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vatersein.de - Forum  |  Allgemein  |  Allgemein (Moderator: midnightwish)  |  Thema: Problem
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Autor Thema: Problem  (Gelesen 27030 mal)
brille007
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« Antwort #25 am: 30. Juni 2013, 20:48:06 »

Moin wedi,

das Wichtigste bei einer Kündigungsschutzklage ist die vergleichsweise kurze Frist von drei Wochen, innerhalb der eine solche beim zuständigen Arbeitsgericht eingereicht worden sein muss; ansonsten ist die Kündigung wirksam. Auch die aktuelle Erkrankung Deiner Frau verlängert da keine Fristen.

Also: Unbedingt diese Woche zum Fachanwalt für Arbeitsrecht.

Grüssles
Martin
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When a mosquito lands on your testicles you realize that there is always a way to solve problems without using violence.
sleepy
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« Antwort #26 am: 01. Juli 2013, 08:44:48 »

Hallo Wedi,

wenn der Arbeitgeber Deiner Frau der Arzt ist und die Frau den Arztes nicht üblicherweise für Personalangelegenheiten zuständig ist, hätte der Kündigung eine Vollmacht beiliegen müssen. Sofern diese fehlt solltet Ihr die Kündigung unverzüglich gemäß § 174 BGB zurückweisen. Unverzüglich heißt ohne schuldhaftes Zögern, i.d.R. geht man hier von 3 Tagen aus. Also solltet Ihr möglichst heute oder morgen zum Anwalt. Sofern der Anwalt die Zurückweisung für Deine Frau vornimmt muss auch dieser eine Vollmacht vorlegen!

lg
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« Antwort #27 am: 01. Juli 2013, 12:08:10 »

Moin!

Hiermit kündige ich das Arbeitsverhältnis fristgemäß zum 31.07.2013 aus betrieblichen
Gründen.

Eine "betriebsbedingte" Kündigung bietet Ansatzpunkte für Den RA Deiner Frau. Der AG müsste sie anhand von Zahlen belegen. Auch müsste er darlegen, ob die Sozialauswahl (Betriebszugehörigkeit, Alter, Unterhalstpflichtige etc) korrekt war.

Ich würde also auch mal schauen, ob die Stelle nicht wieder neu besetzt wurde oder der AG evtl. eine Stellenanazeige aufgeben hat.

In jedem Fall muss Deine Frau dem RA die Richtung vorgeben: Abfindung oder Wiedereinstellung.

Ich gehe mal davon aus, dass Deine Frau da nicht mehr arbeiten will. Also hängt es davon ab, was der RA in der Güteverhandlung dann an Abfindung rausholt. 

LG, BP
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« Antwort #28 am: 01. Juli 2013, 13:00:02 »

Hi und danke für die Antworten

Ich würde also auch mal schauen, ob die Stelle nicht wieder neu besetzt wurde oder der AG evtl. eine Stellenanzeige aufgeben hat.
Der AG hat schon vor drei Monaten eine Stellenanzeige aufgegeben, allerdings suchten die eine Auszubildende.
Zum 1.07. fängt die dort an zu arbeiten.(frag mich nur für wie lange, denn länger als 1 Jahr hat es in den letzten 10 Jahren dort keiner ausgehalten).

Am Freitag haben wir einen Termin beim Fachanwalt für Arbeitsrecht.


Gruss Wedi, der sehr gespannt ist.
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ginnie
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« Antwort #29 am: 01. Juli 2013, 20:18:26 »

Hi wedi,

auch mein Rat, schnell zum Anwalt, der höchstwahrscheinlich Kündigungsschutzklage einreichen wird.

Außerdem zum Arbeitsamt, falls noch nicht geschehen, da Leistungen erst ab Antragsdatum gewährt werden können. Auch bei derzeitiger Arbeitsunfähigkeit wichtig sich dort zu melden, die werden schon sagen, was sie an Formularen usw. erwarten. Wichtig für die Meldung beim Arbeitsamt ist es auch wegen der Krankenvesicherung, denn der Arbeitgeber wird deine Frau sicher abmelden. Es kann auch sein, dass dann bei weiterer bestehender Arbeitsunfähigkeit Krankengeld von der Krankenkasse gezahlt wird statt ALG. Also ein Anruf bei der Krankenkasse kann auch nichts schaden.

was der beste papa schreibt, dürfte auf den kleinen Betrieb nicht zutreffen, Arbeitgeber mit weniger als 10 (oder 15? weiß der Anwalt aber genau!) brauchen eine betriebsbedingte Kündigung nicht begründen.

Dann hat er Anwalt aber noch die Möglichkeit, die Wirksamkeit anzufechten weil die Frau evtl. nicht wirksam kündigen darf, und außerdem die ganzen fehlenden Arbeitsentgelte nachzufordern. Übrigens letzteres auch wichtig, weil sich darauf die Berechnung des ALG und auch Krankengeld begründet! Also falls es Bescheide gibt zur Höhe der Lohnersatzleistung, mit dem Anwalt absprechen inwiefern ein Widerspruch erfolgen muss weil falsch gerechnet wurde, da der Arbeitgeber falsche Entgelte mitgeteilt hat.

Zu guter Letzt, wenn ihr schon mal beim Anwalt seid: fehlen noch Zahlungen aus der Vergangenheit, diese nachfordern lassen. Dies wäre eine zusätzliche Beauftragung des Anwaltes weil es da nicht um Kündigung, sondern um fehlende Abrechnung geht.

Die Rechtsschutz muss bestimmt für beide Sachverhalte Deckung zusagen, das solltet ihr mit dem Anwalt besprechen, er wird es wissen!

na ja und die Abfindung sollte auch besprochen werden 

ligr ginnie
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« Antwort #30 am: 05. Juli 2013, 17:31:52 »

Hi

Heute waren wir beim Anwalt.

Eine kleine Kanzlei, mit einem Arbeitsrechtler in meinem Alter.
Er ist außerdem Diplom Wirtschaftsjurist(was auch immer das ist).
Mein erster Eindruck war sehr positiv.Er hat sich in die doch sehr komplizierte Geschichte gut eingedacht und konnte unsere doch sehr lange Version nachvollziehen.

Als erstes wird wie schon erwartet Kündigungsschutzklage eingereicht, mit Klage auf Wiedereinstellung.
Es wird wie auch schon gesagt wahrscheinlich auf einen Vergleich hinauslaufen, in dem eine Abfindung ausgehandelt wird.
Die Höhe der Lohnzahlungen konnten wir belegen.
Die Urlaubstage werden auch herangezogen und die Überstunden werden auch Verhandlungssache sein.

Alles weitere wird sich nach und nach zeigen.

Bewerbungen meiner Frau sind mittlerweile fertig und auch schon weg.(Dank Deep Thought)


Bin sehr gespannt, Gruß Wedi
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Inselreif
Gast
« Antwort #31 am: 05. Juli 2013, 17:43:35 »

Er ist außerdem Diplom Wirtschaftsjurist(was auch immer das ist).
Meine Ex hatte mal einen angehenden Vertreter dieser Spezies als Praktikanten. Der war unfähig einen Kopierer zu bedienen und eine Schwangerschaft im neunten Monat als solche zu erkennen.
Auf meine Frage, was man mit diesem Studium werden könne, meinte er "Manager".

Das nur OT. Als Zusatzquali für einen Anwalt ist der Abschluss sicherlich sinnvoll.

Gruss von der Insel
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AnnaSophie
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« Antwort #32 am: 05. Juli 2013, 20:01:51 »

@wedi

Diplom-Wirtschaftsjurist ist im Regefall ein Fachhochschulabsolvent...

Sophie
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« Antwort #33 am: 05. Juli 2013, 20:03:08 »

Gut zu wissen inselreif.

Außerdem zum Arbeitsamt, falls noch nicht geschehen, da Leistungen erst ab Antragsdatum gewährt werden können. Auch bei derzeitiger Arbeitsunfähigkeit wichtig sich dort zu melden, die werden schon sagen, was sie an Formularen usw. erwarten. Wichtig für die Meldung beim Arbeitsamt ist es auch wegen der Krankenvesicherung, denn der Arbeitgeber wird deine Frau sicher abmelden.
Da waren wir direkt nach Erhalt der Kündigung, das Aa sagte, das meine Frau dem Arbeitsmarkt nicht zur Verfügung stehen würde, da sie krank geschrieben sei.Daher könne sie sich auch nicht arbeitslos melden.
Der Anwalt sagte das selbe wie du.
Montag fahren wir dort nochmal hin und lassen uns die ''Arbeitslosmeldung'' schriftlich bestätigen.

Echt erfahrene Leute hier. thumbup danke und Gruß Wedi



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Susi64
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« Antwort #34 am: 05. Juli 2013, 22:03:55 »

Hallo Wedi,

gemäß dieser Webseite http://www.juraforum.de/forum/arbeitsrecht/arbeitslos-melden-wenn-krank-geschrieben-nicht-moeglich-319056 und auch anderer Antworten im Internet, ist es richtig, dass man sich während einer Krankschreibung nicht arbeitslos melden kann sondern erst wenn man wieder gesund ist.

Trotzdem sollte das Arbeitsamt (Jobcenter) eine erforderliche Meldung als arbeitssuchend registirert haben.

Alles Gute für Deine Frau
Susi
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ginnie
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« Antwort #35 am: 06. Juli 2013, 13:32:13 »

Hi

du kannst dich ja auch noch einmal im Internet auf den Seiten der Bundesagentur für Arbeit schlau machen. Die Meldung ist Pflicht, wenn die Kündigung vorliegt, vor allem wenn weniger als 3 Monate Kündigungsfrist eingehalten wurden. Insofern würde ich auf eine Registrierung der Meldung bestehen. Und da deiner Frau zum 31.07.13 gekündigt wurde, kann sie ja auch frühestens ab 01.08.13 ALG bekommen. Bis dahin bekommt sie ja sowieso keine Leistungen vom AA sondern Entgeltfortzahlung oder Krankengeld. Ist sie über den 31.07. hinaus arbeitsunfähig, muss man sehen, aber dann würde Krankengeld weiter gezahlt werden (Krankenkasse). Ist ja noch etwas Zeit bis dahin.

Der Anwalt sagte das selbe wie du.

OT: ich fühle mich geschmeichelt und kann dir versichern dass es nicht viele Anwälte gibt die dasselbe sagen wie ich ...   liegt aber daran dass die, mit denen ich beruflich zu tun habe, zumeist die Gegenseite vertreten  rofl2

ligr ginnie
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« Antwort #36 am: 30. Juli 2013, 17:46:36 »

Hi

Heute war der Gütetermin.

Der erste Streitpunkt war, das die Ärztin die Kündigung ausgesprochen hatte.
Wir konnten anhand der Unterschriften auf den Schecks und der elektronischen Lohnsteuernachweise aus 2012 beweisen, das der Arzt der Arbeitgeber war.
Trotz des Nachweises beharrte die Gegenseite darauf, das die Ärztin(laut Angabe 1.5 Mitarbeiter) der AG war.
Die Gegenseite behauptete, das es sich dabei um einen Fehler des Steuerbüros handelte.
Der Anwalt meiner Frau reichte dem Richter auch die Bescheinigungen von 2011, 2010 und 2009, auf denen auch der Arzt als AG ausgewiesen war.
Die Gegenseite war sichtlich in Erklärungsnot.
Erst recht, als unser Anwalt bezüglich der Anzahl der Arbeitnehmer sagte, das er das Finanzamt als Zeugen laden will.

Da nur der Anwalt der Gegenseite ohne seine Mandanten beim Termin war und er ''Anweisung'' hatte sich auf keinen Vergleich einzulassen, wurde ein Kammertermin festgelegt.

Der Richter fand das alles sehr kurios und meinte, das die Anwälte nach Rücksprache mit den Mandanten intensiv miteinander sprechen sollten.

Es ist also noch alles offen.

Gruss Wedi

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Bester Papa
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« Antwort #37 am: 30. Juli 2013, 18:06:13 »

Hi!

Da nur der Anwalt der Gegenseite ohne seine Mandanten beim Termin war und er ''Anweisung'' hatte sich auf keinen Vergleich einzulassen, wurde ein Kammertermin festgelegt.

Der Richter fand das alles sehr kurios und meinte, das die Anwälte nach Rücksprache mit den Mandanten intensiv miteinander sprechen sollten.

Der Richter will offenbar beide Parteien zu einer gütlichen Einigung bewegen, was in einer Güteverhandlung eigentlich auch seine Aufgabe ist. Nun heißt es abwarten, ob der AG bis zum Gerichtstermin mit einem Abfindungsangebot ankommt. Kommt es zum Gerichtstermin und die Kündigung wird aufgehoben, müsste Deine Frau im schlimmsten Fall da wieder auflaufen, was ja wohl keine Seite will.

Hier heißt es nun pokern und dem AG klar machen, dass man dort weiter arbeiten möchte. Und dann wird man sehen, was es dem AG wert ist, dass Deine Frau in Zukunft zu Hause bleibt.

LG
BP
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« Antwort #38 am: 30. Juli 2013, 19:44:24 »

Hi

Hier heißt es nun pokern und dem AG klar machen, dass man dort weiter arbeiten möchte. Und dann wird man sehen, was es dem AG wert ist, dass Deine Frau in Zukunft zu Hause bleibt.
Ja, pokern, aber eher auf dem Gebiet was die Gegenseite davon hält, wenn das Finanzamt dort als Zeuge aufläuft und die ganzen Schmuh-Geschichten mitbekommt.

Es gibt 2 Praxen mit je ca.12 Angestellten, die alle von dem Arzt(Chef) eingestellt und bezahlt werden.Die Ärztin (Inhaberin einer eigenen Praxis)hat nur eine Haushälterin und eine Halbtagskraft angemeldet.Die Vorgehensweise ist seit Jahren dieselbe, passt Ihm oder Ihr ein Gesicht nicht mehr, werden sie gekündigt.Da es dort eh keiner länger wie ein Jahr aushält, lohnt ein Prozess nicht.In den Fällen, wo eine Abfindung gezahlt werden könnte, wird der AN auf die Ärztin geschoben, da sie weit unter 10 Angestellten beschäftigt hat und aus betrieblichen Gründen  auch während einer Krankheit problemlos kündigen kann.

Hinzukommt, das die Praxis des Arztes sehr gut läuft und er die AN als Steuer-reduzierendes-Objekt sieht.Die Praxis der Ärztin läuft so la-la und je nachdem, wie viel Steuern anfallen, wird der ein oder andere AN auf den anderen geschoben.

Das hat sogar der gegnerische Anwalt nun erkannt.

Gruß Wedi
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« Antwort #39 am: 30. Juli 2013, 22:14:49 »

Bist Du sicher, dass Deine Frau einen guten RA hat?
Wenn der jetzt anfängt, dem AG mit dem Finamt zu drohen oder mit Dreck zu schmeissen, kommt das Gericht ganz schnell zu dem Schluss, dass das Verhältnis zwischen AG und AN so zerrüttet ist, dass eine Wiedereinstellung ja gar nicht mehr in Frage kommt. Was dann auch auf die Abfindung einen Einfluss hätte.

So was macht man ggf unter 4 Augen.

Es hätte ausgereicht, die AN alle im Schreiben zu erwähnen oder ein paar AN als Zeugen zu benennen.

Wenn Deine Frau Glück hat, ist der andere RA eine Pfeife und der AG ist so eingeschüchtert, dass er gleich mit ner Abfindung rüber kommt. Im schlimmsten Fall gibts wegen möglicher Drohungen nachträglich noch ne fristlose Kündigung.

Dann verkompliziert sich alles...
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« Antwort #40 am: 31. Juli 2013, 08:22:34 »

Hi BP

Wenn der jetzt anfängt, dem AG mit dem Finamt zu drohen oder mit Dreck zu schmeissen, kommt das Gericht ganz schnell zu dem Schluss, dass das Verhältnis zwischen AG und AN so zerrüttet ist, dass eine Wiedereinstellung ja gar nicht mehr in Frage kommt. Was dann auch auf die Abfindung einen Einfluss hätte.
Im Termin hat die Gegenseite direkt gesagt, das eine Wiedereinstellung nicht in Frage kommt und eine Abfindung wird nicht gezahlt.
Da aber durch die schleierhafte AN-Anzahl(weniger als 10) die betriebsbedingte Kündigung durchaus möglich ist, mussten wir beweisen, das die AN-Zahl größer als 10 ist.

Meine Frau hatte eine Liste aller AN zusammengestellt, die stehen auch teilweise im Internet.Die Gegenseite schiebt aber die AN hin und her, so dass sie nur auf 8 AN kommen, je nach dem, wer gerade der Arbeitgeber ist. c

Um diese Schiebereien aufzuklären, hat der Anwalt meiner Frau das Finanzamt mit ins Boot geholt.

Gedroht worden ist natürlich nicht.

Gruss Wedi

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« Antwort #41 am: 31. Juli 2013, 12:37:25 »

Hi

Heute kam die ordentliche Kündigung aus betrieblichen Gründen zum 31.08.2013 von dem Arzt.
Er überbrachte diese persönlich und meinte, das dieses Geplänkel mit Gericht und Anwälten nicht sein müsse.

Meine Frau sagte dazu nichts und machte die Tür zu.

Muss nun eigentlich erneut Klage eingereicht werden?


Gruss Wedi
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« Antwort #42 am: 31. Juli 2013, 13:17:09 »

Hi Wedi,

wenn ihr auch wegen der anderen Kündigung den Arzt verklagt habt, kann die Klage einfach erweitert werden. Achtet auf die 3-Wochen-Frist!

Gehts Deiner Frau eigentlich gesundheitlich besser?

lg
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« Antwort #43 am: 31. Juli 2013, 13:31:28 »

Hi

Gehts Deiner Frau eigentlich gesundheitlich besser?
Nein, und da taucht schon jetzt das nächste Problem auf.
Meine Frau ist immer noch krankgeschrieben und sie hat heute bei der KV angerufen und nachgefragt wie sie weiter verfahren soll, da ab dem 26.07 die Lohnfortzahlung der KV anläuft.
Das Problem ist die Nettozahlungen stimmen nicht mit den Bruttozahlungen überein.Das genaue Brutto ist uns wie schon geschrieben nicht bekannt.Die Mitarbeiterin der KV sagte aber, das das Netto nicht mit den geleisteten KV-Beiträgen übereinstimmt.
Sie will nun die Gerichtsakten haben.
Meine Frau hat nun Angst, das überhaupt nichts gezahlt wird, wegen Betrug oder ähnlichem.

Das gleiche Problem wird es mit der Arbeitslosenversicherung geben.

Gruß Wedi, der i.M. auch damit überfordert ist.
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« Antwort #44 am: 31. Juli 2013, 13:48:28 »

Hi,

das kann ich verstehen, ich wär damit wohl auch überfordert.  Auch wenn Ihr die Baustelle nicht auch noch gebrauchen könnt, aber vielleicht sollte man den Arzt wegen Betruges anzeigen, wenn die entsprechenden Erkenntnisse dafür vorliegen (das könnte z.B. auch die KK machen).

Kopf hoch!

lg
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« Antwort #45 am: 31. Juli 2013, 14:30:17 »

Moin!

Muss nun eigentlich erneut Klage eingereicht werden?

Ja.

Damit hat der AG ja zugegeben, dass dass die Praxis tatsächlich mehr als 10 Beschäftigte hat. Dann fällt Deine Frau unter das Kündigungsschutzgesetz und es sind einige Voraussetzungen erforderlich, um eine betriebsbedingte Kündigung tatsächlich aussprechen zu dürfen (betriebliche Erfordernisse, Sozialauswahl etc).

Der RA muss nun nachweisen, dass es diese betrieblichen Erfordernisse nicht gibt und auch die Sozialauswahl nicht berücksichtigt wurde.

Am leichtesten geht das immer bei der Sozialauswahl. Es gibt doch sicher jüngere AN in der Praxis oder, denen man hätte kündigen können? Wenn ihr den AG dort packen könnt und ihm das so deutlich macht, dann muss er damit rechnen, dass er den Prozess, der vielleicht in 2-3 Monaten stattfindet, verliert. Dann  trägt er ein finanzielles Risiko, denn bei einer Niederlage müsste er den Lohn rückwirkend auszahlen.  

Dies könnte dazu führen, dass er vorzeitig ein Abfindungsangebot unterbreitet. Hinzu kommt, dass er evtl. nicht gewillt ist, dass Deine Frau dort wieder sitzt, weil sie dann nur Probleme macht, nur krank geschrieben ist etc..

Andererseits: Wenn der AG die Kündigung zurück nimmt oder Deine Frau den Prozess gewinnt und wieder eingestellt werden muss, wird es für Deine Frau sicher auch kein Zuckerschlecken, dort wieder zu sitzen, angefangen von Psychoterror, Mobbing und was weiss ich nicht alles.  

Sofern Deine Frau noch keinen anderen Job in Aussicht hat, würde ich das Spielchen weiter spielen. Hat sie aber einen Job in Aussicht, muss man abwägen, ob es einem das wert ist.  

Auch wenn Ihr die Baustelle nicht auch noch gebrauchen könnt, aber vielleicht sollte man den Arzt wegen Betruges anzeigen, wenn die entsprechenden Erkenntnisse dafür vorliegen (das könnte z.B. auch die KK machen).

Von einer Anzeige ist abzuraten. Das hatte ich oben bereits erläutert. Denn das nimmt das Gericht zum Anlass, das AN-AG Verhältnis als völlig zerrüttet anzusehen.

Hier geht es darum, eine Abfindung rauszuholen, nicht den AG fertig zu machen.

LG
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« Antwort #46 am: 31. Juli 2013, 14:35:49 »

Hallo,

Von einer Anzeige ist abzuraten. Das hatte ich oben bereits erläutert. Denn das nimmt das Gericht zum Anlass, das AN-AG Verhältnis als völlig zerrüttet anzusehen.

unabhängig davon, dass - wenn ich wedi richtig verstanden habe - das Gericht das eh schon so sieht, liegt dem zerrüttet Arbeitsverhältnis deutlich das - betrügerische - Verhalten des Chefs zu Grunde. Die Fortsetzung ist also für Wedis Frau unzumutbar, so dass sie m.E. Anspruch auf Beendigung mit Abfindung hat.

Wenn die Nettozahlungen mit den Bruttozahlungen nicht stimmen, hat der Arzt entweder die KK beschmiert oder Wedis Frau. Ich gehe vom zweiten aus.

lg
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« Antwort #47 am: 31. Juli 2013, 14:59:15 »

Die Fortsetzung ist also für Wedis Frau unzumutbar, so dass sie m.E. Anspruch auf Beendigung mit Abfindung

Wieso hat sie Anspruch auf Abfindung?

1. klagt sie auf Wiedereinstellung
2. hat sie nur dann einen Anspruch auf Abfindung, wenn die Kündigung unwirksam ist und sie im laufenden Verfahren einen zusätzlichen Antrag auf Abfindung stellt.

Es müssen also erst mal die Voraussetzungen der Unwirksamkeit vorliegen. Ausserdem ist eine vom Gericht beschlossenen Abfindung deutlich niedriger als die, die der AG möglicherweise bereit ist zu zahlen.

unabhängig davon, dass - wenn ich wedi richtig verstanden habe - das Gericht das eh schon so sieht,

Dann müssten ja bei jeder Kündigungsschutzklage die Gerichte das Arbeitsverhältnis als zerrüttet ansehen.
Den AG anzuzeigen, ist m.E. eine andere Hausnummer.
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« Antwort #48 am: 31. Juli 2013, 16:30:00 »

Hallo Wedi,

ich bin in 2005 gekündigt worden und habe mich erfolgreich dagegen gewehrt. Seit 2008 sitze ich wieder auf meinen Arbeitsplatz und kann heute sagen, dass es gut war diese Klage auf Wiedereinstellung durchgesetzt zu haben. Erstens für mich persönlich und zweitens ist es auch gut die Fronten geklärt zu haben! Heute läuft es besser als weit vor der Kündigung!

Natürlich ist dies immer abhängig vom Arbeitgeber, in meinem Fall hat mein direkter Chef (immer noch aktuell!) dieses veranlasst, jedoch in einem großen Konzern. Lt. meinem damaligen Anwalt ist es jedoch sehr personenabhängig und dementsprechend sehr selten, dass dies so wie bei mir durchgezogen wird. Ich konnte die ganze Angelegenheit sehr gut wegstecken. Insgesamt wurde ich 2x gekündigt, auf die "berühmte" Langeweilebank gesetzt - dadurch Klage auf Arbeitsstelle, letztendlich Gehalt... nach 3,5 Jahren war alles erfolgreich beendet. Die Abfindungssummen stiegen in der Zeit und wurden von mir genauso abgelehnt.

Anfangs war ich 16 Monate freigestellt, letztendlich bei voller Bezahlung. Solange deine Frau keine Arbeitsstelle hat, würde ich grundsätzlich auch ohne Zeichen eines Interesses an einer Abfindung auf Wiedereinstellung klagen. Auch wenn sie Angst davor hat - ihr Arbeitgeber hat noch viel mehr Angst. Wer einmal vor Gericht geht, geht auch ein zweites Mal - diese Hemmschwelle ist überwunden!

Eben, als kleiner Mutmacher! Es gibt auch Personen, die sich einer Kündigung erfolgreich widersetzt haben...

Liebe Grüße
Sternchen
« Letzte Änderung: 31. Juli 2013, 16:31:31 von Sternchen67 » Gespeichert
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« Antwort #49 am: 31. Juli 2013, 17:53:47 »

Hi

Nach Rücksprache mit dem Anwalt sollen wir die Klageschrift zur KV schicken, aus der hervorgeht, wie viel Netto ausgezahlt wurde(belegt durch Kontoauszüge) und wie viel es demnach Brutto sein müssten.
Damit hat der AG ja zugegeben, dass dass die Praxis tatsächlich mehr als 10 Beschäftigte hat. Dann fällt Deine Frau unter das Kündigungsschutzgesetz und es sind einige Voraussetzungen erforderlich, um eine betriebsbedingte Kündigung tatsächlich aussprechen zu dürfen (betriebliche Erfordernisse, Sozialauswahl etc).
Zugegeben hat er noch gar nichts.In der Begründung des gegnerischen Anwalts zur Klageabweisung wurde vorsorglich darauf hingewiesen, das Der Arzt nur 2.75 Arbeitnehmer hat und demnach auch unter 10 fällt.Das Kündigungsschutzgesetz greift daher nicht.

Wir waren heute aber auch aktiv und haben mit einigen Mitarbeitern verteilt auf beide Praxen gesprochen.
Alle Mitarbeiter werden von dem Arzt bezahlt und nicht von der Ärztin, bei allen Mitarbeiter steht der Arzt als Arbeitgeber auf der Lohnsteuerkarte.
Wir haben 28 Arbeitnehmer zusammengelistet, die alle bei dem Arzt angestellt sind.Ich denke da kommen die nicht mehr raus.

Von einer Anzeige ist abzuraten. Das hatte ich oben bereits erläutert. Denn das nimmt das Gericht zum Anlass, das AN-AG Verhältnis als völlig zerrüttet anzusehen.

Hier geht es darum, eine Abfindung rauszuholen, nicht den AG fertig zu machen.
Anzeigen werde wir ihn sicher nicht.

Übrigens danke für deinen ''Mutmacher'' Sternchen


Gruss Wedi

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