
Beiträge: 2.627


« Antwort #2 am: 09. September 2019, 14:31:46 »

Hallo,
Du zahlst den Kredit alleine ab derzeit und nutzt das Haus vermutlich auch alleine.
Du müsstest deiner noch Frau eine nutzungsentschädigung für ihren hausanteil zahlen. Mit dieser nutzungsentschädigung könnte sie dann den hälftigen Kredit zahlen.
Du zahlst es einfach direkt, aber so wäre der richtige Weg.
Damitbeteiligt sie sich ja am kreditabtrag und damit steht ihr auch die Hälfte des zugewinns vom Haus zu.

Sophie

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United
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Geschlecht: Männlich
Beiträge: 3.166



« Antwort #3 am: 09. September 2019, 15:16:25 »

Moin,

"Jetzt die Frage:
- Zu welchem Zeitpunkt wird die Restschuld berücksichtigt? Ist es die Restschuld zum Tag des Scheidungsantrages (also Juni 2018) oder das Datum der Scheidungsverhandlung vor Gericht? (Oder das Datum der Trennung, was ich aber ausschließe, obwohl ich bereits seit 2015 allein zahle.)"

Stichtag für den Zugewinnausgleich ist die Zustellung des Scheidungsantrags. Ob zu diesem Zeitpunkt aber 105.000 EUR oder 95.000 EUR auf dem Haus lagen, spielt für den Ausgleich keine Rolle, da gemeinsames Eigentum.
Angenommen Haus war zum Stichtag 120.000 EUR Wert.
Dein Zugewinn 7.500 EUR, ihr Zugewinn 7.500 EUR -> Ausgleich Null
(Anmerkung: in komplexen Konstellationen mit anderen signifikanten Vermögenswerten oder Schulden oder Verkehrswert unter Belastung könnte es relevant werden)

"Da ich die Finanzierungsraten allein abzahle, würde ich sie natürlich nicht gerne auch noch von der stets sinkenden Restschuld profitieren lassen."
Dem ist aber so. Vermutlich ist das auch der Grund, weshalb das JA den Abtrag komplett berücksichtigt hat.

Besten Gruß
United
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rakrusoo
Frischling

Geschlecht: Männlich
Beiträge: 3



« Antwort #4 am: 16. September 2019, 22:57:00 »

Vielen Dank für die Antworten,
die Tatsachen sind zwar wiedermal sehr ernüchternd und stehen dem Versuch, das Haus halten zu können leider entgegen, aber ich hatte es schon fast befürchtet.

Hat denn schon mal jemand Erfahrung mit dem Versuch, unbilliges Verhalten ins Feld zu führen.

Immerhin hat meine Frau kurz nach dem Hausbau die gemeinsame Wohnung verlassen wegen eines anderen, hat mich dann den gesamten Haus (um-)bau alleine machen lassen, um nach 1,5 Jahren wieder zurück zu kommen. Auch die endgültige Trennung lief nicht ganz so, wie es sein sollte. Sie hat sich vorher mit anderen Männern getroffen und hatte bereits einen neuen, als sie ausgezogen ist. Das Ganze ist heute allerdings schwer nachweisbar.
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Celine
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Beiträge: 230


« Antwort #5 am: 17. September 2019, 00:27:25 »

Hat denn schon mal jemand Erfahrung mit dem Versuch, unbilliges Verhalten ins Feld zu führen.

In Bezug auf Ihren Anteil am Haus? Der hat mit Wohlverhalten nichts zu tun. Da gibt es kein "unbilliges Verhalten". Ihr Eigentum bleibt ihr Eigentum und Deines bleibt Deines.
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MaxMustermann1234
_segelmann05
***
Geschlecht: Männlich
Beiträge: 377


« Antwort #6 am: 17. September 2019, 09:48:50 »

Meine Frage wäre viel eher: wieso versuchst du das Haus zu halten? Deine Frau ist doch mit den Kindern ausgezogen, du hast dem zugestimmt oder es gab einen Prozess. D.h. für mich, dass die Kinder bei deiner Frau leben. Wieso brauchst du also für dich alleine ein Haus? Eine Wohnung tut es doch auch.
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Susi64
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Geschlecht: Weiblich
Beiträge: 4.298


« Antwort #7 am: 17. September 2019, 16:08:41 »

Hallo,

damit eine Unterhaltspflicht entfällt müssen Gründe dafür gemäß § 1579 BGB gegeben sein.
Unter Nr. 7 wird schwerwiegendes Fehlverhalten genannt und das könnte der Ausbruch aus einer intakten Ehe sein. Allerdings muss Du das beweisen können, außerdem sehen viele Gericht eine Ehe eben gerade dann als gescheitert an, wenn es Affären gibt.

Die einzige reale Chance ist, dass Deine Ex wieder heiratet oder mit Next ein Haus kauft oder ein weiteres Kind bekommt (das wäre dann eine verfestigte Lebensgemeinschaft), alles andere liegt entweder nicht vor oder hat keine Aussicht auf Erfolg.

VG Susi
Gespeichert
Celine
Rege dabei
***
Beiträge: 230


« Antwort #8 am: 17. September 2019, 17:37:55 »


damit eine Unterhaltspflicht entfällt...

Darum geht es hier doch gar nicht.
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