Home Aufsätze Forum Chat Lexikon Links Feedback Impressum
 
 

Login

Benutzername:

Passwort:



Hauptmenü

 Startseite

Community

 Forum
 Chat
 Deine Daten
 User-Liste
 Umfragen

Informationen

 Erste Hilfe
 Urteile
 Lexikon Familienrecht
 Prozesskostenrechner
 Väterhymne

Service

Tags
 Links
 Downloads
 Buchempfehlungen
 Newsletter
 Webring
 Gästebuch
Internes

 Nachricht an uns
 Impressum,
     Datenschutz
     Nutzungsbedingungen

vatersein.de durchsuchen

Benutzerdefinierte Suche


Info


vatersein.de gehört das neunte Jahr in Folge zu den 6.000 wichtigsten deutschen Internetadressen.

vatersein.de - Forum 16. Juli 2019, 00:44:11 *
Willkommen Gast. Bitte einloggen oder registrieren.


Einloggen mit Benutzername und Passwort
 
 
Übersicht Hilfe Suche
Seiten: 1 [2] 3 4 ... 6   Nach unten
Drucken
Autor Thema: Nachehelicher Unterhalt? Wie hoch? Wie lange?  (Gelesen 30670 mal)
oldie
(Fast) Eigentumsrecht
******
Geschlecht: Männlich
Beiträge: 6.779


Bonnie 2


« Antwort #25 am: 11. September 2014, 22:26:13 »

Moin

Mit "Kröte schlucken" meine ich das, was Du instinktiv ja selber umschreibst:

- "dafür bräuchte ich eine Tagesmutter oder so"
- "ob es in absehbarer Zeit einen Job gibt, in dem ich Normalschicht mache und Gleitzeit habe" (was ist mit flexibler Arbeitszeit? -> erkundige Dich)

Die Sache ist doch: Trau Dich, sprich es aus, und lote aus. Versuche zumindest ernsthaft herauszufinden, was machbar ist. Ein wenig diplomatisches Geschick unterstelle ich Dir schon allein ob Deiner Schreibweise und Aussagen hier gerne. Und an Willen mangelt es Dir ja nun wirklich nicht.

Gruss oldie
Gespeichert

Wenige sind das, was sie vorgeben zu sein.
Und wenn ich es mir recht überlege - niemand.
Kaminsky
Zeigt sich öfters
**
Geschlecht: Männlich
Beiträge: 54


« Antwort #26 am: 11. September 2014, 23:07:36 »

@oldie: Auch hier heißt es: Fragen kostet nix! ;-)

Naja... hab grad erfahren, dass meine DEF im online Flohmarkt Kinderkleidung verkauft. Sie scheint sich dort noch nebenbei etwas dazu zu verdienen... Das hat sie schon während unserer Ehe getan und manchmal waren da gleich 300€ im Monat zusammen. Ich kanns jetzt nur noch nicht beweisen.

Von meinem Anwalt weiß ich, dass wir BEIDE verpflichtet sind, jede Einnahme anzugeben und beim Unterhalt anrechnen zu lassen! Wie sieht da sie Rechtslage aus?

Gespeichert
oldie
(Fast) Eigentumsrecht
******
Geschlecht: Männlich
Beiträge: 6.779


Bonnie 2


« Antwort #27 am: 11. September 2014, 23:23:31 »

Moin


Tröste Dich. Meine Herzallerliebste hat ohne zu fragen und mit einem anschliessenden Selbstverständnis hoch drei meine Schallplatten vertickt. Fand ich auch nicht so toll.

Von meinem Anwalt weiß ich, dass wir BEIDE verpflichtet sind, jede Einnahme anzugeben und beim Unterhalt anrechnen zu lassen! Wie sieht da sie Rechtslage aus?
Ja sicher. Nur werden unter Einkommen - und darum geht es vor Gericht - regelmäßige Einnahmen mehr als favorisiert, und solche unbestimmten Einnahmen wie z.B. aus dem Verkauf von Kleidung eher belächelt. Vergiss es einfach. Wenn hier nicht wesentliche Summen erwirtschaftet werden, ist es einfach nur Nervenkrieg. Konzentiere durch unbedingt genau auf das, was Dir wichtig ist, was Du keinesfalls akzeptieren willst. Und hier stelle dann Deinen RA in Position. Gib ihm Futter, weise ihn an. Kleinkrieg ala ein paar hundert € sind da lediglich für Deinen RA lohnend -> Streitwert. Dinge wie Umgang, Sorgerecht oder WM sind - da gedeckelt - nicht gerade lohnenswert. M.E. beschäftigt sich Dein RA mit Kleinkram, der Deinem Bedüfnis nicht gerecht wird. Jedenfalls lassen mich Deine Angaben ein wenig stutzig machen. Vielleicht sind sie aber auch nur Deinem ggw. Befinden geschuldet.

Denke daran, dass Du auch mal Ruhe findest, Dich sammeln kannst. Das ist wichtig. Ich habe mir von meiner Hausärztin "Drogen" verschreiben lassen, um den Alltag bewältigen zu können. Sprich Aufputsch- und Schlafmittel. Nach 2-3 Wochen hatte sich das dann erledigt, ich war wieder ich.

Gruss oldie
Gespeichert

Wenige sind das, was sie vorgeben zu sein.
Und wenn ich es mir recht überlege - niemand.
Kaminsky
Zeigt sich öfters
**
Geschlecht: Männlich
Beiträge: 54


« Antwort #28 am: 12. September 2014, 00:00:50 »

Von welchen Angaben redest du da jetzt genau? Ich mein, die Unterhaltsberechnung ist ja keine große Kunst! Die letzten Berechnungen wurden ja von der Gegenanwältin gemacht, die auch nicht anders aussahen als die meines Anwalts.
Es gibt ja ausser dem Unterhalt nix mehr zu regeln. Hausstand hab ich IHR fast komplett überlassen. Bis auf meinen WZ Schrank, TV, Stereo Anlage, PC, mein Auto und meine Kleidung hab ich ihr alles überlassen (Küche, SZ, KZ, Badeinrichtung, sämtliche Möbel, alle Hausgeräte) Obendrein hab ich ihr damals noch nach der Trennung die Kaution ihrer jetzigen Mietwohnung bezahlt und auch den Pelletsofen für die Wohnung! Sie meinte, es sei mein Sohn und für IHN könne ich das Geld schon ausgeben! 15000€ die ich meinem Ex-Schwiegervater geliehen habe, damit er sich ne Wohnung kaufen konnte, sind auch futsch (Selbst Schuld, wenn man nix schriftlich macht) Ich solle es Altervorsorge für meinen Sohn sehen!

Als wir uns getrennt haben, hatte ich auch schon ne Überweisung zum Psychotherapeuten, weil mich meine DEF mit Nachrichten zumüllte, von wegen, dass es unserm Kind jetzt viel besser geht, seit ich aus dem Haus bin usw... Meine Nerven lagen blank! Aber dank naturbelassener Medikamente gings auch wieder besser!
Jetzt muß ich mich nur noch über die doofen Briefe ihrer Anwältin aufregen und über manche Dinge geht, die unser Kind betreffen. Meine Meinung zählt nichts und alles was sie macht ist Richtig! Naja... aber das weicht dann doch sehr vom Thema "Unterhalt" ab! *g*
Gespeichert
United
Spezialgruppe
*****
Geschlecht: Männlich
Beiträge: 3.162



« Antwort #29 am: 12. September 2014, 09:02:43 »

Moin Kaminsky,

Jetzt muß ich mich nur noch über die doofen Briefe ihrer Anwältin aufregen [...]
Ich fasse die Anwaltsbriefe kurz zusammen:
"DU bist das personifizierte BÖSE, Deine Ex ist eine trotz aller Überlastungen eine fürsorgliche Übermutter !"

Kommt Dir das bekannt vor ? Mir schon.

Mach Dir bewußt, dass Anwälte an Streit mehr verdienen als an einvernehmlichen (außergerichtlichen) Einigungen.
Selektives Lesen ist nicht immer eine gute Idee, in Bezug auf Anwaltsbriefe oftmals aber schon.

Ich sollte mir vielleicht einfach nicht soviele Gedanken machen, dann wäre es auch einfacher. Wie es kommt, so kommt es!
Möglichkeiten ausloten ist richtig und wichtig. Über den Worst Case sollte man sich aber nicht zu viele Gedanken machen.

Vielleicht finden wir vor Gericht einen Kompromis!
Richter sind in der Regel darauf aus, bei der Suche nach einem Kompromiß zu helfen.
Auch die Kompromißbereitschaft der Gegenparteien wird vor Gericht häufig durch die Anwälte gefördert ...
... warum ? Z.B. weil´s mehr Geld gibt.

Gruß
United

PS:
So ne Aussage kann nur jemand machen, der solch eine Situation nicht erlebt hat!
Und die es erlebt haben, wissen was ich meine!
Was einzelne User in ihrem Leben erlebt haben und was nicht, weißt Du nicht.
Gespeichert
Kaminsky
Zeigt sich öfters
**
Geschlecht: Männlich
Beiträge: 54


« Antwort #30 am: 12. September 2014, 09:51:13 »

Hi United,

ja so in etwa könnte man die Briefe der Gegenpartei zusammenfassen. Und auch wenn man es nicht glauben mag, mein Anwalt hat mir von Anfang an gesagt, dass er es nicht nötig habe, aussichtslos rumzustreiten, um Geld zu kassieren und es so gut es geht ohne Krieg laufen lassen will, damit mein Geldbeutel geschont wird. Und genau so waren seine Briefe auch immer formuliert. Keine Frist, kein Fordern - nix! Er hat lediglich die Fakten und Tatsachen auf den Tisch gelegt. Und auf das letzte Schreiben von der Gegenanwältin, in dem ich zum 3. Mal mit einer Frist aufgefordert wurde, den EU und Mehrbedarf titulieren zu lassen, hat er gar nicht mehr geantwortet. Schließlich haben wir schon 2 Mal "Nein" dazu gesagt! Hatte schon das Gefühl, als wenns der letzte Verzweiflungsschrei wäre, um den Unterhalt meiner DEF zu sichern!
 Naja... im Endeffekt waren viele Schreiben der Gegenanwältin nur heiße Luft... denn das Einzige was erreicht wurde, dass ich den Kindesunterhalt titulieren ließ. Dazu meinte mein Anwalt, dass ich ja eh bereit bin, fürs Kind zu zahlen und dass ich das schon machen kann... Obs aber so richtig war, bin ich mir auch nicht mehr so sicher!

Dass ich nicht weiß, was einzelne User erlebt haben, is klar! Aber die wissen das genausowenig von mir...!

LG Kaminsky
« Letzte Änderung: 12. September 2014, 09:58:27 von Kaminsky » Gespeichert
United
Spezialgruppe
*****
Geschlecht: Männlich
Beiträge: 3.162



« Antwort #31 am: 12. September 2014, 11:11:35 »

Moin Kaminksy,

Und genau so waren seine Briefe auch immer formuliert. [...] Er hat lediglich die Fakten und Tatsachen auf den Tisch gelegt.
Die Qualität eines Anwalts bemisst sich nicht nach der Anzahl Anschläge pro Minute.

In allem, was Du bislang schreibst, kann ich nichts entdecken, was ein schlechtes Licht auf den von Dir gewählten Anwalt werfen würde.

Obs aber so richtig war, bin ich mir auch nicht mehr so sicher!
Gegen die Titulierung des KU ist nichts einzuwenden.

Nicht, dass es bei zahlungswilligen und -fähigen Unterhaltspflichtigen zwingend erforderlich wäre ... das Recht auf einen Titel besteht aber nun mal: Gegenwehr zwecklos.

Gruß
United
Gespeichert
mekmen
Rege dabei
***
Geschlecht: Männlich
Beiträge: 127


« Antwort #32 am: 12. September 2014, 11:26:56 »

Hi Kaminsky,

wenn man das Verhalten des gegnerischen Anwalts in deinen Beschreibungen so liest und euer Scheidungstermin im Oktober schon ist, dann ist das doch ganz klar Säbelrasseln der anderen Partei. Dich 3 x mal auffordern, nachehelichen Unterhalt titulieren zu lassen, aber nicht mal mit Zahlen rum zu kommen, bzw. rechnerisch darzulegen wie hoch er sein soll, wenn Madame demnächst verdient, ist doch nicht seriös.
Fordere ihn doch einfach mal auf, eine Höhe zu nennen und dies mit Zahlen zu begründen. Ansonsten besteht natürlich die Gefahr, dass du beim Scheidungstermin vor Gericht als bockiger Verweigerer dastehst und das könnte dir ggf. auf die Füsse fallen.

Gruss
mekmen
Gespeichert
Kaminsky
Zeigt sich öfters
**
Geschlecht: Männlich
Beiträge: 54


« Antwort #33 am: 12. September 2014, 12:02:18 »

Mit der Höhe ist er schon rumgekommen. Die Höhe soll die Gleiche sein, wie beim Trennungsunterhalt - also soviel, wie ich jetzt schon zahle!
Und darauf will sich mein Anwalt einfach nicht einlassen und rät mir tunlichst davon ab, da irgendwas titulieren zu lassen!
Gespeichert
Kruemelmonster
Nicht wegzudenken
****
Geschlecht: Männlich
Beiträge: 306



« Antwort #34 am: 12. September 2014, 12:44:28 »

Moin Kaminski,

Mit der Höhe ist er schon rumgekommen. Die Höhe soll die Gleiche sein, wie beim Trennungsunterhalt - also soviel, wie ich jetzt schon zahle!
Und darauf will sich mein Anwalt einfach nicht einlassen und rät mir tunlichst davon ab, da irgendwas titulieren zu lassen!

Ich würd mal sagen, da hat dein Anwalt völligst Recht.  thumbup   Der gegnerische Anwalt arbeitet einfach nach dem Prinzip: "Versuchen kann man es ja mal"

Und auch du solltest da nichts titulieren wollen. Und natürlich auch nicht die gleiche Höhe wie bisher akzeptieren wollen. Das kann doch vor Gericht fast nur besser werden. Evtl. kann dein Anwalt ja ein Gegenangebot ausarbeiten, Ideen dazu waren ja schon in deinem Trööt zu lesen. Zeitliche Befristung, und geringer werdende Unterhaltshöhe wären da wichtig...

Gruß vom Krümelmonster
Gespeichert

Alle sagten: " Das kann nicht funktionieren"
Dann kam einer, der das nicht wusste und hat es einfach gemacht
Lausebackesmama
aka LBM
Globaler Moderator
******
Geschlecht: Weiblich
Beiträge: 10.382


Ein Leben lang!


« Antwort #35 am: 12. September 2014, 14:22:58 »

Hi,

m. E. könnte einen Richter schon beeinflussen, dass das Kind in einem "normalen" Kindergarten nicht klar kam und in einen integrativen Kindergarten (mehr Betreuung, mehr Aufmerksamkeit, weniger Zeitstunden) wechseln "musste". Damit ist schon ein Grundstein für erhöhte Betreuungsbedürftigkeit dokumentiert.

Sofern Deine Ex nicht regelmäßigen, also gewerbsmäßigen, Handel betreibt, wird ihr aus "gelegentlichen Privatverkäufen von Gebrauchtgegenständen" wohl niemand einen unterhaltsrelevanten Strick draus drehen.

LG LBM
Gespeichert

‎"Mut bedeutet nicht, keine Angst zu haben, sondern es ist die Entscheidung,
dass etwas anderes wichtiger ist als die Angst."
Kruemelmonster
Nicht wegzudenken
****
Geschlecht: Männlich
Beiträge: 306



« Antwort #36 am: 12. September 2014, 15:19:08 »

Moin LBM,

Mein Sohn geht seit diesem Monat in einen Integrativen Kindergarten (6,5h/Tag)

Das mit der reduzierten Stundenzahl war im "Normal Kindergarten" Jetzt im I-Kindergarten ist die Betreuungssituation mit 6.5 Std. doch ziemlich gut. Von daher ist der Betreuungsbedarf durch die Mutter doch nicht wirklich erhöht.

meint dat Krümelmonster
(der seine behinderte Tochter auch ohne Betreuungsunterhalt groß bekommen hat)

*Ironie ON*
Ach ja, ich hab vergessen: Frauen brauchen ja eh kein Betreuungsunterhalt zahlen
*Ironie OFF*
Gespeichert

Alle sagten: " Das kann nicht funktionieren"
Dann kam einer, der das nicht wusste und hat es einfach gemacht
Susi64
Spezialgruppe
*****
Geschlecht: Weiblich
Beiträge: 4.078


« Antwort #37 am: 12. September 2014, 15:30:10 »

Hallo,

6,5 h Betreuung bedeutet eine mögliche tägliche Arbeitszeit von ?? , maximal 6 Stunden, da KM auch nicht gebeamt wird. Je nach Situation können es auch 5,5 h oder nur 5 Stunden sein (5x5 = 25, 5x5,5 = 27,5, 5x6=30 Stunden pro Woche). Dadurch wird sich kein besonders hohes Einkommen realisieren lassen. Da der Integrationskiga aber notwendig ist, ergibt sich daraus, dass die KM mehr betreuen muss.

Wie lange das wieviel BU bedeutet ist Verhandlungssache, eine Beteiligung des KV bis Schuleintritt und dann abgesenkt noch für eine gewisse Zeit halte ich nicht für unbillig, aber sicher sollte die Summe in Relation zu beider Einkommen und den Betreuungsmöglichkeiten stehen.

VG Susi
Gespeichert
Biggi62
Nicht wegzudenken
****
Geschlecht: Weiblich
Beiträge: 934


« Antwort #38 am: 12. September 2014, 19:49:17 »

Was einzelne User in ihrem Leben erlebt haben und was nicht, weißt Du nicht.

Merci United.

Ich wünsche NIEMANDEN, das durch zu machen, was meine DEF und Ich in dieser Zeit durchgemacht haben!! Auch nicht Dir - liebe Biggi!

Zu spät, Kaminsky!

Wir haben das auch hinter uns. Unser Sohn wurde in der 28. SSW per Not-Sectio entbunden, war 3 Monate auf der Intensivstation und zeigt bis heute zeigt dieselbe "Symptomatik" wie eurer. Auch unsere Ehe ist an der Überlastung, die solch eine Situation zwangsläufig in eine Familie trägt, am Ende zerbrochen ...

Der einzige Unterschied ist, dass unser Sohn schon acht Jahre alt und in der 3. Klasse ist.
Er trägt Kleidergröße 122 und wiegt keine 20 kg.
Er ist entwicklungsverzögert und hat den Reifezustand eines Kindes, das 1-2 Jahre jünger ist.

Solange er sämtliche Entwicklungsschritte in der selben Reihenfolge wie andere Kinder absolviert, stehen mein geschiedener Mann und ich wie eine Mauer auf der Position: "Kinder wachsen nicht schneller, wenn man sie auf die Streckbank legt."

Unser Junge hat im Kindergarten als 5-Jähriger am liebsten mit 3-4-Jährigen gespielt.
Die Erzieherinnen haben das toleriert, weil wir sehr offen mit seinem Rückstand und den Umständen seiner Geburt umgegangen sind.
Er ist vier Jahre lang sehr gern in den Kindergarten gegangen und wird voraussichtlich die 3. Klasse wiederholen.

Dann kommt er endlich wieder in die Alterskohorte, die seiner körperlichen, kognitiven und emotionalen Entwicklung angemessen ist. 

Worauf wir beide - KV und ich - wie gereizte Hornissen reagieren, ist wenn Erwachsene versuchen, unserem Kind "Defizite" einzureden.

Wir lassen den Kleinen wachsen und wehren institutionelle Entwertung (was quasi ein Synonym für Schule ist) sehr konsequent ab.

Unser Sohn geht immer noch sehr gern zur Schule - weil keine Lehrerin riskieren möchte, meinem geschiedenen Mann oder mir Rede und Antwort stehen zu müssen, falls er irgendwann weinend aus dem Unterricht heim käme (egal ob heim zu Papa oder heim zu Mama) oder morgens freundlos zur Schule ginge oder gar wegen "Bauchweh" zu Hause bleiben müsste. Wir wohnen jeweils einen Kilometer von der Grundschule bzw. früher von der KiTa entfernt und der Kleine weiß seit der 1. Klasse, wann er den Berg hinauf und wann er den Berg hinab stiefeln muss, um nach Hause zu kommen. Er hat eben zwei Zuhause.

Ja, unser Kind hat einen deutlich erhöhten Betreuungsbedarf. Mehr als andere achtjährige Kinder. Aber nicht mehr als andere Sechsjährige. Ohne seinen Vater könnte ich das nicht leisten. Wir praktizieren ein Wechselmodell seit der Geburt - weil es nur in "Wechselschicht" möglich war, ein solches Kind angemessen zu versorgen, ohne selbst vor die Hunde zu gehen. Kein Mensch kann über Monate alle drei Stunden einen Säugling mit der Flasche füttern und zwischendurch nie länger als max. 2¼ Stunden schlafen.

Also habe ich die Nächte von So auf Mo, von Mo auf Di, von Mi auf Do und von Do auf Fr "durchgemacht", während mein Mann geschlafen hat. Mein Ehemann hat in den Nächten von Di auf Mi, von Fr auf Sa und von Sa auf So unseren Sohn versorgt, während ich durchgeschlafen habe. Tagsüber war ich mo-fr mit dem Kleinen allein. Am Wochenende hatten wir abwechselnd je einen freien Tag. Entweder Sa oder So - immer abwechselnd. Anfangs haben wir auch unsere freien Tage am WE halb verschlafen. War für das Kind OK. Für uns als Ehe- und Liebespaar quasi eine Kontaktsperre. Wenn ich wach war, war mein Mann im Büro oder hat geschlafen. Wenn er wach und zuhause war, habe ich geschlafen. Mit dem Winzling im Tragetuch haben wir zwischendurch den Haushalt und die 11 Jahre ältere Halbschwester versorgt.

So ne Aussage kann nur jemand machen, der solch eine Situation nicht erlebt hat!
Nein, ganz im Gegenteil.

Hätte mein geschiedener Mann sich nicht so intensiv in die Betreuung eingebracht, hätte der Winzling vielleicht nicht überlebt. Ich wär mit zwei Kindern ohne die Hilfe meines Ehemannes auf jeden Fall reif für die Klappsmühle gewesen - was dem Kindeswohl kaum entsprochen hätte.

Vor dem Hintergrund meiner eigenen Erfahrungen hat mich die Selbstverständlichkeit, mit der du ein WM als nicht kompatibel zu deinem Job - aber finanziell doch ganz interessant - zur Diskussion gestellt hast, so dermaßen auf die Palme gebracht.

Mein geschiedener Mann hat sein Gleitzeitkonto in den ersten beiden Jahren in den tiefroten Bereich gefahren. Er hat sich krank gemeldet und seinen Urlaub komplett aufgebraucht. Irgendwann hat er es nicht länger ertragen mit mir wie zwei Ochsen im Geschirr neben ein einander her zu trotten - ständig übermüdet, ohne echte Freizeit, ohne eheliche Lebensgemeinschaft im eigentlichen Sinne. Als unser Sohn drei Jahre alt und seit einem halben Jahr im Kindergarten war, ist er ausgezogen - mit allen Symptomen eines Burnouts. Dieselben Symptome hatte ich auch. Ich bin dann mit unserem Sohn in eine Fachklinik gefahren und er hat meine Tochter aus erster Ehe betreut.

Trotzdem konnten wir als Ehe- und Liebespaar nicht mehr zueinander finden. Wenn ich den (Stief-)Vater meiner Kinder selbst nur noch als "Papa" wahrnehme - und er mich nur noch als "Mama", dann ist eine Ehe kaum noch wiederherzustellen.

Ohne WM wäre meine Rückkehr ins Berufsleben deutlich schwieriger geworden, als sie so schon war. Ohne WM wäre ich bis heute aus dem Niedriglohnsektor für Teilzeit- und/oder geringfügig beschäftigte Mütter nicht herausgekommen. Ich bin meinem geschiedenen Mann sehr dankbar, dass er mir durch seine konsequente und verlässliche Teilung der Betreuung unseres Jüngsten den Rückweg in eine "normale" Beschäftigung mit einem normalen Gehalt ermöglicht hat.

Dafür liebe ich den Vater meines Sohnes bis heute - auch wenn er längst mit einer anderen Frau verheiratet ist und ich mir unter keinen Umständen vorstellen kann, mit ihm je wieder eine Bettdecke zu teilen oder Körperflüssigkeiten auszutauschen. Väter, die in einer solchen Situation ihren Job wichtiger als ihr Kind nehmen, kann ich tolerieren, solange ihre Ehefrauen das auch können und solange sie die finanzielle Last der Familie allein oder überwiegend tragen. Da mische ich mich nicht ein. Das muss jede Familie für sich entscheiden.

Ich kenne genug Familien, wo die Ehe die Belastung durch ein frühgeborenes und/oder behindertes Kind nicht überlebt hat. Das ist leider eher die Regel als die Ausnahme.   

Männer, die ihren Job wichtiger als ihr Kind nehmen, die keinesfalls die Hälfte der Verantwortung für die Betreuung eines Kindes mit besonderen Bedürfnissen schultern und dann auch noch die finanzielle Last nach einer Trennung abwerfen wollen - solche Männer sind für mich ein "Rotes Tuch".  mad

Nichts für ungut!

Mitfühlende und solidarische Grüße
Biggi
Gespeichert

Es ist nicht genug, zu wissen, man muß auch anwenden;
es ist nicht genug zu wollen, man muß auch tun.
(J. W. von Goethe)
Lausebackesmama
aka LBM
Globaler Moderator
******
Geschlecht: Weiblich
Beiträge: 10.382


Ein Leben lang!


« Antwort #39 am: 12. September 2014, 20:01:03 »

Danke Biggi!  thumbup
Gespeichert

‎"Mut bedeutet nicht, keine Angst zu haben, sondern es ist die Entscheidung,
dass etwas anderes wichtiger ist als die Angst."
Hexesyl
Nicht wegzudenken
****
Geschlecht: Weiblich
Beiträge: 462



« Antwort #40 am: 12. September 2014, 22:14:07 »

Auch von mir  thumbup  an Biggi.

In einigen Punkten sprichst du mir aus der Seele, auch wenn bei mir andere Dinge noch mit reingespielt haben.
Gespeichert

A life lived in fear is a life half lived
Biggi62
Nicht wegzudenken
****
Geschlecht: Weiblich
Beiträge: 934


« Antwort #41 am: 13. September 2014, 08:58:52 »

Guten Morgen, Krümelmonster!
Frauen brauchen ja eh kein Betreuungsunterhalt zahlen
Niemand zahlt nachehelichen Unterhalt, wenn er/sie nachweisen kann, nicht leistungsfähig zu sein.Dass der eine oder andere Schreiber in diesem Forum mit ungeeigneten Mitteln und/oder unfähigen Anwälten zu Unterhaltszahlungen herangezogen wurde, die sie nur als HartzIV-Aufstocker stemmen können, ist dazu kein Widerspruch.

Zeitliche Befristung, und geringer werdende Unterhaltshöhe wären da wichtig...

Zeitliche Befristung nach §1578b (Herabsetzung und zeitliche Begrenzung des Unterhalts wegen Unbilligkeit) und ein Anspruch auf Unterhalt nach §1570 BGB (Unterhalt wegen Betreuung eines Kindes) schließen einander laut BGH grundsätzlich aus.

In der Realität wird "unbefristet" gern mit "lebenslänglich" verwechselt.
"Unbefristet" heißt konkret, solange sich nichts Wesentliches ändert.

Wesentlich kann für eine Abänderung des Unterhalts der Höhe nach ein höheres Einkommen des UH-Berechtigten oder dem Grunde nach eine Änderung der Betreuungssituation und des Betreuungsbedarfs des Kindes bzw. der Kinder sein.

Auch gesunde 7-Jährige benötigen eine 7/24 Betreuung durch verantwortungsbewusste Erwachsene.
Allerdings reicht (im Gegensatz zur Betreuung von Kleinkindern) eine Ansprechbarkeit in Rufweite, wenn das Kind sich ohne unmittelbare Aufsicht im Freien bewegt. Den Weg zur Schule und Spiele im Freien mit anderen Kindern können gesunde Kinder unter normalen Verhältnissen in fußläufiger Umgebung ohne ständige Aufsicht bewältigen. Kindergartenkinder können das noch nicht - entwicklungsverzögerte Kinder können das eben entsprechend später.

Gesunde 12-Jährige kann man auch mal ein paar Stunden ganz ohne Aufsicht lassen.
Da reicht ein Hausschlüssel und ein Telefon, damit die Kinder gut für sich sorgen und ggf. erwachsene Unterstützung rufen können.

Bei gesunden 17-Jährigen tendiert der Betreuungsaufwand i.d.R. gegen Null.
Bei Volljährigen, die nicht wegen gravierender gesundheitlicher Einschränkungen unter gesetzliche Betreuung gestellt werden müssen, liegt kein Betreuungsbedarf mehr vor.

Genau diese Tatsachen spiegeln sich auch in der Elternhaftung (Versicherungsrecht), im Angebot öffentlicher Kinderbetreuung und im Unterhaltsrecht wider. Kinder unter 7 darf man nicht nicht betreuen. Berufstätige Eltern müssen Menschen finden (und ggf. auch bezahlen) die während der Arbeitszeiten die Betreuung übernehmen.

Dass Ehemänner in einer traditionell arbeitsteiligen Familie die Betreuung des eigenen Nachwuchses  i.d.R. als Benefit ohne Extra-Kosten im Gesamtpaket "Ehefrau ohne Außer-Haus-Beschäftigung" mitnehmen, verschleiert bei vielen die Männern die Wahrnehmung für die Rund-um-die-Uhr-Verantwortung, die man für lebendgeborene Kinder in den ersten Lebensjahren unausweichlich aufbringen muss. 

(der seine behinderte Tochter auch ohne Betreuungsunterhalt groß bekommen hat)

Herzlichen Glückwunsch dazu. Ich habe mit Freude gelesen, wie prächtig die jungen Dame sich in deiner Obhut entwickelt hat.

Damit es zu dieser erfreulichen Entwicklung deiner Tochter kommen konnte, gab es grundsätzlich 3 Möglichkeiten:

- Ein Elternteil kümmert sich um das Mädchen
- Eine vertraute Person aus dem Verwandten- oder Freundeskreis kümmert sich um das Mädchen
- Bezahlte Kräfte kümmern sich um das Mädchen

Die Alternative:

- Niemand kümmert sich um das Mädchen
kommt bei Kindern mit besonderen Bedürfnissen erst sehr viel später mit auf die Auswahlliste zur Gestaltung des Tagesablaufs.

Was mir als Mutter eines frühgeborenen Kindes aufgefallen ist, ist die Tatsache, dass gerade für Kinder mit einer festgestellten Behinderung zahlreiche Unterstützungs-, Therapie-  und Betreuungsmöglichkeiten unentgeltlich und proaktiv seitens der Behörden und Krankenkassen angeboten werden, von denen Eltern gesunder Kinder in vielen Bundesländern nur träumen können.

Wir haben uns sehr bewusst gegen den Weg "Antrag auf Schwerbehinderung" - "integrative Kindertageseinrichtung" - "Förderschule" oder "Inklusive Schule mit Integrationshilfe" entschieden und einfach in den entsprechenden Institutionen um Zeit und Geduld für unseren Winzling geworben. Mit seinen "technischen Daten" bezüglich seiner körperlichen, kognitiven und emotionalen Entwicklung in Relation zu seiner Geburtsurkunde wäre das vermutlich ein Selbstgänger geworden.

Zugleich wäre es ein Stigma gewesen, das der Junge nie wieder los geworden wäre. Wir denken, dass es nach dem 20. Geburtstag keinen mehr interessieren wird, ob der Mann als kleines Kind mit 12 oder mit 20 Monaten laufen gelernt hat, ob er in der 1. oder in der 2. Klasse lesen und schreiben gelernt hat, ob er das Kleine 1x1 mit schon mit 7 oder erst mit 10 konnte.

Der Junge ist nicht schwerhörig, braucht keine Brille und spricht in ganzen,verständlichen Sätzen. Er geht regelmäßig zu den U-Untersuchungen und hat seit seiner Geburt noch nie den Normalbereich der Wachstumskurve erreicht - aber er entwickelt sich mit einem gewissen zeitlichen Abstand in derselben Reihenfolge wie andere Kinder. Im Gegensatz zu seiner reifegeborenen Schwester wird er vermutlich nicht ohne Wiederholungen die Schullaufbahn abschließen und möglicherweise auch nicht studieren.

Ob er einmal studieren wird, kann man jetzt aber noch nicht wissen.  Das Kind ist erst 8 Jahre alt.

Und genau diese unumstößliche Tatsache, dass kein Mensch wissen wirklich kann, wie sich das eine oder andere Kind künftig entwickeln wird, war der Grund für die Abschaffung der starren Altersphasen-Regelung im Unterhaltsrecht und für die generelle Vorgabe der Einzelfallprüfung.

Lieber Kaminsky,

ich weiß nicht wie die Verhältnisse in felix bavaria an Kindergärten und Grundschulen sind.

Hier in NRW gibt es den Rechtsanspruch auf Inklusion und Teilhabe. Das bedeutet, wenn die Grundschullehrerin unseres Sohnes ein Kind zu klein, zu langsam und zu unkonzentriert findet, darf sie es nicht auf eine Förderschule schicken, sondern muss die Hinzuziehung eines Integrationshelfers beantragen.

Eine Kindergartengruppe mit 28 Kindern habe ich weder selbst als Kind erlebt (und wir waren viele, sehr viele Kinder) noch war eins meiner Kinder in einer so großen KiTa-Gruppe. Der Betreuungsschlüssel in eurem "Regelkindergarten" wäre für mich auch ein Grund gewesen, das Kind "wo auch immer aber nicht dort" betreuen zu lassen. Trotzdem rate ich deiner Noch-Ehefrau und dir, gut abzuwägen, was die Vor- und Nachteile einer integrativen Betreuung sind. In integrativen Kindergärten sind ja qua Definition sowohl gesunde, normal entwicklete Kinder als auch Kinder mit gesundheitlichen Einschränkungen oder Verhaltensauffälligkeiten angemeldet.

Ich kenne mehr als eine Mutter, die nach einer Trennung geringe gesundheitliche Beschwerden zu schwerwiegenden Einschränkungen umgedeutet und so eine Verlängerung von Betreuungsunterhalt bis über den 18. Geburtstag hinaus angestrebt haben. Der 7 Jahre ältere Halbbruder väterlicherseits meiner erwachsenen Tochter (19) war so ein RV-Kind. RV heißt in unserem interen Familien-Sprachgebrauch: Seine Mutter hat seine Schwerhörigkeit als Vorwand für erhöhten Betreuungsbedarf genommen und den Jungen quasi als Renten-Versicherung genutzt.

Dabei war der Junge länger und zuverlässiger in Ganztagseinrichtungen als gesunde Kinder. Er wurde von seinem 3. bis 17. Lebensjahr mo-fr um 7:30 Uhr an der Haustür abgeholt und um 17:30 dort vom Fahrdienst für behinderte Kinder wieder abgesetzt. Im Zentrum für schwerhörige und gehörlose Kinder wurde er optimal gefördert und hat mit 17 Jahren seinen Hauptschulabschluss gemacht. Dennoch wollte die Mutter ihn nach seinem 18. Geburtstag vom Vormundschaftsgericht unter Betreuung stellen lassen, damit sie weiterhin unterhaltsberechtigt gegenüber dem Vater blieb. Im Umfeld meines mittlerweile erwachsenen Ziehsohnes war dieses Vorgehen kein Einzelfall. Der Vater hat sich dem Antrag der Mutter vor Gericht widersetzt und den jungen Erwachsenen ab Volljährigkeit in seinen Haushalt aufgenommen. Der junge Mann darf wählen, hat eine Ausbildung zum Lageristen gemacht und lebt mittlerweile mit seiner Verlobten zusammen in einer eigenen Wohnung. Das war nur möglich, weil der Vater sich den Bestrebungen der Mutter, den Sohn so hilfsbedürftig wie möglich zu halten, von frühester Kindheit an wirksam und konsequent widersetzt hat. Auch und gerade während der Umgangszeiten, aber auch später am Vormundschaftgericht. Das war kein leichter Weg, aber aus Sicht des jungen Mannes ein lohnender.

Mein geschiedener Mann sind uns zum Glück einig in der Wahrnehmung unseres Sohnes und in unserem Bestreben, ihn ohne das Stigma "Behinderung" optimal zu fördern. Unsere übereinstimmende Wahrnehmung speist sich auch daraus, dass wir von Anfang an annähernd gleich viel Zeit mit ihm verbracht haben. Falls du diese Einigkeit mit der Mutter eures Sohnes nicht herstellen kannst und sie jetzt schon mit eurem Sohn Richtung "Behinderung" unterwegs ist - dann mach dich auf eine lange, anstrengende Auseinandersetzung gefasst. Dieser Weg ist unterhaltsrechtlich für UET teuer und entwicklungspsychologisch oftmals wenig hilfreich für ein Kind mit besonderen Bedürfnissen. 

Die Weichen für euren Sohn werden jetzt gestellt. Ich wünsche euch, dass ihr drei einen Weg findet, der dem Jungen so wenig wie möglich schadet. Als RV-Kind lebenslang die Rente der Mutter zu sichern, ist für kein Kind ein wünschenswertes Schicksal. Bitte sei achtsam und bleib trotz Trennung so nah wie möglich dran an dem Kleinen.

Die besten Wünsche von
Biggi     
Gespeichert

Es ist nicht genug, zu wissen, man muß auch anwenden;
es ist nicht genug zu wollen, man muß auch tun.
(J. W. von Goethe)
oldie
(Fast) Eigentumsrecht
******
Geschlecht: Männlich
Beiträge: 6.779


Bonnie 2


« Antwort #42 am: 13. September 2014, 18:29:26 »

Moin

Niemand zahlt nachehelichen Unterhalt, wenn er/sie nachweisen kann, nicht leistungsfähig zu sein.Dass der eine oder andere Schreiber in diesem Forum mit ungeeigneten Mitteln und/oder unfähigen Anwälten zu Unterhaltszahlungen herangezogen wurde, die sie nur als HartzIV-Aufstocker stemmen können, ist dazu kein Widerspruch.
Das ist Heuchlerei. Vielleicht lieb gemeint, aber unwahr. Es gibt viele UH-Leistende, die nur mit H4-Zugabe den ausgeurteilten UH leisten können, abseits der persönlichen Bedürftigkeit. Das als widerspruchsfrei zu sehen ist ignorant.

In der Realität wird "unbefristet" gern mit "lebenslänglich" verwechselt.
Wenn damit 5 oder 10 Jahre gemeint sind, man selber ist 40-50J alt, dann kommt es doch auf Lebensplanung bezogen dem ziemlich nah. Anschließend ist man 45-60J alt, manch einer steht in oder kurz vor der Rente. Und manchmal dauert es auch länger, bis man den UH los ist.

Auch gesunde 7-Jährige benötigen eine 7/24 Betreuung durch verantwortungsbewusste Erwachsene.
Jetzt höre ich auf (Deinen weiteren und mal wieder elend langen Beitrag zu kommentieren). Nach Deinen Worten müsste ich wahrscheinlich sehr früh verunfallt oder verstorben sein. Möchtest Du gerne weiter diskutieren, verschiebe ich gerne diesen und den darüber stehenden Beitrag ins Cafe - wo er m.E. hingehört.

Frau, krieg Dich mal wieder ein. Du hast schon deutlich besser geschrieben.

Gruss oldie
« Letzte Änderung: 13. September 2014, 20:47:31 von oldie » Gespeichert

Wenige sind das, was sie vorgeben zu sein.
Und wenn ich es mir recht überlege - niemand.
Kaminsky
Zeigt sich öfters
**
Geschlecht: Männlich
Beiträge: 54


« Antwort #43 am: 16. September 2014, 16:08:34 »

Ohje, so eine Diskussion wollte ich ja gar ned damit auslösen!!

@Biggi, du schreibst, du bist deinem Ex-Mann dankbar, dass du wieder einen Job ausführen kannst, mit den du scheinbar alles miteinander vereinbaren kannst!
Du hast soweit ich das verstanden habe, 3 Kinder. Meinen RESPEKT!! Aber du bist ja wieder ein Beispiel dafür, dass es geht! Und mein Sohn hat garantiert nicht diesen Betreuungsbedarf, wie es dein Sohn hat. Und wenn mein Sohn bei mir ist, dann muß ich (meiner Meinung nach) nicht mehr für ihn da sein, als es andere Väter für ihre "Normalgeborenen" tun müssen. Klar hängt er an mir wie eine Klette, is ja auch logisch oder? Und ja, er war in den kalten Monaten häufiger Krank (meist wegen Husten) aber sind andere Kinder nicht genau so häufig krank? Grad die ersten 2 Jahre im Kiga sollen doch besonders schlimm sein! Ich sehe meinen Sohn einfach nicht so! Wenn ich hier schreiben würde, was die Gegenpartei alles aufgezählt hat, weshalb ein höherer Betreuungsbedarf besteht, könnte man fast meinen, mein Sohn wäre behindert! Das Schreiben hat mich echt wütend gemacht. Und als ich im I-Kiga zum Unterschreiben war, hat meine DEF angegeben, dass er Hyperaktiv ist! Ich sagte der dortigen Chefin dann, dass ich das nicht so sehe und sie meinte, dass sie das schon herausfinden werden! Bin ja gespannt!

Unsere Ehe ist nicht wegen unseres Frühgeborenen Sohns gescheitert... Das wäre auch passiert, wenn wir ein Normalgeborens gehabt hätten. Es gab soviele andere Gründe, wieso es nimma gepasst hat. Allein schon bei der Einstellung zur Erziehung des Kindes gingen unsere Meinungen weit auseinander und tut es auch immer noch und führt auch heute noch zu Streit!! Anfangs hab ich ja alles mitgemacht... nur wenn einem die Großeltern und Freunde ansprechen, dass man seinen 2 Jährigen Sohn wie einen 5-6 Jährigen Soldaten behandelt und man das Kind doch Kind sein lassen muß, gingen bei mir irgendwann die Alarmglocken los.
Was ich denke und meine, hat noch nie gezählt und zählt auch immer noch nicht! Sie hat immer Recht und was SIE macht ist das Richtige!
Oh man, ich würd mir ja grad gern soviel von der Seele schreiben, aber es gehört hier einfach nicht her... daher lass ich es! Vielleicht würde mich dann aber der ein oder andere verstehen, wieso ich es "satt" habe, für meine DEF ständig zahlen zu müssen! Für meinen Sohn zahl ich gerne!!


Naja - zum eigentlichen Thema zurück. Ich bin ja am Überlegen, mir eine 2. Meinung von nem anderen Anwalt zu holen... Hab in manchen Dingen bedenken, was meinen Anwalt betrifft. Kann ihn ja jetzt schlecht beschreiben, aber ich weiß, dass er sich in Sachen Familienrecht nicht mehr so weiterbildet und nicht auf dem aktuellen Stand ist. Ob das jetzt von Nachteil vor Gericht ist, weiß ich nicht! Er hat auf alle Fälle sehr viel Erfahrung (Dank seines Alters) und hat den Ruf, immer Gerecht zu sein, doch es fehle ihm der "letzte Biss". Was auch immer das bedeutet?! Eine Beratungsgespräch bei nem anderen Anwalt kostet ca. 250€. Ist es das Wert? Im Endeffekt kann mir der doch auch nix anderes sagen, oder?

« Letzte Änderung: 16. September 2014, 16:19:56 von Kaminsky » Gespeichert
United
Spezialgruppe
*****
Geschlecht: Männlich
Beiträge: 3.162



« Antwort #44 am: 16. September 2014, 16:29:37 »

Moin Kaminsky,

Ist es das Wert? Im Endeffekt kann mir der doch auch nix anderes sagen, oder?
Du hast die Meinung Deines Anwalts, Du hast die Meinung von 20 Nutzern dieses Forums und ja, wenn Du einen weiteren Menschen (egal ob Anwalt oder nicht) fragst, kriegst Du noch eine Meinung ...
... ist es das wert: Nein.

Entscheidend ist, was vor Gericht passiert und gesagt wird.

Genauer gesagt: Nur die richterliche Meinung zählt.

Gruß
United
Gespeichert
Kaminsky
Zeigt sich öfters
**
Geschlecht: Männlich
Beiträge: 54


« Antwort #45 am: 16. September 2014, 16:33:03 »

Ok... Danke
ich hab ja ehrlichgesagt schon bissl bamml davor... Ich hab das Gefühl, dass am Scheidungstermin keine Einigung gefunden wird... bzw. dass es zum Streiten wird.
Die Emotionen kochen bei uns beiden immer sehr schnell hoch - ich muß mich wirklich zusammenreißen!
Gespeichert
oldie
(Fast) Eigentumsrecht
******
Geschlecht: Männlich
Beiträge: 6.779


Bonnie 2


« Antwort #46 am: 16. September 2014, 16:56:06 »

Moin

Dann ist es m.E. das beste, Du sammelst Dich, trainierst ein wenig Deine Nerven, und bist zum entsprechenden Zeitpunkt beherrscht und konzentriert - achtest auf das wirklich wesentliche. Ein Gericht will zuallererst eine Schlichtung des Zerwürfnisses behandeln, dann am liebsten einen Kompromiss unter den Parteien selbst. Wenn Du hier dann ruhig agierst und objektiv agrumentierst, hast Du i.d.R. die Hälfte gewonnen. Achte dabei auf Deinen RA, er kennt die Menschen am Gericht besser als Du.

LG oldie, und Kopf hoch.
Gespeichert

Wenige sind das, was sie vorgeben zu sein.
Und wenn ich es mir recht überlege - niemand.
Slycite
Gast
« Antwort #47 am: 16. September 2014, 17:09:23 »


Nur die richterliche Meinung zählt.


Moin United,

Entschuldigung. Dieser Ausspruch muss einfach korrigiert werden ...

Richter sind unabhängig in ihrer Entscheidungsfreiheit, doch sie sind dem Gesetz unterworfen.

Das schränkt ihre Meinungsfreiheit ganz erheblich ein.

Ich kenne einige Situationen, wo Richter zähneknirschend Entscheidungen verkünden müssen, die ihrer Meinung so überhaupt nicht entsprechen. Natürlich gibt es einen Entscheidungsspielraum. Doch dieser hat eine Unter- und Obergrenze. Außerhalb dieses Spielraumes liegt die Rechtsbeugung.

LG Thomas
Gespeichert
oldie
(Fast) Eigentumsrecht
******
Geschlecht: Männlich
Beiträge: 6.779


Bonnie 2


« Antwort #48 am: 16. September 2014, 17:33:24 »

Moin

..., doch sie sind dem Gesetz unterworfen.
Ja sicher. Vor allem in dem so eindeutigem und widerspruchsfreien Familienrecht (für mich leicht und fast schon antagonistisch von der Aussage her belegbare Stichworte wären Klassenfahrt, Zahnspange, Umgangskosten).

Meinungsfreiheit heisst auch nicht, sie können tun und lassen was sie wollen. Ein wenig Professionalität sollte man ebenso dem Stand der Richterschaft schon unterstellen. Ob man sie mag oder nicht - das hat damit nichts zu tun. Selbst eigene Erfahrung spielt nur in soweit eine Rolle, als diese in typischer Weise auf den Einzelfall gemünzt ist (i.d.R.)

Ich kenne einige Situationen, wo Richter zähneknirschend Entscheidungen verkünden müssen, die ihrer Meinung so überhaupt nicht entsprechen.
Der Fall Gustl Mollath lässt grüßen, und nicht nur der. Niemand behauptet, daß wir in einer perfekten Welt leben. Ganz sicher nicht.

Gruss oldie
Gespeichert

Wenige sind das, was sie vorgeben zu sein.
Und wenn ich es mir recht überlege - niemand.
United
Spezialgruppe
*****
Geschlecht: Männlich
Beiträge: 3.162



« Antwort #49 am: 16. September 2014, 17:48:38 »

Moin,

Ein Gericht will zuallererst eine Schlichtung des Zerwürfnisses behandeln, dann am liebsten einen Kompromiss unter den Parteien selbst.
So ist es.

Deshalb mach Dir im Vorwege Gedanken darüber, wie ein Kompromiß aussehen könnte, dem Du zustimmen würdest.

Zum Beispiel:
Noch 1 Jahr vollen Unterhalt (gemessen an den ehelichen Verhältnissen)
Bis Schuleintritt Ausgleich 3/4-Stelle zu Vollzeitgehalt
Ab Schuleintritt Ende (da Betreuung im Nachbarort gewährleistet)

@Thomas: Aus Vereinfachungsgründen habe ich "Billigkeitsermessen" = "Richterliche Meinung" gesetzt und nein, das müssen wir nicht ausdiskutieren.

Gruß
United
Gespeichert
Seiten: 1 [2] 3 4 ... 6   Nach oben
Drucken
vatersein.de - Forum  |  Themen  |  Unterhaltsrecht (Moderator: midnightwish)  |  Thema: Nachehelicher Unterhalt? Wie hoch? Wie lange?
 
Gehe zu:  

Powered by SMF 1.1.10 | SMF © 2006, Simple Machines LLC

Wer ist Online

www.pragmaMx.org
Alle Mitglieder: 15 018
Registriert Heute: 0
Registriert Gestern: 0
Mitglied(er) online: 0
Gäste Online: 33

Bitte registriere Dich hier. Als angemeldeter Benutzer nutzt Du den vollen Funktionsumfang dieser Seite.


Werbung

Der entsorgte Vater
Der entsorgte Vater auf DVD




www.vatersein.de
Die Artikel sind geistiges Eigentum des/der jeweiligen Autoren,
alles andere © 2002 - 2019 by Vater sein trotz Trennung/Scheidung - Das Portal für Trennungseltern
Diese Webseite basiert auf pragmaMx 0.1.10.
Die Inhalte dieser Seite sind als RSS/RDF-Quelle verfügbar.

Theme created by Khon Bangkok WebWebWeb team