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vatersein.de - Forum 22. August 2019, 06:27:55 *
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Autor Thema: Trennung beschlossen - Unterhalt Trennunggsgeld/Ehegattenunterhalt  (Gelesen 7402 mal)
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« Antwort #25 am: 23. November 2018, 14:20:50 »

Ok, kann ich nachvollziehen. Böses Blut ist nicht im Spiel bzw. hoffe das da auch nix kommt weil einvernehmlich. Aber man weiß nie. Wir lassen uns das gerade mal offiziell beim Anwalt durchrechnen was an KU und TU meinerseits zu zahlen wäre und dann regeln wir das unter uns. Es ist auch so, dass sie in den nächsten 3 Monaten einer neuen neuen Job annimmt erstmal auf Teilzeit und dann bis Ende des Jahres auf 75% - 100% geht.

Also, empfiehlt ihr mir ab dem 1.1 in die Stkl. 1 zu gehen? Andere Ideen sind willkommen.
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Lausebackesmama
aka LBM
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Ein Leben lang!


« Antwort #26 am: 23. November 2018, 14:49:23 »

Naja was heißt empfehlen? Es ist die einzig korrekte Steuerklasse. Du 1, sie 2.

LG LBM
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‎"Mut bedeutet nicht, keine Angst zu haben, sondern es ist die Entscheidung,
dass etwas anderes wichtiger ist als die Angst."
Inselreif
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« Antwort #27 am: 23. November 2018, 14:54:05 »

Wir lassen uns das gerade mal offiziell beim Anwalt durchrechnen was an KU und TU meinerseits zu zahlen wäre
wer von Euch hat den Anwalt beauftragt?

Zitat
und dann regeln wir das unter uns.
Hmm, Du glaubst aber nicht, dass Du am Ende weniger zahlen musst als der Anwalt errechnet hat?
Wir rechnen auch gerne nach!

Zitat
dass sie in den nächsten 3 Monaten einer neuen neuen Job annimmt erstmal auf Teilzeit und dann bis Ende des Jahres auf 75% - 100% geht.
Zitat
wir reden also von Ende des Jahres 2019

Gruss von der Insel
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« Antwort #28 am: 19. Dezember 2018, 14:42:18 »

So, meine Lieben. Sie ist vergangene Woche ausgezogen. Hatten vor zwei Wochen gemeinsam ein Beratungsgespräch bei einem Anwalt. Berechnung des Unterhalts ist heute auch eingetrudelt.

Mal eine ganz schnelle Frage: Welches Netto Gehalt muß bei Berechnung des Unterhalts zugrunde gelegt werden? Die Berechnung des Anwalts legt nicht den Auszahlungsbetrag zugrunde, sondern den Nettoverdienst, wovon noch mein Anteil der Pflegevers. und Kranken Vers. abzuziehen sind. Ist das nicht das gleiche, denn ich komme auf die gleichen Beträge egal wie ich rechne. Abgezogen werden danach noch die 150€ berufsbedingten Aufwendungen und Altersvorsorge in Höhe von 50€/mtl.

Was Eure Berechnungen vorher angingen, so hatte ich vergessen die jährliche Bonuszahlung zu berücksichtigen d.h. konkret Zeitraum Nov. 2017
 - Dez. 2018 (12 Monate) wurde zugrunde gelegt. Summe Nettoverdienst für diesen Zeitraum ca. 71.000€. Davon sind noch folgende mtl. Beträge abzuziehen: KV (350€), PV (56€), berufsbedingte Aufwendungem (150€) und Direktvers. (50€).

Für Stkl. 4 kommt sie da auf einen
KU: Stufe 8: Kind 1 -> 576€ und Kind 2 -> 478€
TU: 1550€

Seltsam, obwohl die letzten 12 Monate bzgl. Gehalt zugrunde zu legen sind hat sie bei der Berechnung mit der Stkl. 4 auch die Bonuszahlung für Dez. 2018 berücksichtigt. Trennung ist festgelegt auf 1.12.2018 und die Abrechnungen, die sie von mir erhlaten hat sind von Nov. 2017 - Dez. 2018 (12 Monate). Warum berücksichtigt sie hier plötzlich 13 Monate anstatt 12 Monate? Wegen der Bonuszahlung im Dez. 2018 und weil meine Ex dann ansonsten schlechter weg kommt?

Eine kurze Einschätzung der Experten würde mir sehr helfen. Vielen Dank und hoffe ich habe nix vergessen.
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Susi64
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« Antwort #29 am: 19. Dezember 2018, 16:00:30 »

Hallo,

wie zu rechnen ist ergibt sich aus den Unterhaltsleitlinien des zuständigen OLG (wo das Kind wohnt), prinzipiell ist vom Bruttoeinkommen als Summe aller Einkünfte auszugehen, davon werden dann Steuern,    Sozialabgaben    und/oder    angemessene,    tatsächliche   
Vorsorgeaufwendungen abgezogen = bereinigtes Einkommen.

Zu den Einkünften gehören auch Bonus-Zahlungen, Urlaubsgeld, Weihnachtsgeld (so sie gezahlt werden), die dann auf das Jahr umzulegen sind und damit das monatliche Einkommen erhöhen.

VG Susi

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« Antwort #30 am: 19. Dezember 2018, 16:36:05 »

Hallo,

wie zu rechnen ist ergibt sich aus den Unterhaltsleitlinien des zuständigen OLG (wo das Kind wohnt), prinzipiell ist vom Bruttoeinkommen als Summe aller Einkünfte auszugehen, davon werden dann Steuern,    Sozialabgaben    und/oder    angemessene,    tatsächliche   
Vorsorgeaufwendungen abgezogen = bereinigtes Einkommen.

Zu den Einkünften gehören auch Bonus-Zahlungen, Urlaubsgeld, Weihnachtsgeld (so sie gezahlt werden), die dann auf das Jahr umzulegen sind und damit das monatliche Einkommen erhöhen.

VG Susi

Genau, soweit auch richtig angewendet bzgl. des Umlegens der zusätzl. Zahlungen. Die Eingruppierung in die KU Stufen passiert anhand des bereinigten Einkommens, oder?
Dann noch die Frage bzgl. des zu berücksichtigenden Zeitraums bzgl. Einkommen, wenn die Trennung ab 1.12 festgesetzt wurde. Vielen Dank.
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Susi64
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« Antwort #31 am: 19. Dezember 2018, 18:48:26 »

Hallo,

Grundlage für die Bestimmung der Stufe der DDT ist das bereinigte Einkommen. Da Du 3 unterhaltsberechtigte Personen hast (2 Kinder und Deine Frau) wird in der DDT eine Stufe niedriger eingestuft als das bereinigte Einkommen besagt.

Eigentlich müsste der Unterhalt immer aktuell berechnet werden, weil das aber unrealistisch ist, ist festgelegt, dass die letzten 12 Monatseinkommen und der letzte Steuerbescheid die Grundlage der Berechnung bilden sollen.

Ist absehbar, dass das Einkommen sich in absehbarer Zeit wesentlich verändert sollte eine Berechnung auf der Grundlage des dann vorhandenen realen Einkommens erfolgen, da eine Neuberechnung erst in 2 Jahren wieder erfolgen sollte.

Die Frage ist wieviel denn der Unterschied in den Bonuszahlungen ausmacht und ob Zahlungen für 2018 außerordentlich hoch sind, so dass davon auszugehen ist, dass sie in Zukunft niedriger ausfallen. Im Moment ist davon auszugehen, dass Dir die Bonuszahlungen von Dez. 18 ja tatsächlich zur Verfügung stehen und damit das aktuelle Einkommen abgebildet wird.

VG Susi



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Inselreif
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« Antwort #32 am: 19. Dezember 2018, 19:16:55 »

Hatten vor zwei Wochen gemeinsam ein Beratungsgespräch bei einem Anwalt.
Ich wiederhole meine Frage von oben: wer von Euch hat den Anwalt beauftragt?

Gruss von der Insel
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Malachit
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« Antwort #33 am: 20. Dezember 2018, 00:04:47 »

Hallo Brave,

(...) die Abrechnungen, die sie von mir erhlaten hat sind von Nov. 2017 - Dez. 2018 (12 Monate). Warum berücksichtigt sie hier plötzlich 13 Monate anstatt 12 Monate? Wegen der Bonuszahlung im Dez. 2018 und weil meine Ex dann ansonsten schlechter weg kommt?

Ähm, vielleicht weil sie auf diese Art und Weise gleich zwei Bonuszahlungen in die Berechnung reindrückt, nämlich die von Dezember 2017 und die von Dezember 2018?!? Da es dann zwei Jahresboni sind, aber der Zeitraum eben nicht zwei volle Jahre umfasst, wird der Monatsdurchschnitt dadurch nämlich zu deinen Lasten unzulässig in die Höhe geschraubt!

Von November 2017 bis Dezember 2018 sind's m.E. übrigens nicht dreizehn, sondern vierzehn Monate. Was mich zu der Frage bringt, ob diese 71.000 Euro sich auf zwölf Monate, auf dreizehn Monate, oder gar doch auf vierzehn Monate beziehen; welchen Anteil daran die Bonuszahlung hat, und ob es sich dabei wirklich nur um den Bonus für 2018 handelt; und ob dieser Nettoverdienst sich bereits als "umgerechnet auf Lohnsteuerklasse I" versteht. Das alles hat schließlich schon eine gewisse Auswirkung auf den daraus zu ermittelnden Durchschnittsverdienst pro Monat, und an dieser Zahl hängt die ganze weitere Berechnung.

Unter der Annahme, dass Stufe 8 korrekt ist (was wie soeben gesagt noch zu prüfen wäre) - beachte bitte noch Folgendes: 576 Euro und 478 Euro sind die Zahlbeträge aus der Düsseldorfer Tabelle 2018, ab Janaur 2019 gelten aber die etwas höheren Beträge von 589 Euro und 488 Euro; und da der Kindesunterhalt nicht am Euro-Betrag, sondern an der Stufe in der Düsseldorfer Tabelle festgemacht wird, musst du ab Januar bereits diese höheren Beträge bezahlen. Nun wird bei der Ermittlung des Trennungsunterhaltes zu deinen Gunsten der Kindesunterhalt vorab von deinem Einkommen abgezogen, und diese 1.550 Euro Trennungsunterhalt sind ja nun sicherlich mit den genannten, niedrigeren Beträgen gerechnet - sieht für mich nach dem alten Anwalts- und Exentrick aus, kurz vor Jahresende den Trennungsunterhalt noch mit den alten, niedrigeren KU-Sätzen festzuschreiben und dabei kein Sterbenswörtchen über die anstehende Änderung zu verlieren, dann im neuen Jahr korrekterweise (!) den höheren KU laut Düsseldorfer Tabelle einzufordern (bzw. dir noch Vorwürfe zu machen, dass du hättest selbst daran denken müssen); beim Trennungsunterhalt aber auf den zuvor berechneten, und somit eigentlich inzwischen zu hohen Betrag zu bestehen, denn da steht ja "nur" ein Euro-Betrag im Raum, ohne einen direkten Bezug zur Düsseldorfer Tabelle.

Pass also bitte auf, dass du dich hier nicht über den Tisch ziehen lässt. Sinngemäß das gleiche gilt übrigens, wenn das elfjährige Kind demnächst Geburtstag hat und damit ebenfalls in die Altersgruppe 12 - 17 Jahre kommt, denn ab dem Moment hast du dann bereits zweimal 589 Euro Kindesunterhalt an der Backe.


Und um jetzt sozusagen in genau die gleiche Kerbe zu hauen wie @Inselreif es schon zweimal getan hat: Bis ich das Gegenteil von dir höre, werde ich annehmen, dass nicht du diesen Anwalt beauftragt hast, sondern deine Ex.

Viele liebe Grüße,

Malachit.

P.S. was ist eigentlich aus der ursprünglichen Idee eines Wechselmodells geworden? Da inzwischen Kindesunterhalt für die Variante "Mama betüddelt, Papa bezahlt" auf der Tagesordnung steht, gehe ich davon aus, dass diese Idee offenbar inzwischen gestorben ist - und neugierig wie ich in dieser Hinsicht nun mal bin, würde ich ganz gerne wissen, warum.
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« Antwort #34 am: 20. Dezember 2018, 12:09:21 »

Danke für Eure Inputs. Ganz besonder von Malachit und Susi.

Den Anwalt haben wir gemeinsam ausgesucht und in Form einer Ersberatung zur Klärung aller Punkte getroffen. Nun, ich kann nicht ausschließen, das die Dame zu Gunsten meiner Noch-Ehefrau Dinge schönrechnet, auch wenn sie Anfangs ausdrücklich betont hat, dass sie hier keine der beiden Seiten konkret vertritt. Verstehe aber Eure Bedenken. Besonders als Ich Malchits Input gelesen habe.

Aber, dafür bin ich ja hier und wenn es hart auf hart kommt, dann laß ich das nochmal von einem anderen Anwalt durchrechnen. Aber so kurz vor Weihnachten macht das vermutlich keiner mehr.

Werde nochmal konkret zu den Zahlen Stellung nehmen, wenn ich heute eine aktuelle Abrechnung bekomme, woraus ich auch das neue mtl. Gehalt ersehen kann. Das erhöht vermutlich dann auch wieder den TU.

@Malachit, zu deiner Frage: Ja, die ca. 71000 waren für 12 Monate incl. Bonus (etwa 10.900). Davon gehen dann noch KV, PV, berufsbedingte Aufwendungen (200€), Vers. (50€). Aber, nicht relevant, da auf Basis Stkl. 3.

Frage: Trennung festgelegt auf 1.12.2018. Welcher Zeitraum bzgl. Gehälter wird zugrunde gelegt? Dez. 17 - einschl. Nov. 2018?
Ich gehe ab dem 1.1 in die Stkl. 1. Zahle ich nur für Dez. den TU noch auf Basis Stkl. 3 oder schon auf Basis Stkl. 1.

Ist das irgendwo konkret geregelt?
« Letzte Änderung: 20. Dezember 2018, 12:13:24 von Brave » Gespeichert
nadda
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« Antwort #35 am: 20. Dezember 2018, 17:09:00 »

Hi,

auch wenn ich das schon ungefähr 1000 mal geschrieben habe: neutrale Beratung gibt es nur, absolut nur beim Notar. Anwälte verdienen daran, dass ihr ein Gericht bemüht. Notare beraten neutral, da kann man sich dann auch sicher sein neutral beraten zu werden.

Wir hatten auch nur einen Anwalt, den hatte mein Ex beauftragt, naiv wie ich war hab ich mich da voll und ganz auf die Beratung verlassen. Während der Scheidung (ich hatte keinen Anwalt, weil wir den ja gemeinsam hatten) ist mir aufgegangen das das nicht klug war. Weil mein Ex da wirklich gut vertreten wurde und ich halt nicht.

Dabei waren wir auch beim ersten Mal gemeinsam da, aber ich hab halt nie was unterschrieben, er hatte den Termin vereinbart, er war der Kunde und ich der Depp.

Bitte, wenn ihr nochmal Beratungsbedarf habt, geht zum Notar. Dort kann man auch total kostengünstig eine Trennungsfolgevereinbarung machen und darin alles regeln. Dadurch wird die Scheidung stressfreier und man kann auch alles bezüglich der Kinder da schon regeln. Großer Vorteil, das ist rechtlich bindend, ein Anwalt erzählt euch alles, teilweise berechnen die Typen auch noch äußerst kreativ und schlecht.

Wenn du also eine Berechnung willst, dann frag hier nach, traue niemals einem Anwalt bei der Unterhaltsberechnung, viele kennen sich da nicht wirklich gut aus und sie optimieren immer für ihren Mandanten. Mir wurde nach der Trennung vom Anwalt ein Unterhalt "berechnet" der so hoch war, dass mein Ex nicht mal mehr seine Miete hätte zahlen können. Sowas klappt nicht, das führt in den meisten Fällen zu Streiterei vor Gericht - woran der Anwalt ja wieder verdient.

LG
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« Antwort #36 am: 20. Dezember 2018, 17:40:46 »

Hallo,

auszugehen ist von Nov. 17 bis Nov. 18. Davon kann abgewichen werden, wenn das tatsächliche Einkommen höher/niedriger ist.

Nachzulesen ist das in den Unterhaltsleitlinien des zuständigen OLG für KU und TU. Letzlich sind diese aber nicht zwingend, ein Gericht kann im Einzelfall auch anders entscheiden. Weiterhin bildet die aktuelle DDT die Grundlage für die Bestimmung des KU. Letzlich die ist Rechtsprechung maßgebend.

Die Unterhaltsberechnung ist dabei in der Regel mindestens für 2 Jahre gültig. Letzlich gilt die Regel nach oben geht immer, nach unten wird es schwer. Wird der Unterhalt tituliert, dann ist ein Titel über KU zumindest bis zum 18. Lebensjahr der Kinder (des Kindes) gültig und eine Abänderung nicht ganz einfach.

Weiterhin ist es nicht einfach jetzt 2 Haushalte zu unterhalten mit einem niedrigeren Einkommen als zuvor, der Streit ums Geld ist deshalb vorprogrammiert.

VG Susi
« Letzte Änderung: 20. Dezember 2018, 17:45:22 von Susi64 » Gespeichert
Malachit
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« Antwort #37 am: 20. Dezember 2018, 22:05:02 »

Hallo Brave,

@Malachit, zu deiner Frage: Ja, die ca. 71000 waren für 12 Monate incl. Bonus (etwa 10.900). Davon gehen dann noch KV, PV, berufsbedingte Aufwendungen (200€), Vers. (50€). Aber, nicht relevant, da auf Basis Stkl. 3.

Mit diesen Zahlen kann ich dann aber schon ein bisschen spielen ;-)

Also 71.000 Euro Nettojahreseinkommen ohne Berücksichtigung von KV, PV, gerechnet in Lohnsteuerklasse III und daher mutmaßlich mit 2,0 Kinderfreibeträgen. Im Monatsdurchschnitt also 5.916 Euro netto, und ich habe dann mal mit einem Gehaltsrechner geschätzt, welches Brutto-Einkommen im Jahr 2018 nötig war, um unter diesen Randbedingungen auf dieses Nettoeinkommen zu kommen - ich lande da bei einem durchschnittlichen Monatsbrutto von ca. 8.200 Euro, also einem Jahresbrutto von 98.400 Euro (also incl. Bonus). Stimmt das so ungefähr?

Als nächstes habe ich dann mal geschaut, was bei einem Brutto-Monatseinkommen von 8.200 Euro in Lohnsteuerklasse I und 1,0 Kinderfreibeträgen netto übrigbleibt (anders als mit Lohnsteuerklasse III/V, wo die Kinderfreibeträge beim Inhaber der Steuerklasse III bleiben, habt ihr bei Lohnsteuerklasse I/II jeder einen halben Kinderfreibetrag pro Kind), und zwar diesmal gerechnet nach dem Regelwerk des Jahres 2019 - ich komme damit auf ein Durchschnittsnetto von ca. 5.160 Euro (also schlappe 750 Euro weniger als bisher). Ich hoffe, ich habe mich da nicht all zu sehr verrechnet.

Von diesen 5.160 Euro gehen dann, wie du geschrieben hattest, noch ab: KV (350 Euro), PV (56 Euro), berufsbedingte Aufwendungen (150 Euro) und Direktversicherung (50 Euro); bleiben also 4.554 Euro bereinigtes Netto als Grundlage für die Unterhaltsberechnung 2019.

Ein Netto von 4.554 Euro ist zwar zunächst tatsächlich Zeile 8 der Düsseldorfer Tabelle - aber wenn du dich erinnerst, Susi hatte ja schon geschrieben, dass du bei drei Unterhaltsempfängern laut Anmerkung 1 in der Düsseldorfer Tabelle um eine Zeile herabgestuft werden solltest. Maßgeblich ist für dich also Zeile 7 der Düsseldorfer Tabelle, und somit:

Unterhalt für das ältere Kind: 551 Euro
Unterhalt für das jüngere Kind: 456 Euro (ab dem 12. Geburtstag dann aber ebenfalls 551 Euro).

Kommen wir zu einer Schätzung für den Trennungsunterhalt. Von deinen 4.554 Euro ziehen wir zunächst mal 551 Euro und 456 Euro für den Kindesunterhalt ab, dann bleiben dir noch 3.547 Euro übrig.

Bei deiner Ex ist, wenn ich's richtig verstehe, nach wie vor der 450-Euro-Job der Stand der Dinge? Nun, auch bei ihr muss man dann berufsbedingte Kosten gelten lassen, ich rechne jetzt mal pauschal mit 5%, dann bleiben bei ihr 427 Euro. Der Unterschied zwischen deinem und ihrem verfügbaren Netto beträgt also 3.120 Euro. Sag uns bitte mal, welches Oberlandesgericht bei dir zuständig ist - wenn es ein OLG ist, bei dem die 3/7-Regel gilt (davon ist Susi in ihrer Berechnung Ende August ausgegangen), dann wären das drei Siebtel von 3.120 Euro, also 1.338 Euro Trennungsunterhalt (je nach OLG könnten es aber auch 1.404 Euro sein, denn bei anderen OLGs zieht man von diesen 3.120 Euro zunächst 10% Erwerbsbonus ab und halbiert dann den Rest).

Viele liebe Grüße,

Malachit.
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« Antwort #38 am: 26. März 2019, 17:31:52 »

@Malachit, OLG ist Frankfurt/Main.

Hallo Ihr Lieben, erstmal vielen vielen Dank für Eure Unterstützung. Nun sieht es momentan folgendermaßen aus. Ich zahle:

1.457€ TU und 1.148€ KU von meinem neuen Netto (4299€, Stkl. 1) d.h. mir bleiben ca. 1700€. Bedenkt man, daß ich in einem der teuersten Kreise Deutschlands wohne bleibt eigentlich nicht viel übrig. Meine Noch-Frau schwimmt dagegen in Geld, obwohl nur Minijob. Selbst nach Abzug der Miete hat sie noch knapp über 2.200€ über und ich knapp 1/4 davon. Kids sinde mehree Tage die Woche bei mir, übernachten auch 3 - 4 Nächte am Stück bei mir undich frage mich, wie das finanziell in den nächsten Monaten auf "0" gehen soll. Obwohl ich diesen hohen TU zahle lege ich noch weiter drauf.

Versteht mich bitte nicht falsch, ich gebe mein letztes Hemd für meine Kids (tue ich das nicht gerade :-)), aber Gerechtigkeit sieht anders aus. Ja, ich weiß, einige haben ein Netto Gehalt von 1.700€ und noch viele weniger übrig am Ende. Mir geht es eher um diese große Differenz, die der Gesetzgeber bewußt für plausibel hält. Da hilft nur eins, die noch Ex-Frau muß in richtige Arbeit gebracht werden.

Ein paar Fragen hierzu: Beide Kids sind >11 Jahre und bleiben auch mal problemlos alleine daheim Nachmittags. Schule ist 5min. von der WOhnung entfernt. Welche Gründe könnten angeführt werden, daß sie nicht Teilzeit bzw. Vollzeit arbeiten geht. Kids sind soweit selbständig, klar etwas Hausaufgabenhilfe ist hier und da noch nötig wie bei allen Kids. Kann man das irgendwo nachlesen ... ich bin noch nicht soweit, sie anwaltlich aufzufordern einer 'richtigen' Arbeit nachzugehen.

Abschließend, könnt Ihr mir bitte sagen wie es sich mit Urlauben, Freizeitaktivitäten, etc. mit den Kids verhält ... muß das alles aus meiner Tasche gezahlt werden? Wie gesagt, nach Abzug Miete bleiben Ihr 2.200€ und mir knapp 550€ (Miethöhe ist in etwa identisch).

LG
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« Antwort #39 am: 26. März 2019, 18:43:40 »

Hallo,

das "anwaltliche auffordern zur Erwerbsarbeit" ist sinnlos, da Du sie nicht zwingen kannst. Während des Trennungsjahres hat sie Anspruch auf den Unterhalt. Nach der Scheidung werden die Karten neu gemischt. In Bezug auf nachehelichem Unterhalt kann ihr bei diesem Alter der Kinder eine Erwerbstätigkeit zugemutet werden.
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« Antwort #40 am: 26. März 2019, 18:49:24 »

Wie sind denn die Unterhaltszahlen berechnet worden? Gibt es einen Titel?

Gruß
Kasper
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« Antwort #41 am: 26. März 2019, 19:23:23 »

Wie sind denn die Unterhaltszahlen berechnet worden? Gibt es einen Titel?

Gruß
Kasper

Gemeinsamer Anwalt und auf Basis von 12 Monatsgehältern incl. einmalige Prämie abzgl. Altersvorsorge u. 150 € Pauschbetrag. Bzgl. Kids halt Düsseld. Tabelle Stand 1.1.19. Bei Interesse kann ich nochmal genauer nach den konkreten Zahlen schauen. Nein, es gibt keinen Titel bzgl. KU.
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« Antwort #42 am: 26. März 2019, 19:25:11 »

Hallo,

das "anwaltliche auffordern zur Erwerbsarbeit" ist sinnlos, da Du sie nicht zwingen kannst. Während des Trennungsjahres hat sie Anspruch auf den Unterhalt. Nach der Scheidung werden die Karten neu gemischt. In Bezug auf nachehelichem Unterhalt kann ihr bei diesem Alter der Kinder eine Erwerbstätigkeit zugemutet werden.

Danke Celine. Wann und warum würde ihr denn  nachehelicher Unterhalt zustehen?
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« Antwort #43 am: 26. März 2019, 20:29:53 »

Also entweder aufgrund von Kinderbetreuung, (wobei ihr bei dem Alter der Kinder mindestens ein Halbtagesjob zugemutet werden kann, d.h. der nacheheliche Unterhalt wäre deutlich geringer als der Trennungsunterhalt) oder als Ausgleich ehebedingter Nachteile (z. B. wenn sie eine hohe berufliche Qualifikation hat, aber aufgrund ihrer langjährigen Hausfrauentätigkeit jetzt nur noch einfachere Jobs bekommt).
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« Antwort #44 am: 26. März 2019, 20:32:23 »

Gemeinsamer Anwalt
Es gibt keinen gemeinsamen Anwalt. Er vertritt immer nur einen von Euch beiden, der ihn beauftragt hat.
Vielleicht solltest Du die Zahlen mal kontrollieren lassen.
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« Antwort #45 am: 26. März 2019, 20:54:05 »

Also entweder aufgrund von Kinderbetreuung, (wobei ihr bei dem Alter der Kinder mindestens ein Halbtagesjob zugemutet werden kann, d.h. der nacheheliche Unterhalt wäre deutlich geringer als der Trennungsunterhalt) oder als Ausgleich ehebedingter Nachteile (z. B. wenn sie eine hohe berufliche Qualifikation hat, aber aufgrund ihrer langjährigen Hausfrauentätigkeit jetzt nur noch einfachere Jobs bekommt).

Interessant. Selbst nach der Scheidung muß sie nicht Vollzeit arbeiten? Die Kinder sind dann beide mind. 12 Jahre alt. Gibts da irgendwo weitere Infos zu dem Thema.
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« Antwort #46 am: 26. März 2019, 20:57:55 »

Es gibt keinen gemeinsamen Anwalt. Er vertritt immer nur einen von Euch beiden, der ihn beauftragt hat.
Vielleicht solltest Du die Zahlen mal kontrollieren lassen.

Es ging nur um die einmalige Berechnung des TU bzw. KU. Sonst wurde da weiter nix gemacht. Was könnte denn da falsch berechnet worden sein in ihrem tollen Programm, das sie mit meinen Daten gefüttert hat?
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« Antwort #47 am: 26. März 2019, 22:30:28 »

Hallo Brave,

Es ging nur um die einmalige Berechnung des TU bzw. KU. Sonst wurde da weiter nix gemacht. Was könnte denn da falsch berechnet worden sein in ihrem tollen Programm, das sie mit meinen Daten gefüttert hat?

Um mal wieder jenen berühmt-berüchtigten Russen zu zitieren, von dem ich sonst genau gar nichts halte: Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser.

Ich rechne daher mal rückwärts:

1.457€ TU und 1.148€ KU von meinem neuen Netto (4299€, Stkl. 1)

Kindesunterhalt in Höhe von 1.148 Euro kann sich nach Lage der Dinge nur zusammensetzen als 521 Euro plus 627 Euro, also ein Kind in Altersgruppe 6 bis 11 Jahre, ein Kind in Altersgruppe 12 bis 17 Jahre, und dieses dann in der Einkommensgruppe laut Zeile 9 der Düsseldorfer Tabelle. (Zwischenfrage: Wann hat das jüngere Kind seinen 12. Geburtstag? Das bedeutet zwar Kindesunterhalt rauf, aber man sollte Vorsorge treffen, dass man diesen höheren KU dann auch berücksichtigen darf, um den Exenunterhalt etwas zu verringern.)

Zurück zum eigentlichen Thema: Wie bereits mehrfach ausgeführt - da du drei Unterhaltsberechtigte hast, solltest du gemäß Anmerkung 1 der Düsseldorfer Tabelle herabgestuft worden sein (in den Unterhaltsrechtlichen Leitlinien FFM wird das unter Punkt 11.2 übrigens ausdrücklich bestätigt). Um also am Ende in Zeile 9 zu landen, musst du zunächst rechnerisch in Zeile 10 gewesen sein. Das heißt, der Berechnung liegt ein bereinigtes (!) Netto-Einkommen zwischen 5.101 Euro und 5.500 Euro zugrunde.

Für die Bereinigung wurde der Pauschbetrag von 150 Euro abgezogen, sowie die Altersvorsorge - letzteres waren "nur" diese 50 Euro, richtig? Dann heißt das, der Berechnung lag ein unbereinigtes Netto von mehr als 5.300 Euro zugrunde. Wenn dein "gewöhnliches" Netto, also das, was du auf dem Gehaltszettel hast, aber "nur" 4.299 Euro beträgt: Da müsstest du fürs vergangene Jahr einen Bonus in Höhe von mehr als 12.000 Euro netto kassiert haben.

Nun hattest du in deinem Beitrag vom 20. Dezember 2018 geschrieben, dass du einen Bonus i.H.v. 10.900 Euro hattest, allein das ist also schon mal nicht so ganz plausibel. Nur, wenn ich es richtig verstehe, dann waren es 10.900 Euro auf Basis von Lohnsteuerklasse 3, und dieser Betrag müsste folglich auf Lohnsteuerklasse 1 heruntergerechnet werden - der tatsächlich zu berücksichtigende Bonus müsste daher m.E. deutlich (!) niedriger sein.


Vielleicht magst du uns daher doch mal etwas genauer aufschreiben, auf welchem Rechenweg dieses tolle Programm zu diesem tollen Ergebnis gekommen ist ... 

Viele liebe Grüße,

Malachit.

P.S. für den Exenunterhalt wendet OLG FFM übrigens die 3/7-Regelung an, also die für dich etwas günstigere der beiden Varianten - aber bevor wir uns an diese Berechnung machen, will ich erst mal wissen, wie hoch dein bereinigtes Netto bei korrekter Berechnung tatsächlich ist. Wie gesagt, die aktuell verwendete Grundlage ziehe ich ein wenig in Zweifel.
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Der Begriff "politische Korrektheit" ist die politisch korrekte Bezeichnung für "Denkverbot".
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« Antwort #48 am: 27. März 2019, 21:37:22 »

Hallo Brave,

ich würde an dieser Stelle gerne auf die Bonuszahlung zurückkommen. Wir können zu diesem Zweck mal in die aktuellen Unterhaltsgrundsätze des OLG Frankfurt am Main reinschauen, wo es heißt:

Zitat
1.2 Unregelmäßige Einkommen (z.B. Abfindungen etc.)
Soweit Leistungen nicht monatlich anfallen (z.B. Weihnachts- und Urlaubsgeld), werden sie auf ein Jahr umgelegt. Einmalige Zahlungen (z.B. Abfindungen) sind auf einen angemessenen Zeitraum (in der Regel mehrere Jahre) zu verteilen.

Wenn dieser Bonus also eine einmalige Angelegenheit gewesen wäre, d.h. wenn es diesen Bonus für 2018 gegeben hätte, nicht aber für 2017, 2016 usw., dann wäre anhand obiger Regelung völlig klar, dass der Bonus über mehrere Jahre verschmiert werden darf, wobei die OLG-Richter leider nicht geschrieben haben, was sie als "angemessenen Zeitraum" betrachten. Ein Anhaltspunkt mag Punkt 1.5 "Einkommen aus selbständiger Tätigkeit" sein: Für dieses soll nämlich i.d.R. ein Dreijahreszeitraum angesetzt werden, also wäre es m.E. eine recht erfolgversprechende Forderung, dass ein einmaliger Bonus über drei Jahre verteilt werden möge.

Häufiger ist der Fall, dass es so einen Bonus zwar in jedem Jahr gibt, aber der Betrag stark schwankt und ggf. sogar Null sein kann - das ist also etwas völlig anderes als ein Weihnachts- oder Urlaubsgeld, das normalerweise im Arbeitsvertrag oder per Tarif geregelt ist, und dessen Höhe sich daher über die Jahre meist nur unwesentlich ändert ("dreizehntes Monatsgehalt"). Analog zu dem Fall einer einmaligen Bonuszahlung kann man im Fall einer wiederkehrenden Bonuszahlung in unregelmäßiger Höhe also auch versuchen, als Grundlage für den zukünftigen Unterhalt nicht die Bonuszahlung des Vorjahres anzusetzen, sondern den Mittelwert der Bonuszahlungen z.B. der vergangenen drei Jahre. Wenn dein 10.900-Euro-Bonus aus dem Jahr 2018 ein Ausreißer nach oben war und die Bonuszahlungen in 2017 und 2016 deutlich niedriger waren, dann solltest du versuchen, anstelle der 10.900 Euro aus dem Vorjahr den niedrigeren Mittelwert der Jahre 2016 bis 2018 anzusetzen.

Für zukünftige Unterhaltszahlungen wäre nämlich eigentlich der Bonus des Jahres 2019 maßgeblich, aber da man diesen aus prinzipiellen Gründen noch nicht kennen kann, muss stattdessen anhand der Daten der Vergangenheit geschätzt werden - und der Mittelwert über mehrere Jahre ist offensichtlich eine plausiblere Schätzung als dieser eine Einzelwert aus dem vergangenen Jahr.


Dann noch ein paar warme Worte über die Anwälte. Bereits @Inselreif hat dich darauf hingewiesen, dass es keinen gemeinsamen Anwalt gibt: Ein Anwalt ist immer Parteienvertreter, und als solcher nicht der Wahrheit verpflichtet, sondern seinem Mandanten; also demjenigen, der ihm seine Rechnung bezahlt. In gewisser Weise hat das etwas mit Berufsehre zu tun: Als Anwalt hat man die Aufgabe, das bestmögliche für seinen Mandanten herauszuholen; die richtig ekligen Exemplare lügen zu diesem Zweck, dass sich die Balken biegen, und die nicht ganz so ekligen Exemplare werden immerhin alles verschweigen, was zu Lasten ihres Mandanten und zu Gunsten der Gegenseite gehen könnte.

Sofern dieser Anwalt also von deiner Ex bezahlt wurde, dann ist es nach dem, was ich soeben geschrieben habe, völlig verständlich, wenn dieser "gemeinsame" Anwalt mit keinem Sterbenswörtchen das erwähnt hat, was ich im ersten Teil dieses Beitrags skizziert habe. Verstehe mich bitte nicht falsch: Ich behaupte keineswegs, dass du mit obiger Argumentation bei "deinem" Familienrichter zuverlässig Erfolg haben würdest; ich sage lediglich, dass es einen Versuch wert ist.

Und denke bitte vor allem daran: Nur (!) der Familienrichter hat die Macht, dir eine bestimmte Unterhaltshöhe aufs Auge zu drücken - weder Anwälte noch Jugendämter haben diese Macht, auch wenn diese gerne so tun, als ob es anders wäre.

Viele liebe Grüße,

Malachit.
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« Antwort #49 am: 03. April 2019, 13:03:26 »

Malchit hat mir die letzten Tage geholfen nichmal durch meine Zahlen zu gehen. Ich hoffe ihr versteht, daß ich nicht meine ganzen Zahlen hier breitschlagen wollte. Sozusagen haben wir den zugrunde gelegten Zeitraum von 12 Monaten auf Stkl. I umgerechnet anstatt Stkl. III.

Demnach zahle ich mtl. ca. 110€ - 230€ zuviel je nach Sichtweise. Der Betrag über 230€ ergibt sich aus der Streckung der Bonuszahlung aus 2018 auf 3 Jahre um da auf einen plausiblen Durchschnitt zu kommen. Ist dieses Strecken der Bounszahlung auf 3 Jahre rechtens bzw. wird das in der Praxis so gehandhabt? In den OLG Frankfurt Richtlinien findest sich diese Option nur für Selbständige. Aber auch bei mir schwanken die Bounszahlungen und sind nicht jedes Jahr fix, da auch von wirtschaftlichen Schwankungen, etc. abhängig. Malachit hatte im letzten Eintrag auch darauf abgezielt bzw. nachgehakt.
Kann dazu jemand was sagen ob das so machbar ist?

Da ich keinerlei Titel habe bzw. Erklärungen abgegeben habe, kann ich nun einfach daher gehen und diese Anpassungen vornehmen zum nächsten Monat - natürlich mit plausibler Erklärung. Die Anwältin ist soweit raus hier, demnach müßte ich dies lediglich mit meiner EX besprechen ... aber wer weiß ob dann die Anwältin doch wieder auftaucht :-)
Wäre es besser, dies nochmal von einem eigenen Anwalt durchrechnen zu lassen? Die EX könnte ja glaube ich habe mir diese Berechnungen all von den Haaren beigezogen ... oder einfach machen und sie kann ja vor Gericht ziehen? Weiß jemand was so eine Berechnung bei einem Anwalt kostet?

Viele Grüße und großen Dank an dieses tolle Forum!!

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