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vatersein.de - Forum  |  Themen  |  Zweitpartner (Moderator: 82Marco)  |  Thema: Beziehungen danach
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Autor Thema: Beziehungen danach  (Gelesen 12958 mal)
Wintersonne
Schon was gesagt
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Beiträge: 10


« am: 18. Dezember 2004, 08:54:52 »

Hallo Community,

ist vielleicht einen blöde Frage aber vielleicht könnt ihr es euch mal durchlesen und euer Statement dazu abgeben. Vor 1 1/2Jahren hat sich meine große Liebe von mir getrennt. Seitdem versuche ich mein Leben neu zu ordnen, was mir auch beruflich gelungen ist. Ich betrachte jedoch mit großer Sorge die wachsende Anzahl meiner Beziehungen, deren Halbwertszeit dem, instabiler Elemente gleicht und Onenightstands (natürlich nur, wenn mein Junge nicht bei mir ist). Daher eine Frage an diejenigen, die schon länger getrennt sind: Brauch ich mittlerweile einen Therapeuten oder ist das nur eine normale Phase innerhalb des Trennungsprozesses?

Viele Grüße
Marc

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TabSel
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« Antwort #1 am: 18. Dezember 2004, 09:26:28 »

Ich persönlich glaube auch unfähig geworden zu sein für ne "klassische Beziehung"... ich frag mich auch, wie das alles gehen soll, ich mein, ich kaum Geld, kaum Zeit, und kein Vertrauen, und kann es auch nicht ertragen länger mit jemandem zusammen zu sein auf einem Fleck, ich werd total unsicher und hibbelig... Ich mach mir soviele Gedanken für meine eventuelle Next, wie schwer es für sie sein muß, weil ja doch meine Kids immer an erster Stelle - und damit eine andere Frau als die Next - stehen... und ich hab auch ein Talent meine Bedenken mit der Holzhammermethode breitzuklopfen und zu artikullieren. Ich glaub nicht mehr an das "klassische Beziehungsmärchen" und werd schon nervös, wenn sich annähernd mehr Sympathie entwickelt als es mir gut tun würde... ich glaub ich bin beziehungsunfähig geworden... oder war's schon immer? Nee, ich glaub das wird nix mehr *lach* Aber leicht ist das nicht, die ewigen Mutationen vom einsamen Eremitensingle zum liebevollen Papi und zurück...

Ich denke, das "austoben" nach ner Trennung ist normal, und findet irgendwann wieder "normale" Bahnen, aber was ist schon normal... Ich nicht mehr *prust*

Also falls es irgendwer mit mir aufnehmen möchte und weiß worauf sie sich da einläßt und vor allem bei sich selbst an erster Stelle steht... nur zu... ;-)

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DieMystiks
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« Antwort #2 am: 18. Dezember 2004, 09:40:43 »


Hallo Wintersonne,

es ist zwar nicht einfach auf solch ein kurzes Statement zu antworten, aber ich versuche es mal.

Die Trennung von deiner großen Liebe ist nun 1 1/2 Jahre her. In meinen Augen kann man da nicht mehr vom Trennungsprozeß sprechen.

Ich glaube eher, daß man nach solch einer Trennung auf der Suche nach "Vergleichbarem" ist.
Und das gibt es nicht!

Man muss erst emotional mit der alten Beziehung abgeschlossen haben, bevor man eine neue eingeht.

Kann schon sein, daß das "Austoben" für eine kurze Zeit dazugehört, sollte aber in Betracht  darauf, daß Kinder dazugehören nicht zum Normalzustand werden.
Kurze, wechselnde Beziehungen sind sicher nicht das Beste für ein Kind.

Ein Therapeut ist wohl eher nicht nötig. Ich würde mich mal hinsetzen, überlegen was ich genau möchte, also meine Werte mal wieder finden und neue Wege für mein Leben mit Kind suchen.

Beruflich hast du es doch geschafft. Geh das Ganze locker an und setz dich nicht unter Druck. Eine neue Beziehung muss sich entwickeln und wachsen. Das findet man kaum bei einem Onenightstand.

Gruß
Tina
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Und aus dem Chaos sprach eine Stimme zu mir:"Lächle und sei froh, es könnte schlimmer kommen." Und ich lächelte und war froh und es kam schlimmer.
TabSel
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« Antwort #3 am: 18. Dezember 2004, 09:55:03 »

Ach Tina, ich bezweifle, dass Wintersonne durch OneNightStands die Erfüllung findet, er seht sich bestimmt, wie auch ich, nach Erfüllenderem... es stellt sich aber, bei mir zumindest, gar nicht erst das Gefühl ein, mehr draus werden zu lassen, ich blocke total ab, und das mach ich ja nicht bewußt sondern es entwickelt sich eben das Gefühl "nö..." ... oder - nach längerem Singleleben wohl auch normal "keine Komromisse, hab schon zuviele zu leben"... es stellt sich nunmal einfach nicht das Gefühl ein, nochmal jemanden "mich mögen zu lassen"... o.s.ä...

>>Ich würde mich mal hinsetzen, überlegen was ich genau möchte, also meine Werte mal
>>wieder finden und neue Wege für mein Leben mit Kind suchen.

ich weiß was ich will... ich kenne meine Werte aber ich lebe nicht nach Ihnen, ich kann es nicht, es wird mir in Teilbereichen sogar verwehrt, meine "Werte" mein "Wie lebt man eine Beziehung" hat sich als nicht fruchtbar erwiesen, ich bin auf dem Weg zu "neuen Werte"... und dieser Weg ist sehr einsam, da gibt's nicht viele weibliche Wesen, die in diesen Gefilden wandern oder wandern wollen...

>>Man muss erst emotional mit der alten Beziehung abgeschlossen haben, bevor man eine
>>neue eingeht

DAs ist ne Standardphrase... Wie soll ich denn jemals mit der alten Beziehung abgeschlossen haben, wenn sie ständig Teil meines Lebens ist, Einfluß auf mein Leben hat... Nein, ich stehe dazu, ich habe "Altlasten", und einen Schnitt, einen Bruch, einen völligen Sbschluß wird es nicht geben... solange die Kids so klein sind und mein Bankkonto so schmal...

>>Kurze, wechselnde Beziehungen sind sicher nicht das Beste für ein Kind.

Das wissen wir wohl alle hier... meine Kids sind ja nicht häufig bei mir, aber auch wiederum häufiger als im "Normalfall"... sie bekommen von meinen "Beziehungsgeschichten gar nix mit, wenn ich mit meinen Kids zusammen bin, dann bin ich dass ohne Anhang...


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Lion
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« Antwort #4 am: 18. Dezember 2004, 09:56:14 »

Ist es wirklich so? Oder muss es wirklich so sein?

Ich fühle mich auch total beziehungsunfähig. Das Vertrauen ist einfach weg.
Diese Fase des übermässigen Alkoholkonsums und der One Night Stands, habe ich nie durch gemacht und werde es auch nicht.
Es gab wohl Kontakte zu Frauen und diese waren mir mehr als wohlgesonnen. Die eine sprach sogar von Liebe!
Habe ich sofort abgeplockt. Könnte mich zur Zeit auf nix einlassen. Ausser wenn wirklich die Frau kommt, die dazu in der Lage ist, bei mir einen Hebel um zu legen.
Habe schon viel gehört über dieses Party machen und sich unendwegtes Betäuben.
Ist aber nun nicht mein Ding.

Wenn man allerdings so geartet ist, oder anfängt damit Probleme zu bekommen, wäre es eventuell doch mal gut eine kompetente Stelle an zu steuern.
Ansonsten kann das schon zu einem normalen Trennungsprozess gehören.
Um wieder ein geordnetes Leben mit einer Beziehung zu führen, gehört wahrscheinlich auch dazu, dass man es zulässt.

Die grosse Frage steht natürlich im Raum, wann kommt die nächste Verletzung?
Was kann ich tun um nicht mehr verletzt zu werden?

Das Vertrauen in die 3 Worte ist einfach nicht mehr gegeben.

Es ist schade, das man nicht nur seinen Partner verloren hat, den man aufrichtig geliebt hat.
Auch viel emotionalen Sachen gehen dabei flöten. Da muss jeder von uns aufpassen, dass man nicht ein gazes Leben lang alleine bleibt und kalt wie ein Fisch wird.

Gruss Lion
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>>Man muss erst emotional mit der alten Beziehung abgeschlossen haben, bevor man eine
>>neue eingeht

DAs ist ne Standardphrase... Wie soll ich denn jemals mit der alten Beziehung abgeschlossen haben, wenn sie ständig Teil meines Lebens ist, Einfluß auf mein Leben hat... Nein, ich stehe dazu, ich habe "Altlasten", und einen Schnitt, einen Bruch, einen völligen Sbschluß wird es nicht geben... solange die Kids so klein sind und mein Bankkonto so schmal...
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Genau so sehe ich das auch.
Du wirst täglich, wenn nicht sogar stündlich tangiert.
Doch in unserer Gesellschafft wird das jetzt schon al normale Lebensform angesehen.
Wenn es dann eine solche sein soll, dann muss ich mich wirklich fragen, warum die Gestzsprechung immer noch so bescheiden ist.

Ich hatte meiner Ex auch schon mal gesagt, dass wir zumindest über das Kind unser ganzes Leben lang Kontakt haben werden. Was sie jetzt daraus macht?
Manchmal frage ich mich ernsthaft was ist das grössere Stück Arbeit. Sich zu trennen oder die Beziehung wieder zu führen?




[Editiert am 18/12/2004 von Lion]
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« Antwort #5 am: 18. Dezember 2004, 10:20:00 »


Hallo zusammen,

ich streite ja nicht ab, daß es mir zeitweilig auch so ergangen ist.
Jeder, der sich getrennt hat, kennt das wohl. ich erzähle mal kurz wie das bei mir war.

In der Zeit, als Ex sich immer mehr von zu hause entfernte und ich nie wusste wanne r nach hause kam, hatte ich nicht die möglichkeit mich "draußen" abzulenken. eigentlich wollte ich es auch nicht.
Verabredungen, daß er mal zu hause bleibt, klappten nicht, da er je nach seinem Empfinden plötzlich weg musste und als er einmal unseren Sohn allein ließ, war das Thema ausgehen für mich erledigt.

Ich setzte mich dann abends vor den pc und chattete wie wild durch ganz Deutschland um einfach andere Geschichten zu hören und auch einfach nur albernen Unfug zu quasseln.
Dann lernte ich im Netz Micha kennen.
Wir blödelten rum und nach ein paar Tagen erzählten wir uns unsere Privatgeschichten.
Ich sagte voller Überzeugung, daß ich nach einer Trennung mich auf keine Beziehung mehr einlasse. Ich würde mich um meinen Sohn kümmern und verlieben käme ja schonmal gar nicht in Frage.
Ein paar Monate später telefonierten wir zum ersten Mal und als wir uns gesehen hatten, habe ich diese Sätze immernoch laut gesagt" ich niieee mehr eine Beziehung" " ich kann nieee mehr 100% vertrauen schenklen" " mir kommt kein Kerl mehr mit Sohnemann und mir unter ein Dach".

Jajaja, da merkte ich längst wie es innerlich an zu kippen fing.

Nunja, heute Leben wir zusammen und es klappt prima. An manchen Alpträumen merke ich aber, daß Verlustangst wohl mein Unterbewußtsein prägt.

Ich glaube nach der Erfahrung einer Trennung kann sich von Verlustängsten keiner freisprechen.
Ich finde es aber wirklich schade zu sagen, ich bin beziehungsunfähig, ich kann nicht mehr vertrauen.
Ich glaube fest daran, daß es für jeden Topf den passenden Deckel gibt.

Um nochmal auf Wintersonne zurückzukommen: Ich wollte lediglich ausdrücken, daß ich nicht glaube, daß man sein Glück im "Ausprobieren" findet. Ich hatte Wintersonne auch so verstanden, daß das Kind bei ihr/ihm lebt. Hm..hab ich das falsch verstanden? Kurze, wechselnde Beziehungen kann man dann wohl kaum vor dem Kind verbergen.

Neue Werte finden ist sicherlich ein Weg, aber muss es denn dieser sein, daß man einsam ist?

@ Tabsel und Lion

Ich wünsche euch wirklich, daß sich an eurer Situation irgendwann etwas ändert. Vielleicht kommt irgendwann die Zeit, da macht es einfach "rums". Ich für mich habe nicht eingesehen, daß ein Mensch durch sein Verhalten meine Gefühlswelt für die Zukunft bestimmt. Er hat sein Ding gemacht und ich mache nun meins.

lieben Gruß
Tina






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« Antwort #6 am: 18. Dezember 2004, 10:24:42 »

ok :-)

habs nun gesehen, Wintersonne ist m.

Dann passt das, was ich zum Thema Kind geschrieben habe nicht.
Schon klar, daß das Kind die Beziehungen, kurz und wechselnd wohl eher nicht mitbekommt.

Gruß
Tina
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« Antwort #7 am: 18. Dezember 2004, 10:33:08 »

Hi tina,

aus dem anderen post geht hervor, dass sie das Wechselmodell praktizieren...
bleibt also offen in diesem sinne deine frage, aber ich denke dass man wechselhaftes immer vor den kindern nicht leben sollte und wenn jemand neues tatsächlichdazu kommt, dann braucht auch das zeit, dass sich die kinder gewöhnenn können...

LG
Biga
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Wintersonne
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« Antwort #8 am: 18. Dezember 2004, 13:10:35 »

@ TabSel und Lion:
ihr sprecht mir aus der Seele. Was würde ich dafür geben endlich mit dieser Frau abzuschließen. Ich habe zuviel Berührungspunkte mit ihr. Ich kann sie noch nicht einmal richtig hassen, da wir schließlich gemeinsam ein Kind haben und zig Jahre Kontakt haben müssen.
Und die andere Frauen? Ich lasse sie nicht mehr an mich ran. Eine Bettgeschichte ist okay aber alles weitere ist mir zuviel. Ich ertrage das nicht mehr und möchte auch nicht mehr Demütigungen (vielleicht berichte ich hier irgendwann einmal über meine Trennungsgeschichte) über mich ergehen lassen müssen.

@DieMystiks
Nein, mein Sohn bekommt nichts von meinen Affairen mit. Ich will ihm kein falsches Frauen bzw. auch Männerbild vermitteln. Und ich sehe es immer noch als Trennungsphase an. Vielleicht dauert es bei mir auch einfach nur länger.

Viele Grüße und ein schönes Wochenende
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TabSel
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« Antwort #9 am: 18. Dezember 2004, 13:36:51 »

@Wintersonne

ja, es ist nunmal nicht vorbei... ich hab mich damit abgefunden und solange ich "allein" bin, gibt's auch kein Problem, Ihre "Launen" und meine "Launen" haben dann nur einen Einfluß auf mich. Nur wenn ich mit jemandem zusammen bin, wirkt sich "meine Ex" eben auch auf diese Beziehung aus, und da brauchts dann schon eine starke Persönlichkeit an meiner Seite, die Ihr Glück nicht über mich findet, sondern sehr sehr eigenverantwortlich ist... ich weiß nicht, wie ich das beschreiben soll... ich fühle mich nunmal irgendwie mitverantwortlich für das Glück meiner möglichen Partnerin und hab gleichzeitig nicht viel Kraft mich meiner Ex und meinen Kids gegenüber hart abzugrenzen... meine Kids stehen nunmal an erster Stelle, damit hat meine Ex nen erheblichen Einfluß und "überstimmt" nunmal die Next... Wenn die Ex anruft und meint die Kids dürfen zu mir, obwohl wir vielleicht ein Kuschelwochenende geplant hatte als Beispiel, dann ist das halt sehr enttäuschend für die Next... oder wenn ich wieder eine Laune hab und einfach meine Ruhe brauch weil ich wieder Gedanken versinke... ich bin da ziemlich egoistisch geworden denke ich, und achte im Gegensatz zu früher nun verstärkt auf meine Bedürfnisse statt auf die der Partnerin und je länger ich Single bin, desto schwieriger wird das auch mit Kompromissen... das Thema ist so komplex... aber das Gefühl wird durch Verstandesentscheidungen überstimmt bei mir... ich kann mich einfach nicht "gedankenlos" einlassen, oder "fallen lassen"... geht nicht mehr...

Der Partymensch war und bin ich auch nicht... im Gegenteil, ich bin wohl auf dem besten Weg zum Eremiten mit gelegentlichen virtuellen Kontakten, die hin und wieder im Real Life durch mein Leben blitzen um dann wieder spurlos zu verschwinden... und das liegt auch mit an mir... es tut mir auch sehr leid... ich versuche halt auch so ehrlich wie möglich zu sein und nix vorzugeben was nicht ist oder was ich denke, was nicht sein wird... aber das führt dann trotzdem immer wieder zu enttäsuschungen... ich hab keine Lust mehr enttäuscht zu werden und ich hab keine Lust zu enttäuschen... also bleib ich wohl Single-Papa-Mutant... aber wie viele hier wissen, macht ja eh nur der Wunsch glücklich, also Wünsch ich mir "normalität" halt noch länger *ggg*
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Ildiko31
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« Antwort #10 am: 19. Dezember 2004, 14:15:31 »

Hallo an alle!!

Bis jetzt bin ich eher eine stille Leserin gewesen, doch bei diesem Thema muss ich schon etwas dazu sagen und deshalb hab ich mich extra angemeldet.

Ich kann die Angst und die Bedenken der Scheidungsväter sehr gut nachvollziehen.
Zweitfrauen werden es sicherlich nicht unbedingt einfach haben und doch können sie für den Scheidungspapi eine sehr gute Bereicherung sein. Probleme können geteilt werden, Zeit und Entlastungen können gewonnen werden – mal abgesehen davon, dass Mann auch Liebe, Geborgenheit und Wärme bekommt, die ihm die Kraft geben kann, die Situation mit der Ex und auch mit dem Kind/den Kindern besser „zurecht zu kommen“. Man(n) steht nicht alleine da und kann meines Erachtens die Zeit mit dem Kind ausgeglichener angehen, was sich natürlich auch auf das empfinden des Kindes nur gut auswirkt.
Auch bin ich der Meinung, dass gerade Scheidungskinder – bei der erheblich steigenden Zahl der Scheidungsrate – durch einen neuen Partner an der Seite des Vaters/der Mutter lernen, dass eine Trennung nicht unbedingt das schlechteste ist und für das Leben lernen. Ihnen wird dadurch der Weg gezeigt an einer Trennung nicht zerbrechen zu müssen und das dass Leben danach auch weitergeht, vielleicht sogar besser als vorher – keine Angst zu haben später eine Beziehung einzugehen, weil eine Trennung ja bedeuten könnte wieder allein dazustehen.
Kinder sind sehr feinfühlig, aber das brauch ich Euch ja nicht zu sagen!

Eine Frau, die sich auf einen Scheidungsvater einlässt, weiß im Grunde genommen was auf sie zukommt und ist im „normal Fall“ eine starke Persönlichkeit, die sich der „Macht“ der Ex auf das Leben des Partners, des Kindes, auch des Geldes und der Zeiteinteilung durchaus bewusst ist – auch der Tatsache, dass die Kinder in jedem Fall vorgehen und sie auch nie einen Ersatz der Mutter darstellen kann.
Vielen Frauen bleibt die Chance dies zu geben und auch zu zeigen leider verwehrt, weil sich die Scheidungsväter zu viele Gedanken über diese oder schon im Vorfeld über eine mögliche Zweitfrau machen, die doch eigentlich ihr selbst überlassen werden sollten, wenn sie sich schon darauf einlassen möchte.

Ich glaube das diese Gedanken einer der Hauptgründe ist, der diese Angst  - wieder verlassen zu werden und sich deshalb nicht fallen lassen zu können bzw. Vertrauen aufzubauen - schürt.
Ich lese immer wieder, dass die Männer – die sich als Beziehungsunfähig sehen/fühlen/betiteln –  sich doch irgendwie im innern wieder eine feste Beziehung wünschen würden.
Das ist natürlich ein Kreislauf, der sehr schwer zu durchbrechen ist, denn Angst lässt sich nicht einfach aus der Welt schaffen. Es scheint im Leben irgendwie einfacher zu sein sich Angst „einzureden“ und das Negative zu sehen  als sich der positiven Sachen/ Folgen bewusst zu werden und Kraft daraus zu ziehen – das gilt leider für Männlein genauso wie für Weiblein!  
Man(n) kann ja auch erst mal „austesten“, wie sie mit der Situation an sich zurecht kommt – z.B. hat sie Verständnis dafür, dass der Mann sich Gefühlsmäßig erst mal distanziert hält?  Ist sie genervt, wenn das Thema Ex auf den Tisch kommt? Ist sie beleidigt, wenn der Partner eine Verabredung absagt, weil das Kind vor der Tür steht? Fühlt sie sich oder äußert sie den Gedanken sich vernachlässigt zu fühlen, wenn das Kind da ist? Hat sie Verständnis dafür, wenn der Partner auch mal für sich allein sein möchte? Usw.
Dies beansprucht natürlich eine gewisse Zeit, denn nach drei Monaten oder einem halben Jahr kann man dies alles natürlich nicht feststellen aber auf Dauer kann sich ein Mensch doch nicht so verstellen und man lernt ihn kennen.

Ich habe hier gelesen, dass jemand den Wunsch geäußert hat, eine Frau zu wollen, die bei sich selbst an erster Stelle steht. Aber ist so eine Frau wirklich in der Lage sich in den Partner, dessen Kind und die Situation mit der Ex ( s.o. ) einzufühlen, dies wirklich zu leben, wenn es ihr doch im Grunde genommen größtenteils nur um sich selbst geht? Ich sehe da einen Widerspruch  in sich, denn Kraft und Unterstützung kann man von diesen Menschen wohl nicht unbedingt in dem Umfang bekommen das sich Vertrauen und Zusammenhalt entwickeln können.


Lg
Ildiko
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« Antwort #11 am: 19. Dezember 2004, 15:45:51 »

Hi

quote].

Eine Frau, die sich auf einen Scheidungsvater einlässt, weiß im Grunde genommen was auf sie zukommt und ist im „normal Fall“ eine starke Persönlichkeit, die sich der „Macht“ der Ex auf das Leben des Partners, des Kindes, auch des Geldes und der Zeiteinteilung durchaus bewusst ist – auch der Tatsache, dass die Kinder in jedem Fall vorgehen und sie auch nie einen Ersatz der Mutter darstellen kann.
 [/quote]

Sehen das die Männer, die sich auf eine Frau mit Kind einlassen genau so?

Gruß
Lion
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« Antwort #12 am: 19. Dezember 2004, 16:07:14 »

@ Ildiko31

>>habe hier gelesen, dass jemand den Wunsch geäußert hat, eine Frau zu wollen, die bei
>>sich selbst an erster Stelle steht

ja, das war ich und ich denke nur so könnte wieder ein Anfang gemacht werden... ich muß erst wieder lernen zu vertrauen. Ich bin ein sehr vertrauensseliger Mensch gewesen, aber in Gefühlsdingen schlag ich mittlerweile um mich, wenn mir etwas "zu nah" wird... ich sehne mich sicherlich nach einer Beziehung, ich bin aber auch realist genug mittlerweile, dass mich das auch nicht dauerhaft glücklich machen wird, sondern dass es viel Arbeit bedarf, viel Unglück, um zu erfahren, was Glück eigentlich ist. Allein mir fehlt der Glaube und die Sicherheit, dass jemand in schlechten Zeiten dennoch den Willen hat an meiner Seite zu verweilen, den Kontakt zu mir aufrecht zu erhalten... Ich will und werde mich darauf nicht mehr verlassen. Mit "an erster Stelle stehen" meine ich, dass eine mögliche Partnerin Ihr Glück eben auch nicht an einer Beziehung zu mir festmacht, sondern mich genausowenig benötigt, wie zu der Zeit, als sie mich nicht kannte, nur für welche Frau ist "Verzicht" und "Geben" schon eine Bereicherung, wenn sie im Gegensatz dazu nicht viel zurückbekommen kann? Ich bin mir dessen ja bewußt, ich mach mir da gar keine falschen Hoffnungen. Ich lebe mein Leben allein und trotz aller Sehnsucht die ab und an durchbricht werd ich mich nicht mehr "verlieben" im klassischen Sinne... Dieses Gefühl ist in mir in "Vorsicht" umprogrammiert, um's mal so zu nennen... ich habe kein Vertrauen mehr in die klassische Beziehungsform... guck Dich doch um... bei ner Scheidungsrate von bald 50%, Trennungen unehelicher Paare gar nicht mitgezählt... nä... das Glas is halb leer...
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« Antwort #13 am: 19. Dezember 2004, 18:03:32 »

@all,

Hallo zusammen,

volles Verständnis für euch, One nigt stand, auch ein paar, nie mehr Vertrauen, keinen an sich ran lassen etc. Alles nachvolziehbar.

Und jetzt? Jetzt wollt ihr euch allenernstes plattwalzen lassen? Wie lange? Bis die mit dem Akkuschrauber den Deckel zumachen?

Mir ging es dreckig, so richtig, ganz unten--da war aber auch viel selbstbejammern dabei.

Warum wollt ihr euch denn nicht mehr Verlieben, das schöne Kribbeln im Bauch nicht erleben? Warum gebt ihr euch selbst nicht die Chance, einzutauchen in eine Zukunft, die wie ein Bollwerk der glücklichen Beziehung den Altlasten trozt? Beendet doch einfach euer Marthyrum. Das was war könnt ihr nicht ändern, aber die Zukunft ist eure eigene und die solltet ihr erleben. Mag sein, dass euere Gabe zu  Vertrauen im Acker ist, aber mit der Denke verpasst ihr ne Menge Lebensqualität.

Fühlt euch jetzt ruhig kritisiert, aber denkt mal drüber nach.

Gruß von einem, der von ganz Unten nach ganz Oben und drüber hinaus geschossen ist, für den die Sonne aufgegangen ist, komplett mit allem zip und zap.

Das leben ist schön, Solstart
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« Antwort #14 am: 19. Dezember 2004, 18:09:41 »

is nich so, dass ich's nicht wollen würde ;-)
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« Antwort #15 am: 19. Dezember 2004, 20:16:50 »

Hi TabSel,

>>ja, das war ich und ich denke nur so könnte wieder ein Anfang gemacht werden... ich muß >>erst wieder lernen zu vertrauen.

Wie willst Du so jemandem Vertrauen entgegenbringen können, der sich selbst am nächsten steht und sich für deine Belange nur wenig bis gar nicht interessiert??

>>Ich bin ein sehr vertrauensseliger Mensch gewesen, aber in Gefühlsdingen schlag ich >>mittlerweile um mich, wenn mir etwas "zu nah" wird... ich sehne mich sicherlich nach >>einer Beziehung, ich bin aber auch realist genug mittlerweile, dass mich das auch nicht >>dauerhaft glücklich machen wird, sondern dass es viel Arbeit bedarf, viel Unglück, um zu >>erfahren, was Glück eigentlich ist.

Von selbst wird sich eine Beziehung wohl nicht entwickeln können. Jede Beziehung bedeutet doch Arbeit von beiden beteiligten. Wieso muss das Unglück bedeuten?
So wie ich das sehe hattest du ja dein Unglück schon. Doch nicht jeder Mensch ist gleich.
Sicherlich gibt es keine Garantie, dass eine Liebe, eine Beziehung ewig hält aber wer sagt dir denn, dass es nicht doch so sein kann?
Du siehst dich als Realist, wenn du davon ausgehst, dass es eh nicht glücklich macht/machen wird? Für mich ist das nicht Realismus sondern eher Pessimismus – geschürt durch die vielen anderen, deren Beziehungen nicht funktionieren. Auf der einen Seite sicherlich verständlich, wenn man auch schlechte Erfahrungen gemacht hat ( wie wohl jeder ) aber es gibt eben auch die andere Seite. Diese kann man jedoch nur finden, wenn man sich auch drauf einlässt – was sicherlich nicht leicht ist.


>> Allein mir fehlt der Glaube und die Sicherheit, dass jemand in schlechten Zeiten dennoch >>den Willen hat an meiner Seite zu verweilen, den Kontakt zu mir aufrecht zu erhalten... Ich >>will und werde mich darauf nicht mehr verlassen.

Den Kontakt zu dir aufrecht erhalten, an deiner Seite zu verweilen – das klingt für mich ziemlich oberflächlich, ziemlich förmlich, ziemlich kalt. Das dir die Sicherheit fehlt ist mir klar, du lässt ja wie du sagst niemanden an dich ran, wirst nervös und hibbelig wenn es dir „zu nahe“ wird. Wie willst du da Sicherheit erfahren?
Um sich auf jemanden verlassen zu können, bleibt es wohl nicht aus sich auf jemanden einzulassen.


>>Mit "an erster Stelle stehen" meine ich, dass eine mögliche Partnerin Ihr Glück eben auch >>nicht an einer Beziehung zu mir festmacht, sondern mich genausowenig benötigt, wie zu >>der Zeit, als sie mich nicht kannte, nur für welche Frau ist "Verzicht" und "Geben" schon >>eine Bereicherung, wenn sie im Gegensatz dazu nicht viel zurückbekommen kann?
>> Ich bin mir dessen ja bewußt, ich mach mir da gar keine falschen Hoffnungen.

Was sind das für falsche Hoffnungen?
Was meinst du mit : nicht viel zurückbekommen kann?
Zeit? Geld? Oder was?

Eine Partnerin die Ihr Glück nicht wenigstens zum Teil auch an einer Beziehung festmacht, wird wohl kaum die Sicherheit geben können, dass sie einem auch in schlechten Zeiten zur Seite steht. Dann gibt es wohl auch kaum auf Dauer Vertrauen, Wärme und Verständnis.
Ich bin der Meinung, dass eine Beziehung für jeden eine Bereicherung des Glücks darstellt. Brauche ich diese Bereicherung eines/diesen anderen Menschen nicht, dann brauch ich auch keine Beziehung dann kann ich mir den fehlenden *****, der meinem Glück vielleicht noch abgeht, auch auf andere Weise holen.

Ich finde das Wort „benötigt“ in diesem Zusammenhang schon etwas fehl am Platz, dass klingt nach Abhängigkeit und das wäre natürlich keine gesunde Beziehung, die auf Dauer Glücklich machen kann.

 „Verzicht“ und „Geben“ sollte in einer Beziehung schon von beiden Seiten kommen. Wobei hier ja erst einmal „Verzicht“ geklärt werden müsste. Eine Frau, die kein Verständnis dafür hat, dass die eh schon knapp bemessene Zeit mit den Kindern wichtig für den Partner ist und er auch mal für sich sein muss und sich deshalb nicht an erster Stelle fühlt, ist wohl die falsche Wahl – denn dann muss sie für sich einen „Verzicht“ verbuchen. Aber es gibt auch Frauen, die dies nicht als „Verzicht“ definieren, sondern als Bereicherung.
Also, was meinst du mit „Verzicht“?


>>Ich lebe mein Leben allein und trotz aller Sehnsucht die ab und an durchbricht werd ich >>mich nicht mehr "verlieben" im klassischen Sinne...

So wie du schreibst scheint es mir eine reine verstandesmäßige Trotzreaktion zu sein unabhängig davon was dein innerer Wunsch ist.


>>Dieses Gefühl ist in mir in "Vorsicht" umprogrammiert, um's mal so zu nennen... ich habe >>kein Vertrauen mehr in die klassische Beziehungsform... guck Dich doch um... bei ner >>Scheidungsrate von bald 50%, Trennungen unehelicher Paare gar nicht mitgezählt... nä... >>das Glas is halb leer...

Ich sag ja, nicht Realist sondern Pessimist. Schade!
Was meinst du eigentlich mit klassische Beziehungsform, mit „verlieben“ im klassischen Sinne?
Was ist denn mit den anderen 50% ? Sind die alle unglücklich? Was ist mit den Leuten die glücklich sind und ihre Erfüllung in der Beziehung/Ehe gefunden haben? Von denen hört man eben nicht sehr viel aber es gibt sie mehr als man annimmt!
Das du „Vorsichtig“ bist und das Vertrauen zuweilen verloren hast, ist nachvollziehbar. Geht ja jedem von uns mal so, wer möchte schon gerne wieder enttäuscht und verletzt werden.
Gebranntes Kind scheut eben das Feuer aber ganz ohne Feuer geht es nicht auf Dauer.

Lg
Ildiko
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« Antwort #16 am: 19. Dezember 2004, 21:01:48 »

>>aber ganz ohne Feuer geht es nicht auf Dauer

Back to the roots... es gab Zeiten, da mußte das Feuer erst noch erfunden werden...

SpäßleGmacht... Du hast sicherlich Recht und wenn Worte allein Gefühle verändern könnten ginge der Preis an Dich ;-)

...is aber nicht so... und ich kann auch glücklich sein ohne Beziehung ;-) arbeite auch ohne Beziehung schon genug... eine Beziehung ist nicht das Wichtigste ;-)

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« Antwort #17 am: 21. Dezember 2004, 09:46:06 »

@tabsel
Doch, Du wirst Dich wieder verlieben.
Nein, es wird nicht die klassische Beziehungsform sein (die Du von früher kennst) und das ist ja offensichtlich gut so.
Ja, Du wirst wieder vertrauen.

@lion
Du weißt nicht, was schwerer ist, es getrennt oder zusammen zu versuchen?
Tja. Ist das nicht im Prinzip auch egal? Also wirklich etwas NEUES zu bauen, das erfordert viel Mut und mehr als Träumerei von der großen Liebe, von der man sich dann schmerzlich verabschieden muss. Ich persönlich glaube, dass es wirklich total wurscht ist, ob man das jetzt mit der alten Beziehung versucht oder in einer neuen. Hauptsache, glücklich!

@all
Lesetipp für die Weihnachtstage: Anna Gavalda "Ich habe sie geliebt". Kurzer Roman zum Thema, leicht, witzig, klug.
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« Antwort #18 am: 22. Dezember 2004, 21:52:18 »

Hallo Wintersonne,

ich schreibe dir nun, weil es mich an meine eigene Situation erinnert, mit wechselnden Beziehungen und deren Halbwertzeit... - vielleicht ist das ein oder andere brauchbare für dich dabei, das dich weiterbringt.
Es ist für sich allein schon ein komplexes Untergebilde mit den Beziehungen/Partnerschaften an sich, deshalb kann man das Thema nicht einfach nur pauschal anschneiden oder auf jemanden übertragen. Ich erzähle mal so kurz wie möglich meine Geschichte:

Nach meiner Trennung vor 3 Jahren war ich höchst verunsichert, nach 16 treuen Ehejahren (meinerseits) überhaupt kein Selbstbewusstsein mehr. Nach etwa 3 Monaten gab ich es auf, um sie zu kämpfen und habe die Trennung schliesslich innerlich akzeptiert - natürlich dauerte es länger, um wirklich darüber weg zu sein, das zeigte erst die Zeit danach. Dazu kam, daß sie niemals sagte, weshalb sie sich tatsächlich trennen wollte (erst viel später kam bißchen was raus) und auch nichts aufarbeiten wollte, das musste ich alleine für mich tun! Dafür bin ich ihr noch heute sauer, weil es immer noch Momente gibt, die mich deshalb verunsichern. ICH hatte doch letztendlich alles falsch gemacht, nicht sie! Erst mit der Zeit lernte ich - auch durch die Kopfwäsche einer Freundin - eine andere Sichtweise der Dinge kennen und daß ich nicht automatisch an allem Schuld bin...!
Nach einem Jahr, nach zweien - es wurde nur langsam alles besser, das sieht man aber erst hinterher. Aber es WIRD besser!!!
Wie sieht es da bei dir aus?

Ein dreiviertel Jahr nach der Trennung lernte ich via Internet (man braucht ja manchmal irgendeine Ansprache) eine Frau kennen, getrennt lebend, ohne Kinder. 2 Monate dauerte das, von meinen Kindern wollte sie nichts sehen, hat es aber toleriert, sie regelmässig bei mir zu haben. Letztendlich scheiterte es an ihren Lügen, sie hatte quasi ein Doppelleben, gestand mir aber auch vorher schon ihr Boarderline-Syndrom ein. Und Achtung (das wird später in der Geschichte noch wichtig): Sie wuchs ohne Vater auf,von dem sie missbraucht wurde. Zu ihr habe ich leider keinerlei Kontakt mehr.
Dann hatte ich einen Monat später eine neunmonatige Beziehung mit einer alten Bekannten, die ich nach Jahren wiedertraf. Zeitlebens Single, mag privat keine Kinder (als Kinderpflegerin - worauf ich immer wieder stosse...), wurde als Kleinkind von ihrem Vater misshandelt, ist dann ebenso vaterlos aufgewachsen...
Sie ist heute übrigens eine ganz dicke Freundin!

Da wurde mir jedenfalls zum ersten Mal klar, daß es Methode hat. Du wirst es so ungefähr erraten, meine Ex war ebenso vaterlos. Sie sah ihn fast nie und war mit 9 Waise. Sie hat keine Erinnerungen an die Zeit davor.
Ich war mit ihr seit dem 18. Lebensjahr zusammen, nach einigen Jahren sagte sie mir mal, ich hätte sie mit erzogen. Klingt fast unglaublich.
Sehen entsprechende Frauen also in mir sowas wie eine Vaterfigur (was die nächsten Freundinnen verneinten), oder suchte ich insgeheim so etwas wie eine schutzbedürftige Frau??? Glaub ich nicht. Ich hab bis heute keine Ahnung, obwohl ich ständig nach einer Antwort suche.
Was ich damit sagen will: Jeder "sucht" einen bestimmten Typ, aus ganz bestimmten Gründen und wohl unbewusst.
Wie sieht es bei dir aus???

Bei mir gings vorerst aber mal weiter so, obwohl ich das Schema immer mehr durchbrechen wollte.
Ein ungewollter ONS (sie kam mit meinem Vatersein nicht klar, obwohl ich ihr das vorher natürlich erzählte), mit dem ich heute auch wieder zumindest Mailkontakt habe und eine gute Freundin bleiben könnte - diesmal mit Vater, wurde allerdings als Jugendliche vergewaltigt. Sie hat mich als Mann und Mensch am meisten berührt, trotz der sehr kurzen Zeit! In sie hätte ich mich ganz schwer verlieben können...
Dann noch ein ONS (diesmal war aber ich Schuld daran, daß es nicht mehr weiterging), sie kannte überhaupt keinen Vater und wurde auch missbraucht, macht Therapie (und ist selbst Psychologin). Ich kam mit ihrer Art von zusammengebasteltem Leben nicht zurecht, wir sind heute aber die besten Freunde, die sich alles erzählen aus ihrem Leben und da auch kein Blatt vor den Mund nehmen!
Überhaupt kann ich sagen, daß mich diese Frauen alle weiterbrachten! Sie hatten zwar ihre Probleme (wer von uns nicht?), waren dadurch aber auch weiter als die meisten anderen Menschen, die ich kennenlernte in meinem Leben - das widerspricht sich nicht!

Zuletzt dann ein geschiedener Single MIT Vater, kinderlos geblieben, die hervorragend mit meinen Kids klarkam (endlich mal Eine!) - ich aber nach 2 Monaten nicht mehr mit ihr. Wir hatten uns wenig zu erzählen, Null Gemeinsamkeiten oder gemeinsame Interessen. Leider! Sie war sehr verliebt in mich und hat einige Zeit gebraucht. Wie es heute aussieht, bleibt unser Verhältnis gut und bleiben Freunde.

Es könnte wohl auch so aussehen, als "sammle" ich gute Freundinnen - praktisch als Ersatz für eine verlorene Ehe? Ich weiß es nicht.
Ausgetobt habe ich mich auch, schon längst, obwohl ich das so nicht vorhatte. Es war wohl mehr eine Suche nach Bestätigung und mehr Selbstwertgefühl, das ich in vielen Gesprächen auch bekam! Und - meine Ex war meine 1. Frau überhaupt - vielleicht erklärt auch das einiges. Beendete Beziehungen - ganz gleich welcher Art - tun mir immer noch weh, auch wenn ICH sie beendet habe! Damit ist nun endgültig Schluss, aber sehne mich dennoch nach einer richtigen Partnerschaft und fange also wieder von vorne an! Welch andere Möglichkeit hab ich denn?

Vielleicht steht deine grosse Liebe morgen vor DIR und du willst es nicht zulassen?
Es ist aber sehr gut, daß du dir Gedanken darum machst, alles andere wäre bedenklich!
Du schreibst von den vielen Berührungspunkten zu deiner Ex. Ich glaube, du brauchst einfach nur noch ein bißchen mehr Zeit, alles zu verarbeiten und dich ganz zu lösen - nimm sie dir und denke da vor allem an dich!!! Dein Sohn ist regelmässig bei dir, oder? Er bleibt dann doch schon eine Konstante in deinem Leben!
Und wenn du soweit bist - ich bin erst heute durch einen Spiegel-Bericht auf diese Site gekommen und hab einiges durchgelesen - hier gibt es auch ein "Zweitfrauen"-Forum, in der einige sehr toughe Frauen schreiben, die einen ganz unkonventionellen Weg gehen und einiges auf sich nehmen mit ihren neuen Lieben. Es gibt sie also - das macht doch Mut, oder?

Ich wünsche dir und allen einsamen oder auch neu zusammengefundenen Singles und Eltern da draußen ein frohes Fest und ein gutes neues Jahr zusammen mit euren Kindern!!!!!!

Harry
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« Antwort #19 am: 22. Dezember 2004, 22:28:50 »

Ach Jessas, was ich dich noch unbedingt fragen wollte:
Sucht du vielleicht nur instinktiv nach der "Richtigen"?

Gruß
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« Antwort #20 am: 23. Dezember 2004, 09:06:38 »

@harry

Klasse, das macht hoffentlich vielen Leuten Mut, wenn sie solche Dinge lesen. thumbup
 Das hat dich sicherlich viel Energie gekostet, aber es liest sich richtig schön positiv. Interessant fand ich deine Schlüsse zu den Frauentypen. Bei mir hat sich auch ein bestimmter Frauentypus durchgezogen. ;)

Weiter so und schöne Weihnachten, Solstart
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Der geistige Horizont der meisten Menschen ist ein Kreis mit dem Radius Null und dass nennen sie dann Standpunkt - Albert Einstein
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« Antwort #21 am: 23. Dezember 2004, 09:57:21 »

 @ Harry: du hast recht, irgendwann steht die richtige vor einem....., und man weiß das es passt.......


ich bin seit dem 13.12.1999 von meiner EXfrau und meinen beiden kindern (8 und 10) getrennt (ich habe ihre ganze art einfach nicht mehr ausgehalten, nachdem schon 2 jahre vorher fast alles in die brüche gegangen wäre) und mußte dann erstmal damit klar kommen das sie mit den kindern zu ihren eltern gezogen ist (800 km einfache strecke......, dh nix mit besuchswochenenden nur längere ferienzeiten....)

eine ""beziehung"" danach lief nicht so sonderlich toll, war wohl nach dem heutigen stand eher eine ablenkung als eine richtige freundin für mich (und ich für sie wohl auch....) , so das ich dann gut 4 jahre nach meiner EX meine heutige lebensgefährtin (ebenfalls mit 2 kindern, 4 und 6 und von ihrem EX getrennt) kennenlernte.... (dem internet sei dank!), die aber leider auch 800 km von mir entfernt wohnt (noch........).
den billigfliegern sei dank das es sich alles so positiv entwickelt hat...., seitdem sehe ich auch meine kinder regelmäßiger zwischen den ferienzeiten.....

unsere planung geht dahin zusammenzuziehen und as soon as possible zu heiraten.
baby kommt im juni und wir freuen uns alle riesig darauf....

also: ich will allen mut machen, irgendwann kommt die richtige oder der richtige
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« Antwort #22 am: 23. Dezember 2004, 10:06:55 »

ich hab bisher auch _immer_ den selben Frauentypus angezogen, nämlich den, der "kaputte Spielzeuge wegwirft"... den "gute Zeiten gern - in schlechten Zeiten fern"-Typus... den "Ich"-Typus, statt den "Wir"-Typus... Und meine Erfahrung nach der Trennung war eben die, dass ich mich als "Spielzeug zum wegwerfen" zur Verfügung gestellt hab und bei geduldigeren Spielerinnen mich selbst weggeworfen hab *lach*

Wenn ich das so lese hier, über Zweitfrauen, wie sehr Ihr unter all dem **tsts - ID 1** mitleidet, auf was Ihr alles verzichtet, weil bei Euch das "wir" so ausgeprägt ist, dann zieh ich meinen Hut und erweise Euch meinen allerhöchsten Respekt. Allein ich glaube nicht daran, dass es für mich dieses "wir" trotz aller Widrigkeiten mal geben wird... Wenn, dann wird ein "Du und Wir - Ich und meine Kinder" geben... ich möchte weder meinen Kindern noch mir einen nochmaligen Verlust weiterer Lebensqualität zumuten und schütze das bisschen was uns geblieben ist, denn DAS kann uns niemand nehmen... Ansonsten versuche ich mit dem in die Ecke geworfenen Spielzeug anzufreunden... vielleicht kommt ja doch irgendwer, der auch Einzelteile davon verwerten kann...
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« Antwort #23 am: 23. Dezember 2004, 13:27:08 »

Mein Weihnachtsgeschenk für alle Männer, die sich in diesem Thread mutig mit sich selbst und ihrer Vergangenheit auseinandersetzen.
Typisch Mädchengeschenk: Ein Gedicht Lächelnd von Erich Fried.


LIEBESGEDICHT FÜR DIE FREIHEIT
UND FREIHEITSGEDICHT FÜR DIE LIEBE

Mit der Freiheit ist das so ähnlich wie mit der Liebe

Wenn dann das sogenannte Glück mich nach Jahren wieder herausholt aus dem verschlossenen Schrank
und sagt: Nun darfst du wieder! Nun zeig was du kannst!

Werde ich dann einatmen und meine Arme ausbreiten und wieder jung sein und voller Lebensmut
oder werde ich dann nach Mottenkugeln riechen und mit den Knochen klappern im Takt eines fremden Herzschlags?

Mit der Freiheit ist das so ähnlich wie mit der Liebe
und mit der Liebe ist das so ähnlich wie mit der Freiheit
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Harry
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« Antwort #24 am: 23. Dezember 2004, 14:45:45 »

Na hoppla, ich hätte nicht gedacht, daß das so positiv rüberkommt!

@Solstart
Ja, es kostet sehr viel an Energie. Wenn auch nicht die "Richtige" dabei war - fast alle Ex-Freundinnen sind heute richtig gute Freunde, und das war es mir wert! Vielleicht mein Fehler: Ich habe allzu verzweifelt nach der grossen Liebe gesucht, das ging aber in die Hose. Also warte ich jetzt und hoffe, es im richtigen Moment auch zu bemerken.
Welcher Frauentyp ist es denn bei dir?

@NordlichtSH
Schön, wenn es wenigstens bei dir im Internet geklappt hat! Ich habe dem Ade gesagt, denn nach meinen Erfahrungen tummelt sich dort nur allzu viel Unwahres. Da hast du wohl eine der Ausnahmen erwischt!
Und du bist sicher, daß du nochmal heiraten willst?
Ich denke, nach euren Erfahrungen werdet ihr schon wissen, was ihr tut, und daß ihr aus alten Fehlern gelernt habt und heute wisst, worauf es ankommt! Ich wünsche euch viel Glück!!!

@TabSel
Warum nicht "Wir"? Schreib's nicht ab, die Zeiten ändern sich! Oder wie Kloeppelfee weiter unten schreibt, vielleicht nur eine andere Form der Beziehung?! Warts mal ab...
Du schreibst, es wird ein "Du und Wir - Ich und meine Kinder" geben, ich sehe das doch durchaus okay so! Meistens meint frau aber, daß sie erst an zweiter Stelle kommt, stimmt doch so oder? Mir sind die Kinder wichtig, aber auch eine möglichst feste Partnerschaft, sie wäre genauso die Nummer 1. Sehe ich das bis jetzt richtig so, wie du das meinst? Klar läuft das erstmal getrennt voneinander ab und besitzen die Kinder Priorität! Da braucht sich eine Frau aber nicht als fünftes Rad am Wagen zu sehen (an alle Frauen, die so denken!), weil Mann doch genauso gerne möglichst viel Zeit mit ihr verbringen will. Und wenn mal ein Wir draus wird, umso schöner!!!

Welche Erfahrungen habt ihr gemacht???

@Kloeppelfee
Nö!
Ums mal brutal auszudrücken: Wer sich im Schrank einschliesst, wird dem Glück auch nicht begegnen - der riecht dann nicht nach Mottenkugeln sondern eher vermodert...
Aber wir wissen wohl alle, wie du's meinst, ein Dankeschön an dich  
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